Naja, manche Sachen muss man halt machen wenn man jung ist
Die Strecke zum Lac ist definitiv keine Anfängerstrecke. Wobei ich auch nicht sagen würde, dass ich wüstenmäßig "Anfänger" bin...
Dünen haben in der Regel eine Luv und eine Lee Seite, das heißt, eine Seite im Wind, das ist der Rücken und eine Seite ausm Wind, das ist die Weiche Seite die meistens nur aus Pudersand besteht.
Kleine Dünen kann man im Lee hoch fahren, große nur im Luv. Das ist einer der beiden Gründe, warum der "Hinweg" zum Lac erst nach Osten geht, dann nach Süden und da wo die Dünen höher werden mit der Windrichtung gen Westen. (Neben dem Umstand das dazwischen größere Plateaus liegen die man natürlich einfach fahren kann und auf der Strecke die Dünen nicht all zu hoch sind). Auf der Rückfahrt fährt man die Dünen dann in der Regel im Luv hoch und im Lee runter. Das ist auch einer der Gründe für die steile Abfahrt aus dem Video, UMKEHREN geht nicht, den Anstieg durch das Sandfeld bin ich schon im Luv nur "Grenzwertig" durchgekommen, da im Lee zurück zu fahren wäre unmöglich gewesen, deshalb gabs keine wirklich andere sinnvolle Möglichkeit als Düne runter... Es gab aber mehrere solch steile Dünenabfahrten, im Video ist nur eine davon... Die Strecke zum LAC und vor allem zurück ist für Fahrzeuge unserer Klasse ONE WAY. Das erste Dünenfeld ist recht tricky zu fahren, die meisten die ich getroffen habe, haben dort schon abgebrochen. (Wie wir vor 2 Jahren auch). Wenn man da durch ist, dann, ich sage mal spätestens am Ende vom 2. Tag hat man den Point of no Return erreicht, dann muss man durch, da gibts keinen Weg mehr zurück...
Das "Interessante" an der Strecke ist eigentlich, dass man nicht "eine" Düne hat oder "eine" schwierige Situation, sondern dass das eigentlich permanenter Dauerbrenner ist...
Wir sind auf dem Hinweg am ersten Tag zum Tembain gefahren. Von da aus sind wir dann auf die Ostroute zum Lac gefahren, ersten Tag knapp 30km in 7h... Danach waren wir alle 3 TOT.
Am zweiten Tag liefs besser, wir haben aber dann doch rund 6,5h Fahrzeit gehabt für ca. 20km... Ich wollte dann eigentlich vom letzten Plateau nach kurzer Pause noch weiter zum See fahren, bin mit den Vorderreifen auf die erste Sanddüne und habe beschlossen, dass es reicht und es besser ist, das auf nen anderen Tag zu legen. Da haben wir dann nochmal 4h gebraucht für die letzten KM in Westlicher Richtung... Die Dünenfelder, also eine Düne nach der nächsten, das reißt gefühlt gar nicht ab und nimmt kein Ende...
Am See haben wir dann erst mal ein paar Tage verbracht um unsere Knochen zu sortieren und für die Rückfahrt haben wir uns 2 Tage Zeit genommen.
Auf der Hinfahrt bis zum Ende Tag 2. haben wir kein Auto, keine Reifenspur, garnichts gesehen. Erst am Abend des 2. Tages kam uns ne Geländewagentruppe entgegen...
Das machte die Nummer auch nicht einfacher... Auf der Rückfahrt haben wir zwar Reifenspuren gehabt, aber nicht alle Streckenabschnitte waren mit unseren LKWs machbar, so dass wir uns auch viel drumherum basteln mussten.
Wir haben dabei öfters mal den Steyr und den 1017 mitm Gurt raus gezogen, einmal habe ich mich so in nem Sandtrichter festgefahren, das nix mehr vor und zurück ging, da hätte ich lange schaufeln können, war mit nem 2. LKW und Gurt halt Easy eben raus gezogen. Bis zum Lac haben wir 6x Sandbleche gebraucht, wobei ein Dünenanstieg so hoch war das wir den trotz 1 bar Luftdruck mehrfach ausblechen mussten... Die meiste Zeit sind wir 1,5 / 2 bar gefahren.
Rückblickend betrachtet würde ich sagen, alleine mit nur einem LKW würde ich das ganze nicht fahren, mit 2 LKWs ist das entspannter. Wir sind die Strecke ohne Guide gefahren, wobei mein Handy sich schon wieder auf dem Weg zum Tembain aufgehängt hat, wie vor 2 Jahren, trotz anderer Software... Mein Tablet ist mir runter gefallen, zum Glück nur das Schutzglas gerissen... Mein Kumpel der mit dem Steyr dabei war, war aber auch navimäßig gut aufgestellt, mein Tablet hats zum Glück überlebt. Wir hatten schon zu Hause in Deutschland / Österreich die Karten für OSM & Topo Maps Offline runter geladen, grade die Russion Topo Karten sind mit ~34GB recht groß... Nebenbei habe ich immer noch eine Papierkarte und nen Kompas dabei, kann ja mal sein dass der Amerikaner das GPS abdreht ^^ Im Grunde genommen, wenn man sich halbwegs auf der Route hält, wobei Route natürlich relativ ist weil die sich laufend ändert, kann man davon ausgehen das auch in schwach besuchten Zeiten alle 2-3 Tage n Geländewagen vorbei kommt... 4 Sandbleche sind Mindestausstattung, wir hatten uns vorher schon abgesprochen und jeder 2 dabei. Software war OSMAND und Russian Topo Maps. Vorher hatte ich zu Hause noch ein CB Funkgerät nachgerüstet, das macht wenn man in Kolonne fährt, erheblichen Sinn... Man sollte dabei auch etwas aufs Wetter achten, wenn es irre heiß ist und Monatelang nicht geregnet hat, dann fährt es sich schlechter als im Winter... Morgens trägt der Sand auch besser als nachmittags...
Wenn jemand vor hat, das zu fahren, machen. Ist ne coole Tour und ne schöne Erfahrung und unten am See in der Wüste ists auch nett, kann ich nur empfehlen. Ich würde es aber wie gesagt nicht alleine machen, sondern mit nem 2. LKW, damit einer den anderen raus ziehen kann. Ob man ggfls. einen Guide nehmen will oder nicht, dass muss man selbst entscheiden. Alle die ich getroffen habe, auch die Geländewagenfahrer unten waren mit Guide am See...