Lagebericht Ecuador

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fridolin_22
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Re: Lagebericht Ecuador

#391 Beitrag von fridolin_22 » 2025-11-15 23:58:35

Der Initiator hat geschrieben:
2025-11-15 23:42:19
Nun, dass deutsche Medien zu viel über Ecuador berichten, scheint nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil, da muss schon außergewöhnliches passieren:
Enzo hat geschrieben:
2025-10-08 23:55:49
wenn Steine auf das gepanzerte Fahrzeug des Präsidenten geworfen werden, dann schafft es Ecuador auch in die deutschsprachigen Nachrichten.
In dem Artikel steht einiges, was sich einfach und bequem überprüfen lässt.
Dann überprüf das mal unabhängig und lass uns an deinen Erkenntnissen teilhaben ...

Gruß
Marc

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Re: Lagebericht Ecuador

#392 Beitrag von sico » 2025-11-16 10:46:40

Na ja,
über viele Jahre hat uns Enzo=Jens Ecuador als das gelobte Land beschrieben, während Deutschland in seiner Bürokratie erstickt.
Wenn ich allerdings den oben verlinkten Artikel so lese, dann sind für Ecuador die Zeiten des gelobten Landes momentan wohl zu Ende.

LG
Sico

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Re: Lagebericht Ecuador

#393 Beitrag von Der Initiator » 2025-11-16 11:09:42

Wobei das kein Widerspruch ist, das wird in jedem Land der Erde gehen. Er macht nicht den Eindruck, als würde er aus lauter Verzweiflung Märchen erzählen und ich habe den Artikel auch nicht verlinkt, um zu sagen "stimmt alles nicht".
Lebe im Verborgenen (Epikur, nicht Plutarch)

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Enzo
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Re: Lagebericht Ecuador

#394 Beitrag von Enzo » 2025-11-17 18:56:27

Moin,
interessanter Artikel. So kann man es auch sehen. Schwierig darauf zu antworten, ohne dass es in einer politischen Diskussion endet, auf die ich keinen Bock habe und die hier, zurecht, auch nicht erwünscht ist.
Ich, der in Ecuador zu Hause ist, sehe und empfinde es anders.

Kurz zum Streik. Als nationaler Streik von der obersten indigenen Führung ausgerufen, beschränkten sich die Strassenblockaden auf zwei Landkreise. Otavalo und Cotacachi. Die Führer der Völker des Amazonas sagten schon zu Beginn, dies ist nicht unser Streik. Die Völker in den südlichen Anden machten auch nicht mit und die Transportwirtschaft und deren Gewerkschaften beteiligten sich ebenfalls nicht. Die Transportwirtschaft bekommt Ausgleichszahlungen für den nun teureren Diesel. Damit bleiben die Transportkosten stabil.
Es wurden täglich neue Forderungen von diversen indigenen Verbänden und Führern gestellt und die Regierung lehnte konsequent jeglichen Dialog ab und machte deutlich, politische Entscheidungen werden im Parlament, von der Regierung, dem Präsidenten getroffen und nicht auf der Straße. Somit verlief das Leben in Ecuador fast überall völlig normal, nur wir waren durch die Blockaden völlig abgeschnitten. In der vierten Streikwoche kippte dann auch die Stimmung bei der indigenen Stadtbevölkerung, da sie als Händler, Kaufleute, Produzenten und im Tourismussektor tätig die Zeche zahlten. Sie ließen sich nicht mehr unter Druck setzen und öffneten demonstrativ ihre Geschäfte. Parallel dazu wurden in Otavalo einige tausend Polizisten und Militärs zusammengezogen um die Straßenblockaden zu räumen.
Am Ende war nur noch ein harter Kern, ohne jegliche Unterstützung, streikbereit. Nach 31 Tagen verkündeten die indigenen Bauernverbände von Cotacachi und Otavalo das Ende des Streiks. Am nächsten Tag waren die Straßen geräumt, die Supermärkte und der Mercado wieder mit Waren bestückt. So als wäre nichts gewesen.
Was bleibt? 3 tote Demonstranten, viele verletzte Polizisten und Militärs, eine zerstörte Polizeiwache in Otavalo mit einigen verbrannten Eindatzfahrzeugen, zerstörte Infrastruktur, viele zerstörte oder beschädigte private Autos und LKWs. Und ein immenser wirtschaftlicher Schaden in der Provinz Imbabura.
Die im Artikel erwähnten regierungsseitigen Abschaltungen von Mobilfunk und Internet gab's weder in Cotacachi noch bei unseren Freunden in Otavalo.
Nun ist dem Präsidenten Noboa etwas gelungen, woran alle Vorgänger gescheitert sind. Selbst der ehemalige und damals sehr beliebte sozialistische Präsident Correa wollte die Treibstoff Subventionen kürzen oder streichen. Aus Angst vor massiven Widerstand nahm er dieses Projekt nicht in Angriff.

Gestern war, die mit Spannung erwartete Volksabstimmung. Alle von der Regierung vorgeschlagen Fragen wurden eindeutig abgelehnt.

a) Keine staatliche Parteifinanzierung mehr
b) Verringerung der Abgeordnetenzahl im Parlament
C) Zulassung von ausländischen Militärstützpunkten auf ecuadorianischen Staatsgebiet
d) Einberufung einer verfassungsgebenen Versammlung zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung

Dies war die erste schwere Wahlniederlage des jungen Präsidenten. Er besitzt zwar eine große Zustimmung bei seiner Politik der "harten Hand" gegen die organisierte Kriminalität und der Korruption. Da hat er die Bevölkerung hinter sich. Das Ergebnis der Abstimmung hat aber klargestellt, nur im Rahmen der jetzigen Verfassung und des bestehenden Staatswesens. So kann es gehen, wenn die Politik, trotz ausreichender Mehrheiten im Parlament, bei entscheidenen Fragen die Zustimmung des Volkes benötigt.
Damit ist auch, das im Artikel beschriebene Szenario, vom Tisch. Der Präsident muss sich neu erfinden. Er ist jung und hat noch 3 Jahre Zeit, eine klare politische Agenda, Visionen und vor allem, Lösungen zu präsentieren.
Polarisierende Reden, Tik Tok und viele Auslandsbesuche reichen nicht.
Alle politischen Beobachter sind sich heute einig in ihren Kommentaren. Noboa ist nicht Milei, Bukele oder Trump. Er ist weder konservativ noch liberal. Er geistert vage in einem politischen Niemandsland herum. Deshalb auch das klare NO bei der Abstimmung. Die Wähler wollen Klarheit, wollen wissen wohin die Reise geht.
Das kostenlose öffentliche Gesundheitswesen leidet unter Finanzmangel, die gesetzlich Renten und Krankenversicherung kämpft mit dem demografischen Wandel, die Zahl der Arbeitsplätze im formellen, vertraglichen Sektor stagniert, viele arbeiten im informellen Sektor. Das öffentliche Bildungssystem ist auch ein Dauerthema. Kein Wunder, dass viele Schüler auf Privatschulen gehen.
In diesem Jahr erzielt die ecuadorianische Exportwirtschaft, trotz stark einbrechender Einnahmen aus der Ölindustrie, neue Rekordergebnisse und es läuft alles auf ein Wirtschaftswachstum von 3,8% heraus. Da geht also was. Darauf lässt dich doch aufbauen.

sico hat geschrieben:
2025-11-16 10:46:40
Na ja,
über viele Jahre hat uns Enzo=Jens Ecuador als das gelobte Land beschrieben, während Deutschland in seiner Bürokratie erstickt.
Wenn ich allerdings den oben verlinkten Artikel so lese, dann sind für Ecuador die Zeiten des gelobten Landes momentan wohl zu Ende.

LG
Sico
Moin Sico, mit der Bibel und dem gelobten Land habe ich es nicht so. Das Paradies gibt es nicht. Ecuador ist für mich kein gelobten Land, sondern ein Land in dem ich mich wohlfühle. Tauschen möchte ich derzeit nicht. Wobei ich nicht weiß was morgen ist.
Mir ist durchaus bewusst, für viele Andere ist Ecuador nichts. Aber muss ja auch nicht.
Der Initiator hat geschrieben:
2025-11-16 11:09:42
Wobei das kein Widerspruch ist, das wird in jedem Land der Erde gehen. Er macht nicht den Eindruck, als würde er aus lauter Verzweiflung Märchen erzählen und ich habe den Artikel auch nicht verlinkt, um zu sagen "stimmt alles nicht".
Gut erfasst

Gruß Jens

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Ulf H
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Re: Lagebericht Ecuador

#395 Beitrag von Ulf H » 2025-11-17 20:57:31

DANKE ... wie immer, von innen siehts deutlich anders aus ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Lagebericht Ecuador

#396 Beitrag von Der Initiator » 2025-12-05 16:36:18

Ich habe wieder mal was Neues, vielleicht interessiert es ja: atmosfair startet Pflanzenkohleproduktion in Ecuador
Lebe im Verborgenen (Epikur, nicht Plutarch)

Wer zu doof ist zum Lesen, der kläre das bitte mit seiner Lehrerin, statt mich anzupöbeln.

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Enzo
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Re: Lagebericht Ecuador

#397 Beitrag von Enzo » 2025-12-09 17:22:01

Moin, so ab und an muss ich mal raus aus den Anden. Ging es die letzten an die tropische Küste, fuhr ich diesmal ins Amazonas-Tiefland runter. Hatte mir einen kleinen Ort ausgesucht, rund 300km Fshrt. Mit dem Auto 6-7Std, ich fuhr kostengünstig und stressfrei mit dem Bus. 2 Mal umsteigen und nach 10Std trudelte ich am Zielort ein und die Schwitzkur konnte beginnen.
Start in Cotacachi
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Ein Knopfdruck und der Kühlergrill fährt hoch. Der Kühler sitzt so 1,50m weiter hinten
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Letzte Etappe
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Vorher gehts über einen Pass auf 4070m. Danach nur noch runter. Klima und Vegetation ändern sich gewaltig
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Rio Napo, da wollte ich hin
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Rio Napo, ein Zufluss des Amazonas. Wer lange genug paddelt erreicht die brasilianische Atlantikküste
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Flüsse und Lagunen sorgten für die notwendige Abkühlung
Dateianhänge
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Enzo
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Re: Lagebericht Ecuador

#398 Beitrag von Enzo » 2025-12-09 17:31:04

Noch ein paar Eindrücke
Ausflug in ein Reservat. Affen, Kaimane, viele Vögel
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Affen waren auch im Ort genügend. Klauen wie die Raben
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Warten auf ein Taxi. Ausflüge entweder auf der Ladefläche eines Lastenpickups oder Wassertaxi
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Ein wenig Nachtleben und Fussball gucken
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Der super Mond
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Nach 4 Tagen Abflug. Zurück in die Anden
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Gruß Jens

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fridolin_22
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Re: Lagebericht Ecuador

#399 Beitrag von fridolin_22 » 2025-12-09 20:59:36

Schöne Fotos! Werden Erinnerungen wach...
Kann mich noch an die Aerotaxis von Quito runter an die Küste erinnern. Die hatten nicht ohne Grund einen kleinen Altar vorne beim Fahrer...
Rauf bis Otavalo sind wir seinerzeit auch gekommen.

Gruß
Marc

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Re: Lagebericht Ecuador

#400 Beitrag von ellwood25 » 2025-12-09 21:02:38

Och Mensch Jens,

...jetzt habe ich wieder Fernweh :)
Spass Beiseite: Vielen Dank für das Update. Macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Viele Grüße,
Florian
______________________________________________________________________________________
Mercedes O309 (313.389): viewtopic.php?p=944775#p944775
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Re: Lagebericht Ecuador

#401 Beitrag von Enzo » 2025-12-09 23:07:22

fridolin_22 hat geschrieben:
2025-12-09 20:59:36
Rauf bis Otavalo sind wir seinerzeit auch gekommen
da fehlten dann nur noch 20mln zu uns
ellwood25 hat geschrieben:
2025-12-09 21:02:38
Macht auf jeden Fall Lust auf mehr.
Hallo Florian,
stimmt.....mache schon Pläne :D Aber nun ist Kristina dran, fliegt in zwei Wochen zu Freunden nach Spanien und ich hüte LKW und Hund. Grüße an die Familie, Jens

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Puffi
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Re: Lagebericht Ecuador

#402 Beitrag von Puffi » 2026-03-04 11:41:14

"Freiheit beginnt wo Wege enden"

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Re: Lagebericht Ecuador

#403 Beitrag von Enzo » 2026-03-04 15:53:21

Moin Puffi,

Ecuador kann jegliche Unterstützung gut gebrauchen. Ob finanziell, personell, Geheimdienstinformationen oder in Form von technischer Ausrüstung. In dieser Hinsicht läuft die Zusammenarbeit mit den USA wesentlich besser als früher. Es gibt schon seit einigen Jahren ein Sicherheitsabkommen mit den USA, unterzeichnet noch vom vorherigen ecuadorianischen Präsidenten. Dieses erlaubt den gemeinsamen Einsatz von US und ecuadorianischen Militärs auf ecuadorianischen Staatsgebiet, . Die US Küstenwache operiert innerhalb der Hoheitsgewässer Ecuadors, vor allem rund um die Galapagos Inseln. Die Küstenwache macht Aufklärung und setzt Schiffe fest und verständigt die ecuadorianische Marine, die dann zuständig ist. Diese Operation sollen auf den Golf von Guayaquil ausgeweitet werden.
Am Montag gab es ein Treffen mit dem Kommandeur des amerikanischen Südkomandos. Im Anschluss daran verkündete unser Präsident eine neue Phase im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Ein Schwerpunkt ist der illegale Goldabbau.
Welche Operation auf dem ecuadorianischen Festland durchgeführt werden oder wurden ist noch nicht bekannt.
Heute morgen gab es folgende Pressemitteilung:

"Das ecuadorianische Präsidialamt  hatte bereits angekündigt , mit Unterstützung regionaler Verbündeter, darunter der Vereinigten Staaten, eine umfassende Offensive gegen das organisierte Verbrechen in Ecuador zu starten . Tatsächlich hatte Präsident Noboa am 2. März, vor seinem Treffen mit Donovan im Carondelet-Palast, erklärt, dass noch im selben Monat Militär- und Polizeieinsätze zur Bekämpfung krimineller Gruppen durchgeführt würden.
In der Nacht zum Dienstag, dem 3. März, nach der Freigabe des Videos des Südkommandos, teilte das ecuadorianische Verteidigungsministerium mit: „Die Details der Operationen der TOTAL OFFENSIVE sind vertraulich, um zukünftige Aktionen nicht zu behindern.“

Gruß Jens

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Re: Lagebericht Ecuador

#404 Beitrag von Puffi » 2026-03-05 11:57:51

Enzo hat geschrieben:
2026-03-04 15:53:21
Moin Puffi,

Ecuador kann jegliche Unterstützung gut gebrauchen. Ob finanziell, personell, Geheimdienstinformationen oder in Form von technischer Ausrüstung. In dieser Hinsicht läuft die Zusammenarbeit mit den USA wesentlich besser als früher. Es gibt schon seit einigen Jahren ein Sicherheitsabkommen mit den USA, unterzeichnet noch vom vorherigen ecuadorianischen Präsidenten. Dieses erlaubt den gemeinsamen Einsatz von US und ecuadorianischen Militärs auf ecuadorianischen Staatsgebiet, . Die US Küstenwache operiert innerhalb der Hoheitsgewässer Ecuadors, vor allem rund um die Galapagos Inseln. Die Küstenwache macht Aufklärung und setzt Schiffe fest und verständigt die ecuadorianische Marine, die dann zuständig ist. Diese Operation sollen auf den Golf von Guayaquil ausgeweitet werden.
Am Montag gab es ein Treffen mit dem Kommandeur des amerikanischen Südkomandos. Im Anschluss daran verkündete unser Präsident eine neue Phase im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Ein Schwerpunkt ist der illegale Goldabbau.
Welche Operation auf dem ecuadorianischen Festland durchgeführt werden oder wurden ist noch nicht bekannt.
Heute morgen gab es folgende Pressemitteilung:

"Das ecuadorianische Präsidialamt hatte bereits angekündigt , mit Unterstützung regionaler Verbündeter, darunter der Vereinigten Staaten, eine umfassende Offensive gegen das organisierte Verbrechen in Ecuador zu starten . Tatsächlich hatte Präsident Noboa am 2. März, vor seinem Treffen mit Donovan im Carondelet-Palast, erklärt, dass noch im selben Monat Militär- und Polizeieinsätze zur Bekämpfung krimineller Gruppen durchgeführt würden.
In der Nacht zum Dienstag, dem 3. März, nach der Freigabe des Videos des Südkommandos, teilte das ecuadorianische Verteidigungsministerium mit: „Die Details der Operationen der TOTAL OFFENSIVE sind vertraulich, um zukünftige Aktionen nicht zu behindern.“

Gruß Jens
Danke Jens... so wird ein Bild draus...
Momentan kommt aus Amerika halt nicht immer das was man eigentlich erwartet. Man kann nur hoffen, daß Ecuador auf Dauer zur Ruhe kommt. Das schöne Land hat es verdient.

Gruß Puffi
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Re: Lagebericht Ecuador

#405 Beitrag von Enzo » 2026-03-06 18:14:36

Puffi hat geschrieben:
2026-03-05 11:57:51
Momentan kommt aus Amerika halt nicht immer das was man eigentlich erwartet.
Stimmt, immer für Überraschungen gut. Und nicht immer ist alles Negativ was aus den USA kommt. Wenn ich mal lobende Worte für Trump finde, mache ich mich in deutschen Kreisen äußerst unbeliebt :D Nur ein aktuelles Beispiel: Der ecuadorianische Wunsch nach einem Handelsabkommen mit den USA scheiterte komplett an der vorherigen US Regierung. Biden mag ein Transatlantiker sein, aber Südamerika ging ihm völlig am Arsch vorbei. Heute nun wurde die Unterzeichnung eines Abkommens mit den USA noch Mitte des Monats angekündigt. Für 50% aller ecuadorianischen Exportwaren wird der Zoll auf Null gesetzt. Beim Rest bleibt es vorerst bei 15%, da wird aber noch weiter verhandelt.
Auch hat die USA auf ecuadorianischen Wunsch hin einige hiesige Gruppierungen in die Liste der Terrororganisationen aufgenommen. Die damit verbundenen Sanktionen und das einfrieren von Vermögenswerten trifft diese Kartelle recht empfindlich. Unser Präsident Noboa trifft sich recht häufig mit Trump, ist regelmäßig in den USA. Zu irgendwas muss das ja gut sein :joke: Aber Noboa ist auch in Miami geboren und hat in den USA studiert, von daher bestehen auch persönliche Bindungen zu den USA. Er ist eh viel im Ausland unterwegs, wirbt für gemeinsames Vorgehen gegen die internationale organisierte Kriminalität und Handelsbeziehungen. Manche stören sich dran, er soll mehr in Ecuador präsent sein. Aber für Ecuador recht vorteilhafte Handelsabkommen mit China, Südkorea und den Vereinigten Emiraten sind bisher das Ergebnis. Dazu eine wesentlich engere Zusammenarbeit mit den Golfstaaten, Italien, Spanien, DEA und Europol im Kampf gegen die Kartelle. Sie sind ja in Europa genauso präsent wie hier in Ecuador.
Gestern hatte Trump zu einer Sicherheitskonferenz eine ganze Reihe von lateinamerikanischen Präsidenten eingeladen. Bis auf die Präsidenten von Brasilien, Mexico und Kolumbien waren fast alle in Florida. Die Sicherheitskrise ist ja kein rein ecuadorianisches Problem. Zieht sich durch den ganzen Kontinent. Von Mexico und Kolumbien mal ganz abgesehen, sind nun auch ehemalige sichere Länder wie Chile oder Costa Rica betroffen.
Das einzige Lateinamerikanische Land, dass die Krise gut im Griff hat ist El Salvador. Aus diesem Grunde wird das "Modell Bukele" immer populärer und die Präsidenten anderer Länder schauen sich dies vor Ort sehr genau an.

Gruß Jens

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