Lenkhebel, Katastrophe

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felix
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#1 Beitrag von felix » 2007-03-06 14:07:09

Moin,

da fährt man sein Auto erfolgreich 35.000km durch Asien. Freitag wollte ich mein Schlagzeug zum Studio fahren und rangiere noch etwas lustig vorm Studio herum. Plötzlich is die Lenkung komisch, bzw. lenkt nicht mehr. Mit der Lampe unters Auto gekrochen: Ist doch glatt der Lenkhebel abgebrochen.

Nun ja, ist zum idealen Zeitpunkt gebrochen, an sonnsten wäre ich jetzt tot. Nur stand die Karre etwas ungünstig quer zur Fahrtrichtung auf der Straße herum. Vor und zurrück ging auch noch, nur halt umme Kurve nicht mehr.

Sa. habe ich den Lenkhebel ausgebaut, ihn So. provisorisch geschweißt und wieder montiert. So konnte ich den LKW wenigstens bergen.

Nun habe ich bei mir beschlossen, das die Achse wohl doch komplett Scheiße ist. Genug ärger damit gehabt, und dass sie versucht hat mich umzubringen, nehme ich persönlich!

Nun bin ich auf der Suche nach der schweren Vorderachse ohne Aussenplaneten. Wurde bei Deutz mießt in 15/16t verbaut, aber auch z.B. im 192d11 oder dem Iveconachfolger 110-17 bzw. 168d11. Weiß jemand zufällig, wo so etwas (schnell) zu haben ist? Hat jemand erfahrung mit dem Umbau auf die schwere VA?

Lebendige Grüße,
Felix
Zuletzt geändert von felix am 2007-03-06 14:24:14, insgesamt 1-mal geändert.

AL28
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#2 Beitrag von AL28 » 2007-03-06 14:20:05

Hallo
Sind die großen Reifen auf dauer doch zuviel für die Achse ?
Gruß
Oli
Auch wenn sich die Überlebensstrategie der Schafherde bewährt hat, will ich nicht leben wie ein Schaf von vielen.
Jeder führt das Leben das er sich verdient hat.

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felix
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#3 Beitrag von felix » 2007-03-06 14:22:14

Hallo!

Scheint wohl so zu sein.
Bitte aber keine Reifendiskussion. Ich brauche eine stabilere Lenkung.

MlG,
Felix

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berni
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#4 Beitrag von berni » 2007-03-06 14:42:19

Brechen kann also anscheinend alles...

Mir ist bei einer Stihl Motorsäge die Kurbelwelle kupplungsseitig glatt durchgebrochen. Lt. Aussage von "Experten" kommt so was nie vor. Ich frage mich wie so allgemein eine Dimensionierung durchgerechnet wird. Meiner Meinung nach sollte doch immer eine Sicherheitsreserve drin sein - eben auch und gerade bei so relevanten Teilen wie Lenkhebel. Dass andere Sachen bei gravierenden Überlastungen brechen sehe ich ein, aber der Lenkhebel sollte mehr Reserve haben als "nur" für Reifen 14.00 R20.
(Mit dem Traktor mit hydr. Lenkung schiebe ich doch auch Baumstämme mittels Lenkeinschlag mit dem Reifen zur Seite :eek: vielleicht in Zukunft dann doch nicht mehr...)
Es ist immer wieder schön, zuzusehen wenn brachiale Motorgewalten auf modrigen Untergrund einwirken.
Luftgekühlte Grüße von Magirus und Gilera, sowie wassergekühlte vom Rekord C und von der CX500

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Michael
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#5 Beitrag von Michael » 2007-03-06 15:52:30

Ich dachte immer das schwächste Glied in der Lenkung wäre unser Handgelenk.
Oder übt ihr die Servolenkung einen solchen Druck auf den Lenkhebel aus ???

Gruß Michael

PS.: Felix hat Arm wie Stahlrohr !!!
Warum etwas verbessern, was noch nie funktioniert hat....

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#6 Beitrag von 150erGKW » 2007-03-06 16:38:50

felix hat geschrieben:Nun ja, ist zum idealen Zeitpunkt gebrochen, an sonnsten wäre ich jetzt tot.
Wäre bei schneller Fahrt vermutlich auch nicht passiert, weil dann viel geringere Kräfte auf das Teil einwirken. ( außer es hätte vorher schon nen Knacks weg )
Du bist auch nicht der erste dem das passiert. Mit der Bereifung ist der arme Lenkhebel wohl überfordert. Hab auch schon von Leuten gehört die mit den Reifen im Modder standen und dann scharf einlenken wollten. Resultat : Lenkstange verbogen.
Also Kraft der Servolenkung nicht unterschätzen.

.

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JRHeld
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#7 Beitrag von JRHeld » 2007-03-06 16:52:12

Hallo,
üble Geschichte.
Wie hast Du denn den Laster von der Straße bekommen?
Ich hab wohl schon öfter mal gehört, von abgebrochenend Lenkhebeln.
Ich hab wohl ein wenig ahnung von der Dimensoinierung von Bauteilen. Klar sind immer Sicherheiten vorgesehen, aber letztlich ist es eine Frage welche Lastfälle bei der Dimensionierung berücksichtigt werden. So gibt es in rotierenden systhemen reichlich Zusammenhänge die quadratisch mit dem Radius zusammen hängen...
Und dann ist da noch der "bestimmungsgemäße Gebrauch"...
Irgend etwas gnadenlos zu fett machen kann jeder, aber auf der einen
Seite kosteneffektiv, gewichtsoptimiert, materialoptimier, und nicht zuletzt auch fertigungs und wartungsgerecht, und trotzdem ultimativ haltbar zu dimensionieren, das ist nicht so einfach wie man meinen mag.
Irgendwann ist einfach bei jedem Bauteil so viel Schädigung aufaccumuliert, dass es versagen wird... (bei unseren Fahrzeugen sollte dies jedoch in der Regel nicht der Fall sein, denn wer hat hier schon mehr als ein paar 1e4km auf der Uhr. Unter ner 1e6km sollte das wohl unkritisch sein.)
Interessant währe wohl mal ein Bild des Gebrochenen Lenkhebels. An welcher Stelle ist er gebrochen, und wie sah die Bruchfläche aus? (Rissbildungsbild mit Rastlinien?)
Auf jeden Fall ist das ein Punkt den man wohl in die Sicht und Anfassprüfung beim Rundgang um das Fahrzeug vor Fahrtantritt und bei Pausen aufnehmen könnte!
AloHa
Jakob
Ich bin krank,
ich hab die Schrauberitis...

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felix
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#8 Beitrag von felix » 2007-03-06 17:34:03

Hallo Ihr:

zum Bruch: Die Bruchstelle war auf etwa 1,5cm vrrostet. Also hat es schon vorher einen Riss gegeben. Ich wette darauf, das Pakistans Straßen im Zusammenspiel mit 14er Reifen etwas zu viel für das blöse Teil waren. Gebrochen ist er natürlich an der Stelle der höchsten Belastung, direkt vor der Achse.

Mit Anfassen hätte man da aber nichts merken können. Selbst wenn da 1,5cm eingerissen waren standen sicher noch einmal 6x4cm Stahl. Ich war ne Woche vorher noch durch die SP gekommen, zu dem Zeitpunkt war der Riss auf jeden Fall schon vorhanden. Habe für den Prüfer kräftig am Lenkrad gewackelt - er hat nichts gesehen.

Es hat sich auch vorher nicht angekündigt, sondern als ich zum zweiten Mal mit Kraft am Lenkrad gedreht hatte, war schlagartig kein Widerstand mehr.

MlG,
Felix

P.S: Und zu dem was hätte wäre wenn: Klar, bei normaler Fahrt muss man nicht so heftig ins Lenkrad fassen. Aber eine übersehene Bordstainkante, nen Gullideckel, Spurrillen und am Schimmsten: Nen geplatzter Vorderreifen... Toll auch: Nen ruckartiges Ausweichmanöver, weil man gepennt hat.
Zuletzt geändert von felix am 2007-03-06 17:40:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Mathias
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#9 Beitrag von Mathias » 2007-03-06 20:33:45

moin moin felix!
oh mann felix...echt krass....herzlichen glückwunsch das es so ausging...
hast du deinen reisebericht schon irgentwo zusammenhängend stehen?
ich währe echt gerne mitgekommen!
mfg: mathias
ps: schön,das du hier im forum bist...
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Freeclimber
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#10 Beitrag von Freeclimber » 2007-03-06 21:08:57

Oha, Nachtigall ick hör dir trabsen... hat jemand von euch diesbezüglich Langzeiterfahrung (teilw. offroad) mit dem Mercur ? Ich fahre ja auch die (für den Maggi) leicht überdimensionierten 13.00 spazieren....

Gruss Mike
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#11 Beitrag von Hatzlibutzli » 2007-03-06 21:13:25

Hallo Felix,

Afrikarolf hat meines Wissens an seinem Mercur 2 Lenkhebel ruiniert ... auch jedesmal beim Rangieren und mit glimpflichem Ende ...

Die absolut größten Kräfte auf die Lenkung treten wirklich im Stehen auf ... jeder "hab die Servolenkung in meinen schmächtigen Oberärmchen" geplagte kann das bestätigen ... da hängt man schon mal mit 70 kg Lebendgewicht dran ...
selbst eine schräge Bordsteinkante bei Tempo 73 reisst Dir nur das Lenkrad aus der Hand und führt vielleicht zum Überschlag ... da geht aber nicht der Lenkhebel kaputt ...

Grüsse ... Simon

PS: Das klassische Phenomen des Fernreisenden, der den Gefahren der weiten Welt getrotz hat: mit einer Ku-Klux-Klan-Mütze durch Harlem gelaufen, mit Espandrillos auf einen 8000er gelaufen und ohne Trinkflasche durch den Grand Erg Oriental gelaufen ... aber zuhause die Kellertreppe runtergefallen ;-)))

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#12 Beitrag von Freeclimber » 2007-03-06 21:32:13

Oh ja Simon, das kenne ich zur genüge, beim klettern im klassischen heimischen 9. Schwierigkeitsgrad glänzen und sich nach dem abseilen beim laufen über die heimischen Baumwurzeln ganz klassisch auf die Fresse legen. Autsch !! :totlach:

Mike
Zuletzt geändert von Freeclimber am 2007-03-06 21:34:27, insgesamt 1-mal geändert.
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#13 Beitrag von felix » 2007-03-06 21:39:23

Hallo Mike,

Simon hat afrika-rolf zum Thema Langzeiterfahrung ja schon angesprochen. Der ist übrigens auch 13.00 gefahren...

Falls es dich beruhigt: 170er und Mercur haben die selbe Lenkung, beim 170er hat man aber mehr Ärger damit, weil dieser auf der VA deutlich schwerer ist. (Bei mir sind es 3,9t Einsatzgewicht)

MlG,
Felix

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#14 Beitrag von Freeclimber » 2007-03-06 22:05:47

Hab`s schon mitbekommen, danke. Das er auch 13.00er fuhr wusste ich allerdings nicht.
Ich muss mir wohl langsam ne Checkliste für all die Punkte anlegen an denen mein "Panzerchen" verwundbar ist....

:D Mike
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Mykines
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#15 Beitrag von Mykines » 2007-03-06 22:09:25

Hallo Felix,

gut, dass es nicht bei Fahrt passiert ist....Kannst Du mal Fotos von der Bruchstelle reinstellen (Ort und vom Bruch selbst)? Frage ist, wie kann man das Teil mal auf Risse im eingebautem Zustand untersuchen - fällt mir erstmal nur Farbeindringprüfung als sinnvoll ein - der Lenkhebel ist natürlich metallisch blank zu machen. Magnetpulverprüfung scheint von der Lage schwieriger zu sein, bei Ultraschall dürfte es zu viele Störsignale geben...Ist ein Materialprüfungsprofi hier, der was sagen kann?

Gruß Brian

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#16 Beitrag von felix » 2007-03-06 22:35:56

Hallo Brian,

ich musste, um den Hebel zu schweißen nacheinander eine etwa 1,5cm Kerbe in den Hebel Flexen, um den Bruch überhaupt gerade zu bekommen. Danach habe ich mit 250A alles zusammengeschmolzen.

Die Bruchkante liegt also als Flexspäne nun bei mir in der Werkstatt.

Sorry, es war mir wichtiger, dass der LKW zügig aufhört Quer in der Anwohnerstraße zu stehen, als das Bruchgeschehen nachzuvollzihen.

Im Prinzip lag es auch auf der Hand: Hebel wurde überlastet, hat zu viel gearbeitet und hat dann Risse bekommen. Ist aber wohl nicht so die Seltenheit, habe heute gehört dass man für bestimmte Unimog nach 250.000km bei DC kostenlos einen neuen Lenkhebel bekommt - da scheint es ähnliche Probleme zu geben.

MlG,
Felix

P.S: Ich glaube nicht, dass sich der Hebel im eingebauten Zustand prüfen lässt, dafür ist da Unten einfach zu wenig Platz. Man bekommt ihn an der entscheindenen Stelle noch nicht einmal richtig Sauber. Spannend ist der Bereich direkt vor der Achse.

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#17 Beitrag von Mike » 2007-03-06 23:21:52

He Felix,
sind die Lenkhebel von den stärkeren Achsen auch stärker ausgelegt? Also ich kann mich täuschen, aber Spurstangen und Hebel sahen ziemlich ähnlich aus bei einem Aussenplaneten Hauber.

Munter bleiben
Mike

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#18 Beitrag von Wolf » 2007-03-07 1:06:34

Ist dann die Frage, ob die Lenkgetriebe über die Lenkgeometrie anders übersetzt sind, sonst bringt's nicht viel. Gilbert hatte bei seinem Supertruck die grösseren Achsen drin, glaube aber nicht, daß er sein Lenkgetriebe getauscht hat, sah mir noch sehr original aus.

Gruß wolf
Zuletzt geändert von Wolf am 2007-03-07 1:07:08, insgesamt 1-mal geändert.
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#19 Beitrag von felix » 2007-03-07 1:18:55

Hallo Ihr,

der Lenkhebel ist zumindest bei der großen AP-Achse ein völlig anderes Bauteil: Viel kürzer und von oben als Platte mit vier Schrauben angeschraubt. Die schwere Spurstange ist auch mal eben 8cm dick - das sind ganz andere Welten. Dagegen taugt die Spurstange vom Mercur höchstens zum Rosenanbinden.

Gilbert hatte die Originale Servo drin, auch mit 16.00. Man muss nur die Lenkstange ändern.

MlG,
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#20 Beitrag von Mykines » 2007-03-07 18:36:19

Hallo,

wo war der rostige Teil der Bruchstelle - oben, seitlich innen...? Wenn es an der Stabilität des Teils u.U. krankt - eine Ausführung ähnlich einer massiven Platte
müsste doch auch möglich sein? Müsste man doch auch über ein entsprehendes Programm dynamisch berechnet bekommen? Oder muß es die geschmiedete Lenkhebelgeometrie sein (...gewisser Schwingungsabbau, Elastizität, günstiger Faserverlauf beim Lenkhebel)?

Gruß Brian

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#21 Beitrag von felix » 2007-03-07 19:51:29

Hallo Brian,

das war ein Ermüdungsbruch, statisch hätte es schon gehalten.

Ausserdem ist eine Neukonstruktion nicht möglich, dafür ist an der Achse definitiv zu wenig Platz. Der Heben ist innen (Eingebaut in Richtung Achsmitte) zu erst eingerissen. Aber direkt an der Achse, wenige cm vor der ersten Schraube. Und genau da ist der Tragring im Weg, und so kein stabileres Teil möglich.

MlG,
Felix

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#22 Beitrag von Ingenieur » 2007-03-07 20:58:12

Hallo,

solche Schäden kann man mit der FE-Methode im Vorfeld erkennen.

Wenn man also Sorge hat, das dieses oder jenes Teil rissgefärdet ist,
besprüht man es mit einer speziellen Farbe. Dann abwischen und
Indikator draufsprühen.
Etwaige Risse sind deutlich zu sehen.

Das ist eine zerstörungsfreie Prüfung, und man kann am 'lebenden Objekt'
prüfen.

Bei der Bundeswehr haben wir so die Verriegelungen der Schnellbrücke
vom Brückenlegepanzer geprüft.

...
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#23 Beitrag von Mykines » 2007-03-07 21:23:20

Hallo,

konnte mir die Platzverhältnisse jetzt nicht vor Ort anschauen. Bzgl. des Anrisses hatte ich schon die Innenseite in Verdacht. Im alten Maggie Deutz geistern auch Bilder rum:
http://www.maggie-deutz.com/iv/index.ph ... =lenkhebel
http://www.thw-fuerth.de/images/lenkhebel1.jpg
http://www.thw-fuerth.de/images/lenkhebel2.jpg
Dürfte die gleiche Bruchstelle sein? Somit dürfte sich der Bereich für die Farbeindringprüfung - FE eingrenzen - vor allem das sauber machen bis auf das Metall.
@ingenieur: Hast Du eine Bezugsquelle für Farbe und Indikator - in Kleinmengen?

Gruß Brian

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#24 Beitrag von felix » 2007-03-07 23:16:23

Hallo,

meiner ist genauso gebrochen, nur dass die Teile auf dem THW-Bild verdreht zueinander liegen. Scheint ja doch nicht so der Ausnahmefall zu sein.

Ich glaube aber nicht, dass man den unausgebaut prüfen kann, sehr eng und unübersichtlich.

MlG,
Felix

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#25 Beitrag von Ingenieur » 2007-03-08 0:34:10

Hallo Brian,

nein, ich habe keine Bezugsquelle für Kleinmengen.

-----------------------------------------------------------------

Ich habe aber auch schon ein diesbezügliches Erlebnis gehabt.
Und zwar mit einem PKW in Hannover - Innenstadt.

Ich fahre mit einem Renault R4F6 auf der Marienstraße in Richtung Aegi und denke
mir, besser jetzt eine 180 ° Kurve fahren, als um den gesamten Aegidientorplatz
herumzufahren. Leider (oder gottseidank) verkehrt, denn mitten im Wendemanöver
auf der Marienstraße bricht der Kugelbolzen oben im Achsschenkel vom linken
Vorderrad.

Ergebnis:

Linkes Vorderrad liegt unter dem Auto, Antriebswelle aus dem Getriebe
gerissen, Öl auf der Straße, Wagen bewegungsunfähig.
Abschlepper geordert und Wagen in die Werkstatt.
Ergebnis der Analyse der Bruchflächen: Ermüdungsbruch mit anschließendem
Gewaltbruch (w.g. 180 ° Wendung). Wenn mir das auf der Autobahn passiert
wäre, hätte ich wahrscheinlich Kleinholz aus dem Renault gemacht.

Antwort von Renault:

Man weiß ja nicht, ob der Wagen mal überbelastet gewesen war.

Antwort von mir:

Keinen Wagen von Renault mehr kaufen.

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#26 Beitrag von Mykines » 2007-03-17 23:41:37

Hallo,

da ich eh am bauen und Mercur aufgebockt war, bin ich mal an den Lenkhebel und habe ihn im Bereich der Verschraubung zum Rad gesäubert und die FE - Prüfung dort gemacht, es war nix. Man kommt einigermaßen ran. Wenn jemand Interesse hat, kann ich die Prüfmittelchen zum Test Vorort in Boxberg mitbringen.

Gruß Brian

http://abbcmanagment.de/TempLH/index.htm

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