Liebe Forenmitglieder,
wir sind nun seit einer Woche zurück aus Marokko und ich möchte euch einen kurzen (technischen) Abriss der Reise geben.
An anderer Stelle werde ich noch ein detailliertes Reisetagebuch veröffentlichen (inspiriert von maxd
http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/p ... 18&t=77112).
Hier möchte ich euch einfach mal berichten, wie wacker sich der alte Steyr geschlagen hat (nach all den Hiobsbotschaften in anderen Beiträgen), was wir nach der Reise noch ergänzen oder verbessern wollen an
Ausbau und Technik (es ist nicht viel

).
Es ging los am 03.12.2017 mit km 60.650 und wir kamen nach 74 Übernachtungen und 75 Reisetagen am 15.02.2018 bei km 72.900 wieder wohlbehalten in Hessen an und das ganz ohne Panne und mit einer Hand voll Wartungsstationen.
Somit haben wir in 74 Tagen 12.250km zurückgelegt - das sind im Schnitt 165km pro Tag.
Die längste Einzelstrecke war auf der Rückfahrt in Frankreich mit 608km gefolgt von ca. 5 Tagen mit je ca. 500km die aber bis auf einen auch auf Hin- oder Rückfahrt in kalten Regionen waren.
Wir haben in Summe 2.626l Diesel verfahren - das sind im Schnitt 21,4l/100km. Von 18,4 bis 25l/100km je Tankfüllung war alles dabei.
Wir haben in Summe 12l Motoröl nachgefüllt und ca. 4 Kartuschen Schmiermittel verballert.
Der höchste Pass den wir überfahren haben mit 2100müNN war der Tizzi n Test im hohen Atlas. Der hat uns so gut gefallen, dass wir den gleich in beiden Richtungen überfahren haben.
Die höchste Schlafstelle war am Ausgang der Amelnschlucht auf 1800müNN mit einem atemberaubenden Bergpanorama.
Wir sind fast gänzlich mautfrei gefahren und in Marokko lieber ganz kleine Straßen oder Pisten. Bis auf eine Gruppe 12M18er am Tizzi n Test sind uns Overlander nur auf den Campingplätzen begegnet.
An Wartungsarbeiten bzw. Kleinreparaturen war folgendes fällig:
Am 18.12.2017 habe ich den Laster komplett abgeschmiert.
Am 20.12.2017 haben wir in Spanien auf der Schnellstraße plötzlich seltsame Vibrationen gespürt, die immer schlimmer wurden (konnte man nicht mehr ignorieren).
Nachdem ich erst die Antriebswellen oder das Getriebe im Verdacht hatte kam ich schließlich auf den Gedanken, die Reifen könnten das Problem sein (Sägezahn). Ich hatte einiges darüber gelesen und auch schon entsprechende Profilanomalien festgestellt, aber bislang ohne jegliche Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Da das Räder Wechseln mit den Trilexfelgen ein Kinderspiel ist (Radkreuz reicht aus), beschlossen wir an einem geeigneten Ort die Räder von links nach rechts zu tauschen (das Profil hat keine vorgegebene Laufrichtung).
Was soll ich sagen - das Resultat war überwältigend. Vom ersten Meter am nächsten Tag waren alle Auffälligkeiten verflogen.
Auffallend war, dass der rechte Vorderreifen besonders betroffen war. Das führe ich auf die vielen Kreisverkehre in Frankreich zurück.
Am 28.12.2017 fing ein Keilriemen bzw. eine Scheibe fürchterlich zu quietschen an bei höheren Drehzahlen. Nach kurzer Begutschtung war klar, dass es der Doppelkeiriemen für die Lichtmaschiene war. Der hat einen ganz normalen Keilriemenspanner. Schrauben gelöst, Keilriemen gespannt und weiter ging die Reise.
Am 02.01.2018 fing das Gasgestänge an zu hängen - d.h. die Drehzahl ging nicht zurück wenn man vom Gas ging. Ich musste also teilweise mit dem Fuß das Pedal hoch ziehen bevor ich schalten konnte. Das hat das Schalten mit dem unsyncronisierten Getriebe am Berg nicht gerade vereinfacht. Ich hab dann bei nächster Gelegenheit das ganze Gestänge an den beweglichen Teilen geschmiert. Das Problem wurde reduziert, ist aber noch nicht ganz beseitigt. Ich hab noch eine Rückholfeder im Verdacht, dass die etwas ausgeleiert ist.
Am 07.01.2018 habe ich turnusmäßig (alle 5.000km) das überschüssige Diesel aus der Einspritzpumpe abgelassen. Nach meiner Wahrnehmung wirkt sich das immer positiv auf den Verbrauch und die Leistung aus (vielleicht gibts ja Theorien dazu).
Am 15.01.2018 habe ich den Laster komplett abgeschmiert.
Am 11.02.2018 habe ich noch mal die Antriebswellen abgeschmiert.