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Verfasst: 2008-02-02 20:29:59
von cookie
An alle 170er-Fahrer (mit kurzer Kabine):

Legt mal einen dicken Lappen/Handtuch auf die Box/Umschaltdeckel Gelände/Strasse bzw. Diff.
Vielleicht ist es ja ein alter Hut, aber ich war mega-baff wie viel leiser die Hütte wurde!

Auf die Idee kam ich nur, weil ich gerade eine Heizung eingebaut bekommen habe und nach Stellen getastet habe, aus denen es zieht.

Übrigens habe ich gerade mal mit meinem Zoom-Audiorecorder die Kiste bei 60, 70, 80, 85 und 90 km/h aufgenommen (Ohrhöhe).
Wer mag und kann, dem kann ich gerne mal die WAV's zur Analyse schicken :)

Grüße!
Jan

Verfasst: 2008-02-02 22:51:39
von cookie
Ganz kurz und schnell. Hab auf die schnell bissel gespielt:
Ein Schnappschuss bei 85km/h:

Bild

Wie ich fast vermutet habe, geht es darum die Fequenzen zw. 50 und 150 Hz zu dämpfen.
Damit kann man sich schon mal die Arbeit sparen irgendwelchen Akustikschaumstoff zu verbauen.
Die Anti-Dröhn-Matten scheinen das einzige zu sein, was hier hilft.

Achtung der Frequenzgang ist nicht auf das Menschliche Ohr gewichtet!!

Verfasst: 2008-02-02 22:56:43
von eise
Kopfhörer mit "Noise Reduction". Sehr geil sowas. Soll bei Zugfahrten und beim Fliegen super funzen. Obs beim LKW auch klappt ... müsste man mal probieren.
Hatte letzten Sommer mal die Gelegenheit einen solchen Kopfhörer auszuprobieren. Hab darauf geachtet was bei verschiedenen Fahrsituationen noch am Ohr ankommt (Stand, hochdrehende, niedrig drehend, verschiedene Geschwindigkeiten)
Ergebnis: Man hört, dass manche Frequenzen fehlen. Ich hatte das Gefühl, dass die niedrigen Frequenzen stärker gekillt wurden. Trotzdem war die gefühlte Lautstärke nicht wesentlich niedriger. Was mich am meisten gestört hat war die Tatsache, dass man das Gefühl hatte, mit einem völlig fertigen Lkw unterwegs zu sein. Hat sich einfach nicht gesund angehört.

Gruss Eise

Verfasst: 2008-02-03 1:47:15
von carsten
Hi,

wenn ich mir die Frequenzen aussuchen könnte, würde ich gern
am stärksten oberhalb von 500Hz oder noch höher dämpfen.

Wenn ich den LKW mit meinen Musikerohrstöpseln fahre, werden
alle Frequenzen einigermassen gleichmässig gebremst und es wird
einfach leiser (schon mal ganz angenehm).
Wenn ich die Stöpsel mal vergesse und mir nur Taschentücher in
die Ohren stopfe, gehen die Höhen viel stärker verloren und der
Motor klingt endlich wie ein erwachsener LKW! Hört sich direkt
nach viel mehr Hubraum an...

Ausserdem könnte man sich bei starker Höhendämpfung mit einem
verbleibenden angenehmen Motorbass viel besser mit möglicherweise
Mitfahrenden unterhalten, das geht im Moment bei meinem mitten-
lastigen Laster ab 60km/h fast gar nicht.

Wer allerdings mit seinen goldenen Schrauberohren während
der Fahrt die Stösselstangen und Kipphebel prüft, probiert´s
vielleicht lieber mit nem Kondensatormikro vorn und einem
geschlossenen Kopfhörer...

Im Grunde bin ich aber froh, immer noch ein Auto zu haben, bei
dem man den Motor HÖREN kann! Und spüren! Riechen! Schmecken!

Grüsse,
Carsten

Verfasst: 2008-02-03 3:09:25
von felix
Hallo,
Wenn ich die Stöpsel mal vergesse und mir nur Taschentücher in
die Ohren stopfe, gehen die Höhen viel stärker verloren und der
Motor klingt endlich wie ein erwachsener LKW! Hört sich direkt
nach viel mehr Hubraum an...
Wie schon merhfach geschrieben: Unter 500Hz sind die Töne nicht störend. Da würde auch auch nicht herumdämpfen, vor allem die ganz tiefen Spektren sind sogar sehr wichtig für den "Spaß" am Autofahren. Sie sorgend dafür, dass die meisten Menschen in der gefährlichsten Situation überhaut (Im Fahrenden Auto) hervorragend Schlafen/Dösen können.

Leg da mal eine Psychoakustik-kurve drüber und vergleiche es mit dem Sprachband, dann sieht die Dringlichkeit anders aus.


Das aktive Schalldämmung vor allem bei tiefen Tönen funktioniert hat mit den Laufzeiten in der Verarbeitung und in den Abstanden zwischen Sensor und Aktor zu tun. Hohen Tönen kommt man mit der Verarbeitung schwer hinterher und ihr Wellenlänge ist so kurz, dass Räumliche Abstände Ohr-Aktor-Sensor eine Rolle spielen.

MlG,
Felix

Verfasst: 2008-02-03 3:46:38
von Der Staubauer
Ulf Helle hat geschrieben:Soweit ich mich erinnere bringt Staubauers Magirus 102 dB, gemessen mit dem Nokia-Handy, und ist damit gefühlsmäßig so laut, daß ich ihn selbst kürzere Strecken nur mit Gehörschutz fahren würde.

Dagegen ist der Hano echt flüsterleise.

Gruß Ulf
Hallo Ulf,

die Sache mit der db (A) Bewertung ist ja geklärt. Die 102 db (A) habe ich mit dem Mobiltelefon gemessen, den Wert halte ich für nicht ganz so präziese aber es ist schon "brutalst" laut. Genauere Werte habe ich vor Jahren mal im Hanomag gemessen, und zwar mit einen richtigen Schallpegel-Meßgerät:

2. Gang 30 Km/h 81 db (A)
3. Gang 50 Km/h 76 db (A)
3. Gang 56 Km/h 80 db (A)
4. Gang 82 Km/h 84 db (A)

Leider konnte ich mir das Spektrum nicht anzeigen lassen. Gemessen habe ich freihand etwas auf Höhe Kinderohren. 30, 56 und 82 Km/h bedeutet Vollgas im entsprechenden Gang d. h. jeweils mit 2800 U/min. Die Steigerung der Lautstärke kommt also vom Abrollgeräusch der Reifen und von Windgeräuschen. Auf der Vorderachse habe ich Mitas mit grobem Straßenprofil (hab die genaue Bezeichnung vergessen). Diese wiederum empfinde ich subjektiv als deutlich leiser als die alten Schlappen mit MIl-Profil.

Gruß

Der Staubauer

Verfasst: 2008-02-03 13:36:05
von cookie
So. Hier noch mal ein dbA-Gewichteter Frequenzgang mit den Peaks zw. 85 und 90km/h.

Sieht in der Tat schon anders aus. :)

Bild

Die untere Linie ist eine Momentaufnahme. Die oberen Linien sind die Peaks aus 15 sek. Laufgeräusch inkl. der Beschleunigungsphase auf 90km/h.
Das spielt allerdings kaum eine Rolle. Der gesamte Frequenzgang zw. 70 und 95 sieht ähnlich aus. Logischerweise findet dabei eine leichte Verschiebung in die etwas höheren Frequenzen statt, bedingt durch die höhere Drehzahl des Motors.

Ich würd mal sagen, dass man anhand dieser Kurze Frequenzen zw. 350 und 3500Hz ins Korn nehmen sollte.

Übrigens habe ich keine heraushörbaren Reifengeräusche! Dies nur zur Info, damit meinem Frequenzgang nicht als pauschal angesehen wird. Ich hab aktuell Strassenprofil drauf.

Grüße!
Jan

Verfasst: 2008-02-03 20:27:48
von Geishardt
Hallo,

für Alle die die Lärmbelastung für harmlos halten. Lärmschwerhörigkeit bzw Lärmtaubheit. Ist eine relativ häufige Berufskrankheit. Für die Entstehung genügt eine Lärmbelastung mit einem Beurteilungsschallpegel von 85 dB(A) -bezogen auf 8 Stunden pro Tag-.

Zitat aus "Lärmexposition und Lärmschwerhörigkeit- berufliche und außerberufliche Faktoren -Paul J. Jansing, Düsseldorf"

...Die besondere Dynamik der dB-Skala wird häufig bei der praktischen Anwendung unterschätzt. So führt die Verdopplung der Schallintensität lediglich zu einer gemessenen Erhöhung um 3 dB, während eine subjektive Lautheitsverdopplung zu einer Erhöhung um 10 dB führt, was in etwa einer Verzehnfachung der Schallintensität (≈ 23) entspricht. Geht man beispielsweise von einer Lärmeinwirkung am Arbeitsplatz an der Grenze zur Schädlichkeit von 85 dB über acht Stunden aus, so würde eine Erhöhung des Lärmniveaus auf 95 dB subjektiv der Verdopplung der Lautstärke, hinsichtlich der Gehörschädlichkeit jedoch einer Verzehnfachung der Gefährdung gleichkommen.
Eine Einwirkung von 95 dB über 48 Minuten führt dabei zu einer gleich starken Gehörgefährdung, wie die Einwirkung von 85 dB über einen ganzen Arbeitstag (acht Stunden). Noch extremer wäre beispielsweise eine Einwirkung von 105 dB, die vom Betroffenen im Vergleich zu 85 dB als eine Vervierfachung der Lautstärke wahrgenommen würde. Die Gehörgefährdung ist jedoch 100 mal so hoch, so dass eine Einwirkdauer von 4,8 Minuten bereits eine gleichstarke Gehörgefährdung nach sich zieht, wie 85 dB über acht Stunden.
Hinsichtlich der langfristigen Gefährdungseinschätzung kann man als Faustregel folgende Abschätzung vornehmen. Eine Einwirkung von 85 dB führt bei empfindlichen Menschen nach vieljähriger Exposition (mehr als zehn Jahren) zu einem relevanten Hörschäden. Demgegenüber reicht eine Exposition von 90 dB über wenige Jahre bereits als Auslöser für eine dauerhafte Hörminderung aus. ...

Bei den gemessenen 112 dB ist ein persönlicher Gehörschutz nach meiner Einschätzung zwingend erforderlich.

Wobei die Meßmethode (Filter A) erforderlich wäre und über die Positionierung des Messgerätes nochmals nachgedacht werden sollte. Nach meiner Auffassung wäre eine Positionierung des Mikrofons unmittelbar neben dem Ohr des Fahrers/Beifahrers und eine Messung auf beiden Seiten optimal.

Gruß
Bernd

Verfasst: 2008-02-03 23:04:46
von makabrios
Hallo,
in diesem Zusammenhang würde mich mal interessieren, warum es mich bei Vorbeifahren eines modern beschallten Rettungs- oder Polizeiwagens mit eingeschalteter Tröte fast von den Beinen haut und der Schädel quasi explodiert.

Da haben doch die füsikalischen Mediziner bzw. medizinischen Füsiker ganze Arbeit geleistet beim Herausfinden der optimalen auf-den-Keks-geh-Frequenz!

Da soll doch bitte keiner sagen, daß davon kein Gehörschaden kommt. Halten die Insassen eines solchen Autos das überhaupt aus? Wenn ja, wie? Früher war das weitaus erträglicher.

Gruß
Mak

Verfasst: 2008-02-03 23:09:36
von Wilmaaa
makabrios hat geschrieben: Früher war das weitaus erträglicher.
Tja, heute, wo die halbe Jugend schon schwerhörig ist und es eh keine Sau interessiert, wenn's hinten trötet und blinkt, muss man halt lauter werden. ;)

Wilmaaa :cool:

P.S.: Es glaube keiner, dass das Getröte im Auto angenehmer wäre als draußen... :eek:

Verfasst: 2008-02-03 23:40:35
von cookie
Wilmaaa hat geschrieben:P.S.: Es glaube keiner, dass das Getröte im Auto angenehmer wäre als draußen... :eek:
Washalb die Insassen (wieso hört sich das jetzt wie Knastbrüder an?) wahrscheinlich schon freiwillig nur die Tröte an den Kreuzungen anmachen... :huh:

Verfasst: 2008-02-04 8:49:05
von Wilmaaa
cookie hat geschrieben:Washalb die Insassen (wieso hört sich das jetzt wie Knastbrüder an?) wahrscheinlich schon freiwillig nur die Tröte an den Kreuzungen anmachen... :huh:
Äh - nö. ;)

Aber das würde hier zu weit führen. :angel:

Wilmaaa :cool:

Re: Schallmessung im Hauber: echte Zahlen

Verfasst: 2016-09-28 17:25:18
von Pirx
Meine Beifahrerin hat im Urlaub etwas mit Ihrem Schlau-Telephon rumgespielt und auch Schallmessungen gemacht. Nun ist so eine App sicher kein Präzisions-Meßinstrument, aber vielleicht sind die Zahlen trotzdem interessant.

Mercedes-Benz Kurzhauber LAF1113B mit OM352A (168 PS)
Reifen 12.00R20
Zweigangachse 39:8 (Höchstgeschwindigkeit ca. 120 km/h)
noch keinerlei Schalldämm-Maßnahmen in der kurzen Doppelkabine durchgeführt

Bei 90 km/h und Motordrehzahl 2300 U/min wurden Spitzenwerte von 82 dB angezeigt. Wir hoffen, mit etwas Schalldämmung noch einmal deutlich drunter zu kommen.

Pirx

Re: Schallmessung im Hauber: echte Zahlen

Verfasst: 2016-09-28 20:49:30
von holgerK
Hallo Pirx,

das sind doch einige dB, ich hatte ja bei meinem 911 sehr massiv gedämmt,
mit dem Getriebe von Walter ist es himmlisch ruhig geworden,

habe leider vergessen nach dem Getriebeumbau zu messen.
vielleicht kann das der Käufer noch machen.

lg holger

Re: Schallmessung im Hauber: echte Zahlen

Verfasst: 2016-09-29 18:16:03
von Willi Jung
Ich würde auf die Messungen mit dem Handy gar nichts geben bzw. nur bis ca. 85 dB.
Die Aufnahmekette von Handys (Mikrophon + Elektronik) sind in der Regel abgeregelt ab einer bestimmten Lautstärke.
Bei meinen Versuchen mit Samsung S1 und S4 war immer bei ca. 85 dB schluss auch wenn die Schallquelle deutlich lauter war.
Schrei einfach mal mit aller Kraft ins Mikro - da sollten schon 110 - 120 dB möglich sein - und schau mal auf die Anzeige.
Deine gemessenen 82 dB wären jedenfalls "flüsterleise".

Gruß
Willi

Re: Schallmessung im Hauber: echte Zahlen

Verfasst: 2016-09-29 19:18:07
von rotertrecker
Hallo zusammen.
Also, was die Apps für die Streichelphones betrifft, da bin ich auch äußerst misstrauisch.
Ich habe meinen 90-16 mit weitgehend originaler Kabine gemessen.
Immer irgendetwas umd die 60-70 dB.
Dann gedämmt, nur teilweise, aber immerhin.
Ähnliche Fahrsituation.
Identische Werte.
Ok, ca. 1 dB weniger.
Gefühlt deutlich leiser

Mit 1 dB weniger habe ich kein Problem, ich kenne den Logahritmus.
Aber zwischen 60 und 70 dB?????

Ja, er ist verhältnismässig leise, aber sooo leise?

Also, für meinen Geschmack max. ein grobes Schätzeisen!

Gruß Sven

Re: Schallmessung im Hauber: echte Zahlen

Verfasst: 2016-12-15 11:27:38
von Pirx
So,

jetzt gibt's mal mit hohem Aufwand ermittelte, echte Meßwerte:
LAO_Laerm_75t.jpg
Quelle: Lastauto Omnibus Nr.2 1968

Es handelt sich um 4x2-LKW, bei Allradfahrzeugen kann man sicher noch 1 bis 2 dB(A) für den Antriebsstrang zur Vorderachse draufschlagen.

Interessant auch der Vergleich des luftgekühlten Magirus 110D7 zum Mercedes L710. Wobei in dem Testbericht ehrlicherweise auch geschrieben wird, daß der Mercedes der einzige Hauber im Testfeld und außerdem eine Generation älter ist als die Vergleichsfahrzeuge.

Pirx

Re: Schallmessung im Hauber: echte Zahlen

Verfasst: 2016-12-15 13:16:20
von rotertrecker
:ohmy: :mellow: :ohmy:

Das hätte ich nicht so erwartet!

Gruß Sven

Re: Schallmessung im Hauber: echte Zahlen

Verfasst: 2016-12-15 18:52:52
von Landei
So,

jetzt gibt's mal mit hohem Aufwand ermittelte, echte Meßwerte:
Danke übrigens für den Link.
Mit großem Interesse habe ich im Teil 1 auf Seite 31 über den L710 Kurzhauber gelesen:
Geräuschbelastung durch unzureichende Isolierung zwischen Motorraum und Wageninnerem für heutige Begiffe fast unerträglich.
Und mit "heutige" ist das Jahr 1968 gemeint (als der Neupreis für einen 7,49 Tonner noch unter 20.000DM lag!!! Wahnsinn, wie preisstabil bzw. preisgesteigert die Karren sind...)

Jochen

Re: Schallmessung im Hauber: echte Zahlen

Verfasst: 2016-12-15 20:57:40
von Pirx
Hallo Jochen!

Ja, ich finde in dem Link auch immer noch tolle Sachen, habe heute noch ein bißchen gestöbert. Damalige Preise, Tabellen mit Gewichten und Verbräuchen, Vergleichstests, viel zur Zweigangachse, usw.

Immerhin kommt das Kurzhauber-Fahrerhaus an sich recht gut weg. Vor allem in den anderen Kurzhauber-Testberichten (etwas älter) wird es ja fast schon als das Non-Plus-Ultra dargestellt, mit unerhörtem Komfort für den Fahrer ...

Pirx