Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

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noba
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Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#1 Beitrag von noba » 2018-10-06 10:42:34

Hallo Leute!

Vor wenigen Monaten ist mein Weltreisemobil auf Basis Mercedes 917 AF 4x4 fertig geworden! Bei der Testfahrt in den österreichischen Alpen mussten wir leider feststellen, dass die Federung vorne und hinten viel zu hart ist. Sogar asphaltierte Straßen mit kleinen Unebenheiten und Kanaldeckeln werden zur Qual.
Im leichten Gelände verwindet sich sofort das Fahrgestell und die Achsen "arbeiten" gar nicht. Ich denke, zunächst sollten die Achsen arbeiten und erst danach soll sich das Fahrgestell verwinden, richtig?

Hier einige technische Daten:
Gesamtgewicht inkl. 400L Diesel, 250L Wasser, 150L Grauwasser und 700kg Zuladung: 7.400kg
Achslasten Vorne: 3.590kg
Achslasten Hinten: 3.780kg
Fahrgestell:
Mercedes 917 AF 3090, Bj. 1988
Radstand 310cm
Werkseitig mit verstärkten Federn ausgeliefert (siehe Fotos!):
C27 Vorderfedern stärker Stufe 1
vorderachse-1.jpg
vorderachse-2.jpg
C37 Hinterfedern stärker Stufe 1
hinterachse-1.jpg
hinterachse-2.jpg
hinterachse-3.jpg
Ich möchte nun selbst die Federung vorne und hinten weicher stellen und leicht höherlegen. Kann mir jemand Tipps geben wie ich die Sache angehen soll?

UND: Beim Globetrotter Rodeo habe ich einige Reisemobile OHNE Stabilisator gesehen. Ist das sinnvoll, wenn bei einer Weltreise überwiegend auf Schotterpisten, Waldwegen und anderen Schlechtwegen bewegt werden soll? Geländegängigkeit hat für mich nicht oberste Priorität, sollte aber bei einer Weltreise nicht fehlen denke ich!

Danke vorab für eure Unterstützung!

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Uwe
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#2 Beitrag von Uwe » 2018-10-06 11:50:01

Hallo und willkommen.

Grundsätzlich: ein Auto mit Kutschenfahrwerk federt auch entsprechend, ein signifikanter Teil des von Dir beklagten Fahrverhaltens ist allerdings auch auf den kurzen Radstand zurückzuführen und wird sich auch mit anderen Stahlfederungen nicht eliminieren lassen.

Frage zu den Achslasten: sind das gewogene oder eingetragene?

Ein paar Gedanken zum konkreten Fall:
Ja, es ist bei einem Blattfederfahrwerk an verwindungsweichem Rahmen normal, dass die Verwindung aus dem Rahmen und nicht aus den Blattfedern kommt.
Auf einer Weltreise mit signifikantem Pistenanteil ist eine verstärkte Federung durchaus anzuraten.
Federpakete, die durch die tatsächlichen Achslasten in der nähe ihrer Vollauslastung arbeiten, würde ich auf keinen Fall 'erleichtern'.
Allerdings ist auf Deinen Fotos m.E. zu erkennen, dass sich zwischen den Federlagen erheblicher Blattrost gebildet hat. Zum einen verklebt das die Blätter, zum andern sind die Dinger so Schrott.
Du kannst also versuchen, Dir passende Weitspalt-Parabelfedern zu besorgen und einzubauen. Diese brauchen i.d.R. aber eine längere Federbasis, stellt sich bei Deinem Radstand also die Frage, ob die überhaupt sinnvoll einzubauen sind. Umbau auf Luftfederung geht auch, ist aber schon relativ großes Kino.
Persönlich würde ich die Federpakete zerlegen, schmieren und wo nötig tauschen - danach wird das Federungsverhalten deutlich besser sein. Ob es Dir dann reichen wird, ist aus der Ferne allerdings nicht zu beurteilen.

Uwe
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#3 Beitrag von siegerland » 2018-10-06 15:15:40

Hallo noba, hier gibt‘s Lesestoff zum Umbau auf die von Uwe genannten Weitspalt-Parabelfedern:

viewtopic.php?f=33&t=81205&hilit=1120&start=60#p777469

Gruß

Stefan
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.Curd Jürgens.
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https://ln2-forum.de/member.php?action= ... referrer=9

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#4 Beitrag von noba » 2018-10-06 19:20:08

Hallo Uwe,
hallo Stefan!

Danke für die Hinweise! In Ordnung, dann werde ich zunächst die Federpakete zerlegen, schleifen, lackieren, schmieren und wieder zusammenbauen!

Die angeführten Achslasten wurden tatsächlich auf der Waage gemessen, wobei die +700kg mögliche Zuladung nur hinzugerechnet wurden.

Ist es im Zuge der Instandsetzung der Federpakete sinnvoll, jeweils ein unteres Federblatt zu entfernen und zu testen und sich so langsam an das gewünschte Ergebnis heranzutasten? Jedenfalls ist er auf Feldwegen nur im Schritttempo fahrbar (erster Gang, untersetzt)!

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#5 Beitrag von Donnerlaster » 2018-10-07 1:08:41

Bevor du die Federn schmierst, solltest du hier mal die Suchfunktion zu diesem Thema durchforsten.
Viele halten etwas davon, viele (so auch ich) würden das nicht tun, denn das Fett bindet ganz schnell den Sand.....

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#6 Beitrag von advi » 2018-10-07 6:21:41

Auch wenn das nicht gefallen wird, aber ein LKW ist in der Regel nicht wahnsinnig Pistengeeignet. Meine persönliche Erfahrung.

Vielleicht solltest Du Dich mal an Spezialisten wenden wie https://www.weber-hydraulik.com/intelli ... fahrzeuge/. Vielleicht könnten solche einen entsprechenden Umbau vornehmen.

Aus anderen Bereichen weiß ich, das nur Spezialisten einem da wirklich helfen können .....
Frank

Unserer heißt Alladin und ist ein MAN LE220 mit ausgebautem Kühlkoffer

Ausbau siehe http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/p ... 35&t=55758

Wie viel Expeditionsmobil ist nötig - unsere kommende 3,5 to Lösung viewtopic.php?p=824020#p824020

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#7 Beitrag von Uwe » 2018-10-07 9:17:02

Hallo,

wie schon gesagt sind blattgefederte Fahrzeuge keine Komfortwunder, was schnelle Pistenfahrten angeht. Da hilft tatsächlich nur der Umstieg auf Spiralfeder, Luft oder Hydraulik. Federpakete, die in der nähe ihrer Nennlast arbeiten wie bei deinem 9-Tonner würde ich nicht pauschal schwächen - das mag vielleicht für die hinteren Federpakete eines 18-Tonners eine Alternative sein, hier zweifle ich dran.

Fetten oder nicht: natürlich hängt sich Dreck an Fett. Aber besser Dreck außen an den Federn (lässt sich abbürsten) als (Salz-)Wasser zwischen den Lagen. Was damit passiert, sieht man schön oben auf den Fotos. Damit steigt zudem das Risiko für Federbrüche. Ich fahre mit der Einfetterei seit nun 30 Jahren ganz gut, bislang hat der Dreck noch kein Federblatt durchgeschmirgelt :happy: Natürlich kann man die Federpakete mit entsprechenden Bandagen umwickeln, ..., persönlich halte ich das aber für overkill...

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#8 Beitrag von RandyHandy » 2018-10-07 9:22:03

Hi,
bzgl. Luftdruck und Fahrkompfort: Ich hoffe Du fährst nicht mit mehr als 6 Bar durch die Gegend? :angel:
Bei Deinen LKW-Gewichtsangaben muß der Reifendruck wesentlich geringer sein.
Das bringt schon einiges mehr an Fahrkompfort :D
Viele Grüße

Henry



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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#9 Beitrag von Donnerlaster » 2018-10-07 16:05:49

Uwe hat geschrieben:
2018-10-07 9:17:02
Ich fahre mit der Einfetterei seit nun 30 Jahren ganz gut, bislang hat der Dreck noch kein Federblatt durchgeschmirgelt :happy: Natürlich kann man die Federpakete mit entsprechenden Bandagen umwickeln, ..., persönlich halte ich das aber für overkill...

Uwe
Ich möchte keine Grundsatzdiskussion über Fetten / Nichtfetten anfangen. Aber mit dieser Aussage ist doch nichts anzufangen. Viel wichtiger wäre doch zu wissen, wieviele Kilometer du wo damit unterwegs warst.
30 Jahre kann ja auch bedeuten: jedes Jahr 1000 km auf Straßen..... :spiel:

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#10 Beitrag von Uwe » 2018-10-08 8:06:12

Donnerlaster hat geschrieben:
2018-10-07 16:05:49
Ich möchte keine Grundsatzdiskussion über Fetten / Nichtfetten anfangen.
Das ist schade :mellow:

Dreck, der sich mit Regenwasser über die Kapillarwirkung zwischen die Federlagen zieht, gibt's auf jeder Straße, Winters kommt dann noch zumindest in meinem üblichen Wirkungskreis Salz dazu. Die Feuchtigkeit braucht keine vielen km, um einzudringen und ist auch nicht durch viele km herauszubringen. Von daher interessiert mich schon, wie Du Rost zwischen den Federlagen über die Jahre vermeidest - das übliche Schadensbild ist auf den Fotos der HA-Federn oben schön zu erkennen.

Achja, über die Laufleistung meines Fuhrparks sorgt sich mein GTÜler schon hinreichend - Deine Gedanken hierzu ehren dich, sind aber letztlich unnötig :dry:

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#11 Beitrag von AL28 » 2018-10-08 10:22:38

Hallo
Gegenfrage , wie sind den deine Erfahrungen mit ungefettet balttfedern begründet .
Fahrzeuge , Laufleistung und Dauer in Jahren ?
Gruß
Oli

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#12 Beitrag von Donnerlaster » 2018-10-08 13:51:54

Schade Uwe, Thema verfehlt. Du hast anscheinend nicht verstanden, worum es mir geht. Dein Hinweis auf die 30 Jahre ist einfach nicht aussagekräftig und deshalb nicht zielführend.

Nebenbei erwähnt: vor ca 8 Jahren hab ich komplett neue Federn eingebaut bekommen (der Meister hat mir vom Fetten abgeraten). Und in den letzten 5 Jahren hab ich gut 130 tkm (und nicht nur Teer) damit zurück gelegt. Und mit dem Federungsverhalten meines G90 bei 3.10 m Radstand bin ich ganz zufrieden. - Oli, ich hoffe, deine Frage damit auch beantwortet haben.

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#13 Beitrag von Uwe » 2018-10-08 14:06:18

Donnerlaster hat geschrieben:
2018-10-08 13:51:54
Du hast anscheinend nicht verstanden, worum es mir geht.
Dann erkläre es mir doch - wäre jedenfalls nett. Als Prämisse gehe mal davon aus, das die Autos in meiner Sammlung hinreichend bewegt werden.

Welche Federn hast Du denn verbaut und warum?
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#14 Beitrag von Swalley » 2018-10-08 14:12:02

Sind deine Federn dann einfach lackiert?
Fährst du auch im Winter, oder wird er da eingemottet?
Reibt sich der Lack nicht zwischen den Lagen weg, und bildet sich dann da kein Rost?
Gruß,
Fred, dessen Federn deutlich schlimmer aussehen, als die auf den Fotos :eek:
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#15 Beitrag von AL28 » 2018-10-08 14:17:07

Hallo
Na , das ist doch mal eine Antwort .
Ich habe mit dem AL28 und der Emma auch mit gefetteten Federn gut über 100.000km zurückgelegt und in den letzten fünf Jahren mit den 1017 knappe 100.000 km zurückgelegt .
Immer schön gefettet . Ich war viel im Sand und im Schlamm , so wie ewige Pisten Fahrten .
'Ich bin vom Fetten überzeugt . Und mit meinen Fahrkomfort zufrieden . So und jetzt ? :lol:
Wobei ich denke , das die hier eingangs erwähnten Probleme daher führen das viel einfach nicht begreifen , das ein LKW kein großer , schwerer , langsamer PKW ist .
Das zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Forum .
Deswegen wird dehnen auch nicht zu helfen sein und ich lese da immer mit einen lächeln mit . :positiv:
Es gibt einfache Steigerung .
Ungefedert Blattfedern , Parabel Federn , Spiral- Federn , Hydraulik und Luftfedern . Dann kommt lange nichts , das ein moderner PKW . :spassbremse:
Am Besten ihr kauft euch ein Dreiachser Wohnmobil mit großen reifen und Luftfederung .
Gruß
Oli

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#16 Beitrag von Donnerlaster » 2018-10-08 15:17:36

Uwe hat geschrieben:
2018-10-08 14:06:18
Donnerlaster hat geschrieben:
2018-10-08 13:51:54
Du hast anscheinend nicht verstanden, worum es mir geht.
Dann erkläre es mir doch - wäre jedenfalls nett. Als Prämisse gehe mal davon aus, das die Autos in meiner Sammlung hinreichend bewegt werden.

Welche Federn hast Du denn verbaut und warum?
Uwe, noch einmal für dich: dein Bezug auf die 30 Jahre sagt überhaupt nichts aus, weil die Prämisse fehlt. Es ist keine Aussage dabei, was und wie viel deine Autos bewegt werden und ob überhaupt.
Ich bin zwar auch schon ein paar Tage hier im Forum aktiv, aber deswegen weiss ich noch lange nicht, in wie weit du deine Fahrzeuge bewegst. Noba ist ganz neu hier und wird es höchstwahrscheinlich erst recht nicht wissen.

Und ich wiederhole mich noch ein weiteres Mal: eine Grundsatzdiskussion will ich nicht anfangen.
Ich selber beurteile nicht, ob ein Fetten oder Nichtfetten besser ist. Ich habe mir meine Meinung gebildet (die daraus resultiert, was mir der alte Meister aus dem Federwerk und auch der Meister aus der MAN-Werkstatt gesagt haben und welche Erfahrungen ich gemacht habe). Und gegenteilige Erfahrung hab ich nicht, da ich die Federn nie gefettet habe und aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht tun werde , denn ich bin zufrieden mit dem Fahr- und Federverhalten.

Ich habe Noba nur drauf hingewiesen, dass da schon einiges drüber geschrieben wurde und er sich das mal durchlesen sollte um dann zu entscheiden, was er machen will.

Und um deine weitere Frage zu beantworten: ich hab die originalen Blattfedern des 9-Tonners vom G90 verbauen lassen. Die alten hingen durch und ich hab mich für neu statt Aufarbeitung entschieden.

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#17 Beitrag von micha der kontrabass » 2018-10-08 17:44:54

Magirus Mercur:
aus der Betribesanleitung:

alle 25 000km
...
24 Vorderfedern, reinigen und einfetten
....


alle 50 000km
....
32 Hinterfedern, reinigen und einfetten
...

Aus dem Werkstatthandbuch, Kap 2.4 Federung instantsetzen
...
4. Vor dem Zusammenbau der Feder jedes Federblatt mit Spezialfett oder Talg-Graphitmischung reichlich einfetten.
....

Ich maße mir nicht an, schlauer zu sein als der Erbauer...

Allerdings gilt das für für Magirus Sirius, Mercur und Saturn.

Mit frisch gefetteten Federn lies sich sogar mein nacktes Fahrgestell mit nur einer Tonne Wasser als Ballast 1000km ohne Probleme und ohne den von mir im Vorfeld befürchteten Kanincheneffekt überführen, mit unveränderter Feder.

Aber für Mercedes gibt es doch sicher auch eine Betriebsanleitung oder ein WHB?

Gruß
Micha d.k.
mit dem am nördlichsten stationierten Magirus Mercur!

Warum Dirigenten und Generäle so alt werden? Vielleicht liegt es am Vergnügen, anderen seinen Willen aufzuzwingen.
Leopold Stokowski

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#18 Beitrag von burkhard » 2018-10-08 18:06:37

In den Handbüchern von Mercedes steht das auch drin. Allerdings statt Fett Sprühöl mit Graphitzusatz, was mir wegen der Kriecheigenschaften des Sprühöls und dem Graphit auch logischer vorkommt.
http://www.meguin.de/meguin/produktdb.n ... nt&land=ME

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Willi Jung
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#19 Beitrag von Willi Jung » 2018-10-08 18:13:39

Hallo Micha, @ all,
ich fette meine Federn deutlich öfter. Bei jedem Abschmieren kommt das austretende alte Fett mit dem Lappen auf die Federn. Es ist erstaunlich, obwohl nur oberflächlich aufgetragen, wie die Federleistung verbessert wird. Deutlich spürbar.
Lieben Gruß
Willi
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Ulf H
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#20 Beitrag von Ulf H » 2018-10-08 18:17:26

... Fett ist gut, nur muss es erstmal zwischen das Gefieder kommen, um zu wirken ... Sprühöl ist da recht schnell drin, verflüchtigt sich aber auch bald wieder ... mongolisch wird die zerlegte und grob entdreckte Feder beim Zusammenbau mit reichlich dickflüssigem Öl eingejaucht, eine herrliche Sauerei ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#21 Beitrag von burkhard » 2018-10-08 18:22:51

Das Sprühöl wird sicher schnell weg sein, das Graphit bleibt aber. Ob Fett oder Sprühöl mit Graphit besser ist kann ich nicht sagen. Ich denke, beides ist gut für die Federn und für den Fahrer und besser als nichts.

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#22 Beitrag von Pirx » 2018-10-08 20:50:07

Ich benutze zum fetten der Blattfedern Sprühfett. Hält länger als Öl und kann mit der Sprühdose sehr gut zwischen die gespreizten Federblätter gebracht werden.

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#23 Beitrag von Groschengrab » 2018-10-08 21:43:32

Moin zusammen,

habe aus meinen Blattfederpaketen vorn eine und hinten zwei Lagen ausgebaut und fette zweimal im Jahr mit erwärmten Fluidfilm.
Bin eigentlich auch ganz zufrieden, Federung und Fahrverhalten liegt damit auf dem Niveau eines BMW M3.

Gruß,
Alex
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#24 Beitrag von burkhard » 2018-10-09 7:34:28

Groschengrab hat geschrieben:
2018-10-08 21:43:32
habe aus meinen Blattfederpaketen vorn eine und hinten zwei Lagen ausgebaut ...
Hallo Alex,

hast du auch daran gedacht den ALB neu ein zu stellen? Nicht nach den Werten auf dem ALB-Schild, die stimmen ja jetzt nicht mehr und müssen neu ermittelt werden. Die fehlenden Federlagen täuschen dem ALB einen anderen (schwereren) als den tatsächlichen Beladungszustand von. Die Hinterachse wird zu stark abgebremst und kann blockieren.

Gruß
Burkhard

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#25 Beitrag von daarnsen » 2018-10-09 9:02:51

Wir hatten in Marokko unsere Federn fetten lassen. Das fahrgefühl hinterher war beeindruckend anders, Welten besser. Nach ca. 3tkm Piste wurde es dann aber auch schon wieder unflexibler im Ansprech-/ Federverhalten.. Ich ließ mir den Tipp geben in sandigen Regionen die Ferdepakete in Frischaltefolie einzupacken, was ich für eine gute Idee/Kompromiss halte. Natürlich wenn ich nicht die Möglichkeit hätte auf Weitspaltparabel zu wechseln.

Grüße Arne

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#26 Beitrag von naumi0 » 2018-10-09 9:58:58

Hallo noba,
es wurde zu deiner Beanstandung ja schon viel geschrieben, ich denke du hast jetzt immer noch keine konkrete Anleitung zum Beseitigen deiner Beanstandung.
Die Notwendigen Arbeiten musst du auch selbst festlegen.
Wir fahren auch einen 917 AF mit Parabelfedern an der Vorderachse und Luftfederung an der Hinterachse. Ich wünsche mir auch mehr Fahrkomfort.
Einen nicht unerheblichen Einfluss haben die Dämpfer.
Das konnte ich nach dem Erneuern der Dämpfer feststellen.
Zielführen ist erstmal eine Fahrt mit einem gleichen Fahrzeug mit Parabelfedern an der Vorderachse zu machen.
Parabelfedern haben ein besseres Ansprechverhalten und die Federblätter berühren sich nicht und können somit nicht Rost ansetzen.
Wenn nun für dich ein Komfortgewinn feststellber ist, kannst du dich mit einem Umbau der Federn beschäftigen, du kannst bei der Probefahrt auch gleich die Fzg-Höhe messen und dann die Stärke der Distanzblöcke bestimmen.
Ich würde mich auch erstmal auf die Vorderachse konzentrieren.
Von der Hinterachse werden keine so großen Stösse auf das Fahrerhaus eingeleitet.
Viel Erfolg
Grüße Stefan
Ständig müssen wir kaufen, wegwerfen, kaufen
Es ist unser Leben, das wir verschwenden
Denn wenn wir etwas kaufen, bezahlen wir nicht mit Geld
Wir bezahlen mit unserer Lebenszeit, die wir aufwenden mussten,
um dieses Geld zu verdienen.
Der Unterschied ist:Leben lässt sich nicht kaufen
Es vergeht einfach
Es ist schrecklich, dein Leben zu verschwenden,
indem du deine Freiheit verlierst.

Jose Mujica

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#27 Beitrag von Willi Jung » 2018-10-09 12:44:57

Nur ein kleines Argument, nicht auf Weitspalt- oder Parabelfedern zu wechseln:
Wenn die Dämpfer die Grätsche machen ist das Fahrzeug kaum noch beherrschbar weil kaum Eigendämpfung.
Ich habe sowieso nur Dämpfer an der Vorderachse und die habe ich bei unserem Marokkoausflug gehimmelt.
Das habe ich am Fahrverhalten kaum gemerkt, die haben halt gesifft.
Beim Tausch zu Hause konnte ich feststellen, dass die alten Dämpfer keine Wirkung mehr hatten.
Für mich ein Grund mehr, am bestehenden Federkonzept (das mit Fett recht gut anspricht) nichts zu ändern.

Liebe Grüße
Willi
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#28 Beitrag von Groschengrab » 2018-10-09 22:14:17

Hallo Burkhard,

Du hast einen Wunden Punkt erkannt.
Ich hatte mir Markierungen mit Edding gemacht und dann entsprechend korrigiert durch eindrehen. Dennoch neigt er zum manchmal zum überbremsen auf der HA insbesondere bei Nässe.
Lenkrad Mittenstellung ist durch das entfernen der Federlagen auch verschoben, da habe ich allerdings noch nichts gemacht, ist mehr ein optisches Problem

VG,
Alex
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noba
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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#29 Beitrag von noba » 2018-10-19 21:41:34

Danke für die vielen Antworten und Tipps! Ich wollte es genauer wissen und habe beide Achsen während der Fahrt bei ca. 10km/h auf einem Schotter-Weg gefilmt, um zu sehen, ob die Federung überhaupt arbeitet:
*Ohne 400kg Zuladung (Reisegepäck, Proviant usw.)
*Ohne 150L Wassertank
*Dieseltank nur 100L drin anstatt 400L

Meine Überlegungen um das Thema abzuschließen - was haltet ihr davon?
*Federblätter würde ich jetzt gar keine entfernen. Ich würde es mit den werkseitig verbauten "verstärkten Federn" belassen.
*Welches Schmiermittel empfiehlt ihr, ohne dass ich alles zerlegen muss? Ich denke, dass ein zähflüssiges Öl viele Stellen erreichen wird. --> Motorrad-Kettenöl? Das ist anfangs flüssig und wird einige Stunden später sehr zähflüssig! Oder gibt es spezielle Mittel hierfür?
*Wenn eine ganze Achse einfedert, ist er komfortabel. Sobald aber nur ein Rad einfedert, ist er sehr hart, weil ja der Stabilisator eingreift. --> Wenn ich den Stabilisator entferne, wären Geländegängigkeit und Fahrkomfort auf Pisten besser! Was meint ihr? Meines Wissens nach haben hochgeländegängige LKW´s wie Unimog oder 12M18 auch keinen oder nur einen sehr zarten Stabi!?

Hier findet ihr die Videos:
Vorderachse: https://we.tl/t-O0mhISu83e
Hinterachse: https://we.tl/t-sJZvqvUzfg

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Re: Federung zu hart - Mercedes 917 AF 4x4 1988

#30 Beitrag von burkhard » 2018-10-29 11:09:14

Neben den bereits genannten Mitteln eignet sich der Gleitlack Molycote D 321 R sehr gut zum schmieren der Federblätter. Molycote D 321 R ist ein Trockenschmiermittel auf Graphit Basis. Es wird wie ein Lack aufgesprüht. Nach dem Ablüften bleibt eine trockene Schicht aus Graphit. Das Graphit lässt sich nicht abwischen. Stattdessen wird das Graphit in das Material einmassiert und dabei immer glatter. Mit Fett würde der Keil im Video sicherlich nicht so runter rutschen.

Allerdings müssen für die Prozedur die Federblätter zerlegt werden. Dafür ist es dauerhaft und muss nicht ständig wiederholt werden. Außerdem vermeidet es die von einigen geäußerten Bedenken (Fett bindet Dreck).

Gruß
Burkhard


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