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Verfasst: 2008-03-26 17:10:27
von cookie
Auf diese Erörterung warte ich auch schon die ganze Zeit...
Zwischen Indien/Nepal und der Mongolei liegt noch ein "kleines" Stück Menschrechtsunterdrückung...

Verfasst: 2008-03-27 12:06:18
von felix
Hallo,
lasst die Jungs da unten mal in Ruhe abtasten, was sich wo wie entwickelt, was man Umfahren kann und was man abwarten muss. Die Chin. Botschaft und das AA ist da z.B. sicher der bessere Ansprechpartner, als CNN, BBC oder die ARD.
Diskussionen auf Distanz darüber, was man Persönlich von Dingen hält, die man nur aus dem Fehrnsehen kennt bringen wenig, mich eingeschlossen.
So wie ich den Jörn kenne ist er gerade den ganzen Tag am Rennen, auch wenn er hier wenig schreibt.
MlG,
Felix
Verfasst: 2008-03-27 12:42:02
von egn
felix hat geschrieben:
lasst die Jungs da unten mal in Ruhe abtasten, was sich wo wie entwickelt, was man Umfahren kann und was man abwarten muss.
Einfache Fragen darf man wohl stellen. Ob man eine befriedigende Antwort darauf bekommt ist eine andere Sache.
Die Chin. Botschaft und das AA ist da z.B. sicher der bessere Ansprechpartner, als CNN, BBC oder die ARD.
Ich kann mir nicht vorstellen dass das AA eine Empfehlung gibt durch Tibet zu fahren. Dazu sind die viel zu vorsichtig. Wenn es nach denen ginge dann wäre die Fahrt nach Indien durch den Iran und Pakistan nicht mal möglich.
Und ich halte die Medien durchaus für eine Quelle um sich Informationen zu beschaffen. Wenn von verschiedenen Sendern gemeldet wird dass in vielen der Provinzen um Tibet herum Unruhen ausgebrochen sind dann würde ich es mir dreimal überlegen dort durch zu fahren.
Diskussionen auf Distanz darüber, was man Persönlich von Dingen hält, die man nur aus dem Fehrnsehen kennt bringen wenig, mich eingeschlossen.
Du hast Recht, Diskussionen von unserer Seite helfen Joern dort nicht weiter. Aber warum sollen wir hier nicht trotzdem unsere Meinungen darüber austauschen können?
Ich denke dass die Diskussion über das Reisen durch und in Krisengebiete kein Tabu sein sollte. Durch den Austausch der gegensätzlichen Meinungen bekommen Gegner und Befürworter vielleicht auch eine andere Sicht der Dinge und können dann selbst besser einschätzen welche Risiken sie bereit sind einzugehen und welche nicht.
So wie ich den Jörn kenne ist er gerade den ganzen Tag am Rennen, auch wenn er hier wenig schreibt.
Vielleicht schreibt er auch deshalb wenig. Lassen wir ihm also Zeit die Lage zu sondieren.
Meine ganz persönliche Meinung dazu:
Ich würde die Reise durch China nicht mehr machen sondern den Rückweg antreten. Denn durch den potentiellen Ärger den man sich einhandeln kann und die ewigen Wartezeiten die man wohl auch einkalkulieren muss würden mir den Urlaubsspaß mehr als trüben. Auf dem Rückweg kann man ja im Iran auch einen Schlenker nach Zentralasien (Turkmenistan, Usbekistan, Tajikistan, Kasachstan) machen und dort noch sehr viel ohne große Probleme sehen.
Verfasst: 2008-03-27 13:19:25
von osterlitz
China insgesamt sollte eigentlich noch gehen, die Provinzen Tibet, Qinghai (Gyegu, Haixi, Golog, Hainan), Sichuan (Garze, Aba, Qiang) und Yunnan (Deqen), also das gesamte historische Tibet sollte man vielleicht meiden, vermutlich darf man da auch nicht mehr rein. Richtig heiß ist es aber wohl hauptsächlich in Lhasa.
Weder die Tibeter noch China sind dafür bekannt, Ausländer anzugreifen oder zu entführen. Eher verhaften die Chinesen jeden, der mit den Ausländern zu tun hat. Die Gefahr ist vermutlich geringer als in Pakistan, wenn man überhaupt rein darf.
Auch aus Xiniang gibt es Berichte, daß Gerüchte über ein Busattentat ausgestreut wurde, wegen Verbreitung dieser Gerüchte wurden Leute verhaftet.. man denke sich, was man will.
Ich rechne fast damit, daß einige Extremisten dort vor den olympischen Spielen noch etwas Trubel machen werden, die Minderheiten wittern etwas Morgenluft. Taiwan wird sicher auch nocht Thema, die Amerikaner haben nicht umsonst ihre Flugzeugträger näher herangezogen. Das halte ich aber momentan nicht für sehr akut.
Eine Rückreise würde ich für Unsinn halten, eher eine Rückfahrt zum Karakorum Highway und dann über Urumqi nach Norden zur Mongolei.
Ich verfolge das ganze momentan auch sehr genau, Dienstag geht es los nach Urumqi, am 5.4. wollen wir Tashkorgan und am 11.4. Dunhuang erreicht haben.
Grüße,
Stefan
Verfasst: 2008-03-27 16:38:13
von joern
Richtig, ich renne hier durch Delhi. Gar keine Zeit, die ganzen Annehmlichkeiten (z.B. echten Kaese!) so richtig zu geniessen.
Bremse ist wieder eingebaut, neue Belaege, neuer Radbremszylinder und Trommel ausgedreht fuer 30.- Euro, Werkzeug fuers Lager gabs noch dazu. Hier geht viel, aber gar nichts ruckzuck.
Mongoleivisa haben wir nun. Die wollte der Botschafter erst nicht rausruecken. Nach meinem Hinweis, wie das denn aussieht, wenn wir der indischen Presse nun erklaeren muessen, das die Reise abgebrochen werden muss, weil er keine Visa ausstellt, war er einerseits sauer, andererseits arbeitswillig. (Diese Notluege war etwas gemein, aber effektiv.)
Stellt sich noch die Frage, wie wir von hier in die Mongolei kommen. Wir wollten eigentlich in Nepal die Entwicklung der Lage abwarten, es wird aber wohl darauf hinauslaufen, das wir ueber den Karakorumhighway von Pakistan nach China einreisen. Das war jedenfalls das Alternativangebot des chin. Reiseveranstalters.
@ cookie: die Menschenrechtsunterdrueckung wuerde mich nicht davon abhalten, nach Tibet zu fahren. Im Gegenteil, Ausschluss der Oeffentlichkeit ist genau das, was die Unterdruecker wollen.
Verfasst: 2008-03-27 18:18:44
von osterlitz
Ich vermute, daß die Chinesen in der Hinsicht momentan am längeren Hebel sitzen, ohne Tibet-Permit kommt keiner rein. Daß sich was an der Situation tut, bis die Olympiade vorbei ist, glaube ich auch nicht.. die Medienaufmerksamkeit steigt bis August noch an und es heißt: jetzt oder nie.
Lau AU gibt es da ja nur einen Grenzübergang von China (Zamynd-Uud/Ereen (Dornod Aimag)), Fahrzeuge müssen innerhalb von 72 Stunden in Ulan-Bataar bei der Polizei gemeldet werden.
Grüße,
Stefan
Verfasst: 2008-03-27 18:43:58
von RobertH
osterlitz hat geschrieben:Fahrzeuge müssen innerhalb von 72 Stunden in Ulan-Bataar bei der Polizei gemeldet werden.
Wär mir neu, oder gilt das nur wenn man von China kommt, und wen interessierts?
Grüße Robert
Verfasst: 2008-03-27 20:47:02
von osterlitz
Gilt wohl ab 2007, aber die zweite Frage ist wohl berechtigt.
Viel Kontrolle ist da nicht..
Mongolische Polizei:
Grüße,
Stefan
Verfasst: 2008-03-27 22:43:25
von cookie
joern hat geschrieben:@ cookie: die Menschenrechtsunterdrueckung wuerde mich nicht davon abhalten, nach Tibet zu fahren.
Das hab ich damit auch nicht gemeint. Sollte nur ein andere Bezeichnung für China sein...
Im Gegenteil, Ausschluss der Oeffentlichkeit ist genau das, was die Unterdruecker wollen.
Äh, jepp. Aber was ist daran argumentativ positiv für Dich dort durchzufahren?
Weiterhin viel Erfolg!
Jan
Verfasst: 2008-03-27 22:56:35
von harobo
Hallo Felix...schön geschrieben...
LG Hans
Verfasst: 2008-03-31 12:01:08
von joern
@cookie: Unterdruecker wollen keine Oeffentlichkeit, zu dieser Oeffentlichkeit zaehlen fuer mich auch Touristen, die mit offenen Augen und Ohren selbstaendig durchs Land reisen. (Aber ich nehme fuer mich jetzt keinen investigativen Journalismus in Anspruch)
Ansonsten sind wir im erholsamen Nepal angekommen und entspannen uns in einem idyllischen Doerfchen direkt am Nationalpark.
Tanks sind voll, es kann wohl zu Engpaessen wegen der anstehenden Wahl kommen.
Mit Erschrecken musste ich auf einer Waage feststellen, dass es der 710er mit allen Fluessigkeiten auf exakt 8000kg bringt.
Verfasst: 2008-03-31 12:15:37
von Transporter
joern hat geschrieben:einer Waage feststellen, dass es der 710er mit allen Fluessigkeiten auf exakt 8000kg bringt.
Und die war geeicht ja?
Schöne Güße, und weiterhin gute Fahrt,
Transporter
Verfasst: 2008-03-31 23:21:06
von Kami
joern hat geschrieben:einer Waage feststellen, dass es der 710er mit allen Fluessigkeiten auf exakt 8000kg bringt.
solang nciht mehr gewogen wird...
Gruss
Kami
Verfasst: 2008-04-04 5:39:09
von joern
Habe gerade erfahren, dass es wohl bis zu den Spielen keine Genehmigungen fuer Tibet mehr geben wird. Es gibt zur Zeit angeblich GAR KEINE Genehmigungen fuer Einreisen nach China (auch ausserhalb Tibets) mit dem eigenen Fahrzeug.
Traurige Gruesse aus Pokhara
Joern
Verfasst: 2008-04-04 6:30:37
von egn
joern hat geschrieben:
Traurige Gruesse aus Pokhara
Das tut mir wirklich sehr leid für euch.
Es ist schon blöd wenn lange aufwändige Planungen einfach über den Haufen geschmissen werden. Und der finanzielle Aufwand ist ja auch nicht ohne gewesen.
Jetzt bleibt euch wohl doch nur die Rückreise mit einem Abstecher über Zentralasien. Sehr Schade.
China/Tibet ist damit als Reiseland auch in unseren Planungen in weite Ferne gerückt. Bis sich das wieder normalisiert hat kann es viele Jahrzehnte dauern. Eine Hoffnung von mir war dass sich China zu Olympia und auch danach mehr öffnet und ein freies Reisen mit eigenem Fahrzeug bald möglich wird. So haben die ganzen jetztigen Ereignisse China mindestens wieder 10 Jahre zurück geworfen.
Verfasst: 2008-04-04 6:50:37
von Lassie
Hallo,
gerade in der Shanghai Daily gelesen:
ab 01. Mai werden wieder Visas an Touristen nach Tibet erteilt.
Viele Grüsse aus Shanghai,
Jürgen
Edit: Kopie des Artikels:
http://www.jlaske.com/sidepics/tibet.jpg
Für die Leser mit kleinen Bildschirmen zum Link umgewandelt. Wilmaaa
Verfasst: 2008-04-04 9:09:24
von joern
Wir wuerden ja gerne noch ein bisschen hier abwarten, was sich tut. Erschwerend kommt aber hinzu, dass zwei weitere Fahrzeuge in Deutschland startklar bereit stehen. Sie wollten in Nepal zu uns stossen. Ist fuer sie natuerlich unguenstig, mal eben nach Nepal zu fahren, um dann gleich wieder umzudrehen und ueber Iran nach Zentralasien zu reisen. Aber wenn sie laenger abwarten, koennen sie es auch bei offener Grenze zu Tibet zeitlich nicht mehr schaffen.
Wenn Du die Goetter lachen hoeren willst, erzaehl ihnen Deine Plaene...
Verfasst: 2008-04-04 10:30:53
von cookie
egn hat geschrieben:... Bis sich das wieder normalisiert hat kann es viele Jahrzehnte dauern. Eine Hoffnung von mir war dass sich China zu Olympia und auch danach mehr öffnet und ein freies Reisen mit eigenem Fahrzeug bald möglich wird. So haben die ganzen jetztigen Ereignisse China mindestens wieder 10 Jahre zurück geworfen.
Da bin ich anderer Meinung. China wird alles daran setzen, das sich das Tohuwabohu um und in Tibet mögl. schnell wieder legt und viele Touristen dort hinreisen.
Der Artikel von Jürgen bestätigt dies.
Meine Prognose: In ein paar Monaten ist alles wie beim alten...
Bei den Einreisemöglichkeiten mit eigenem Fahrzeug bin ich vorsichtig. Ich vermute, dass sich hier nicht viel tun wird. Ob mit oder ohne Olympia - was hat das mit den paar wenigen (vermeintlich reichen) Leuten zu tun, die mit Ihrem Fahrzeug durch die Welt gondeln. Auch ich hab die Hoffnung, dass sich hier was tut - realistisch gesehen ist es aber wohl reines Wunschdenken...
Grüße!
Jan
Verfasst: 2008-04-05 11:11:28
von danimilkasahne
jaja das Los eines Reiseveranstalters ist schon hart -

Verfasst: 2008-04-05 11:14:59
von cookie
danimilkasahne hat geschrieben:jaja das Los eines Reiseveranstalters ist schon hart -

Das Los deren die Zuhause hocken, ist schon hart...

Verfasst: 2008-04-05 11:36:09
von joern
Eine Reise zu veranstalten sollte nicht mit "Urlaub machen" verwechselt werden. Aber ich beschwere mich nicht. Die naechsten 3 Wochen verbringe ich mit meiner Frau (neben ein paar organisatorischen Aufgaben) einfach mal erholsam in den nepalesischen Bergen oder Restaurants Pokharas/Kathmandus.
(Morgen fahren wir die schmale Strasse zum Campingplatz, da wird mir ganz mulmig, wenn ich an das letzte Mal denke, Fotos hier im Forum unter "Schraegparker" oder auch im Avatar zu sehen.)
Verfasst: 2008-04-08 12:55:02
von joern
Trekking in Nepal.
Der Rucksack liegt im Laster.
(Auffahrt nach Sarangkot von Pokhara. Zunaechst geteert mit mindestens 25% Steigung. Geht dann in Piste ueber, teils lockeres Geroell und Kurven, in denen ich 2 mal zuruecksetzen musste. Spannende Sache. Besonders bei Gegenverkehr. Demnaechst aber lieber Trekking zu Fuss.)
Verfasst: 2008-04-08 14:59:48
von cookie
Sehr geil. Das müsste auch die Auffahrt zu dem Gleitschirm Startplätzen sein.
Habt Ihr dort Gleitschirmflieger gesehen?
Verfasst: 2008-04-10 11:25:50
von joern
Genau, das ist der Gleitschirmfliegerberg.
Oben 50m unter dem Gipfel gibt es ein nettes Hotel, sehr ruhig, schoene Aussicht. Wenn es vorher stark geregnet hat, wuerde ich mir die Auffahrt aber ueberlegen.
Verfasst: 2008-04-10 11:31:46
von joern
Wegen der aktuellen Routenaenderung: kennt jemand einen fahrbaren, erlaubten Grenzuebergang zwischen Xinjiang (chin. Provinz im Westen) und der Mongolei?Der Veranstalter sagt ja, meine Karten zeigen da aber GAR KEINE Wege oder gar Strassen an. Einreise Xinjiang soll noch moeglich sein, sonst aber nichts mit dem eigenen Fahrzeug.
Verfasst: 2008-04-10 12:51:34
von egn
Ich habe mal in meinen Karten gesucht. Meist gibt es nur kleine Wege.
Die GPS-koordinaten findest Du unten bei dem rosa Doppelkreis.
Die in der Übersicht verwendete Karte kannst Du Dir unter
http://www.cityofnanaimo.com/asia/Mongo ... oliaRf.pdf runterladen. Sie ist allerdings sehr groß.
Übersicht:
1. Übergang:
Takshkent
2. Übergang:
Hongshanzui
3. Übergang:
Ulastay
4. Übergang:
Laoyemiao
Ich kann keine Garantie für die Genauigkeit übernehmen da die Angaben teilweise vage und die Karten alt sind.
Viel Erfolg,
Emil
Verfasst: 2008-04-10 15:10:26
von egn
Verfasst: 2008-04-26 10:28:07
von joern
Hatte ich schon erwaehnt, was ich von den Busfahrern hier halte?
Wenn man auf einer schmalen, zweispurigen Strasse von einem Bus ueberholt wird und es kommt gleichzeitig ein Bus von vorne, kann es zu unangenehmen Knirschgeraeuschen kommen.

Verfasst: 2008-04-26 10:58:09
von egn
Das sind wohl alles Kamikaze-Fahrer.
Über welchen Grenzübergang geht es denn jetzt?
Verfasst: 2008-04-26 11:21:55
von joern
Der chin. Veranstalter ist zuversichtlich, uns mit Sondergenehmigung ueber den Uebergang Takshkent zu bringen.
Der mongol. Botschafter in Berlin sagt dazu allerdings (sinngemaess):"Du kommst da nicht rein."
Da sich aktuell auch die chinesischen Visavorschriften verschaerfen (hier in Kathmandu gibt es seit einigen Tagen KEINE Visa fuer jegliche Touristen mehr, auch im "liberalen" Hongkong werden fuer China nur taggenaue Visa ausgestellt, wenn Hotelbuchungen nachgewiesen werden koennen) glaube ich den Chinesen erst, wenn wir durchgereist sind.
Kamikazefahrer: einige Kilometer nach unserer Rempelei wurde gerade ein Ueberlandbus mit Greifzuegen aus einer Schlucht geborgen. Da diese stets ueberfuellt sind und Personen auf dem Dach mitfahren, wird es Dutzende Opfer gegeben haben.