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Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2021-01-05 19:12:39
von Mark86
lunschi hat geschrieben:
2021-01-05 18:58:18
...also ich glaub das schlimmste was einem Diesel passieren kann ist eigentlich Feuerwehreinsatz.
Erst kalt angeworfen dann sofort Vollgas, 10 Minuten fahren und dann 2,3 Stunden im Leerlauf rumtuckern (damit die Kameraden an der Einsatzstelle nicht frieren müssen...).
Kai
Finde ich n bisschen frech. Meistens arbeiten die an der Einsatzstelle und sitzen da nicht stundenlang drin rum...
In der Regel laufen die Motoren, weil entweder irgendwelche Aggregate wie Generator, Wasserpumpe, etc. damit angetrieben werden oder die Karren wenn nix passiert bei voller Befeuerung (Sondersignalanlage, Fahrlicht, etc.) sonst nach 2,3h wegen leeren Batterien nicht mehr anspringen.

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2021-01-05 19:29:40
von Uwe
Mark, ich fürchte, Kai hat wesentlich mehr Erfahrung mit Feuerwehrlern als Du :ninja:

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2021-01-05 19:37:57
von lunschi
Mark86 hat geschrieben:
2021-01-05 19:12:39
lunschi hat geschrieben:
2021-01-05 18:58:18
...also ich glaub das schlimmste was einem Diesel passieren kann ist eigentlich Feuerwehreinsatz.
Erst kalt angeworfen dann sofort Vollgas, 10 Minuten fahren und dann 2,3 Stunden im Leerlauf rumtuckern (damit die Kameraden an der Einsatzstelle nicht frieren müssen...).
Kai
Finde ich n bisschen frech. Meistens arbeiten die an der Einsatzstelle und sitzen da nicht stundenlang drin rum...
In der Regel laufen die Motoren, weil entweder irgendwelche Aggregate wie Generator, Wasserpumpe, etc. damit angetrieben werden oder die Karren wenn nix passiert bei voller Befeuerung (Sondersignalanlage, Fahrlicht, etc.) sonst nach 2,3h wegen leeren Batterien nicht mehr anspringen.
...warum das Auto im Leerlauf tuckert ist ja letztendlich auch egal. Und bei den Laufstrecken die viele Feuerwehrautos draufbekommen spielt das für die Lebensdauer der Motoren (in Jahren) auch eine eher kleinere Rolle. Ich denke nur dass dort ein größerer Teil der nominellen Lebensdauer "aufgezehrt" wird als man anhand der geringen km-Leistung meinen könnte. Außerdem - wie Uwe schon sagt - bin ich selbst freiwilliger Feuerwehrler...

Kai

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2021-01-05 20:25:03
von Mark86
lunschi hat geschrieben:
2021-01-05 19:37:57
Ich denke nur dass dort ein größerer Teil der nominellen Lebensdauer "aufgezehrt" wird als man anhand der geringen km-Leistung meinen könnte. Außerdem - wie Uwe schon sagt - bin ich selbst freiwilliger Feuerwehrler...

Kai
Wenn du Feuerwehrlehrer bist, dann solltest du doch wissen das Feuerwehrautos in der Regel eben genau wie Kranfahrzeuge, etc. in der Regel einen Betriebsstundenzähler haben. In dem Moment wo die quasi auf "Arbeitsmodus" gehen, stehen nicht nur die Räder sondern auch der Tacho, aber dann läuft der Betriebsstundenzähler.

Die "Betriebsstunden" müssen zu den Gesamtkilometern natürlich addiert werden. Ob mit 40 oder mit 50km pro Betriebsstunde, daran scheiden sich die Geister...
Ich kenne es bei Daimler nur so, dass in dem Moment wo du n Fahrgestell mit Nebenantrieb kaufst, auch n Betriebsstundenzähler mit dabei ist.

Ist natürlich was anderes wenn du n Feuerwehr PKW kaufst mit SoSI Anlage...

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2021-01-05 23:24:00
von lunschi
...in der Mercedes-Vertretung haben sie mir jedenfalls gesagt das es mit Feuerwehrfahrzeugen oft Probleme gibt mit zugerußten Einspritzdüsen und Brennräumen/Ventilen weil die Motoren eher selten richtig Betriebstemperatur erreichen und im Leerlauf weder richtig warm werden noch "freibrennen" können.

Kai

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2021-01-05 23:26:57
von OliverM
lunschi hat geschrieben:
2021-01-05 23:24:00
...in der Mercedes-Vertretung haben sie mir jedenfalls gesagt das es mit Feuerwehrfahrzeugen oft Probleme gibt mit zugerußten Einspritzdüsen und Brennräumen/Ventilen weil die Motoren eher selten richtig Betriebstemperatur erreichen und im Leerlauf weder richtig warm werden noch "freibrennen" können.

Kai
Genau so verhält sich das auch .

Gruß

Oliver

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-16 10:37:48
von Euro_0_Fahrer
Der 7,5 Tonner hier in der Firma hat 750.000 km und 29 Jahre gehalten. Ein Iveco 80E180 6 Liter Turbo-Diesel.
Der Motor hat einmal im Jahr Öl Wechsel bekommen.
Der Motor und Getriebe waren noch ok, hätte also noch mehr laufen können.
Der Iveco ist dann wegen Durchrostung des Rahmens nicht mehr über die HU gekommen.

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-16 21:34:18
von hanomakker
die höchste Stundenzahlen sah ich, als ich noch Stapler schraubte:

ein Linde H30 (BR351) mit Perkins 1000/3 36000h, erste Maschine (dreht aber nur 2100min-1)
ein Schei***saugwagen auf ATEGO OM904 mit 34000h

bei den Kompressoren hab ich ne Bedieneiheit in der Werkstatt von ner ausgemusterten Anlage 154000h. in nen Kraftwerk steht eine mit 170000h und ne Anlage tauchte mal im kleinen Ebay auf mit 6000h, zu dumm, dass ich da vor der Ausmusterung noch Wartung machte. es waren 206000h.
allerdings waren das alles Grundlastanlagen, jenseits der 110kW, die gehen nur aus zur Wartung oder bei Betriebsstillstand. an diesen Anlagen hat man auch die wenigsten Probleme. da platzen keine Kühler, da gehen keine ventilbaugruppen verreck, einfach weil sie nie kalt werden und kaum Schaltzyklen haben.

Baukompressoren mit Dieselmotor sah bisjetzt kein Hersteller die 10000h Marke. egal ob Kubota, Perkins, Cat, oder Mercedes/MTU. da ist es wie bei der FW. an, Vollgas und Vollast bis der Auspuff glüht. dann aus! und immer hängt, der Motorleistung entsprechend berechnete Verdichter dahinter. und auf dem Bau ist man ohne Gnade. an, Vollgas 10min, aus. 3h stehen, an, 20m Vollgas aus.... der Verdichter überlebt so 3-4 Dieselmotore.

viele Grüsse

Tino

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-17 6:30:39
von pshtw
Moin
MB 814 mit 6 Zylinder Sauger seinerzeit bei 830000 km ausgemustert, der Motor wäre noch weiter gekommen, aber der Rest war rott, 20 Jahre alt geworden.

Aktuell ein Atego 1018 mit 870 000 km im Bestand und ein man 8.221(?) mit 1.070.000 km.
Beide Motoren laufen noch super, das Blech baut nach 20 Jahren etwas ab...

Habe einen Fendt 250V, der hat 19000 Stunden mit einem dreizylinder 912. Wahrscheinlich sind Kolben und Buchsen irgendwann mal gemacht worden, aber ansonsten war am Motor noch nichts größeres was man sehen könnte.

Ein Kollege hat einen 280 v mit einem 913er 4 Zylinder, der ist als Hauptschlepper gelaufen, hat durchgängig schwer gearbeitet, und hat deutlich über 20.000 Stunden.

Gruß
Peter

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-17 8:45:40
von Fernwehbus
Bei den russischen Schraubervideos habe ich mal gesehen, wie die Jungs Motoren aus SZM von Volvo und Scania komplett überholen, die 1,6 bzw. 1,9 Mio. km gelaufen sind. Ich musste dreimal zurückspulen, um sicher zu sein, dass ich das richtig verstanden habe. Und die gehen danach wieder auf die Straße. :eek:

Mein Kumpel (Spediteur) sagt, er fährt die modernen Lkw 500 oder 600tkm, dann fangen irgendwelche Anbauteile die Zicken an, dann kommt eine neue Maschine auf den Hof und die alte ist mit der Laufleistung noch gut zu verkaufen.

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-17 10:20:51
von Der Initiator
Die Frage ist, wie "Haltbarkeit" definiert wird. Gibt es denn ein "natürliches" Ende für einen Motor? Verschleiß wie Lima, Anlasser, gut. Das Ventilfedern lahm werden, kann ich mir auch vorstellen. Aber sonst? Wenn immer auf korrekten Ölstand und ähnliches geachtet wird? Dass ein Motor nach einer gewissen Kilometer- und/oder Stundenleistung überholt wird, ist für mich logisch, ganz ohne Verschleiß an Lagern, Kolben, Ventilen etc. wird es wohl nicht gehen.
Ich vermute, dass das Ende oft einfach aus wirtschaftlichen Erwägungen kommt. Was sich in Pakistan noch zu reparieren/überholen lohnt, ist hier billiger mit Neukauf erledigt, oder?

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-17 13:39:29
von Nelson
Fernwehbus hat geschrieben:
2024-01-17 8:45:40
gesehen, wie die Jungs Motoren aus SZM von Volvo und Scania komplett überholen, die 1,6 bzw. 1,9 Mio. km gelaufen sind.
Fernwehbus hat geschrieben:
2024-01-17 8:45:40
Mein Kumpel (Spediteur) sagt, er fährt die modernen Lkw 500 oder 600tkm, dann fangen irgendwelche Anbauteile die Zicken an.
Genau das ist der Unterschied, von ersten Zicken in Anbauteilen bis zu einer fälligen Überholung ist noch ein weiter Weg. Motoren an sich halten viel länger, als ihr "Zubehör", solange ihnen keine grob lebensverkürzenden Gemeinheiten widerfahren sind. Die Frage ist einfach, wie lange man mit dem anwachsenden Risiko dieser "Zicken" leben will, was natürlich auch ein Risiko für ungeplanten Stillstand einschließt. Ein bekannter Eigenspediteur in der Nähe hatte seine langjährige, neu gekaufte Mercedes Axor-Zugmaschine auch deutlich über 1,5Mio km Nahverkahr gefahren, war aber auch bereit mit ab und zu aufkommenden Zipperlein zu leben und mal ein Schrauberstündchen einzulegen.

Das setzt sich auch bei mir über alle älteren Fahrzeuge oder Maschinen fort, Schlepper 13TBh, LKW um/+zusammengerechnet 700Tkm, PKW-Motoren 300-500Tkm... der Motor an sich hat gar nichts oder mal eine Kleinigkeit, die Deko drumherum hat man aber irgendwann ab und zu mal in der Hand. Besonders hoch beanspruchte Motoren sind vielleicht ein anderer Fall, das taugt aber als LKW-Vergleich nicht.


Grüße

Nils

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-17 14:08:49
von felix
Moin,

als ich meinen Tatra-Motor auseinander hatte, gab es z.B. durchaus ein messbar größeres Spiel zwischen Kolben und Laufbuchse. Da dieses aber gerade noch so im Toleranzfeld gelegen hat, habe ich nur die 5 wirklich defekten Kolben und Zylinder getauscht (z.B. die mit Rost-Spuren) und die anderen 7 wieder eingebaut, wie sie waren.

Vermute bei aktuellen Motoren gibt es ggf. standfestere Materialien, aber es gibt schon einen messbaren “Verbrauch“ eines Motors. Daher gibt es ja auch 3 Übermaßkolben, um den Motor mit drei Kolbengrößen fahren zu können, bevor man neue Buchsen einsetzen muss. Ähnlich ist es mit der Kurbel- und Nockenwelle. Das, was die Russen von Razborgruz bei YouTube mit den Motoren machen, ist durchaus vom Konstrukteur vorgesehen.

Ich denke eine anstehende Überholung deutet sich eher durch schlechte Kompression/Blowby (Schlechtes Anspringen, hoher Verbrauch), hohen Ölverbrauch, schlechtes Abgas und eventuell auch fehlende Leistung an. Wenn man die Folgen erfolgreich ignoriert, kann man die Laufleistung sicher noch vervielfachen, bevor der Motor dann irgendwann spektakulär versagt.

Tatra hatte in den 80ern für den ganzen LKW eine Mindesthaltbarkeit von 500.000km bis zur ersten Überholung vorgesehen und nach der Überholung noch einmal 250.000km. Da das eine Mindestensnforderung ist, wird die reale Standzeit, je nach Nutzung, meist darüber liegen.

MlG
Felix

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-17 15:19:10
von Vossba
Moin,
der Vater meines besten Kumpels war Fahrer in einer 2 LKW Spedition.

So ca. 1979 mit einem Scania 111 : 1,9mio Kilometer und die Karre fuhr brav jede Woche mit einem Auflieger nach Norditalien über den Brenner (38t und 305PS!!!!!!).

Im Nahverkehr kamen unsere (Spar) Autos nach 10 Jahren und ca. 600000km in den Export. Die Autos waren meist am Ende. Bei manchen Fahrern dann auch Motor und Getriebe.

Gruß Reinhard

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-17 19:31:07
von Lampenhalter
Scania ist eine gute Adresse an der Stelle:



Irgendwie sind mir die beiden sympatisch. :wub:

Re: LKW Motor Haltbarkeit

Verfasst: 2024-01-17 19:40:43
von husky240
Moin,

die Dänen sind sowieso sympatisch :happy:

Danskerne er afslappede mennesker


Gruß vom Nils