Liebe Gemeinde,
nachdem der Einbau nun erfolgreich beendet und Andy schon wieder nach Hause geflogen ist, möchte ich an dieser Stelle eine kleine Zusammenfassung der Arbeitsschritte, speziell der Planungen und Modifikationen geben.
Meine erste Sorge galt einer soliden und strukturfesten Befestigung des Lenkgetriebes am Fahrgestell. Die originale Halterung des Getriebes aus dem Mercedes war mit vielen Verdickungen und „Streben aus einem Guß“ hergestellt. Ich ließ eine 11mm dicke Stahlplatte biegen, die als Grundlage für die Halterung dient. In den Rahmen grob eingepaßt, entsprechend ausgeschnitten und mit einer Paßbohrung für die Achsausgang versehen, sah die Halteplatte so aus:
Das neue Lenkgetriebe paßt jedoch nicht plan auf die Trägerplatte. Eine Distanzplatte mußte hergestellt werden, mit der eine steife und feste Verbindung zwischen Lenkgetriebe und Trägerplatte sichergestellt ist.
Bei der ersten Anpassung im Fahrgestell sah das Ganze schon seeehr positiv aus! Selbst der Blick durch das Lenkungsrohr ließ uns erleichtert aufatmen:
Die Lenkradstange war nun natürlich viel zu lang! Wir kürzten sie entsprechend am oberen Teil zum Lenkrad. Dieses Ende war leichter zu ändern als die filigrane Verzahnung zum Lenkgetriebe.
Nun galt es, die Bohrungen für die Halteschrauben exakt auf die Trägerplatte zu übertragen. Dies ist leichter gesagt als getan. Letztendlich mußten wir die Bohrungen 0,7 größer ausführen. Allerdings blieb die Paßbohrung für den Achsausgang unverändert.
Noch ist die Trägerplatte nicht fertig. Sie muß noch versteift werden, da die Lenkkräfte sonst nicht abgeleitet werden können. Hierzu schweißten wir eine „Querstrebe“ ein und setzten noch einen Winkel an, der mit Schrauben an Platte und Lenkung befestigt wird.
Nun galt es den Lenkstockhebel anzupassen. Andy hatte es im Thema schon detailliert beschrieben. Ich gehe davon aus, daß unter Euch allen nicht nur „Sico“ Bauchschmerzen bekam. Aber Andy und ich haben mit unserem „Oldschoolman“ intensiv über die Art der Einpassung des alten Zahnkranzes in den „Mercurhebel“ diskutiert. Erfahrung und Sachkenntnis in dieser speziellen Materie der Metallkunde trafen hier bei unserer Modifikation zusammen: DAS WIRD HALTEN!
Nun galt es zum x-ten Male das schwere Lenkgetriebe „hineinzuwuchten“ und erstmalig zu verschrauben.
Es begannen nun die (wenigen !!!) Anpassungen der externen Bauteile. Die „einschneidendste“ Modifikation war am Ansaugkrümmer notwendig.
Als nächstes mußten die Hebel der Motorbremsklappen sowie die lange Steuerstange angepaßt werden. Die Stange erneuerten wir komplett und gaben ihr dabei gleich die passende Biegung über die Kupplungsglocke. Den Hebel der linken Drosselklappe schweißten wir tiefer an. So kamen wir vom Kardangelenk der Lenkung gut frei.
Damit war der Einbau und die Anpassung des Lenkgetriebes abgeschlossen. Nun ging es an den umfangreichen Einbau der Hydraulikkomponenten. Die Planungen hierzu waren umfangreicher als die Gedanken zum Einbau des Lenkgetriebes. Es gab zu viele Möglichkeiten. Wohin mit Pumpe und Behälter, welchen Weg für die Leitungen? Benötigen wir bei der zu groß dimensionierten Pumpe einen Mengen- und Druckbegrenzer? Gibt es Wärmeprobleme? Zum Glück hat Andy hierfür das entsprechende Wissen mitgebracht. Mithilfe eines Computerprogramms errechnete er alle Komponenten und testete sie gleich am Bildschirm, …ich war als buscherprobter Deutsch-Afrikaner zutiefst beeindruckt!!!

Nachdem die Theorie soweit durchdacht war, ging es an die Erstellung der Komponenten. Pumpe und Behälter sollten auf einer Platte montiert werden, die unter dem Fuß des Kompressors in die linke vordere Seite des Motorraumes herausgeführt wird. Die Pumpe wird auf dieser Platte auf einer Art Schlitten geschraubt, damit der Keilriemen gespannt werden kann. Der Keilriemen wird von der Doppelriemenscheibe des Kompressors angetrieben. Das klingt kompliziert, …ist aber in der Praxis sehr einfach:
Danach ging es dann doch sehr schnell, …auch weil Andy wieder nach Hause mußte! Nach vielen Feinarbeiten und Abstimmungen wurde die Hydraulik nach Plan angeschlossen.
Die Halterung für den Vorratsbehälter wurde an die Platte angeschweißt. Zum Schluß wurde die Anlage befüllt, entlüftet,…
…und dann drehte ich zum ersten Mal eine Runde um den Block! MIT NUR EINER HAND konnte ich meinen Mags um die Ecke dirigieren! Auch das Einfahren in den engen Hof im Rückwärtsgang war nun eine Spielerei für mich! Wie sagt man heutzutage im neudeutschen Jargon:
Mission accomplished!
Zum Abschluß meines Berichtes noch einmal das Handybild von uns dreien! Andy hatte es soeben kurz vor mir gepostet. Ja, wie oft so typisch, vergißt man die Mitarbeiter zu erwähnen, die unauffällig im Hintergrund wieseln und wirken und dabei doch eine so große Hilfe und Unterstützung sind. In diesem Falle ist es „mein“ Anton, ohne den ich den technischen Betrieb meines Fuhrparks schon lange nicht mehr aufrecht erhalten könnte.
Herzliche und sonnige Grüße Euch allen,
Euer Olli