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Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 11:09:42
von Der Initiator
In meinem Bötchen, vor allem im Steuerhaus, ist es unglaublich laut. So laut, dass ich am liebsten ohne Hörgeräte fahre, was dann allerdings die Benutzung des Funkgerätes erschwert. Im Salon und den Kajüten ist es nicht leise, aber sehr viel erträglicher. Auf dem Achterdeck ist von Lärm nichts zu spüren, dort sind Unterhaltungen in normaler Lautstärke möglich. So viel zur Ausgangssituation.

Jetzt bin ich gerade dabei, das aus 4 mm starkem Alu gebaute Steuerhaus zu überarbeiten. Die Sperrholzplatten sind alle runter, mehr als die Hälfte muss erneuert werden, teilweise sind sie schon fertig und geölt, ich kann mir also langsam Gedanken um den Einbau machen. Die Fotos zeigen den Ist-Zustand: viel bröseliges Styropor, teilweise mit einer harten Schicht überzogen. Um nach undichten Stellen zu gucken, muss das Zeug raus, Wiedereinbau ist nicht vorgesehen. Bei der Gelegenheit ist mir eingefallen, dass hier oft von Schalldämmung (Lärmdämmung) die Rede ist. Von früher kenne ich so schwarzes Zeug, das in Autotüren geklebt war. Ist das dieses Alubutyl und/oder Schwerschaum, was mir die Suche auswirft? Alubutyl ist gar nicht so teuer wie befürchtet, taugt das was? Reicht es, die Flächen damit zu bekleben oder müssen die Profile auch vollflächig beklebt werden? Die erste, grobe Schätzung sagt, dass ich etwa 13 m² brauchen werde.

260225 alte Dämmung 01-.JPG
260225 alte Dämmung 02-.JPG
260225 alte Dämmung 03-.JPG

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 11:21:12
von Alf1992
Hallo,
die Bitumen Schwerplatten werden zu 1/3 auf Flächen geklebt um die Vibrationen (Trommelfelleffekt) zu minimieren.
Allgemeinen Schallschutz kannst Du auch mit Dämmung erreichen, z.B Armaflex wenn dieser aus Isolierungsgründen vollflächig verklebt ist.
Dabei kann dann auf die Schwerfolie verzichtet werden, da die Isolierung die Flächendämpfung übernimmt.
Eine vollflächige Beklebung mit Schwerfolie bringt viel Gewicht, aber kaum zusätzliche Lärmminderung.

Am Besten ist es den Motorraum mit schallschluckenden Platten auszukleiden.

Viele Grüße,
Hauke

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 13:30:16
von Der Initiator
Der Motorraum ist schwer zu bearbeiten. Da unten ist es interessanterweise auch nicht so laut wie im Steuerhaus darüber :lol: Aber angenommen, ich würde da etwas machen wollen: Alubutyl oder etwas anderes? Armaflex habe ich in einem interessanten Video gesehen?

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 14:00:25
von Alf1992
Das klingt nach Körperschall. Da solltest Du die Schallquelle im Motorraum suchen und
dann eine Entkoppelung durchführen. Wie es z.B. beim/ durch das Motorlager gemacht wird.

Manchmal sind solche Lager auch hart geworden.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 18:04:53
von Der Initiator
Ich will ja nicht nörgeln, mache es aber doch, weil mir nicht klar ist, weshalb der Körperschall dann nur im Steuerhaus über dem Maschinenraum so stark zu merken ist. Nicht in der Achterkajüte direkt hinter und auch nicht im Salon direkt vor dem Maschinenraum. Auf dem Achterdeck hört man nur noch den Auspuff, die Maschine fast gar nicht und auf dem Vordeck ist in Fahrt nicht einmal der Auspuff zu hören.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 18:24:40
von Der Initiator
Ich habe mal eine Skizze gemacht, auf der die Anordnung zu sehen ist. Der Rumpf ist aus 5 mm Stahl, die Decks zusätzlich mit 15 mm auf dem Deck verschraubtem Stabdeck. Das Steuerhaus aus 4 mm Alu.

260225 Schnitt.jpg

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 18:39:39
von buckdanny
Ich tippe mal darauf das die Schottwände zwischen Motorraum und Kabine steifer sind als der Boden vom Steuerhaus, deswegen schwingen die weniger. Ich würde erst mal den Boden vielleicht von unten mit Bitumen-Schwerplatten bekleben und dann mal einen Testlauf machen.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 18:45:39
von franz_appa
Hi
Vielleicht weil nur das Steuerhaus aus Alu ist und große schwingende Flächen hat.
Und es direkt über dem Motor sitzt.

Fang mal an die Flächen zu dämmen mit dem Armaflex-Gedöns (hab gesehen das gibt es mittlerweile in etlichen Varianten - kann man mittlerweile wohl ein eigenes Studium zu belegen...) - das Styropor schmeisst du weg.
Dann wirst du mit jedem angebrachten Stück schon eine Verbesserung hören.

Am besten die Versteifungsprofile noch in Querrichtung zumachen (Stichwort Kältebrücke... - da fällt einem ja sofort ein neues Seemanns-Witzchen ein: Maschinenraum an Kältebrücke - hihihi)

Greets
natte

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 18:49:17
von franz_appa
Hi nochmal

Vergiss das mit den Profilen - die sind ja mächtig hoch - wie dick ist das Styropor ? Gleichviel Armaflex ist sauteuer und auch nicht nötig, denk ich.

Greets
natte

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 18:50:52
von franz_appa
Hi

Und noch ein Witzchen: evt mal die Tür zum Maschinenraum zumachen während der Motor läuft...

... bin schon weg...

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 18:52:20
von Der Initiator
Ach ja, vergessen: die Decke des Maschinenraums ist aus ca. 20 mm Multiplex, einzelne Platten, lose in Winkelprofile gelegt. Darüber ca. 80 mm Luft und dann der Fußboden des Steuerhauses, wieder ca. 20 mm Multiplex, darauf 8 mm Fertigparkett, darauf ein fußschmeichelnder, 10 mm dicker Teppich. Ob der Teppich da liegt oder nicht, macht vom Geräuschpegel (gefühlt, nicht gemessen) keinen Unterschied.

Die Wand zur Achterkajüte, genauer: zum Flur und zum Toilettenraum, erst dahinter ist dann die Kajüte, ist je zur Hälfte Stahl und Multiplex. Zum Salon ist alles Stahl, allerdings die untere Hälfte als 300 l Wassertank, darüber einfach 5 mm Blech. Die Seitenwände des Maschinenraums sind jeweils auf der halben Länge deckenhohe Dieseltanks. Ob die Tanks zu 100 % oder zu 20 % gefüllt sind, beeinflusst - auch hier gefühlt, nicht gemessen - den Geräuschpegel nicht.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-25 22:18:26
von Strom
Moin.

Jeder Raum hat eine "Eigenresonanz".
Da muss das Aludach nicht mal Schuld sein, der Motor regt halt alles an und hat im Raum genau die "falsche" Frequenz - es dröhnt.
Wenn die Streben mit dem Aludach verbunden sind, wird Alubutyl nicht viel helfen.
Sind die nicht verbunden, würde ich Dichtmasse dazwischen sauen.
Bitumenmatten aus Kostengründen würde ich nicht mehr fürs Dach nehmen, mir sind die nach 2 Jahren im Auto wieder runtergekommen :motz:

So richtig nerdige Home-Audio-Fans bauen sich "Bassfallen" in ihr Musikzimmer, ähnlich wie ein Resonanzfilter im Ansaugtrakt bei manchen Lastern.
Dafür muss man die Störfrequenz kennen und natürlich den Platz dafür haben.

Oder ist es ein eher "scheppernder" Krach?
Dann lass das Dach mal abklopfen, während du drinne bist.
Manchmal ist es nur eine Stelle, wo etwas aneinander schwingt und Rattersound erzeugt.

"Sirrende" Störgeräusche sind Blechgeräusche, große, nicht durch Sicken oder Streben verstärkte Flächen sind sehr anfällig.

Bleibt noch die Frage: Luft- oder Körperschall?

Bei Luftschall muss der Motorraum gedämmt werden, Körperschall wird durch kaputte Motorlager oder starr am Fahrzeug (Boot) verschraubte Auspuffanlagen verursacht... oder alles, was mit dem Motor verbunden ist, aber nicht entkoppel wurde.

Viel Erfolg bei den "Hausaufgaben" :D
Gruß
Michael

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-26 10:53:31
von Der Initiator
Strom hat geschrieben:
2026-02-25 22:18:26
Bleibt noch die Frage: Luft- oder Körperschall?

Bei Luftschall muss der Motorraum gedämmt werden, Körperschall wird durch kaputte Motorlager oder starr am Fahrzeug (Boot) verschraubte Auspuffanlagen verursacht... oder alles, was mit dem Motor verbunden ist, aber nicht entkoppel wurde.
Also wirklich, Leute, ich habe doch klar geschrieben, was ich als Antwort lesen möchte. Warum könnt ihr nicht einfach meinen Wünschen folgen? :totlach:

Scherz beiseite. Ich würde das eher als Dröhnen beschreiben, kein Scheppern und auch kein Sirren. Sirren höre ich sowieso nicht. Interessanterweise scheint der Lärm Normalhörende weniger zu stören als mich. Mir fehlt eben die natürliche Störgeräuscheunterdrückung. Von der Art her ist das für mich genauso wie damals im Magirus und später im Saurer. Einfach laut.

Ein paar grundsätzliche Fragen habe ich noch.
  • Warum ist der Lärm in den angrenzenden Bereichen so extrem unterschiedlich? Vor und hinter dem Maschinenraum leiser, darüber deutlich lauter als direkt darin. Daraus kann nicht vermutet oder geschlossen werden, ob es Luft- oder Körperschall ist?
  • An Deck ist der Lärm praktisch weg, woran liegt das? Daran, dass dort der Schall nicht reflektiert und "im Raum gehalten" werden kann? Ein interessantes Experiment wäre mal, das Dach des Steuerhauses zu öffnen und zu hören, ob sich etwas ändert. Mich schreckt nur der Aufwand.
  • Wie und womit sollte ich denn den Motorraum isolieren? Ausgerechnet hinter den größten freien, also nicht mit Spanten versehenen Flächen ist es weniger laut.
Ob die Streben mit dem Dach verbunden sind, sehe ich erst, wenn ich alles Styropor raus habe. Ich vermute aber, sind sie zumindest im Dach nicht überall. Ein Teil des Daches scheint demontierbar zu sein, das sehe ich aber auch erst, wenn das Styropor raus ist.

Den Auspuff kann ich, anders als beim Auto, nicht an Gummis hängen. Der Schalldämpfer (nützt der überhaupt? Keine Ahnung) steht auf dem Rohr, das sich wiederum auf einer ca. 8 mm dicken Gummiplatte abstützt. Zum Rumpf hin ist ein Flexrohr, aber das ist natürlich fest mit dem Rumpf verschraubt. Einzig die außenliegende Verlängerung könnte ich mal abschrauben, um zu hören, ob sich etwas ändert. Beides, Schalldämpfer und Verlängerung, habe ich selbst montiert, beides hat meiner Erinnerung nach weder am Klang noch an der Lautstärke des Lärms geändert.

An die Motorlager würde ich gar nicht gerne herangehen, das ist der teuerste Einzelposten und der Motor muss dann eigentlich neu ausgerichtet werden. Leider ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die nach 30 Jahren hinüber sind. Das sollte wohl vernünftigerweise meine erste Maßnahme sein, aber Vernunft ist nicht meine Kernkompetenz :angel: Ich gucke mal, welche passen könnten.

Erstmal vielen Dank euch allen :blume:

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-26 11:45:52
von Strom
Moin.

Hat dein Maschinenraum einen belastbaren (Stahl)Träger über dem Motor?
Wenn ja, dann würde ich versuchsweise den Motor mit Spanngurten (NICHT KETTEN) minimal aus den Lagern heben, wenn möglich nacheinander an verschiedenen Punkten. Nen verspannten Motor nach dem Einbau hatte ich auch schonmal, Halter etwas gelöst, Motor manuell bewegt, Lager festgeschraubt, Dröhnen weg :)

Warum verschjedene Räume unterschiedlich Störanfällig sind, hatte ich geschrieben: Eigenresonanz.
Die ist (angeblich, hab ich so auch nur gelesen) ausgeprägter, wenn die Raummaße in "ganzen" Maßen in Verhältnis stehen, also 3x3x6 Meter oder so.

Ein Fall, den sich mein Kumpel mal selbst gebaut hat:
Für einen lärmsensiblen Kunden wollte er einen Saugdiesel dämmen.
Also hat er sowohl den Motorraum als auch den Innenraum mit absobierenden Material verkleidet.
Resultat: Nur die höherfrequenten Lärmanteil wurde absorbiert, übrig blieb ein tieffrequenztes Dieseldröhnen, das ohne den übrigen Lärm schlimmer als vorher empfunden wurde.

Oh, Meeting.

Schreibe später evtl noch was.

Gruß
Michael

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-26 14:06:05
von Der Initiator
Strom hat geschrieben:
2026-02-26 11:45:52
Hat dein Maschinenraum einen belastbaren (Stahl)Träger über dem Motor?
Nein.

Ich werde die fertigen Verkleidungsteile mal ins Bett legen, das Styropor rauszupfen, eine Runde fahren und versuchen, mit so einer App zu messen, wie laut es wirklich in den verschiedenen Räumen ist.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-26 20:33:09
von steyermeier
Der Initiator hat geschrieben:
2026-02-25 18:52:20
Ach ja, vergessen: die Decke des Maschinenraums ist aus ca. 20 mm Multiplex, einzelne Platten, lose in Winkelprofile gelegt. Darüber ca. 80 mm Luft und dann der Fußboden des Steuerhauses, wieder ca. 20 mm Multiplex, darauf 8 mm Fertigparkett, darauf ein fußschmeichelnder, 10 mm dicker Teppich. Ob der Teppich da liegt oder nicht, macht vom Geräuschpegel (gefühlt, nicht gemessen) keinen Unterschied.

Die Wand zur Achterkajüte, genauer: zum Flur und zum Toilettenraum, erst dahinter ist dann die Kajüte, ist je zur Hälfte Stahl und Multiplex. Zum Salon ist alles Stahl, allerdings die untere Hälfte als 300 l Wassertank, darüber einfach 5 mm Blech. Die Seitenwände des Maschinenraums sind jeweils auf der halben Länge deckenhohe Dieseltanks. Ob die Tanks zu 100 % oder zu 20 % gefüllt sind, beeinflusst - auch hier gefühlt, nicht gemessen - den Geräuschpegel nicht.
Moin,
Ich würde mich Mal um die Decke des Maschinenraums kümmern.
Wenn die Platten von unten da lose im profil liegen und darüber Luft... Da ist ja quasi nix an Schalldämmung bis zum Fußboden.
Den Luftraum ausfüllen und die Platten einkleben?

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-26 21:52:31
von Der Initiator
Zu viel Aufwand :totlach:

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 0:39:04
von Landei
Vielleicht mal völlig umgekehrt denken, z.B. wie ein Instrumentenbauer:

Wie kann man mit einer leicht schwingenden Saite möglichst viel Korpus zum Schwingen bringen?
Wo müssen die Übergänge von Seitenteilen zu Deckenteilen so gut sein, dass die Frequenzen schön weitergegeben werden und was passiert, wenn an bestimmten Stellen die Verbindungen schlecht ausgeführt werden?

Aus der Sicht eines Instrumentenbauers ist dein Steuerhaus hörbar gut gelungen. :cool:
Ein schlechter Instrumentenbauer hätte schlechte Verbindungen geschaffen, z.B. aus Gummi.

Wie wäre es, das senkrechte Ständerwerk zu entkoppeln? Wenn in anderen Ländern ganze Museen gegen Erdbeben auf Gummipuffern stehen, dann gibt es mit Sicherheit auch im Sortiment der Silentblöcke etwas Passendes für die Ständer.
Vielleicht reicht das schon und es müssen nicht auch noch die Seitenbleche entkoppelt werden?

Nur so ein Gedanke…

Jochen

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 0:50:33
von Der Initiator
Danke, aber so schlimm, dass ich mir ein neues Steuerhaus baue, ist es nicht. Es ist nur laut. Und wie ich neulich schon an anderer Stelle ausgeführt habe, bin ich für Neubauten zu alt. Die Motorlager werde ich ersetzen, davor drücke ich mich seit Jahren, ohne zu ahnen, dass die etwas mit dem Lärm zu tun haben. Und demnächst mal eine Messfahrt. Dann wende ich mich wichtigen Dingen zu. Undichten Fenstern beispielsweise :angel:

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 9:13:48
von Alf1992
Der Initiator hat geschrieben:
2026-02-25 18:52:20
Ach ja, vergessen: die Decke des Maschinenraums ist aus ca. 20 mm Multiplex, einzelne Platten, lose in Winkelprofile gelegt. Darüber ca. 80 mm Luft und dann der Fußboden des Steuerhauses, wieder ca. 20 mm Multiplex, darauf 8 mm Fertigparkett, darauf ein fußschmeichelnder, 10 mm dicker Teppich. Ob der Teppich da liegt oder nicht, macht vom Geräuschpegel (gefühlt, nicht gemessen) keinen Unterschied.
Je nach Frequenz des Lärms, muss man unterschiedliche Schallschutzmaßnahmen ergreifen.
Massive Platten (Wände) sind schon mal ein guter Schallschutz.
Da die Platten aber bei Dir nur eingelegt sind, würde ich die Platten an den Auflagestellen/Kanten mit einem weichen Moosgummi entkoppeln.
Das ist als Versuch ersteinmal deutlich billiger und einfacher als die Motorlager.
Es hilft auch, wenn während der Fahrt mal einer im Motorraum mitfährt, und die Schall- /Schwingungsquellen versucht zu identifizieren.
Natürlich nur, wenn genug Platz ist.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 10:56:40
von Der Initiator
Alf1992 hat geschrieben:
2026-02-27 9:13:48
Massive Platten (Wände) sind schon mal ein guter Schallschutz.
Da die Platten aber bei Dir nur eingelegt sind, würde ich die Platten an den Auflagestellen/Kanten mit einem weichen Moosgummi entkoppeln.
Das ist als Versuch ersteinmal deutlich billiger und einfacher als die Motorlager.
Es hilft auch, wenn während der Fahrt mal einer im Motorraum mitfährt, und die Schall- /Schwingungsquellen versucht zu identifizieren.
Natürlich nur, wenn genug Platz ist.
Ich verstehe schon, dass das nicht vorgeschlagen wurde, um mich zu ärgern. Oder etwa doch? :bored: Nein, gut. Es ist aber nicht so einfach, die Platten mit Gummi zu unterlegen. Dort unten habe ich keine Stehhöhe, einen schrägen Boden und wenig Platz, mich zu bewegen. Ich müsste das also von oben machen: Teppich weg dauert fünf Minuten. Dann die Parkettfliesen aufnehmen. Wenn die nur miteinander verleimt sind, geht das noch. Sind die auf der Platte darunter verklebt, muss die später komplett geschliffen werden. Dann die Bodenplatte ausbauen. Wie das geht, sehe ich erst, wenn das Parkett runter ist. Erst dann sehe ich überhaupt, was da los ist. Und ich bin nicht sicher, ob ich das sehen möchte.
Was ich von unten sehen kann, ist nämlich nicht schön: was ich euphemistisch "Winkelprofile" genannt habe, sind dünne Blechwinkel von Hobbykellerschwerlastregalen. Der Boden ist fest, es muss also eine stabile Unterkonstruktion geben, an der diese Winkel irgendwie befestigt sind. Spontan fällt mir da die Büchse der Pandora ein.

Ähnlich der Vorschlag, das Ständerwerk zu entkoppeln. Mag sein, dass das fachlich richtig ist. Aber es ist nicht machbar. Das gesamte Steuerhaus ist rundum mit dem Rumpf verschraubt und vernietet.

Die Motorlager tausche ich nicht in Hinblick auf Lärm, sondern weil sie (mindestens) dreißig Jahre alt sind. Das schiebe ich seit Jahren vor mir her, jetzt ist eine gute Gelegenheit, das endlich zu machen.

So eine "Messfahrt" ist geplant, diesen Monat wird das nichts mehr - obwohl die HOW nach wochenlanger Sperre seit heute teilweise wieder freigegeben ist - aber nächste Woche soll das sein. Eine Freundin, die das Boot kennt und fahren kann, ist schon dienstverpflichtet, eine Schallpegelapp haben wir gestern auf ihrem Handy installiert. Erst einmal will ich wissen, ob meine Erinnerung an die Lärmverteilung im Boot überhaupt stimmt. Also soll im Steuerhaus, im Salon, in der Achterkajüte und im Maschinenraum ein Wert festgestellt werden. Das wird nicht den bisherigen Stand zeigen, weil Wand- und Deckenverkleidung des Steuerhauses schon demontiert sind, geht aber nicht anders. Wenn ich es schaffe, entferne ich auch das Styropor vorher, dann kann ich auch einzelne Bereiche anfassen und hören, ob sich etwas verändert. Ich bin gespannt.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 11:01:40
von Der Initiator
Und als separates Posting, damit es nicht untergeht: welche App benutzt ihr für solche Lärmmessungen? Wir haben gestern Soundmeter gefunden. Die funktioniert auf ihrem alten Samsung Galaxy, ist aber, glaube ich, ziemlich einfach und schien sehr nervös.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 14:23:33
von Der Initiator
Wie erwartet ist das Mittelteil des Daches entnehmbar. Blech und Rechteckrohre sind miteinander vernietet.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 14:35:28
von Strom
Der Initiator hat geschrieben:
2026-02-27 11:01:40
Und als separates Posting, damit es nicht untergeht: welche App benutzt ihr für solche Lärmmessungen? Wir haben gestern Soundmeter gefunden. Die funktioniert auf ihrem alten Samsung Galaxy, ist aber, glaube ich, ziemlich einfach und schien sehr nervös.
Moin.

Gar keine!
Die wichtigsten "Instrumente" sind die Ohren. Gut, braucht ein wenig Erfahrung, sieht auch blöd aus, wenn man den Kopf im Raum hin und her bewegt, aber so finden sich laute und leise Stellen.
Gut, ob du jetzt jahrelang deine Ohren trainieren willst ... :joke:
Ansonsten braucht es ein vernüftiges Mikro und eine Anzeigemöglichkeit, die auch das Frequenzspektrum abbilden kann.
Smartphonemikros, die was taugen, mag es geben, sind mir aber nicht untergekommen.
Aber vielleicht reicht es auch so? Geht ja nur um Krach und kein HiFi ...
Eine grafische Darstellung könntest du aber auch posten :D


Gruß
Michael

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 14:57:42
von Der Initiator
"Ohren trainieren", da werden sicher einige Leute schmunzeln, wenn sie das lesen: ich bin ein klein wenig hörbehindert :D Eine grafische Darstellung? Du meinst einen Screenshot von so einer "Messung"? Oder Fotos vom nackten Steuerhaus? Die "" zeigen schon, dass ich keine präzisen Werte, keine echte Messung erwarte. Ich hoffe einfach, dass, wenn ich immer die gleiche App auf immer demselben Handy nehme, die Werte immer ähnlich gut oder schlecht sind. Im Motorraum während der Fahrt war ich 2019, zuletzt gefahren bin ich letzten Herbst. Ich bin nicht sicher, ob ich mich heute wirklich noch richtig erinnere, wo es wie laut ist. Nur dafür ist die App.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 15:18:05
von Landei
Wie in jeder Branche müsste es doch auch in der (Binnen)schifffahrt Beauftragte für Arbeitsschutz geben, die genau dann kommen, wenn sich ein Arbeitnehmer über einen z.B. zu hohen Geräuschpegel am Arbeitsplatz beschwert.

Ich kann mir vorstellen, dass du nicht der Erste für solch eine Fachperson wärest, in dessen Steuerhaus es gefühlt zu laut ist.
Vielleicht wäre ja eine kompetente Beratung in Relation zu vielen zeitaufwändigen und über Strecken frustrierenden trial and error Maßnahmen günstiger, als man denkt?


Jochen

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 16:41:12
von MarenB
Ein Beispiel von einem Binnenschiff (~110m Frachter):

Maschienraumdecke aus 8-10mm Stahl, darüber Spannten, vielleicht 100mm hoch, die Zwischenräume mit irgendwas gefüllt. Darauf dicke OSV-Platten, dann Bitumen, dann wieder OSB und dann der Fußboden.

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 20:22:26
von Strom
Der Initiator hat geschrieben:
2026-02-27 14:57:42
"Ohren trainieren", da werden sicher einige Leute schmunzeln, wenn sie das lesen: ich bin ein klein wenig hörbehindert :D Eine grafische Darstellung? Du meinst einen Screenshot von so einer "Messung"? Oder Fotos vom nackten Steuerhaus? Die "" zeigen schon, dass ich keine präzisen Werte, keine echte Messung erwarte. Ich hoffe einfach, dass, wenn ich immer die gleiche App auf immer demselben Handy nehme, die Werte immer ähnlich gut oder schlecht sind. Im Motorraum während der Fahrt war ich 2019, zuletzt gefahren bin ich letzten Herbst. Ich bin nicht sicher, ob ich mich heute wirklich noch richtig erinnere, wo es wie laut ist. Nur dafür ist die App.
Moin.

Tja, ich schleppe seit 40 Jahren nen Tinitus mit mir rum und bin lärmschwerhörig.
Geht. Zumindest für tieffrequente Sachen :D
Ein Punkt, den ich noch nicht so in Betracht gezogen habe: dein Hörgerät.
Wenn jemand ohne verbogene Ohren eine andere Wahrnehmung in deinem Steuerstand hat ... Fehler gefunden.

Mit dem Screenshot meine ich tatsächlich eine Abbildung einer Messung über das ganze Frequenzspektrum.
Tendenzen sollten selbst mit ner Smartphonemessung zu erkennen sein.

Gruß
Michael

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 20:23:19
von Pirx
Der Initiator hat geschrieben:
2026-02-27 11:01:40
Und als separates Posting, damit es nicht untergeht: welche App benutzt ihr für solche Lärmmessungen? Wir haben gestern Soundmeter gefunden. Die funktioniert auf ihrem alten Samsung Galaxy, ist aber, glaube ich, ziemlich einfach und schien sehr nervös.
Ich benutze für solche Messungen die App "iNVH" von Bosch. Ich habe keinen Vergleich mit anderen Apps, war aber bei meinen seltenen bisherigen Messungen zufrieden damit

Pirx

Re: Schalldämmung Steuerhaus

Verfasst: 2026-02-27 22:07:34
von Der Initiator
Landei hat geschrieben:
2026-02-27 15:18:05
Wie in jeder Branche müsste es doch auch in der (Binnen)schifffahrt Beauftragte für Arbeitsschutz geben, die genau dann kommen, wenn sich ein Arbeitnehmer über einen z.B. zu hohen Geräuschpegel am Arbeitsplatz beschwert.
Danke, aber das lohnt den Aufwand einfach nicht. Ich bin so schon mehr als 2.000 h unterwegs, fahre fast immer alleine und habe die ganze Zeit nicht daran gedacht, etwas zu ändern. Nur weil ich jetzt gerade die Innenverkleidung aufhübsche und das Styropor entsorge, habe ich überlegt, ob ich da etwas machen kann. Aber ich mache keine Verrenkungen, wer weiß, wie lange ich noch fahren kann.
MarenB hat geschrieben:
2026-02-27 16:41:12
Ein Beispiel von einem Binnenschiff (~110m Frachter):
Soll ich in deinem Thread mal von meinem Zastava erzählen? :lol: Ein Vergleich Binnenschiff <-> Sportboot ist noch schräger :blume:
Strom hat geschrieben:
2026-02-27 20:22:26
Tja, ich schleppe seit 40 Jahren nen Tinitus mit mir rum und bin lärmschwerhörig.
"Lärmschwerhörig" heißt, dass du mal normal gehört hast. Das heißt, dass dein Gehirn gelernt hat, gewollte Geräusche (Sprache, Musik) von Störgeräuschen zu unterscheiden und die Störgeräusche zu unterdrücken. Meins hat das nie richtig gelernt.

@Pirx
Danke, ich gucke mal danach.