Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

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Pirx
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#31 Beitrag von Pirx » 2020-12-11 21:14:40

Russenkarre hat geschrieben:
2020-12-10 22:15:07
Bei mir steht erstmal der Ausbau eines passenden Russischen Kung an - entsprechend Fahrzeugkauf, da ja die Rahmenbreite beim KamaZ 5cm breiter ist als beim Uri.
Russenkarre hat geschrieben:Die äußere Breite des Rahmens beim Ural soll demnach 870mm betragen. Beim KamaZ dagegen 865mm.
Das sind nicht 5 cm, sondern 5 mm! :D

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#32 Beitrag von Russenkarre » 2020-12-11 21:16:37

Oh, ja, Tatsache - das hatte ich wohl im Beitrag falsch bemaßt - sorry der Verwirrung!

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Pirx
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#33 Beitrag von Pirx » 2020-12-11 21:20:21

Russenkarre hat geschrieben:
2020-12-11 21:16:37
Oh, ja, Tatsache - das hatte ich wohl im Beitrag falsch bemaßt - sorry der Verwirrung!
Was ich damit sagen wollte: so ein Kung -Koffer und sein Montagerahmen ist kein Hochpräzisionsteil. 5 mm Toleranz sind da schon drin (habe selbst einen Kung-Koffer). Da würde ich mir keine grauen Haare wachsen lassen und eiskalt einen Ural-Koffer auf einen Kamaz schrauben. ;)

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#34 Beitrag von Russenkarre » 2020-12-11 21:26:48

Pirx hat geschrieben:
2020-12-11 21:20:21
Russenkarre hat geschrieben:
2020-12-11 21:16:37
Oh, ja, Tatsache - das hatte ich wohl im Beitrag falsch bemaßt - sorry der Verwirrung!
Was ich damit sagen wollte: so ein Kung -Koffer und sein Montagerahmen ist kein Hochpräzisionsteil. 5 mm Toleranz sind da schon drin (habe selbst einen Kung-Koffer). Da würde ich mir keine grauen Haare wachsen lassen und eiskalt einen Ural-Koffer auf einen Kamaz schrauben. ;)

Pirx
Hehe, okay, verstehe. Vielleicht bin ich das aus meinem Job her ein bisschen vorbelastet und kleinlich :totlach:
Gut zu wissen! Die Option, den Koffer ggf. auf eine andere Basis zu stellen bietet eine gewisse Sicherheit der investierten Arbeit - insbesondere bei Umsiedelung des "Fahrzeugs" nach Russland...

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#35 Beitrag von Lampenhalter » 2020-12-11 21:35:41

Ich sehe das Verteilergetriebe eigentlich nicht als besonders große Hürde. Was kann Dir denn passieren? Im schlimmsten Fall musst Du das VTG tauschen. Wellen ab, Gestänge ab, 4 Schrauben lösen, mit Getriebeheber runter. Neues VTG reinheben, Einbau in umgekehrter Reihenfolge. Dauert mit Grube, Heber und dem großen Steckschlüsselsatz zwei Stunden. Wenn Du Dir zutraust eine Seilwinde nachzurüsten, kannst Du auch ein Verteilergetriebe tauschen.
Gebrauchtes VTG würde ich in Russland mal bei 500€ max ansiedeln.

KAMAZ verkauft Lkw in Polen, mit Euro 6. Unter anderem auch den KamAZ-43118 mit Reihensechser von Cummins. Mal nach KAMAZ Polska googlen.
Ural-Umrüstungen auf Euro 6 oder reguläre EU-importe von Neufahrzeugen sind mir nicht bekannt.

Die Rahmenbreite unterscheidet sich laut Unterlagen um 5 mm, das ist dem Koffer völlig egal. In der Praxis hat mein Ural hinten oben 867 mm, und so genau sind die Kofferrahmen eh nicht. Mein KUNG hat ohne Last vorne 870 mm, hinten 862 mm Rahmen-Außenmaß. Mit Last ruckt sich das dann irgendwo dazwischen zurecht, weil es das Holz gerade und in die U-Eisen drückt. Außerdem hast Du durch die Rundungen der C-Profile des Rahmens eh am Rand 1cm, wo der Kofferrahmen nicht aufliegt.
Für Liebhaber des Zehntels sind diese Autos nix. :sleepy:
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#36 Beitrag von Lampenhalter » 2020-12-11 21:37:03

Pirx hat geschrieben:
2020-12-11 21:20:21
Russenkarre hat geschrieben:
2020-12-11 21:16:37
Oh, ja, Tatsache - das hatte ich wohl im Beitrag falsch bemaßt - sorry der Verwirrung!
Was ich damit sagen wollte: so ein Kung -Koffer und sein Montagerahmen ist kein Hochpräzisionsteil. 5 mm Toleranz sind da schon drin (habe selbst einen Kung-Koffer). Da würde ich mir keine grauen Haare wachsen lassen und eiskalt einen Ural-Koffer auf einen Kamaz schrauben. ;)

Pirx
Genau so isses. :)
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#37 Beitrag von FrankS » 2020-12-11 21:39:10

Moin,
ich denke ForMi Lisnik kann dir sicher bei der Beschaffung und Bau eines Russland-Reisemobils behilflich sein...

Grüßle Frank

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#38 Beitrag von Russenkarre » 2020-12-11 21:45:11

FrankS hat geschrieben:
2020-12-11 21:39:10

...ich denke ForMi Lisnik kann dir sicher bei der Beschaffung und Bau eines Russland-Reisemobils behilflich sein...
Ja, von ihm habe ich schon einen tollen Thread seiner Projekte entdeckt und mit Begeisterung gelesen. Leider erst, nachdem ich im März das letzte Mal in Petersburg war, wo er sein Geschäft hat. Er hat ja selbst erst kürzlich ein tolles Kamaz-Projekt mit Reise durchgezogen!
Werd ihn mal direkt kontaktieren ...

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#39 Beitrag von lura » 2020-12-11 23:00:47

In Polen werden Ural Fahrgestelle mit MAN Motoren und MAN --Fahrerhäuser umgebaut und dann als Allrad-Lkw für die Energiewirtschaft angeboten. Ich hatte irgendwo mal so eine Seite gefunden aber das sind dann keine richtigen Russenkarren mehr.
Zuletzt geändert von lura am 2020-12-12 4:54:42, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Bernd

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#40 Beitrag von Lampenhalter » 2020-12-11 23:15:41

Das da:

http://www.motodemont.com.pl/en/oferta_ ... zacji.html

?

Euro 2?

Das hat mit einem Ural, abgesehen von Achsen und Rädern, nix mehr gemein. Und ob ich das kaufen würde...hm. Eher nicht. Da ist ja der ganze Plastikspielkram drangebaut den man genau nicht haben will, wenn man einen Ual kauft. :mellow:
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#41 Beitrag von lura » 2020-12-12 4:52:30

Ja, genau, das ist die Seite. Entweder schon älter und nicht aktuell oder wegen des Baujahres des Chassis reicht Euro 2?
Ich gebe Dir aber recht, ein Ural ist das nicht mehr.
Gruß
Bernd

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#42 Beitrag von Quecke2 » 2020-12-12 7:45:19

Ich fahre seid 16 Jahren Ural. Ich liebe Ihn. Letztes Jahr habe ich bei einem Freund Am Kamaz die Einspritzpumpe gewechselt und konnte dann das erste mal Kamaz fahren. Mei Fazit ist die Kabine ist wesentlich geräumiger als beim Ural.Die Rundumsicht ist auch besser da die Scheiben größer sind. Der krasse Unterschied für mich war die Ruhe im Fahrerhaus. Beim Ural sitzt man auf dem doch sehr lautem Getriebe. Beim Kamaz auf dem recht leisem Motor. Dafür wieder auf der doch recht harten Vorderachse. Am besten du fährst mal beide.
Gruß Quecke

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#43 Beitrag von Lampenhalter » 2020-12-12 12:49:05

lura hat geschrieben:
2020-12-12 4:52:30
Ja, genau, das ist die Seite. Entweder schon älter und nicht aktuell oder wegen des Baujahres des Chassis reicht Euro 2?
Ich gebe Dir aber recht, ein Ural ist das nicht mehr.
Das sind die in Polen ganz gut verfügbaren Benziner-Fahrgestelle. Davon bleibt ein Typenschild (Baujahr 197x....198x), ein paar Rahmenträger und die Achsen. Der Rest wird MAN.
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#44 Beitrag von MartinK » 2020-12-12 12:55:32

Hallo, nach selbst gefahrenen 40.000km mit dem Ural 4320 muss ich sagen, dass man schon gewisse Nehmerqualitäten mitbringen muss. Dennoch habe ich, was Geräuschentwickung angeht, mit Trocellen und Akustikschaumstoff viel erreicht. Das Getriebe ist mit 75W90 mobil gear Synthetiköl sehr viel leiser geworden und das hochfrequente Singen des V. Gangs ist gänzlich verschwunden. Für drei Personen ist das Fahrerhaus für eine echte Fernreise einfach zu klein. Ich habe aber schon tolle Eigenbauten mit Doka und vier Türen gesehen, die aus zwei Häusern zusammengeschweißt wurden.

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#45 Beitrag von Russenkarre » 2020-12-12 14:47:12

MartinK hat geschrieben:
2020-12-12 12:55:32
Hallo, nach selbst gefahrenen 40.000km mit dem Ural 4320 muss ich sagen, dass man schon gewisse Nehmerqualitäten mitbringen muss. Dennoch habe ich, was Geräuschentwickung angeht, mit Trocellen und Akustikschaumstoff viel erreicht. Das Getriebe ist mit 75W90 mobil gear Synthetiköl sehr viel leiser geworden und das hochfrequente Singen des V. Gangs ist gänzlich verschwunden. Für drei Personen ist das Fahrerhaus für eine echte Fernreise einfach zu klein. Ich habe aber schon tolle Eigenbauten mit Doka und vier Türen gesehen, die aus zwei Häusern zusammengeschweißt wurden.
Das klingt super. Die Geräuschdämmung beim Ural scheint tatsächlich einiges zu bringen, und der Versuch mit 75W90 klingt erstaunlich erfolgreich!

Bezüglich der Vergrößerung des Fahrerhauses ein paar Punkte bzw. Fragen:
Soetwas ist mir prinzipiell auch schon das ein oder andere Mal begegnet. Insbesondere beim Ural ist die originale Doppelkabine sehr lang als Viertürer ausgelegt und bietet 6 Plätze, 4 würden mir reichen. Die große Frage ist, was mit der Zulassungsbasis passiert, denn zu DDR-Zeiten gab es keine solcher Varianten. Weiß da jemand bescheid, wie viel Umbau man treiben darf und wo die Grenze liegt? Ein zweites Uri-Fahrerhaus bekäme man schon für einige hundert Euro in gutem Zustand.

Beim KamaZ dagegen ist das Fahrerhaus Luftgefedert, was Modifikationen erschwert. Das, was beim KamaZ mit entsprechender Option wie einer 1,5er Kabine aussieht ist lediglich eine Schlafpritsche und bietet keinen Platz für einen vierten Sitz. Unter der höhergelegenen Pritsche befindet sich eine Stufe im Haus, darunter die Ansaugung des Motors in der Mitte und Verriegelung der Kabine. Hier fehlen mir ein wenig die Ideen, wie ein solches Ding sinnvoll zu vergrößern wäre.
Quecke2 hat geschrieben:
2020-12-12 7:45:19
Mei Fazit ist die Kabine ist wesentlich geräumiger als beim Ural.Die Rundumsicht ist auch besser da die Scheiben größer sind. Der krasse Unterschied für mich war die Ruhe im Fahrerhaus. Beim Ural sitzt man auf dem doch sehr lautem Getriebe. Beim Kamaz auf dem recht leisem Motor. Dafür wieder auf der doch recht harten Vorderachse. Am besten du fährst mal beide.
Das klingt gut und bestätigt mein Empfinden. Zudem ist eben auch noch der Platz am Rahmen größer für diverse Anbauten wie Treibstofftank und Co. War die Kabine mit oder ohne Pritsche?
Den KamaZ nehme ich bisher im Gegensatz zum Ural als echten Dreisitzer wahr. Die Frage ist, wie und wo man legal und sicher den vierten Platz unterbringen könnte.

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#46 Beitrag von Lampenhalter » 2020-12-12 18:05:55

Meiner Kenntnis nach hat der KamAZ-4310(5) eine Kabinenlagerung mit zwei hydraulischen Teleskopstoßdämpfern, ohne Luft.

Eine Ural-Kabine verlängern....kann man machen, ist aber schon eher ne größere Operation. Zumindest wenn das vernünftig werden soll, braucht man da einige Karosseriebauerstunden. Da würde ich doch eher ins Baltikum fahren, eine alte Feuerwehr mit langer Kabine holen und im Notfall kürzen, wenn einem das wirklich zu lang ist. Das dürfte erheblich weniger Arbeit sein. Vor allem hat sich da schon mal jemand um die Fahrerhauslagerung Gedanken gemacht.

Alternativ, wenn einem das nicht taugt, gibt es am russischen Markt mehrere Alternativen:

- Ural-44202-30-Sattelzugmaschinen gab es nach der Wende ab Werk mit halblangem Fahrerhaus, also die normale Hütte und noch ein Schlafplatz dran
- Ural-432060 und Ural-432067: Beides Zweiachser mit Doppelkabine
- Es gab den Ural mit unterschiedlichen Längen der IVECO-T-Reihen-Kabine ab Werk als Frontlenker. Beispiel.

In wiefern irgendwas davon in DE zulassungsfähig ist muss man sehen. Gegeben hat es davon hier nichts.

Alternativ fährt man nach Russland in die Lkw-Werkstatt des Vertrauens, die bauen einem da jede Kabine drauf die man haben will. Da wärst Du bei den angesprochenen Wohnmobilbauern vielleicht nicht schlecht aufgehoben.

Gruß...
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#47 Beitrag von Russenkarre » 2020-12-13 14:30:04

Lampenhalter hat geschrieben:
2020-12-12 18:05:55
Meiner Kenntnis nach hat der KamAZ-4310(5) eine Kabinenlagerung mit zwei hydraulischen Teleskopstoßdämpfern, ohne Luft.
Ach, okay. Dann hat der erste Blick hier nicht getaugt. Weiß jemand, wie es bei einer solchen Lagerung um Lasten auf dem Dach steht? Wo nehm ich hier Auslegungsgrundlagen her? Den Ural sieht man sehr oft mit Dachträger. Den Kamaz quasi nie. Vermutlich liegt das an der Lagerung?
Lampenhalter hat geschrieben:
2020-12-12 18:05:55
Eine Ural-Kabine verlängern....kann man machen, ist aber schon eher ne größere Operation. Zumindest wenn das vernünftig werden soll, braucht man da einige Karosseriebauerstunden. Da würde ich doch eher ins Baltikum fahren, eine alte Feuerwehr mit langer Kabine holen und im Notfall kürzen, wenn einem das wirklich zu lang ist. Das dürfte erheblich weniger Arbeit sein. Vor allem hat sich da schon mal jemand um die Fahrerhauslagerung Gedanken gemacht.
...
In wiefern irgendwas davon in DE zulassungsfähig ist muss man sehen. Gegeben hat es davon hier nichts.
Klar, da habe ich auch schon drüber nachgedacht. Das ganze steht und fällt mir der Zulassung. Grundlage der Zulassung ist eben eine Fahrzeugkonfiguration, die es in der DDR bereits gab. Und ich bin mir echt unsicher darin, das Ding umzubauen - um dann hinterher festzustellen, dass mir jemand wegen einem "non -fit" der Zulassungsbasis den legalen Betrieb versagt. Wie wahrscheinlich ist soetwas? Kennt sich damit hier jemand aus?

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#48 Beitrag von Lampenhalter » 2020-12-13 15:56:34

Mir sind keine offiziellen Dokumente bekannt, dass für den Ural eine Dachlast zulässig wäre. Obwohl es durchaus möglich ist, dass es die gibt. Die Kabine hat eine Zuladung von 300 kg, da zählt allerdings auch der Fahrer mit rein. Das wird vermutlich auch nicht mehr, wenn man einen Dachgepäckträger montiert.
Das es Dachgepäckträger für den Ural gibt und man sie natürlich auch benutzen kann, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Die NVA-Fahrgestelle haben i.d.R. eine Dachluke (Sonderausstattung ab Werk), die man sich damit verbaut. Da muss man sich entscheiden, was einem wichtiger ist. Man sollte aber bedenken, dass Dachlasten aufgrund des ungünstigen Schwerpunktes und der langen Hebelwege jede Art von Kabinenlagerung stark zusätzlich belasten. Gerade im extremen Gelände ist das mitunter wenig schlau.
Der KamAZ-4310 hat, wie alle Modelle mit diesem Fahrerhaus, eine Dachluke serienmäßig. Die wird wohl mit dem Dachgepäckträger kollidieren. Wobei des da zwei Ausführungen Dachluke gibt: Die runde miltärische und die viereckige zivile, die die Funktion der Klimaanlage übernimmt. Abgesehen davon wird das Beladen eines Dachgepäckträgers beim KamAZ erheblich unpraktischer sein als beim Ural.

Bzgl. Umbau wird Dir niemand konkrete Auskünfte geben können. Grundsätzlich gibt es hier viele Leute, die mal eine Lkw-Kabine gekürzt oder verlängert haben. Entsprechender Lesestoff, auch was der TÜV dazu gesagt hat, findet sich im Forum bildschirmmeterweise. Meistens gab es diese Kabinenkonfiguration aber auch ab Werk irgendwie. Mir ist in DE ein Ural bekannt, der in Nachwendezeiten etwas grobschlächtig eine Doppelkabine verpasst bekommen hat und damit in den Wirren der 90er-Jahre als Womo umgeschrieben wurde. Ob sich darauf heute ein TÜVer einlässt - schwierig. Die Frage ist ja auch, ob für dich ein H-Kennzeichen relevant ist. Wenn ja, verkompliziert das die Sache schon. Dann müsste man den PI nicht nur überzeugen, dass das auch hält was man da schweißt, sondern dass das auch historisch korrekt ist.
Falls das Fahrzeug in DE zugelassen werden soll: Frage denjenigen, der Dir das alles abnehmen soll, was er von so einem Umbau hält. Das ist der einzige Mensch, der Dir da eine zielführende Auskunft geben kann. Selbst wenn ich oder jemand anderes Dir sagt, dass das schon gehen wird nutzt Dir das nichts, wenn dein Prüfer sich dann quer stellt. Aus welchem der vielen möglichen Gründe auch immer.
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#49 Beitrag von MartinK » 2020-12-13 20:45:30

Hallo, Mein Ural war eine PWIE-172 (Panzer-Wartung-und-Instandsetzungeinheit, serienmäßig mit einem großen Dachgepäckträger. Zur Nutzung der Luke kann ein Segement raus geschraubt werden. Auf diesem Träger (der durch die Dachhaut mit Gegenplatten innen verschraubt ist) befanden sich das "Tarnnetz Typ III (12x5m), mit Gestänge" und das "Hauszelt, kurz, 2,00m". Keine Ahnung was das alles wiegt, aber der Dachträger alleine hat locker 30 kg. Erfahrungsgemäß sind militärische Zelte ja alles andere als leicht. Ich würde so weit gehen, dass der Dachträger locker 100kg trägt. Einen 14.00 Ersatzreifen (ohne Felge) würde ich ohne zu überlegen da drauf packen.

Bilder aus der Beschreibung.
PWIE-172b.jpg
PWIE-127.jpg
Gruß, Martin
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#50 Beitrag von Lampenhalter » 2020-12-13 21:26:27

Hallo Martin,

interessant. Ist der Dachgepäckträger vielleicht ein Konstrukt aus Aschersleben? So wie diverse andere Anbauten der Werkstattfahrzeuge (Kanisterhalter, LAK-Traversen, Staukiste, Feuerlöscher Fahrerseite, bei Kranfahrzeugen die Seiltraverse hinten am Fahrerhaus usw....)?
Worauf meine Frage abzielt: Die DDR hat mit den Fahrzeugen teilweise Dinge gemacht, die vom Werk so nicht vorgesehen oder freigegeben waren. Entsprechend kann es dazu auch keine Unterlagen vom Hersteller geben.
Mal völlig unabhängig davon, dass der Ural das schon aushalten wird...

Grüße.
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#51 Beitrag von MartinK » 2020-12-13 22:18:13

Hallo. Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit aus Aschersleben. Da sind die Ural ja militärisch umgebaut worden. Gruß, Martin
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#52 Beitrag von Ulf H » 2020-12-20 11:42:55

... reicht es, dass es diesen Fahrzeugtyp bzw. -variante bereits in der DDR gab oder muss genau dieses Fahrzeug bereits in der DDR zugelassen gewesen sein? ...

... ich meine es gäbe da bei später importierten (aber angeblich baugleichen) GAZ-66 erhebliche Probleme ...

... in Russland habe ich den Ural fast nur als Behördenfahrzeug, also Militär oder Feuerwehr, sowie ganz selten als Arbritsmaschine (Kran, Brunnenbohrer) gesehen ... Holztransport läuft zu gefühlten 105% mit Kamaz, je nach Gegend teilweise auch ohne Allrad ... wenn der Gegenverkehr mal wieder Kamazalkradlastig wird, ist das ein sicheres Zeichen für viele Kilometer „plocha daroga“ ... die Versorgung der Orte auch am Unterlauf der grossen sibirischen Ströme erfolgt überwiegend mit alten 6 x 4 Kamaz ... im Zweifelsfall kommt halt noch ein Raupentraktor davor ...

In Deutschland zugelassenes Fahrzeug unterstellen in Zentralasien geht nur in der Mongolei vernünftig ... Moritz von taigapitch.com in Ulan-Ude sollte da gute Tips geben können ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#53 Beitrag von Ulf H » 2020-12-20 11:49:19

P.S.: wenn die Familie/Frau die Karre nicht akzeptiert, dann wirds auch nix mit Männertouren ... oder du kannst dann dauernd Männertouren machen ...

Gruss Ulf
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Re: Kamaz 4310 oder Ural 4320 als Russland-Reisemobil?

#54 Beitrag von Lampenhalter » 2020-12-20 15:52:35

Bei der Holzgeschichte muss man unterscheiden zwischen "aus dem Wald rausfahren" und vielleicht im Nahverkehr, und größere Mengen Holz zum Beispiel zum Sägewerk fahren. Bei uns sah das so aus:

Bild

Alternativ auch mit amerikanischen Sattelzugmaschinen davor. Hier mit Pulpeholz fürs Papierwerk.
Bild

Foto vom Rücken hab ich leider nicht.
Bild

Wir hatten aber mit Sibirien auch nix am Hut.

Den Ural hab ich in Sibirien zu allen möglichen Gelegenheiten und mit allen möglichen Aufbauten getroffen. Erstaunlich oft als Sattelzugmaschine (Ural-4420) zum Transport von Rohren und Bäumen, aber auch als Truckbus, Baukipper, Kranfahrzeug, vom Havariedienst, im Bautrupp der Eisenbahn, bei GAZprom mit Spezialgerät, als Tankwagen usw. Eigentlich hat er da in allen typischen Einsatzbereichen der KamAZ-Fahrgestelle gewildert. Das einzige was ich da nicht getroffen habe waren Behördenfahrzeuge. Das hatte aber nix mit Ural oder KamAZ zu tun, sondern mit Behörde oder nicht Behörde. In den Ecken an die ich so dachte gab es keine Behördenfahrzeuge.

Die Sache mit den DDR-Fahrzeugen ist so eine Geschichte, bei der sich gelebte Praxis und Rechtslage offenbar an einigen Stellen unterscheiden. Ich bringe da immer mein beliebtes Beispiel aus der Moped-Szene: Reimport von Simsons aus Tschechien. Wenn keine DDR-Betriebserlaubnis vorliegt, sondern ausländische Papiere, darf der Bock keine 60 km/h fahren. Die müssen sich dann genauso an die 45 km/h halten wie alle anderen. Die Regelungen aus dem Einigungsvertrag gelten hier also nicht. Hingegen gibt es genug Beispiele für Ostblock-Lkw und Pkw aus dem Ausland, die durchaus zugelassen worden sind. Man sollte also wohl mit Prüfer und Zulassungsstelle reden, was die so dazu meinen.
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