Mal eine Frage an Holzfachmänner oder Frauen.
Ich will eine neue Tischplatte aus Holz in meinem Wohnaufbau.
Echtholz fände ich schön. Bis jetzt hatte ich Spannplatte funiert
Die Größe wäre 80cm x 60cm
Nun wäre meine Frage, wie stark müsste die Platte sein das ich möglichst keine Rissbildung bekomme?
Ich finde 2cm bis 3,5cm
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-06 22:54:30
von exmuff
Hi,
Rissbildung bzw. deren Vermeidung ist primär keine Frage der Stärke, sondern der Platte ansich, auch des Holzes und welche Vorgaben/Wünsche Du daran hast. Soll es eine Platte aus einem Stück, d.h. aus einem breiten Stamm geschnitten sein? Oder ist es auch ok, wenn durchgehende Leisten aneinander verleimt zu einer Platte zusammengefügt werden? Welches Holz würdest Du gerne verwenden / würde zu Deinem restlichen Möbeln denn passen? Je nach Deinen Antworten ergeben sich die Möglichkeiten und Maßnahmen, um materialgerecht arbeiten zu können.
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-06 23:02:39
von Der Initiator
Ich habe in dieser Größe Wenge ca. 28 mm und Teak, 35 mm stark. Da reißt nichts. Als Schreibtisch und Küchenarbeitsplatte habe ich einfach 25 mm Buche stabverleimt genommen. Mir gefällt das. Hier in Berlin gibt es im Bauhaus schönes Naturholz günstig, u.a. Eiche und Bambus.
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-07 8:40:15
von Ulf H
... Dreischichtplatte in Fichte ist leicht und stabil, nur etwas wenig hart wenn man es als Arbeitsplatte verwenden will ... in den geringen Abmessungen sollte es im Baumarkt billig Reste von Kuechenarbeitsplatten geben ...
Gruss Ulf
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-07 8:59:23
von exmuff
Sofern Qualität im Vordergrund steht, wäre statt Dreischichtplatte eine Tischlerplatte die erheblich bessere Wahl. Ich habe den OP jedoch so verstanden, dass er Massivholz, d.h. keine Plattenmaterialien anstrebt. Gleichzeitig ist so eine Tischlerplatte ansich mit das Beste für einen Tisch im Wohnkoffer, wenn man Holz möchte.
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-07 9:14:36
von MarkusG
Optisch würde mir Buche ganz gut gefallen.
Eigentlich hatte ich an eine Platte aus einem massiven Stück gedacht, da ich an verleimte Leisten gar nicht dachte.
Danke schon mal.
Ich werde mich mal in den anliegenden Baumärkten auf die Suche begeben.
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-07 9:19:55
von tichyx
Hallo,
ich habe eine dünne Platte aus Teaksperrholz (ca. 10mm) und an der Unterseite umlaufend eine Leiste als Aufdoppelung. So hat man eine stabile Platte, die optisch wie eine dicke Holzplatte aussieht, aber sehr leicht ist.
Eigentlich hatte ich an eine Platte aus einem massiven Stück gedacht,
Jahrhundertelang hat die Menschheit Verfahren entwickelt damit man keine Platten aus einem Stück zu verwenden muss. Zur heutigen Zeit hat die Industrie das zum Teil "pervertiert" damit kleinste Rest, eigentlich Abfall, noch für teuer Geld verkauft werden kann.
Die Gründe wurde zu Teil schon genannt, Risse bei der Trocknung, das Schüsseln(durchbiegen) der Platte. Da die Grösse für die Platte im Wohnaufbau recht klein ist wäre das durchaus möglich so eine Platte herzustellen, die Luftfeuchtigkeit im Aufbau sollte aber rechtkonstant und eher gering sein. Der Weg dahin wäre aus einer getrockneten Bohle mit ausreichender Breite die passende Länge abtrennen, im Aufbau aklimatieseren danach abrichten und auf die gewünschte Stärke bringen. Gibt nur keine Garantie das die Platte trotzdem schüsselt.
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-07 13:16:45
von hugepanic
man kann ja auch noch Gradleisetn (Holz oder Ketzerisch in Stahl) verbauen, und ein Schüsseln noch weiter verhindern.
Mal eine Frage an Holzfachmänner oder Frauen.
Ich will eine neue Tischplatte aus Holz in meinem Wohnaufbau.
Echtholz fände ich schön. Bis jetzt hatte ich Spannplatte funiert
Die Größe wäre 80cm x 60cm
Nun wäre meine Frage, wie stark müsste die Platte sein das ich möglichst keine Rissbildung bekomme?
Ich finde 2cm bis 3,5cm
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, möchtest Du so etwas machen (ab 8:05)?
Ich denke, dann mußt Du mit den Rissen einfach leben und die als Teil des Designs ansehen (so wie im Video).
Pirx
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-08 16:32:59
von AndyST
hi
hast du eine Tischlerei , Zimmerei oder ein Sägewerk bei dir???
eine Holz Handlung wäre auch ein ansprech Partner
wenn du Echtholz nehmen willst
aber ein gut sortierter bau markt ist auch eine reise wert um sich ein überblick zu verschaffen , auch die über die preise
Gruß Andy
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-09 10:05:46
von Frank H
Guten Morgen,
Als Material für Vollholztischplatten eignen sich am ehesten spannungsarme Hölzer, d.h. Hölzer, die kurze Fasern haben und wenig Astabgänge, sowie Arm an Inhaltsstoffen sind.
Also eigentlich alles Hölzer mit langweiliger Textur(Oberfläche).
Das sind unter anderem Buche, Pappel, Birke, grob gesagt, viele Laubhölzer.
Nadelhölzer eignen sich aufgrund stärkerer innerer Spannung eher nicht.
Baumärkte als Quelle für gutes Vollholz scheiden bei mir aus, ich würde bei einer Tischlerei nach einem Brett- oder Bohlenabschnitt fragen.
Dort hast Du den Vorteil, dass die Hölzer qualitativ gut technisch oder gar natürlich getrocknet sind, was Spannungen, also Verzug zusätzlich reduziert.
Frank
Eine Ergänzung hierzu:
Ich habe vor zehn Jahren einen Walnussbaum gefällt, welchen ich in Bohlen aufsägen lassen wollte…
Diesen habe ich zunächst dunkel und kühl und auch feucht gelagert, um eine zu schnelle Austrocknung, also ein starkes Feuchtigkeitsgefälle von außen nach innen, zu vermeiden.
Nach zwei Jahren umgelagert, immer noch kühl und dunkel nun aber trocken. Dann nach weiteren zwei Jahren aufgesägt und wieder eingelagert.
Was soll ich sagen, der Stamm war vor dem Einschneiden rissfrei und die Bohlen sind es heute immer noch…
Trotz dass alle gesagt haben, das wird nichts
Ich weiß, diese Zeit hat heute keiner mehr.
Ich will nur zum Ausdruck bringen, wie wichtig der kontrollierte Feuchteabbau im Holz ist…
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-09 10:33:51
von Johannes D
Servus,
gerade beim Einsatz im Wohnmobil muss man ja mit ziemlich schwankenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit klar kommen, das kollidiert ziemlich mit dem Wunsch "aus einem Stück".
@Frank H
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das ein dunkel, kühl und feucht gelagerter Stamm am Stück innerhalb von zwei Jahren durchtrocknen kann.
Bei Fichte gibt es beim Trocknen des Stammes meiner Erfahrung nach eher Risse als beim trocknen der Schnittware, manchmal "lösen" sich Spannungen im Holz auch erst beim Auftrennen auf der Säge.
Die Gefahr, dass sich eine Massive Tischplatte im Camper im Laufe der Zeit verzieht oder (zusätzliche) Risse bekommt würde ich als relativ hoch einschätzen, wenn man damit leben kann, ist das ok.
Mir wäre an dieser Stelle ein geringes Gewicht und eine hohe Alltagstauglichkeit wichtiger als ein ausgefuchstes Design.
lg
Johannes D.
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-09 12:23:29
von Der Initiator
Ich würde rumstromern, gucken, ob sich etwas findet, was mir richtig gut gefällt. Wenn das dann auch noch bezahlbar ist - kaufen, verwenden und hoffen. Wenn's gut geht - gut. Wenn nicht - schade, dann eben ändern. Den Versuch wäre es mir wert. Mein Tisch ist übrigens ein Stück Bowlingbahn
@Frank H
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das ein dunkel, kühl und feucht gelagerter Stamm am Stück innerhalb von zwei Jahren durchtrocknen kann.
Hallo Johannes,
musst Du Dir auch nicht vorstellen können…
Als Holzingenieur sollte ich es allerdings WISSEN…
Wenn Du nochmal nachliest, wirst Du sehen, dass es auch nicht ums durchtrocknen ging…
Der Baumstamm hatte nach der Kellertrocknung(ist übrigens ein etabliertes Verfahren bei hochwertigen Hölzern und kommt als alte Tradition ursprünglich aus dem Schwarzwald) eine Ausgleichsfeuchte von 24% angenommen.
Damit konnte der Stamm bedenkenlos konventionell weiter trocknen…
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-09 13:23:33
von Der Initiator
Interessant, kannte ich noch nicht. Hier ist es erklärt.
Diesen habe ich zunächst dunkel und kühl und auch feucht gelagert, um eine zu schnelle Austrocknung, also ein starkes Feuchtigkeitsgefälle von außen nach innen, zu vermeiden.
Nach zwei Jahren umgelagert, immer noch kühl und dunkel nun aber trocken.
Das habe ich so verstanden, dass der Stamm dann "trocken" (darunter würde ich irgendwas mindestens kleiner als 20% verstehen) war. Das war wohl ein Missverständnis auf meiner Seite.
Das ein langsamer Trocknungsprozess wegen einer (über den Querschnitt gesehen) gleichmäßigeren Trocknung sinnvoller ist kann ich mir gut vorstellen.
Am Ende kommt aber ein Stück Holz heraus das wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann so es nicht 100% versiegelt ist. Will sagen: trotz aufwendigster und perfektester Trockung kann es sich nach dem Einbau nach der ersten ausführlichen Dusche in der Wüste Gobi durch fast 100% Luftfeuchtigkeit bei 45°C in der Kabine dazu kommen, dass die Tischplatte sich dann doch wieder verzieht.
Ob es also Sinn macht ein so wertvolles Stück Holz fürs Wohnmobil zu verwenden, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.
lg
Johannes D.
PS: Weist Du warum "altes" Nadel-Holz oft schwieriger zu bearbeiten ist? (also zB Fachwerkbalken die vor 200 oder 300 Jahren verbaut wurden)
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-10 23:24:39
von Enzo
Wenn es ein wenig größer sein darf und genügend Zuladung vorhanden ist.......
Gruß Jens
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-12 16:41:06
von Gogomobil
Und mit Holz geht heute noch vieel mehr, wenn man imprägnieren lässt um damit zu imponieren oder so.Da geht viel, als Nichtkonifere kenne ich da nur 2 weitere Möglichkeiten:
Wird gerne für robuste Außeneinsätze genommen, Holzbretter und Balken für Veranden und so werden heute mit Pflanzenöl unter Druck hm, gekocht, imprägniert, frittiert? Jedenfalls durch die Wärme und das Pflanzenfett dunkelt es etwas nach, wird aber durch und durch sehr witterungsbeständig und haltbar, nix Risse. So Bretter gibts manchmal im Baumarkt zu sehen.
Zweite Methode ist ähnlich der vom Plastinator mit den Show-Mumien, Holz wird durch Azeton "getrocknet" und dann mit Harz- (Epoxid) oder Silikon-Kunststoffen imprägniert. Hat bei mir mit kleinen Holzscheiben versuchsweise gut geklappt, aber doch mords Sauerei ohne richtige Ausrüstung und improvisiert, also nur gewerblich brauchbar.
Beide Methoden daher als Anregung nach sowas zu fragen, gerade wenns Holz für Küchenarbeit oder auch draußen am Wagen sein soll. Da gibt es bestimmt beim Fachmann noch ganz andere Anregungen.
Ich selbst liebe Eisenholz, CrMo4-Funier o.ä. ist schön, haltbar und mit Honeycombwaben unterfüttert stabil und leicht, Geschmackssache eben.
Re: Holz-Tischplatte
Verfasst: 2025-09-12 18:52:11
von Enzo
Klar, wenn Holz mit Druck und Hitze behandelt wird, wird die natürliche Zellstruktur zerstört. Das Holz ist klinisch fast tot. Von daher kaum noch quellen oder schwinden. Und mit den Zusatzstoffen wird halt die Witterungsbeständig erhöht.
Da habe ich es jetzt einfacher. Hölzer mit einer Rohdichte >1 arbeiten auch sehr wenig und sind witterungsbeständig. Die Rissbildung ist minimal. Nur das Gewicht ist manchmal etwas hinderlich, nix für rückenkranke.