alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

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micha der kontrabass
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alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#1 Beitrag von micha der kontrabass » 2020-09-14 8:25:19

Ich habe mal eine generelle Frage an das Schwarmwissen:

Wie sind die alten Blechkoffer ala Ackermann, Kässbohrer, aber auch andere Koffer mit aufgenieteten Blechen aufgebaut?

zum Beispiel sowas:
Bild

oder so:
Bild

Sind die Bleche einfach überlappt an den Stößen?
Ist da irgendeine Dichtung/Dichmasse zwischen?

Oder wird da gefalzt?

Viele Grüsse
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ingolf
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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#2 Beitrag von ingolf » 2020-09-14 9:57:55

Gefalzt ist da nichts.
An den von mir gebauten Koffern habe ich die Bleche 2 bis 3 cm überlappt mit neutralem Silikon dazwischen.
Grüße, Ingolf
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Weickenm
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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#3 Beitrag von Weickenm » 2020-09-14 15:03:59

Moin,

also nach meinem Verständnis (von der Theorie her kommend, praktisch habe ich keinen Koffer in der Art aufgeschnitten) und nach dem Erscheinen meines KUNGs werden das an den Ecken Strangpressprofile sein und die Alu-/Stahltafeln überlappend vernietet sein.

Beste Grüße
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Ulf H
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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#4 Beitrag von Ulf H » 2020-09-14 19:34:16

... beim Hanokoffer ist das Dach überlappend vernietet mit irgendeiner schwach klebenden Dichtmasse dazwischen ... nach 40 Jahren undicht, mit Sikaflex neu vernietet, seitdem dicht ...

... an den Seitenwänden sind die Bleche wohl nur stumpf gestossen oder mit kleiner Fuge verlegt ... darüber eine Aluleiste mit wahrscheinlich Dichtmasse ... ist seit 1963 also gehe ich da nicht dran ...

... wenn das Aussenblech eh hinterlüftet sein soll, so ist Dichtheit eine sehr untergeordnete Anforderung ...

Gruss Ulf
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micha der kontrabass
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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#5 Beitrag von micha der kontrabass » 2020-09-15 8:26:34

Danke schon mal.

@Ulf, trotz alledem ist Dichtheit erstrebenswert, undicht wirds später von alleine.

also geh ich einfach mal davon aus, das die Bleche einfach nur überlappend vernietet sind. Das das beim Dach u.U. zu Problemen führt, hab ich bei meinem Feuerwehrkoffer sehen können. Dort waren die Alubleche mit einer Art Filztrennstreifen zwischen auf Stahlvierkant genietet.

Mir geht es aber mehr um die Seitenwände.
Entsteht da nicht eine Art Kapillarwirkung, wenn ich nur überlappe?
Oder reicht die spätere Lackierung aus, um ausreichende Dichtigkeit für die geplante Gebrauchsdauer (z.B. 10 Jahre) zu gewährleisten?

Viele Grüsse
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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#6 Beitrag von Weickenm » 2020-09-15 8:41:35

Moin Michael,
micha der kontrabass hat geschrieben:
2020-09-15 8:26:34
Mir geht es aber mehr um die Seitenwände.
Entsteht da nicht eine Art Kapillarwirkung, wenn ich nur überlappe?
Oder reicht die spätere Lackierung aus, um ausreichende Dichtigkeit für die geplante Gebrauchsdauer (z.B. 10 Jahre) zu gewährleisten?
Eine Kapillarwirkung des Wassers wirst Du definitiv haben. Trotz Lackschicht werden sich in dem Spalt-schon alleine durch die unterschiedlichen Wärmeausdehnungen-Risse bilden.
Auch ist es quasi unmöglich eine perfekte Lackierung an dieser Stelle zu bewerkstelligen.
Hinzukommt, dass solche Kanten in gewisser Weise Korrosionsnester durch Totwasserecken und Schmutzansammlungen darstellen.

All dies führt dazu, dass Feuchtigkeit, Streusalz, Dreck und Staub in den Ecken ihr Unwesen treiben können.
Ich bezweifle eine 10 jährige Dichtigkeit.

Beste Grüße
Florian
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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#7 Beitrag von Ulf H » 2020-09-15 19:29:18

... ohne Dichtmittel dazwischen wird es natürlich nicht dicht ... Frage ist ob man klebende Dichtung wie Sikaflex oder nur dichtende Masse wie Dekasil nimmt ...

Gruss Ulf
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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#8 Beitrag von Jac0b » 2020-09-15 19:33:12

Ulf H hat geschrieben:
2020-09-15 19:29:18
... ohne Dichtmittel dazwischen wird es natürlich nicht dicht ... Frage ist ob man klebende Dichtung wie Sikaflex oder nur dichtende Masse wie Dekasil nimmt ...

Gruss Ulf
Das dekasyl MS-2 wird als klebende Dichtmasse beschrieben (explizit für Dachluken etc) und das Dekasyl MS-5 als Kleber der auch dichtet... beides UV beständig, beides ein MS-Polymer.

Liebe Grüße, Jacob

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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#9 Beitrag von micha der kontrabass » 2020-09-16 9:28:29

Wir kommen der Sache langsam näher.

Wenn es nach Florians Worten nicht mal 10 Jahre "einfach so" dichthält, muß es ja anders gemacht worden sein, da es ja noch einige Koffer gibt, die dicht und nicht weggerottet sind, und das nach 30 oder mehr Jahren.

Jetzt kommen also Kleb- oder Dichtstoffe ins Spiel. Aber welche? Und wie war das mit der Schichtdicke? 2-3mm?
Offensichtlich nicht, denn diese Überlappungen haben bedeutend weniger Abstand zwischen den Blechen, ich würde mal behaupten <1mm.

Also was wurde da verarbeitet? Was läßt diese geringen Schichtdicke zu?

Viele Grüsse
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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#10 Beitrag von Jac0b » 2020-09-16 15:17:11

micha der kontrabass hat geschrieben:
2020-09-16 9:28:29
...

Jetzt kommen also Kleb- oder Dichtstoffe ins Spiel. Aber welche? Und wie war das mit der Schichtdicke? 2-3mm?
Offensichtlich nicht, denn diese Überlappungen haben bedeutend weniger Abstand zwischen den Blechen, ich würde mal behaupten <1mm.

Also was wurde da verarbeitet? Was läßt diese geringen Schichtdicke zu?

...
Hm ja... An anderer Stelle habe ich kürzlich auch nach Kleber gefragt um großflächige Metallteile zu verkleben.
Das ganze Polymer-Zeugs braucht, wie du geschrieben hast, 2-3mm Schichtdicke. Was kaum auftragen würde ist ein 2K Kleber wie Kürapur 666. Nur ist dieser nur wenig flexibel. Also könnten Hitze-Ausdehnung und zweistellige Minustemperaturen zum Problem werden.
Und vor 40 Jahren hat Ackermann da doch bestimmt kein 2Komponentenkleber dazwischen gekleistert?!

Ich finde deine Idee zum Kofferbau spannend, die Fragen dazu ebenfalls, ich werde hier weiter mitlesen :blush:

Liebe Grüße, Jacob

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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#11 Beitrag von Weickenm » 2020-09-16 15:34:07

Moin,
Jac0b hat geschrieben:
2020-09-16 15:17:11

Und vor 40 Jahren hat Ackermann da doch bestimmt kein 2Komponentenkleber dazwischen gekleistert?!
das ist der Pudels Kern.
Als ich vor nunmehr 21 Monaten die ehemalige Standheizung meines KUNG Koffers ausgebaut hatte, war an den teils verrosteten Schraubköpfen ein grüner Kleb-/Dichtstoff dran.
Das Zeug hat nach nun ca 30-40 Jahren noch immer zwischen den Fingern geklebt und war auch ziemlich bappig von der Grundkosistenz.

Vielleicht weiß einer der anderen Nutzer des Koffers, oder sonstige Nutzer mehr zu dem verwendeten Kleber-zumal die Russen glaube ich nicht IMDS pflichtig konstruieren...

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Re: alte Blechkoffer, genietet, Überlappungen, wie?

#12 Beitrag von micha der kontrabass » 2020-09-16 16:54:27

Jac0b hat geschrieben:
2020-09-16 15:17:11
...
Das ganze Polymer-Zeugs braucht, wie du geschrieben hast, 2-3mm Schichtdicke. Was kaum auftragen würde ist ein 2K Kleber wie Kürapur 666. Nur ist dieser nur wenig flexibel. Also könnten Hitze-Ausdehnung und zweistellige Minustemperaturen zum Problem werden.
Und vor 40 Jahren hat Ackermann da doch bestimmt kein 2Komponentenkleber dazwischen gekleistert?!

Ich finde deine Idee zum Kofferbau spannend, die Fragen dazu ebenfalls, ich werde hier weiter mitlesen :blush:

Liebe Grüße, Jacob
Die Ausdehnung duerfte gar nicht mal das Problem sein, da die Dichtmasse eigentlich nichts halten soll, sonder nur zwischen 2 ueberlappenden Blechen dichten soll.
Die Bleche dehnen sich im besten Fall gleich. Die Befestigung wäre ja geschraubt oder genietet, und bei mir wäre es Stahlblech, nicht Alu, da ist die Bewegung mit der Temperaturänderung nicht ganz so gross.

Aber die Achermänner oder Kässbohrer oder ... sind ja zum grössten Teil aus ALU, und dicht, ohne dicke Fugen.

Was ist da dazwischen? Einfach nur Haftfett? Nasse Farbe?
Karrosseriedichtmasse?

Viele Gruesse
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