Demontage Problem Hydraulikzylinder

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Till
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Demontage Problem Hydraulikzylinder

#1 Beitrag von Till » 2020-04-10 20:49:29

Hallo zusammen,

hier eine Frage an die Hydraulikpezialisten: Ich überhole gerade ein paar Zylinder und würde gerne die Demontage selber machen (wie ich es schon oft vorher gemacht habe). Leider passt der Facom-Spezialschlüssel nicht in die Löcher, weil die zylindrischen Nasen der Einsätze einen zu breiten Kragen haben. Der stößt an der, neben den Löchern liegenden, Stufe an. Bei einem Versuch, die Einsätze durch M8er Schrauben zu ersetzten (damit kein Kragen anstößt), sind nur die Schrauben verbogen. Die Verschlusskappe sitzt also noch dazu recht fest.

Wenn ich einen Schweissbrenner hätte, würde ich den Gewindekragen ein wenig heiß machen - aber es ist leider kein Schweissbrenner da.

Ich könnte natürlich auch mit der Flex den Kragen einseitig abschubbern... Aber ich lege so ungern Hand an so hübsches (und teures) Spezialwerkzeug. Wahrscheinlich reicht aber auch so die Kraft nicht aus um die Kappe rauszudrehen.

Die Grifflöcher der Verschlusskappe zeigen Gebrauchsspuren, es wird also nicht die erste Revision des Zylinders sein. Der Kolbenstange nach wurde an Geld gespart...

Der Gewindebeginn schläft die Nacht in WD40...

Mit neuer Kolbenstange wird das also eh ein teurer Spaß, ob ich jetzt die Hydraulikfirma auch die Kappe demontieren lasse wird dann fast egal sein. Ich würde es aber trotzdem gerne wissen, wie ich am besten mit der Situation umzugehen habe. Mal davon abgesehen dass gerade vier Zylinder dran sind... aber gut, so ist das halt mit der Hydraulik :bored: :unwuerdig:

Beste Grüße,

Till
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OliverM
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#2 Beitrag von OliverM » 2020-04-10 21:12:20

Eine amtliche Rohrzange tut es auch . Notfalls wird diese mit einem Stück Rohr verlängert....... und Kolbenstangen als Meterware kosten doch nicht wirklich die Welt .

Gruß

Oliver
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RalfPetersen
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#3 Beitrag von RalfPetersen » 2020-04-10 21:42:12

Hallo,

dafür gibt es große Kettenschlüssel ähnlich wie für Ölfilter .Und warum die Kolbenstange erneuern?Ist die Oberfläche defekt?

Gruß Ralf

Hecki28
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#4 Beitrag von Hecki28 » 2020-04-10 21:47:25

Da gibt es ganz flache Stiftschlüssel, ich habe das Problem aber auch mit einer 4 zölligen Rohrzange gelöst
Gruß
Christian

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Till
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#5 Beitrag von Till » 2020-04-10 22:03:52

Ok... ich werd das mit der Rohrzange Morgen mal testen (mal sehen ob sie groß genug ist). Mit einem Meter Hebel gabs bisher keine Reaktion, aber das kann ja noch verlängert werden. Ich dachte es gäb vielleicht noch was eleganteres... :angel:

Grüße,

Till

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#6 Beitrag von Jimmy » 2020-04-10 22:19:27

Ich dachte es gäb vielleicht noch was eleganteres...
Größer wird des Meisters Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft.


:positiv:

Gruß Jimmy

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#7 Beitrag von Till » 2020-04-10 22:36:13

Jimmy hat geschrieben:
2020-04-10 22:19:27
Größer wird des Meisters Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft.
Das dürfte so ca. der meistzitierte Spruch hier im Forum sein :D :D :D

Auf Platz zwei kommt was mit luftgekühlt :angel:

Grüße,

Till

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#8 Beitrag von Hecki28 » 2020-04-11 6:51:44

Wir sind in grauer Vorzeit bei einem Hydraulikzylinder eines O&K Baggers zu zweit an einem drei Meter Rohr gehangen, um die Verschraubung aufzubekommen
Gruß
Christian

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#9 Beitrag von Jimmy » 2020-04-11 9:50:20

Wenn die Dichtungen neu kommen, vielleicht Außen mit etwas wärme.




Jetzt erst gesehen, da war was: aber es ist leider kein Schweissbrenner da



Gruß Jimmy
Zuletzt geändert von Jimmy am 2020-04-11 11:19:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#10 Beitrag von sico » 2020-04-11 11:06:50

Du hast da nicht das richtige Werkzeug.
Da braucht es einen Hakenschlüssel mit Zapfen nach DIN 1810 B für Kreuzlochmuttern nach DIN 1816.
mfg
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#11 Beitrag von Till » 2020-04-12 9:46:34

Leider ist meine 2-Zoll Rohrzange zu klein, da muss also entweder eine 4-Zoll Zange her oder der richtige Hakenschlüssel her...

Ich hatte mir den Facom-Schlüssel gekauft in der Hoffnung die tausenden Einzelschlüssel damit nicht kaufen zu müssen, aber er scheint nicht immer zu passen. Kennt wer von euch einen passenden Universalschlüssel für diese Muttern-Einbau-Form?

Grüße,

Till

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#12 Beitrag von sico » 2020-04-12 10:12:51

hallo Till,
so ein Hakenschlüssel kostet unter € 10.-.
Kauf dir den in der passenden Größe.
Es gibt diese Hakenschlüssel auch mit einem Gelenk und damit verwendbar für verschiedene Durchmesser.
Die Kosten aber gleich mehr als € 25.-. Würde ich dir nicht empfehlen, auch weil der Zapfendurchmesser für die größeren Durchmesser relativ eine Stufe zu klein ist.

Rohrzange, das klingt schon sehr nach Hau-Ruck-Methode.
LG
Sico

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#13 Beitrag von Till » 2020-04-12 10:25:24

sico hat geschrieben:
2020-04-12 10:12:51
Rohrzange, das klingt schon sehr nach Hau-Ruck-Methode.
Ja, das hätte ich gerne vermieden, und deswegen auch die Suche nach dem Schlüssel. Bei einer kurzen Internetrecherche gehen die Hakenschlüssel mit Zapfen zwar bei 10€ los meiner liegt aber in einem höheren Preissegement weil größerer Durchmesser. Alleine am Kran hab ich 31 Zylinder von denen maximal 2 den gleichen Durchmesser haben...

Aber die Lösung wird kommen :angel: :unwuerdig:

Grüße,

Till

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#14 Beitrag von pete » 2020-04-12 11:02:50

Till hat geschrieben:
2020-04-12 10:25:24
Alleine am Kran hab ich 31 Zylinder von denen maximal 2 den gleichen Durchmesser haben...
:eek: Hast du mal ein Foto / Link zum Kran? Typbezeichnung ?

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#15 Beitrag von Till » 2020-04-12 15:03:02

HIAB 300-5 JIB 90-3, Bj '93

Grüße,

Till

OliverM
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#16 Beitrag von OliverM » 2020-04-12 15:12:05

sico hat geschrieben:
2020-04-12 10:12:51

Rohrzange, das klingt schon sehr nach Hau-Ruck-Methode.
LG
Sico
Moin Sico, wenn du dir das Foto von Till anschaust wirst du sehen welchen Effekt Hakenschlüssel i.d.R. bei solchen Verbindungen haben . Mein Tip mit der Rohrzange kommt nicht von ungefähr. Als Alternative gibt es noch dieses "Spezialwerkzeug", was in letzter Konsequenz aber auch nicht immer hilft da oft der benötige Platz zum Einsatz fehlt. Hakenschlüssel sind prima bei jungen Zylindern mit gängigen Gewinden .

https://www.ebay.de/i/372861868957?chn= ... gInCPD_BwE

Gruß

Oliver

edit: Und daß es so viel unterschiedliche Zylinderdurchmesser an einem Kran gibt liegt daran, daß über die Zylinderdurchmesser i.V.m. dem Systemdruck die nötige übertragbare Kraft generiert wird.
Zuletzt geändert von OliverM am 2020-04-12 18:18:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#17 Beitrag von hanomakker » 2020-04-12 17:44:09

hallo,

ich musste nun schonviele hydraulikzylinder in meinem leben überholen. der satz Hakenschlüssel den ich mal abgegriffen hab ist nachwiev0or unbenutzt, weil der kram nach vielen jahren damit nicht zu trennen ist.

isso!

also den tipp mit der männerrohrzange beherzigen, dann geht das auf. alles ander tut weh oder sorgt für wilde flucherei.

viele grüsse

tino :rock:
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#18 Beitrag von Kami » 2020-04-12 19:45:47

ich finde Rohrzange viel weniger Hauruck als durchschlag&meißel ;.)

Gruss
Kami
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#19 Beitrag von Pirx » 2020-04-12 19:58:51

Till hat geschrieben:
2020-04-12 15:03:02
HIAB 300-5 JIB 90-3, Bj '93

Grüße,

Till
Nicht übel:
24,2 mt und mit dem Jib kommst Du wohl auf 19,1 m Reichweite?

https://old.cranenetwork.com/uploads/sp ... etwork.pdf

Pirx
Der mit der Zweigangachse: 15 Vorwärtsgänge, 3 Rückwärtsgänge, Split, Schnellgang, Differentialsperre
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"Immer bedenken: Hilfe ist keine Einbahnstrasse, Geholfen-Werden ist kein Recht und es liegt an jedem selbst, inwieweit er sich hier in der Gemeinschaft (die im Extremfall so einiges gemeinsam schafft) involviert und einbringt."
Ein Unimog-Fahrer.

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#20 Beitrag von Till » 2020-04-12 20:38:31

Pirx hat geschrieben:
2020-04-12 19:58:51
24,2 mt und mit dem Jib kommst Du wohl auf 19,1 m Reichweite?
Ich weiß nicht genau was Du da gerechnet hast, aber die Realität ist ein wenig anders. Der Hauptarm macht (die auch in Deinem Link stehenden) 1760kg/13,5m. Mit den drei hydraulischen und einer mechanischen Verlängerung am Jib komme ich auf 450kg/23m. Als Sonderserie des 330ers hat er zwar eine Funkfernbedienung aber keine Ampel/Steuersensorik. Das macht ihn 'einfach' zu warten, dafür muss das Popometer im Fall entscheiden wann Schluss ist, bevor etwas passieren kann... :spassbremse:

Wenn der Kran ohne Jib verwendet wird und mechanische Ausschübe am Hauptarm hat, gelten die weiteren Werte aus der von Dir verlinkten Tabelle. Das kommt immer drauf an wie die Firma, die sich das Gerät neu angeschafft hat, den Kran zu verwenden gedenkt (und welches Budget zur Verfügung steht). Dem Lieferdienst für Generatoren oder Betonfertigteile wird wahrscheinlich eher eine kurzer Arm ohne Jib reichen. Für einen Kranvermieter und Montagefirmen bietet mein Aufbau enorme Flexibilität.

Grüße,

Till

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#21 Beitrag von Till » 2020-04-29 17:39:55

Mal kurz der Stand der Dinge: Ich habe gerade einen Anruf der Hydraulikfirma bekommen, die mit der Revision des 'heiklen' Zylinders beauftragt sind. Sie kriegen ihn nicht auf. Heiß machen, schlagen usw hätten sie alles probiert. Ihre 'Lösung' wäre die Kolbenstange abzuschneiden und dann irgendwie den Kopf rauszudrehen... was aber (nur für den Zylinder) auf 1700.-€ ohne Steuer rauslaufen würde. Ich werd das gute Stück (der Zylinder ist natürlich in den Ausschub eingepresst, also schön handlich) morgen wieder abholen und dann selber dran gehen.

Irgendwo werd ich versuchen eine große Kettenrohrzange aufzutreiben. Da die Leute aus der Firma nicht auf den Kopf gefallen sind, wird das wohl anstrengend. Mir ist nun noch eine mögliche Demontageoption eingefallen, ich frage mich was ihr davon haltet:
Ein Stück dickes Flacheisen in radialer Richtung auf den Kopf schweißen. Da könnte ich dann mir einem Hammer beigehen. Ordentliche Schläge bringen bei so harten Fällen oft am meisten, und mit Hammer und Meißel wird das nur eine riesen Sauerei. Die einzigsten Bedenken die ich im Moment noch dafür hätte, wäre eine mögliche Gefügeveränderung im Kopf, die ihn vielleicht entscheidend schwächt. Andererseits ist das Gewinde riesig (das die Kräfte übertragen muss, d=ca. 110mm) und wir reden über massive Stahlteile.

Die Kolbenstange würde zum schweißen abgedeckt werden. Und das alles wäre nur nötig falls die Kettenrohrzange nicht weiterhift. Aber was meint ihr dazu?

Grüße,

Till

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#22 Beitrag von Nabeirhood » 2020-04-29 17:55:32

Hebel, Hebel, richtige Zange und noch mehr Hebel helfen sicher. Was noch helfen kann:
'Mutter' wärmen, 'Gewinde' kühlen - Bsp mit Eisspray.
Das Ganze dann gerne mehrmals.

Den Schlaf in WD40 kannst du auch mal durch gewärmtes kriechöl ersetzen.

Wenn alles nichts hilft würde ich wirklich was a schweissen und dann noch mehr Hebel einsetzen.
Was auch immer gut kommt ist Hebel und Schlag... Also einer Hängt am Rohr und der andere gibt mit dem Hammer noch drauf.

Werkstätten machen aus meiner Erfahrung teilweise früher Schluss als du selbst. Sie wollen ja auch neue Ware verkaufen. Zudem sind bei selber machen 2h Arbeit kostenlos, in ner Firma müssen die bezahlt werden.
... Und an 'abenteuerlichen' Hebelkonstruktionen etc. Hat der Sicherheitsbeauftrage auch nicht direkt Freude...

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mangusta
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#23 Beitrag von mangusta » 2020-04-29 20:15:10

Hallo,


WD40 ist ganz vorsichtig ausgedrückt nicht meine Wahl.

Der Caramba Schock Rostlöser funktioniert meines Erachtens deutlich besser:

https://www.amazon.de/Caramba-661002-Sc ... B008LU6IXE


Gruß

Rolf

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#24 Beitrag von roter brummer » 2020-04-30 10:24:16

Hi,

als Alternative zum Schweißen:
bekommt man vielleicht Schlüsselflächen da rauf gefeilt?

Gruß
Daniel

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#25 Beitrag von Zentralgestirn » 2020-04-30 13:27:06

OliverM hat geschrieben:
2020-04-12 15:12:05
sico hat geschrieben:
2020-04-12 10:12:51

Rohrzange, das klingt schon sehr nach Hau-Ruck-Methode.
LG
Sico
Moin Sico, wenn du dir das Foto von Till anschaust wirst du sehen welchen Effekt Hakenschlüssel i.d.R. bei solchen Verbindungen haben . Mein Tip mit der Rohrzange kommt nicht von ungefähr. Als Alternative gibt es noch dieses "Spezialwerkzeug", was in letzter Konsequenz aber auch nicht immer hilft da oft der benötige Platz zum Einsatz fehlt. Hakenschlüssel sind prima bei jungen Zylindern mit gängigen Gewinden .

https://www.ebay.de/i/372861868957?chn= ... gInCPD_BwE

Gruß

Oliver

edit: Und daß es so viel unterschiedliche Zylinderdurchmesser an einem Kran gibt liegt daran, daß über die Zylinderdurchmesser i.V.m. dem Systemdruck die nötige übertragbare Kraft generiert wird.
Moin,

da stimme ich aus beruflicherErfahrung mit solchen Zylinderchen voll zu.

Es eignen sich wunderbar die klopigen amerikanischen einhandrohrzangen nach GGG-W65IE, Type II, Class A. Also genau die die in jedem amerikanischen Cartoon als Waffe genommen werden. Kaufe 2 und nicht zu klein. Dann ein Kettenzug oben in die Löcher und gegeneinander gezogen bewirkt das Wunder. Andere Firmen mit richtigem Montageständer nehmen dann auch mal den Hallenkran um an der Zange zu ziehen oder haben große hydraulische Antriebe für spezielle Kettenschlüssel oä.
Sachen am Kopfstück anschweißen ist auch oft hilfreich und nicht schädlich.

Leider fressen die Gewinde bei den Endstücken gerne und dann hilft oft wirklich nur ausdrehen. Und such dir mal ne andere Bude, deine scheint teuer zu sein, sehr teuer.

Viel Erfolg

Grüße Sebastian

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#26 Beitrag von Till » 2020-04-30 21:53:07

Der Zylinder ist nun undemontiert wieder daheim. Das Endstück schaut einigermaßen misshandelt aus. 200€ (4h) plus 20€ Schweissbrenner (beides ohne Steuer) haben sie für das Nichtöffnen des Zylinders verlangt. Dann noch eine bescheuerte Sache mit einem Lagerbolzen des Ausschubzylinders den ich bei der Demontage nicht rausoperiert bekommen haben und ihn abschneiden musste. Ich dachte die haben da bestimmt was von der Stange (wenn ich zu meinem Landwirtschaftmaschinenhändler geh gibts da bestimmt was für 10,50€), es stehen aber dann doch 100Öre (ohne Steuer) für das Herstellen des Lagerbolzens von 16x110mm drauf...

Ein Bekannter meinte gleich, dass es da eine 'Verpflichtung zum Ergebnis' geben würde. Aber das trifft wohl eher auf das Kfz-Gewerbe zu als auf einen Hydraulikfachbetrieb. Schade dass das so nach hinten los ging, die waren immer hilfsbereit und haben auch mal gerne ne halbe Stunden gesucht um die richtige Dichtung für 2,50€ zu verkaufen (das muss wohl wieder reingeholt werden). Nicht aufregen ist das Motto, mal kucken wer den längeren Atem hat ich oder der Zylinder :joke:

Die Variante mit zwei großen Schlüsseln und einem Kettenzug hört sich gut hat. Oder eben was anschweißen. Und eine günstigere Butze finden... Für übernächste Woche stehen drei Kranaufträge an, TÜV muss auch noch gemacht werden - natürlich zusätzlich zu dem was eh läuft.

Danke auf jeden Fall für die diversen Tips und Hilfestellungen, nen guter Schluck Motivation und dann wird das schon! :positiv:

Grüße,

Till

the_muck
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#27 Beitrag von the_muck » 2020-05-01 8:24:41

Moin, beim schweißen kann man sich einen "Schlüssel" Lasern lassen der gut passt um Schweißnaht länge zu erzeugen. Man kann auch nuten ein fräsen und dann so etwas wie einen ER Spannschlüssel Lasern.

Wenn die das in der " Fach Frima " aber nicht hinbekommen wird es aber tricky, vielleicht so ?

https://www.youtube.com/watch?v=SMhbRPqwfa0

OliverM
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#28 Beitrag von OliverM » 2020-05-01 8:51:28

Zentralgestirn hat geschrieben:
2020-04-30 13:27:06


Leider fressen die Gewinde bei den Endstücken gerne und dann hilft oft wirklich nur ausdrehen. Und such dir mal ne andere Bude, deine scheint teuer zu sein, sehr teuer.

Viel Erfolg

Grüße Sebastian
Moin Sebastian,
da muss nicht zwangsläufig ein Gewinde sein . Es kann durchaus auch sein, daß da mittels einem Sicherungsdraht gesichert wurde .

Gruß

Oliver
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Hauptse
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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#29 Beitrag von Hauptse » 2020-05-01 9:03:58

Till hat geschrieben:
2020-04-30 21:53:07

...Ein Bekannter meinte gleich, dass es da eine 'Verpflichtung zum Ergebnis' geben würde. Aber das trifft wohl eher auf das Kfz-Gewerbe zu als auf einen Hydraulikfachbetrieb...

Di

Grüße,

Till
Etwas Offtopic aber wichtig.
Die Handwerkerreglung besagt das ein Auftrag mit „Erfolg“ ausgeführt werden muss um erfüllt zu sein.

Da hat dein Bekannter recht.

Treten bei einer Arbeit jedoch unerwartete, und vorab nicht kalkulierbare Ereignisse auf, kann der Erfüller dem Auftraggeber eine Erweiterung unterbreiten. Wird der Auftrag vom Geber nicht erweitert, so hat er die bis dato entstandenen Kosten zu tragen.

Zu deinem Problem.

Geduld, Wärme und passendes Werkzeug wird dir Erfolg garantieren.
Was auch hilft, mit Hammer um das Gewinde zu klopfen, um den Rost zu lösen.

Gruß Andreas

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Re: Demontage Problem Hydraulikzylinder

#30 Beitrag von sico » 2020-05-01 9:41:00

Ich würde mir eine Halbschale fertigen und die an dem zu lösenden Deckel anschweissen. Bringt weniger Verzug und mehr tragenden Querschnitt in der Schweißnaht.
Dann einen kurzen kräftigen Hebel an die Halbschale anschweißen und mit einem mindestens 2m langen und dickwandigen Rohr aufdrehen.
Das gesamte Werkzeug muß möglichst steif sein und sollte nicht federn. Nur so kannst du mit einem Ruck das Gewinde zum lösen überreden.
Zusätzlich mit dem Schweißbrenner das Zylinderrohr gut anwärmen.
mfg
Sico

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