Frost und technische Maßnahmen

alles, was nicht in die übrigen Technik-Kategorien passt

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Russenkarre
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#31 Beitrag von Russenkarre » 2026-01-09 10:08:01

Noch ein Nachtrag zum Thema Diesel:
Für Heizungen von Planar, Teplostar steht in den dazugehörigen Handbüchern, dass man dem Diesel bis zu 70% Kerosin beimischen kann, damit kommt man dann mit Winterdiesel auf ca. -40°C.
Zum Kamaz 740 zum Beispiel hab ich gefunden man könne auf 100L Diesel 14L Kerosin beimengen. Darunter gibt es wohl Probleme, weil das dann fehlende Paraffin auch schmierende Funktionen übernimmt - die dann fehlen.
Expeditions-Dieseltechnik ist wohl teilweise mit 100% Kerosin unterwegs, in kalten Regionen ist es wohl auch gut verfügbar (nicht nur am Flugplatz) - aber das weiß ich nur von Erzählungen. Unter diesen Bedingungen müssen dann schmierende Zusätze hinzugefügt werden - Kerosin hat sogar eine stark entfettende Wirkung.
Was für Zusätze gibt es? Wer war so schon unterwegs?

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Der Initiator
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#32 Beitrag von Der Initiator » 2026-01-09 10:42:54

Russenkarre hat geschrieben:
2026-01-09 0:38:28
Toller Ansatz, der mir sehr gut gefällt! Bis vermutlich ca. -40°C sollte das auch irgendwie gehen. Spätestens da mach ich mir Sorgen vor Restladung in Batterien (...ich will auch wieder anlassen können)
Hier wurden voriges Jahr mal Federanlasser diskutiert, Druckluft geht auch stromlos. Absolute Sicherheit bieten die natürlich auch nicht.
Das
Russenkarre hat geschrieben:
2026-01-09 0:38:28
ausflockendem Paraffin, frierendem Kühlwasser
interessiert mich auch. Hat Diesel eine untere Grenze, wo er definitiv nicht mehr nutzbar ist oder kann der mit Zusätzen auch noch mit -70°C genutzt werden? Und wo ist die Untergrenze für die üblichen Frostschutzmischungen?
Lebe im Verborgenen (Epikur, nicht Plutarch)

Wer zu doof ist zum Lesen, der kläre das bitte mit seiner Lehrerin, statt mich anzupöbeln.

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hugobaer
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#33 Beitrag von hugobaer » 2026-01-09 11:55:19

Ulf H hat geschrieben:
2026-01-09 1:03:04
hugobaer hat geschrieben:
2026-01-09 0:57:03
Zwei Meter Holz die Woche? Hast Du draußen vor der Tür ein Feuer gemacht um die Karre zu heizen? :)
Nein pro Heizsaison,

Also 200 l Diesel oder 2 Holz ... das war deutlich missverständlich geschrieben ...

Gruss Ulf
achso :)
Glück kann man nur haben wenn man faul genug ist!

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hugobaer
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#34 Beitrag von hugobaer » 2026-01-09 11:57:15

Bei den Temperaturen hätte ich auf jeden Fall zur Sicherheit einen Ofen und Steinkohle dabei.
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autotir
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#35 Beitrag von autotir » 2026-01-09 12:05:46

Hallo zusammen,

Ich habe das Problem mit der Dieselkraftstofferhitzung mithilfe der im folgenden Beitrag beschriebenen Methode gelöst. Sie ist recht einfach, sehr kostengünstig und ihre Wirksamkeit wurde sowohl an mir selbst als auch an vielen anderen Fahrzeugen bis zu -30 Grad Celsius nachgewiesen.
https://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/ ... 5#p1154035
Ich verstehe Deutsch etwas, aber ich werde versuchen zu antworten mit Google Wörterbuch.
Gruß Eugene.

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#36 Beitrag von urologe » 2026-01-09 12:39:59

KAT1 in Sibierien ....
https://www.youtube.com/watch?v=0guAbbtNSl8&t=1446s

beim Anschauen Glühwein nicht vergessen :D

Gruß
Ralf
Vorsorge tut gut - KAT fahren
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MartinS
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#37 Beitrag von MartinS » 2026-01-09 13:24:36

Sehenswertes Video - und zwischen der 46. und 47. Minute - aufgemerkt Helmut - der Proxxon Knarrenkasten im Einsatz bei sibierischer Kälte :angel:

LG Martin
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#38 Beitrag von Russenkarre » 2026-01-09 15:20:16

urologe hat geschrieben:
2026-01-09 12:39:59
KAT1 in Sibierien ....
https://www.youtube.com/watch?v=0guAbbtNSl8&t=1446s
Danke! Video war sogar schon bekannt - hab es vor etlichen Jahren schon gesehen, damals noch ohne automatische Übersetzung aus dem Polnischen.
Insbesondere am Schluss wird offensichtlich, warum man solche Reisen niemals mit nur einem Fahrzeug machen sollte.
autotir hat geschrieben:
2026-01-09 12:05:46
Ich habe das Problem mit der Dieselkraftstofferhitzung mithilfe der im folgenden Beitrag beschriebenen Methode gelöst. Sie ist recht einfach, sehr kostengünstig und ihre Wirksamkeit wurde sowohl an mir selbst als auch an vielen anderen Fahrzeugen bis zu -30 Grad Celsius nachgewiesen.
https://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/ ... 5#p1154035
Danke für den Link - super Tipp! Habe rausgefunden, dass es genau solche Filtereinsätze für meinen Grobfilter und den Feinfilter auch gibt. Die Heizleistung liegt mit 10W sogar unter der erwarteten.
hugobaer hat geschrieben:
2026-01-09 11:57:15
Bei den Temperaturen hätte ich auf jeden Fall zur Sicherheit einen Ofen und Steinkohle dabei.
Das ist eine gute Idee! Mein Gedanke dazu war ein wassergeführter, kleiner Ofen, außen angebracht. Mit dem könnte man Boiler, Motor und Heizung wieder zum Leben erwecken, wenn sonst nicht mehr geht. Steinkohle ist gut zum mitnehmen - ansonsten geht auch alles andere was brennt und vor Ort verfügbar ist.

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Lampenhalter
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#39 Beitrag von Lampenhalter » 2026-01-09 15:23:53

Also was ich aus zwei Wochen Jakutien mitgenommen habe: Wenn man mit einem Dieselfahrzeug wirklich in ein Gebiet will, das -60°C hat, tut man sehr gut daran, sich intensiv von Einheimischen beraten zu lassen, die den Umgang mit diesen Temperaturen gewöhnt sind. Das ist eine völlig andere Welt als -20, -25°C, die hier jeder schonmal erlebt hat und die man noch mit Hausmittelchen in den Griff bekommt. Das ist für die Technik zwar anstrengend, aber nicht jenseits der Auslegung. Kaum jemand in einem deutschen Forum hat die Erfahrung, die ein Lkw-Fahrer mitbringt, der sein Leben lang unter diesen Bedingungen gearbeitet hat und seinen Lebensunterhalt bestreiten muss. Man muss sich auch dessen bewusst sein, dass solches Wetter ein erhebliches Risiko bedeutet, für das Fahrzeug, aber auch für sich selbst. Ein technischer Defekt ist da nicht unangenehm und mit Bordwerkzeug zu beheben, sondern ganz schnell ein echtes Problem. In der lokalen Transportbranche ist der Totalverlust eines Fahrzeugs durchaus etwas, das man unter diesen Bedingungen mit gar nicht so kleinen Zahlen einkalkuliert.
Von so lustigen Nebenwirkungen wie eingefrorenem Stoßdämpferöl und fest gewordener hydraulischer Bremsflüssigkeit schrieb ich ja schon kürzlich anderswo.

Wenn man gerade keinen Einheimischen zur Hand hat, haben sich auch schon andere schlaue Leute mal Gedanken über das Problem gemacht. Das Verteidigungsministerium hat für die Sowjetarmee verschiedenste Bücher herausgegeben, die sich mit dem Thema befassen. Wahllos z.B.: Инструкция по эксплуатации автомобильной техники зимой. Moskau 1972. Auch zivile Fachbücher sind dazu geschrieben worden, z.B. Ju. L. Bakurewitsch: Эксплуатация автомобилей на севере. Verlag Transport, 1973. Für einen KamAZ aus den 1980ern ist das sicher zu übernehmen, für modernere Technik eher zu adaptieren. Aber solche Werke beschäftigen sich z.B. auf mehreren Seiten damit, was Reifen auf arktischen Wegen bei -40°C machen und worauf man achten sollte. Und bestimmt gibt es auch noch neuere Werke, die ich jetzt nicht rausgesucht habe.

Wem russische Literatur zu dröge ist, der kann sich auch mal auf Youtube umschauen - dort gibt es diverse Videos von englischsprachigen Mechanikern, die sich mit der Wartung von Gerät in der Antarktis beschäftigen. Dort sieht es mangels Bäume etwas anders aus als in Jakutien, aber die technischen Probleme sind teilweise recht ähnlich.

Für die Mischung von Dieselkraftstoff und Kerosin gibt es auch aus alten Zeiten Tabellen. Die folgenden Daten sind aus einer Bedienungsanleitung für einen MAZ-200 gezogen:

Bis -20°C: Winterdiesel oder 60% Sommerdiesel + 40% Petroleum (=Kerosin)
-20 bis -30°C: 75% Winterdiesel + 25% Kerosin oder 40% Sommerdiesel + 60% Kerosin
-30 bis -40°C: 40% Winterdiesel + 60% Kerosin
unter -40°C: 20% Winterdiesel, Rest Kerosin

Das ist natürlich nicht für moderne Dieselmotoren geeignet, aber z.B. für Standheizungen etc. hätte ich damit keine Probleme.
Winterdiesel meint etwa den europäischen Winterdiesel, was die Temperaturen angeht. Arktisdiesel geht auch weiter runter.
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#40 Beitrag von Ulf H » 2026-01-09 17:26:25

4x4V10 hat geschrieben:
2026-01-09 0:22:02
Ulf H hat geschrieben:
2026-01-08 20:48:46
... um etwas zu beheizen braucht es Energie ... 1 kWh ist grob enthalten in:

1 LKW Batterie
1 l Deisel oder Benzin
1 kg Propangas
10 kg Holz


Gruss Ulf
Ulf H hat geschrieben:
2026-01-09 0:02:45


Ok, das kann gut sein, dass ich da ein Potenzproblem habe ... rein rechnerisch kommt das schon mal vor ... dann sieht es fuer den Fahrzeugstrom ja nochmal deutlich schlechter aus ... ich werde das mal in einer ruhigen Stunde nachrechnen und korrigieren ...


Gruss Ulf
Moin,

- 1 LKW Batterie (140aH als Standardbatterie) ≈ 12*140 ≈ 1,68kWh, davon sind je nach Batterietyp natürlich weniger nutzbar
- 1L Diesel/Benzin wie besprochen (≈10kWh)
- 1kg Propangas ≈13 kWh
- 10kg Holz (Buche) ≈40 kWh

Bitte jetzt nicht als Angriff verstehen. Aber wenn man sich nicht einmal die Mühe macht, die Werte so halbwegs richtig widerzuspiegeln, dann hat der ganze Post nicht wirklich einen Inhalt. Wobei du anders gesehen wieder recht hast. Enthalten ist die 1 kWh in jedem deiner Aufgezählten Mengen. Beim Holz sogar 40 mal.

Lieb und konstruktiv gemeinte Grüße
Constantin
Danke fuer die Korrektur, das echte Potensproblem mit dem Strom also dass eine Battetie gleichviel Energie enthält wie 0,1 l Fluessigbrennstoff macht den Fahrzeugstrom von eher schlecht zu völlig ungeeignet ...

Bei der Brennholzmenge habe ich eher an den mit Scheiten gefuellten Eimer gedacht, und an lausige Fichte aus der Durchforstung ...

Als Fazit bleibt: Fahrzeugstrom reicht nur zu sehr wenig ...

Diesel / Benzin / Gas prinzipiell geeignet ...

Holz allein von Volumen her lasteruntauglich ...

Landstrom funktioniert zu sehr viel ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#41 Beitrag von Ulf H » 2026-01-09 20:39:47

... dass ich meine wintertaugliche Lötlampe nicht finde ist bezeichnend ... im Womo und noch mehr beim Lasterreisen im Winter war die immer griffbereit und oft im Einsatz ...

... mit Haus ist regiontypisch alles heizen elektrisch ... Garage / Carport / Parkplatz mit 230 V Steckdose ... Autos mit Tauchsieder im Kuehlwasser oder "Buegeleisen" am Motorblock, dazu einen fest installierten Heizluefter im Fussraum ... der Traktor von 1972 mit kaputter Kaltstarteinrichtung braucht das schon ab 0 Grad ... der Vorschummel-TDI im Touran von 2004 braucht es unter - 15 Grad ... Frauchens Benziner Kia von 2015 braucht es auch bei - 27 Grad nicht ... der Innenraumheizer steigert den Komfort gewaltig, denn gegen - 30 braucht sonst die Fahrzeugheizung sehr lang um in Gang zu kommen ... entsprechende Anschlussboxen = motorvärmarstolpe, also Motorheizerpfosten gibts auch an der Arbeit, den meisten Supermärkten, vielen Tankstellen und allen Pendlerparkplätzen entlang der E4 in Norrbotten ... alles ist auf Landstrom ausgelegt und den gibt es in der Regel auch an ausreichend vielen Stellen ... Motor laufen lassen ist hochgradig verpöhnt und durch Vorschrift mittlerweile auf 1 Minute begrenzt = tomgångskörning max. 1 minut ... das wird auch im Schneesturm vom besorgten Nachbarn ueberwacht ... wenn das Auto einmal warmgefahren ist, kuehlt es auch während einer Stunde bei - 30 Grad nicht soweit aus, dass Anlassen Probleme macht ... gegen kalte Körperteile helfen Sitz- und Lenkradheizung ...

... Speditionen und Betriebe haben entsprechende Anschluesse und es steht fast Todesstrafe drauf zu vergessen die Karre an den Strom zu hängen ... beim Schneeräumen werden immer wieder eingeschneite Kabeltrommeln platt gefahren, diese gibts also in ordentlich gefuehrten Betrieben mit ausreichend Reserve ...

... meine Erfahrungen die Laster winters startklar zu machen werde ich auch noch beschreiben ...

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#42 Beitrag von Ulf H » 2026-01-09 20:45:06

... ich kenne hier keinen, der Kerosin oder Benzin beimischt ... der handelsuebliche B7 Sprit reicht wohl aus ... HVO 100 gibts hier an fast jeder Tankstelle, das ist angeblich von Haus aus kältefester als Diesel ... fuer die andere Fraktion gibts sehr gelegentlich und an als Geheimtip gehandelten Tankstellen blankdiesel B0 ...

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#43 Beitrag von Russenkarre » 2026-01-10 13:14:07

@Ulf, sehr interessant, wie das in Schweden funktioniert. In Russland kenn ich ausschließlich Flammenstarthilfen, Vorwärmaggregate oder Umbauten, die das Fernstarten des Motors uns Laufen lassen ohne steckenden Schlüssel erlauben. Elektrische Lösungen mit Netzanschluss gibt es auch, allerdings eher selten und nur im eigenen Hausgebraucht. Ansonsten ist die beheizte Garage in sehr kalten Gegenden für regelmäßige Nutzer weit verbreitet.
...dass öffentlich Strom bereitgestellt wird habe ich noch nicht gesehen - da bleibt im Zweifel eher der Motor an auf dem Parkplatz...
Zur Lötlampe: bei Gas kommt bei mir sowohl bei Campingas als auch bei Propan im Frost nichts mehr aus der Flasche. In Sibirien habe ich schon einige Male die klassische Benzin-Lötlampe mit Handpumpe zum Vorwärmen und Enteisen und kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die bei -35°C noch gut funktionieren. Eine Gas-Lösung wäre aber deutlich angenehmer und kompakter.

@Lampenhalter: der Knaller, danke! Dein Literaturfundus scheint erstklassig zu sein - die beiden Bücher werd ich mir besorgen! Ich hoffe, ich finde sie...
Beim MAZ werden anscheinend keine schmierenden Additive vorgegeben? Du du belesen bist zum Kamaz 740: Bei dem soweit ich finden konnte auch nicht. Ich vermute schaden kann es dennoch nicht?
Einheimische habe ich bereits interviewt, einige Hausmittel konnte ich bereits einige aufschnappen.
Stoßdämpfer sind ein Thema, ja. Auch hab ich schon gelernt, dass die Hochleistungsstoßdämpfer aus dem Rallyebereich bei tiefen Temperaturen versagen - mit einer der Gründe, warum ich dieses Thema vorerst nicht zwecks Fahrkomfort anfassen werde.
Zu den Ölen in Achsen und Getrieben noch ein Thema: die meisten Öle, auch die Winteröle, sind nach Handbuch für Betriebstemperaturen von 70-90°C ausgelegt. Insbesondere im Tiefschnee sind die Drehzahlen jedoch so gering, dass diese Temperaturen oft nicht im entferntesten erreicht werden. Daher wird auch dort geheizt. Ich habe schon Heizungen zum Einschrauben gesehen, wenn mich nicht alles täuscht an Stelle der Ölablassschraube.

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#44 Beitrag von Gogomobil » 2026-01-10 16:51:19

Es gibt noch andere Lösungen die da wohl eingesetzt werden können wenn es richtig dauerhaft kalt wird. Ob das alles bei jeder Karre (dauerhaft) funktioniert - keine Ahnung. Für Druckluftbremsen wird in manchen Gegenden gegen Einfrieren etwas Methanol in die Leitungen gefüllt. Das taut bzw. senkt den Gefrierpunkt besser als Ethanol und übliche Zusätze und ist sehr dünnflüssig um auch Engstellen zu passieren. Bei Schneidringverschraubungen wohl unkritisch, andere Dichtungen sollte man prüfen. Für Motor und Getriebe wird statt Synthese und Minealölbasierten Schmierstoffen Polyglycolöl eingesetzt. Das bleibt erstens flüssig und zweitens löst es Wasser. Damit sollen durch Kondenswasser bedingte Eiskristalle, die das Ölansaugsieb zusetzten können, vermieden werden. Solche Öle kosten aber, aber weniger als ein Stillstand sagte da mal ein Minenarbeiter. Man darf aber diese Öle nicht mit normalen Ölen mischen, für Expeditionen oder Minen mit Eigenversorgung kein Problem, der Privatmann dagegen? Beste Methode laut dem dann, max 1 Stunde ohne Motor stehen sonst wirds bei vielen Geräten kritisch Öl hin oder her. Erstaunlicherweise laufen Hundeschlitten bei genug Futter recht problemlos ob Sibirien oder Alaska.
Nebenbei, die Titanik ist wegen ungeeignetem Stahl untergegangen, der war bei -4°C Wassertemperatur zu spröde (da gibt es ein schönes Kerbschlagexperiment irgendwo im WWW. Heutiger Stahl gegen Titanikstahl mit viel Schwefel. "Warm" fast gleichwertig, kalt -4°C klack ab wie Keramik) Je nach Metalllegierung wird es da auch spröde, gerade bei Scherbeanspruchung.

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#45 Beitrag von Argonaut82 » 2026-01-10 18:46:28

Zum Thema extremer Frost - ein Kollege von mir fuhr hinter dem eisernem Vorhang Versorgungs-LKW über Land und gefrorene Flüsse. Seine Aussage: „Motor aus, du tot.“ War spannend, seine Geschichten zu hören. Den Hinweis fand ich einfach und einprägsam:)
Unser Haus Huckepack:
viewtopic.php?f=16&t=102049

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#46 Beitrag von Ulf H » 2026-01-10 20:28:02

... Gefrorenes Wasser ist allermeistens unkritisch, gefrierendes Wasser macht gerne Kummer ... wenns unter - 20 ist, findet sich normalerweise nicht mehr genug Feuchtigkeit in der Luft um irgendwo gefrieren zu können ... wenn ich mit eingefrorenen Druckluftbremsen Ärger hatte, war das um den Gefrierpunkt, gerne mit Nebel oder Regen, also eh schon sauglatt und dann noch eine Bremse die zickt ... oder der klassische Schneematsch, der manchmal vom Himmel fällt, gelegentlich auch auf der Strasse zubereitet wird und das schlimmste ist, was ich kenne um drin zu liegen um das Schutzventil vom Magirus aufzutauen ... zuletzt erinnerlich auf der Rueckreise von der Mongolei in Uljanovsk ... der russische Schneematsch ist normalerweise durch Streusand rotbraun, grobkörnig und furchtbar anhänglich ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#47 Beitrag von Ulf H » 2026-01-10 20:38:13

... Simniks fahren ist natuerlich die hohe Schule ... etwas zivilisierter geht das wohl in Alaska oder Kanada ... hier in Skandinavien fährt man die Fluesse nicht längs, dazu gibts ganzjährig Strassen ... gelegentlich werden Fährverbindungen durch Eisstrassen ersetzt, dann halt quer ueber den Fluss ... weitere Strecken wie zu den Schären im bottnischen Meerbusen oder ueber den Pielinen im östlichen Finnland sind nur fuer PKW freigegeben ... am Pelinen steht das 3,5 t Schild nach ueber einem km engem Waldweg direkt am Ufer, da hab ich mit dem Deutz ziemlich blöd geguckt ...

Gruss Ulf

Das blöde an Kälte ist, dass man es vorher nur sehr schlecht ueben kann ... ob es in den Alpen gerade dann Frost hat wenn man hinkommt ...
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#48 Beitrag von Ulf H » 2026-01-10 20:51:34

... Kondenswasser hatte ich im Hano mit Einfachglas und Innenverkleidung direkt im Stahlgerippe des Koffers verschraubt ...

... wenn nun irgendwo mal Wasser kondensiert, wird mit Handtuch / Lumpen abgewischt oder an neuralgischen Stellen eine Rolle Klopapier / Kuechenrolle deponiert und gelegentlich ausgetauscht ... im Shelter gilt das fuer die Containerlocks welche in mehreren Belangen die perfekte Kältebruecke sind ... Kuechenrolle taugt zu sehr viel und ist auch bei strengstem Frost einsetzbar ... zum Beispiel zum Geschirr spuehlen wenn das Wasser schon seit 20 und das Spuehlmittel seit 10 Grad gefroren ist ... beim Wintercamping muss es vor allem zuverlässig funktionieren, dass es bekvem ist kann man nicht verlangen ...

... gegen kalte Wände und zugige Fenster helfen Sitzpolster von Gartenbänken recht gut, die isolieren etwas, sind aber vor allem steif genug um was abzudecken / ueberbruecken ... gibts im Herbst billig im Gartenmarkt und helfen auch wenn man im Schnee sitzen will ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#49 Beitrag von Lampenhalter » 2026-01-11 0:52:23

@Russenkarre: Nein, zusätzliche schmierende Additive waren beim MAZ-200 nicht vorgesehen. Man muss allerdings bedenken, dass der da verbaute JaAZ-M204 eine andere Generation Motor war. Die Konstruktion ist fast 90 Jahre alt - die Anforderungen an Kraft- und Schmierstoffe sind nicht vergleichbar zu denen der Motoren 40 Jahre später. Bei der NVA gab es für den ansonsten baugleichen Sechszylinder im KrAZ-214 den Spruch: "Fährt zur Not auch mit Himbeerlimonade".
Schaden tut es sicher nicht etwas mit zuzusetzen, das die Schmierfähigkeit verbessert.

Ich würde wie folgt an die Sache mit der Kerosinzumischung herangehen, was russische Fabrikate angeht: In den 1980er-Jahren (mit Einführung der GOST 305-82) gab es in der Sowjetunion 4 Sorten Dieselkraftstoff zu kaufen: А, З, Л und ДТ. Die ersten drei jeweils noch als Sorte I und II, das unterschied den Schwefelgehalt. DT können wir vergessen, das war ein Schweröldestillat und nicht für den Straßenverkehr vorgesehen, so mein Verständnis. A - Arktikdiesel - war für den Betrieb zwischen -35 und -50°C vorgesehen. Der KamAZ-740 darf gemäß Bedienungsanleitung vom Ural-4320 mit Arktikdiesel betrieben werden, bevorzugt mit Sorte 1 (maximal 0,2 % Schwefel, also maximal 2000 ppm), ersatzweise auch mit Sorte 2 (4000 ppm). Ich würde mir die Dichte, die Viskosität und alle anderen relevanten Daten des Arktikdiesels anschauen und gucken, mit was das so vergleichbar ist. Die GOST 305-82 ist (allerdings eher in der aktuellen Fassung aus den 2000er-Jahren) online verfügbar.
Ich nehme jedoch an, dass es in entsprechend kalten Gebieten ohnehin nur Arktikdiesel zu kaufen gibt. Den mit Kerosin weiter zu strecken - hm - würde ich jemanden mit Erfahrung fragen. Kann klappen, muss nicht. Das Zeug ist eh schon ziemlich dünnflüssig. Dieselpumpen halten in Jakutien nicht so lange wie im Rest der Welt, eben aus diesem Grunde...
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#50 Beitrag von pete » 2026-01-11 9:04:43

https://de.wikipedia.org/wiki/Winterdiesel

Polar- Diesel und Russland werden auch erwähnt.

Peter

ellwood25
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#51 Beitrag von ellwood25 » 2026-01-11 9:31:25

Hallo,

Macht es nicht Sinn über einen Benzin-LKW nachzudenken, wenn man sich ein Fahrzeug speziell für extreme Kälte aufbaut!? Ich dachte es gäbe da manche russischen Modelle und auch alte Reos?!

Viele Grüße,
Florian
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#52 Beitrag von Ulf H » 2026-01-11 11:28:19

... fuer Russland in jedem Fall ein dort bekanntes Modell ... das sind nach meiner Beobachtung Modelle aus einheimischer Produktion nahezu beliebiger Baujahre ... wobei GAZ 66 und ältere ZIL und Ural eher zur Kategorie abgestellthintermhaus oder gehmalkurzimwaldholzholen gehörten ... was auf den Strassen unterwegs war waren vor 7 Jahren MAZ, Kamaz, Ural bis zu 40 Jahren alt ... oder eben westliche LKW im zweiten Leben, also in Deutschland (die Aufschriften zeugten das deutlich) nach 10 Jahren und 1 mio km ausgemustert ... nach weiteren 10 Jahren sind die offensichtlich so durch, dass auch sie hinters Haus wandern und eventuell noch was auf Kurzstrecke bekommen ... ziemlich vereinzelt mal ein Ami in ähnlicher Altersklasse ...

... als Zeitgenossen zu meinem 170-er Deutz gibts noch vereinzelt Magiren ausdem Deltaprojekt BAM-Bau ... ansonsten ist ältere Westware unbekannt und entsprechend wollte mir auch keine Werkstatt das Getriebe reparieren, gröbere mechanische Sachen wie Kupplung tauschen inklusive Herstellung einer Reibscheibe konnten ausgefuehrt werden ... leider in einer Qualität die nicht sehr lange hielt, Dreck in der Aufnahme vom Kupplungsautomat kommt nicht gut ...

Daher ist die Wahl des Kamaz schon sehr gut ... ob ein Benziner Ural da in der Summe besser ist, wage ich schwer zu bezweifeln ... wäre ja interessant den als Begleitfahrzeug zu haben ... Benzin auch in billig und oktanarm war in Russland oft im Angebot ...

... wie die Situation mit Visum, Katenzahlung und Ersatzteilversand mittlerweile dank Embargo ist, weiss ich nicht ... das mit den Ersatzteilen war schon als ich ein Getriebe nach Russland brauchte aufwändiger als frueher ... Schade dass dieses sehr interessante Reiseland mit seinen sehr freundlichen Bewohnern derzeit deutlich schwerer zu bereisen ist ...

... im Winter nach Jakutien ... das ist die Steigerung wie ich jahrelang Urlaub gemacht habe ... damals war der längste Urlaub den ich bekommen konnte 2 bis manchmal 3 Wochen ueber Weihnachten ... gerne nach Skandinavien, Ziel eigentlich immer mindestens Micha bei Umeå aber oft deutlich suedlich hängen geblieben ... mittlerweile bin ich nach Nordschweden ausgewandert und musste zu meiner grossen Verwunderung feststellen dass es hier Orte gibt, welche mir sowohl zu kalt / winterreich und abgelegen sind ... am Nordende der Ostsee mit 50 km bis zu einer Stadt welche den Namen halbwegs verdient aber trotzdem so still am Waldrand dass wenn ich Lärm will, diesen selber machen muss ... Winter hats hier auch genug, 6 Monate mit meist Dauerfrost und durchgehend Schnee bis zu 1 m ... Temperaturen um - 25 ueber Wochen und im Einzelfall schon mal - 40, aktuell nur ~ 32 ... das ist lagom, diese schwedische Lebensweisheit meint: genau richtig, nicht zu viel und nicht zu wenig ... damit lebt es sich sehr viel entspannter als mit höher, schneller, weiter ...

Nun will der Hund raus, also mich mit einer dicken Schicht Kleider umzwiebeln und hinterher die Eiszapfen aus dem Bart prockeln ....

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#53 Beitrag von Ulf H » 2026-01-11 13:10:55

... aktuelle Erkenntniss: man kann auch bei - 32 zu warm angezogen sein ... beginnt man zu schwitzen wird es unangenehm wenn man abkuehlt ... Handschuhe ausziehen hilft, aber nur bis die Flossen einfrieren ... mit der Zeit habe ich gelernt welches Körperteil wieviel Kleider braucht ... mittlerweile passiert es nur noch selten, dass einzelne Partien unangenehm kalt werden ... einmal angezogen schnell raus, sonst schmilzt man ... Schlauchschal vor Mund und Nase funktioniert sehr gut, das Eis vom Atem ist dann draussen und nicht im Bart und Kragen ...

... wieder drinne komplett umziehen mit trockenen und gerne vorgewärmten Kleidern ...

... Kleider aus lokaler Quelle, meist Arbeitskleider, gelegentlich vor allem in Russland Militärklamotten, hier gerne was zum Schneemobil fahren ... immer mit Mass, lieber 3 duenne Schichten wie T-Shirt, Funktionspulli und Baumwollhemd statt dem dicken Wollpulli ... unten lange Unterhose, Arbeitshose und wattierte Ueberhose ... als nächste Eskalationsstufe gibts noch ne Jogginghose dazwischen ... genetell egal ob bei Kleidung, Kofferheizung und Motorstart immer möglichst mehrere Backups bereithalten ... zum Glueck hatte ich immer noch eine Eskalationsstufe uebrig, auch wenn ich etliche gebraucht habe ...

In Sibirien war ich auf der Rueckreise von der Mongolei wo ich erst im Oktober oder November loskam ... im Altai waren es meine ich schon mal 32 Grad kalt ...

Im Sommer habe ich mir gerne einsame Plätze in Feldeinfahrten gesucht ... im Winter stand ich meist an Tankstellen, Rastplätzen awtostwjanka (oder so) wo immer auch andere standen ... laut und oft ungemuetlich, aber mit der Hoffnung im Notfall Starthilfe zu bekommen ... habe ich nach meiner Erinnerung zwar nie wirklich gebraucht, fuehlte sich aber besser an ... mit mehreren Fahrzeugen geht da nochmal wesentlich mehr ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#54 Beitrag von Argonaut82 » 2026-01-11 16:02:15

Ulf H hat geschrieben:
2026-01-11 11:28:19
…die Eiszapfen aus dem Bart prockeln ....
Gruss Ulf
Das hört sich richtig gut an, Grüße an den Norden
Unser Haus Huckepack:
viewtopic.php?f=16&t=102049

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#55 Beitrag von Ulf H » 2026-01-18 15:41:01

... neben tiefen Temperaturen und technischer Abhilfe gibt es ja noch das wie es dem menschnlichen Körper dabei geht ...

... bei den - 40 grad hier in Nordschweden vor ein paar wenigen Jahren war etwas schnelleres atmen ziemlich unangenehm ... vielleich ähnlich wie in einer ueber 100 Grad heissen Sauna, wobei ich dort eher die ersten Atemzuege beissend empfand, währen es in der Kälte mit der Zeit schlimmer wurde ... von daher nichts was ich bewusst suchen und ueberschreiten möchte ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#56 Beitrag von Ulf H » 2026-01-18 16:18:46

... rein prinzipiell hilft isolieren nichts, ist sogar manchmal kontraproduktiv ... ja, es kann das auskuehlen verzögern, aber eben nur das ... etwas das im Betrieb nicht erwärmt wird, bleibt halt kalt ... erschwerend kommt hinzu, dass man (wesentlich) schlechter zum aufwärmen dran kommt ... ich meine mich da dunkel an Batterien zu erinnern, welche zum Starten zu kalt und zum wärmen zu gut eingepackt waren ...

... Schlösser, ich habe alle Vorhängeschlösser durch Klappsplinte ersetzt, die bekomme ich auch mit Handschuhen und Eis drauf auf ...

... das Schloss am Shelter hat eine etwas fummelige Klappe davor, wenn man die trotzdem verwendet hilft die gut gegen Flugschnee ... ueberhaupt ist Flugschnee / snörök ein echter Gegner weil er unterwegs in sehr viele Ritzen kommt ... das backt dann schon mal Heckklappen und Tueren am PKW zu, und dazu muss es noch nicht mal zwischendrin getaut haben ... regelmässig abklopfen, rausbuersten und das Beste hoffen ...

... neulich war ein hier abgestellter PKW nach zwei Wochen wiederzubeleben ... Batterie tot, also Zentralverriegelung auch ... der mechanische Schluessel ging zwar ins Loch aber erst nach mehrfachem beflammen mit dem Feuerzeug auch zu drehen ... besser wäre es gewesen die Kiste unverschlossen abzustellen ... dank fest installiertem Batterielader die Batterie geladen bis die Zuendung funktionierte ... Kiste dorthin geschoben wo man mit Startkabeln dran kam ... merke, immer so parken dass die Batterie zugänglich ist ... erst mit den guten, dicken Starthilfekabeln kam der Volvo dann ins Leben zurueck, und das bei milden einstelligen Minusgraden ... elektrischer Motorwärmer war da definitiv aktiv, der Motor fuehlte sich warm an ...

... wenn die Batterie einmal so tief entladen war, dass nicht mal die Kontrollampen angehen, hilft laden erfahrungsgemäss wenn ueberhaupt, dann nur kurzfristig ...

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#57 Beitrag von Ulf H » 2026-01-18 16:29:15

... vom Bayernluefter war ich auch lange sehr ueberzeugt ... funktionierte einfach und produzierte nette Eiszapfen am Auslauf ...

... richtig derbe Eiszapfen und dank Kamin aus Kupferrohr auch sehr farbenfroh erzeugen meine Dieselstandheizungen ... hier hat es sich bewährt den Ansaug auf der einen Seite unterm Koffer und den Auspuff auf der anderen Seite in Höhe der Dachkante zu haben ... Qualm unter der Wohnkiste zog beim Hano sofort durch den ritzenreichen Boden, war aber auch in recht dichten Shelter deutlich zu riechen, dabei bin ich anerkannt stankunempfindlich ...

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#58 Beitrag von Ulf H » 2026-01-18 17:34:05

... der Bayernluefter ist ja fuer Häuser gedacht, läuft also mit Steckernetzteil auf 230 V ... intern sitzen 2 Computerluefter welche wohl mit 12 oder vielleicht auch 24 V laufen ... zum mobilen, landstromlosen Betrieb wurde also auf Bordspannung umgebaut ...

... prinzipiell ist der Shelter genauso wie das Fahrgestell auf 24 V ... fuer einzelne Verbraucher kam aber schon sehr bald 12 V dazu, rein auf 24 V erwies sich bei mir nicht als praxistauglich ...

... nachdem der Deutz immer mehr zur bewohnten Immobilie wurde habe ich mehr und mehr auf Landstrom umgestellt ... der Dometic Kompressorkuehlschrank wurde als er kaputt ging, durch eine Peltierkuehlbox welche meist auf Landstrom läuft ersetzt ... ebenso die Eberspächer Wasserstandheizung durch einen simplen Heizluefter ... alles hier lokal erhältlich und wesentlich billiger als das Kfzcampingzeux zu reparieren ...

Auch mit dem Heizluefter, welcher nur die Innenluft warmquirlt hatte ich keine Kondensprobleme ... duschen hatte ich schon länger ausgelagert oder auf Waschlappen und Spruehflasche reduziert ... Nudeln 2 Stunden einweichen geht fast so gut wie 10 Minuten kochen, macht aber keinen Dampf ...

... irgendwann stieg dann laut piepsend der Multifunktionswechselrichter aus, also kein Solar und in der Folge auch kein Schwachstrom im Koffer ... dem fiel auch der Bayernluefter zum Opfer, das Netzteil hatte ich natuerlich unauffindbar vergraben ... das änderte am Raumklima gefuehlt genau gar nichts ... seitdem halte ich auch dieses Ding fuer ueberfluessig ...

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#59 Beitrag von Ulf H » 2026-01-28 15:11:50

... aktueller Versuch ... -20 Grad, der Touran dreht zwar munter mit dem Anlasser, startet aber nicht ... blöderweise auch nicht nach 30 min mit der Standheizung trotz laut Anzeige 70 Grad im Kuehlwasser ... nach 2 Stunden elektrischer Motorvorwärmung mit wohl 600 W springt er problemlos an ... genug gespielt fuer heute, nun steht er wieder in der Garage bei wenigen Minusgraden ...

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#60 Beitrag von Ulf H » 2026-01-28 15:16:55

... Hano ging mit "stundenlangem" Vorgluehen bei - 21 in Finnland in den 1990-ern hochgradig gequält zu starten ... Nachluehen, Weissrauch ala Nebelwand inklusive ... dann elektrische Vorheizung (Sachlauchmodell ohne Pumpe) installiert, damit nach wenigen Stunden auch hinten am Motorblock handwarm und start fast wie im Sommer ...

Gruss Ulf

P.S.: es ist wohl was dran, dass 20 Minusgrade eine Grenze sind wo serienmässig ausgeruestete Dieselmotoren es schwer haben zu starten ...
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