Ethik auf Reisen - Diskussionsthread

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Wilmaaa
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#1 Beitrag von Wilmaaa » 2006-10-23 16:24:28

Angeregt von MBMike im Thread über Kalmückien, hier ist nun der passende Thread dazu. :)

Fröhliches Diskutieren!

Wilmaaa :cool:
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#2 Beitrag von Wilmaaa » 2006-10-23 17:19:38

Folgender Hintergrund aus dem Kalmückien-Thread:

Ulf Helle schrieb:
Dort gibt es einen Präsidenten, der das Land und der Welt-Schach-Verband recht selbstherrlich um nicht zu sagen diktatorisch regiert.
Von daher meiner Meinung nach ein Land, daß man nicht gerade unterstützen sollte, in dem man es bereist, genausoweinig wie Island, seitdem die wieder kommerziell Wale jagen (ohne recht zu wissen wer die Walteile denn kaufen soll, da es durch das lange Verbot des Walfanges dafür keinen (offiziellen) Markt mehr gibt)


Easy schrieb:
Moin Ulf,
du kannst ja versuchen beim Bereisen der jeweiligen Länder, qua deiner Macht als Konsument deine Taler nur in der Opposition befindlichen Nichtschachspielern, bzw. Walfanggegnern zukommen zu lassen.
Gruss
Christof

Ulf Helle schrieb:
wenn ich ein Land bereise, so kassiert zunächst und vermutlich auch überwiegend (Gebühren, Steuern, ...) der dortige Staat. Und so versuche ich eben Länder zu meiden, in denen sich "der Staat" meiner Meinung nach daneben benimmt.

Egn schrieb:
Aber dass man ein land nicht mehr bereist weil die dort regierenden selbstherrlich regieren und die Bevölkerung zum großen Teil unterdrückt wird, und auch deswegen teilweise in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt, halte ich für falsch.
Gerade wenn man in solche Länder reist und dort die Produkte beim kleinen Mann vor Ort kauft und Kontakt mit ihnen sucht profitiert vorwiegend der kleine Mann.
Und wenn Du Deine Ansicht richtig ernst nehmen würdest dürftest Du Dich nicht mal in D aufhalten, geschweige denn in irgendwelchen Ostblockländern oder in Afrika.

Mbmike schrieb:
Hallo Ulf,
das ist ein gaaaanz schwierige aber bestimmt sehr fruchtbare Diskussion!!! Schlage vor, dies unabhängig vom Einzelvorschlag (hier: Kalmückien bzw. Island) zu diskutieren!! Halte ich für superwichtig, die Ethik-Diskussion für Reisende zu eröffnen!
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#3 Beitrag von Zem » 2006-10-23 17:49:17

Hier noch mal der Link zum Kalmükien Thread

Zum Thema Ethik:

Es geht beim Reisen darum Länder so kennenzulernen wie sie sind, und nicht wie man sie gerne hätte. :)

Der einzige triftige Grund eine gegend nicht zu bereisen, ist ein überdurchschnittlich hoher grad der Luftverschmutzung. Die Bleiwerte sind hier ausschlaggebend! :D

Wenn ich meine Reiseziele nach politischen Prinzipien der Ziel Länder auswählen würde, wäre mein nächstes Ziel vermutlich der Mond, ein anderes Land würde schlicht und ergreifend nicht nicht in Frage kommen! :wack:

gruß

Hans

PS: "Das Selbstbestimmungsrecht in bezug auf die Frage der Zugehörigkeit zum Staate bedeutet also: wenn die Bewohner eines Gebietes, sei es eines einzelnen Dorfes, eines Landstriches oder einer Reihe von zusammenhängenden Landstrichen, durch unbeeinflußt vorgenommene Abstimmungen zu erkennen gegeben haben, daß sie nicht in dem Verband jenes Staates zu bleiben wünschen, dem sie augenblicklich angehören, sondern einen selbständigen Staat bilden wollen oder einem anderen Staat zuzugehören wünschen, so ist diesem Wunsch Rechnung zu tragen." (Ludwig von Mises) ;)
Zuletzt geändert von Zem am 2006-10-23 17:54:38, insgesamt 1-mal geändert.
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#4 Beitrag von Kurzhauber » 2006-10-23 18:18:05

Interessante Ethik!

Ein Land....

- in dem auf Verdacht hin hunderttausende Tiere gemeuchelt werden, weil sie evtl. BSE, Vogelgrippe usw. haben könnten,

- das sich um seine in Guantanamo oder CIA-Gefängnissen inhafthierten Mitbürger nicht kümmert,

- in dem in Polizeigewahrsam auch mal gefoltert wird,

- usw.

...in das Reisen wir nicht, denn da leben wir schon.


Vermeidet doch bitte diese überhebliche ethische Diskussion. Hinfahren, kennenlernen, Leute sprechen, Erfahrungen machen.

Gruss, Bruno
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#5 Beitrag von easy » 2006-10-23 19:18:06

Moin,
dies kann auch ganz schnell zu einer furchtbaren Diskussion werden, nämlich genau dann, wenn das Problem mit dem richtigen Augenmaß auftaucht.
Natürlich kann man den isländischen Staat aufgrund seiner Haltung zum Walfang boykottieren, sollte dann allerdings aus der deutschen Antwort auf die Frage wie mit der spontanen Nutzung deutschen Territoriums durch Braunbären umgegangen wird vielleicht auch Konsequenzen ziehen.
Insofern wäre es hilfreich diese Diskussion über die ethischen Probleme bei dem Bereisen fremder Länder von der Position aus zu führen, in der man sich befindet, oder auch kurz, ohne jemand persönlich nahetreten zu wollen: Wenn ich mich in diesem Land weniger engagiere, als ich unzufrieden bin, ich es für persönlich vertretbar halte für mein persönliches Vergnügen 4 - 10 Tonnen Gewicht unter Verwendung fossiler Brennstoffe über erhebliche Distanzen zu transportieren, sollte das in die ethische Bewertung von potentiellen Fahrtzielen einfliessen

Gruss
christof
Zuletzt geändert von easy am 2006-10-23 19:18:24, insgesamt 1-mal geändert.

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#6 Beitrag von Mike » 2006-10-23 20:33:00

N`abend,
ich finde Hans hat recht.
Leben und leben lassen.
take care
Mike

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#7 Beitrag von Wilmaaa » 2006-10-23 20:58:15

Es ist jeder eingeladen, seine Meinung kundzutun.
Ich habe einen neuen Thread eröffnet, damit der Kalmückien-Thread nicht zerredet wird.

Da es sich hier um ein sensibles Thema handelt, bitte ich Euch, auf angemessene Wortwahl zu achten.
Um einzelne Diskussionsteilnehmer ganz persönlich anzusprechen, stehen Euch PM- und Emailfunktion zur Verfügung.

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#8 Beitrag von watz » 2006-10-23 20:59:52

Hallo erst einmal,


bei der Auswahl möglicher Reiseziele nach ethischen Gesichtspunkten fallen mir kaum Reiseziele ein. Da scheidet selbst der Vatikan aus.
Sollte es irgendwo auf der Welt einen Landstrich geben, der hohen ethischen Ansprüchen gerecht wird, dann haben da Fahrer von alten Allrad- LKW wohl schlechte karten; Bereit mit knubbeligen Reifen Spuren der Verwüstung durch Flora und Fauna zu ziehen, bereit Unmengen wertvoller Rohstoffe in Unmengen schädlicher Abgase zu verwandeln, und das alles nur zum eigenen Vergnügen.

Also wer mir hier mit Ethik kommt, der muß auch zu Fuß reisen. Egal wohin.



Bis die Tage,

der Watz
Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.

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#9 Beitrag von kochy25 » 2006-10-23 21:39:45

easy hat geschrieben:Insofern wäre es hilfreich diese Diskussion über die ethischen Probleme bei dem Bereisen fremder Länder von der Position aus zu führen, in der man sich befindet, oder auch kurz, ohne jemand persönlich nahetreten zu wollen: Wenn ich mich in diesem Land weniger engagiere, als ich unzufrieden bin, ich es für persönlich vertretbar halte für mein persönliches Vergnügen 4 - 10 Tonnen Gewicht unter Verwendung fossiler Brennstoffe über erhebliche Distanzen zu transportieren, sollte das in die ethische Bewertung von potentiellen Fahrtzielen einfliessen
Gut gesprochen - soll heißen jeder soll sich erst mal an die eigene Nase fassen.

Also wenn Ethische gründe einen an einer Reise hindern, scheidet sogar der Mond aus, denn selbst dort haben irgendwelche Erdianer ihr Altauto ganz entgegen der Altautoverordnung geparkt und so ne blöde Fahne in den Sonnenwind gestellt ...
Selbst zu hause bleiben scheidet genaugenommen erst recht aus, denn wo gibts die größten ethischen zwiespälte wie zu hause???

Ethik ist wie der Horizont. Der Horizont ist eine Imaginäre Linie, die zurückweicht wenn man auf sie zugeht.


Also liebe Ethiker: bleibt bitte zu hause und spendet euer geld auf mein konto, damit ich mit meinen reisen für eine bessere Welt kämpfen kann :eek:. Konto Nummer auf anfrage.
Mit luftgekühlten grüßen
Marco
Zuletzt geändert von kochy25 am 2006-10-23 21:41:22, insgesamt 1-mal geändert.
Währ Schreipveler vinddet kan die führ sich behlaten tuhn

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#10 Beitrag von Magirus-Mercur » 2006-10-23 23:02:20

moin,
nun das reiseziel aus ethischen oder besser gesagt politischen, soziokulturellen... gesichtspunkten aus zu suchen ist ja ok. nur denke ich kann der schluss nicht sein - da fahre ich aus diesem oder jenen grund nicht hin. die frage kann nur sein mit welchem bewustsein bereise ich ein land und zwar egal welches. fahr ich nach afrika um da meine lust im sand zu spielen zu befriedigen und dummer wiese leben da noch ein paar "neger" die eigentlich nur stören, nerven und ständig neugierig ums auto rum laufen - oder fahre ich z. b. nach afrika, weil ich genau die menschen, die natur etc in diesem land kennen lernen will.
afrika ist nur ein beispiel und kann auf jedes land übertragen werden. es kann auch spannend sein, die niederlande jenseits von vla und thc-haltigen substanzen kennen zu lernen.
was sind das für menschen, wie funktionieren die und ihr natur usw???????

roland
ps
ich schränke mich ein, den vatikanstaat klammere ich aus!!!! dahin kann und werde ich nie freiwillig reisen, sei denn mein job verlangt es von mir
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten. Finderlohn wird nicht gezahlt ;-)

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MUSKOLUS
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#11 Beitrag von MUSKOLUS » 2006-10-24 15:24:38

Schönes Thema!

Bei manchen Ländern ist es wichtig sie trotz der desolaten politischen Lage zu bereisen. Auch wenn man dadurch ein totalitäres und gewalttätiges Staatssystem unterstützt. Ich war mit meiner Frau dieses Jahr wieder in Simbabwe. Allein durch Visa und (Pseudo-) Fahrzeug-Versicherung sowie „Carbon-Tax“ haben wir damit Robert Mugabe 120 Euro geschenkt. Die kann er nun dazu benutzen die Bewohner Zimbabwes weiter zu terrorisieren, die politische Opposition zu unterdrücken und persönlichen Reichtum zu sammeln.

Uns war es trotzdem wichtig hinzufahren. Auch um unseren Bekannten dort zu signalisieren: Wir haben euch nicht vergessen, ihr seid uns wichtig! Wir sind direkt auf eine der auch nach simbabwischen Recht illegal besetzen Farmen gefahren und haben da eine Woche verbracht. Für die enteignete Familie war das ein deutliches Zeichen der Unterstützung und ein kleines Stück alte Normalität. Es gibt nur noch sehr wenige aktiv wirtschaftende Weiße im Land.
Ich finde, entscheidend ist wie man direkt mit den Bewohnern des Landes umgeht, in welche Beziehung man zu ihnen tritt.
Ein Zeichen setzt man jedenfalls nicht wenn man mit seinem Allrad-LKW Island nicht mehr bereist weil dort wieder Wale gefangen werden. Aber: Schon mal mit den Menschen dort darüber gesprochen?

Andreas

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wayko
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#12 Beitrag von wayko » 2006-10-24 15:54:53

MUSKOLUS hat geschrieben:Ein Zeichen setzt man jedenfalls nicht wenn man mit seinem Allrad-LKW Island nicht mehr bereist weil dort wieder Wale gefangen werden. Aber: Schon mal mit den Menschen dort darüber gesprochen?

Andreas
Ich denke auch, hier wäre genau das Gegenteil sinnvoll. Nach Island reisen und z.B. an eine whale-watching-tour teilnehmen. Erst gestern habe ich einen Kurzbericht darüber gesehen, in dem es hieß, daß mit diesen Wal-Touren schon mehr Geld reinkommt als durch den Walfang.

Nun gefährdet jedoch der Walfang genau diese Touren. Wo nichts mehr ist, kann man nichts besichtigen. Das sehen mittlerweile sehr viele Isländer so. Wenn also dieser Zweig gestärkt wird und als ernsthafte wirtschaftliche Alternative zur Debatte steht, kann über diese Umweg der Walfang eher gestoppt werden, als durch ein Fernbleiben.
"Andreas Kiosk" gehört Andrea.
"Andreas' Kiosk" gehört Andreas.
"Andrea's Kiosk" gehört einem Deppen.

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#13 Beitrag von lakto » 2006-10-24 17:58:17

Hallo,
Ich bin der Meinung das man jedes Land bereisen soll,an den man interessiert ist.Ebenso wird man in ausnahmslos jeden Land einen oder auch mehrere Gründe finden es nicht zu tun.
Einzig bei Kriegsgefahr oder Seuchen wurde ich,um der eigenen Sicherheit willen,nicht hinfahren.Hatte ich schon mal,war währendessen nicht lustig!
Ansonsten habe ich durch das Kennenlernen der Länder,Menschen und Geflogenheiten immer was dazu gelernt und eigene Vorurteile(ja,ja, man hat diese,auch wenn man nicht will) und Klischees abgebaut oder revidiert.
Grüsse Lakto
1000mal berührt,1000mal is was passiert



Das einzig wirklich lästige am Hanomag,sind die zermatschten Fliegen an den Heckscheiben

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#14 Beitrag von strix » 2006-10-24 18:55:23

Hi,


>Zum Thema Ethik:

>Es geht beim Reisen darum Länder so kennenzulernen wie sie sind, und nicht wie >man sie gerne hätte. :)

Richtig. Und nur wer mit eigenen Augen sieht, kann sich ein Bild machen von den Bedingungen in anderen Ländern und kann ungefälschte Kunde bringen.

>Der einzige triftige Grund eine gegend nicht zu bereisen, ist ein überdurchschnittlich >hoher grad der Luftverschmutzung. Die Bleiwerte sind hier ausschlaggebend! :D

Nein, es gibt noch andere triftige Gründe. Zum Beispiel sollte sich niemand mit Absicht zwischen die Fronten eines Krieges begeben und es ist kein gutes Ding, in Hungerländer zu reisen und denen noch den Markt leer zu kaufen. (ich glaube, Rittlinger beschrieb das in Afrika).

>Wenn ich meine Reiseziele nach politischen Prinzipien der Ziel Länder auswählen >würde, wäre mein nächstes Ziel vermutlich der Mond, ein anderes Land würde >schlicht und ergreifend nicht nicht in Frage kommen! :wack:

Auf dem Mond is langweilich. ;-) Aber Neuseeland ist echt noch interessant, Australien auch.
Und Deutschland zu Fuß ist erstaunlich schön.

cu, strix

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#15 Beitrag von Zem » 2006-10-24 19:45:30

Hoi,
strix hat geschrieben:>Der einzige triftige Grund eine gegend nicht zu bereisen, ist ein überdurchschnittlich >hoher grad der Luftverschmutzung. Die Bleiwerte sind hier ausschlaggebend! :D

Nein, es gibt noch andere triftige Gründe. Zum Beispiel sollte sich niemand mit Absicht zwischen die Fronten eines Krieges begeben und es ist kein gutes Ding, in Hungerländer zu reisen und denen noch den Markt leer zu kaufen. (ich glaube, Rittlinger beschrieb das in Afrika).
Es war etwas flapsig ausgedrückt, zugegeben, aber zwischen den Fronten eines Krieges ist derartig viel beschleunigtes Blei in der Luft, das man die Gegend nicht mehr bereisen sollte.

Bei den Hungerländern weis ich nicht so recht, ich hätte mir jetzt in meiner Naivität gedacht, das das was der Europäer sich dort kaufen kann, so teuer ist, das Otto-Normal dort lebender es sich eh nicht leisten kann, und du kannst der Bevölkerung noch nicht einmal sinnvoll etwas abgeben, weils einfach zu viele sind!

Ich würde solche Länder eher mit Hilfsorganisationen zusammen bereisen, soforthilfe geben und vor allem Nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe, wie es die Emas Aktionsgemeinschaft betreibt.
Auf dem Mond is langweilich. ;-)
Naja, auf dem Mond kannst du immerhin ein klasse Mondautotrial fahren! :D :D
Australien und Neuseeland haben AFAIK kein Sezessionsrecht, von daher fallen die politisch gesehen auch aus dem Rahmen, wenn ich danach gehen wollte, es lohnt halt einfach nicht, danach zu gehen. :)

gruß

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Bustreter
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#16 Beitrag von Bustreter » 2006-10-25 9:06:33

hallo
in der tat ein schwieriges thema.....
letztlich geht es aber doch darum:
wie stelle ich sicher (vor mir-- weniger vor anderen) das ich jetzt da oder dorthin fahre ohne mit meinen eigenen wert/sicherheitsvorstellungen in allzu großen konflikt zu kommen.

anders und etwas grob ausgedrückt: das fressen kommt vor der moral

fressen hier: mein anspruch mal weg zu fahren,raus zu kommen usw...
moral hier: ich habe lust weg zu fahren und überlege wie kann ich die moralischen
ansprüche (meine eigenen) so zurecht biegen das ich ein gutes gewissen
habe.
die einzelnen punkte die sich ein jeder in bezug auf moral oder sicherheit aufstellt unterliegen wiederrum sooo vielen details.....das ist eine nie endende kaskade.

ich finde das o. a. im übrigen völlig in ordnung ...muß jeder selber wissen ...
c.
21 ist auch nur die halbe Wahrheit...

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#17 Beitrag von strix » 2006-10-25 11:21:55

> Hi,
Nein, es gibt noch andere triftige Gründe. Zum Beispiel sollte sich niemand mit
Absicht zwischen die Fronten eines Krieges begeben und es ist kein gutes Ding, in Hungerländer zu reisen und denen noch den Markt leer zu kaufen. (ich glaube, Rittlinger beschrieb das in Afrika).
Es war etwas flapsig ausgedrückt, zugegeben, aber zwischen den Fronten eines Krieges ist derartig viel beschleunigtes Blei in der Luft, das man die Gegend nicht mehr bereisen sollte.
Ok, ich denke bei Krieg immer an mehr als an das Blei in der Luft. Tretminen, Phosphor, Flüchtlingselend....
Bei den Hungerländern weiß ich nicht so recht, ich hätte mir jetzt in meiner Naivität gedacht, dass das was der Europäer sich dort kaufen kann, so teuer ist, das Otto-Normal dort Lebender es sich eh nicht leisten kann, und du kannst der Bevölkerung noch nicht einmal sinnvoll etwas abgeben, weils einfach zu viele sind!
Lebensmittel sind dort nur bezahlbar für Otto-Normal, wenn sie im Land produziert werden. Reisende Europäer treiben die Preise für Lebensmittel in unerschwingliche Höhen, sind per se (an sich) ein lokale Wirtschaften beeinflussender Faktor.
Ich würde solche Länder eher mit Hilfsorganisationen zusammen bereisen, soforthilfe geben und vor allem Nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe, wie es die Emas Aktionsgemeinschaft betreibt.
Habe mir die Seite mal angesehen. Gute Projekte.
Auf dem Mond is langweilich. ;-)
Naja, auf dem Mond kannst du immerhin ein klasse Mondautotrial fahren! :D :D
Australien und Neuseeland haben AFAIK kein Sezessionsrecht, von daher fallen die politisch gesehen auch aus dem Rahmen, wenn ich danach gehen wollte, es lohnt halt einfach nicht, danach zu gehen. :)
... bis der Sprit und die Luft alle ist. Dafür regnet es nicht so oft.

Noch was zum Begriff "Ethik". Dieses Wort hat der gute alte Aristoteles erfunden.
Es ist zusammengesetzt aus "ethos" und "äthos". Das eine heißt Sitten und Moral, das andere heißt "Ort".
Er hat damit Sitten, Gebräuche und Tabus (also das, was den Menschen "gut" handeln lässt) auf örtliche Gesellschaften bezogen.
Der Reisende kennt die jedoch nicht alle.
Ein Beispiel sei die Sitte, in französischen Restaurants eine Käseplatte zum Nachtisch rumzureichen. Das macht man jetzt in Frankreich nicht mehr, seit Deutsche und Holländer die Käseplatte auffressen und die Nachbartische nix mehr abgekriegt haben.

Und woher sollst Du wissen, wo es sich gehört, als Reisender die Tochter des Bürgermeisters zu schwängern und wo nicht?

gruß, strix

P. S. Im Pool plagen sie sich gerade mit den Übungen zum Compilerbau.... :-)
Und ich ziehe mir gleich ein Seminar zu den 5 existierenden "Gottesbeweisen" rein.
Formale Logik vom feinsten. Der letzte und spitzfindigste ist übrigens von Kant.

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#18 Beitrag von strix » 2006-10-25 11:29:04

Hi,
Also wenn Ethische gründe einen an einer Reise hindern, scheidet sogar der Mond aus, denn selbst dort haben irgendwelche Erdianer ihr Altauto ganz entgegen der Altautoverordnung geparkt und so ne blöde Fahne in den Sonnenwind gestellt ...
Selbst zu hause bleiben scheidet genaugenommen erst recht aus, denn wo gibts die größten ethischen zwiespälte wie zu hause???

Also liebe Ethiker: bleibt bitte zu hause und spendet euer geld auf mein konto, damit ich mit meinen reisen für eine bessere Welt kämpfen kann :eek:. Konto Nummer auf anfrage.
Mit luftgekühlten grüßen
Marco
Neh. auf dem Mond gibt es keine Ethik, weil es keine Leute da gibt.
Und wenn es denn Leute auf dem Mond gäbe, würden die sich ihre eigene Ethik basteln.

Meine Empfehlung: The Moon is a harsh Mistress (Ich glaube: Robert Heinlein)

gruß, strix

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#19 Beitrag von Zem » 2006-10-25 15:44:41

Hoi,
strix hat geschrieben:Ok, ich denke bei Krieg immer an mehr als an das Blei in der Luft. Tretminen, Phosphor, Flüchtlingselend....
Ich denke auch an den ganzen Rest, aber es ist nicht überall Krieg wo bleihaltige Luft ist. Grade das Darien-Gap ist wohl momentan eher nicht bereisbar, und in manchen Gegenden gibt es Rebellen, die nicht ganz frisch im Kopf sind.

Schön fand ich die Geschichten die ich über Nepal gehört habe, wo die Rebellen zum Beispiel Fahrverbote für die Landesbevölkerung verhängt haben, mit Ausnahme von Touristen, weil die ja nix mit dem Zoff zu tun hatten.

Lebensmittel sind dort nur bezahlbar für Otto-Normal, wenn sie im Land produziert werden. Reisende Europäer treiben die Preise für Lebensmittel in unerschwingliche Höhen, sind per se (an sich) ein lokale Wirtschaften beeinflussender Faktor.
Hmmm, also ich weis nicht, ich glaube nicht das ein Reisender soviel essen kann, das millionen hungern. In Monacco werden AFAIK auch Lebensmittel importiert, von Hungersnöten in der Gegend hab ich noch nix gelesen, also das kann es nicht sein.

Und ganz ehrlich, ich finde es ein bisschen merkwürdig wie es sein kann, das 1 Touri die Nahrung von 100 000 Menschen Bevölkerung aufkaufen soll, selbst wenn er es bezahlen könnte. Das Tourismus die lokale Wirtschaft beeinflusst, ist bekannt, meist beeinflusst Tourismus die Wirtschaft jedoch positiv.

Als viel problematischer betrachte ich die vielen tausen Menschen die etwas von dir wollen, mehr als du alleine leisten kannst. Deshalb halte ich es Ethisch sinnvoll, sich in solchen gegenden einer Hilfsorganisation anzuschließen, die haben Mitarbeiter die sich im Land bereits auskennen, und werden von der Bevölkerung akzeptiert. Man selbst kann mit neuen Einfällen, Ideen oder einfach nur durch Anpacken helfen.

Auf jeden Fall macht es wenig Sinn, in ein Hungerland fahren um dort Essen einzukaufen. :D

Der Reisende kennt die jedoch nicht alle.
Ein Beispiel sei die Sitte, in französischen Restaurants eine Käseplatte zum Nachtisch rumzureichen. Das macht man jetzt in Frankreich nicht mehr, seit Deutsche und Holländer die Käseplatte auffressen und die Nachbartische nix mehr abgekriegt haben.
Es ist auch ungemein wichtig sich ein Bewustsein dafür zu schaffen, was man nicht kennt. Erst dann kann man Sitten und Gebräuche aufnehmen.

Ich sag es mal so, wenn man in ein Restaurant kommt, in dem 90 % Franzosen bedient werden, kann man sich Sitten und Gebräuche abgucken, und von ihnen lernen. Wenn jedoch 90 % Ausländeranteile unter den Gästen sind wird so ein Lerneffekt entsprechend schweer umzusetzen sein.

P. S. Im Pool plagen sie sich gerade mit den Übungen zum Compilerbau.... :-)
Und ich ziehe mir gleich ein Seminar zu den 5 existierenden "Gottesbeweisen" rein.
Formale Logik vom feinsten. Der letzte und spitzfindigste ist übrigens von Kant.
Grüß mir mal den Yacc und den Bison :D :D
Von den 5 Gottesbeweisen habe ich schonmal irgendwo gehört, Uni-Kassel oder so?

gruß

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#20 Beitrag von SvenS » 2006-10-26 8:10:18

Zu Island kann ich nur sagen das ein Reiseboykott überwiegend die Falschen trifft. In Island ist die Zustimmung in der gesammten Bevölkerung zum Walfang recht hoch (liegt an der sehr guten Lobbyarbeit der Walfänger in den Medien), aber im Touristikbereich sieht es ganz anders aus. Der größte Teil der Isländer die mit Tourismus ihr Geld verdienen sehen den Walfang mit anderen Augen.

Deswegen wäre es eigentlich richtig nach Island zu fahren und dort immer wieder schön betonen das man auch gerade wegen dem Whale-watching da sei.
Für die Walbeobachtungsfirmen ist die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs ein richtiger Schock. Ich war selbst 2 Jahre Whalewatching-Guide und kenne viele aus der Branche sehr gut.

Wer die Isländer richtig treffen will und ihnen klar machen möchte das er mit dem Walfang nicht einverstanden ist sollte isländische Fischprodukte boykottieren, der Boykott von Tengelmann, Aldi und amerikanischer Supermärkte hat 1988 dazu geführt das Island den Walfang eingestellt hat.
Wenn´s um Island geht, einfach bei mir fragen.

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#21 Beitrag von Uwe » 2006-10-26 8:53:36

SvenS hat geschrieben:(liegt an der sehr guten Lobbyarbeit der Walfänger in den Medien)
Na ja, dass der Walfang hierzulande so verurteilt wird, liegt ja auch an der sehr guten Lobbyarbeit vom Greenpeace und Kollegen ;) Wirtschaftliche Interessen sind es jedenfalls nicht.

Ganz pragmatisch gesehen: wenn sich die isländischen Walfänger an die Quoten halten, dürften die Walbeobachter keinen Stress haben (zumindest nicht wegen fehlender Wale). Btw, inwieweit es für einen Wal witzig ist, von drei Booten voller Touris verfolgt zu werden, wage ich zu bezweifeln - ich persönlich würde die Viecher ganz in Ruhe lassen...

Auch dürfte ein Boykott isländischer Fischprodukte heute weit weniger Wirkung haben als vor 20 Jahren, da der Anteil der Fischerei an der isländischen Wirtschaftsleistung doch stark abgenommen hat (u.a. auch wegen EU-Sanktionen, die eigentlich die Norweger treffen sollten). Lohnenswerter wäre da wohl eher ein Boykott isländischen Aluminiums, nur ist das für den Endverbraucher weit schwieriger zu greifen (ich hätte gerne Bier in Dosen aus afrikanischer Produktion :eek: )

Grüße
Uwe
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#22 Beitrag von SvenS » 2006-10-26 11:38:50

Fisch bringt immer noch über 60 % des isländischen Bruttosozialprodukts und ist in Island immer noch Wirtschaftsthema Nummer 1.
In Island wird auch nur mit dem Argument das die Wale die Fischbestände gefährden für den Walfang argumentiert.
Es gibt zwar mehrere Aluminiumwerke und ein großes wird gerade gebaut aber Aluminium ist wirtschaftlich gesehen gegenüber dem Fisch unbedeutend.
Und bei dem neuem Werk in Reyðarfjörður verdienen nur die Amerikaner etwas, Island zahlt bei jeder produzierten Tonne drauf.

PS: Die Forensoftware hat mir eben das Prozentzeichen verhackstückt.

Wenn Du zwischen der Zahl und dem Prozentzeichen ein Leerzeichen machst, geht es. :) Wilmaaa
Zuletzt geändert von SvenS am 2006-10-26 11:40:19, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn´s um Island geht, einfach bei mir fragen.

strix
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#23 Beitrag von strix » 2006-10-29 15:10:54

Hi,
Zem hat geschrieben:Hoi,

Lebensmittel sind dort nur bezahlbar für Otto-Normal, wenn sie im Land produziert werden. Reisende Europäer treiben die Preise für Lebensmittel in unerschwingliche Höhen, sind per se (an sich) ein lokale Wirtschaften beeinflussender Faktor.
Hmmm, also ich weis nicht, ich glaube nicht das ein Reisender soviel essen kann, das millionen hungern. In Monacco werden AFAIK auch Lebensmittel importiert, von Hungersnöten in der Gegend hab ich noch nix gelesen, also das kann es nicht sein.

Und ganz ehrlich, ich finde es ein bisschen merkwürdig wie es sein kann, das 1 Touri die Nahrung von 100 000 Menschen Bevölkerung aufkaufen soll, selbst wenn er es bezahlen könnte. Das Tourismus die lokale Wirtschaft beeinflusst, ist bekannt, meist beeinflusst Tourismus die Wirtschaft jedoch positiv.
In Schwellenländern schon. Aber ein einziger Touri, der in seiner Unkenntnis das 100fache für Tomaten bezahlt, macht die Preise kaputt.
Als viel problematischer betrachte ich die vielen tausen Menschen die etwas von dir wollen, mehr als du alleine leisten kannst. Deshalb halte ich es Ethisch sinnvoll, sich in solchen gegenden einer Hilfsorganisation anzuschließen, die haben Mitarbeiter die sich im Land bereits auskennen, und werden von der Bevölkerung akzeptiert. Man selbst kann mit neuen Einfällen, Ideen oder einfach nur durch Anpacken helfen.

Auf jeden Fall macht es wenig Sinn, in ein Hungerland fahren um dort Essen einzukaufen. :D
Wo Du recht hast, hast Du recht.
P. S. Im Pool plagen sie sich gerade mit den Übungen zum Compilerbau.... :-)
Und ich ziehe mir gleich ein Seminar zu den 5 existierenden "Gottesbeweisen" rein.
Formale Logik vom feinsten. Der letzte und spitzfindigste ist übrigens von Kant.
Grüß mir mal den Yacc und den Bison :D :D
Von den 5 Gottesbeweisen habe ich schonmal irgendwo gehört, Uni-Kassel oder so?
Kenn ich die? Wer ist das? Hm.... wenn sie mir begegnen, gern.

[spoiler]Die Sonne ist so breit wie mein Fuß (Heraklit)[/spoiler]

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#24 Beitrag von strix » 2006-10-29 15:17:45

Hi,
Zem hat geschrieben:Hoi,

Lebensmittel sind dort nur bezahlbar für Otto-Normal, wenn sie im Land produziert werden. Reisende Europäer treiben die Preise für Lebensmittel in unerschwingliche Höhen, sind per se (an sich) ein lokale Wirtschaften beeinflussender Faktor.
Hmmm, also ich weis nicht, ich glaube nicht das ein Reisender soviel essen kann, das millionen hungern. In Monacco werden AFAIK auch Lebensmittel importiert, von Hungersnöten in der Gegend hab ich noch nix gelesen, also das kann es nicht sein.

Und ganz ehrlich, ich finde es ein bisschen merkwürdig wie es sein kann, das 1 Touri die Nahrung von 100 000 Menschen Bevölkerung aufkaufen soll, selbst wenn er es bezahlen könnte. Das Tourismus die lokale Wirtschaft beeinflusst, ist bekannt, meist beeinflusst Tourismus die Wirtschaft jedoch positiv.
In Schwellenländern schon. Aber ein einziger Touri, der in seiner Unkenntnis das 100fache für Tomaten bezahlt, macht die Preise kaputt.
Als viel problematischer betrachte ich die vielen tausen Menschen die etwas von dir wollen, mehr als du alleine leisten kannst. Deshalb halte ich es Ethisch sinnvoll, sich in solchen gegenden einer Hilfsorganisation anzuschließen, die haben Mitarbeiter die sich im Land bereits auskennen, und werden von der Bevölkerung akzeptiert. Man selbst kann mit neuen Einfällen, Ideen oder einfach nur durch Anpacken helfen.

Auf jeden Fall macht es wenig Sinn, in ein Hungerland fahren um dort Essen einzukaufen. :D
Wo Du recht hast, hast Du recht.
P. S. Im Pool plagen sie sich gerade mit den Übungen zum Compilerbau.... :-)
Und ich ziehe mir gleich ein Seminar zu den 5 existierenden "Gottesbeweisen" rein.
Formale Logik vom feinsten. Der letzte und spitzfindigste ist übrigens von Kant.
Grüß mir mal den Yacc und den Bison :D :D
Von den 5 Gottesbeweisen habe ich schonmal irgendwo gehört, Uni-Kassel oder so?
Kenn ich die? Wer ist das? Hm.... wenn sie mir begegnen, gern.

Wie machst Du das mit dem Zitat?

Gruß, strix

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#25 Beitrag von hano-mac » 2006-10-29 15:57:44

strix hat geschrieben:Wie machst Du das mit dem Zitat?
bei den textformatierungen in der zweiten zeile: insert spoiler

grüße
sven
...öttel...öttel...öttel...

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#26 Beitrag von lura » 2006-10-29 18:40:22

Moin moin,
ich glaube die Ethik bei Reisen sollte man nicht nur auf die zu bereisenden Länder beziehen sondern auch auf sich selbst.
Man ist ja Botschafter seiner eigenen Kultur. Es ist für die Menschen in anderen Ländern, wo es nicht so freiheitlich zugeht, wie bei uns immer eine wichtige erfahrung Reisende zu erleben und kennenzulernen. Dabei können diese Menschen ihren Horizont erweitern und Erkenntnisse für ihr eigenes Leben gewinnen. mit diesen Erkenntnissen können sie dann irgendwann mal ihr Leben verbessern. ( bitte keine kommentare hierzu beim Gedanken an einzelreisende)
Ethik heißt für mich auch, seine eigene kultur zu zeigen, im umgang mit Menschen und Umwelt, und sich nicht wie ein Schw..... aufzuführen.
Damit kann man oft mehr erreichen, als mit irgendwelchen sinnfälligen Aktionen für oder gegen die Regierenden.

lura
Gruß
Bernd

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#27 Beitrag von strix » 2006-11-01 9:13:57

zitat?

bei den textformatierungen in der zweiten zeile: insert spoiler

grüße
sven
...öttel...öttel...öttel...
Danke, das hatte ich mir auch so gedacht. Aber da kommt nur ein schwarzer Balken bei mir....

gruß, strix

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#28 Beitrag von strix » 2006-11-01 9:32:49

Hi,
Moin moin,
ich glaube die Ethik bei Reisen sollte man nicht nur auf die zu bereisenden Länder beziehen sondern auch auf sich selbst.
Man ist ja Botschafter seiner eigenen Kultur. Es ist für die Menschen in anderen Ländern, wo es nicht so freiheitlich zugeht, wie bei uns immer eine wichtige erfahrung Reisende zu erleben und kennenzulernen. Dabei können diese Menschen ihren Horizont erweitern und Erkenntnisse für ihr eigenes Leben gewinnen. mit diesen Erkenntnissen können sie dann irgendwann mal ihr Leben verbessern. ( bitte keine kommentare hierzu beim Gedanken an einzelreisende)
Ethik heißt für mich auch, seine eigene kultur zu zeigen, im umgang mit Menschen und Umwelt, und sich nicht wie ein Schw..... aufzuführen.
Damit kann man oft mehr erreichen, als mit irgendwelchen sinnfälligen Aktionen für oder gegen die Regierenden.

lura
Du hast da im Prinzip ganz recht.
Aber auch Anpassung an örtliche Gepflogenheiten gehört dazu.

Beispiele:
"Züchtige" Kleidung für Frauen in islamischen Ländern oder im Vatikan.

Ein interessantes Beispiel ist auch die Benutzung von Klopapier in Ländern ohne funktionierende Kläranlagen.
In der Türkei zum Beispiel stehen überall in den Klos kleine Kännchen mit Wasser oder es gibt da diese raffinierten Wasserhähne an den Klos, weil sich die Leute generell mit der linken Hand nach "Geschäften" mit Wasser waschen.
Das ist sauberer als mit Klopapier, hat sich aber bei uns nicht durchgesetzt wegen der Winter.... Ausgrabungsfunde sagen uns, dass der Vorgänger von Klopapier bei uns Moosbüschel waren. (Versteinerte Mönchskacke, angeschliffen, sieht geil aus)

Für Türken ist der Deutsche mit seinem Klopapier "dreckig". Für Deutsche sind türkische Klos "dreckig", weil manchmal kein Klopapier vorhanden.

Und die Kinder, die aus der Türkei stammen veranstalten in ihrer Not Überschwemmungen in den Schulklos, weil sie versuchen, sie mit dem Wasser aus dem Klo den Hintern zu waschen.... und werden noch ausgeschimpft dafür.

gruß, strix

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#29 Beitrag von rocknroll » 2006-11-13 17:30:40

Ich selber war in Mosambique und ich weis das es dort fast alles mit Kruption gibt(Ämter, Ärzte, Polizisten), wobei ich erstaunt festellen muß, das die Koruption dort nicht nur den Reichen hilft, die das im großen Stil machen sondern auch den Kleinen, der aber mit seiner , Zahlung/Vorderung nicht übertreibt, sprich für jedermann möglich ist.
Ich selbst habe es genutzt, sonst were ich in den Bau gekommen.
Aber mit vernünftigem Umgang kann mann gezielt das Geld ja auch verwenden

wollt ich nur so mal gesagt haben
grüße an alle

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#30 Beitrag von mbmike » 2007-01-02 12:06:52

Hi Forum,
ein Neues Jahr und neue Vorsätze!

Passend zum Thema hat Franz Murr einen Text ausgegraben, der sich im Unimurrforum findet unter: "Ethische Charta des Reisenden".

M.e. wird hierin in sehr verständlicher Form das Wichtigste zur hier diskutierten Ethik gut strukuriert benannt und mit Handlungsanweisungen hinterlegt.

Beim Unterthema "Sextourismus" platzt mir regelmäßig die Hutschnur. Ich habe nicht das geringste Verständnis für diese Form der Auseinandersetzung mit Menschen anderer Kulturräume. Wenn ich in ansonsten seriösen Reiseführern lese, dass zur Grundausstattung eines Globetrotters immer ein Kondom "aus Sicherheitsgründen" dazugehören soll, werde ich sehr sehr kompromisslos.... :mad: und dies ganz bestimmt nicht aus calvinistischer Prüderie heraus!

Den Text empfinde ich persönlich als hervorragend geeignet, mein eigenes Verhalten auf Reisen nochmal zu reflektieren. Ich habe mich selbst wiedergefunden und bemerkt, dass es doch einige Grundsätze gibt, gegen die ich auch wider besseres Wissen immer wieder verstoße, zumeist aus Nachlässigkeit und Denkfaulheit. Die Bewußtmachung, dass das eigene Verhalten viele Wirkungen auf andere Menschen und die Umwelt hat, ist glaube ich das wichtigste Kriterium, das dieses Dokument für den verantwortungsvollen Reisenden haben kann. Ich werde mir das Dokument in Kopie auf die Pinwand des WoMos nageln - zur ständigen Erinnerung!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen "erweiterungsfähigen Horizont".
Zuletzt geändert von mbmike am 2007-01-02 12:07:39, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß aus dem Maasland

Mike

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