Frage zu Schweisstechnik

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dibbelinch
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Frage zu Schweisstechnik

#1 Beitrag von dibbelinch » 2019-08-05 15:41:24

Moin zusammen!
Ich habe da mal eine Frage an diejenigen, die etwas vom Schweissen verstehen.

Bei Kathrins Triumph ist an der LiMa eine Schraube abgerissen. Und zwar diejenige, die die Ruckdämpferscheibe auf dem Rotorwellenstumpf hält. Das aud dem Wellenstumpf herausschauende Schraubenteil lugt da vielleicht noch 1mm hervor. Ich habe versucht, das mit zwei Zangen rauszuprökeln, aber vergeblich.

Einzige Lösung, die mir dazu einfällt: Ein Stück Stahl als Hebel an dem Schraubenende anschweissen (Die Hitze sollte dann auch eine eventuell vorhandene chemische Schraubensicherung schmelzern).
Nur ist das bloss eine M6-Schraube (Motorradlima halt) und ganz in der Nähe ist der Simmerring der Rotorwelle. Wenn ich also schweissen lasse, sollte es eine Technik sein, mit der sich so kleine Teile gut verbinden lassen, bei nur kurzer Schweisszeit (damit eben der Simmerring keinen Schaden nimmt).

Meine Frage nun: Welches ist die dafür beste Schweisstechnik? Wenn Ihr mir da was empfehlt, kann ich bei den Betrieben im Umkreis wesentlich fundierter rumfragen.

Danke schon mal,
Ulf
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Gogomobil
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Re: Frage zu Schweisstechnik

#2 Beitrag von Gogomobil » 2019-08-05 17:07:52

Für solche Fälle hat sich die Methode bewährt eine Mutter aufzuschweißen. Vorteil, man kann im Inneren der Mutter das Schmelzbad halten und der Wellenstumpf wird nicht weiter beeinträchtigt, bei einem aufgesetzten Flachmaterial dagegen hat man ruck zuck statt dem Stummel mit dem Flachmaterial den Rest mit der Welle verbunden und durchgeschweißt ist es auch noch lange nicht.
Je nach Können klappt das , vor allem bei etwas größeren Durchmessern, sogar wenn die Bruchstelle leicht in der Bohrung liegt recht gut.
Mit was man schweißt ist eigentlich egal, wers kann nimmt Elektrode, andere Schutzgas oder auch WIG wie man halt beikommt und wie man es am besten kann.
Falls Schraubensicherung drauf ist, ab 200°C wird die weich. Siringe an Motoren halten auch einiges aus 140-150°C bei luftgekühlten Moped-Motoren in der Ölwanne sind durchaus drinn /Vollast oder langer Stau. die Welle hat Masse Schraubenstummel recht klein das wird wohl keine 200° an der Stelle geben und daher für Siring unproblematisch.

Viel Erfolg, andi

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Re: Frage zu Schweisstechnik

#3 Beitrag von uLuxx » 2019-08-05 17:12:17

Die Methode die beim Laser-Auftragsschweissen zur Anwendung kommt zeichnet sich durch minimalen Hitzeeintrag aus, hab damit schon Kurbelwellenwangen richten lassen. Wo man sowas aber machen lassen kann und ob das in deinem Fall sinnig ist weiß ich nicht.

dibbelinch
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Re: Frage zu Schweisstechnik

#4 Beitrag von dibbelinch » 2019-08-05 18:09:58

Moin zusammen.

Danke für die Tipps. Den Trick mit der Mutter werde ich gleich morgen versuchen (lassen).

Nochmals Danke,
Ulf
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Re: Frage zu Schweisstechnik

#5 Beitrag von Bernhard G. » 2019-08-06 1:25:28

Besser zuerst eine große Unterlegscheibe aufschweißen. Grund ist, daß bei M6 es Glücksache ist wo der Lichtbogen zündet. Wichtig ist daß er auf dem Schraubenstumpf zündet, sonst hält die Mutter nicht. Auf die U-scheibe dann eine M10 Mutter aufschweißen. Ich hab sowas neulich mit Mag am PKW gemacht. Kurz und mit viel Strom.

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Re: Frage zu Schweisstechnik

#6 Beitrag von hugepanic » 2019-08-06 7:47:25

Kannst du das Teil nicht zerlegen, oder kapier ich das Problem nicht ganz?

Theoretisch hast du mit Laser oder Elektrodenstrahl die geringste Wärmeeinbringung.
Ob du jemand findest der dir das damit Schweißt ist aber fraglich, und der Regel sind das NC gesteuerte industrieanlagen.

Mein Vorschlag währe mit WIG und ohne zusatzmateral die Teile verachweissen. Musst du vermutlich die gasdüse modifizieren so das du nahe genug hinkommt.

Was noch zu beachten ist:
Warum ist das Teil defekt? Von der Beschreibung klingt das nach einer spannungsüberhöhung am Lager. Gibt es da biegelasten? Wenn ja, währe eine Buchse wirklich hilfreich um die Stelle haltbar zu machen.

Kilian
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Re: Frage zu Schweisstechnik

#7 Beitrag von Kilian » 2019-08-06 8:34:45

Auch ich nehme für sowas WIG, weil man damit sehr präzise auch sehr kleine Dinge schweissen kann. Frische 1,0mm- Elektrode etwas länger lassen und dann genau mittig in der Mutter zünden.
Freundliche Grüße
Kilian

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Re: Frage zu Schweisstechnik

#8 Beitrag von dibbelinch » 2019-08-06 17:00:00

Ist draussen, das Teil. Und die maschine schon wieder zusammengebaut.

Vielen Dank für die Tipps.

Gruss, Ulf
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Re: Frage zu Schweisstechnik

#9 Beitrag von Linksfahrer » 2019-08-06 18:00:11

Und wie habt ihr es jetzt gemacht? Die Tips waren ja sehr unterschiedlich.
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Re: Frage zu Schweisstechnik

#10 Beitrag von dibbelinch » 2019-08-08 11:15:49

Tja, nachdem die beiden örtlich verfügbaren Schweisser auch die Bedenken geäussert hatten: Sie befürchteten ebenfalls, dass sie versehentlich den Schraubenrest aM Wellenstumpf anschweissen.

Dann habe ich es mit Handarbeit gelöst: Mit einer Vierkant-Schlüsselfeile an dn herausstehenden 1mm-Rest einen "Schlüsselansatz" gefeilt. Dabei noch ca. 0,5mm in den Wellenstumpf hineingefeilt ( Das ist ein zähes Zeug, hat mich ca. eine Stunde beschäftigt!). Damit hatte ich dann 1,5mm Schlüsselansatz, die ich mit meiner besten Zange gut greifen konnte.
Dann das Ruckdämpferrad auf seine Verzahnung auf der Welle geschoben. Zum einen zum Gegenhalten, zum anderen, weil das grosse Rad gut Wärme ableiten konnte, bevor die weiter hinten zum SiRi fliesst.
Dann mit dem Heissluftgebläse vorsichtig immer weiter erwärmt und immer wieder probiert. Irgendwann hat sich der Schraubenrest dann dem Druck der Zange gebeugt.

Gruss, Ulf
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