Offroad in Island

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SvenS
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Re: Offroad in Island

#121 Beitrag von SvenS » 2016-05-06 11:41:05

Auch dass Isländer selbst beim Fahren dies nicht so genau nehmen, sondern dass man nur gegen ausländische Touristen vorzugehen scheint, ist auch nachvollziehbar.
Auch das hat sich mittlerweile geändert, es werden auch immer häufiger Isländer angeprangert und auch hier geht es manchmal ins Absurde.
Letzte Woche wurde eine isländische Firma scharf angegriffen, weil die mit ihren Landys am Strand entlang gefahren sind und im Hochland während des späten Winters durch einen Schmelzwasserfluss gefahren waren.

Der isländische Tourismusverband hat kürzlich eine Mail versendet, in der alle Tourismusfirmen aufgefordert werden ihr Werbematerial auf Fotos mit verbotenem Verhalten, wie eben Offroadfahren, zu durchsuchen und solche Fotos zu entfernen bzw. nicht zu verwenden.
Wenn´s um Island geht, einfach bei mir fragen.

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Pirx
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Re: Offroad in Island

#122 Beitrag von Pirx » 2016-05-06 11:57:08

SvenS hat geschrieben:Letzte Woche wurde eine isländische Firma scharf angegriffen, weil die mit ihren Landys am Strand entlang gefahren sind und im Hochland während des späten Winters durch einen Schmelzwasserfluss gefahren waren.
Hallo Sven!

Kannst Du das näher erläutern? Ich war noch nie in Island, habe aber aus den Island-Diskussionen der letzten Monate herausgelesen, daß das Verlassen der Hochlandpisten verboten ist.

Warum ist aber nun das durchfurten eines Flusses (ich nehme an, die Furt gehört zur Piste?) verboten?
Und warum ist das Befahren des Strandes verboten?

Beides ist mir neu.

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Re: Offroad in Island

#123 Beitrag von SvenS » 2016-05-06 14:13:31

Die sind nicht durch eine offizielle Furt gefahren sondern im Spätwinter über den Schnee im Hochland.
Dort war ein Schmelzwasserfluss entstanden und sie sind ein paar hundert Meter durch den Flussgefahren und dann wieder auf den Schnee.
Das ist übrigens das umstrittene Video: https://www.facebook.com/190664235129/v ... 654020130/
Das Fahren am Strand war und ist eigentlich üblich, dass habe ich selbst auch schon öfters gemacht. Inzwischen nimmt die ganze Diskussion aber Formen an, die etwas aus dem Ruder laufen, einige sind geradezu hysterisch.
Wenn man das Gesetz wörtlich nimmt ist das Fahren am Strand Offroadfahren. Nun sind aber zum Einen viele Strände in Privatbesitz, zum Anderen richtige ich ja keinen bleibenden Schaden an sofern ich auf dem Weg zum Strand auf vorhandenen Zuwegungen fahre.

Mal sehen ob als nächstes die Angler dran sind, viele stellen ihr Fahrzeug nämlich abseits der Straße oder Piste ab.
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Re: Offroad in Island

#124 Beitrag von MAN-45 » 2016-05-06 16:59:02

Schöne Aufnahmen. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, wie beim Durchfahren von Schmelzwasserflüssen und am Strand bleibende, zu bekämpfende Umweltschäden verursacht werden. Wenn diese Hysterie so weitergeht, werde ich vermutlich die Prioritäten unserer kommenden Reisen in bestimmte Länder und Gegenden etwas ändern...

Sven, danke für dein immer wieder geäußertes Angebot, dich zu fragen, wenn's um Island geht. Ich komme darauf zurück.

Gruß, Wolfgang

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Re: Offroad in Island

#125 Beitrag von LutzB » 2016-05-06 18:51:21

MAN-45 hat geschrieben:Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, wie beim Durchfahren von Schmelzwasserflüssen......................bleibende, zu bekämpfende Umweltschäden verursacht werden.
Es sind weniger Umweltschäden die dabei entstehen, als mehr die Schäden an den Hochlandstrecken selbst. Häufig sind die Betten der Schmelzwasserflüsse im Frühjahr die Pisten und Wege im Sommer.

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Re: Offroad in Island

#126 Beitrag von Der gesetzlose Saarländer » 2016-05-07 9:06:56

@Sven

Danke! Jetzt sollte es wirklich JEDER verstanden haben, nachdem Du das so gut und ausführlich erklärt hast! Dann bleibt nur noch zu hoffen, daß die Ranger es nicht übertreiben in der Auslegung der Gesetze so das man wenigstens dem Gegenverkehr mal ausweichen darf, wenn es an einer Stelle der schmalen Pisten nicht vermeiden lässt eine Reifenbreite außerhalb zu fahren.
Da sollte wirklich eine Sensibilisierung im Rahmen einer Schulung der Ranger durchgeführt werden, so daß wirklich nur die Fahrer bestraft werden, die mutwillig die Piste verlassen.
An der Stelle sollten die Isländer auch zuerst vor der eigenen Haustür kehren, wir konnten das 2012 in der Nähe des Hrafntinnusker selbst sehen, wie da einige in den Hängen ihre Kreise zogen.

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Re: Offroad in Island

#127 Beitrag von gunterle » 2016-05-08 14:00:13

Für mich sind all diese Regeln, sei es jetzt in Island das Offroad fahren in Island, in den Alpen das Sperren der Flüsse für die Kajakfahrer, das Sperren des Wattenmeers für die Segler, ...etc nur ein Ausweichen vor dem eigentlichen Problem, nämlich dem, dass ca. 4 -5 Milliarden Menschen mehr auf der Erde leben, als diese auf Dauer verträgt; und erschwerend kommt der Weltweite Wachstumsgedanke dazu.

Die ganzen Regeln sind nicht mal ein Tropfen auf dem heissen Stein um die Natur (und unser Überleben) auf Dauer zu schützen.

Z.B. war unser Co2 Ausstoß in der BRD (als Vorbildsland des Klimaschutzes) 2015 um lächerliche 2% geringer als 1990.

Fast sämtliche Rohstoffe gehen in absehbarer Zeit zur Neige. Viel brisanter z.B. als das Öl ist z.B. der Phosphor, der gebraucht wird um die steigende Weltbevölkerung zu ernähren. Gegen die Folgen davon werden die Flüchtlingsströme etc. und das Leiden jetzt, nur Kinderkram sein.

Wenn man die Umweltzerstörung auf die wesentlichen Faktoren reduziert, dann bleibt zu 99% die steigende Weltbevölkerung übrig.
Alles andere ist m.E. Augenwischerei, weil ein Begrenzen der steigenden Weltbevölkerung und eine Abkehr vom dem Prinzip des ständigen Wachstums zu einem Prinzip der Stabilität, halt die Folge hätte, dass die Menschheit sich vielen Themen stellen müsste, die man nicht so gerne betrachtet.
Ich bin nicht da,
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Re: Offroad in Island

#128 Beitrag von MAN-45 » 2016-05-08 18:42:03

gunterle hat geschrieben:Für mich sind all diese Regeln .... nur ein Ausweichen vor dem eigentlichen Problem, nämlich dem, dass ca. 4 -5 Milliarden Menschen mehr auf der Erde leben, als diese auf Dauer verträgt
Ich weiß nicht, was dieser Punkt mit den Problemen in Island zu tun hat, einem Land, das etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands hat, aber nur etwa ein Viertel der Bewohner Münchens. Dass die Isländer ihre Natur per Gesetz schützen wollen, ist eigentlich auch noch verständlich, und das bestreitet hier wohl auch niemand.

Als unsinnig wird dagegen die völlig überzogene, teilweise absurde Durchführung dieser Bestimmungen in der Praxis empfunden. Bei diesen scheint es nicht (nur) um das Verbot zu gehen, dass jemand wie ein Irrer über die Pampa fährt und dabei Spuren für die nächsten Jahrzehnte hinterläßt, sondern dass das Abweichen von manchmal zufällig geführten Straßen, offiziellen Tracks etc. um nur eine Reifenbreite oder ein normales Ausweichen auf einbahnigen Straßen zu empfindlichen Geldstrafen führt. Das verärgert und lenkt den Blick von der eigentlich ohnehin akzeptierten Absicht dieses Offroad - Fahrverbots völlig ab. Und das ist schade... und unnötig.

Gruß, Wolfgang

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Re: Offroad in Island

#129 Beitrag von Uwe » 2016-05-08 19:50:23

Hallo Wolfgang,

das ist m.E. einfach die Frage der Abgrenzung. Teilweise hat ein 'ich fahr mal kurz neben der Piste' dazu geführt, dass der Single-Track auf mehr als 100m verbreitert wurde. Welcher Grund mag legitim sein: Das Schneefeld, für das ich schaufeln, blechen oder Luft ablassen müsste? Die Schlaglöcher auf der Piste, wo es auf dem unberührten Lavasand nebenan viel kommoder voran gehen würde? Solange nicht davon auszugehen ist, dass jeder Fahrer sich mehr um die Natur als um seine eigenen Interessen kümmert, werden die Regeln halt streng verfasst.

Grüße
Uwe
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Re: Offroad in Island

#130 Beitrag von seppr » 2016-05-09 20:37:19

Der Beitrag von Gunterle 3 Posts höher passt natürlich nicht hier her, das weiß er sicher auch.

Aber er hat natürlich recht und mir geht es oft genau so: Da reden alle über die verschiedensten Details des ganzen Problems und vermeiden es, die zugrunde liegende Ursache, die massive Überbevölkerung der Erde anzusprechen. Dagegen kann man halt schwer etwas wirksames unternehmen. Wer will schon Hungersnöte, Seuchen, Kriege oder andere Katastrophen?

Doch zurück nach Island. Und zur zunehmenden Bevölkerung des Hochlandes mit Touristen.

Sepp

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Re: Offroad in Island

#131 Beitrag von Kilian » 2016-05-10 7:46:36

seppr hat geschrieben:die massive Überbevölkerung der Erde anzusprechen. Dagegen kann man halt schwer etwas wirksames unternehmen. Wer will schon Hungersnöte, Seuchen, Kriege oder andere Katastrophen?
Brauchst Du nicht, die kommen von ganz alleine. Sicher. :ninja:
Freundliche Grüße
Kilian

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Re: Offroad in Island

#132 Beitrag von Tomduly » 2016-05-10 9:57:46

Moin,

auch wenns nun endgültig offtopic wird: Stichwort "massive Überbevölkerung" - nun ja. Für mich hat der Begriff schon was tendenzielles, fast schon wie "Lebensraum im Osten". MMn wird das Thema Überbevölkerung reichlich dramatisiert und vor allem - bewusst oder unbewusst - als Unterdrückungs-Argument des Westens gegenüber weniger entwickelten Ländern verwendet, weil "Bevölkerungsexplosion passiert ja nicht bei uns, sondern bei denen".

Neulich gab es auf 3sat eine sehr interessante (österreichische) Doku zum Mythos Überbevölkerung. Da wurde unter anderem aufgezeigt, dass z.B. allein der Sudan den gesamten afrikanischen Kontinent problemlos mit Lebensmitteln versorgen könnte, wenn man dort die Landwirtschaft auf den technischen Stand der 1960er Jahre in Europa bringen würde und politisch halbwegs stabile Verhältnisse hätte.

Die meisten Prognosen zur Entwicklung der Weltbevölkerung gehen im übrigen von einem Maximum irgendwo zwischen 8 und 12 Mrd. Menschen innerhalb der nächsten 5-8 Jahrzehnte aus und erwarten eine anschließende Schrumpfung aufgrund sinkender Geburtenraten. Langfristig wäre dann sogar der Bestandserhalt gefährdet... Hier eine zusammenfassende Grafik von der bpb.

Grüsse

Tom

P.S. Islands Hochland ist trotzdem schön. Und egal, welche bizarren Verkehrs-Regeln sich die Isis ausdenken mögen, wer als Gast dort hinfährt, sollte sich auch entsprechend benehmen und die Regeln der Gastgeber beachten. Deutschland ist auch kein für Offroad-Fahrer freies Land und alle akzeptieren es. Vielleicht erleben wir den Tag noch, an dem es im isländischen Hochland spezielle Offroadparks gibt, in denen man sich austoben kann...wie bei uns. ;)

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Re: Offroad in Island

#133 Beitrag von seppr » 2016-05-10 16:00:40

Und dass es für bestimmte Hochlandpisten Quoten gibt und man vorbuchen muss. Wie in USA.

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Re: Offroad in Island

#134 Beitrag von Lassie » 2016-05-10 18:11:55

... sind die beschränkten Fährkapazitäten und recht teuren Fährpreise nicht Quote genug?!

:eek: :ninja:

Viele Grüße
Jürgen
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Re: Offroad in Island

#135 Beitrag von Variofahrer » 2016-05-10 19:12:18

Tomduly hat geschrieben:...Neulich gab es auf 3sat eine sehr interessante (österreichische) Doku zum Mythos Überbevölkerung. Da wurde unter anderem aufgezeigt, dass z.B. allein der Sudan den gesamten afrikanischen Kontinent problemlos mit Lebensmitteln versorgen könnte, wenn man dort die Landwirtschaft auf den technischen Stand der 1960er Jahre in Europa bringen würde und politisch halbwegs stabile Verhältnisse hätte. ...
Die Fokussierung auf die Nahrungsressourcen greift viel zu kurz. Wenn man die Biosphäre als Ganzes in den Blick nimmt und das gigantische Artensterben, welches nicht einfach nur stattfindet und sich noch beschleunigt, dann wird klar, dass da gewaltig was nicht stimmt. Wildnis gibt es kaum noch, auch nicht in Afrika (in Europa sowieso schon lange nicht mehr, wenn man von den Inselchen, die es inzwischen dank engagiertem Natur- und Tierschutz gibt, absieht). Tiere verlieren immer mehr Lebensraum, der Mensch dehnt seine Sphäre immer weiter zu Lasten von Tieren aus. Das hat sehr viel mit der Bevölkerungsdichte zu tun. Der Planet verträgt vielleicht zwei oder von mir aus auch drei Milliarden der aggressivsten und rücksichtslosesten Spezies, uns, nicht mehr.

Es gibt Gegenden, wo die Menschen Naturkatastrophen einfach erleiden und aushalten müssen - weil kein Platz mehr da ist, wo sie sich neu ansiedeln könnten, in Pakistan zum Beispiel. Und dann immer noch einfach zu behaupten, dass die Zahl an Menschen kein Problem sei, ist schon reichlich verwegen - diplomatisch ausgedrückt.

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Re: Offroad in Island

#136 Beitrag von MAN-45 » 2016-05-10 19:42:52

Interessantes Thema, aber könnte man dazu nicht einen neuen Thread beginnen?

Mit "Offroad in Island" hat das wirklich nichts zu tun...

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Re: Offroad in Island

#137 Beitrag von campo » 2016-05-10 23:49:41

seppr hat geschrieben:Und dass es für bestimmte Hochlandpisten Quoten gibt und man vorbuchen muss. ...
Habe ich etwas uberlesen ? Wo steht das ...Quoten und vorbuchen ?

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Re: Offroad in Island

#138 Beitrag von Variofahrer » 2016-05-11 7:20:29

Das ist wohl eine Erwartung, (noch) kein Faktum. :happy:


Heute beginnt meine Reise Richtung Island - bin gespannt!

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Re: Offroad in Island

#139 Beitrag von LutzB » 2016-05-11 9:08:00

Variofahrer hat geschrieben:Heute beginnt meine Reise Richtung Island - bin gespannt!
Genieße sie! Es kommt halb so dicke, wie's hier diskutiert wird. Hochland ist eh noch komplett dicht - und meiner Einschätzung nach auch recht lange. Der diesjährige isländische Winter war(ist) sehr lang. Letzte Woche gab's da noch mal reichlich Nachschlag mit Schnee.
Aber wenn Du dann doch noch auf die Pisten kommst, wirst Du sehen: das ist ausreichend off Road on "Road".

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Re: Offroad in Island

#140 Beitrag von gunterle » 2016-05-11 12:06:55

Ich mache für das ganze jetzt mal ein neues Thema beim "Lager feuer" auf:

Die "politische" Studie vom bpb erscheint mir reichlich naiv.
Die meisten Wissenschaftler kommen zu anderen Szenarien.

Man kann eigentlich fast jeden beliebigen Rohstoff nehmen, und mal schauen, ob es da bereits jetzt Probleme oder Engpässe gibt.

Phosphor für den Dünger geht aus
Bauxit fürs Aluminium wird oft im Regenwald abgebaut, der stirbt und man muss schauen wo man es her kriegt.
Wegen dam PAlmöl, das in fast allem Drinnen ist brennen auf den Phillipinen riesige Regenwaldflächen. Wenn man das ersetzt brenne halt die Flächen wegen was anderem.
Überall auf der Welt verschwinden die Waldflächen.
Überall werden die Böden ausgelaugt, dem kann nur durch Düngen oder brachliegen lassen entgegengewirkt werden --> und beim Dünger wären wir wieder beim Phosphor.
Wie bereits geschrieben, kann man die Folgen des vom Menschen verursachten Artensterbens noch gar nicht absehen, ... und die der Klimaerwärmung auch nicht, sicher ist fast nur, dass es höchstens schlimmer wird als man sich erhofft.
...
usw. usw.
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Re: Offroad in Island

#141 Beitrag von SvenS » 2016-05-13 17:59:30

Jetzt sind fast alle Hochlandgebiete aufgrund der Frühjahrssperre gesperrt (nur das Gebiet nördlich vom Kverkfjöll ist momentan noch für Super-Jeeps befahrbar) und es sieht so aus, als wenn viele Strecken erst spät im Jahr geöffnet werden können.
http://icelandmonitor.mbl.is/news/natur ... ill_remai/
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Re: Offroad in Island

#142 Beitrag von Gregorix » 2016-05-22 10:55:09

Ich habe den Eindruck, dass hier das Problem der super strengen Auslegung nicht in seiner wirklich störenden Konsequenz besprochen wird.
Kaum wer fährt nach Island um mit seinem Wohnmobil "echtes" Off Road zu erleben. Für den durchschnittlichen Expeditionsreisenden aus Mitteleuropa ist eine Isländische Hochlandpiste bereits "Off Road" genug.
Es gibt unter dieser Gruppe sicher kaum Leute, die eine Piste nur für das Off Road Fahrerelebnis verlassen würden.

Was wirklich einschränkend ist: Ich kann im Hochland nicht mehr Schlafen oder Wandern, da ich ohne Regelübertretung abseits der ausgebauten Sehenswürdigkeiten nirgends mehr stehen bleiben kann.
Letztes Jahr war das für mich ein großes Problem: Weiter fahren zu müssen, obwohl es da wo ich war für mich wunderschön war und ideal für einen halben Tag Rast, etwas wandern etc. Da dort aber kein compingplatz, Parkplatz oder sonstiges war, weil eben keine Sehenswürdigkeit, gibt es keine legale Möglichkeit das Land zu genießen.

Ich bin oft 2-3 Stunden länger gefahren um für die Nacht wo hin zu kommen, wo man ohne schlechtes Gewissen schlafen kann.
Das hat die Qualität der Reise massiv eingeschränkt.
Der Grund ist schon die absurde Auslegung der Gesetze, die ein permanent schlechtes Gefühl erzeugt: darf ich das jetzt...?

Es ist für so einen Rastplatz klar, dass ich nicht mitten auf der einzgen grünen Wiese parke. Aber wenn ich schon ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich mich auf einen etwas seitwärts der Piste befindlichen Felsplatz stelle, verliert sich der Sinn des Individualreisens.
Zumal keinerlei Schäden zu erwarten sind. Da dort nix ist, was die Massen anzieht, wird dort jahre vor mir und jahre nach mir keiner hinkommen, es besteht daher auch keine Gefahr, durch sowas unbewusst eine nue Piste an zu legen...

Absurd wird das dann, wenn man sieht dass nebem der Psite spuren von "Rallyfahrern" sind, die offensichtlich ungestraft (und ziehmlich sicher nicht mit einem Wohnmobil) die Landschaft verschandeln.

Da sind Einheimische und Pauschaltouristen mit Mietwagen sicher die schädlichere Zeilgruppe.
Mit einer entsprechenden Durchsetzung der Umweltschutzgesetze könnte man gegen die geziehlt vorgehen.
Mit der jetzigen Praxis geht man auch im Sinne der Sache eher in die falsche Richtung.

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Re: Offroad in Island

#143 Beitrag von Seapilot » 2016-05-22 21:46:04

Ich bin früher sehr oft auf Island gewesen. Beruflich allerdings. Habe mir dann auch gelegentlich einen Defender gemietet und bin ins Hochland gefahren. Es gab damals (über 22 Jahre her), auch schon die Regel nicht abseits der Pisten zu fahren. Aber derart eng wurde es nicht ausgelegt.
Mein Rat....einfach nicht mehr nach Island fahren. Macht eh keinen Sinn wenn man das Land nur noch wie in einer Art Freizeitpark durchfahren kann.

Sollen die 250.000 Einwohner doch auf ihrer Insel unter sich bleiben. Ich wäre gerne nochmal hin, aber unter diesen Bedingungen lass ich es definitiv. Das mache ich mit jedem Land das sich in eine mir nicht genehme Richtung entwickelt. Und basta

Knut

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Re: Offroad in Island

#144 Beitrag von Tomduly » 2016-05-22 22:04:30

Moin!
Gregorix hat geschrieben:Was wirklich einschränkend ist: Ich kann im Hochland nicht mehr Schlafen oder Wandern, da ich ohne Regelübertretung abseits der ausgebauten Sehenswürdigkeiten nirgends mehr stehen bleiben kann.
Letztes Jahr war das für mich ein großes Problem: Weiter fahren zu müssen, obwohl es da wo ich war für mich wunderschön war und ideal für einen halben Tag Rast, etwas wandern etc. Da dort aber kein compingplatz, Parkplatz oder sonstiges war, weil eben keine Sehenswürdigkeit, gibt es keine legale Möglichkeit das Land zu genießen.
Ganz so eng sehe ich das jetzt nicht. Für einen motorisierten Reisenden, zumal mit Allradfahrzeug, ist das Land vergleichsweise klein. Man fährt nicht eben mal 600km bis zur nächsten Tankstelle wie in Libyen, ohne irgend jemand zu begegnen - im Zweifel ist man egal von wo innerhalb weniger Stunden sogar schon wieder an der Ringstrasse. Das "Pisten-Verlass-Verbot" verhindert bei strenger Auslgegung natürlich das beliebige Parken und Nächtigen in freier Landschaft, weil man so die Piste für andere blockiert. Aber es gibt kaum eine autoverrücktere Nation als Island und es hat jede Sehenswürdigkeit ("scenic view" würden die Amis sagen) hinreichend Stellplätze für Fahrzeuge. Auch unterwegs gibt es Stellmöglichkeiten, z.B. bei den Schutzhütten.

Wir sollten nicht vergessen, dass die Isländer die Gastgeber und wir die Gäste sind. Wer nach Saudi Arabien reist, unterwirft sich noch weit bizarreren Vorschriften und wer in die USA fährt, lässt sich freiwillig erkennungsdienstlich behandeln wie ein Krimineller, Israelreisende dürfen ihr Innerstes dem Mossad beim Interview preisgeben und in diversen Nationalparks dieser Welt akzeptieren wir eine Kontingentierung der Besucherzahlen auch ohne Murren.

Grüsse

Tom

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Re: Offroad in Island

#145 Beitrag von LutzB » 2016-05-23 7:20:10

Seapilot hat geschrieben:Ich wäre gerne nochmal hin, aber unter diesen Bedingungen lass ich es definitiv. Das mache ich mit jedem Land das sich in eine mir nicht genehme Richtung entwickelt.
Recht hast Du. Macht der Recep Tayyip auch so.

Lutz
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Re: Offroad in Island

#146 Beitrag von sico » 2016-05-23 9:20:31

guten Morgen,
schaut euch doch mal das Video von Peter Strub "Globi Steckt im Schnee" an.
http://www.pegasus-unterwegs.ch/author/ ... ub/page/2/

Da pflügt der gute Peter mit seinem 20 to 3-Achser-MAN durch Island.
Wenn man das sieht, dann braucht man sich nicht mehr zu wundern, dass die Isländischen Behörden hier ganz harte Bandagen anlegen.

mfg
Sico

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Re: Offroad in Island

#147 Beitrag von Variofahrer » 2016-05-23 11:13:11

Tomduly hat geschrieben:... in diversen Nationalparks dieser Welt akzeptieren wir eine Kontingentierung der Besucherzahlen auch ohne Murren.....
Mir wäre eine Kontingentierung mit weniger strengen Regulierungen lieber, als freier Zugang, der nicht ausgelebt werden darf. Vielleicht kommen die Isländer noch drauf...

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Re: Offroad in Island

#148 Beitrag von Flammkuchenklaus » 2016-05-23 11:25:31

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Re: Offroad in Island

#149 Beitrag von SvenS » 2016-05-23 18:30:52

Wenn man sich die Szene ab 4:58 anschaut und einmal genau hinschaut was für Spuren das Fahrzeug in der Landschaft hinterlässt, dann wird mir ganz anders.

Das Video ist ein Paradebeispiel dafür, warum die großen Allrad-Womos inzwischen bei vielen Isländern verhasst sind.
Solch ein Fahrzeug hat auf den kleinen Pisten nichts zu suchen.
Mir wäre eine Kontingentierung mit weniger strengen Regulierungen lieber, als freier Zugang, der nicht ausgelebt werden darf. Vielleicht kommen die Isländer noch drauf...
Das Problem ist, dass bereits ein Fahrzeug das abseits der Pisten fährt schwere Landschaftsschäden verursachen kann, die für Jahrzehnte sichtbar bleiben.
Wenn´s um Island geht, einfach bei mir fragen.

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Re: Offroad in Island

#150 Beitrag von LutzB » 2016-05-23 19:09:02

SvenS hat geschrieben:Das Video ist ein Paradebeispiel dafür, warum die großen Allrad-Womos inzwischen bei vielen Isländern verhasst sind.
Ohne was schönreden zu wollen - aber dann müssten die Isländer konsequenterweise auch ihre Hochlandbusse aus dem Hochland verbannen.

Lutz
We come from the land of the ice and snow, from the midnight sun where the hot springs blow (Immigrant Song, Page/Plant)

Mit den Menschen ist es wie mit den Autos, Laster sind schwer zu bremsen.(Heinz Erhardt)

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