Hallo,
wenn Du eine realistische Prognose erhalten möchtest, wie sich Deine Konstruktion bei Verwindung verhalten wird, solltest Du Dein Fahrgestell vor dem Test mit Gewichten auf das spätere, maximale Reisegewicht bringen.
Im unbeladenen Zustand verwindet sich der Fahrzeugrahmen nur um einen Bruchteil des später Möglichen und der Test ist wenig aussagekräftig.
Die Längsverschiebung ist nur ein Teilaspekt bei Missachtung der neutralen Faser. Geht man unter Vollast von 4°/m Verwindung Deines Fahrzeugrahmens aus, dann komme ich auf ca. 25mm seitlichen Versatz der Wippenlagerbolzen zum Festlager (also in Querrichtung, nicht längs. Als Berechnungsgrundlage sind die Maße Deines Grundrahmens nur grob geschätzt) Diese Bewegung müsste später von Deinen Gummilagern aufgenommen werden, was sie vermutlich nicht können. Demnach wird entweder die Verschränkung des Fahrgestells behindert oder Dein Grundrahmen verzieht sich oder beides.
Wenn Du bei diesem Test einen Richtscheit diagonal auf das stehende und anschließend auf das angehobene Fahrzeug, bzw. den Rahmen legst, weißt Du mehr.
Einem
üblichen Pritschenaufbau auf einen Zetros o.Ä. ist das ziemlich egal, einem äußerst unüblichen Wohnaufbau dagegen meiner Meinung nach eher nicht.
Bei den Lagerbolzen würde ich Dir welche mit Schmiernippel empfehlen. Ich hatte mal eine Lagerung mit Passungsrost die komplett fest war und sich nicht mehr trennen ließ, auch nicht mit Gewalt.
Die Art der Ausführung der mittleren "Festlager" wäre mir ohne Knotenbleche in Querachse zu riskant.
Die Hauptbelastung der Lagerung tritt später auf der Piste und im Gelände bei Rollbewegungen auf, d.h. bei sehr starken und permanent wechselnden Querbeschleunigungen durch seitliches Schwanken und schlagartigem Abbremsen und Richtungswechsel dieser Bewegung. Deine Lagerung ist im mittleren Bereich aber ausschließlich auf Schubbelastungen ausgelegt. Der gesamte mittlere Teil des (sehr langen) Aufbaus kann so in der Querachse arbeiten. Auf Dauer hätte ich Sorge, dass diese Kräfte die einzelne Stoßschweißnaht an den Grundblechen schwächt und diese Risse bekommt.
Dazu kommen ggf. noch Verspannungen durch den seitlichen Versatz der Lagerung, die an gleicher Stelle wirken würden.
Unkritischer bei dynamischer Belastung wäre eine Überlappung der Bleche mit einer flächigen Verschweißung, statt auf Stoß, so wie hier:
PS: Das Foto stammt hier aus dem Forum. Das darf ich verlinken, oder?
Auch die Anbindung der Wippen an den Fahrzeugrahmen mit den sehr breiten U-förmigen Brücken sehe ich wie Burkhard kritisch. Ich denke, dass diese Konstruktion bei Rahmenverwindungen Probleme machen kann, da sich diese Brücken (bedingt durch ihre Breite) in ihrer Querachse verwinden werden. Dafür sind sie aber nicht gemacht. Die entstehenden Spannungsspitzen in den Schweissnähten der 90° Ecken am Obergut werden möglicherweise Probleme bereiten. Das betrifft vor allem die vordere Wippenanbindung, die im Bereich der stärksten Rahmenverwindung liegt. Die Lösung für dieses Problem wurde von Burkhard schon genannt.
Grüße
Olli