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Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 7:26:00
von Pirx
OliverM hat geschrieben:
2022-10-11 7:23:50
Kuriert hat geschrieben:
2022-10-11 6:14:23
Guten Morgen, ich liebe solche Threads.
Köstliche Unterhaltung.
Weiter so!

Entspannte Grüße
Norbert
Ja,
ich finde es auch immer wieder herzerfrischend . :D
Es fehlt nur noch der Hinweis dass man den Motor nach zwei Tagen stillstand bitte mittels einer Handpumpe mit Öldruck beaufschlagen sollte , bevor man ihn das erste mal (von Hand selbstverständlich ) durchdreht . Dabei sollte der Motor nach Reiki-Regeln ausgerichtet worden sein und von mindestens drei Priestern verschiedenster Glaubensrichtung gesegnet worden sein . Ausserdem braucht es dazu zwingend psychologischen Beistand um dem Motor mit diesem Trauma nicht alleine zu lassen.

Blasphemische Frage: Hat jemand mal in Natura gesehen wie das in der realen Motorenproduktion gehandhabt wird ?

Gruß

Oliver

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 7:41:36
von MartinK
Moin, dann kippt halt vernünftiges Öl in die Motoren, damit die Ölpumpe das leicht beim Kaltstart Richtung Lagerstelle fördert. Marmelade dauert halt...

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 8:16:41
von langnase
OliverM hat geschrieben:
2022-10-11 7:23:50

Blasphemische Frage: Hat jemand mal in Natura gesehen wie das in der realen Motorenproduktion gehandhabt wird ?

Gruß

Oliver
Immer wieder lustig, wie "Kampfschreiber" trotz halbwissen (Null Ahnung) sich um Kopf und Kragen schreiben müssen nur um uns von Ihrer Meinung zu überzeugen.

Das Internet und YouTube sind voll davon, wie Motoren zusammengebaut werden. Meine bevorzugten Kanäle, Motoren Zimmer oder Redhead Zylinderkopftechnik und auch mein Motorinstandsetzer machen das regelmäßig vor. Alle drehenden Teile und Lager werden vor dem Einbau gründlich eingeölt oder in einem dünnflüssig Fett eingerieben bevor sie eingebaut werden. Das sichert die Schmierung der Stunde Null.
Zusätzlich wird, bevor Treibstoff an den Motor kommt, ein Öldruckmanometer angeschlossen und der Druck vorher kontrolliert.

Kann also nicht so falsch sein, den Motor nach längerer Standzeit ohne Verbrennung durchzudrehen. Das alle Teile einem Gewissen Verschleiß unterliegen ist mir bewusst, aber einen Anlasser zu ersetzen ist um vieles einfacher, als ein Hauptlager zu tauschen.

Grüße
Stefan

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 8:19:05
von burkhard
unihell hat geschrieben:
2022-10-10 10:37:45
Und klar, der Motor läuft erst mal weiter, merkt man ja erst 20.000Km später, wenn die Lager verrecken.
Ist es also so, das wenn ich den Öldruck nach dem Ölwechsel statt mit Anlasserdrehzahl mit Leerlaufdrehzahl aufbaue, der Motor dann nach 20.000 km verreckt?

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 8:23:25
von langnase
MartinK hat geschrieben:
2022-10-11 7:41:36
Moin, dann kippt halt vernünftiges Öl in die Motoren, damit die Ölpumpe das leicht beim Kaltstart Richtung Lagerstelle fördert. Marmelade dauert halt...
Soviel 10W40 bekomme ich gar nicht in die Einfüllöffnung, wie er dann verbraucht.

Was meinst? Sollte ich es mit Druckbetankung versuchen.....

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 8:27:01
von poonc
Mal aus anderem Blickwinkel betrachtet, sollte man Motoren halt einmal im Jahr kurz anwerfen, das gefällt auch allen anderen Teilen die ab und zu gerne etwas ölig sein möchten, Dichtringe, Zahnräder z.B. um Flugrost zu vermeiden.

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 8:30:57
von Mark86
OliverM hat geschrieben:
2022-10-11 7:23:50
Blasphemische Frage: Hat jemand mal in Natura gesehen wie das in der realen Motorenproduktion gehandhabt wird ?

Gruß

Oliver
Ohja.
Und bei Werkstattdiagnosen und Kundenautos habe ich auch gesehen, wie weit man ohne Öl kommt...
Und dann gibt es so Helden, die gehen jedes Jahr nach der Oldtimerwinterpause hin, schrauben die Kerzen raus und waschen vor dem ersten Motorstart das Restöl vom Vorjahr mit WD40 weg.

In der Praxis ist es so dass bevor die Hauptlager oder Pleullager fressen, die Motoren in der Regel so lange gestanden haben, dass sie Rost in den Zylinderlaufbahnen haben.
Manchmal ist das nur ganz wenig, manchmal nur da wo n Ventil offen stand, dass der Anlasser es noch schafft die Kolbenringe drüber zu schieben, aber es hat dann kleine Löcher in der Zylinderwand und der Kolbenring überlebt das auch nicht lange. Die fangen dann Erfahrungsgemäß nach einigen hundert KM an, Öl zu saufen und nach 1000km bläuen die richtig. Da kommts dann auf die Lagerschalen auch nicht mehr drauf an...

Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis...

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 8:36:21
von Seebser
Wenn du für den ölwwchsel denn Motor 1 Jahr bei geöffneter Ablassschraube stehen lässt, weil du unbedingt alles alte Öl raus haben willst,
dqnn steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Lebensdauer sinkt.
Wenn du wie normal üblich nach 1 Tag (beim einfüllen wollen drauf gekommen, falsches Öl, 3h Internet Recherche, 5 h Suche wo billig, bestellen....)
dann ist es absolut kein Problem, es mit dem Starter zu machen.

PS.zulangsam geantwortet, bezieht sich auf eine Antwort weiter oben.

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 9:26:45
von Vossba
Mark86 hat geschrieben:
2022-10-11 8:30:57
OliverM hat geschrieben:
2022-10-11 7:23:50
Blasphemische Frage: Hat jemand mal in Natura gesehen wie das in der realen Motorenproduktion gehandhabt wird ?

Gruß

Oliver
Ohja.
Und bei Werkstattdiagnosen und Kundenautos habe ich auch gesehen, wie weit man ohne Öl kommt...
Und dann gibt es so Helden, die gehen jedes Jahr nach der Oldtimerwinterpause hin, schrauben die Kerzen raus und waschen vor dem ersten Motorstart das Restöl vom Vorjahr mit WD40 weg.

In der Praxis ist es so dass bevor die Hauptlager oder Pleullager fressen, die Motoren in der Regel so lange gestanden haben, dass sie Rost in den Zylinderlaufbahnen haben.
Manchmal ist das nur ganz wenig, manchmal nur da wo n Ventil offen stand, dass der Anlasser es noch schafft die Kolbenringe drüber zu schieben, aber es hat dann kleine Löcher in der Zylinderwand und der Kolbenring überlebt das auch nicht lange. Die fangen dann Erfahrungsgemäß nach einigen hundert KM an, Öl zu saufen und nach 1000km bläuen die richtig. Da kommts dann auf die Lagerschalen auch nicht mehr drauf an...

Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis...

Moin,
Rost in den Zylinderlaufbahnen ist der typische Tod von Kolben Flugmotoren. Wenn man dort in die Zylinder schaut haben die fast immer nach vielen Jahren diese Rost/Pitting Löcher in den Laufbahnen, meist im unterem Bereich. Beim Diesel klebt das Öl ein wenig zäher, aber auch da bildet sich Rost.

Klar würde ich einen (irgendeinen) alten Motor, der sich dreht, einfach anwerfen. Aber nicht jeden!!

Ich habe hier einen Reservemotor für den IFA: Einen Generatormotor aus BW Depot mit 21h TT, da werde ich einen Deibel tun, obwohl der bestimmt einfach läuft). Der wird vor Inbetriebnahme zerlegt mit neuen Dichtungen versehen ( Und auf W50 Spezifikation umgerüstet) und wieder montiert. Ich hab meistens halt bei Flugmotoren ( Die stehen meist 6-7 Monate im Winter) an den unmöglichsten Stellen Rost gesehen. Z.B. alle Steuerräder verrostet - Nockenwellen und Stößel ist eher der Klassiker und führt zu baldigem Ausfall. Lager sind bei Schlachtmotoren meist noch unter Öl wenn der Rest zum Klumpen Verrostet ist. Als erstes stecken immer die Kolben, gefolgt von Ventilen, wenn da Wasser ran kam.

Gruß Reinhard

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 11:19:21
von MartinK
langnase hat geschrieben:
2022-10-11 8:23:25
MartinK hat geschrieben:
2022-10-11 7:41:36
Moin, dann kippt halt vernünftiges Öl in die Motoren, damit die Ölpumpe das leicht beim Kaltstart Richtung Lagerstelle fördert. Marmelade dauert halt...
Soviel 10W40 bekomme ich gar nicht in die Einfüllöffnung, wie er dann verbraucht.

Was meinst? Sollte ich es mit Druckbetankung versuchen.....
Hehe, dann wird es mal Zeit, das Thema "Motorüberholung" anzufassen. Gruß, Martin

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 12:02:09
von langnase
MartinK hat geschrieben:
2022-10-11 11:19:21
Hehe, dann wird es mal Zeit, das Thema "Motorüberholung" anzufassen. Gruß, Martin
Gerade erst gemacht! Dünne Plörre ist nichts für alte Motoren.

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 12:35:17
von MartinK
langnase hat geschrieben:
2022-10-11 12:02:09
MartinK hat geschrieben:
2022-10-11 11:19:21
Hehe, dann wird es mal Zeit, das Thema "Motorüberholung" anzufassen. Gruß, Martin
Gerade erst gemacht! Dünne Plörre ist nichts für alte Motoren.
Diese These kann man nicht generalisieren. Hier aber egal. Ich würde bezüglich der schnellen Durchölung mit der Kaltviskosität so weit runter wie es geht.

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 16:57:56
von LutzB
langnase hat geschrieben:
2022-10-11 12:02:09
Dünne Plörre ist nichts für alte Motoren.
Gut das meine Autos das nie wussten. Und meine Motorräder haben am gleichen Kanister genascht wie Hanomag, Vario, die 124er u.s.w.u.s.f..

Lutz

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 20:08:44
von OliverM
langnase hat geschrieben:
2022-10-11 8:16:41
OliverM hat geschrieben:
2022-10-11 7:23:50

Blasphemische Frage: Hat jemand mal in Natura gesehen wie das in der realen Motorenproduktion gehandhabt wird ?

Gruß

Oliver
Immer wieder lustig, wie "Kampfschreiber" trotz halbwissen (Null Ahnung) sich um Kopf und Kragen schreiben müssen nur um uns von Ihrer Meinung zu überzeugen.

Das Internet und YouTube sind voll davon, wie Motoren zusammengebaut werden. Meine bevorzugten Kanäle, Motoren Zimmer oder Redhead Zylinderkopftechnik und auch mein Motorinstandsetzer machen das regelmäßig vor. Alle drehenden Teile und Lager werden vor dem Einbau gründlich eingeölt oder in einem dünnflüssig Fett eingerieben bevor sie eingebaut werden. Das sichert die Schmierung der Stunde Null.
Zusätzlich wird, bevor Treibstoff an den Motor kommt, ein Öldruckmanometer angeschlossen und der Druck vorher kontrolliert.

Kann also nicht so falsch sein, den Motor nach längerer Standzeit ohne Verbrennung durchzudrehen. Das alle Teile einem Gewissen Verschleiß unterliegen ist mir bewusst, aber einen Anlasser zu ersetzen ist um vieles einfacher, als ein Hauptlager zu tauschen.

Grüße
Stefan
Netter Versuch.....

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 20:40:36
von lunschi
...um mal einen Erfahrungswert beizutragen...

Mir ist mal bei einem Audi 80 (1,6 Liter Sauger Benziner) ein Pleuellager verendet weil der nach dem Ölwechsel aus unerfindlichen Gründen nicht mehr das Öl ansaugen wollte. Ich habe den weniger als eine Minute im Leerlauf laufen lassen.

Ich habe ihn dann etwas überbefüllt mit Öl und mit dem Anlasser durchgedreht bis am Ölfilterflansch Öl kam dann hatte er auch Öldruck hat aber unter Last dezent geklappert. Am Ende habe ich den Motor dann neu gelagert und eine andere (gebrauchte) Ölpumpe eingebaut dann war er wieder gut; zum Glück hatte die Kurbelwelle das alles überlebt. Die Lager sahen aber böse aus.

Also ich bin relativ sicher das ein Motor im Betrieb unter Last nur wenige Sekunden überlebt wenn er kein Öl mehr bekommt. Dann sind ziemlich schnell als erstes die Pleuellager hin.

Kai

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 21:29:36
von OliverM

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 21:58:27
von husky240
OliverM hat geschrieben:
2022-10-11 21:29:36
https://www.youtube.com/watch?v=65C_ziyxCjQ
Moin,

das ist doch alles fake bei Dumm Tüch... da sind bestimmt vorher Lagerschalen mit Nanotechnologie aus der Raumfahrt verbaut worden.
Kein Wunder das der so lang durchhält.


Gruß vom Nils

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 22:01:16
von OliverM
husky240 hat geschrieben:
2022-10-11 21:58:27
OliverM hat geschrieben:
2022-10-11 21:29:36
https://www.youtube.com/watch?v=65C_ziyxCjQ
Moin,

das ist doch alles fake bei Dumm Tüch... da sind bestimmt vorher Lagerschalen mit Nanotechnologie aus der Raumfahrt verbaut worden.
Kein Wunder das der so lang durchhält.


Gruß vom Nils
Nö, die sind von Febi .....

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 22:03:26
von husky240
OliverM hat geschrieben:
2022-10-11 22:01:16
Febi .....
... das taugt doch nix (hab ich hier mal irgendwo gelesen)... kann also nicht sein


Gruß vom Nils

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-11 23:10:35
von Steinbruchsoldat
Fahrt mal Stockcar. Würdet euch wundern wie lange so ein Motor ohne Öl und Wasser unter Volllast noch läuft.

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-12 0:27:58
von Konstrukteur
Vossba hat geschrieben:
2022-10-11 9:26:45

Moin,
Rost in den Zylinderlaufbahnen ist der typische Tod von Kolben Flugmotoren. Wenn man dort in die Zylinder schaut haben die fast immer nach vielen Jahren diese Rost/Pitting Löcher in den Laufbahnen, meist im unterem Bereich. Beim Diesel klebt das Öl ein wenig zäher, aber auch da bildet sich Rost.

Klar würde ich einen (irgendeinen) alten Motor, der sich dreht, einfach anwerfen. Aber nicht jeden!!

Ich habe hier einen Reservemotor für den IFA: Einen Generatormotor aus BW Depot mit 21h TT, da werde ich einen Deibel tun, obwohl der bestimmt einfach läuft). Der wird vor Inbetriebnahme zerlegt mit neuen Dichtungen versehen ( Und auf W50 Spezifikation umgerüstet) und wieder montiert. Ich hab meistens halt bei Flugmotoren ( Die stehen meist 6-7 Monate im Winter) an den unmöglichsten Stellen Rost gesehen. Z.B. alle Steuerräder verrostet - Nockenwellen und Stößel ist eher der Klassiker und führt zu baldigem Ausfall. Lager sind bei Schlachtmotoren meist noch unter Öl wenn der Rest zum Klumpen Verrostet ist. Als erstes stecken immer die Kolben, gefolgt von Ventilen, wenn da Wasser ran kam.

Gruß Reinhard
Hallo Reinhard,
was ich absolut nicht verstehe ist, wenn ich doch weiß, dass den Motoren die lange Standzeit nicht bekommt, dass ich die nicht einfach alle 1-2 Monate mal für ein paar Minuten laufen lasse.
Ist das dann eine "Geiz ist geil" Strategie oder hat man Spaß an der Mororinstandsetzung?
Ich lasse mein Auto spätestens alle 2 Monate mal ein paar Minuten laufen, auch wenn er nicht bewegt wird, aber so wird zumindest mal alles geschmiert.

Gruß Uwe

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-12 6:21:49
von Seebser
Wenn laufen lassen, dann ordentlich alles auf Betriebstemperatur bringen.
Ansonsten sind Schäden durch Kondenswasser etc. vorprogrammiert.
Und dann auch nicht nur ein paar Minuten sondern längere Zeit auf Temperatur, das ist bei einem Motor den ich aus welchen Gründen auch immer (Fahrzeug nicht Fahrbereit, gar nicht eingebaut...) nicht belasten gar nicht so einfach.
Den Motor nur einfach 2 h am Stand laufen lassen schadet warscheinlich mehr als es nutzt.

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-12 8:40:22
von Vossba
Moin,

genau das ist der Punkt. Der Motor muss ca. 30min. über 60 Grad Öltemperatur haben um das Kondenswasser/Säure Gemisch loszuwerden. Zuminstest bei den Luftgekühlten Flugmotoren funktioniert das nicht, da sie kaum Öltemperatur bekommen, aber mangels Fahrtwind recht warme Köpfe bekommen und dazu hemmungslos überfetten. Zumindest wen nicht abgemagert wird. Da muss geflogen werden.

Bei LKW Motoren fällt das Überfetten weg, aber laufenlassen im Leerlauf ist unter Umständen nicht der Weg. Ich mach das auch mal um keinen Rost an Ventilen und Laufbahnen zu bekommen aber es bildet sich halt Saures Kondenswasser.

Gruß Reinhard

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-12 8:45:57
von Vossba
Steinbruchsoldat hat geschrieben:
2022-10-11 23:10:35
Fahrt mal Stockcar. Würdet euch wundern wie lange so ein Motor ohne Öl und Wasser unter Volllast noch läuft.
Moin,

das kann ich bestäigen: Als 15 Jähriger hatte ich einen Hundeknochen Escort mit dem ich auf dem Grundstück und angrenzenden Ächern rumblies. Als der dann wegkam, haben wir Öl und Wasser abgelasssen und einen Stein aufs Gaspedal gelegt. Das Schauspiel haben wir in Erwartung eines Spektakulären Endes aus Sicherer Entfernung verfolgt. Nix; das daerte mahr als 5 Minuten, bis das Ding langsam Festging und stehenblieb. Wir haben damals leider nicht geschaut ob Lager oder Kolben. Da ich aber mal mti einem Golf Diesel nach Wasserverlust am Berg relativ schnell einen Kolbenfresser hatte, vermute ich Fresser first.

Gruß Reinhard

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-22 20:14:36
von stonedigger
Also beim Öldruck muss man sich doch nur ein paar Fragen stellen und die mit ein wenig Logik beantworten.

Wofür ist das Öl da ?
Für die Motorschmierung

Warum muss der Motor geschmiert werden?
Um Verschleiß zu verhindern.

Wozu noch?
Um dir Reibung der bewegten Teile zu verringern,

Warum muss die Reibung verringert werden?
Weil Reibung Wärme erzeugt,

Was passiert, wenn zu viel Reibungswärme erzeugt wird?
Teile (insb. Kolben) überhitzen und verändern ggf. das Materialgefüge

Was kann noch passieren?
Durch zu hohe Hitze verändern sie ihre Größe, dehnen sich aus

Was passiert, wenn sie sich ausdehnen?
Dann kann es zu einem Kolbenfresser kommen.

So - und glaubst Du nun, ein Kolbenfresser oder Motorschaden kann passieren, weil er erst nach ein paar Sekunden Öldruck hat?

Mit einem Schrottauto haben wir mal versucht ohne Öl so etwas zu provozieren. Das Teil fuhr wochenlang ohne Öl.

Also - keine Panik!


SD

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-22 20:48:33
von Pirx
stonedigger hat geschrieben:
2022-10-22 20:14:36
So - und glaubst Du nun, ein Kolbenfresser oder Motorschaden kann passieren, weil er erst nach ein paar Sekunden Öldruck hat?
Davon hat der TE nichts geschrieben.

Es geht darum, vorzeitigen bzw. übermäßigen Verschleiß zu verhindern.
Die Kurbelwellenlager haben Notlaufeigenschaften, so daß sie auch einige Betriebszeit ohne Ölschmierung überstehen können. Aber diese Fähigkeit ist natürlich begrenzt und irgendwann sind die Lagerschalen verschlissen. Diesen Punkt durch pflegliche Behandlung des Motors hinauszuzögern, ist die Idee, die hinter der Frage steht.

Das kann man natürlich lächerlich machen. Oder wie mein Kamerad bei der Bundeswehr meinte: "Mein nagelneues Motorrad hat doch 2 Jahre Garantie. Also kann ich nach dem Kaltstart locker sofort auf 8000 U/min hochdrehen. Wenn es den Motor zerreißt, kriege ich ja einen Neuen auf Garantie!"

Kann man machen, muß man aber nicht!

Pirx

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-22 21:11:59
von burkhard
Der Schmierfilm bzw. Schmierkeil ist nach dem Ölwechsel noch in der gleichen Menge in den Lagern wie nach einem normalen Abstellen des Motors, da es bei den Lagern keinen Unterschied macht ob das Öl nur bis in die Ölwanne läuft oder durch die Ablassschraube ganz raus. Die Lager sind ja nicht in der Ölwanne eingetaucht. Die Menge reicht, um die kurze Zeit zu bis zum Aufbau des Öldruckes zu überbrücken.

Der Unterschied zwischen einem normalen Motorstart und einem Motorstart nach dem Ölwechsel besteht darin, das nach dem Ölwechsel der Ölfilter leer ist und der Ölfilter erst mit Öl gefüllt werden muss, damit sich der Öldruck aufbauen kann.

Wenn man, wie ich schon geschrieben hatte, den Ölfilter nach dem Ölwechsel erst mit frischem Öl füllt baut sich der Öldruck etwa genauso schnell auf wie bei einem normalen Motorstart. Ich mache es beim Ölwechsel immer so,

Viele Grüße
Burkhard

Re: Motor anwerfen nach langer Standzeit

Verfasst: 2022-10-24 17:33:15
von stonedigger
ja, es sollte jedem klar sein, dass man einen Motor im kalten Zustand nicht hochdreht o.ä.

SD