Seite 1 von 1

Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-29 8:55:41
von benztreiber
Mir ist ein schöner Kompressor zugelaufen für umme.
Das Öl darin ist astrein sauber,aber der Tag wird kommen wo er einen Schluck haben möchte.
Aber was für ein Motorenöl kommt da rein?
Normales 10 w 40?

Vg
Arne

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-29 9:26:43
von Rumpelstielzchen
Ich glaube zu den Zeiten war eher 15W40 "normal".

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-29 10:10:13
von vergessen
Moin,

hab gerade nach mindestens 25 Jahren nen Ölwechsel an einem Hydrovane gemacht. In dem Handbuch waren sämtliche Öle aufgeführt, welche man damals in Dieselmotoren geschüttet hat. Also hab ich ein 15w40 genommen. Er rennt wie wild, Förderleistung ist enorm gestiegen. Das alte Öl sah allerdings auch echt nicht gut aus.

LG
Julius

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-29 11:47:44
von visual
benztreiber hat geschrieben:
2020-04-29 8:55:41
Mir ist ein schöner Kompressor zugelaufen für umme.
Das Öl darin ist astrein sauber,aber der Tag wird kommen wo er einen Schluck haben möchte.
Aber was für ein Motorenöl kommt da rein?
Normales 10 w 40?

Vg
Arne
Das ist imho garkein normales Motoröl sondern ein spezielles Kompressor Öl.

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-29 16:57:52
von benztreiber
visual hat geschrieben:
2020-04-29 11:47:44
benztreiber hat geschrieben:
2020-04-29 8:55:41
Mir ist ein schöner Kompressor zugelaufen für umme.
Das Öl darin ist astrein sauber,aber der Tag wird kommen wo er einen Schluck haben möchte.
Aber was für ein Motorenöl kommt da rein?
Normales 10 w 40?

Vg
Arne
Das ist imho garkein normales Motoröl sondern ein spezielles Kompressor Öl.
Danke dafür
Hab gleich mal geschaut und da gibt es in der Tat
ein extra Öl für.
Da werd ich mir gleich mal was besorgen und einen Ölwechsel machen.
Das Schätzchen soll ja nochmal 39 Jahre machen

Vg
Arne

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-29 17:23:18
von MartinK
Hallo.

Die Herstellerangabe ist immer ein guter Ratgeber. Letztens hat mich einer angefunkt wegen eines Motoröls für einen alten Faryman Diesel. Er wollte ein gerne gebrauchtes aber hier völlig untaugliches 20W50 "Oldtimeröl" einfüllen. Die Anleitung wies ein SAE 20 im Sommer und ein SAE 10 im Winter aus? Warum? Einzig die Kurbelwelle war druckölgeschmiert, alles andere nur durch Spritz - und Schleuderöl. Nur mal so. Bei dem alten Kompressor könnte das ähnlich sein. Kompressorenöl nach Herstellerangabe kaufen, kein Motorenöl einfüllen und nach einigen wenigen Betriebsstunden erneut wechseln. Bei jeder Umölung kann es ungewollt zu Reaktionen der Öle kommen. Und wenn in der Hauptsache keine Druckölversorgung vorliegt lieber die niedrigere Viskosität (kleinere Zahl) nehmen. Gerade wenn im Gelegenheitsbetrieb nie eine konstant hohe Öltemperatur erreicht wird kann ein "dünneres" Öl besser sein.


Gruß ,Martin

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-29 22:20:15
von benztreiber
Hersteller Angaben wird schwer.konnte den Hersteller im Netz nicht finden.
Welche Betriebe könnte man mal anfunken um Infos zu kriegen?

Vg
Arne

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-30 1:50:12
von visual
Wie heißt der Hersteller denn?

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-30 7:20:54
von benztreiber
Der ist von Firma bergsoe,eigentlich mit nem dänischen ö geschrieben.
Auf dem Herstellerblech steht nur bergsoe flensburg.

Vg
Arne

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-04-30 10:44:58
von MartinK
Hallo.

Es gibt zwei Möglichkeiten (mindestens)

1) in Flensburg alle Kompressorenbuden abtelefonieren und fragen ob die einer kennt. (bergslœ)

2) Irgend eine Druckluftbude anrufen, den Kompressor technisch beschreiben und ein Öl empfehlen lassen.

Gruß, Martin

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-05-01 11:52:42
von hanomakker
Hallo,

VDL100 oder SAE30 würd ich da ohne schlechtes gewissen reinkippen.

viele grüsse

tino :rock:

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-05-01 17:27:02
von DaPo
Hallo,

man kann auch aus allem eine Wissenschaft machen.

Der jüngste Kompressor bei uns in der Werkstatt ist jetzt gut 20 Jahre alt. Der Älteste ist älter als ich. Gesehen haben die, außer der Erstbefüllung vielleicht, noch nie was anderes als normales Motoröl. immer das, was gerade da war.

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-05-02 11:36:33
von Gogomobil
"...man kann auch aus allem eine Wissenschaft machen."
exakt so ist es. Wir reden hier ja über Kolbenkompressoren und nicht Schrauben, Lamellen...Dinger die tatsächlich beim Öl wählerischer sein können.
Was schreiben denn die tollen Empfehlungen für teures Kompressoröl so allgemein? Nix was ein normales Motoröl nicht sowiso könnte, nur eben preiswerter.
Hohe Verdichtertemperatur und verkoken - äh und wie kalt ist der Kolben wohl bei Verbrennungsmotoren? Kolbenringsauberkeit, Schmutztragevermögen, reißfeste Ölfilme...alles berücksichtigt beim Motoröl. Spritzschmierung, auch da gibt es selbst heute noch unzählige Motoren die exakt so ne Schmierung haben und auch Buntmetallgleitlager am Pleul sind noch im Einsatz.
Wir haben im Geschäft lange genug auch (Kolben)Kompressoren repariert, lieber öfter mal Ölwechsel mit "Nichtkompressor"öl als lange Intervalle mit Superduperextraöl, denn einen Filter oder gar ne Ölzentrifuge findet man praktisch nicht. So wie früher beim Käfer alle paar tausend (waren es nicht max 5000km?) Ölwechsel da eben ohne Feinfilter.
Das Öl sollte nicht zu dick sein wegen der häufigen Spritzölschmierung, aber das ist abhängig von der Temperatur um den Kompressor. 15W40 für Zimmertemperatur aufwärts ist OK, für unbeheizte Werkstatt, oder auf der Ladepritsche, am Bau mit Winterkälte darf es auch mal 0w30 werden, der Anlaufstrom sinkt dann drastisch bzw. der Verdichter läuft so überhaupt erst an. Auf jeden Fall nach langer Zeit beim Ölwechsel das Kurbelgehäuse aufmachen und bzw durch Kontrollöffnungen mit Bremsreinige den Boden spülen! Da setzt sich der Abrieb bzw angesaugte Staub ab und versaut sonst wieder das neuen Öl. Leider haben die Kompressoren meist keinen Filter zum (meist recht kleinen) Kurbelgehäuse und saugen drücken daher Umgebungsluft samt enthaltenen Dreck rein und raus - ähnlich 2T Kurbelpumpe. Steht das in ner Schreinerrei, oder Pollen, Lackstaub in der Luft => öfter Ölwechseln!
Wer schonmal nen Fresser am Gleitlagerpleul hatte wegen ungünstiger Konstruktion kann mit Festschmiermittel wie MoS2 oder Bornitrid durchaus erhebliche Verbesserungen erreichen und selbst ein Lappen über dem Belüftungsstöpsel zum Kurbelgehäuse bringt Lebensdauer in staubiger Umgebung. Die Ölsorte ist dabei (außer bei Exoten) eher nebensächlich.
Gruß andi

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-05-02 13:37:11
von Marc van Endert
Hallo zusammen,

Motoröl enthält emulgierende Additive. Dadurch wird im Motor angesammeltes Kondenswasser vom Öl gebunden und verdampft dann im Betrieb durch die hohe Öltemperatur.

Bei Kompressoren funktioniert das nicht, da die Öltemperatur nicht hoch genug ist. Das Öl würde mit der Zeit immer mehr Wasser aufnehmen.

Daher sollte man immer Kompressorenöl verwenden; das ist nämlich wasserabweisend. Das Kondenswasser sammelt sich dann unten im Kurbelgehäuse und sollte hin und wieder abgelassen werden.

Viele Grüße

Marc

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-05-02 14:37:22
von DaPo
Hallo Marc,

das mit dem Wasser ist nicht falsch. Ob das aber in der Praxis relevant ist, sei dahin gestellt.

Bei vielen alten LKW, wo der Kompressor nicht mit am Motorölkreislauf hängt, funktioniert(e) das mit Motoröl ja auch über Jahrzehnte.

Wer meint, besser Kompressoröl nehmen zu müssen, kann das natürlich gerne tun. Die Kosten sind, auf das gesamte Hobby gerechnet, ja eher gering. ;)
Mich würde es aber stören, noch eine zusätzliche Ölsorte lagern zu müssen, wenn es erfahrungsgemäß genauso gut mit -eh vorhandenem- Motor-Öl geht.

Re: Welches Öl für 40 Jahre alten druckluftkompressor?

Verfasst: 2020-05-03 12:48:21
von Gogomobil
Kondenswasser im Kompressor, da muss aber mächtig was schieflaufen. Bei Verbrennern gibt es ganz gro auf 10l Krafstoff rund 9l Wasser(dampf) nach der Verbrennung und damit auch im Blowbygas. Nach dem Kaltstart kondsiert das teilweise aus. Ein Kompressor zieht aber vergleichweise dazu trockene Luft an und verdichtet die dann. Blowby sollte, allein wegen der niedrigeren Drücke und dem Wirkungsgrad, auch niedriger liegen als am Motor. Das Wasser "ensteht" erst nach dem Kompressor wenn die Luft abkühlt in Massen, hinzu kommt der Effekt der Kurbelpumpe s.o. die nicht nur Staub aus der Umgebung einfangen kann sondern auch eventuellen Wasserdampf aus dem KG bläst.
Kurzum ich hatte noch nie Wasser im Kurbelgehäuse oder ne Emusion, egal welches Öl drin war. Son Kompressor kurzzeitbetrieben hat da kaum Durchsatz und Langzeit wird auch der so warm, das Wasser ausgetrieben wird. Kurzum für gängige Kompressoren in der Praxis irrelevant, was ja auch die älteren LKW-Kompressoren zeigen die alle mit Möl laufen und - fast ewig halten. Lieber öfter Öl wechseln als teures Kompressoröl im Kolbenverdichter so wie beim LKW mit nicht hightech Motor eher 14W40 rein statt SHPD-Öl und nur alle 40.000km wechseln.
Besondere Betriebsbedingungen z.B. mit Rückführung von verdichtete Luf in den Ansaugbereich... da mag es was bringen, war aber hier nicht das Thema denke ich. Wir reden doch von stinknormalen "Werkstatt"kompressoren bis max 7PS/ 5kw und bis 10 bar und nicht Industrieverdichtern im MW-Bereich, über 30 bar mit Zwischenkühlung und pipapao, da ist extra Öl wirklich erforderlich.
Schaden tut Kompressoröl nicht (außer dem Geldbeutel) nur ist es erfahrungsgemäß gerade wenn man nachschütten müsste nicht zur Hand oder zu weinig fürn Wechsel da oder... dann lieber Möl und das gibts überall, meist sogar ohne Händler direkt in der Garage neben der Werkstatt.
Egal mit was, gute Verdichtung
Andi