Hohe Temperaturen im Verteilergetriebe
Verfasst: 2026-07-19 12:40:50
Hallo zusammen,
ich bin nach meiner Umbauphase nun endlich dazu gekommen mein Fahrzeug eine längere Strecke am Stück zu bewegen.
Dabei ist mir unteranderem die Geräuschkulisse, aber auch die Temperaturentwicklung am Verteilergetriebe negativ aufgefallen.
Zurück in der Halle wollte ich dem nachgehen und habe direkt ein paar Punkte recherchiert - komme nun aber nicht weiter und hoffe auf eure Hilfe und vor allem auf Expertenwissen.
Ausgangslage
- MB T2 LN1 814 mit Allrad (Vorgänger Vario)
- Feuerwehrfahrzeug mit 25.000 km
- Höhergelegt und 285/70R19,5 Bereifung
- Ab 50 km/h ein brummendes Geräusch wahrnehmbar
- Verteilergetriebe wirklich grenzwertig Heiß (Infrarotmessung am Gehäuse ca. 101 °C / Vorder- und Hinterachse nur bei 50 - 60 °C)
Was habe ich bisher geprüft:
1. Das Verteilergetriebe im Leerlauf
Prüfung: Das Fahrzeug wurde komplett aufgebockt. Bei laufendem Motor und ohne eingelegten Gang (Leerlauf) drehte sich das hintere Rad auf der Fahrerseite.
Ergebnis: Hinteres Rad drehte leicht mit, aber konnte mir nahezu keinem Kraftaufwand gestoppt werden. Es lag also kein mechanischer Druck vor, was das Mitdrehen als normale, harmlose Schleppölwirkung entlarvte.
2. Die Trennung des Allradantriebs (Stand-Test)
Prüfung: Bei ausgeschaltetem Motor und OHNE Mittelachssperre das vordere Rad von Hand drehen.
Ergebnis: Das Rad ließ sich sehr leicht drehen. Die vordere Kardanwelle drehte sich mit, aber die hintere Kardanwelle und die Hinterräder blieben komplett still. Das beweist: Das Verteilergetriebe trennt den Allrad mechanisch sauber; es liegt im normalen Heckantrieb-Modus keine Verspannung zwischen den Achsen vor.
3. Die Funktion der Pneumatik (Sperren-Test)
Prüfung: Mittelachssperre aktiviert und erneut das vordere Rad gedreht.
Ergebnis: Das gegenüberliegende Vorderrad drehte sich nun entgegengesetzt, das Drehen ging deutlich schwerer und das hintere Rad drehte sich mit. Das beweist: Die pneumatische Schaltung im Verteilergetriebe funktioniert einwandfrei und rastet sauber ein und aus.
4. Das Lagerspiel am Getriebeausgang
Prüfung: Kardanwelle direkt am Ausgang des Verteilergetriebes nach vorne auf radiales Spiel (Wackeln) geprüft.
Ergebnis: Die Welle hat kein Spiel. Ein akuter, fortgeschrittener Lagerschaden an diesem Flansch liegt somit nicht vor.
5. Wartungszustand & Fahrwerksgeometrie
Prüfung Öl: Ölstand kontrolliert (passt) und vor 1.000 km erneuert (mineralisches SAE 90 / 85W-90 nach Handbuch).
Ergebnis: Eventueller Wechsel auf ein niedriger viskoses Öl
Erst nach dieser Liste ist mir bei der Sichtprüfung der vorderen Kardanwelle aufgefallen, dass die Phasenlage (Gabeln nicht in einer Flucht) verdreht sind. Laut meiner Recherche sollten diese Gabeln gegenüberliegend fluchten, d. h. die eine Seite ist steht mit einer Gabel exakt lotrecht so muss das andere Ende ebenfalls mit einer Gabel exakt lotrecht stehen.
Ausnahme: Wenn die Kardanwelle nicht nur einen Höhenversatz, sondern auch einen Seitenversatz ausgleichen muss, ABER ist dies bei der Vorderachse der Fall? (Siehe Bild)
Das Bild zeigt die unterschiedlichen Stellungen der Gabeln: Im unteren Teil des Bildes (Gabel am Verteilergetriebe steht hier Lotrecht) / im oberen Teil des Bildes (Gabel an der Vorderachse ist schräg versetzt --> Erkennbar an dem Zollstock direkt dadrunter)
Soll das so sein? Ist das normal? Ich finde leider keine Pfeile auf der Kardanwelle um die Stellung zu prüfen.
Ich weiß vom Vorbesitzer, dass an dem Fahrzeug wohl die Kupplung gemacht wurde --> Dafür könnte die vordere Kardanwelle ausgebaut und ggf. wieder falsch eingebaut worden sein. Zumindest bezweifle ich das Mercedes dies sonst bereits im Werk falsch gemacht haben könnte und kann mir es nur so erklären - falls es so nicht sein sollte.
An der Hinterachse sehen beide Seiten der Kardanwelle identisch aus - was mich stutzig macht, weil hier ein Höhen- UND Seitenversatz vorliegen.
Ich hoffe ihr könnte mir hierbei weiterhelfen! Ich bin ebenfalls für jeden weiteren konstruktiven Vorschlag offen!
Viele Grüße
Julian
ich bin nach meiner Umbauphase nun endlich dazu gekommen mein Fahrzeug eine längere Strecke am Stück zu bewegen.
Dabei ist mir unteranderem die Geräuschkulisse, aber auch die Temperaturentwicklung am Verteilergetriebe negativ aufgefallen.
Zurück in der Halle wollte ich dem nachgehen und habe direkt ein paar Punkte recherchiert - komme nun aber nicht weiter und hoffe auf eure Hilfe und vor allem auf Expertenwissen.
Ausgangslage
- MB T2 LN1 814 mit Allrad (Vorgänger Vario)
- Feuerwehrfahrzeug mit 25.000 km
- Höhergelegt und 285/70R19,5 Bereifung
- Ab 50 km/h ein brummendes Geräusch wahrnehmbar
- Verteilergetriebe wirklich grenzwertig Heiß (Infrarotmessung am Gehäuse ca. 101 °C / Vorder- und Hinterachse nur bei 50 - 60 °C)
Was habe ich bisher geprüft:
1. Das Verteilergetriebe im Leerlauf
Prüfung: Das Fahrzeug wurde komplett aufgebockt. Bei laufendem Motor und ohne eingelegten Gang (Leerlauf) drehte sich das hintere Rad auf der Fahrerseite.
Ergebnis: Hinteres Rad drehte leicht mit, aber konnte mir nahezu keinem Kraftaufwand gestoppt werden. Es lag also kein mechanischer Druck vor, was das Mitdrehen als normale, harmlose Schleppölwirkung entlarvte.
2. Die Trennung des Allradantriebs (Stand-Test)
Prüfung: Bei ausgeschaltetem Motor und OHNE Mittelachssperre das vordere Rad von Hand drehen.
Ergebnis: Das Rad ließ sich sehr leicht drehen. Die vordere Kardanwelle drehte sich mit, aber die hintere Kardanwelle und die Hinterräder blieben komplett still. Das beweist: Das Verteilergetriebe trennt den Allrad mechanisch sauber; es liegt im normalen Heckantrieb-Modus keine Verspannung zwischen den Achsen vor.
3. Die Funktion der Pneumatik (Sperren-Test)
Prüfung: Mittelachssperre aktiviert und erneut das vordere Rad gedreht.
Ergebnis: Das gegenüberliegende Vorderrad drehte sich nun entgegengesetzt, das Drehen ging deutlich schwerer und das hintere Rad drehte sich mit. Das beweist: Die pneumatische Schaltung im Verteilergetriebe funktioniert einwandfrei und rastet sauber ein und aus.
4. Das Lagerspiel am Getriebeausgang
Prüfung: Kardanwelle direkt am Ausgang des Verteilergetriebes nach vorne auf radiales Spiel (Wackeln) geprüft.
Ergebnis: Die Welle hat kein Spiel. Ein akuter, fortgeschrittener Lagerschaden an diesem Flansch liegt somit nicht vor.
5. Wartungszustand & Fahrwerksgeometrie
Prüfung Öl: Ölstand kontrolliert (passt) und vor 1.000 km erneuert (mineralisches SAE 90 / 85W-90 nach Handbuch).
Ergebnis: Eventueller Wechsel auf ein niedriger viskoses Öl
Erst nach dieser Liste ist mir bei der Sichtprüfung der vorderen Kardanwelle aufgefallen, dass die Phasenlage (Gabeln nicht in einer Flucht) verdreht sind. Laut meiner Recherche sollten diese Gabeln gegenüberliegend fluchten, d. h. die eine Seite ist steht mit einer Gabel exakt lotrecht so muss das andere Ende ebenfalls mit einer Gabel exakt lotrecht stehen.
Ausnahme: Wenn die Kardanwelle nicht nur einen Höhenversatz, sondern auch einen Seitenversatz ausgleichen muss, ABER ist dies bei der Vorderachse der Fall? (Siehe Bild)
Das Bild zeigt die unterschiedlichen Stellungen der Gabeln: Im unteren Teil des Bildes (Gabel am Verteilergetriebe steht hier Lotrecht) / im oberen Teil des Bildes (Gabel an der Vorderachse ist schräg versetzt --> Erkennbar an dem Zollstock direkt dadrunter)
Soll das so sein? Ist das normal? Ich finde leider keine Pfeile auf der Kardanwelle um die Stellung zu prüfen.
Ich weiß vom Vorbesitzer, dass an dem Fahrzeug wohl die Kupplung gemacht wurde --> Dafür könnte die vordere Kardanwelle ausgebaut und ggf. wieder falsch eingebaut worden sein. Zumindest bezweifle ich das Mercedes dies sonst bereits im Werk falsch gemacht haben könnte und kann mir es nur so erklären - falls es so nicht sein sollte.
An der Hinterachse sehen beide Seiten der Kardanwelle identisch aus - was mich stutzig macht, weil hier ein Höhen- UND Seitenversatz vorliegen.
Ich hoffe ihr könnte mir hierbei weiterhelfen! Ich bin ebenfalls für jeden weiteren konstruktiven Vorschlag offen!
Viele Grüße
Julian