Ich melde mich ab

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Mario
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Ich melde mich ab

#1 Beitrag von Mario » 2008-04-25 17:38:14

Hallo Forumsgemeinde,
hiermit melde ich mich ab und gehe morgen in den lang ersehnten Urlaub. Der Scania is t nun endlich verkauft. Schade, war eigentlich ein geiles Auto zum Spass haben. Doch jetzt ist der neue endlich da. Mit 4-wöchiger Verspätung ausgeliefert. Anschließend ca. 3 Wochen umgebaut. Alle Bremskessel und die Bremsleitungen wurden geschützt zwischen den Rahmen verlegt. 400 L Zusatztank und eine LKW PÖL Anlage. Damit habe ich eine Tankkapatzität von 1.800 L. Das müsste fürs erste reichen. Die Batterien wurden in die Fahrerkabine verlegt. Der Scania Koffer wurde von außen mit Alu Riffelblech verkleidet und auf den neuen Axor verpflanzt. Der AdBlue Tank, die Achsentlüftung und einige andere Aggregate wurden ebenfalls versetzt und hoch gelegt. Zusätzlich erhielt der neue noch 2 wasserdichte Staukästen.

Urlaubsziel ist das Nordkapp. Anreise übers Baltikum, dann Finland, Nordkapp und zurück über Schweden und Norwegen. Geplante Reisedauer ca. 4 Wochen, Fahrstrecke ca. 10.000 km. Noch einmal schlafen, dann geht es los.

Liebe Grüße
Mario
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Filly
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#2 Beitrag von Filly » 2008-04-25 17:59:57

Den Scania werd ich wohl früher oder später an der Böblinger Halle zu Gesicht bekommen...

Bin auf bei deinen Erfahrungsbericht gespannt, wie es mit einem absoluten Neufahrzeug so ist. Zuverlässigkeit, Verbrauch etc.
Bei 10.000 km in 4 Wochen sprich 360 km am Tag: Wann machst du Urlaub? Das sind 6h Fahren am Tag mit 60er Schnitt (den muß man erst mal hinkriegen)! :eek:

Dennoch viel Spaß unterwegs und komm gesund wieder!


Gruß
Christoph

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Bahnhofs-Emma
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#3 Beitrag von Bahnhofs-Emma » 2008-04-25 18:31:03

Hallo,

schönen Urlaub, viel Spaß und allzeit eine Handbreit Luft ums Blech!

Grüße

Marcus
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee.
Unser GAZ - http://gaz66blog.wordpress.com
Baltikums-Tour: http://www.gaz66.de/Baltikum-2017.html

Senior member of Darwin-Support-Team.

Time is nature's way of keeping everything from happening at once.
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(John Archibald Wheeler)

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HildeEVO
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#4 Beitrag von HildeEVO » 2008-04-25 19:51:00

Hi Mario,

viel Spaß und gute Reise.

Greetz Chris
Die echten Abenteuer sind nicht im Kopf, sie sind da draußen!

Ve-ge'ta-ri-er <[ve-] m.; s-, -> Bed. i.d. Sprache der Indianer, schlechter Jäger

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Krusty
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#5 Beitrag von Krusty » 2008-04-25 20:03:28

Wünsche dir/euch alles gute und eine tolle Reise :)

Schöner Laster

:rock: :unwuerdig:

markus
es ruhet hier in diesem Grab, ein ganz erbärmlich feiger Staat

nordlicht
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#6 Beitrag von nordlicht » 2008-04-25 21:40:06

Hi Mario,

sieht ja chic aus. Viel Spass damit , und gute Reise.

Burkhard

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Joe
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#7 Beitrag von Joe » 2008-04-25 22:06:58

Hi Mario,

tolles Auto, WOW zu 1.800 Litern und auch den anderen kurz beschriebenen Details! Und vor allem viel Spass bei der Toru, komm heil mit vielen Fotos wieder, interessiert bestimmt nicht nur mich!
Mit lieben Grüßen von der Nahe
Joe

Die "private" Seite ist unter www.gertenbach.mobi zu finden.

Veho Ergo Sum // Feinstaub ist doch Kinderkram - Grobstaub!!

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wolferl69
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#8 Beitrag von wolferl69 » 2008-04-26 10:17:14

hallo mario!

sehr schönes auto, freue mich für dich. gute reise und das alles heil bleibt!!

gruß wolfi
Dort wo kein Weg ist, da machen wir uns einen.

http://www.gritschontour.com

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KapitaenKuhnke
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#9 Beitrag von KapitaenKuhnke » 2008-04-26 10:21:53

Nordkap....träum.....

Na dann gut Fahrt und alles Gute!

Und hoffentlich passiert dem Auto unterwegs nichts....der sieht nämlich so aus als würde er mehr kosten als ein Einfamilienhaus in der Eifel :blush:

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cookie
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#10 Beitrag von cookie » 2008-04-29 15:25:22

Ja, viel Spass bei der Tour.

Ich hoffe er weiss wirklich was er da vorhat. So ziemlich genau die gleiche Idee hatte ich für unseren Urlaub in 2007. Nach ein wenig Karte gucken und rechnen kamen wir aber zum Endschluss, dass der absolute Fahr-Wahnsinn ist.
Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass er es schafft - wenn doch, dann ist er nach seinem Urlaub reif für den Urlaub. ;)

Grüße!
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... igrendwo zwischen Alaska und Feuerland

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Lassie
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#11 Beitrag von Lassie » 2008-04-29 15:57:20

Hallo zusammen,

na, jetzt muss ich mich auch mal outen: das Nordkapp ist auch unser Ziel in diesem Sommer. Allerdings lassen wir uns 5 Wochen Zeit. Mit dabei sind meine Eltern in einer Tupperschüssel (sonst würde ich mir das vermutlich nicht antun). Da ich vor 18 Jahren mit dem Moped mal am Nordkapp war, weiss ich ungefähr, was auf mich zukommt. Wenn noch jemand interessante Waypoints und Ausflugsziele links und rechts von der E6 hat - nur her damit.

Viele Grüsse und gute Fahrt an alle Nordlandfahrer - und Wüsten-, Spanien-, Frankreich- und sonstwohin-Fahrer :cool:

Jürgen
... was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest ?

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
Erasmus von Rotterdam

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Ulf H
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#12 Beitrag von Ulf H » 2008-04-29 16:54:22

RV 17 die Küstenstrasse, braucht viel Zeit, bietet aber Norwegen pur.

Gruß Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

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Unimogler
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#13 Beitrag von Unimogler » 2008-04-29 17:28:32

Gute Reise und viel Spaß mit dem Neuen... :D
Das Reh springt hoch, das Reh springt weit,warum denn nicht, es hat doch Zeit!!!

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gunther
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#14 Beitrag von gunther » 2008-04-29 17:39:59

Träum, Träum.....

1984 war ich mit nem 50PS VW Bus Diesel 4,5 Wochen 11000km zum Nordkapp und zurück unterwegs.

Es ist super und nur zu empfehlen.

Der Bus lief die Kassler Berge nur 40km hoch, aber insgesamt war es stressfrei die 11000KM zu fahren.

Allerdings war ich erst 26 und Kinder waren nicht mit dabei.

Man fährt tags wie nachts (ach,,,, nachts gibt es im Sommer ja gar nicht) und sieht zwischen 22 und 6 Uhr die Menschen genauso mauern, auf dem Acker arbeiten oder das Haus renovieren wie in den anderen Zeiten. Ich will sagen, dass man sehr viel mehr vom Tag hat .

Naja, eine Woche an einem schönen Platz stehen bleiben fällt aber aus. Es geht spätestens alle 2-3 Tage weiter sonnst schafft man das nicht.

Gruss gunther
Man sollte eigentlich im Leben niemals die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist groß genug
(Bertrand Russell)

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Ulf H
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#15 Beitrag von Ulf H » 2008-04-29 23:52:38

Nordkapp (ich war noch nie dort, hab lieber kurz zuvor abgedreht un meine ganz persönliches "nördlichstes" genossen) in 4 Wochen ist ambitioniert, aber machbar. Und mit so einem Neuwagen sollte einem ja keine Panne passieren.

Gruß Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

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Fabian192
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#16 Beitrag von Fabian192 » 2008-04-30 9:35:04

Moin,
echt geiles und sehr schickes Auto.
Nur wie man auf die Idee kommen kann, entsprechend massive Summen für ein Fahrzeug auszugeben um dann ein paar Cent vermeintlich durch PÖL-Fahren sparen zu wollen und einen Ultra-Hightech-Adblue-Motor damit zu versauen ist mir ein absolutes Rätsel. Das tut mir in der Seele weh. :huh:

Trotzdem wünsche ich natürlich ne gute Reise,
Fabian

PS: War 2000 mit nem VW-Bus vier Wochen auf dem Weg zum Nordkap, hab mir dann aber (auch auf Empfehlung einiger mir Entgegenkommenden) lieber Trondheim als nördlichsten Punkt ausgesucht und dafür mehr Zeit in Westnorwegen gehabt.

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Mario
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Reisebericht Erster Teil

#17 Beitrag von Mario » 2008-05-14 21:26:49

Hallo Leute,

wir sitzen hier auf einem Campingplatz mit WLAN in Schweden. Dies nutze ich, um Euch schon einmal die ersten Fotos und einen kleinen Reisebericht zu übermitteln.

Fotos: http://picasaweb.google.de/bulldog1113/ ... e4_GrNHMB0

Bericht:

Reisebericht
oder
eine Testfahrt zum Nordkap
oder
„Der Weg ist das Ziel“


Testfahrzeug Mercedes Axor 1833 4x4
Geplante Strecke über Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland und Norwegen
Vorrausichtliche Dauer 4 Wochen
Entfernung ca. 10.000 km


26.04.
Am Samstag den 26.04.08 um ca. 15:00 Uhr bei strahlendem Wetter ging es nun wirklich los. Nachdem der Grammer Sitz den Körpermaßen und dem Gewicht angepasst war, verging die Zeit wie im Pfluge. Eh ich mich versah, war ich auch schon in Polen. Wenig Verkehr, beste Laune und ein Traumwetter, schön sonnig, ohne dabei übermäßig warm zu sein. Der Motor brummte dezent und zufrieden vor sich hin. Es ist dieser Klang eines Dieselmotors, den man gerne hört. Ein Klang der Zufriedenheit und Sicherheit ausstrahlt. Ein Geräusch aus dem Hintergrund. Dazu das monotone Summen der grobstolligen Michelins XZL. Kann ich nicht genauer beschreiben. Ein sattes unaufdringliches Geräusch. Vielfahrer und Trucker wissen, was ich meine.

Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 25 L pro 100 km. Ohne Rückenprobleme ging es bis zum ersten Stopp nach 649 km Fahrstrecke in Polen bei Posen (Poznan). Hier auf einem Rastplatz die erste Übernachtung.

27.04.
Am nächsten Morgen wurde Posen erkundigt. Das Auto stellte ich auf einen bewachten Parkplatz in der Innenstadt ab. Zu Fuß die kulturhistorischen Denkmäler besichtigt und fotografiert, welche ich noch zu Fuß erreichen konnte. Wer mich kennt, weiß, dass Spaziergänge nicht meine Erfindung sind. Als nächste Besichtigung standen die berühmten Kornspeicher von Grudziadz auf dem Programm. Diese Kornspeicher waren früher auf als Festungsanlage konzipiert. Die riesige Anlage lag direkt an der Weichsel. Hier fand ich auch einen schönen Stellplatz am Weichselstrand. Wie angenehm, dass der Axor über Allrad verfügt.

Am gleichen Tag ging es nach einem Mittagsschläfchen weiter nach Masuren. Hier in der Nacht angekommen, musste zur Übernachtung die Raststätte in Mrogowo herhalten. Mit jedem gefahrenem Kilometer verfiel der Straßenzustand von schlecht auf sehr schlecht, bis hin zu unmöglich. Der bis dahin recht bequeme Grammer Sitz war überfordert mit meinem Körpergewicht von 145 kg. Jede Bodenwelle ließ den Sitz bis auf den Boden durchrauschen. Was jedes Mal mit einem schmerzhaftem Stoß in die Wirbelsäule quittiert wurde. Auf Bundesdeutschen Autobahnen war alles in Ordnung. Doch diese Strassen waren ein Zumutung für Mensch und Material. Wie soll das bloß in Afrika mal aussehen? Gleich bei der ersten Werksatt in Polen ließ ich alles überstehende abflexen. Fürs erste war Abhilfe geschaffen, doch auch weiterhin bei starken Verschränkungen waren unangenehme Geräusche zu hören. Den Reifendruck reduzierte ich auf von 5 auf 4 Bar. Ebenso die viel zu leicht gefederte Fahrerkabine kam so heftig in wanken, dass die 14er Reifen Kontakt zu der Verkleidung der Radkästen hatte. Die großen Reifen waren ab Werk montiert gewesen, hatten aber nicht ausreichend Platz in den Radkästen beim Einfedern. Insbesondere beim starken Lenkeinschlag in der Verschränkung ließen hässliche Geräusche mich erschaudern.

Abgesehen von dieser ungenügenden Fahrwerksabstimmung es ein traumhaftes Fahren mit diesem tollen Auto. Besonders begeistert mich die Leichtigkeit mit welcher das Fahrzeug zu Fahren und zu Rangieren ist. Ebenso die Geräuschkulisse ist beeindruckend. Man kann entspannt über die Freisprecheinrichtung telefonieren, ohne die Stimme anzuheben.

Ich möchte aber auch nicht einsehen, dass dieser 4x4 Axor mit diesen schlechten Verhältnissen im Osten Europas nicht zu recht kam. Irgend etwas ist nicht richtig eingestellt. Zuviel Luft auf den Reifen. Eine technische Überladung kam nicht in Frage. Zuhause muss in dieser Sache noch grundlegendes geändert werden.

28.04.
Am nächsten Morgen weiter Richtung Masurische Seenplatte. Diese Gegend erinnert mich sehr an die Ostholsteinische Schweiz. Im Ort Mikoslijka, eine Touristenhochburg die obligatorischen Fotos und dann schnell weg von hier Richtung Litauen. Grenzübertritt um 16:00 Uhr bei KM 2.665. Auch hier dank des Schengener Abkommens keine Kontrollen. Mit dem Axor in die PKW Spur und durch.

Um ca. 19:00 Uhr Ankunft in Vilnius. Hier sollte laut ADAC Camping Führer direkt am Messegelände ein Campingplatz sein. Doch dieser eröffnet die Saison erst ab dem 01. Juni. So suchte ich mir einen schönen Platz auf diesem leeren Platz. Ging früh schlafen, um dann am nächsten Morgen mit dem Quad die Stadt zu erkunden.

29.04.
Bis auf die Altstadt für mich nichts sehenswertes. Vilnius ist eine dieser zu schnell gewachsenen Großstädte. Der Verkehr kollabiere, die Autofahrer nervös und aggressiv. Gut, dass ich mit dem wendigen Quad unterwegs war.

Am gleichen Nachmittag ging es dann Richtung Siauliai. Hier sollte ein Campingplatz sein, den ich dann auch mit Hilfe meines Garmin gut fand. Auch dieser Campingplatz stand mir alleine zur Verfügung. Noch zu früh für die Campingsaison. Die Betreiberin sprach ein wenig Englisch. Die Sanitäranlagen waren einfach, dafür aber beispiellos sauber.

30.04.
Gut geduscht und lecker gefrühstückt zum nah gelegenen Berg der Kreuze. Hier hinterlasen Pilger an diesem heiligem Berg tausende von Kreuzen.

Grenzübertritt nach Lettland um 12:00 Uhr bei Km 3.115. Auch hier keine Kontrollen. In Riga angekommen hatte ich die Wahnsinnige Idee, mit dem Axor bis in die Altstadt vorzudringen. Doch es blieb bei einem Versuch. Auch ein ignorantes Übersehen sämtlicher LKW Verbotsschilder, ließen mich an einem Labyrinth von Einbahnstrassen scheitern. Ständig fühlte ich mich ertappt, wenn ich wieder und wieder mit meinem nicht zu übersehenden Axor an Polizei Kontrollen vorbei fuhr. Doch die Ordnungshüter nahmen keine Notiz von mir. Lediglich ein Polizist vor einem Regierungsgebäude stellte sich mit stark geschwellter Brust mir in den Weg, als ich versuchte auf den gesperrten Platz der regierenden Obrigkeit zu fahren.

Diese Stadt war wieder nichts für mich, bzw. mein Rolling Home war zu groß. So suchte ich das Weite und fuhr nun Richtung Estland an der Lettischen Ostseeküste entlang. Hier fand ich einen abgeschiedenen Parkplatz am Ostseestrand in der Nähe vom „Livland Strand“.

Bis jetzt bin ich ca. 2.000 km gefahren. Der Axor schurrt immer noch ohne Probleme vor sich hin. Die Strassen werden zusehends besser. Mein Rücken hat sich erholt. Nach einer kurzen Fahrzeugdurchsicht und einem Liter Motoröl aufgefüllt, sitze ich nun am Ostseestrand mit einer Flasche Wein, etwas Brot und einer Dose Heringe in Tomatensoße. Lecker Abendbrot. Der Tag neigt sich zum Ende. Ich gehe gleich zu Bett. Morgen geht’s aufs Schiff von Tallin nach Helsinki.


01.05.
Am nächsten Morgen merkte ich, dass meine Fahrplan Notizen nicht mehr auffindbar waren. Der Abfahrtstermin des Fährschiffes war ungewiss. Ich glaubte, mich zu erinnern, dass ich beim letzten Mal um die Mittagszeit fuhr. Entweder komme ich jetzt zu früh an und habe massig Zeit, die ich auch gerne anders verbracht hätte, oder der Dampfer ist weg und ich muss bis zum nächsten Tag warten. Also rein ins Auto und bis Tallin durchgefahren. Da die Strassen gut waren, keine nervigen Bodenwellen, wie in den vorherigen Ländern, war das Ziel auch gegen Mittag erreicht. Die GPS Koordinaten des Hafens habe ich mir schon zu Hause ins Garmin eingegeben. Das letzte Mal war ich 2002, also vor 6 Jahren in Tallin. Auch diese Stadt wächst sehr schnell. Die Hafenanlage war nicht wieder zuerkennen. So viele Veränderungen.

Als erstes die Tankstelle am Hafen angelaufen, um meinen erschöpften Ad Blue Tank aufzufüllen. Doch auf dieser Tanke gab es nur 20 Liter von diesem Stoff. Schnell noch die beiden 10 Liter Kanister in den Extratank gekippt und dann zum Hafen.

Im Terminal angekommen ging ich zu erst zum Schalter der Linie „SeaCat Line“. Hier fragte ich höflich nach einer „One way“ Helsinki Passage mit einem großen Wohnmobil. Wie GROSS wollte die nette Dame hinter der Glasscheibe wissen. SEHR GROSS gab ich ihr zur Antwort und reichte den Fahrzeugschein hinterher und erklärte, wo die Länge mit 7.200 mm stand und die Höhe mit 3.600 mm angegeben war. Da ich ein ehrlicher Mensch bin, gab ich ihr noch zu verstehen, dass die 7.200 mm wohl nicht reichen würden, da mein Quad als Beiboot noch senkrecht am Heck hing. 8.000 mm würden wohl besser passen. Irgendwie hat sich mich aber nicht verstanden und buchte die Länge von 7.200 mm. Ich zahlte artig meine Passage von ca. 200 € und erhielt mein Ticket. Das Schiff dieser Line fuhr in 2 Std. und lag schon am Kai. Alles gut. Mit dem Fährticket geht man dann zum Check in Schalter, dort bekommt man dann eine Bord Karte. Also rollte ich mit meinem Rolling Home zum Schalterhäuschen und wollte meine Bord Karte in Empfang nehmen.

Doch der estnische „Check in Officer“ sah irgend wie humorlos aus und kam gleich mit einer geeichten Meßlatte vors Häuschen, sah an der Axor Fahrzeugtür das Emblem 1833. Das dies ein Wohnmobil mit der Zulassung „So KFZ Werkstattwagen“ war und keine 18 Tonnen wog wollte er nicht glauben. Das Quad hatte er nicht gar nicht gesehen. Also hielt er seine geeichte Meßlatte an die obere Kante des Aufbaus, und stellte fest, das dieser Truck mit 3.600 mm auch noch viel zu hoch sei. „ I will you check out“ war sein Kommentar.

Meine Antwort war ungefähr so: “Kollege, mir ist egal was Du machst. Ich habe ein Ticket mit den richtigen Maßen, habe bezahlt und will jetzt an Bord. Lange Rede, kurzer Sinn, ich durfte nicht an Bord. Bekam im Terminal mein Geld wieder. Ärgerlich schaute ich auf den Kai und was sah ich dort. Das Schiff, was mich mitnehmen sollte. Ein kleiner zierlicher Tragflügel Katamaran, der nur Pkws transportieren konnte. Da frage ich mich nur, was hat die freundliche Tante am Ticket Schalter gedacht, mit welchem Pkw ich unterwegs sei, als sie die Maße 2,50 m breit, 3,60 m hoch und 7,20 m lang in ihr Computer eingab, und dieser noch einen Preis ausgab?

Also zum nächsten Schalter. Der Viking Line. Hier habe ich der Ticket Tante gleich mein Auto gezeigt. Das gleiche Problem. Ich sollte um 17:00 Uhr wieder kommen und dann würde ein Cargo Officer meinen Camper begutachten und dann entscheiden, ob ich zum Wohnmobil Tarif mit darf. Das war mir nun doch zu blöde.

Zum 3. Schalter der Eckerö Line. Hier war eine ganz besonders nette und auch noch sehr gut aussehende Dame. Auch diese begutachtete mein Wohnmobil und erzählte, dass ihr Mann von so einem Off Road Truck träumte. Das machte mich nun doch sehr froh. Endlich ein offenes Herz für mein etwas zu groß geratenes Wohnmobil. Beim Eingeben der Fahr-zeugmaße in ihren Ticket PC, nahm dieser nicht die Länge mit 7,20 m und auch nicht die Höhe mit 3,60 m. Bei dieser Linie dürfen Wohnmobile nur bis 7,00 m lang sein und auch nicht höher als 3,50 m. Sie verwies mich dann an die Cargo Abteilung ihrer Reederei. Hier war man erfreut, da man noch reichlich Platz im Bauch eines riesigen Schiffes hatte, mich als Passagier begrüßen zu dürfen und buchte einen „Empty Cargo Truck“ mit den angegebenen Maßen und alles war in Ordnung. Nur das diese Passage auf dem gleichen Schiff im gleichen Bauch neben anderer Tupperware ca. 100 € teurer war. Dafür gab es auch eine Kabine ohne Fenster mit zu kleinen Betten. Zusätzlich erhielt ich als Cargo Trucker einen Gutschein für das Schwedische Büfett. Egal, so eine Testfahrt ist nun mal nicht billig. Oder: „Der Weg ist das Ziel“.

Am späten Nachmittag in Helsinki nach ca. 4 Std. ankommend, nahm ich gleich Fahrt auf in Richtung Norden. Nach wenigen Std. wurde auf einem Rastplatz das Bett aufgesucht.

02. Mai
Die Strecke habe ich nicht wie sonst üblich am Bottnischen Meerbusen entlang aufgesucht, nein, diesmal schlug ich die östliche Strecke, Richtung Russische Grenze auf. Anfangs waren die Straßen auch nicht schlecht. Jedoch nach einigen Kilometern wurde ich an polnische und lettische Verhältnisse erinnert. Das Wetter war sagenhaft schön. Die Sonne schien den ganzen Tag. So durchquerte ich den Süden von Finnland. Nachmittags war schon Zentral Finnland erreicht. Die Strecke führte an der E 63 in den Norden. Ich erspare mir Details von Kleinigkeiten in dieser Reisebeschreibung. Alles verlief planvoll. Der Axor fuhr ordentlich. Der Durchschnittsverbrauch pendelte sich nun bei zügiger Fahrweise, bei 26 Liter/100 km ein. Die Fahrwerksabstimmung war immer noch unbefriedigend. Sonst alles bestens. Am Camping Platz Kylmäuoma an der E63 wurde das Nachtlager aufgeschlagen. Sicherlich ist man mit dem Axor autark. Doch gelegentlich ist eine warme Dusche nicht verkehrt. So habe ich dann alle paar Tage einen Campingplatz aufgesucht. Mit dem Freien Stehen unterwegs gab es nirgends Probleme. Weder im Baltikum, noch in Skandinavien. Die Tage blieben immer länger hell. Die Sonne ging am ca. 03:00 auf.

03. Mai
Immer noch auf der E 63 fahrend passierte ich an diesem Morgen das Tour zu Lappland in der Stadt Kuusamo. Mein Ad Blue Vorrat müsste demnächst mal aufgefüllt werden. Doch bis jetzt keine Tanke gefunden, die diesen Stoff führ. Der Axor ist mit einem 35 Liter Tank dafür ausgestattet. Für Regionalen Verkehr auf unseren BAB´s mag dies reichen. Für ein Expeditionsmobil lächerlich wenig. Ich konnte den tatsächlichen Ad Blue Verbrauch noch nicht genau ausrechnen, da ich seit Abfahrt nicht gänzlich Volltanken konnte.

Die Landschaft wurde immer weißer. Die Seen waren noch mit einer dünnen Eisschicht gedeckt. In den Flüssen stauten sich die Eisschollen. Das Land war feucht und matschig vom Tauwetter. Alle Straßen aber absolut sauber, schnee- und eisfrei. Der Polarkreis wurde bei km 4.570 in der Nähe von Tonkopura auf der E 63 passiert. Die Tagestemperatur betrug 20-24° C. Richtig sommerlich. Sicherlich gibt es bessere und interessantere Strecken als diese langweilige 63. Europastrasse. Jedoch bin ich hier nicht, um Finnland zu erdecken, sonder ich bin hier auf Durchreise zum Polarkreis. Der Weg ist das Ziel.

Die lappländische Landschaft ist, wenn man nur auf der großen Durchgangsstrasse fährt, sehr monoton. Die Landschaft ist sehr schön, natürlich und doch immer wieder gleich. Gelegentlich Rentiere auf der Strasse. Bei der Stadt Lisma, nächste größere Stadt war Inari, sollte sich ein ursprüngliches Samendorf in einem Naturreservat befinden. Die Anfahrt ging über ca. 150 km Schotterpiste durchs Lappenland. Dafür benötigte ich ungefähr 3,5 Std. Durch die Schneeschmelze waren die Fahrbahnränder sehr aufgeweicht. Dadurch blieb nur noch ein ca. 3 m befahrbarer Weg übrig. Als nun doch mal nach ca. 3 Std. ein Auto von vorne kam, fuhr ich ganz rechts an den Seitenstreifen um den Entgegenkommenden durch zu lassen. Schon war es passiert beide 14er Reifen der rechten Seite waren stark eingesunken. Am Drehschalter ein Dreh und der Axor war in der Untersetzung. Alle drei Sperren waren ebenfalls mittels Drehschalter aktiviert. Im 2. Gang angefahren und es war wieder fester Boden unter den Michelins. Der Seitenstreifen war an dieser Stelle nun um einen weiteren halben Meter tiefer.

Am Abend nun angekommen. In diesem Samendorf. Ganze 9 Wohnhäuser mit den dazu gehörigen Nebengebäuden konnte ich zählen. Davon waren aber nur 2 Einheiten bewohnt. Der Rest leerstehend. Übernachtet wurde auf dem Dorfplatz am Ende der einzigen Straße. Bei den Bewohnten Häusern liefen einige Rentiere im Garten umher. Hinter den Häusern waren kleine Areale abgesteckt, in denen sich mehrere Rentiere befanden. Sonnenuntergang nach 22:00 Uhr. Dunkel wurde es in dieser Nacht nicht.

04. Mai
Gesehen von den Dorfbewohnern habe ich nur einen alten Mann auf einem Fahrrad. Sonst keine Menschenseele. Gleich nach dem Frühstück ab nach Inari. Diese nächst größere Stadt hatte alles zu bieten, was Lapplandtouristen zu sehen wünschten. Hotels, Wassertaxi, Bootsausflügel usw. das obligatorische Samenmuseum habe ich mir dann aber doch gegönnt. Sehr informativ und anschaulich. Die Aufmachung modern und multimedial. Eintritt 8,- €.

Jede Tankstelle wurde auf das Vorhandensein von dem Harnstoff Ad Blue untersucht. Doch selbst auf größeren Tankstellen kannte man diesen Stoff nicht. Mein Vorrat neigte sich dem Ende zu. Ohne dies Ad Blue würde der Motor in ein Notprogramm gehen und nur noch mit halber Leistung fahren.

Da das Nordkap, das eigentliche Ziel dieser Reise immer näher rückte, beschloss ich, den letzten Rest bis zum Nordkap Campingplatz an einem Stück abzuspulen. Nach kurzer Zeit war die norwegische Grenze auf der E73 erreicht. Gleich auf der ersten Dorftanke ein Blick in die Regale, um das nun dringend benötigte AD Blue für meinen Axor zu finden. Tatsächlich. Leider nur 2x 10 Liter. Besser wie gar nichts. Noch einen lecker Hot Dog für 8,- € erstanden und frisch gestärkt weiter Richtung Norden. Ich schaffte es tatsächlich bis zum Campingplatz.

Vorher musste ich aber noch tatsächlich 75,- € für den Nordkap Tunnel bezahlen. Wie ich beim Bezahlen erfuhr, war dieser Preis nur One Way. Also beim Verlassen der Insel noch mal das Gleiche. Auch, wenn ich nicht geizig bin, und ein Urlaub dieser Art nun mal etwas mehr Geld kostet. Das war aber sehr unangemessen. Natürlich ist der Tunnel lang, felsig und teuer. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass gerade ein blöder Tourist abgezockt wurde.


05. Mai
Am Campingplatz angekommen stellte sich doch noch diese Saukälte ein. Der Platz war erst ab dem 01. Mai wieder eröffnet. Es kamen noch zwei andere Womos der Fraktion Tupperware an. Die Sanitäranlagen waren beispiellos sauber.

Am nächsten Morgen auf zum Nordkap. In der Saison müsste man fürs Parken nochmals 200 NOK (ca. 25 €) zahlen. Zum Glück war kein Kassierer da. So fuhr ich dann direkt auf die Anlage hinter die Nordkaphalle und machte die obligatorischen Fotos von der Kugel. Im Sommer wohl nicht machbar. Die Sicht hier, wie meistens, nicht beeindruckend.

Das Nordkap selber, windig, kalt, rauh und verlassen. Die Temperatur betrug –2° C. Nur Verrückte tun sich so etwas an. Es ist nicht die Landschaft, oder anderes sehenswertes. Nur das Gefühl, an einem erreichbaren Ort zu sein, der in Europa nicht nördlicher sein kann. Sonst nichts. Dafür bin ich mit dem Axor 3.850 km gefahren. Was soll’s ? Manche Dinge muss man einmal im Leben gemacht haben. Aber nicht öfters.
Abfahrt von diesen unwirklichem Ort nach ca. 1 Std. Aufenthalt. Auf der Rückfahrt durch den Tunnel nochmals 75 € zahlen. Jetzt aber Vollgas in den Süden. Doch der ist weit. Geplant war die Strecke bis Hammerfest und dann an der norwegischen Küste zu den Lofoten. Dort noch etwas Wal Watching. Dieser Tag endete auf einem Naturparkplatz bei Alta. Diese samische Stadt liegt am Ende der Finnmark. Ab in die Heia und schlafen. Dunkel wird es hier nicht mehr.

Hier endet vorläufig mein Reisebericht fürs erste. Die anderen Tage reiche ich nach, wenn ich wieder zu hause bin. Heute ist der 19. Tag unserer Reise, wir sitzen hier auf einem Campingplatz mit W-Lan in Südschweden. Bis jetzt hat uns unser Axor bis auf ein paar kleine Unstimmigkeiten ca. 8.000 km vorrangebracht. Alles läuft bestens.

Vorläufige Zusammenfassung meines Reiseberichts

Meine Reise zum Nordkap hatte eigentlich 2 Gründe. Der eine war natürlich Urlaub, Entspannung und den Kopf frei machen. Der andere Grund war, den nagel neuen Axor 1833 einzufahren und kennen zu lernen. Seine Macken und seine Vorzüge zu erfahren. Einfach sich mit einem neuen LKW vertraut zumachen, der nun für eine lange Zeit mein Reisegefährt werden soll.

Doch nun eins nach dem Anderen. Fangen wir mit den Eindrücken des neuen Mercedes Axors an.

Den neuen Axor habe ich persönlich im Mercedes Werk in Wörth in Empfang genommen. Auf der Fahrt nach Hause konnte ich mit dem nagelneuen Mercedes Axor 1833, die ersten positiven Eindrücke gewinnen. Allerdings war das Fahrzeug nackt. Das heißt, ohne Aufbau, nur mit einem kleinen 400 Liter Tank. Lediglich den Luftdruck habe ich von 7 Bar auf 5 Bar reduziert. Die Michelin XZL in der Dimension 14:00 R 20 waren für dies leichte Fahrzeug zu hart.

Trotz des nicht eingefahrenen jungfräulichen Motors, schließlich war alles nagelneu und das Getriebe verlangte eine schonende Fahrweise, konnte man feststellen, das hier 330 Pferde am Arbeiten waren. Leicht und agil fuhr ich die ca. 800 km bis zur Heimat. Der durchschnittliche Verbrauch lag bei 21,5 Liter. Damit konnte ich mich anfreunden.

Gleich am nächsten Tag nach meiner Ankunft wurde der Axor in der Mercedes Werkstatt Süverkrup und Ahrend in Neumünster vorgeführt. Nach eingehender Betrachtung mit dem Werkstattmeister Mario Gottwald und Vortrag meiner Wünsche, wurde beschlossen, den neuen LKW am Donnerstag zu Fa. Querhammer zu bringen, da meine Änderungswünsche und geplanten Umbauten doch sehr speziell und aufwendig waren. Den Mittwoch nutzte Herr Gottwald von Mercedes, um ein anderes Radio, einen zusätzlichen Spannungswandler, ein Funkgerät, eine Garmin Navigation und einige Antennen einzubauen.

Da dieser 4x4 Axor nur einen Radstand von 3,90 m hatte und ich möglichst viel Platz vor Staukisten haben wollte, waren folgende Arbeiten beim Karosseriebauer notwendig. Alle Aggregate zwischen den Achsen mussten einen anderen Platz finden.
1.) So wurde auf der rechten Seite die AdBlue Anlage mit dem dazugehörigen 35 Liter Tank direkt auf den Rahmen dicht hinter dem Fahrerhaus platziert. Der 400 Liter fassende Alutank rutschte um ca. 1 m nach vorne. Dadurch entstand Platz für eine 90 cm breite Staukiste.
2.) Auf der linken Seite verschwanden die Bremskessel mit der Steuereinheit. Die Kessel wurden zum teil zwischen den Rahmen verlegt, zum Teil auf den Rahmen direkt hinter der Fahrerkabine. In dem neugewonnenem Platz wurde ein zusätzlicher 300 Liter Alutank und eine 60 cm breite Staukiste.
3.) Anschließend wurde der Wohnaufbau von meinem Militär Scania auf das neue Fahrgestell verpflanzt. Der originale 4 Punkt gelagerte Zwischenrahmen fand wieder Verwendung, wurde aber dem neuen Axor Rahmen geringfügig angepasst. Der Axorrahmen musste dabei um 1 Meter verlängert werden. Im Rahmen dieser Umbaumaßnahme erhielten die Seitenwände des Scaniakoffers eine Aluriffelblech Verkleidung.
4.) Der im Koffer integrierte Pflanzenöltank mit 1.150 Liter Volumen, die eingebaute Standheizung und die eigene Stromversorgung des Aufbaus wurden ebenfalls angepasst.
5.) Von der Fa. Mercedes und Ahrend erhielt mein nun fast fertiges Expeditionsmobil noch eine professionelle Pflanzenöl Anlage. Es wurden der im Koffer liegende 1.150 Liter Tank und der 300 Liter Zusatztank mit dem 400 Liter Serien Tank so geschaltet, dass man über verschiedene Magnetventile jeden Tank einzeln ansprechen kann. Somit ergibt sich ein Tankvolumen von 1.850 Liter.

Da der Mercedes auf Grund einer 4wöchigen Verspätung vom Werk in Wörth nicht rechtzeitig ausgeliefert wurde konnte und die noch erforderlichen Umbauarbeiten beim Karosseriebauer Fa. Querhammer in Gettorf auch noch ca. 2 Wochen Zeit brauchten, blieb mir keine Zeit das Fahrzeug auf seine Fahreigenschaften im Gelände, bzw. auf schlechten Wegen zu Testen.
Im Nachhinein eine schmerzhafte Fehlentscheidung. Meiner meinung hätte das fahrzeug so nicht ausgeliefert werden dürfen. Doch davon später mehr.

Nachdem alle Beteiligten ihr Bestes gegeben hatten, konnte ich am Mittwochabend nach der ersten 1.000 km Übergabeinspektion mein Baby in Empfang nehmen. Den Donnerstag nutzte ich zum Packen für die Reise. Komplette Campingausstattung mit Gaskocher, großer Gasflasche, 100 Liter Trinkwasser, Tisch und Stuhl, Grill und Grillkohle. Notstromaggregat, reichlich Werkzeug, Spaten, Säge, Axt, Seile und diverse andere nützliche und auch unnötige Dinge fanden Platz. Fotoausrüstung mit Stativen, Laptop, Kabel und reichlich Zubehör. Reiseliteratur usw. usw.

Am Freitag Morgen das Quad hinten am „Galgen“ aufhängen und zum Tanken fahren. Danach zur Raiffeisen auf die öffentliche LKW Waage und dann die Überraschung. Mein kleines Wohnmobil hatte statt der erlaubten 11.990 kg zulässiges Gesamtgewicht ganze 13.010 kg vorzuweisen. Wird schon gehen, dachte ich mir. Ist ja ursprünglich vor der Ablastung ein 18-Tonner gewesen. Am Fahrverhalten merkte ich nichts, wie auch. Die Überladung war nur auf dem Papier.

Wie ein kleiner Junge freute ich mich über das nun neue Spielzeug. Der Axor fuhr sich sehr leicht. Er war ausreichend mit seinen 330 PS motorisiert, eine anfangs sehr schwergängige 8-Gang Schaltung, die sich nach ca. 5.000 Km leichter schalten ließ. Man muss sich an ein ander gewöhnen. So auch hier. Der durchschnittliche Verbrauch hatte sich bei 25,5 Liter Pflanzenöl, bei sehr zügiger Fahrweise, laut Bordcomputer, eingependelt. Immer noch gut, dachte ich mir. Denn der Scania nahm sich bei sehr schonender Fahrt locker 30 Liter oder mehr.

Das Ärgernis fing eigentlich schon in Polen an. Das Fahrwerk war nicht in der Lage, schlechte Straßenverhältnisse mit häufigen Bodenwellen auszugleichen. Mein technisches Wissen reicht nicht aus, um hier eine passende Diagnose zu geben. Folgendes Beispiel: ein großes Schlagloch war kein Problem. Das wurde so weg gesteckt. Doch mehrere kleinere Löcher ließen das Auto so stark aufschaukeln, dass ich so manches mal mich auf der Gegenfahrbahn befand. Ebenso bei Bodenwellen. Bei einer Welle kein Problem. Doch bei mehreren fing der Wagen an zu springen. Einige Male hatte ich das Gefühl, die Vorderachse war in der Luft. Gewaltig dann das Eintauchen der Vorderachse. Da die Fahrerkabine ebenfalls zu schwach gefedert war, erhielt ich bei jedes Mal ein heftigen Schlag von unten in den Rücken, denn auch der luftgefederte Fahrersitz von Grammer, hielten nicht mein Körpergewicht von 145 kg.

Damit hier nichts falsch verstanden wird. Ich rede nur von schlechten asphaltierten Straßen in Europa. Die mit jeden anderen LKW und auch PKW gut befahren werden können. Auch rase ich nicht mit 100 km/h über die Landstrasse. Sondern moderate 50 – 60 km/h waren nur machbar gewesen. Eine Reihe von Bodenwellen in Lettland ließen mich dermaßen durchs Cockpit fliegen, dass ich schmerzhaft mit dem Kopf ans Kabinendach knallte.

Meine Vermutung: Dieser Axor eigentlich ein 18 Tonner mit entsprechenden Blattfedern vorne und hinten wurde abgelastet auf 11,99 t. Damit sind die mächtigen Blattfedern nicht im geringsten belastet. Also kein Federungskomfort über die Fahrzeugfedern. Die Stossdämpfer sind unterdimensioniert, da sie nun die Unebenheiten schlucken müssen. Dadurch dringen die Unebenheiten der Straße bis in meinen Rücken vor. Der Grammersitz ist laut Herstellerangabe nur bis 125 Kg Körpergewicht ausgelegt.

Als 2. Manko dieses sonst hervorragenden Fahrzeugs ist der Auspuff. Bestellt von mir mit hochgezogenem Endrohr, damit bei Wasserdurchfahrten der Motor frei ausblasen kann ist nun in Kniehöhe. Ist laut Mercedes mit dem langen Fahrerhaus nicht konfigurierbar. Wurde so ausgeliefert, obwohl nicht bestellt. Schade, hätte ich gerne vorher gewusst.

Manko Nr. 3: Der Ansaugstutzen des Luftfilters wurde von mir bestellt in Dachhöhe. Also in ca. 3 Meter Höhe. Aus konfigurations Gründen befindet sich der Luftfilter nun in Achsenhöhe hinter der Radnarbe, der Ansaugstutzen vorne hinter der Frontklappe in Kopfhöhe. Dieser ist aus mir unerklärlichen Gründen noch oben offen wie ein großer Trichter. Das bedeutet, das Schwallwasser welches bei tieferen Flussdurchfahrten entsteht, läuft gleich in den Luftfilter. Auch dies habe ich nicht bestellt und ist ohne Rücksprache mit mir, so ausgeliefert worden. Schade, hätte ich gerne vorher gewusst.

Manko Nr. 4 Der Ad Blue Tank mit 35 Liter viel zu klein. Hier hätte für dieses Fahrzeug ein 100 Liter Tank besser gepasst. Mein Ad Blue ging in Lappland zu ende. Eigentlich an jeder Tankstelle zu bekommen. Nicht in der Realität. Ich habe lange gesucht, und zufällig in Tallin an der großen Hafen Tankstelle 2 x 10 Liter gefunden. Mehr war hier nicht aufzutreiben. So ging die Suche weiter. Habe bis jetzt den Stoff noch gefunden. Ist aber sehr aufwendig. Andere Fernverkehrstrucks haben in der Regel eine 80 Litertank hierfür und fahren hauptsächlich auf den europäischen Highways, wo man Ad Blue aus der Zapfsäule tanken kann.

Die modernen Trucks sind so gebaut, dass wenn der Harnstoff zu ende geht, nur noch im Notbetrieb zu fahren ist. Ohne Ad Blue sind die Abgaswerte nicht Euro 5 konform. Man fährt dann wie Euro 1. Dies ist dann Steuerhinterziehung, also wir die Kiste automatisch gedrosselt. Bei der Bundeswehr fahren die gleichen Fahrzeuge unvermindert weiter. Nur eine Frage des Steuergerätes. Bei uns privaten nicht möglich, wegen der dann möglichen Steuerhinterziehung. Damit sind mehrmonatige Reisen nach Asien oder Afrika in Frage gestellt. Es sei denn, ich finde noch Platz am oder im Axor um den Vorrat für mehrere Monate zu bunkern. Habe ich nicht gewusst, habe mich aber auch nicht ausreichend informiert. Jetzt weis ich, dass bei MAN dies durch eine Abgasverbrennung geregelt wird. Die sind nicht auf zusätzliche Chemie angewiesen.

Manko Nr. 5: Bis jetzt der letzte Unzufriedenheitsfaktor. Es sind die vorderen Schmutzfänger, die in einem sehr stabilem Plastikrahmen direkt am Fahrerhaus hinter den Vorderrädern sitzen. Diese sind so dich an den Reifen, dass ein enges Kurvenfahren nicht möglich ist. Besonders schlimm, wenn im leichten Gelände die Vorderachse etwas verschränkt. Die überflüssigen Mistdinger habe ich mir in Polen gleich in der erst besten Werkstatt abflexen lassen. An richtiges Geländefahren ist aber zur Zeit immer noch nicht zu denken, da das restliche Gelumpe aus den Radkästen noch verschwinden muss. Das Fahrzeug ist mit den bestellten 14:00 R 20 Michelin XZL als Allradfahrzeug ausgeliefert worden. Da kann man (ich) doch erwarten, dass dann auch die Radkästen für diese Format passen müssten.

Ich möchte hier nicht nur meine Kritik von mir geben. Das Fahrzeug ist abgesehen von diesen Kleinigkeiten sehr gut gelungen. Es fährt sich hervorragend. Ist sehr wendig. Im Gebirge sehr durchzugsstark. Steigungen und Gefälle von 10% sind kinderleicht zu bewältigen.

Gefahrene Strecke bis heute (14.05.08) ca. 8.000 km.

Fortsetzung folgt
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#18 Beitrag von Pirx » 2008-05-15 12:54:34

Hallo Mario,

interessehalber habe ich mal einen Blick auf die lieferbaren Axor-Fahrgestelle geworfen.

1.) Dein Auto basiert auf einem Kipperfahrgestell, das serienmäßig mit folgenden Federn ausgeliefert wird:
- Vorderfeder 7,1 t hart
- Hinterfeder 13,0 t hart
- Stabilisator vorn und hinten
Vermutlich wegen dem Kippereinsatz wird hier das 18-t-Fahrgestell mit der härtesten verfügbaren Federkennlinie ausgestattet. Eine Ablastung ab Werk auf 12 t ist nicht lieferbar, da sie normalerweise keinen Sinn macht. Und offensichtlich hat auch der Aufbauhersteller die Federn bei der Ablastung nicht verändert (was meines Wissens gesetzlich gar nicht zulässig ist: Ablastung >20% zGG nur mit technischen Änderungen, sprich weicheren Federn).

Daß der Axor nun über schlechte Straßen springt, wundert mich nicht.

2.) Die Bereifung 14,00R20 ist für den Axor soweit ich das herausbekommen habe, nicht lieferbar bzw. nicht vorgesehen. Ich weiß, daß das Bundeswehrmodell 1829 (kurzes Fahrerhaus!) mit diesen Reifen ausgestattet ist, aber in den normalen Aufpreislisten taucht diese Bereifung nicht auf. Das könnte die Probleme mit der Freigängigkeit beim langen Fahrerhaus erklären.

Auf jeden Fall wurdest Du von Deinem Verkäufer sehr schlecht beraten. Zumindest die Information, welche Zusatzausstattungen möglich sind und welche nicht, werden ihm spätestens nach Auftragseingang im Werk Wörth und der anschließenden Baubarkeitsprüfung mitgeteilt.

Pirx
Zuletzt geändert von Pirx am 2008-05-15 12:55:37, insgesamt 1-mal geändert.
Der mit der Zweigangachse: 15 Vorwärtsgänge, 3 Rückwärtsgänge, Split, Schnellgang, Differentialsperre
---
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#19 Beitrag von Mario » 2008-05-15 21:13:07

Hallo Pirx,
mein Axor hat vorne und hinten 9 t Achsen mit Blattferdern und Stabis. Die Reifen 14:00 R 20 sind ab Werk montiert gewesen. Bestellt hatte ich aber 16:00 R 20. Das ging laut Mercedes nicht. Nur 14:00er waren zu bestellen. Sind auch eingetragen.

Der Aufbauhersteller (Karosseriebauer) hat nur den fertigen Wohnaufbau mit der 4 Punktlagerung vom Scania übernommen und auf den Axorrahmen montiert.

Die Ablastung ist lediglich beim TÜV passiert. Ohne Beanstandung von 18 T runter auf 11,99 T.

Gruss
Mario
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#20 Beitrag von makabrios » 2008-05-16 0:40:18

Hallo Mario,
danke für deinen ausführlichen Bericht.

Zu Manko Nr. 3 Luftfilter: Ähnliches Problem besteht bei MAN. Anscheinend haben bei der geländegerechten Auslegung der Autos immer mehr die Erbsenzähler das Sagen. Für die ist Gelände wohl bereits eine nicht asphaltierte Hofeinfahrt :dry:
Ähnliches gilt für den Puff. Allgemein scheint die Meinung vorzuherrschen, daß dieser wohl unbedenklich unter der Wasseroberfläche blubbern kann. Ich mag auch nicht nur deswegen mit halbem Gas ins Wasser fahren, damit das Endrohr mit genügend Gegendruck beaufschlagt ist.

Zu Manko Nr.4 Blauzusatz: Hier ist schon mal die Frage aufgetaucht: "was passiert, wenn nur Wasser in den entsprechenden Tank geschüttet wird?" Oder: Läßt sich dieses Notprogramm irgendwie überlisten? Scheint ja nicht der Brüller zu sein aus dem Outback mit halber Kraft die ungeliebte "Zivilisation" ansteuern zu müssen. :dry:
Läßt sich da vielleicht eine Sicherung ziehen? :angel:

Hast du digitalen Tachgraph drin? Wie hast du Fahrer- und Unternehmerkarte für Womo gekriegt?

Gruß
MAK

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#21 Beitrag von lura » 2008-05-18 10:10:58

Hallo Mario,

Schöner Bericht, interessant, was so an Problemen auftritt. Vielleicht solltest Du bei MB mal als "Versuchsfahrer" deine Erfahrungen anbieten.
Ist vielleicht kein schlechtes Geschäftsfeld Weltreisetaugliche Fahrgestelle anzubieten. Oder du baust die dann selber um, als Nebenberuf :D

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Er-Fahrungen

#22 Beitrag von guenni » 2008-05-18 12:39:38

Na lieber Mario, das nenn ich mal nen schönen, weil klaren und offenen Bericht. Danke.
Ich hab mich 2006 ins Abenteuer LKW gestürzt, und hab bei MAN in Sachen Beratung ähnliche Erfahrungen, nämlich mangelhafte, gemacht. Das war nicht so einfach herauszufinden, welche der 165 (!) Positionen in der Bestellung denn nun wie zu entscheiden war. Erst dadurch, dass ich mit Michael Bocklet (dem ausgesuchten Kofferbauer) und vielen anderen parallel gesprochen habe, konnte ich etliche Stolperfallen umgehen. Das hat allerdings auch dazugeführt, dass ich immer noch keine sinnige Lösung für die Luftansaugung und Auspuff habe (MAN hätte ebenso wie MB nur Blödsinn geliefert), dass die Ablastung (von 10,8t auf 7,5t) nur ein Eintrag beim TÜV waren, und das meine Bereifung auch nicht der letzte Hit ist (Conti HTC als Kompromiss zwischen Heulgesang und Wühlvermögen).
Zum Glück konnte ich noch einer der letzten Euro3 erwischen, ohne CanBus und komplizierter Abgasregelung.
Aktuell bin ich genauso wie du in der Testphase und es gibt noch einiges zu optimieren.

Ein Lanze kann ich an dieser Stelle aber auch mal (versuchen zu) brechen: Mein Basisfahrzeugen mit sehr viel aufpreispflichtigen Extras (Klima, langes Fahrerhaus, beste Sitze mit Heizung, Standheizung, etc.) hat nicht mehr wie ein guter Golf gekostet, 43 T€ + Steuer. Stand 2006 für MAN 10.220, Euro 3, flammneu.

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Re: Er-Fahrungen

#23 Beitrag von makabrios » 2008-05-18 14:17:43

guenni hat geschrieben: Zum Glück konnte ich noch einer der letzten Euro3 erwischen, ohne CanBus und komplizierter Abgasregelung.
Aktuell bin ich genauso wie du in der Testphase und es gibt noch einiges zu optimieren.

Ein Lanze kann ich an dieser Stelle aber auch mal (versuchen zu) brechen: Mein Basisfahrzeugen mit sehr viel aufpreispflichtigen Extras (Klima, langes Fahrerhaus, beste Sitze mit Heizung, Standheizung, etc.) hat nicht mehr wie ein guter Golf gekostet, 43 T€ + Steuer. Stand 2006 für MAN 10.220, Euro 3, flammneu.
Hallo,
da sind wir in vielem deckungsgleich. Die originale Luftansaugung halte ich auch für ein öffentliches Ärgernis. Das läßt sich aber beheben und hinter dem Fahrerhaus nach oben führen.

Nachdem dieser Fred dem AXOR gebührt will ich das auch respektieren und bei den Mods anklopfen, ob sich so ein Erfahrungsfred für einzelne Fahrzeugtypen realisieren ließe. Das würde eine gute Vergleichsmöglichkeit für zukünftige Anschaffungen, bzw. Optimierungen bieten.
Meiner Schätzung kämen da etwas mehr als 10 Freds zusammen, die typenrein recht kompakt bleiben können.

Gruß
MAK

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Re: Er-Fahrungen

#24 Beitrag von Wilmaaa » 2008-05-18 14:31:31

makabrios hat geschrieben: Nachdem dieser Fred dem AXOR gebührt will ich das auch respektieren und bei den Mods anklopfen, ob sich so ein Erfahrungsfred für einzelne Fahrzeugtypen realisieren ließe.
Was genau sollen wir dabei tun?

Gib Deinem Thema einfach einen aussagekräftigen Titel, z.B. Erfahrungsbericht MAN 12.345 xyz, und dann schreib, was Du dazu schreiben möchtest. Passt z.B. in den Dieselstammtisch, oder in Fahrerhaus & Fahrgestell... notfalls verschieben wir's an eine geeignete Stelle. ;)

Wilmaaa :cool:
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#25 Beitrag von Mario » 2008-05-19 11:34:34

Hallo Forumsgemeinde,
bin seit gestern zurück. Habe die die Tour wie geplant abgefahren. Sicherlich ist dieser Art von Reisen nicht jedermans Sache, da sehr fahrintensiv.

Trotzdem wurden von Bianca reichlich Fotos gemacht. Einzelne Regionen wurden genauer besucht, andere wurden ausgelassen. So das nordwestliche Norwegen, das auf Grund der schlechten Strassen, bzw. des nicht ausgereiften Axor Fahrwerks, weiträumig umfahren wurden.

Die tatsächliche Streckenführung hat meine Co-Pilotin Bianca täglich am Laptop ausgearbeitet. Die GPS Koordinaten habe ich dann ins Garmin übertragen.

Wir haben in dieser Zeit ungefähr 5 Campingplätze aufgesucht. Sonst immer nur frei gestanden. Keine Probleme, keine Besonderheiten, keine Ausfälle. Nur das Fahrwerk hat zeitweise massive Rückenschmerzen verursacht.

Hier ein paar Zahlen:
gefahrene Strecke auf Strasse: 8.185 km
benötigte Zeit: 23 Tage
verbrauchter Treibstoff: 2647 Liter
verbrauchtes AdBlue: 105 Liter
Durchschittsverbrauch total: 32 Liter pro 100 km
Durschnittsverbrauch lt. Axor Bordcomputer nur 26,5 L ???????
Dieselpreise (gerundet) Mai 08, brutto, in €uro:
Polen 1,35
Littauen 1,20
Lettland 1,05
Estland 1,15
Finland 1,25
Norwegen 1,55
Schweden 1,45

Hotdog Norwegen 8,00 €
Schachtel Zigaretten Schweden 9,00 €
Rentierfell Norwegen 60,00 €

Mir persönlich hat dieser Urlaub sehr gefallen, war letztendlich nur eine Testfahrt für den neuen LKW. Jede einzelne befahrene Region ist es wert, sich dort einige Tage oder Wochen auf zu halten, um Land und Leute kennen zu lernen.

Viele Grüße
Mario
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#26 Beitrag von stef@n » 2008-05-19 11:43:24

Servus Mario,
Mario hat geschrieben:Durchschittsverbrauch total: 32 Liter pro 100 km
Durschnittsverbrauch lt. Axor Bordcomputer nur 26,5 L ???????
inwiefern stimmen Gesamtstrecke auf dem Tacho und im GPS überein? Sind die 14.00er im Bordcomputer verrechnet?
Gruß

Stefan

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#27 Beitrag von Mario » 2008-05-19 13:35:48

Hallo Stefan,
die 14er sind ab Werk montiert. Der digitale Fahrzeugtacho stimmt mit der GPS Geschwindigkeit genauestens überein. Daher vermute ich, dass die großen Reifen auch im Fahrzeugcomputer erfasst sind.

Eine Gesamtstrecke lt.Garmin habe ich nicht, habe nur mit dem Fahrzeugtacho gearbeitet. Trotzdem ist die Abweichung zum realen Durchschnittsverbrauch zu hoch. Vielleicht wird hier etwas ab Werk schöngerechnet?
Gruss
Mario
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#28 Beitrag von stef@n » 2008-05-19 13:55:51

Mario hat geschrieben:Vielleicht wird hier etwas ab Werk schöngerechnet?
Glaub ich weniger, ist doch zu leicht durchschaubar, oder?
Gruß

Stefan

rocknroll
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#29 Beitrag von rocknroll » 2008-05-19 14:05:43

hi mario, dann verbraucht ja der MB sozusagen mehr als der Scania.

Mh. aber 32 l find ich schon happich, hast du ein 'Tagesfahrtenbuch?
Hat sich der Spritverbrauch verändert von Fahrtantritt zum Fahrtende, sprich nach einigen tausen km?
Rock
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#30 Beitrag von Mario » 2008-05-19 14:44:40

Hallo Rocknroll,
kein Tagesfahrtenbuch, nur Gesamt Km im Verhältnis verbrauchter Kraftstoffmenge. Wenig Gelände, viele Berge, steigungen etc. und tageweise stundenlange Vollgasfahrten. Habe nur am Tagesende den Bordcomputer gefragt, was so durchschnittlich durch die durstige Kehle geflossen ist. Da verbraucht der Scania weniger. Merkwürdig ist das schon.

Gruss
Mario

PS wann holst Du den Scania ab. Bin jetzt wieder zu Hause
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