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Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-11-15 23:58:35
von fridolin_22
Der Initiator hat geschrieben:
2025-11-15 23:42:19
Nun, dass deutsche Medien zu viel über Ecuador berichten, scheint nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil, da muss schon außergewöhnliches passieren:
Enzo hat geschrieben:
2025-10-08 23:55:49
wenn Steine auf das gepanzerte Fahrzeug des Präsidenten geworfen werden, dann schafft es Ecuador auch in die deutschsprachigen Nachrichten.
In dem Artikel steht einiges, was sich einfach und bequem überprüfen lässt.
Dann überprüf das mal unabhängig und lass uns an deinen Erkenntnissen teilhaben ...

Gruß
Marc

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-11-16 10:46:40
von sico
Na ja,
über viele Jahre hat uns Enzo=Jens Ecuador als das gelobte Land beschrieben, während Deutschland in seiner Bürokratie erstickt.
Wenn ich allerdings den oben verlinkten Artikel so lese, dann sind für Ecuador die Zeiten des gelobten Landes momentan wohl zu Ende.

LG
Sico

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-11-16 11:09:42
von Der Initiator
Wobei das kein Widerspruch ist, das wird in jedem Land der Erde gehen. Er macht nicht den Eindruck, als würde er aus lauter Verzweiflung Märchen erzählen und ich habe den Artikel auch nicht verlinkt, um zu sagen "stimmt alles nicht".

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-11-17 18:56:27
von Enzo
Moin,
interessanter Artikel. So kann man es auch sehen. Schwierig darauf zu antworten, ohne dass es in einer politischen Diskussion endet, auf die ich keinen Bock habe und die hier, zurecht, auch nicht erwünscht ist.
Ich, der in Ecuador zu Hause ist, sehe und empfinde es anders.

Kurz zum Streik. Als nationaler Streik von der obersten indigenen Führung ausgerufen, beschränkten sich die Strassenblockaden auf zwei Landkreise. Otavalo und Cotacachi. Die Führer der Völker des Amazonas sagten schon zu Beginn, dies ist nicht unser Streik. Die Völker in den südlichen Anden machten auch nicht mit und die Transportwirtschaft und deren Gewerkschaften beteiligten sich ebenfalls nicht. Die Transportwirtschaft bekommt Ausgleichszahlungen für den nun teureren Diesel. Damit bleiben die Transportkosten stabil.
Es wurden täglich neue Forderungen von diversen indigenen Verbänden und Führern gestellt und die Regierung lehnte konsequent jeglichen Dialog ab und machte deutlich, politische Entscheidungen werden im Parlament, von der Regierung, dem Präsidenten getroffen und nicht auf der Straße. Somit verlief das Leben in Ecuador fast überall völlig normal, nur wir waren durch die Blockaden völlig abgeschnitten. In der vierten Streikwoche kippte dann auch die Stimmung bei der indigenen Stadtbevölkerung, da sie als Händler, Kaufleute, Produzenten und im Tourismussektor tätig die Zeche zahlten. Sie ließen sich nicht mehr unter Druck setzen und öffneten demonstrativ ihre Geschäfte. Parallel dazu wurden in Otavalo einige tausend Polizisten und Militärs zusammengezogen um die Straßenblockaden zu räumen.
Am Ende war nur noch ein harter Kern, ohne jegliche Unterstützung, streikbereit. Nach 31 Tagen verkündeten die indigenen Bauernverbände von Cotacachi und Otavalo das Ende des Streiks. Am nächsten Tag waren die Straßen geräumt, die Supermärkte und der Mercado wieder mit Waren bestückt. So als wäre nichts gewesen.
Was bleibt? 3 tote Demonstranten, viele verletzte Polizisten und Militärs, eine zerstörte Polizeiwache in Otavalo mit einigen verbrannten Eindatzfahrzeugen, zerstörte Infrastruktur, viele zerstörte oder beschädigte private Autos und LKWs. Und ein immenser wirtschaftlicher Schaden in der Provinz Imbabura.
Die im Artikel erwähnten regierungsseitigen Abschaltungen von Mobilfunk und Internet gab's weder in Cotacachi noch bei unseren Freunden in Otavalo.
Nun ist dem Präsidenten Noboa etwas gelungen, woran alle Vorgänger gescheitert sind. Selbst der ehemalige und damals sehr beliebte sozialistische Präsident Correa wollte die Treibstoff Subventionen kürzen oder streichen. Aus Angst vor massiven Widerstand nahm er dieses Projekt nicht in Angriff.

Gestern war, die mit Spannung erwartete Volksabstimmung. Alle von der Regierung vorgeschlagen Fragen wurden eindeutig abgelehnt.

a) Keine staatliche Parteifinanzierung mehr
b) Verringerung der Abgeordnetenzahl im Parlament
C) Zulassung von ausländischen Militärstützpunkten auf ecuadorianischen Staatsgebiet
d) Einberufung einer verfassungsgebenen Versammlung zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung

Dies war die erste schwere Wahlniederlage des jungen Präsidenten. Er besitzt zwar eine große Zustimmung bei seiner Politik der "harten Hand" gegen die organisierte Kriminalität und der Korruption. Da hat er die Bevölkerung hinter sich. Das Ergebnis der Abstimmung hat aber klargestellt, nur im Rahmen der jetzigen Verfassung und des bestehenden Staatswesens. So kann es gehen, wenn die Politik, trotz ausreichender Mehrheiten im Parlament, bei entscheidenen Fragen die Zustimmung des Volkes benötigt.
Damit ist auch, das im Artikel beschriebene Szenario, vom Tisch. Der Präsident muss sich neu erfinden. Er ist jung und hat noch 3 Jahre Zeit, eine klare politische Agenda, Visionen und vor allem, Lösungen zu präsentieren.
Polarisierende Reden, Tik Tok und viele Auslandsbesuche reichen nicht.
Alle politischen Beobachter sind sich heute einig in ihren Kommentaren. Noboa ist nicht Milei, Bukele oder Trump. Er ist weder konservativ noch liberal. Er geistert vage in einem politischen Niemandsland herum. Deshalb auch das klare NO bei der Abstimmung. Die Wähler wollen Klarheit, wollen wissen wohin die Reise geht.
Das kostenlose öffentliche Gesundheitswesen leidet unter Finanzmangel, die gesetzlich Renten und Krankenversicherung kämpft mit dem demografischen Wandel, die Zahl der Arbeitsplätze im formellen, vertraglichen Sektor stagniert, viele arbeiten im informellen Sektor. Das öffentliche Bildungssystem ist auch ein Dauerthema. Kein Wunder, dass viele Schüler auf Privatschulen gehen.
In diesem Jahr erzielt die ecuadorianische Exportwirtschaft, trotz stark einbrechender Einnahmen aus der Ölindustrie, neue Rekordergebnisse und es läuft alles auf ein Wirtschaftswachstum von 3,8% heraus. Da geht also was. Darauf lässt dich doch aufbauen.

sico hat geschrieben:
2025-11-16 10:46:40
Na ja,
über viele Jahre hat uns Enzo=Jens Ecuador als das gelobte Land beschrieben, während Deutschland in seiner Bürokratie erstickt.
Wenn ich allerdings den oben verlinkten Artikel so lese, dann sind für Ecuador die Zeiten des gelobten Landes momentan wohl zu Ende.

LG
Sico
Moin Sico, mit der Bibel und dem gelobten Land habe ich es nicht so. Das Paradies gibt es nicht. Ecuador ist für mich kein gelobten Land, sondern ein Land in dem ich mich wohlfühle. Tauschen möchte ich derzeit nicht. Wobei ich nicht weiß was morgen ist.
Mir ist durchaus bewusst, für viele Andere ist Ecuador nichts. Aber muss ja auch nicht.
Der Initiator hat geschrieben:
2025-11-16 11:09:42
Wobei das kein Widerspruch ist, das wird in jedem Land der Erde gehen. Er macht nicht den Eindruck, als würde er aus lauter Verzweiflung Märchen erzählen und ich habe den Artikel auch nicht verlinkt, um zu sagen "stimmt alles nicht".
Gut erfasst

Gruß Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-11-17 20:57:31
von Ulf H
DANKE ... wie immer, von innen siehts deutlich anders aus ...

Gruss Ulf

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-12-05 16:36:18
von Der Initiator
Ich habe wieder mal was Neues, vielleicht interessiert es ja: atmosfair startet Pflanzenkohleproduktion in Ecuador

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-12-09 17:22:01
von Enzo
Moin, so ab und an muss ich mal raus aus den Anden. Ging es die letzten an die tropische Küste, fuhr ich diesmal ins Amazonas-Tiefland runter. Hatte mir einen kleinen Ort ausgesucht, rund 300km Fshrt. Mit dem Auto 6-7Std, ich fuhr kostengünstig und stressfrei mit dem Bus. 2 Mal umsteigen und nach 10Std trudelte ich am Zielort ein und die Schwitzkur konnte beginnen.
Start in Cotacachi
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Ein Knopfdruck und der Kühlergrill fährt hoch. Der Kühler sitzt so 1,50m weiter hinten
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Letzte Etappe
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Vorher gehts über einen Pass auf 4070m. Danach nur noch runter. Klima und Vegetation ändern sich gewaltig
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Rio Napo, da wollte ich hin
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Rio Napo, ein Zufluss des Amazonas. Wer lange genug paddelt erreicht die brasilianische Atlantikküste
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Flüsse und Lagunen sorgten für die notwendige Abkühlung

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-12-09 17:31:04
von Enzo
Noch ein paar Eindrücke
Ausflug in ein Reservat. Affen, Kaimane, viele Vögel
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Affen waren auch im Ort genügend. Klauen wie die Raben
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Warten auf ein Taxi. Ausflüge entweder auf der Ladefläche eines Lastenpickups oder Wassertaxi
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Ein wenig Nachtleben und Fussball gucken
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Der super Mond
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Nach 4 Tagen Abflug. Zurück in die Anden
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Gruß Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-12-09 20:59:36
von fridolin_22
Schöne Fotos! Werden Erinnerungen wach...
Kann mich noch an die Aerotaxis von Quito runter an die Küste erinnern. Die hatten nicht ohne Grund einen kleinen Altar vorne beim Fahrer...
Rauf bis Otavalo sind wir seinerzeit auch gekommen.

Gruß
Marc

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-12-09 21:02:38
von ellwood25
Och Mensch Jens,

...jetzt habe ich wieder Fernweh :)
Spass Beiseite: Vielen Dank für das Update. Macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Viele Grüße,
Florian

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2025-12-09 23:07:22
von Enzo
fridolin_22 hat geschrieben:
2025-12-09 20:59:36
Rauf bis Otavalo sind wir seinerzeit auch gekommen
da fehlten dann nur noch 20mln zu uns
ellwood25 hat geschrieben:
2025-12-09 21:02:38
Macht auf jeden Fall Lust auf mehr.
Hallo Florian,
stimmt.....mache schon Pläne :D Aber nun ist Kristina dran, fliegt in zwei Wochen zu Freunden nach Spanien und ich hüte LKW und Hund. Grüße an die Familie, Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-03-04 11:41:14
von Puffi

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-03-04 15:53:21
von Enzo
Moin Puffi,

Ecuador kann jegliche Unterstützung gut gebrauchen. Ob finanziell, personell, Geheimdienstinformationen oder in Form von technischer Ausrüstung. In dieser Hinsicht läuft die Zusammenarbeit mit den USA wesentlich besser als früher. Es gibt schon seit einigen Jahren ein Sicherheitsabkommen mit den USA, unterzeichnet noch vom vorherigen ecuadorianischen Präsidenten. Dieses erlaubt den gemeinsamen Einsatz von US und ecuadorianischen Militärs auf ecuadorianischen Staatsgebiet, . Die US Küstenwache operiert innerhalb der Hoheitsgewässer Ecuadors, vor allem rund um die Galapagos Inseln. Die Küstenwache macht Aufklärung und setzt Schiffe fest und verständigt die ecuadorianische Marine, die dann zuständig ist. Diese Operation sollen auf den Golf von Guayaquil ausgeweitet werden.
Am Montag gab es ein Treffen mit dem Kommandeur des amerikanischen Südkomandos. Im Anschluss daran verkündete unser Präsident eine neue Phase im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Ein Schwerpunkt ist der illegale Goldabbau.
Welche Operation auf dem ecuadorianischen Festland durchgeführt werden oder wurden ist noch nicht bekannt.
Heute morgen gab es folgende Pressemitteilung:

"Das ecuadorianische Präsidialamt  hatte bereits angekündigt , mit Unterstützung regionaler Verbündeter, darunter der Vereinigten Staaten, eine umfassende Offensive gegen das organisierte Verbrechen in Ecuador zu starten . Tatsächlich hatte Präsident Noboa am 2. März, vor seinem Treffen mit Donovan im Carondelet-Palast, erklärt, dass noch im selben Monat Militär- und Polizeieinsätze zur Bekämpfung krimineller Gruppen durchgeführt würden.
In der Nacht zum Dienstag, dem 3. März, nach der Freigabe des Videos des Südkommandos, teilte das ecuadorianische Verteidigungsministerium mit: „Die Details der Operationen der TOTAL OFFENSIVE sind vertraulich, um zukünftige Aktionen nicht zu behindern.“

Gruß Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-03-05 11:57:51
von Puffi
Enzo hat geschrieben:
2026-03-04 15:53:21
Moin Puffi,

Ecuador kann jegliche Unterstützung gut gebrauchen. Ob finanziell, personell, Geheimdienstinformationen oder in Form von technischer Ausrüstung. In dieser Hinsicht läuft die Zusammenarbeit mit den USA wesentlich besser als früher. Es gibt schon seit einigen Jahren ein Sicherheitsabkommen mit den USA, unterzeichnet noch vom vorherigen ecuadorianischen Präsidenten. Dieses erlaubt den gemeinsamen Einsatz von US und ecuadorianischen Militärs auf ecuadorianischen Staatsgebiet, . Die US Küstenwache operiert innerhalb der Hoheitsgewässer Ecuadors, vor allem rund um die Galapagos Inseln. Die Küstenwache macht Aufklärung und setzt Schiffe fest und verständigt die ecuadorianische Marine, die dann zuständig ist. Diese Operation sollen auf den Golf von Guayaquil ausgeweitet werden.
Am Montag gab es ein Treffen mit dem Kommandeur des amerikanischen Südkomandos. Im Anschluss daran verkündete unser Präsident eine neue Phase im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Ein Schwerpunkt ist der illegale Goldabbau.
Welche Operation auf dem ecuadorianischen Festland durchgeführt werden oder wurden ist noch nicht bekannt.
Heute morgen gab es folgende Pressemitteilung:

"Das ecuadorianische Präsidialamt hatte bereits angekündigt , mit Unterstützung regionaler Verbündeter, darunter der Vereinigten Staaten, eine umfassende Offensive gegen das organisierte Verbrechen in Ecuador zu starten . Tatsächlich hatte Präsident Noboa am 2. März, vor seinem Treffen mit Donovan im Carondelet-Palast, erklärt, dass noch im selben Monat Militär- und Polizeieinsätze zur Bekämpfung krimineller Gruppen durchgeführt würden.
In der Nacht zum Dienstag, dem 3. März, nach der Freigabe des Videos des Südkommandos, teilte das ecuadorianische Verteidigungsministerium mit: „Die Details der Operationen der TOTAL OFFENSIVE sind vertraulich, um zukünftige Aktionen nicht zu behindern.“

Gruß Jens
Danke Jens... so wird ein Bild draus...
Momentan kommt aus Amerika halt nicht immer das was man eigentlich erwartet. Man kann nur hoffen, daß Ecuador auf Dauer zur Ruhe kommt. Das schöne Land hat es verdient.

Gruß Puffi

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-03-06 18:14:36
von Enzo
Puffi hat geschrieben:
2026-03-05 11:57:51
Momentan kommt aus Amerika halt nicht immer das was man eigentlich erwartet.
Stimmt, immer für Überraschungen gut. Und nicht immer ist alles Negativ was aus den USA kommt. Wenn ich mal lobende Worte für Trump finde, mache ich mich in deutschen Kreisen äußerst unbeliebt :D Nur ein aktuelles Beispiel: Der ecuadorianische Wunsch nach einem Handelsabkommen mit den USA scheiterte komplett an der vorherigen US Regierung. Biden mag ein Transatlantiker sein, aber Südamerika ging ihm völlig am Arsch vorbei. Heute nun wurde die Unterzeichnung eines Abkommens mit den USA noch Mitte des Monats angekündigt. Für 50% aller ecuadorianischen Exportwaren wird der Zoll auf Null gesetzt. Beim Rest bleibt es vorerst bei 15%, da wird aber noch weiter verhandelt.
Auch hat die USA auf ecuadorianischen Wunsch hin einige hiesige Gruppierungen in die Liste der Terrororganisationen aufgenommen. Die damit verbundenen Sanktionen und das einfrieren von Vermögenswerten trifft diese Kartelle recht empfindlich. Unser Präsident Noboa trifft sich recht häufig mit Trump, ist regelmäßig in den USA. Zu irgendwas muss das ja gut sein :joke: Aber Noboa ist auch in Miami geboren und hat in den USA studiert, von daher bestehen auch persönliche Bindungen zu den USA. Er ist eh viel im Ausland unterwegs, wirbt für gemeinsames Vorgehen gegen die internationale organisierte Kriminalität und Handelsbeziehungen. Manche stören sich dran, er soll mehr in Ecuador präsent sein. Aber für Ecuador recht vorteilhafte Handelsabkommen mit China, Südkorea und den Vereinigten Emiraten sind bisher das Ergebnis. Dazu eine wesentlich engere Zusammenarbeit mit den Golfstaaten, Italien, Spanien, DEA und Europol im Kampf gegen die Kartelle. Sie sind ja in Europa genauso präsent wie hier in Ecuador.
Gestern hatte Trump zu einer Sicherheitskonferenz eine ganze Reihe von lateinamerikanischen Präsidenten eingeladen. Bis auf die Präsidenten von Brasilien, Mexico und Kolumbien waren fast alle in Florida. Die Sicherheitskrise ist ja kein rein ecuadorianisches Problem. Zieht sich durch den ganzen Kontinent. Von Mexico und Kolumbien mal ganz abgesehen, sind nun auch ehemalige sichere Länder wie Chile oder Costa Rica betroffen.
Das einzige Lateinamerikanische Land, dass die Krise gut im Griff hat ist El Salvador. Aus diesem Grunde wird das "Modell Bukele" immer populärer und die Präsidenten anderer Länder schauen sich dies vor Ort sehr genau an.

Gruß Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-05-21 15:12:16
von Enzo
Moin,

Die Regierung ein neues Programm zur Steigerung des sozialen Wohnungsbaus für junge Familien aufgelegt. Der Staat gibt einen Zuschuss, ähnlich einer deutschen Kaufpräme für Elektro-Autos, und sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können Spenden. Die Spendensumme verringert nicht das zu versteuernde Einkommen sondern wird direkt von der zu zahlenden Steuer abgezogen und darf höchstens 30% der Steuersumme betragen. Auch mal ein interessanter Ansatz.
Auch Städte und Gemeinden leisten ihren Beitrag. Das Bauland wird kostenlos zur Verfügung gestellt und die Erschließung mit dem Fuhrpark und den Beschäftigten der Bauhöfe erledigt. Staatlich abgesicherte Kredite mit Zinsen von 5% statt 12% sind noch eine Säule des Wohnungsbaus. Sozialer Wohnungsbau bedeutet immer die Schaffung von Wohneigentum. Eines eigenen Hauses oder Appartement, nie die Förderung von Mietwohnungen. Mieten gilt eher als unsozial da junge Familien in Armut gehalten werden, wenn ein beträchtlicher Anteil des Einkommens für die Miete draufgeht.
Gebaut werden in aller Regel Reihenhäuser, schlicht und einfach, eins wie das andere und mit serieller Fertigung. Nach 5 Jahren ist das Wohneigentum bezahlt und es bleibt mehr Geld für andere Dinge.
Ansonsten geht hier alles sein ruhigen ecuadorianischen Gang. Starke Regenfälle haben die Stromsituation etwas entspannt, dafür kommt es zu kleineren Engpässen bei Diesel, Benzin und Kerosin. Flugzeuge aus den Nachbarländern kommend, dürfen in Ecuador nicht mehr tanken, müssen genügend Kerosin bunkern um wieder nach Hause zu kommen. Damit sollen die Langstreckenflüge aufrecht gehalten werden. Bin gespannt ob es klappt oder KLM/ Iberia ihre Flüge im Herbst zusammen streichen.

Gruß Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-05-21 22:00:44
von Der Initiator
Enzo hat geschrieben:
2026-05-21 15:12:16
Moin,

Die Regierung ein neues Programm zur Steigerung des sozialen Wohnungsbaus für junge Familien aufgelegt. Der Staat gibt einen Zuschuss, ähnlich einer deutschen Kaufpräme für Elektro-Autos, und sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen können Spenden. Die Spendensumme verringert nicht das zu versteuernde Einkommen sondern wird direkt von der zu zahlenden Steuer abgezogen und darf höchstens 30% der Steuersumme betragen. Auch mal ein interessanter Ansatz.
Auch Städte und Gemeinden leisten ihren Beitrag. Das Bauland wird kostenlos zur Verfügung gestellt und die Erschließung mit dem Fuhrpark und den Beschäftigten der Bauhöfe erledigt. Staatlich abgesicherte Kredite mit Zinsen von 5% statt 12% sind noch eine Säule des Wohnungsbaus. Sozialer Wohnungsbau bedeutet immer die Schaffung von Wohneigentum. Eines eigenen Hauses oder Appartement, nie die Förderung von Mietwohnungen. Mieten gilt eher als unsozial da junge Familien in Armut gehalten werden, wenn ein beträchtlicher Anteil des Einkommens für die Miete draufgeht.
Gebaut werden in aller Regel Reihenhäuser, schlicht und einfach, eins wie das andere und mit serieller Fertigung. Nach 5 Jahren ist das Wohneigentum bezahlt und es bleibt mehr Geld für andere Dinge.
Ansonsten geht hier alles sein ruhigen ecuadorianischen Gang. Starke Regenfälle haben die Stromsituation etwas entspannt, dafür kommt es zu kleineren Engpässen bei Diesel, Benzin und Kerosin. Flugzeuge aus den Nachbarländern kommend, dürfen in Ecuador nicht mehr tanken, müssen genügend Kerosin bunkern um wieder nach Hause zu kommen. Damit sollen die Langstreckenflüge aufrecht gehalten werden. Bin gespannt ob es klappt oder KLM/ Iberia ihre Flüge im Herbst zusammen streichen.

Gruß Jens
Sehr interessant, danke.

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-08 17:02:34
von Enzo
Moin, hier mal erwas zun Thema Rentnertarif und Digitalisierung des Finanzsystems.
Seit einem Jahr habe ich das gesetzliche Rentenalter erreicht und profitiere von Renterrabatten. 50% Ermäßigung bei der Grundsteuer, Rentnertarif bei den Wasser und Stromversorgern, halber Preis beim öffentlichen Transport. Auch mein, bei KLM gebuchter Flug von Quito-Hamburg und zurück, reduzierte sich von 1600 US Dollar auf 1100$.
Nun habe ich endlich die Mehrwertsteuerbefreiung in Angriff genommen. Bis zu 150 Dollar monatlich werden für Dinge des täglichen Bedarfs erstattet. Früher musste man sich überall Rechnungen ausstellen lassen, sammeln und beim Finanzamt vorlegen. Diese Zeiten sind Geschichte
Jede Firma, jedes Geschäft ist zur elektronischen Rechnungsstellung verpflichtet, ab einem bestimmten Jahresumsatz. Ich bekomme die Rechnung per Mail, wenn meine E Mail hinterlegt ist, und gleichzeitig landet die Rechnung im Zentralsystem des Finanzamtes. Bisher war ich ja froh, dass wir seit 11 Jahren in Ecuador völlig unbehelligt von Ämtern und Bürokratie leben und arbeiten konnten, aber gestern nun ging ich freiwillig zum Finanzamt, bestehend aus einer Sachbearbeiterin. Dort wurde ich registriert und bekam ein Passwort per Mail, für den Zugang zum System. War in 15 min erledigt, die äußerst nette Mitarbeiterin erklärte mir wie das Ganze funktioniert. Hellhörig wurde ich, als sie sagte, es wird bis zu 12 Monate zurück erstattet. Am Nachmittag habe ich mich, mit Hilfe von jemanden, der was davon versteht, ins System eingeloggt, meine Bankdaten eingegeben und ein Klick später wurden mir alle meine Einkäufe der letzten 12 Monate, die ich mit meiner Personalausweissnummer tätigte, angezeigt. Schön sortiert nach Monat und Datum, und die erstattungsfähige Mehrwertsteuer. Ich habe dann alle Rechnung markiert und eine "Sammelbestellung" aufgegeben. In ein paar Monaten trudelt die Mehrwertsteuer auf unserem Konto ein. Dieses läuft scheinbar noch nicht über die KI gesteuerte Software und dauert etwas länger.
Für Unternehmen entfällt jetzt die Umsatzsteuererklärung, da sich alle Ein und Ausgangsrechnungen im System befinden und automatisch zugeordnet werden.
Ansonsten läuft hier bei uns alles seinen ganz normalen ecuadorianischen Gang. Ruhig und friedlich. Das deutsche Handwerk, vertreten von mir, hat Unterstützung bekommen. Ein weiterer Handwerksmeister hat sich in Cotacachi niedergelassen. Betrieb in Deutschland entnervt geschlossen und nun Cotacachi. Mal wieder richtig gut, sich mit einem Kollegen vom deutschen Bau zu unterhalten.
Die Trockenzeit traf pünktlich im Juni ein, von wetterextremen merkt man hier nichts. Da gibts bisher keine Veränderungen. Nun steht El Niño vor der Tür. Alle Landkreise der westlichen Andenabhänge bis zu einer Höhe von 1500m haben Alarmstufe Orange. Müssen sich auf Überflutungen/Erdrutsche vorbereiten. Wenn dann ab SeptemberOktober die Dürre im östlichen Tiefland einsetzt, wirds wohl wieder kritisch mit den Wasserkraftwerken. Zur Zeit wird viel Geld in die Hand genommen, um die Stromnetzte/Umspannwerke zu modernisieren. Die Stromverluste im Netzt sind unverhältnismäßig gross.

Gruß Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-08 19:26:59
von MartinS
Moin Jens,

alles Gute nach Ecuador und berichte gerne weiter; sehr informativ.

LG von Martin, der Ende 2020 seinen Betrieb nach 25 Jahren auch "entnervt" geschlossen hat und lieber mit 62 Jahren in Rente gegangen ist - beste Entscheidung ever.

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-08 20:49:46
von steyermeier
MartinS hat geschrieben:
2026-08-08 19:26:59
Moin Jens,

alles Gute nach Ecuador und berichte gerne weiter; sehr informativ.

LG von Martin, der Ende 2020 seinen Betrieb nach 25 Jahren auch "entnervt" geschlossen hat und lieber mit 62 Jahren in Rente gegangen ist - beste Entscheidung ever.
Auch alles Gute...
Vom heimischen Berufskollegen... Der gerade zwei Aufträge abgelehnt hat... Trotz Freunde usw...
Lilli ist da , Urlaub... Und wenn ich's genau betrachte...
Ist der Betrieb auch zu... Gebastelt wird weiter... Aber meine Sachen! Super !
Gruß Markus

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-09 1:00:17
von Enzo
MartinS hat geschrieben:
2026-08-08 19:26:59
Moin Jens,

alles Gute nach Ecuador und berichte gerne weiter; sehr informativ.

LG von Martin, der Ende 2020 seinen Betrieb nach 25 Jahren auch "entnervt" geschlossen hat und lieber mit 62 Jahren in Rente gegangen ist - beste Entscheidung ever.
Danke, alles Gute zurück. Hast ja lange durchgehalten. Ich habe ja schon mit 51 Jahren die Segel gestrichen. Auch wenn die Schließung des Betriebes der finanzielle Super GAU war, wir haben es nie bereut.
steyermeier hat geschrieben:
2026-08-08 20:49:46
Auch alles Gute...
Vom heimischen Berufskollegen... Der gerade zwei Aufträge abgelehnt hat... Trotz Freunde usw...
Auch dir alles Gute. Sind ja fast Nachbarn gewesen. Ich lehne auch alles ab. Keine Arbeiten mehr im Kundenauftrag. Ein Haus bauen wie es mir gefällt und dann einen Kunden suchen der es kauft, dies ist eine andere Nummer. Aber nun ist Schluss mit der Bauerei, ein Haus steht noch herum und muss verkauft werden. Nur mein Sohn in Lüneburg droht mit Arbeit. Will bauen und aus naheliegenden Gründen soll es ein Holzrahmenbau werden. Ich glaube, der Grund bin ich :joke:

Gruß Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-09 10:09:54
von steyermeier
Enzo hat geschrieben:
2026-08-09 1:00:17
MartinS hat geschrieben:
2026-08-08 19:26:59
Moin Jens,

alles Gute nach Ecuador und berichte gerne weiter; sehr informativ.

LG von Martin, der Ende 2020 seinen Betrieb nach 25 Jahren auch "entnervt" geschlossen hat und lieber mit 62 Jahren in Rente gegangen ist - beste Entscheidung ever.
Danke, alles Gute zurück. Hast ja lange durchgehalten. Ich habe ja schon mit 51 Jahren die Segel gestrichen. Auch wenn die Schließung des Betriebes der finanzielle Super GAU war, wir haben es nie bereut.
steyermeier hat geschrieben:
2026-08-08 20:49:46
Auch alles Gute...
Vom heimischen Berufskollegen... Der gerade zwei Aufträge abgelehnt hat... Trotz Freunde usw...
Auch dir alles Gute. Sind ja fast Nachbarn gewesen. Ich lehne auch alles ab. Keine Arbeiten mehr im Kundenauftrag. Ein Haus bauen wie es mir gefällt und dann einen Kunden suchen der es kauft, dies ist eine andere Nummer. Aber nun ist Schluss mit der Bauerei, ein Haus steht noch herum und muss verkauft werden. Nur mein Sohn in Lüneburg droht mit Arbeit. Will bauen und aus naheliegenden Gründen soll es ein Holzrahmenbau werden. Ich glaube, der Grund bin ich :joke:

Gruß Jens
Ich hab ja mit verkaufen bald aufgehört und vermietet... Hast du dann zwar nie ganz von der Backe, aber meistens kommt dann regelmäßig Geld... Inzwischen zu mir und nicht zur Bank.
Ein Sohn wohnt im HRB von mir, der andere hat Zimmerer gelernt... Kann er selbst bauen.
Ich kann dann beim Richten noch helfen und kluge Sprüche machen.
Du kommst dann nach LG zum bauen?
Dann können wir uns ja Mal treffen und kluge Sprüche machen...
Gruß Markus

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-09 13:45:32
von Enzo
Kluge Sprüche, das können wir gerne machen. Sein Grundstück befindet sich im Landkreis Lüneburg, passt also. Weiss nur nicht wann der Bau endlich losgeht. Bis der letzte Papierkram erledigt und die Baugenehmigung vorhanden ist, da ist das Haus in Ecuador, qualitativ hochwertig für 500 US Dollar/m² schlüsselfertig, schon längst gebaut und die Bauherren haben sich gemütlich eingerichtet. Ausserdem ist er als selbstständiger Elektromeister mit zwei kleinen Kindern zeitlich stark eingeschränkt. Ich lasse mich überraschen......

Schönen Sonntag
Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-09 14:12:07
von WUNT
💓 lichen dank jens/enzo für einen weiteren informativen lagebricht und 💐zum geplanten nächsten lebensabschnitt!
ende oktober kommen wir für geplante 2,5jahre euch etwas näher mit unserem mobilchen namens „sol“- aber für einen besuch stören ein paar meter wasser (btw wir wollen nach mexilo und zentralamerika).

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-09 20:04:16
von franz_appa
Hi

Von "dieser" Art Digitalisierung kann man hier nur träumen...

Und die finanzielle Erleichterung ab Renteneintritt - müsste man mal Herrn Klingbeil und Fritze Merz vorschlagen...
:lol:

Grüße nach Südamerika !!

natte

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-10 2:38:27
von Enzo
franz_appa hat geschrieben:
2026-08-09 20:04:16
Und die finanzielle Erleichterung ab Renteneintritt - müsste man mal Herrn Klingbeil und Fritze Merz vorschlagen...
Hallo Natte,
ich weiss nicht, ob die deutsche Bevölkerung davon begeistert wäre, wenn im Gegenzug der Sozialstaat ersatzlos gestrichen wird. Staatliche Transferleistungen, Bürgergeld usw. sucht man vergebens. Gibt ja noch nicht mal ein Sozialamt. Hier muss jeder selber den Arsch hochkriegen und im Notfall die Familie einspringen. Von daher ist es ein kleines Zugeständnis an die Bevölkerung ab 65 Jahre, die oftmals nur eine sehr kleine Rente erhält.

Der heutigen Stand der hiesigen Digitalisierung wird in Deurtschland auf Grund des Föderalismus und des Datenschutzes nie erreicht werden. Macht aber Sinn in einem Land ohne Meldebehörde, Adressen, Post und Briefkästen. Da kommt man mit Papier nicht allzu weit :D Der Staat verspricht sich davon drei Dinge.
1. Schnellere und effizientere Verwaltung
2. Ein schlankerer Staat. Durch Entlassungen von überflüssigen Behördenmitarbeitern in großer Zahl, Zusammenlegung von Behörden und Ministerien sinken in diesem Jahr zum ersten Mal die Ausgaben für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
3. Kampf gegen die organisierte Kriminalität
Durch das Verknüpfen der Zentralsysteme vom Finanzamt, Zoll, Wirtschaftsbehörde, Bankenwesen, Grundbuchämtern, Verkehrsbehörde mit Hilfe von entsprechender Software (Palantir) wurden wurden schon hunderte Millionen Dollar verdächtiger Finanzströme (Geldwäsche) aufgedeckt. Viele Unternehmen geschlossen, deren Inhaber verhaftet und auch eine ganze Reihe von hochrangigen Politikern inklusiver deren Verwandtschaft angeklagt.
Auch die staatliche Krankenkasse ist voll digitalisiert. Dort Termine nur online im zentralen System und eine digitale Krankenakte auf die jeder Arzt, der bei der Kasse beschäftigt ist, Zugriff hat.
Und Bauanträge/Pläne natürlich nur in digitalisierter Form.
Mir hat die Digitalisierung der Migrationsbehörde mal den Arsch gerettet. In Deutschland wurde ein Gerichtsverfahren gegen mich eröffnet. Ich erfuhr davon ein Tag vor der Verhandlung. Ein Baustoffgrosshändler hatte mich, wegen einer grösseren unbezahlten Rechnung verklagt. Da hatte jemand mit meiner alten Firmen Kundennummer sehr großzügig eingekauft.
Ich zur Migración und dort wurde ein Zertifikat mit allen meinen ecuadorianischen Ein und Ausreisen (welcher Grenzübergang, zu Land oder Luft, Flugnummer) ausgedruckt und abgestempelt. Als der Einkauf in Deutschland getätigt wurde befand ich mich zweifelsfrei in Ecuador. Zum Gericht gemailt, Thema erledigt


Gruß Jens

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-10 8:53:42
von Bahnhofs-Emma
Hallo,
Enzo hat geschrieben:
2026-08-10 2:38:27
Zum Gericht gemailt, Thema erledigt
Dann hast Du aber Glück gehabt, dass das deutsche Gericht schon so weit digitalisiert war, dass es diese Information binnen eines Tages digital verarbeitet hat.

Grüße
Marcus

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-10 9:02:09
von franz_appa
Hi Enzo

Mir ist schon klar das man schon das komplette System "vergleichen" muss :D

Aber letztendlich ist doch "Best of both worlds" zu denken vielleicht der günstigste, beste, xyz Weg.

Ist wie damals bei der Wiedervereinigung.
Auch die "guten" Strukturen wurden erstmal zerschlagen. Folge einer System-Ideologisierung ...

Sieht man heute an der Diskussion um Rentensystem-Reform (oder Krankenkassen ).
Meiner Meinung nach wird da nicht mit genug Mut "neu" gedacht und versucht ein besseres oder gar "gutes" System zu erschaffen.
Auch durch schielen rechts oder links in anderen Staaten, Kontinenten ...

Stattdessen wird dran rumgedoktert wie an Windows 95 (immer neue workarounds aufs alte System draufgeflanscht...)

Kann man machen, ist dann aber ka...

Greets
natte

Re: Lagebericht Ecuador

Verfasst: 2026-08-10 12:36:04
von Enzo
Bahnhofs-Emma hat geschrieben:
2026-08-10 8:53:42
Hallo,
Enzo hat geschrieben:
2026-08-10 2:38:27
Zum Gericht gemailt, Thema erledigt
Dann hast Du aber Glück gehabt, dass das deutsche Gericht schon so weit digitalisiert war, dass es diese Information binnen eines Tages digital verarbeitet hat.

Grüße
Marcus
Moin Marcus,
vorab hatte ich telefonisch ein klärendes Gespräch morgens um 2.00. Sprechzeiten des Gerichts waren zwischen 9.00 und 10.00. Blöde Zeitverschiebung. Darauf hin bekam ich eine dienstliche e Mail Adresse.
Aber du hast Recht, meine Mail wurde scheinbar zeitnah verarbeitet. In Ecuador reagiert niemand auf eine Mail. Die landen wohl sofort im Papierkorb. Da ist dann WhatsApp das richtige Kommunikationsmittel.
Gruß Jens