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Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-29 18:22:21
von Veit M
Hallo Carmelita und Wolfgang,

zum Glück ist Euch nichts passiert und auch der andere Fahrer halbwegs heil geblieben, alles andere kann man irgendwie richten. Ich drück Euch die Daumen daß Ihr gut damit zu Eurer Werkstatt kommt.

Ich drück Euch die Daumen und wünsche Euch eine hoffentlich schöne Weiterreise.

Ciao

Veit

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-29 19:25:34
von stefan 1017
ja, was soll ich sagen - vor ein paar tagen hatten wir noch kontakt, nun blättere ich ein bischen im forum...
was macht denn ihr für sachen, sieht nicht gut aus.
aber wie schon mehrfach angesprochen, zum glück ist keiner ernsthaft verletzt!

ich wünsch´ euch auf jeden fall wie alle hier eine einigermaßen zufriedenstellende lösung!
daumen drück und gruß

stefan

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 4:05:33
von Lassie
Servus ihr Lieben,

mein Beileid zum Un-Glück! Aber seid froh, dass es 'nur' Blech ist. Ich wünsche euch trotzdem (oder gerade deswegen?!) schöne und spannende Erlebnisse!

Starke Nerven und viel Glück wünscht aus Dhaka
Jürgen

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 4:40:36
von klausontheroad
hi ihr zwei,

ich wuensch euch einfach nur alles gute weiterhin

lg klaus

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 5:31:34
von Knuddelbaerchen
carasophie hat geschrieben:
Knuddelbaerchen hat geschrieben:
Knuddelbaerchen hat geschrieben:Tipp:

Sollte die Verkabelung in Ordnung sein, einfach mal mind. 18 sec. auf dem Anlasser bleiben,
also den Zündschlüssel in Startposition lassen.
MAN hat ab einem best. BJ eine Sicherheitsfunktion eingebaut. Ob das bei eurem so ist
kann ichschlecht beurteilen. Ist aber ein Test der nichts kostet.


Feedback please....
Hats geklappt mit dem Startversuch ?
Zeitverschiebung -----> dauert bestimmt noch a bissle, bis sie Zeit haben, hier reinzugucken.


Aber jetzt dürfte genug Zeit verschoben worden sein

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 7:04:40
von M&MPower
Oh man oh man da wird einem ja direkt schlecht zu glück ist ich nichts pssert.
alles gute Euch.
Moni Mick Michi

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 7:05:57
von fernreisende
Hallo ihr beiden,

nach dem ich das mit dem Getriebeschaden gelesen habe dachte ich mir es kann nicht mehr schlimmer kommen aber das Schicksal meinte es momentan nicht gerade gut mit Euch. Wir wünschen Euch Kraft und Gelassenheit damit ihr auch diese Hürde meistert.
Wenn man euch kennt dann weis man dass ihr auch diese Situation in den Griff bekommen werdet.
Eines kannst Du dir gewiss sein Wolfgang bei deinem nächsten Diavortrag werden dir die Zuschauer an den Lippen hängen.

:positiv:

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 8:44:56
von Maggus
Hallo ihr 2,


ich drücke euch die Daumen, dass alles weitere jetzt klappt und lasst die Ohren nicht hängen!!


Viele liebe Grüße



Markus

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 12:28:44
von Bad Metall
Hallo Wolfgang und Carmelita

Zum Glück ist keinem was passiert !! Kopf hoch, es geht auch wieder bergauf.
Wenn ich Euch von hier aus helfen kann, dann melde Dich einfach.

Gruß Bernd

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 13:36:51
von joern
Luang Prabang scheint ja Carmelitas und Wolfgangs Schicksalsstadt zu sein. Was ein Pech (wobei es schlimmere Orte gibt), aber wo andere einpacken wuerden, laeuft Wolfgang erst zur Hoechstform auf.
Ich hoffe, dass Ihr bald wieder dabei seid.

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 13:57:57
von Lassie
aber wo andere einpacken wuerden, laeuft Wolfgang erst zur Hoechstform auf.
Jepp - auf den ersten Schreck nach so einem Knall hin würde sich mein erster Post hier im Forum GAAAANZ ANDERS lesen :cold:

Hoffen wir mal, dass ihr nie so etwas von mir lesen müsst :ninja:

Viele Grüsse
Jürgen

PS: wie heisst es so schön? Wenn man bis zum Hals in der Sch**** steckt, sollte man den Kopf nicht hängen lassen :joke:

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 14:03:58
von baurob
Hallo ihr zwei!

Wünsche euch alles gute, und lasst den Kopf nicht hängen!!

Grüße
Robert

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 14:51:43
von MAN-45
Carmelita und ich sind sehr gerührt über die vielen aufbauenden Worte von Euch. VIELEN DANK !

Wir sind gerade eben nach Überschreitung der Chinesischen Grenze in Laos angekommen. Gott sei Dank rechtzeitig, bevor unser Visum ablief. Hinter uns liegt eine 750km Nachtfahrt mit Kostya, unserem Reiseorganisator in seinem Wagen abwechselnd gefahren, während parallel unser WOMO auf einem LKW dieselbe Strecke transportiert wurde. War unverschämt teuer, aber das Risiko einer Beschlagnahme des Fahrzeugs bei Verspätung - nach einem solchen Unfall - wäre zu hoch gewesen, trotz der gestern letztlich erfolgreich abgeschlossenen 4 stündigen Verhandlung über die finanziellen Folgen dieses Unfalls vor dem Polizeischef der Stadt - dazu später etwas mehr.

Einer unserer Mitfahrer hatte uns mit seinem MAN über die Grenze gezogen, und wir stehen jetzt auf einem kleinen Parkplatz im ersten Dorf hinter der Grenze. Morgen früh transportiert uns ein anderer LKW weiter bis nach Luang Prabang zu dem uns schon gut bekannten Mechaniker. Eine fürchterliche Straße, die wir schon kennen und bei der ein Abschleppen durch ein anderes Fahrzeug unmöglich wäre. Leider mußten wir auch bei diesen Preisverhandlungen feststellen, dass ich früher anscheindend einen falschen Beruf hatte - wir fühlen uns total über's Ohr gehauen, aber die Leute wissen genau, dass wir keine anderen Möglichkeiten haben, außer erheblich länger dauernden, das Fahrzeug nach Luang Prabang zu bringen

@ Knuddelbaerchen: danke für den Tipp. Ich möchte bei unserem Wagen aber im jetzigen Zustand keinen Startversuch mehr machen, gerade weil ich festgestellt hatte, dass der Zündschlüssel im Augenblick die Zündung nicht schaltet. Ich habe - wie schon gesagt - keine Ahnung in welchem Gang sich das Getriebe gerade befindet, ob die Kupplung richtig funktioniert , ob der Kühlerventilator frei läuft und vieles mehr. Wir werden das alles morgen und die nächsten Tage nach Abmontierung der Stoßstange usw. schon feststellen. Ein neuerlicher, eigentlich unnötiger Startversuch - weil die Lenkung, Schalthebel und andere wichtige Teile ohnehin kein Fahren erlauben - könnte derzeit eher schaden.

Erst nachdem wir wirklich wissen, was alles beschädigt wurde, können wir über unsere weiteren Pläne nachdenken und entscheiden. Am wichtigsten ist für uns derzeit, dass das Fahrzeug - wie einige von Euch auch schon empfohlen haben - technisch sicher und optisch einigermaßen wieder fahrbereit zu bekommen, wobei mir schon klar ist, dass wir mit "optisch einigermaßen" keine Chance haben, später nach Australien einzureisen. Also müssen wir uns auch dazu noch etwas einfallen lassen.

Beste Grüße einstweilen,
Wolfgang

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 15:23:50
von makabrios
MAN-45 hat geschrieben:... wobei mir schon klar ist, dass wir mit "optisch einigermaßen" keine Chance haben, später nach Australien einzureisen. Also müssen wir uns auch dazu noch etwas einfallen lassen.
Hallo,
ich nehme an, der Wohnaufbau ist noch OK. Vorschlag: Das Dingens runterbauen und nach D zurückschicken, das Fahrgestell vor Ort bestens veräussern. In Oz kauft ihr nen guten gebrauchten Buschtaxicamper und verkauft ihn wieder.
Falls Südamerika auf euerer Route liegen sollte, dann schickt ihr den Koffer gleich dort hin und bindet ihn auf ein vor Ort gekauftes Fahrgestell. Wird dort wahrscheinlich kein Allrad sein :mellow: . Z.B. wäre nen brasilianischer VW mit alter LT-Hütte und Cumminsmotor oder auch nen Ford bzw. Chevrolet denkbar. Natürlich gibs genug Mercedes Kurzhauber in vielfältigen Ausführungen, aber eben seltenst mit Allrad. Für Brasilien gilt: Die alten Dodge mit Perkinsmaschine hatten legendären Ruf. Neue MAN mit deinem Auto vergleichbarem Motor sind noch zu teuer, werden erst seit kurzem gefertigt.

Stay healthy and let the show go on! :positiv:

Gruß
MAK

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 15:33:33
von Feron
Denke mal, dass sich da die MAN Qualität bewährt hat, vgl. mit dem Made in China LKW. Rammschutz hat zudem sicherlich was geholfen.

Schade, dass diese Beamten so blödsinnig stur sind, betrachtet man allerdings das politische System Chinas ist sowas leider nicht erstaunlich.

Alles Gute!

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 15:48:48
von MAN-45
Hallo MAK,

danke für deine Überlegungen. Der Wohnaufbau ist vollkommen OK - keinerlei Problem auch mit keiner meiner vielen elektrischen Gadgets, Instrumente, Computer, Dieselherd etc. Fahrgestell vor Ort veräußern ist schwierig in Ländern mit Carnetvorgabe (wie Laos) - dann besteht das Risiko der Inanspruchnahme des im Carnet genannten Fahrzeugwerts durch die jeweiligen Landesbehörden. Trotzdem = Alternative 1.

Alternative 2 wäre, gleich das ganze Fahrzeug per Schiff nach D zu bringen, dort fachgerecht reparieren zu lassen und wieder zurück. Aber das kanns eigentlich auch nicht sein.

Wombi, ich gebe dir übrigens vollkommen recht, Zitat "Eine Endreparatur der Hütte ist unrealistisch .... die ist hinüber." Alles Ausgebeulte ist schwächer als der Originalzustand, was bei jedem unseren Fahrzeugen bei neuerlichem Unfall nicht so gut wäre. Nach dem provisorischen "Fahrfertigmachen" sollte das Fahrzeug also wahrscheinlich tatsächlich eine neue oder gebrauchte Kabine bekommen, zumindest die ausgebeulten Teile, sofern möglich - irgendwann einmal jedenfalls.

Gruß, Wolfgang

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 16:10:39
von monster
Hallo MAK,

ich glaube jetzt kommt Wolfgang in´s grübeln ..... wenn der Rahmen noch OK ist,
Technik zum Laufen bringen, Kabine abdichten und weiter.
Später eine neue Kabine drauf ... wird die beste Lösung sein (sieht schon an allen Ecken unförmig und nicht dicht aus).


Gruß Alex

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 19:10:58
von Feron
Rücktransport nach Deutschland könnte u.U. teurer sein als eine provisorische Reparatur vorort sofern keine grösseren Schäden nebst der Karroserie des Führerhauses entstanden sind. Perfekte Reparatur ist vorort wohl kaum möglich, eine provisorische Reparatur damit man weiterfahren kann wäre sinnvoll, und da können lokale Handwerker manchmal erstaunliches erreichen.
Hoffentlich sind wichtige Komponenten der Lenkung und Federung sowie das Chassis nicht zu stark beschädigt worden und dass die Lenkgeometrie noch stimmt aber dies werdet ihr Ruhe genau abklären..

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 19:26:42
von TobiasXY
Wenn ihr überlegt das Fahrzeug nach Deutschland zu verschiffen, weshalb nicht eine Hütte von Deutschland zu euch verschiffen und dann vor Ort tauschen bzw. kurz vor Australien.

Sprich Fahrzeug sicher machen, Reisen bis vor Australien und dann verschiffte Hütte tauschen und nach Australien einreisen.

Wobei bei den ganzen Aufwand könnte es tatsächlich billiger sein, das Fahrzeug komplett nach Deutschland zu verschiffen zu reparieren und dann erst in Australien wieder beizutreten (wenn die Buschtaxi Option für euch rausfällt, ansonsten dann wieder ab Südamerika)

Ich glaub jetzt kommt es wirklich gaanz stark auf den Zustand der Technik an, dann muss man eben mal rechnen und überlegen was man will...und kann...

Grüße
Tobias

P.s. aber ich bin mir sicher ihr lasst euch von so einer "Kleinigkeit" nicht entmutigen, wäre doch gelacht wa? :D

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-04-30 20:07:54
von zurken
Mich würde interessieren, wie dort so ein Unfall abwickelt wird. Da war ja auch der Schaden an dem anderen LKW, und ihr hattet nur 1 Tag Zeit, wenn ich recht verstanden habe. Regelt das eure Versicherung? Über Anwälte? Ich nehme an, ihr habt Haftpflicht und Vollkasko?

Gruß und beste Wünsche für die Weiterreise!
Jürgen

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-01 14:30:52
von roman-911
gestern erst grüße an Euch auf den weg gebracht und jetzt sowas...

fühlt Euch und meine daumen gedrückt...
das kriegt Ihr hin :rock:

grüße aus sidi kaouki

roman

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-01 19:42:54
von Joe
Hi ihr Beiden,
Monika und ich haben erst gestern bei Wilmaaa davon erfahren - oh Mann, was für ein Sche..!!! Nur gut, dass ihr beiden es heil überstanden habt!
Der Rest gibt sich hoffentlich bald und befriedigend, wir drücken euch die Daumen. So etwas braucht kein Mensch!
Respekt vor eurem Durchhaltewillen!
Wir denken an euch intensiv & positiv.

MoJoe

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-01 20:11:26
von Pirx
Hallo Carmelita und Wolfgang!

Was mir gerade einfällt und Euch evtentuell weiterhelfen könnte:
MAN baut seit 2006 in Indien, genauer gesagt im Werk in Pithampur, LKW mit Eurem Fahrerhaustyp. Es sollte also möglich sein, in Indien ein passendes, neues Fahrerhaus zu bekommen und montieren zu lassen, und das sicher noch günstiger als in Deutschland.
http://www.mantrucksindia.com/en/Lkw_/Lkw_.html

Ist sicher eine Überlegung wert, oder?

Viel Glück,

Pirx

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-01 21:42:18
von Wombi
Da passt nicht wirklich viel ........


Gruß, Wombi

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-01 22:04:43
von Pirx
Wombi hat geschrieben:Da passt nicht wirklich viel ........


Gruß, Wombi
Nach meinem Kenntnisstand sollten sämtliche Blechteile passen. Der MAN CLA 16.220 sollte sogar den selben Motor bzw. Motortunnel haben. Und auf die Blechteile kommt es doch an, oder? Das Interieur kann man ja weitgehend vom Unfall-LKW übernehmen.

Pirx

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-02 0:00:47
von Sterntaler
Beste Grüße und alles Gute, wenn auch unbekannterweise, aus dem Allgäu! Wir drücken Euch die Daumen, alles wird gut!

Matthias und Elisabeth

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-02 8:31:41
von joern
zurken hat geschrieben:Mich würde interessieren, wie dort so ein Unfall abwickelt wird. Da war ja auch der Schaden an dem anderen LKW, und ihr hattet nur 1 Tag Zeit, wenn ich recht verstanden habe. Regelt das eure Versicherung? Über Anwälte? Ich nehme an, ihr habt Haftpflicht und Vollkasko?

Gruß und beste Wünsche für die Weiterreise!
Jürgen
Hallo Juergen,

gestern sind mir Carmelita und Wolfgang mit ihrem verladenen Laster in Laos entgegengekommen.

Zur Unfallabwicklung waren gute verhandlungsstarke lokale Guides noetig. Und eine Menge Geld, um zuegig ohne Beschlagnahme des Fzgs auf unbestimmte Zeit das Land verlassen zu koennen. Keine Anwaelte, sondern es fand eine Verhandlung beim Polizeichef statt, bei dem sich die Beteiligten geeinigt haben.
Joern

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-02 8:41:47
von Jerrari
Hallo Carmelita und Wolfgang.

unbekannterweise auch von mir "Gute Besserung".

Wenn man ganz unten ist, denkt man, es geht nicht weiter. Aber irgendwie geht es dann doch.
Ich habe die letzten Tage eureren Thread verfolgt und stets kreisten meine Gedanken darum: Wie kann man/ich euch helfen? Außer Trost und Zuspruch ist mir leider nichts eingefallen. Diverse Tipps und Anregungen kamen ja schon von den Kollegen - wofür ich recht dankbar bin, denn denen scheint zumindest was einfallen zu sein. Manchmal hilft ja ein so unscheinbarer Tipp viel Geld, Zeit und vor allem Nerven zu sparen.
Meine Gedanken sind bei euch.

Alec

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-02 12:58:37
von MAN-45
zurken hat geschrieben:Mich würde interessieren, wie dort so ein Unfall abwickelt wird. Da war ja auch der Schaden an dem anderen LKW, und ihr hattet nur 1 Tag Zeit, wenn ich recht verstanden habe. Regelt das eure Versicherung? Über Anwälte? Ich nehme an, ihr habt Haftpflicht und Vollkasko? Gruß und beste Wünsche für die Weiterreise! Jürgen
Ja, das war wirklich interessant..., aber die Antwort dauert leider etwas länger:

Der Unfall geschah am Sonntag, den 28-04-13 gegen 15 Uhr. Die Polizei erschien zur Unfallaufnahme gegen 17 Uhr und der Abschleppwagen kam gegen 21 Uhr. Die Polizei bestand darauf, dass unser Fahrzeug zunächst zur zuständigen Polizeibezirksstadt abgeschleppt wurde und das bedeutete etwa 60 km zurück nach Shi Ping. Wie uns gesagt wurde, würde dort von einem Polizeigremium gleich am nächsten Tag grundsätzlich entschieden werden, ob das Fahrzeug auf unbestimmte Zeit zur Überprüfung etwaiger technischer Mängel und auch bis zur Klärung der finanziellen Ansprüche des geschädigten LKW Fahrers beschlagnahmt bliebe. Keine guten Aussichten. Aber die Bereitschaft zu so schnellem Handeln - sicherlich auch durch Unterstützung unserer Guides - war immerhin erstaunlich.

Am nächsten Morgen erschienen wir also um 9:30 beim Polizeipräsidium, wobei sich die Polizei noch am Vorabend entschuldigte,dass es leider nicht früher ginge. Die Polizisten am Einsatzort würden von dort erst gegen 23:00 nach Hause kommen und wären zu früh am Morgen noch müde. Erschienen waren wir, d.h. neben mir und Carmelita auch unser Reiseorganisator Kostya, unser chinesischer Guide und ein Vertreter unserer Chinesischen Zwangs-Haftpflichtversicherung Die "Gegenseite" bestand aus unserem - auch laut Polizeibericht "leicht verletzten" - LKW Fahrer, der heftig hinkend den Saal betrat (war uns während der gesamten 6 Stunden am Vortag nicht aufgefallen), seiner Frau und einem Vertreter seiner Versicherung.

Vorsitz führte der Chef der Polizei mit einem weiteren leitenden Polizisten des Vortages. Das Ganze spielte sich etwa so ab, wie bei uns eine Güteverhandlung vor Gericht, bei der der Richter bestrebt ist, die "Kontrahenden" zu einer von beiden Seiten akteptierten Lösung zu bringen, bevor das Gericht - bei Nichteinigung - nach unbestimmter Zeit zu einer offiziellen Verhandlung samt Urteilsspruch zusammentritt. Letzteres wäre für uns absurd gewesen, also konnte es für uns - als leider die "Schwächeren" in dieser Situation – nur das Bestreben zu einer Einigung mit auch für uns akzeptabler Lösung gehen

Zunächst stellte die Polizei in ihrem Bericht fest, dass die Straße 7,70m breit war, jedem also 3,85m zustünden. Mein linker Reifen war nach dem Zusammenstoß 5,10m von „meinem“ rechten Straßenrand entfernt, daher war ich schuld, was ja auch völlig unbestritten der Fall ist – zunächst im Bericht aber ohne weitere Erklärung, warum ich dort gelandet war. Zunächst wollte die Polizei vom LKW Fahrer bzw. seinem wie ein Anwalt agierenden Versicherungsvertreter wissen, welche Forderungen an uns gestellt werden. Ohne jetzt ins Detail zu gehen, aber die waren zunächst absurd hoch. Zum Beispiel brachten die geforderten 80.000 Yuen – ca. EUR 11.500 für „2 Monate verletzungsbedingter Arbeitsunfähigkeit“ zunächst sogar den Polizeichef in Rage, der meinte, in seinem Bezirk gäbe es keinerlei Unterschiede ob Forderungen an reiche Chinesen, an arme Chinesen oder an Ausländer gestellt würden, also solle sich der Fahrer bitte etwas mäßigen. Nach 1 ½ Stunden waren wir bei 7.000 Yuen, ca. 1.000 EUR, was nach gemeinsamer Einigung bei der Frau des LKW Fahrers ein erfreutes Lächeln bewirkte…na ja, der Mann wird mit Sicherheit nicht einen Tag pausieren, aber es sei ihm gegönnt. Er konnte ja wirklich nichts dafür. Zunächst ebenfalls absurde Abschleppkosten (offensichtlich „für reiche Ausländer“) konnten wir auf ein akzeptables, allerdings noch immer reichlich hohes, Maß reduzieren, die Kostenschätzung einer LKW-Werkstatt strich sogar der Polizeichef noch etwas, nach intensivem, lautstarkem Engagement unseres chinesischen Guides.

Alles zusammen wurde meine Rutschpartie ein für mich sehr teurer Spaß, zu dem unsere chinesische Haftpflichtversicherung 2.000 Yuen beisteuerte, ca. EUR 270. In China gültige Haftpflichtversicherung aus Deutschland hatten wir nicht und auch unsere eigene Vollkaskoversicherung deckt China nicht ab. Aber das Wichtigste war: wir bekamen an Ort und Stelle von der Polizei das offizielle, abgestempelte Dokument zur Freigabe des Fahrzeugs, das wir dann ja auch noch am selben Abend in einer Nachtfahrt per LKW bis zur Chinesischen Grenze zum Übergang am nächsten Tag brachten.

Eher amüsantes Detail ganz zum Schluß der fast 4 Stunden dauernden Verhandlung: Der Polizeichef meinte, dass ich aufgrund der völlig klaren Schuldsituation normalerweise auch eine Verkehrsstrafe in Höhe von umgerechnet ca. EUR 200 – 300 erhalten hätte. Er hätte die Situation aber vor der Verhandlung mit einem Kollegengremium besprochen und man hätte sich geeinigt, dass im Sinne der traditionellen „Chinesisch-Deutschen Freundschaft“ eine verbale Ermahnung genügt. Damit stand er auf und schüttelte mir mit kräftigem Händedruck die Hand.


Dieses ganze Abenteuer lief noch relativ glimpflich ab – weil ohne wirklichen Personenschaden. Wenn ein solcher - mit Rentenansprüchen, oder auch noch schlimmer mit tödlichem Ausgang eingetreten wäre, gibt es nicht nur in China sondern auch in vielen anderen Ländern extrem harte Urteile, in denen Ausländer durchaus auch schlechter gestellt werden als Einheimische.

Ich kann Jürgen / Lassies Bemerkung verstehen, warum er in Asien nicht Autofahren würde. Wir selbst genießen es – Jürgen, auch im Verkehr in Dhaka :D , aber man lernt ja auch, und wir werden mit Sicherheit in Zukunft noch bewusster fahren.

Tut mir leid, dieser Beitrag ist jetzt etwas länger geworden…, vielleicht aber trotzdem für den einen oder anderen interessant.

Gruß, Wolfgang

Re: Unfall in China

Verfasst: 2013-05-02 13:52:04
von Veit M
Hallo Wolfgang und Carmelita,

danke für den Bericht. Ich denke die Polizei war sehr zuvorkommend zu Euch und war sehr darauf bedacht ein für alle Seiten akzeptables Ergebnis zu erzielen was auch im Ausland als gesundes Augenmaß (und zwar nicht das unserer Politiker) zu bezeichnen ist.

Die Sache mit der Versicherung zeigt aber auch daß eine Versicherung in China und hier nicht unbedingt die gleiche Absicherung bedeutet. Stellt sich natürlich die Frage ob eine bessere Absicherung möglich gewesen wäre und zu welchem Preis. Außerdem denke ich daß man sich nicht immer und überall gegen alles absichern kann. Für viele hier z.B. in D. auch eine ungewohnte Erkenntnis wegen der allseits bekannten und beliebten Vollkaskomentalität, für erfahrene Reisende eher normal.

Ich drück Euch die Daumen daß es bald weiter geht und Ihr von weiteren Erfahrungen dieser Art verschont bleibt.

Gute Reise

Ciao

Veit