Frost und technische Maßnahmen

alles, was nicht in die übrigen Technik-Kategorien passt

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Russenkarre
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Frost und technische Maßnahmen

#1 Beitrag von Russenkarre » 2026-01-08 15:30:23

Bei winterlichen Temperaturen werden Probleme mit Kälte offensichtlich. Hier soll es um eure Erfahrungen, technische Lösungen und

Ein paar Beispiele:
Zugefrorene Schlösser und Türdichtungen
Versulzen des Diesels (Ausflocken des Paraffins)
Festfrieren von Matratzen, Bettwäsche und Vorhängen an Fensterrahmen und Wänden
Zufrieren von Luftleitungen und Ventilen durch Kondenswasser
Frierender Harnstoff (schon ab -11°C)
Materialversprödung, insbesondere bei Dichtungen, Kunstoffleitungen, Gummi inkl. Reifen etc.
Hohe ungeregelte Luftfeuchtigkeit im Innenraum

Ein paar Lösungsansätze:
Schlösser und Türdichtungen sind nie ganz dicht. Durch kleine Spalte kann warme, feuchte Innenluft nach außen ziehen. Meist liegt der Taupunkt dann irgendwo im Spalt oder innerhalb der Schließmechanik, wo sich frierendes Kondenswasser ansammelt. Auch Tropf und Kriechwasser von Schmelzpunkten an Wärmebrücken etc. können problematisch werden.
Bekannte Lösungen sind wasserverdrängende Flüssigkeiten zur Vermeidung, elektrische Heizungen oder Fett.
Elektrische Heizungen werden für Schlösser oft zwischen 10...15W ausgelegt und beispielsweise durch einen separaten Taster vor Nutzung kurz aufgeheizt. Wie legt ihr diese Heizungen aus? Gibt es sie irgendwo fertig zu kaufen? Ist eine Regelung per Thermostat sinnvoll, zudem Dauerbetrieb - oder reicht ein 10s-Betrieb vor Benutzung?
Für Türdichtungen könnte man in Analogie einen Heizdraht verwenden. Macht das Sinn oder reichen Schmier- oder Trennmittel aus? Wie legt ihr sowas aus?

Diesel- sowie Luftleitungen kann man elektrisch beheizen und isolieren. Als Richtwerte habe ich für Dieselleitungen (müssen dauerhaft beheizt sein, sollten nicht unter -20°C fallen, vorausgesetzt: Winterdiesel getankt!) 10W/m elektrische Heizleistung recherchiert. Für Luftleitungen reicht es meist aus, vor Inbetriebnahme kritische Stellen kurzfristig auf Plusgrade zu heizen das ganze sollte per Thermostat geregelt und entsprechend abgesichert werden. Hier gehe ich von 25W/m aus.
Als technische Lösung gibt es sowohl Heizdrähte (frei ablängbar) als auch Wärmepads (nicht ablängbar).
Was ist eure technische Lösung, welche Produkte können empfohlen werden und welche Leistung seht ihr vor?

Für Dieseltanks gibt es mehrere gängige Lösungen:
1. einen Tankstutzen mit zwei Leitungen, in dem der warme Diesel aus dem Rücklauf an den Tankboden geführt wird. Diese wärmen nur so lange, wie auch der Motor läuft und ist begrenz auf den Betriebstank - weitere nicht genutzte Tanks werden nicht durch den Rücklauf beheizt.
2. Großflächige elektrische Heizpads, die auf die Unterseite des Tanks geklebt werden - Vorzugsweise im Bereich des Tankrüssels. Diese lassen sich per Thermostat regeln und dauerhaft betreiben.
3. Heizpatrone im Diesel. Diese lässt sich per Thermostat regeln und dauerhaft betreiben.
4. Heizung des Dieseltanks durch Abgase, z.B. auch von einer Standheizung. Dies funktioniert nur, solange die Standheizung auch arbeitet.

Im Aufbau kommt es zum Kondensieren und Festfrieren von an Wänden und Fensterrahmen anliegenden Textilien wie Matratzen, Vorhängen und Bettwäsche. Klar, man könnte der Matratze einen Spalt zur Wand verschaffen und durch darunter angebrachte Konvektoren für Problemlösung sorgen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass spätestens die Bettdecke im Schlaf wieder irgendwo an der Wand landet, die Konvektion sowie Heizung der Wand durch die Wärme des Innenraums unterbindet und fest friert. Spätestens an Schwachstellen wir Fensterrahmen passiert das regelmäßig. Ein Vorhand hat nebenher auch noch isolierende Wirkung - friert jedoch auch oft fest. Mit einem Rollo kam ich hier bisher auch nicht problemlos weiter.
Wie löst ihr dieses Thema - macht es Sinn, auf flächige elektrische Heizpanels, integriert in der Wand zurück zu greifen? Ist Konvektion besser? Oder führt für den Winterbetrieb nichts um eine zweite vorgehängte Wand, um Textilien vor dem Anliegen zu schützen und dahinter für eine permanente Konvektion zu sorgen?
...gleiches gilt für einige Ecken, die kaum durch Konvektion oder Warmluft zu heizen sind wie beispielsweise Wassertanks, die auf dem Boden in Kofferecken liegen. Die Spalte zwischen Tank und Außenwand werden gern zur Tropfsteinhöhle.

Die kalte Jahreszeit sorgt für hohe ungeregelte Luftfeuchtigkeit im Innenraum. Zwar kann ich meinen Koffer gut durch die Warmluftheizung trocknen, indem ich trockene kalte Luft von außen ansauge (umschaltbar) und warme feuchte Luft ausblase. Allerdings kommt es insb. abends nach dem Kochen, beim Trocknen feuchter Kleidung usw. zu Feuchtigkeitsspitzen und somit zu viel Kondenswasser. Während der Nacht sinkt die Feuchtigkeit kontinuierlich, bis sie schleimhautaustrocknendes Niveau erreicht und unangenehm wird. Zudem schickt diese Methode ohne Wärmetauscher sehr viel Energie frei nach draußen.
Der BAYERNLÜFTER ist der einzige mir bekannte Trockner, der mit 24V funktionier. Hat hier im Forum jemand Erfahrung mit den Regelqualitäten? Regelt das Gerät zuverlässig die Trocknungsleistung hoch und auch wieder runter? Gibt es preisgünstigere Alternativen, die mit 24V funktionieren?
Alternativ: Hat schon jemand Erfahrungen mit dem Umbau eines 220V-Gerätes auf 24V gemacht? ...eine solche Lösung könnte die doch erheblichen Kosten des BAYERNLÜFTER etwas senken.

Welche anderen, typischen Frostprobleme kennt ihr, wann treten diese auf und wie lassen sie sich technisch/konstruktiv handhaben?

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pete
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#2 Beitrag von pete » 2026-01-08 15:41:41

Ad blue: der Tank hat eine Heizung über den Wasserkreislauf vom Motor.
Solange fährt der LKW legal im Euro 0 - Modus.
Nach dem Abstellen des Motors werden die Leitungen automatisch geleert.

Gruß Peter

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#3 Beitrag von urologe » 2026-01-08 17:31:52

ja die festgefrorene Matratze an der Wand war bisher meine größte KAT-Herausforderung :angel:

ich war bei minus 20 Grad ohne Heizung in Wallgau , weil Jonson rief ...

aber das Matratzenproblem war für mich wie ein Mitnahmestapler ...

Schau dir doch einfach mal die extrem gut dokumentierte KAT-Reise nach Sibirien der LUST-Gruppe an -
danach fallen dir sicher andere Probleme bei minus 20 Grad ein - die nebenbei eher selten sind
Vorsorge tut gut - KAT fahren
Amour de Deutz

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MarenB
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#4 Beitrag von MarenB » 2026-01-08 17:49:15

pete hat geschrieben:
2026-01-08 15:41:41
Ad blue: der Tank hat eine Heizung über den Wasserkreislauf vom Motor.
Solange fährt der LKW legal im Euro 0 - Modus.
Nach dem Abstellen des Motors werden die Leitungen automatisch geleert.

Gruß Peter
Ha, Abgasnachbehandlung, MEIN Thema :)
Ohne aktive SCR ist es sogar wahrscheinlich immer noch ein Euro 3 mit Partikelfilter (falls vorhanden). Die SCR-Anlage muss binnen 30 Minuten nach Motorstart betriebsbereit sein, deshalb wird elektrisch (Leitungen, z.T. Dosierventile) und mit Kühlwasser (Tank, Pumpen-/Dosiereinheit) und z.T. Dosierventile geheizt.

Bei Fahrzeugen mit druckluftfreier Cummins-AdBlue-Einspritzung (z.B. MB Euro 6) ist ein Entleeren nicht mehr erforderlich, die Systeme sind frostfest und können die 10% Ausdehnung des Reduktionsmittels aufnehmen. Bei den Fahrzeugen ist mein Stand etwas älter, sehr wahrscheinlich ist das inzwischen auch bei anderen OEMs im Einsatz.

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Wesermann
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#5 Beitrag von Wesermann » 2026-01-08 18:52:48

Ich habe bis jetzt nur Erfahrung bis -11c ,da ist nix an den Wänden oder Fenster fest gefroren und ich habe nur eine 2 kw Gasheizung ,die heizt das Büdchen schön auf.Damit das Abwasser nicht einfriert , Hahn auf und Eimer drunter.Schlösser und Dichtungen werden behandelt mit Talk und Enteiser.Für die Gasanlage habe ich Heizmatte und beheiztes Ventil.
Sollte der Lufttrockner mal frieren bekommt er eine oder zwei Wärmflaschen verpasst.Da ich immer damit fahre ,habe ich Winterdiesel im Tank und Fliesszusatz.Damit die Lifepo4 geladen werden können,läuft meine Heizung 24h ist auf 12c ein gestellt.Kondesnswasser wird mit einem Akkusauger auf genommen zusätzlich habe ich 12v Ventilatoren und verschlieśsbare Lüfter im Einsatz und yFenster die mal geöffnet werden wenn zu viel Wasser in der Luft ist. Die Matratzen sind Hinterlüftet und die Warmluft fliesst durch die Staukästen und durch Löcher strömt die Luft an den Wänden hoch.
Ab und zu wische ich mal mit einem Lappen die Ecken aus um damit Kondensat auf zu nehmen.
gruśs Armin

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Ulf H
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#6 Beitrag von Ulf H » 2026-01-08 19:37:56

... Winter ist ja etwas, das ich mag und halte mich seit gut 10 Jahren regelmässig / ueberwiegend in Gegenden mit mehrwöchigem Dauerfrost auf ...

AddBlue ... angeblich gibts kein Arctik-AddBlue, ABER wenn ich von Problemen gehört habe waren das Fahrzeuge welche die Suppe in Deutschland getankt hatten und dann in Skandinavien Probleme bekommen haben ... das was hier, also in Schweden von den Tankstellen oder auch Biltema ausgeschenkt wird macht in komplett serienmässigen Fahrzeugen keine Probleme ... weder in den Volvo LKW oder im Mercedes Atego oder Sprinter, auch unsere schrumpfende Flotte VW und Skoda mit bis zu 4 Jahren machen keine Probleme, im Gegensatz zu den neueren Toyota Brnzinhybriden und noch mehr den neuen, elektrischen Ford Exploreren ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#7 Beitrag von Ulf H » 2026-01-08 19:46:41

... gefrorene Tuerschlösser bekam ich nur durch grobe Fehlbedienung hin ... Heizluefter cupevärmare im Innenraum und Schneefall, der Schnee schmilzt und das Wasser friert auf dem Weg nach unten immer an der Stelle fest wo es am meisten Kummer macht, normalerweise sind das die Scharniere der Tueren ... das ging so weit, dass ich durch die Heckklappe einsteigen musste um in die beheizte Garage zu fahren ... im Zweifel ist das, also Karre komplett ins Warme bringen das einzige was zuverlässig hilft ... das ist in entsprechenden Gegenden bekannt und die Werkstätten können auch ausgewachsene Laster auftauen ...

... angefrorene Tuerdichtungen gibts öfters, mit Talg oder Silikonschlämpe eingeschmiert flutscht das ausreichend ...

... Schluessel mit Feuerzeug anwärmen hilft auch öfters, brauchte ich aber schon lange nicht mehr ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#8 Beitrag von Ulf H » 2026-01-08 20:01:12

... sind dir wirklich mal Matratzen oder Decken an der Wand festgefroren, oder ist das ein theoretisches Problem? ...

... im Wohnwagen, einem leidlich isolierten Solifer von 1976 war das bei 34 grad aussen kein Problem obwohl nur mit einem Heizluefter im Raum und nicht wie konstruktiv vorgesehen mit den Alde-Elementen unter der Sitzbank mit Auslasschlitz an der Wand beheizt ...

... auch im Shelter mit Taylor- Schiffsölofen oder Heizluefter beheizt fror was an der Wand fest, nur die Containerlocks hatten eindrucksvolle Eispanzer ...

... wenn es unter - 20 grad hat, enthält die Luft so wenig Feuchtigkeit, dass ich seltenst Kondenswasser hatte, vereiste Scheiben kam schon mal vor, stört aber nur die Aussicht ... in der Zeit hats innen wenn nur ein bisschen aufgewärmt gerne nur 30% Luftfeuchtigheit ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#9 Beitrag von 4x4V10 » 2026-01-08 20:15:51

Moin,
werden die Leitungen beim AdBlue immer entleert oder hat man ein riesen Problem, wenn man das „falsche Auto“ (dessen Anlage nicht die 10% Dehnung ab kann) im Sommer abstellt und im Winter los fahren will?

Grüße
Constantin

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Ulf H
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#10 Beitrag von Ulf H » 2026-01-08 20:15:51

Fuer Diesel gilt dasselbe wie fuer AddBlue, regionale Ware funktioniert ohne Zusätze und Probleme ... egal ob in den Schweizer Alpen, in Skandinavien oder in Russland und der Mongolei ... es war immer einfacher regional zu tanken als den Fliessverbesserer, der ja VOR dem ausflocken zugemischt werden muss zu verwenden, die Flasche ist also seit vielen Jahren ungeöffnet ...

Mir bekannte Probleme sind ein Unimog mit nordafrikanischem, natuerlich billigem Diesel am winterlichen Gotthard ... und meine eigene Dummheit mit deutschem Diesel, der trotz versprochenen - 21 bei schwedischen - 15 flockte ... dumsnål, also gleichzeitig dumm und geizig heisst sowas hier ... der schwedische Winterdiesel im anderen Tank rettete mich damals ... danach regional getankt und nie wider Probleme gehabt ...

... auf Empfehlung von Lisnik, dem Fahrzeugbauer aus dem russichen St. Petersburg habe ich mit Gluehkerzen die Heizung von Dieseltherm nachgebaut ... das fuehrte zu zig zusätzlichen Verbindungen im Kraftstoffsystem welche mir viel Ärger bereitet haben ... auch die dadurch initiierte Umruestung auf eine Lima mit 100 A bei 24 V war nicht langzeitstabil ... regelmässig alle 25.000 km ist ein neuer Riemen fällig, und der liegt natuerlich hinter den anderen und ging unter anderem kurz vor Murmansk im Winter kaputt ...

Ich hatte ein gutes Auto, dann habe ich es optimiert, ach hätte ich nur wieder ein gutes Auto ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#11 Beitrag von MarenB » 2026-01-08 20:16:57

Ulf H hat geschrieben:
2026-01-08 19:37:56

AddBlue ... angeblich gibts kein Arctik-AddBlue, ABER wenn ich von Problemen gehört habe waren das Fahrzeuge welche die Suppe in Deutschland getankt hatten und dann in Skandinavien Probleme bekommen haben ...
Die ISO-Norm ist da recht eindeutig. AdBlue besteht nur auf 32,5% Harnstoff und Rest demineralisiertem Wasser.
32,5% übrigens deshalb, weil das der tiefste Gefrierpunkt für diese Lösung bedeutet (-11°C). 40%ige Lösung, in der See-Schifffahrt üblich, friert z.B. schon bei +1°C.

Wir, bzw. meine Kollegen sind von Dortmund aus mit mehreren Dosiersystemen und vollen Tanks an einem Versuchs-LKW nach Nordschweden gefahren. So hat man z.B. herausgefunden, dass es ohne Umgebungstemperatur Sensor nicht geht. Nachts für Reparaturen in einer warmen Halle gestanden, morgens rausgefahren und die Schläuche waren schneller eingefroren, als irgendein AdBlue- Temperatursensor in den Geräten mit mehr Wärmekapazität Frostgefahr melden konnte.

Wenn Leute aus dem Süden in Skandinavien Probleme bekommen haben, dann vermutlich, weil die Beheizung ewig nicht nötig war und deshalb nicht aufgefallen ist, dass Komponenten defekt waren.

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Ulf H
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#12 Beitrag von Ulf H » 2026-01-08 20:22:34

... seltsamerweise wurden mehrere Womos, waren wohl meist Sprinter und Ducatos nur dadurch geheilt, dass schwedisches AddBlue getankt wurde ... von Reparaturen weiss ich nichts, eventuell wurden die aufgetaut und es war danach weniger kalt ...

@maren, magst du mehr von den Testfahrten berichten? ... hier lebt ja die komlette Region um Arvidsjaur und Arjepolg von den Autotestern im Winter ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#13 Beitrag von MarenB » 2026-01-08 20:35:57

Ich selbst war in der Vorentwicklung und bei den Fahrzeugtests nie mit, das waren drei Kollegen vom Testing. Der erste Versuchsträger war ein tschechisches (?) Fahrzeug mit Cumminsmotor, weil der Hersteller zum indischen Mutterkonzern meines Arbeitgebers gehörte. Im Koffer waren mit Beton ausgegossene Gitterboxen als Ballast, Schränke mit dicken Jacken und Werkzeug und eine Scirocco-Heizung. Die Bodenplatten hatten einige Luken, um von oben an die AdBlue-Technik am Rahmen zu kommen. Bei der Firma (in Europa sind Volvo/Renault und Liebherr die Kunden) bin ich aber auch seit 2018 nicht mehr angestellt. Aber ja, das muss die Ecke gewesen sein.

Dem Fachbereich bin ich treu geblieben, aber heute mache ich Abgas für Schiene, Wasser und Energieerzeugung.

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#14 Beitrag von Ulf H » 2026-01-08 20:48:46

... um etwas zu beheizen braucht es Energie ... 1 kWh ist grob enthalten in:

1 LKW Batterie
1 l Deisel oder Benzin
1 kg Propangas
10 kg Holz

Oder 20 Minuten Landstrom ...

Welche Quelle wie sinnvoll ist, kann man auf dieser Basis leicht ausrechnen ...

Auffällig blöde Situationen entstehen, wenn eine Heizung mehrere Arten Energie benötigt:

Standheizung Brennstoff und etlich Strom
Gasheizung Brennstoff und in den meisten Varianten auch Strom, aber viel weniger als die Standheizung
Schiffsölofen nur Brennstoff
Holzofen nur Brennstoff

Es reicht wenn ein Energieträger ausfällt ...

Strom ist die grösste Mangelware im Winter und bei Stillstand, etwas besser in Fahrt ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#15 Beitrag von 4x4V10 » 2026-01-08 21:07:12

Moin Ulf,
zumindest beim Diesel bist du um einen Faktor von 10 daneben. 1kwh entspricht ca. 100mL Diesel und nicht 1L. Oder umgekehrt 1L Diesel grob 10 kWh.

@Maren: Weißt du eine Antwort zu meiner Frage!

Grüße
Constantin

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#16 Beitrag von MarenB » 2026-01-08 22:05:46

Sorry hatte deine Frage übersehen.
Die Leitungen werden bei Motorstopp immer entleert, alleine schon, um Kristallisation zu verhindern - die wird nämlich viel eher ein Problem, als Frost.
AdBlue-Systeme in z.B. Indien werden nicht beheizt, weil es dort nicht ausreichend kalt wird. Mit einem Fahrzeug von dort würde man bei unter -5°C vermutlich Probleme bekommen. Nicht, weil was kaputt ginge, aber weil die Anlage halt nicht in Betrieb gehen kann und dann irgendwann der Notlauf kommt.

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Argonaut82
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#17 Beitrag von Argonaut82 » 2026-01-08 22:22:00

Moin,

wir waren 24/25 in Schweden unterwegs, kamen bis -25°C runter.
Wichtigste Maßnahme für uns: der Aufbau darf nicht durchfrieren, dann hätte ich ein Problem mit Wasser und Co. Während der Fahrtzeiten war die Heizung immer abgestellt, kein Problem, verhältnismäßig gut isoliert. Kein Landstrom, also musste regelmäßig Strom mittels Moppel in den Aufbau.
Schmutzwasser ablassen war doof, Tank ist zwar mit Rauchgas aus Heizkessel beheizt, Suppe blieb flüssig. Nur Ablassventil am Boden war durchgefroren - und die Lötlampe zum Auftauen mit falschem Gas gefüllt und nicht im Aufbau gelagert.
Hinweis mit dem regionalen Tanken ist Gold wert - war bei unserem deutschen Diesel an der Kante, Ausflockungen im Filter für den Heizkessel machten mir Sorgen, ging aber noch was durch. Spritfilter Motor beheizt.
Strom egal in welcher Form und ein bisschen Diesel im Tank sind für mich bei Frost wichtig.

Gruß Martin
IMG_0594.jpeg
Zuletzt geändert von Argonaut82 am 2026-01-09 0:17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#18 Beitrag von 4x4V10 » 2026-01-08 22:33:23

Moin Maren,
danke!

Viele Grüße
Constantin

Russenkarre
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#19 Beitrag von Russenkarre » 2026-01-08 23:22:31

Guten Abend und danke für das bereits zahlreiche Feedback!

AdBlue: Interessant, dass es zu diesem Zweck Abschaltungen und automatische Entleerungen gibt! Maren, die Testberichte und Hintergrundinfos sind wirklich interessant! (y)

Ja, Matratzen sind bei mir bereits angefroren. Die Luftfeuchtigkeit kommt durch Ausdünstungen von Personen, Kochdämpfen und auftauenden Schuhen etc. in den Innenraum. Zudem wird die Problemstelle bei mir durch ein Fenster oberhalb der Matratze verstärkt.
Wir sind bisher bei Temperaturen bis -28°C unterwegs, haben aber noch mehr vor. Unsere 2kW Planar reicht uns definitiv nur, um die Bude (Kung mit ca. 3cm Sandwich) nachts halbwegs auf Temperatur zu halten. Zum warm bekommen, trocken lüften oder bei Temperaturen unterhalb -10°C benötigen wir mehr und schalten die 5kW-Anlage ein - oder zu. Zudem haben wir noch einen Kreis Alde-Radiatoren in Vorbereitung, gespeist von Motor und/oder Wasserheizung.
Genau das Kondenswasser aufwischen will ich mir sparen. Das ist zwar eine sehr effektive Trocknungsmethode - funktioniert aber nur in gut zugänglichen Bereichen, hinterlässt trotzdem feuchtes Material und muss ständig widerholt werden...

Das Thema Abwasserablassstutzen kenne ich auch bereits. In meinem Fall ist der Auslassstutzen aus Kunststoff und die Außentemperatur hat gereicht, das ablaufende Wasser zu einem sich verschließenden Eiszapfen anwachsen zu lassen. Seitdem ist mir klar, dass ich dort auch mit einer Heizung nachlegen muss. Wie verbauen denn beispielsweise professionelle Ausrüster die Frostcontrol-Ablassautomaten (hier für sauberes Wasser) von bspw. Truma&Co? Die werden damit beworben, dass sie stromfrei arbeiten. Wenn dann der Ablauf zufriert ist's ja doch sinnfrei?

Klar, die Energie zum Systeme heizen muss irgendwo herkommen. Bei uns sind das Diesel und Benzin, der Solarertrag ist im Winter vernachlässigbar gering. Wo wir unterwegs sind gibt es keinen Landstrom.

Wenn von Fliessverbesserern die Rede ist: auch lokal kaufen? Mit welchen habt ihr gute/schlechte Erfahrungen gemacht?

Mit Lisnik stand ich auch in Kontakt, habe mich jedoch dafür entschieden selbst aus- bzw. umzubauen...

Mit (von innen) vereisten Scheiben habe ich kein Problem mehr, seitdem ich die innere Scheibe der doppelt verglasten Kungfenster (sowohl Oberlichter als auch alle anderen) durch Kunststoff ersetzt habe.

urologe, hast du noch einen Link für mich zur LUST-Gruppe und der KAT-Story aus Sibirien? Ich bin sehr gespannt - bin leider nicht fündig geworden!

Beim beheizten Spritfilter: Welche Heizleistung ist hier verbaut worden und wie? Vermutlich muss die Leistung groß genug sein, um auch noch die Leitungen vor- und nach dem Filter warm zu halten?

Wie heizt ihr eure Batterien, Wassertanks, Dieseltanks?
Ab welchen Temperaturen haltet ihr Reifen usw. für zu anfällig und bleibt lieber stehen, bis es wärmer wird?

Danke für die spannenden Beiträge!

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#20 Beitrag von Argonaut82 » 2026-01-08 23:58:30

Moin,
Kondenswasser haben wir auch weggewischt, guter Hinweis zum lüften.
Unser Aufbau ist recht gut isoliert, bei unseren Fenstern konnte ich zwischen 2-fach oder 3-fach verglast wählen. Hab mich für die 2-fach Fenster entschieden, damit der Tauwasserausfall da auftritt, wo ich den sehen und wegwischen kann. Ein Thermomter und Hygrometer ist in unseren Koffer auch eingezogen, da hat man den Taupunkt mit im Blick. Beim Kochen im Aufbau haben wir immer gelüftet.
https://eu.govee.com/products/govee-blu ... eter-h5075

Gruß Martin
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#21 Beitrag von Ulf H » 2026-01-09 0:02:45

4x4V10 hat geschrieben:
2026-01-08 21:07:12
Moin Ulf,
zumindest beim Diesel bist du um einen Faktor von 10 daneben. 1kwh entspricht ca. 100mL Diesel und nicht 1L. Oder umgekehrt 1L Diesel grob 10 kWh.

@Maren: Weißt du eine Antwort zu meiner Frage!

Grüße
Constantin
Ok, das kann gut sein, dass ich da ein Potenzproblem habe ... rein rechnerisch kommt das schon mal vor ... dann sieht es fuer den Fahrzeugstrom ja nochmal deutlich schlechter aus ... ich werde das mal in einer ruhigen Stunde nachrechnen und korrigieren ...

Anstatt der 200 l Deisel in einer Heizsaison hätte ich jede Woche 2 Gasflaschen oder ueber 2 Raummeter Brennholz gebraucht ... wegen den nötigen Lagerraum, Dreck und sehr schlechter Regelbarkeit habe ich den Holzofen sehr schnell wieder rausgeschmissen obwohl ich damals unbegrenzt, kostenlos und nah an Brennholz gekommen bin ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#22 Beitrag von Ulf H » 2026-01-09 0:13:13

... bei den neulichen - 34 waren die Reifen unauffällig ... bei den - 40 in einem der letzten Winter ging die Kupplung schwer und die Reifen klangen etwas holzig ... alles hier in Nordschweden mit meinem VW Touran von 2004, die Reifen kamen vor wenigen Jahren neu, nordische Winterreifen mit Spikes ... aber auch von LKW, Traktoren, Radladern und Gabelstaplern weiss ich von keinen Problemen mit den Reifen ... mein Diensstapler hatte vorne 12.00 R 20 Zwillinge wie im Sommer, das war gelegentlich rutschig aber ansonsten nicht auffällig ... Kollegen hatten teilweise Winterreifen mit Lamellen oder wie ich Sommerreifen, oft mit Schraubspikes getunt ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Ulf H
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#23 Beitrag von Ulf H » 2026-01-09 0:20:03

@argonaut: genau diesese unbedingt heizen muessen, dass nix kaputt geht, geht zuverlässig längerfristig mal schief ...

Tobis Laster sind konsequent darauf ausgelegt, durchfrieren zu können und trotzdem zu funktionieren ...

Meiner ist in der Mongolei mal durchgefroren als ich krankheitsbedingt nicht dauernd drauf aufpassen konnte ... seither habe ich das Wasser auf unkomfortabel aber durchfrierbar umgebaut und das auch durch die Sommer beibehalten ... nun im Wohnwagen gibts Wasser nur im Kanister, der hält das erwiesenermassen aus ...

... Lötlampe mit dem richtigen Gas ist oft der Retter ...

Gruss Ulf
Zuletzt geändert von Ulf H am 2026-01-09 0:22:16, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#24 Beitrag von 4x4V10 » 2026-01-09 0:22:02

Ulf H hat geschrieben:
2026-01-08 20:48:46
... um etwas zu beheizen braucht es Energie ... 1 kWh ist grob enthalten in:

1 LKW Batterie
1 l Deisel oder Benzin
1 kg Propangas
10 kg Holz


Gruss Ulf
Ulf H hat geschrieben:
2026-01-09 0:02:45


Ok, das kann gut sein, dass ich da ein Potenzproblem habe ... rein rechnerisch kommt das schon mal vor ... dann sieht es fuer den Fahrzeugstrom ja nochmal deutlich schlechter aus ... ich werde das mal in einer ruhigen Stunde nachrechnen und korrigieren ...


Gruss Ulf
Moin,

- 1 LKW Batterie (140aH als Standardbatterie) ≈ 12*140 ≈ 1,68kWh, davon sind je nach Batterietyp natürlich weniger nutzbar
- 1L Diesel/Benzin wie besprochen (≈10kWh)
- 1kg Propangas ≈13 kWh
- 10kg Holz (Buche) ≈40 kWh

Bitte jetzt nicht als Angriff verstehen. Aber wenn man sich nicht einmal die Mühe macht, die Werte so halbwegs richtig widerzuspiegeln, dann hat der ganze Post nicht wirklich einen Inhalt. Wobei du anders gesehen wieder recht hast. Enthalten ist die 1 kWh in jedem deiner Aufgezählten Mengen. Beim Holz sogar 40 mal.

Lieb und konstruktiv gemeinte Grüße
Constantin

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#25 Beitrag von Russenkarre » 2026-01-09 0:38:28

Ulf H hat geschrieben:
2026-01-09 0:20:03
@argonaut: genau diesese unbedingt heizen muessen, dass nix kaputt geht, geht zuverlässig längerfristig mal schief ...

Tobis Laster sind konsequent darauf ausgelegt, durchfrieren zu können und trotzdem zu funktionieren ...

Meiner ist in der Mongolei mal durchgefroren als ich krankheitsbedingt nicht dauernd drauf aufpassen konnte ... seither habe ich das Wasser auf unkomfortabel aber durchfrierbar umgebaut und das auch durch die Sommer beibehalten ... nun im Wohnwagen gibts Wasser nur im Kanister, der hält das erwiesenermassen aus ...
Toller Ansatz, der mir sehr gut gefällt! Bis vermutlich ca. -40°C sollte das auch irgendwie gehen. Spätestens da mach ich mir Sorgen vor Restladung in Batterien (...ich will auch wieder anlassen können), ausflockendem Paraffin, frierendem Kühlwasser...
Wie habt ihr eure Wassersysteme, insbesondere die Tanks, durchfrierbar gestaltet?
Ulf H hat geschrieben:
2026-01-09 0:20:03
... Lötlampe mit dem richtigen Gas ist oft der Retter ...
Da geh ich voll mit! ...mit welchem Gas bei welchen Temperaturen?

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#26 Beitrag von Argonaut82 » 2026-01-09 0:51:32

Ulf H hat geschrieben:
2026-01-09 0:20:03
@argonaut: genau diesese unbedingt heizen muessen, dass nix kaputt geht, geht zuverlässig längerfristig mal schief ...
Tobis Laster sind konsequent darauf ausgelegt, durchfrieren zu können und trotzdem zu funktionieren ...
... Lötlampe mit dem richtigen Gas ist oft der Retter ...
Gruss Ulf
Moin Ulf,
Ich bin da ganz bei dir - bei Tobi darf es auch mal richtig frieren, auch ohne Betreuung der Fahrzeuge geht da nichts kaputt. Ihr wohnt dort oben und seid Frost besser gewöhnt als meiner einer. Wir haben uns schon ein bisschen geschämt, mit einer mobilen „Kleinstadt“ bei Tobi aufzuschlagen. Komfort vs. Tauglichkeit, an einem Ende wird es zwicken.
Das Granö-Treffen liegt leider außerhalb unserer Ferienzeit. Liebe Grüße in den Norden, Martin

/Edit
Wir sind zu viert mit zwei Führerscheinen unterwegs
Zuletzt geändert von Argonaut82 am 2026-01-09 1:01:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#27 Beitrag von hugobaer » 2026-01-09 0:57:03

Zwei Meter Holz die Woche? Hast Du draußen vor der Tür ein Feuer gemacht um die Karre zu heizen? :)
Glück kann man nur haben wenn man faul genug ist!

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Re: Frost und technische Maßnahmen

#28 Beitrag von Ulf H » 2026-01-09 1:03:04

hugobaer hat geschrieben:
2026-01-09 0:57:03
Zwei Meter Holz die Woche? Hast Du draußen vor der Tür ein Feuer gemacht um die Karre zu heizen? :)
Nein pro Heizsaison,

Also 200 l Diesel oder 2 Holz ... das war deutlich missverständlich geschrieben ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#29 Beitrag von Ulf H » 2026-01-09 1:30:32

@russenkarre: wo erwartest du unter - 40 Grad? ...

@all: kalt ist das eine, länger kalt was anderes ... in den Alpen ist man in einem halben Tag unten in wärmeren Gefilden ... in Skandinavien kann man normalerweise in zwei Tagesreisen an die öfters recht milde norwegische Kueste oder nach Sueden fluechten ... in Sibirien ist man gerne sehr viele Tage bis Wochen von der Wärme entfernt ... die Kälte dringt mit der Zeit unerbittlich ein, nach etlichen Tagen mit satt zweistelligen Minusgraden fror mir das Essen in der auf dem Boden stehenden ausgeschalteten Kuehlbox fest und das obwohl der Koffer durchgehend mit dem Schiffsölofen auf 15 Grad beheizt war ...

Gruss Ulf
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Re: Frost und technische Maßnahmen

#30 Beitrag von Russenkarre » 2026-01-09 9:29:51

Ulf H hat geschrieben:
2026-01-09 1:30:32
@russenkarre: wo erwartest du unter - 40 Grad? ...
Jakutien ist eines unserer Ziele. Temperatursturz bis -60°C kann passieren. Vermutlich fährt man dann nicht mehr viel, sondern wartet auf wärmeres Wetter, um Material zu schonen. Die Simniks sind nur im zugefrorenen Zustand befahrbar...
Ulf H hat geschrieben:
2026-01-09 1:30:32
@all: kalt ist das eine, länger kalt was anderes ... in den Alpen ist man in einem halben Tag unten in wärmeren Gefilden ... in Skandinavien kann man normalerweise in zwei Tagesreisen an die öfters recht milde norwegische Kueste oder nach Sueden fluechten ... in Sibirien ist man gerne sehr viele Tage bis Wochen von der Wärme entfernt ... die Kälte dringt mit der Zeit unerbittlich ein, nach etlichen Tagen mit satt zweistelligen Minusgraden fror mir das Essen in der auf dem Boden stehenden ausgeschalteten Kuehlbox fest und das obwohl der Koffer durchgehend mit dem Schiffsölofen auf 15 Grad beheizt war ...
Die Kühlbox ist ein guter Punkt. Kennt jemand einen 24V-Kühlschrank, der auch heizen kann, wenn die Außentemperatur unter Kühltemperatur liegt?
Bei was für Temperaturen und wo warst du in Sibirien unterwegs?

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