Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

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Phoenix
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Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#1 Beitrag von Phoenix » 2019-03-05 22:04:09

Hoi

Habe bei mir eine Eberspächer HYDRONIC M-II zum Heizen verbaut.
Seit einiger Zeit regelt die Heizung nach dem Starten langsam hoch und geht dann bei Volllast plötzlich aus. Das ganze mit einer ziemlichen Diesel-Dampfwolke. :smoking:
Erst hat sie beim zweiten Start dann einwandfrei funktioniert. Danach erst nach dem dritten oder vierten Anlauf.

Hatte erst die Glühkerzen(6) und die Metallgitter(18) in Verdacht. Hab die ersetzt und alles so gut es geht gereinigt. Danach hat die Heizung 2 mal einwandfrei gestartet... danach wieder aus unter Volllast.

Spannung an der Standheizung bleibt im Betrieb über 25V. Denke, dass kann ich somit ausschliessen.

In der Brennkammer hat es einiges an verkoktem Diesel. Hat wer eine Idee, womit ich das am Besten reinigen kann?
Zum Abkratzen komme ich nicht ran. Könnte es aber im Ultraschallbad reinigen. Was wäre ein gutes Lösungsmittel? Benzin? Oder Aceton?
Und, woran könnte es noch liegen, dass die Heizung aus geht? :idee:

Merci und Gruess

Manu
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Womox
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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#2 Beitrag von Womox » 2019-03-06 0:24:11

Hallo,
Bei meinem Fahrzeug hatten wir das gleiche Phänomen. Starten - Hochlaufen- Verabschieden mit Wolke. Ursache war dass die Wärme bei der 12kw Heizung nicht schnell genug abtransportiert wurde und dadurch abschaltet. Gelöst über den Einbau einer weiteren Zirkulationspumpe. Die Serienpumpe kann Volumen pumpen, erzeugt aber wenig Druck. Bei Strömungswiederständen ist deshalb der Einbau einer weiteren Pumpe ggf. die Lösung.

Axel
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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#3 Beitrag von Phoenix » 2019-03-06 7:28:54

Hoi Axel

Gab es bei dir eine Fehlermeldung?
Denke, da müsste Temperatur hoch als Fehler kommen.

Ausserdem, beim zweiten oder dritten Start ist das Wasser schon lauwarm. Dann müsste die Heizung noch schneller aus gehen...

Gruess und merci

Manu

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Veit M
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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#4 Beitrag von Veit M » 2019-03-06 22:15:59

Hallo,

ein Wärmestau ist eine gängige Ursache für das Abschalten, sowohl bei Wasser- als auch bei Luftstandheizungen.
Bei letzteren kommt das vor wenn z.B. in einer Kiste verbaut wo die Luftzufuhr unzureichend ist oder zu lange und enge Warmluftkanäle angeschlossen sind. Bei Wasser sind es die Strömungswiderstände und das Wasservolumen.
Wenn die Heizung dann abschaltet muß es nicht immer eine Fehlermeldung geben sondern es ist evtl. nur eine Abschaltung durch erreichen der maximalen Vorlauf- oder Heizkammertemperatur. Eine Übertemperatur muß da evtl. noch nicht mal auftreten.

Eine zusätzliche Pumpe und dickere Rohre können helfen. Der Strömungswiderstand steigt mit der dritten Potenz, halber Rohrdurchmesser (1/4 Querschnitt) ist damit 8-facher Widerstand. Die engste Stelle gibt den Ausschlag. Kleine Änderungen können dadurch eine große Wirkung haben.

Abgesoffene Standheizungen kann man auch mit einer Heißluftpistole ausblasen, das fördert das Abdampfen von Restdiesel. Beim Start kann es evtl. helfen, z.B. bei Luftmangel. Vorsicht, kann auch Verpuffungen fördern.

Ciao

Veit

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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#5 Beitrag von campo » 2019-03-06 23:25:38

Erst mal auslesen welche Störungen in dein Diagnosesystem aufgeschlagen sind.

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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#6 Beitrag von Womox » 2019-03-08 17:24:16

Phoenix hat geschrieben:
2019-03-06 7:28:54
Hoi Axel

Gab es bei dir eine Fehlermeldung?
Denke, da müsste Temperatur hoch als Fehler kommen.

Ausserdem, beim zweiten oder dritten Start ist das Wasser schon lauwarm. Dann müsste die Heizung noch schneller aus gehen...

Gruess und merci

Manu
Hallo,
Fehlermeldungen gab es nicht. Auch analog deiner Beschreibung war Wasser lauwarm. Abschaltung war gefühlt deshalb nicht schneller.

Axel
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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#7 Beitrag von Phoenix » 2019-03-09 11:00:36

Hoi

@Campo: Fehlerspeicher ist leer.

@Axel: Die Heizung hat jetzt 5 Winter funktioniert. Entlüftet hab ich das System nochmals. Vielleicht hat es aber Ablagerungen, die den Querschnitt verengen. Also sicher mal die Regulierventile ausbauen und reinigen.
Es hat noch einen Zusatzkreis über einen Wärmetauscher, um den Motor vorzuwärmen. Kann den mal noch dazu schalten. Dann sollten die 12kW nicht mehr zu viel sein.

Die Brennkammer hab ich mit Teilereiniger ins Ultraschallbad gelegt. Das hat recht gut funktioniert.

Merci und schönes Wochenende

Manu

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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#8 Beitrag von campo » 2019-03-10 14:45:42

Hallo Manu
Es kann eine Störung am Regel Fühler sein.
Unstabile Werte an diesen Fühler entdeckt man erst bei Monitoring mit PC während der Heizung funktioniert.
Dann siehst du zB plotzlich minus 40°C bei lauwarmen Wasser auftauchen.
Da werden dann keine Störungen aufgeschlagen im Fehlerspeicher.
Gruss Campo

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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#9 Beitrag von Womox » 2019-03-11 22:47:01

Hallo, ich habe eine Reparaturanleitung gefunden. Ggf. hilft die Dir:
https://www.butlertechnik.com/downloads ... manual.pdf

Axel
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Re: Eberspächer HYDRONIC M-II geht unter Volllast aus

#10 Beitrag von Phoenix » 2019-06-09 12:35:31

Hallo

Hab den Fehler gefunden... :D

SW hatte keine Fehlermeldungen. Firmware up-gedatet, da es mit der Höhenregelung anscheinend einen BUG gab.
Thermische Ursachen konnte ich ausschliessen, weil die Dieselpumpe 30-40s fröhlich weiter gefördert hat, Tick-tick.
Trotzdem die Heizung mit kaltem Leitungswasser gespiesen.
Glühkerzen und Metallgitter neu.
Vor-Filter ausgebaut und Dieselleitungen erneuert und nach Vorgaben verlegt.

Fehler musste in der Dieselversorgung liegen.

Da war ein kleiner Riss in der Schweissnaht bei der Durchführung von der Entnahmeleitung. Standheizung hat ein separates Rohr. Hab den eigentlich nur gefunden, weil ich ein neues Kabel für den Tankgeber angeschlossen hab.

Meine These: Wenn die Heizung einige Tage aus war, ist der Diesel wieder zurück in den Tank geflossen. Der Diesel in der Druckleitung und Pumpe hat gereicht, die Standheizung hoch zu fahren, gab dann aber einen kurzen Unterbruch.
Das hat anscheinend gereicht, die Temperatur vom Metallgitter unter die Zündtemperatur zu senken.

Hab das Loch gestopft und wir haben die Heizung im Urlaub einige male gebraucht. Bis jetzt ohne Fehlstart :)

Gruess Manu :spiel:

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