Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

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Schnecke
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#31 Beitrag von Schnecke » 2020-02-10 10:23:47

Ich nochmal. Verleimen auf gar keinen Fall. Das geht schief. Alle mehrlagigen Plattenwerkstoffe, egal welche Konstruktion, haben immer mehrere Lagen Dampfbremsen/sperren drin(Leimfugen). Eine Bohlenkonstruktion kann „atmen“. Zudem erscheinen mir 60mm als arg dick. 45mm sollten genügen. Am Dach würde ich außen noch eine 19mm Holzweichfaserplatte auflegen und zudem das Blechdach auf Abstand/Hinterlüftung montieren. Hat gleich noch den Effekt eines Tropendaches. Das Auto wird schön!

Ciao Ralf

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#32 Beitrag von Jac0b » 2020-02-10 10:48:34

Schnecke hat geschrieben:
2020-02-09 23:59:14
...Sägewerk Echtle im Schwarzwald ist hier mein Lieferant. Alles Rift/Halbrift geschnitten. Top Qualität. Recht günstig.

...Auch die Anschlüsse der Fenster/Türen/Klappen sollten in der Konstruktion sauber ausgeführt werden. Dann hält das Jahrzehnte. Machen!

...Manchmal frage ich mich schon, warum es noch so viele alte Holzhäuser gibt, wenn man so liest wie schlecht das Material geeignet ist ohne eine Haufen Chemie drauf...
Ciao Ralf
Moin Ralf, danke für den Tip mit deinem Lieferanten. Schwarzwald passt gut ;-) Sicher, die Anschlüsse müssen gut gemacht sein, würde denk die ganzen offenen Hirnhölzer bei den Ausschnitten extra gut versiegeln. Vielleicht auch großzügig mit nem flüssigen Sika einpinseln? Jo, zum Holzbau haben auch viele ne Meinung die keine Erfahrungen haben und deswegen kein Vertrauen in Naturprodukte.

steyermeier hat geschrieben:
2020-02-10 0:37:06
...
Das Wohnklima im Zirkuswagen ist Klasse...insofern würde ich das wieder machen..aber massiv ist auch spannend..und dem Steyr sind 500kg mehr sowieso komplett egal....
ach ja..auf dem Zirkuswagen haben wir ein ich Schutz Öl drauf..das hält sich bis jetzt ganz gut.
Gruß markus
Markus, es hört sich so an als ob du gar nicht anders könntest als dir nen Holzkoffer zu bauen, bei dir passen alle Vorraussetzungen :spiel: Was nehmt ihr für ein Öl? Vorher noch nen Tiefengrund oder so?

Enzo hat geschrieben:
2020-02-10 1:29:52
Moin,
weder der angedachte Baustoff ( KVH von Stange ) noch die Verarbeitung ( Verleimung zu einer vollflächigen Wandscheibe) werden dich glücklich machen.
Gruß vom Zimmereister aus Ecuador
Jens
Tach Jens!
Hälst du KVH für ungeeignet wegen der Keilverzinkungen mit denen die Stangen u.U. verlängert/zusammengesetzt sind? Was spricht deiner Ansicht nach gegen ne verleimte Wandscheibe?
Liebe Grüße nach Equador! (schaffst du dort ebenfalls als Zimmerer?)

magmog hat geschrieben:
2020-02-10 7:59:53
...
Standard 5000x2050mm, da sind die Wände gleich fertig, keine Fugen.
Wasserfest verleimt, bauaufsichtlich zugelassen, etliche Anwendungen, auch Außen im Hausbau.
Innen Lackieren oder ölen, außen diffusionsoffene Lasur....
Moin Justus! Freut mich das auch Du dich einklinkst! Liest sich gut was du da schreibst, arbeitest du selber mit dem aufgeführten Material? Wenn ja, auch hier würden mich Infos zu den verwendeten Holzlasuren freuen. Auch Formate und kg/m3 von 450kg klingen gut.

Schnecke hat geschrieben:
2020-02-10 10:23:47
Ich nochmal. Verleimen auf gar keinen Fall. Das geht schief. Alle mehrlagigen Plattenwerkstoffe, egal welche Konstruktion, haben immer mehrere Lagen Dampfbremsen/sperren drin(Leimfugen). Eine Bohlenkonstruktion kann „atmen“. Zudem erscheinen mir 60mm als arg dick. 45mm sollten genügen. Am Dach würde ich außen noch eine 19mm Holzweichfaserplatte auflegen und zudem das Blechdach auf Abstand/Hinterlüftung montieren. Hat gleich noch den Effekt eines Tropendaches. Das Auto wird schön!

Ciao Ralf
Hi nochmals Ralf, denkst du das Verleimen ist nix weil die Spannungen im Holz zu Rissen in der Konstruktion führen würden? Ohne Verleimung und Holzfaser in Längsrichtung hab ich schon schiss dass (zu viel) Wasser den Weg in die Konstruktion findet. Die Karre steht die meiste Zeit draussen. An die 60mm dachte ich auch wegen dem Dämmwert. von der Stabilität her reichen 45mm auf jedenfall dicke. Deine Idee zum Dach finde ich gut, hab ich mir auch so angedacht dass das Blechdach mit Hinterlüftung auf dem Koffer sitzt. Vorteil des "Tropendaches", falls wo Wasser drunter kommt kann es ablüften, und ich kann sorglos Halterungen für alles Mögliche hineinnieten. Setzt aber natürlich vorraus dass es ein Unterdach gibt dass mit einer gewissen Menge Wasser/ Feuchtigkeit klar kommt, aber das ist ja kein Problem. Wäre auch mit ner 6mm Siebruckplatte zu bewerkstelligen, die lässt sich Problemlos zu ner leichten Tonnenwölbung biegen.


Allen einen guten Wochenstart mit möglichst wenig Windbruch, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#33 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-10 13:29:06

Der erste der 3 Links baut die pkw anhänger aus lärche 3 Schicht (brettsperholz) optional mit dämmung zwischen 2 Platten. (So ähnlich hab ich meinen Koffer gebaut).
Alle 3 Links verleimen keine Bretter in Längsrichtung!
@Jacob, ja ich bin Bootsbaugeselle und wir machen leider relativ viele Lack Restaurationen also kenn ich mich da besser aus als mir lieb ist... Fragen gerne über PN oder Telefon.
Zuletzt geändert von Jabob der Baumeister am 2020-02-10 13:37:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#34 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-10 13:36:06

Bisher haben die alle die in den Holzverarbeitenden gewerken arbeiten vom verleimen und Kvh abgeraten, ich denke das solltest du abhaken, es gibt aus gutem Grund keins Positivbeispiele für dieses Modell.
Die Keilverzinkung bei KVH ist garkein Probelm, die hält auf jedenfall, das Problem ist das KVH krumn und Schief bei dir ankommt, nur nochmal drüber hobeln bringt da wenig.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#35 Beitrag von Jac0b » 2020-02-10 14:25:39

Jabob der Baumeister hat geschrieben:
2020-02-10 13:29:06
Der erste der 3 Links baut die pkw anhänger aus lärche 3 Schicht (brettsperholz) optional mit dämmung zwischen 2 Platten. (So ähnlich hab ich meinen Koffer gebaut).
Alle 3 Links verleimen keine Bretter in Längsrichtung!
@Jacob, ja ich bin Bootsbaugeselle und wir machen leider relativ viele Lack Restaurationen also kenn ich mich da besser aus als mir lieb ist... Fragen gerne über PN oder Telefon.
Hi Jakob,
Von welchen Links sprichst du? Danke fürs Angebot zum löchern mit Fragen, komme ich ggf. drauf zurück wenn’s soweit ist.

Jabob der Baumeister hat geschrieben:
2020-02-10 13:36:06
Bisher haben die alle die in den Holzverarbeitenden gewerken arbeiten vom verleimen und Kvh abgeraten, ich denke das solltest du abhaken, es gibt aus gutem Grund keins Positivbeispiele für dieses Modell.
Die Keilverzinkung bei KVH ist garkein Probelm, die hält auf jedenfall, das Problem ist das KVH krumn und Schief bei dir ankommt, nur nochmal drüber hobeln bringt da wenig.


Ja richtig, manche raten vom KVH ab, manche vom verleimen. Nur ne abschließende Erklärung steht noch aus. richtig, einige Bengel kommen krumm und verdreht, aber längst nicht alle, aus meiner Zeit in der Zimmerei weiß ich auch von wem besseres Material bezogen werden kann und wo man eher die 2.Wahl geliefert bekommt.
Ich hake diese Idee mit dem KVH aber gerne ab, geht es mir doch viel mehr um den Gedanken ein Koffer aus Vollholz statt Sandwich oder Gefache zu bauen. Ob nachher aus einzelnen Bohlen oder Wasserfest verleimten 3-Schicht Platten, wird sich zeigen.
Die Art und Weise soll sich ja hier entwickeln, deswegen hab ich das Thema gestartet und es läuft bisher prima und konstruktiv. :positiv: scheinbar haben da auch weitere Leute Interesse an der Bauweise, vielleicht können wir in ein paar Jahren ein Treffen der Vollholzkistenbewohner*innen machen :wub:

Liebe Grüße, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#36 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-10 15:01:20

Ich meine die Links aus Post #30, die ersten bauen genau das was du willst auf kleine pkw anhänger, also genau deine anforderungen, fand ich sehr interessant.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#37 Beitrag von Enzo » 2020-02-10 15:57:13

Tach Jens!
Hälst du KVH für ungeeignet wegen der Keilverzinkungen mit denen die Stangen u.U. verlängert/zusammengesetzt sind? Was spricht deiner Ansicht nach gegen ne verleimte Wandscheibe?
Liebe Grüße nach Equador! (schaffst du dort ebenfalls als Zimmerer?)
Moin Jacob,

kurze Vorbemerkung. Für jemanden der den Werkstoff Holz kennt und damit umgehen kann, stellt sich überhaupt nicht die Frage ob ein Aufbau mit Holz dauerhaft möglich ist oder nicht. Klar gehts es. Lebe und reise hier in Südamerika ja auch seit 8 Jahren dauerhaft in meinem Holzkoffer.
Wenn Holz im Außenbereich als Fassade eingesetzt wird, unabhängig davon ob nun Hausbau oder Zirkuswagen, dann in Form von Nut und Federbretter oder Bohlen, die an einer Unterkonstruktion geschraubt/genagelt werden, oder Glattkantbretter mit Schattenfuge, oder Mehrschichtplatten zur dekorativen Gestaltung. Dabei handelt es sich immer um mehrschalige Wände.
Im Blockhausbau wird auch nur mit einer Art Nut und Dichtband gearbeitet, zusätzlich Gewindestangen durch die ganze Wand um die Konstuktion zusammen zu ziehen. Niemand setzt bei diesem Verwendungszweck eine Verleimung ein.
Jetzt kommst du mit den verleimten KVH Hözern.
KVH erfüllt alle Anforderungen an ein Bauholz. Dafür ist es mit Einschränkungen gut zu gebrauchen. Je höher die Anforderungen werden ( sichtbare Holzkonstruktionen) desto größer der Ausschuß. Die Keilverzinkungen sind kein Thema, aber es werden die Hölzer verzinkt, so wie sie gerade kommen. Verlauf der Jahresringe ist rein zufällig, mit ein wenig Feuchte und Sonne lassen sich aus manchen Stangen super Propeller bauen. Desweiteren rasen die Hözer mit großer Geschwindigkeit durch den Vierseitenhobel, es gibt Fehlstellen und Ausrisse und die absolute Rechtwinkligkeit ist nicht gegeben.
Wenn ich eine Tür, ein Fenster, eine Treppe baue oder eine große Tischplatte zusammenleimen möchte, stelle ich andere Anforderungen an das Holz. Und genau das ist auch dein angedachter Verwendungszweck.
Nun zu deiner Verleimung.
Holz arbeitet, den Spruch kennt fast jeder. Nun arbeitet es tatsächlich und jedes Stück Holz anders, je nach Verlauf der Jahresringe und auch deren Dichte.
Leimst du jetzt wahllos KVH Hölzer zusammen, wird es im Zusammenspiel mit Feuchtigkeit und Trocknung, direkte Sonneneinstrahlung zu netten Verwerfungen der Wandscheibe kommen, sie wird mir Sicherheit auch reißen, nicht die Leimfuge, die hält. Diese Experimente haben schon Handwerker vor dir probiert ( Ich auch), die nicht hören wollten. Nun kannst du natürlich deine Wand beidseitig mit 2K Lacken behandeln um möglichst jeden Eintritt von Feuchtigkeit zu verhindern. Bin mir aber sicher, die Wand hat sich schon verzogen, bis dein Lack überhaupt zum Einsatz kommt. Desweiteren ist dann mit dem, ach so ökologischen und atmungsaktiven Holzbau vorbei.
Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, probiere es aus, manchmal hat man auch Glück in der Zimmerei :D Nur meine Erfahrung sagt mir, lass die Finger davon.

Zu deiner Frage, ja ich bin auch hier in Ecuador aktiv. Ich liebe mein Handwerk und habe nicht ohne Grund meine Heckgarage mit Handmaschinen vollgestopft.
Zudem hat meine Frau mal das Tischlerhandwerk gelernt, so daß bei uns ständig gesägt und gehobelt wird. Zimmere aber eher für mich und einige Freunde, mein Geld verdiene ich mit dem kompletten Hausbau. Ich mache die Planung, Bauleitung und die Zimmerer/Dachdeckerarbeiten. Wenn fertig, wird es zum Kauf angeboten, ich habe keinen Bock mehr auf Kunden, die ständig auf der Baustelle herumnörgeln. Hier gibt es keine Sicherheitseinbehalte, keine Garantie, so lässt es sich arbeiten :D und die Leute hier sind nicht verwöhnt. Selbst wenn ich mal nicht in Höchstform arbeite, die Qualität meines Holzbaus ist immer noch um längen besser, als was man hier gewohnt ist.
Gruß Jens

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#38 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-10 19:18:08

Ich kann Jens zu 100% zustimmen, könnte ich besser schreiben wären das genau meine Worte!

Ich würde wenn das Gewicht relativ egal ist 19mm 3 Schicht (gibts in fast jeder Zimmerei in 5 auf 2m für unter 20€ pro m20 da sehr üblich) dann aus dem verschnitt "3Schicht bretter" in ca 10cm breite aussägen und aus diessn die Ecken quasi als L versteifen. Je nach Koffergröße auch noch paar Streben in die Mitte. Dann die Zwischenräume mit 20mm Holzfaser oder einer dammung deiner Wahl ausfüllen und nochmal 19mm 3Schicht drauf.
Mein Koffer ist nach diesem Prinzip ohne die äußere 3Schicht Platte schon so Steif und stabil dass man mit dem Stapler eine Ecke anheben kann ohne das sich drinnen irgendwas verzieht, knirschht oder knarzt. Darauf ein Tonnendach aus dünnem Sperrholz-Dämmung-Sperrholz Sandwich und blech drüber (hinterlüftet) und in 3 Tagen zu 2. Arbeit hast du nen Schicken Koffer mit guter Atmosphäre.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#39 Beitrag von Jac0b » 2020-02-10 21:27:12

Enzo hat geschrieben:
2020-02-10 15:57:13
...
KVH erfüllt alle Anforderungen an ein Bauholz. Dafür ist es mit Einschränkungen gut zu gebrauchen. Je höher die Anforderungen werden ( sichtbare Holzkonstruktionen) desto größer der Ausschuß. Die Keilverzinkungen sind kein Thema, aber es werden die Hölzer verzinkt, so wie sie gerade kommen. Verlauf der Jahresringe ist rein zufällig, mit ein wenig Feuchte und Sonne lassen sich aus manchen Stangen super Propeller bauen. Desweiteren rasen die Hözer mit großer Geschwindigkeit durch den Vierseitenhobel, es gibt Fehlstellen und Ausrisse und die absolute Rechtwinkligkeit ist nicht gegeben.
Wenn ich eine Tür, ein Fenster, eine Treppe baue oder eine große Tischplatte zusammenleimen möchte, stelle ich andere Anforderungen an das Holz. Und genau das ist auch dein angedachter Verwendungszweck.
Nun zu deiner Verleimung.
Holz arbeitet, den Spruch kennt fast jeder. Nun arbeitet es tatsächlich und jedes Stück Holz anders, je nach Verlauf der Jahresringe und auch deren Dichte.
Leimst du jetzt wahllos KVH Hölzer zusammen, wird es im Zusammenspiel mit Feuchtigkeit und Trocknung, direkte Sonneneinstrahlung zu netten Verwerfungen der Wandscheibe kommen, sie wird mir Sicherheit auch reißen, nicht die Leimfuge, die hält. Diese Experimente haben schon Handwerker vor dir probiert ( Ich auch), die nicht hören wollten.
...
Abend Jens,
Das ist ein prima Erfahrungsbericht und ist zudem gut erklärt, für mich und alle die hier mitlesen und interessiert sind. Damit lässt sich guten Gewissens die KVH-Koffer-Idee begraben. :idee: Also die anderen Massivholzvarianten weiter verfolgen...

Ach ja, die Art wie du frei arbeitest und dann verkaufst klingt wirklich gut. Da hätte ich jetzt direkt noch nen haufen Fragen wie das rechtlich abzulaufen hat mit bauen als deutscher auf nem anderen Kontinent, lass es aber aus Übersichtlichkeitsgründen ;-)

Jabob der Baumeister hat geschrieben:
2020-02-10 19:18:08
...
Ich würde wenn das Gewicht relativ egal ist 19mm 3 Schicht (gibts in fast jeder Zimmerei in 5 auf 2m für unter 20€ pro m20 da sehr üblich) dann aus dem verschnitt "3Schicht bretter" in ca 10cm breite aussägen und aus diessn die Ecken quasi als L versteifen. Je nach Koffergröße auch noch paar Streben in die Mitte. Dann die Zwischenräume mit 20mm Holzfaser oder einer dammung deiner Wahl ausfüllen und nochmal 19mm 3Schicht drauf.
Mein Koffer ist nach diesem Prinzip ohne die äußere 3Schicht Platte schon so Steif und stabil dass man mit dem Stapler eine Ecke anheben kann ohne das sich drinnen irgendwas verzieht, knirschht oder knarzt. Darauf ein Tonnendach aus dünnem Sperrholz-Dämmung-Sperrholz Sandwich und blech drüber (hinterlüftet) und in 3 Tagen zu 2. Arbeit hast du nen Schicken Koffer mit guter Atmosphäre.
Hi Jakob,
so einen ähnlichen Koffer habe ich ja schon gebaut. 19mm Siebdruck, 60mm Gefache/Holzwolle, Proclima Intello Folie, 5mm Sperrholz. Nur die Form passt jetzt nicht mehr optimal. Ich sehe den Vorteil von deiner vorgeschlagenen Bauart mit 2x19mm Tischlerplatte und 20mm Dämmung dazwischen, gegenüber einer einzigen 60mm starken, wasserfest verleimten, Dreischichtplatte nicht wirklich. Der Dämmwert wäre minimal besser, aber der Aufwand deutlich größer, und es entsteht wieder ein Hohlraum in dem sich etwas Wasser unbemerkt sammeln könnte, dazu sind die Standart Tischleplatten nicht BFU100. Ich finde es zudem einfach sehr reizvoll auch nachträglich Wanddurchbrüche machen zu können, ohne dann ein gefrickel zu haben, was bei der Sandwichbauweise der Fall ist, dann müssen wieder Hölzer rund um das Loch eingeschoben und abgedichtet werden. Wenn ein paar Jahre später andere Bedürfnisse sind/ umgebaut werden soll -> gar kein Problem.

Liebe Grüße, Jacob

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Ulf H
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#40 Beitrag von Ulf H » 2020-02-10 21:33:06

... im klassischen Blockbau kommen zum Schwinden und Quellen noch rund 10% Setzung dazu ... und auch da klemmt kein Fenster wenn es richtig (mit entsprechend Luft drüber) verbaut wurde ... die breiten Rahmen um die Fenster haben nicht nur dekorative Gründe ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#41 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-10 21:47:50

Der vorteil ist nur das Gewicht und die einfache Handhabung, 60mm Platten sind auch zu 2. Nicht leicht zu jonglieren. Auserdem sind die seitenteile leichter zu verbinen da versetzt gebaut wird. Wenn du die äußereste Schicht nur verschraubst kannst du Fenster und alle anderen spielereien immernoch später setzen. Zusätzlich musst du dann falze nicht Extra fräsen sondern einfach die 3 platteneben versetzten. Wanddurchbrüche sind übrigens immer einfacher als diese wieder zu verschließen, auch da würde eine 3lagen konstruktion besser abschneiden.

Hat beides vor und Nachteile, find deine Idee auch cool.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#42 Beitrag von Jac0b » 2020-02-10 22:22:51

Das handling wird nicht das Problem sein, nen Gabelstabler ist bei uns am Hof und allzeit bereit, neuerdings zählt auch ein Bagger zu den Mitbewohnenden :joke:
Die Eckverbindungen welche du angesprochen hast stellen eine weitere Detailfrage. Ich setze jetzt einfach mal dass ich mit einer einzelnen massiven Wand konstruiere (mal sehen obs so bleibt). Da gäbe es die Möglichkeit ganz einfach Stumpf zu stoßen, dann einen Stufenfalz einzufräßen, oder auch auf 45° Gehrung zu sägen und dann, ähnlich wie im Kleinen mit Lammelos, eine Nut einzufräßen und ne Feder zu setzen. Die Gehrungsvariante gefällt mir deswegen, weil kein Hirnholz offen bleibt. Egal welche Variante, die Stöße sollen verklebt werden.

Cheers, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#43 Beitrag von magmog » 2020-02-11 16:29:35

Guuden,

mir würde das KVH zu viel arbeiten, dass kann zu Probs mit den Möbeln, Fernstern, Türen und Klappen führen.
Bei 1% Quellung werden die Wände bereits 20 mm höher.
Die vielen Horizontalfugen sehe ich als Wassereindringritzen,
spätestens wenn die Außenbeschichtung gestört ist.

Ich bin selbstständiger Tischlermeister, bevorzugt Treppenbau und Massivholzverarbeitung
mit pragmatischem, nicht esoterischem Ansatz.
Bei Lasuren bin ich Sikkensfan, aber andere Hersteller wie Remmers, Bondex, Gori, Glasuit, Osmo, Wickens….wissen auch was sie tun.
Innen ist Asuso für Öle und Wachse meine Marke.

Eine Leimfuge hindert die Diffusion bei 1/10-tel mm Stärke nur minimal.
Der Aufbau sollte ohnehin von innen nach außen zunehmend dampfdurchlässiger sein.
Allerdings empfinde ich 60mm auch als übermäßig. 40mm sollten reichen,
oder mit 3 Schalen arbeiten, 19mm 3-S, 20 bis 30mm Dämmung und 12mm 3-S innen,
wenn der Koffer auch bei tiefen Temperaturen genutzt werden soll.

Als Dach denke ich an isoliertes Trapezblech, allerdings funtz das nicht mit Dachklappen.
Die würde ich zur Lüftung hoch in den Seiten einsetzen.
Auf das Trapezblech ein planes Blech als Tropendach aufnieten, falls als notwendig erachtet.

Gut Holz! Justus.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#44 Beitrag von micha der kontrabass » 2020-02-11 19:35:08

@Justus,
ich bin bei allem bei dir, außer:
magmog hat geschrieben:
2020-02-11 16:29:35
...
Eine Leimfuge hindert die Diffusion bei 1/10-tel mm Stärke nur minimal.
...
eine Dampfbremsfolie ist aus z.B. PE ist auch nur 0,2mm stark und verhindert die Diffusion ganz erheblich. Bei mehreren Leimfugen/Leimflächen kommt da schon was zusammen. Im schlechtesten Fall geht die feuchtigkeit (Kondens) rein, aber nicht wieder raus.

allgemein zum Blockhaus auf Rädern..
Schau dir das mal im ubakus u-wert Rechner an.
Der Taupunkt liegt bei außen -15° und innen +20°C mitten in der Wand. Das an sich ist jetzt kein Problem, man sollte sich dessen aber bewußt sein, dann läßt sich das auch lösen.

Ich habe auch man in die Richtung überlegt, ist mir aber zu schwer und zu sehr "stuga".
Ich würde dann eher Richtung Stabholzkoffer gehen, siehe https://www.truckfan.nl/picture/1020564/
Mir ist aber der Aufbau dabei nicht ganz klar. War aber in den 30-50er Jahren üblich, ich findet aber nichts dazu.

Viele Grüsse
Micha d.k.
mit dem am nördlichsten stationierten Magirus Mercur!

Warum Dirigenten und Generäle so alt werden? Vielleicht liegt es am Vergnügen, anderen seinen Willen aufzuzwingen.
Leopold Stokowski

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#45 Beitrag von magmog » 2020-02-11 19:59:11

Guuden,

der Wandaufbau des Scania-Vabis L56 besteht aus einem Gestell
mit horizontalen Spanten, mit Nut- und Federbeplankung.

Es ist wichtig, dass die innerste Beschichtung die mit der geringsten Diffusion
im gesamten Wandaufbau ist.
Natürlich muss bei einem Winterkoffer sehr stark die Physik beachtet werden,
als bei einem Koffer, der nur im Sommer genutzt wird.

Auf alle Fälle erspart man sich bei einem Holzaufbau die Probs mit nachträglich einzubauenden
Öffnungen, der Befestigung der Inneneinrichtung, Kältebrücken und
Kontaktkorrosion!

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#46 Beitrag von Jac0b » 2020-02-11 21:51:16

magmog hat geschrieben:
2020-02-11 16:29:35
...
1. Ich bin selbstständiger Tischlermeister, bevorzugt Treppenbau und Massivholzverarbeitung
mit pragmatischem, nicht esoterischem Ansatz.
...
2. Bei Lasuren bin ich Sikkensfan, aber andere Hersteller wie Remmers, Bondex, Gori, Glasuit, Osmo, Wickens….wissen auch was sie tun.
Innen ist Asuso für Öle und Wachse meine Marke.
...
3. Als Dach denke ich an isoliertes Trapezblech, allerdings funtz das nicht mit Dachklappen.
...
Zu 1: hört sich sehr symphatisch an :lol:
Zu 2: Danke dafür
Zu 3: Nee, das widerstrebt mir etwas, Trapezblech auf nem Vollholzkoffer finde ich zu unsexy :ninja:

micha der kontrabass hat geschrieben:
2020-02-11 19:35:08
...
1. eine Dampfbremsfolie ist aus z.B. PE ist auch nur 0,2mm stark und verhindert die Diffusion ganz erheblich. Bei mehreren Leimfugen/Leimflächen kommt da schon was zusammen. Im schlechtesten Fall geht die feuchtigkeit (Kondens) rein, aber nicht wieder raus.

2. allgemein zum Blockhaus auf Rädern..
Schau dir das mal im ubakus u-wert Rechner an.
Der Taupunkt liegt bei außen -15° und innen +20°C mitten in der Wand. Das an sich ist jetzt kein Problem, man sollte sich dessen aber bewußt sein, dann läßt sich das auch lösen.

3. Ich habe auch man in die Richtung überlegt, ist mir aber zu schwer und zu sehr "stuga".
...
Micha d.k.
Hi Micha, schön von dir zu lesen.
Zu 1 und 2: Je nach Anbieter sind die dicken 3-Schichtplatten unterschiedlich aufgebaut. z.B. Deckschichten jeweils 9mm im Wunschholz, die Mittellage bestimmt den Rest der Wunschdicke. Somit sind in der Konstruktion 2 (wasserfeste) Leimflächen. Wenn nun ein deinem beschriebenen Temperaturfall der Taupunkt in der Mittellage liegt, denkst du es entsteht somit ein Problem, bzw hast du eine Idee zur Lösung?
Zu 3: Ja, hast schon recht, innen wirkt es natürlich relativ Stuga-mäßig. zumindest im Rohzustand. Aber da innen ja eh etwas aufgetragen werden sollte um die Diffussion zu bremsen, kann man da farblich noch was machen...

magmog hat geschrieben:
2020-02-11 19:59:11
...

1. Es ist wichtig, dass die innerste Beschichtung die mit der geringsten Diffusion
im gesamten Wandaufbau ist.

Natürlich muss bei einem Winterkoffer sehr stark die Physik beachtet werden,
als bei einem Koffer, der nur im Sommer genutzt wird.

2. Auf alle Fälle erspart man sich bei einem Holzaufbau die Probs mit nachträglich einzubauenden
Öffnungen, der Befestigung der Inneneinrichtung, Kältebrücken und
Kontaktkorrosion!
Zu 1: Innen eine "richtige" Beschichtung aufzutragen hatte ich eigentlich nicht vor. Hast du da an ein bestimmtes Produkt gedacht? Das schöne am Holz innen ist ja eigentlich gerade dass es etwas Raumfeuchtigkeit aufnehmen kann, und sich diese nicht sonst überall nieder schlägt. Allerding: Es kommt aufjedenfall wieder ein Holzofen rein, der "saugt" die Feuchtigkeit in den kalten Jahreszeiten ja ganz gut raus.
Zu 2: Genau dass ist ja der im Eingangspost genannte Grund weswegen ich die Vollholz-Koffer-Geschichte so interessant finde :blume:


Liebe Grüße, Jacob

Graup
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#47 Beitrag von Graup » 2020-02-11 22:36:48

Hallo,

ich finde die Idee mit dem Massivholz-Koffer auch klasse.
Ich kann so nicht viel dazu beitragen, aber ich habe Erfahrung mit Gebäuden aus Holz.
Ich besitze einen Kuhstall aus 10cm Tanne-Massivholz (unbehandelt). Der ist Baujahr 1977 und es waren immer ne Menge Rindviecher drin (bis vor ca. 5 Jahren), so daß man durchaus von einem enormen Feuchteeintrag in's Holz und (das dauerhaft) reden kann.
Die Wände des Kuhstalls haben immer noch eine hervorragende Bausubstanz und es ist nichts verfault oder außergewöhnlich stark verwittert(selbst im unteren, dem Regen stärker ausgesetztem Bereich).
Also denke ich, daß Du Dir bzgl. des Taupunkts keine Gedanken machen braucht, da das Holz die Feuchtigkeit gut verteilt. Der Holzofen macht den Rest :-)
Wichtig ist, daß das Holz immer gut abtropfen kann und daß es nirgends in "Wasserpfützen" steht.
zur Info: es ist noch eine Scheune (10m Traufenhöhe, d.h., die Bretter unten waren quasi immer der Witterung direkt ausgesetzt) daneben, ebenfalls BJ. 1977 mit Tanne 2cm stark "eingebrettert". Die dünneren Bretter sind deutlich stärker verwittert als die dickeren Wände am Kuhstall. Keine Ahnung, warum. (da drin ist es viel luftiger)

Viel Gelaber...
Fazit: Ich denke, bzgl. Taupunkt und Witterungsbeständigkeit musst Du Dir beim Vollholz-Koffer keine Gedanken machen.
Und vermutlich kann man mit den falschen Anstrichen mehr Schaden anrichten, als man meint. Unbehandeltes Holz hält auch lange und man geht keine Risiken mit irgendwelchen Taupunktgeschichten ein......

Gruß Martin

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#48 Beitrag von magmog » 2020-02-12 5:40:45

Guuden,

als innere Beschichtung ist mein Ding Öl und Hartölwachs.

Gut Holz! Justus.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#49 Beitrag von bikemaniac » 2020-02-14 9:16:43

Wenn man die Eckverbindungen so gestaltet (Wasserfest verleimt):

Bild

dürfte man dann nicht das Längsreissen des Holzes verhindern?

Lucas

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#50 Beitrag von Jac0b » 2020-02-14 11:18:56

Ich glaube nicht dass so Längsrisse verhindert werden.

Mich treibt auch noch eine weitere Frage um:
Wenn die Eckverbindungen zum abdecken der Hirnholzflächen und zum Stoßschutz mit einem winkelprofil überklebt werden (so wie überall) und das Holz mit einem nicht-sperrenden Holzschutz behandelt ist, kann sich dann unter dem Kantenschutz Staunässe bilden und es zu Gammel kommen? Denn das Holz kann ja etwas Wasser aufnehmen, es wird dann auch unter den Kantenschutz ziehen. Kommt es da wieder heraus?

Nachdenkliche Grüße, Jacob

Liebe Grüße, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#51 Beitrag von micha der kontrabass » 2020-02-14 11:41:16

Ja und nein,

Ja, es wird sich Gammel bilden, und nein, die Nässe kommt da nicht (schnell genug) wieder raus.
Schon wegen Murphy.

Das muß konstruktiv gelöst werden (z.B. auf Gehrung mit Fischli oder Feder) oder sehr gut versiegelt. Aber auch da gilt Murphy.

Viel Spass beim weiterplanen.

Gruß
Micha d.k.
mit dem am nördlichsten stationierten Magirus Mercur!

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Leopold Stokowski

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#52 Beitrag von Jac0b » 2020-02-14 11:58:32

micha der kontrabass hat geschrieben:
2020-02-14 11:41:16
Ja und nein,

Ja, es wird sich Gammel bilden, und nein, die Nässe kommt da nicht (schnell genug) wieder raus.
Schon wegen Murphy.

Das muß konstruktiv gelöst werden (z.B. auf Gehrung mit Fischli oder Feder) oder sehr gut versiegelt. Aber auch da gilt Murphy.

Viel Spass beim weiterplanen.


Gruß
Micha d.k.
Mensch, wieder mal Murphy der alte Spaßverderber. Ja, an Gehrung habe ich auch gedacht, dann ist kein Hirnholz offen. Aber die Stoßfuge ist trotzdem ein Quell der Sorgen. Die Kantenschütze möglichst schmal halten wird helfen, evtl nur 30x30mm.

Ich habe mal angefangen Interessehalber bei den Plattenherstellern anzufragen. Von 2 habe ich bisher Antwort, die machen die 50mm und stärkeren Platten nicht in A/B Qualität, sondern nur B/C und schlechter. Das taugt mir nicht, zu viele Fehlerquellen. Mal gucken was die anderen sagen, eine Sonderanfertigung würde zu teuer werden (für meinen Geldbeutel).

Ich bleib dran,

Liebe Grüße, Jacob

Edit:
Bei Bischoff und Schaeffer sind in B/C Qualität maximal 42mm erhältlich. Alles dickere hat weniger Ansprüche. Der Preis für 42mm Fichte beläuft sich auf 25 Euro pro m2, zzgl Steuer. Zumindest der Preis ist interessant.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#53 Beitrag von magmog » 2020-02-14 17:51:24

Guuden,

den Kantholzkabinenbauer schlage ich mal vor, sich am Schweitzer Chaletbau zu orientieren.
Die machen das seit vielen hundert Jahren.

https://www.google.de/search?q=chalet+e ... 12&bih=479


Die B/C Platten haben viele Händler in 19mm vorrätig, kann man sich anschauen. Häufig sehen die besser aus als gedacht.

Qualität B:
https://www.google.de/search?q=fichte+q ... 9&biw=1012

Qualität C:

https://www.google.de/search?q=fichte+q ... 9&biw=1012

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#54 Beitrag von Jac0b » 2020-02-14 18:10:53

Ja, man kann ich gute B/C Platten bekommen, aber auf spezielle Nachfrage zu den in meinem letzten Post genannten Platten schrieb mir der Kundenbetreuer:
...
"die Platten die wir anbieten können sind zwar Wasserfest verleimt, dürfen allerdings nur im geschützten Außenbereich verwendet werden. Also nicht frei ausgesetzt."
...

heißt also es wäre ein konstruktiver Holzschutz von nöten der an nem Wohnkoffer nicht zu realisieren ist. Aber andere Anbieter haben evtl auch A/A oder A/B Quali in der gewünschten stärke.

Zu der Blockbohlenbauweise hab ich eben sorgen dass Wasser an den Blockbohlen-Stößen bei regnerischen Fahrt reingetrieben wird, das nicht genug abtrocknen kann.Und wenn nicht verleimt, sondern nur über Gewindestangen zusammengehalten, braucht es links und rechts von jedem Wanddurchbruch eine solche. Auch nicht wirklich praktikabel.

liebe Grüße, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#55 Beitrag von magmog » 2020-02-14 20:39:43

mit einer geeigneten Lasur, die in Schuss gehalten wird, hat man einen geschützten Außenbereich.
Bei langer Standzeit wäre es trotzdem bei allen Holzaufbauten sinnvoll, für eine gute Wasserableitung provisorische
Regenrinnen vorzusehen.
Besonders auf einen guten konstruktiven Schutz der unteren Kanten ist zu achten, z.B. durch
Anarbeiten einer Tropfkante (Untere Kante auf ca. 15-20° nach hinten abschrägen).

Selbst eine frei ausgesetzte rohe 3-Platte, die ich mehrere Jahre getestet habe, war zwar grau schwarz,
hat aber gehalten bis sie sich an den Kanten aufzulösen begann.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#56 Beitrag von bikemaniac » 2020-02-14 21:51:27

Ein Tiny house auf Rädern:

https://www.youtube.com/watch?v=BJDYlJaMuv0

Lucas

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#57 Beitrag von Schnecke » 2020-02-14 23:47:58

Eckverbindung würde ich halbverdeckt ausführen. Die verdeckte Seite vorne nach vorne und hinten an den Seiten. Dann eine Flachleiste mit Dichtband über die offene Seite setzen und anschrauben. Ab und zu mal drunter schauen. Ansonsten hilft eine gute Ölung, die im Turnus mal aufgefrischt wird. Gleiches gilt auch für 3-S-Platten. Solange an dem Koffer das Holz nicht in stehendem Wasser ist passiert da nix.

Wie sonst sollen die ältesten Zirkuswagen 100 Jahre alt geworden sein?

Ciao Ralf

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#58 Beitrag von Ulf H » 2020-02-15 0:13:13

... mal beim Dold in Buchenbach nachgefragt, der produziert seine 3 - S Platten im Baltikum ...

... spontane Idee: Eckverbindung mit hinterlüfteter Verblechung schützen ... ein passendes Alublech sollte auf der Abkantbank herstellbar sein ... Flansch zum Anschrauben auf Wand 1, 90 Grad links um 30 mm von der Wand weg, 90 Grad rechts also wieder parallel zu Wand 1, 90 Grad rechts also die eigentliche Ecke parallel zu Wand 2, 90 Grad rechts und 30 mm auf Wand 2 zu, 90 Grad links anliegend Flansch an Wand 2 ... gibt halt vor allem an den Kofferecken ne nette Klempnerei, sollte aber meiner Meinung nach eine Stufenecke aus 3 S Platten zuverlässig schützen ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#59 Beitrag von magmog » 2020-02-15 6:37:11

Guuden,

bei einer ordentlichen Lasierung außen, die in Schuss gehalten wird,
müssen die Ecken nicht extra geschützt werden,
außer man hält es der Stabilität zu liebe für notwendig.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#60 Beitrag von bikemaniac » 2020-02-15 8:49:14

Ich habe nicht viel Erfahrung, aber wenn man ein Tiroler Holzhaus nach diesem Prinzip baut:

https://www.google.com/search?q=tiroler ... 7&biw=1680

Bildet das Holz dann auch Risse wo das Wasser reinkommt? Liegt das Holz mit den Nuten nicht einfach aufeinander ohne Leim und/oder Dichtung?

Lucas

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