treuss hat geschrieben: ↑2021-03-02 14:02:19
Hi Commander,
mach doch gerne mal Bilder

würde mich sehr stark interessieren. Wie sieht die Untergrund Vorbehandlung bei deinem EP-Grund-Projekt aus?
(...)
Guten Abend Forum,
ich bin ja noch ein paar Bilder schuldig. Ich bin seit Monaten dabei ne Diesellok (V100 der deutschen Bundesbahn) wieder flott zu machen. siehe
http://www.osnabruecker-dampflokfreunde ... /v100.html Irgendwie komme ich so mit meinem LKW Projekt nicht weiter

Zu viele Hobbys und der Tag hat nur 24h.
Die letzten Monate war reichlich entgammeln und lackieren bei einer der beiden Hauben angesagt. Ich stelle mal ein paar Bilder ein. Die Arbeiten und die Vorgehensweise sind sich auch auf andere Fahrzeuge übertragbar. Ich möchte an dieser Stelle einfach meine Erfahrungen weitergeben.
Die Haube war vom Zustand innen rostig, teilweise Rostlöcher. Aber nicht so schlecht, dass wir sie haben sandstrahlen lassen. Anbei ein paar Impressionen von einer kleinen Baustelle...
Bilder 1-3:
- Die Haube wurde von innen komplett mit Topfbürste entrostet und mit einem Multitool die AntiDröhn Beschichtung entfernt, da es unter der Beschichtung rostete. Anschließend wurde die Haube von innen mit einer Schicht Osnapox 1K Grund grundiert. Durch das Rollen habe ich eine gute Schichtdicke und man erreicht Ecken, Kanten und Falze, welche man mit der Spritzpistole nicht erreicht hätte.
- Anschließend wurde die Haube von Innen mit Brillux 2K PUR gerollt, bzw. stellenwiese mit 2 Schichten nass-in-nass gespritzt. Ecken, Kanten, Falze mit Pinse und Rolle. In Summe 4kg Farbe für Innen.
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Bilder 4/5:
- Austausch diverse Bleche
Leider stellenweise etwas Lochfraß. Daher Blech raustrennen und ersetzt.
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Bilder 6-11
- Die Haube war von außen soweit in einem guten Zustand. Der Lack war soweit tragfähig, stellenweise Rost, Macken, Kratzer und eben stark verwittert. Die Haube wurde vor über 25 Jahren von der Bahn verkehrsrot lackiert. Ich habe die Haube mit dem Exzenterschleifer (Festool Rotex) mit 80 und 150 Korn angeschliffen.
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Dabei kam neben dem Füller auch blankes Metall zum Vorschein. Vor dem Lackieren wurde die Haube gründlich mit Silikonentferner gereinigt. Als erste Schicht habe ich blanke Stellen mit Osnapox 1k Grund grundiert.
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Anschließend wurde die gesamte Haube von außen mit einer Schicht Brillux 2K EP Grund lackiert. Das waren ungefähr 4kg Farbe. Der Hersteller schreibt vor, die Grundierung binnen 48h mit der Deckschicht zu beschichten, ansonsten ist ein weiteres Anschleifen notwendig. Ich habe entsprechend mit 320er Flies bzw. 240 Korn zwischengeschliffen
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Dann konnte man sich der ersten Schicht Decklack widmen. Vorher wurden aber alle unzugänglichen Kanten, Falze, Türen, etc. mit der Rolle vorgearbeitet.
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Erste Schicht Decklack
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Es fehlt noch eine zweite Schicht Decklack. Leider spielt das Wetter aktuell nicht mit. Vor der finalen Lackschicht muss alles nochmal mit Flies angeschliffen werden.
Wenn alles fertig ist, wird die Haube von innen mit Elaskon Wachs konserviert. Da gibt es diverse Stellen, wo sich Kondenswasser oder Regenwasser aus Undichtigkeiten sammeln wird. Leider ist das Klima unter der Haube auch recht korrosiv, da unter der Haube ein 3000l Wassertank und ein Dampferzeuger für die Dampfheizung montiert sind..
Selbstkritik:
- RAL3004 auf grau ist nicht ideal. Brillux deckt zwar super, aber perfekter wäre Folgendes gewesen: Osnapox nicht in rotbraun, sondern in grau. Anschließend den Brillux 2K EP Grund in rotbraun und dann Altrot/RAL3004. Das werde ich beim Führerhaus anders machen.
Verwendete Werkzeuge:
Lackiert wurde alles mit einer Sata Jet 1000 RP mit 1,6er Düse bei ca. 2bar.
Zum Schleifen habe ich ich einen Rotex 125 von Festool mit 80/150/240er Korn bzw. 320/800er Flies genutzt.
P.S. Ich möchte hier keine Werbung für die genannten Hersteller machen, ich bekomme kein Geld dafür. Ich erwähne Sie nur, weil ich von den genannten Produkten überzeugt bin und diese sich bewährt haben. Ich bin auch kein gelernter Lackierer, aber kann auf diverse (Langzeit)Erfahrungen zurückblicken.
Wer mal in Osnabrück ist und Lust auf altes Schwermetall hat, darf sich gern unsere Museumsbahn anschauen.
Gruß
Daniel
Nachtrag:
Ich werde später nochmal den Mipa VB 100-20 PVB-Rapidprimer ausprobieren. Der dürfte stärker füllen als der 1K Grund.