Steyr 680g Druckluftkupplung

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DAX
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Steyr 680g Druckluftkupplung

#1 Beitrag von DAX » 2019-01-28 12:48:42

Moin Leute, der Schweizer Steyr 680g hat keine (Eu) genormten Druckluftkupplungs- Anschlüsse (Kupplungskopf).
Hat jemand von euch Erfahrung damit, oder die Anschlüsse schon mal umgebaut?
Passt das wenn ich an Stelle der alten einfach neue ran schweiße?

Oder gibt es bestimmte Adapter, mit denen ich mir das Umrüsten sparen kann?

Liebe Grüße :search:

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Pirx
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Re: Steyr 680g Druckluftkupplung

#2 Beitrag von Pirx » 2019-01-28 14:16:25

DAX hat geschrieben:
2019-01-28 12:48:42
Moin Leute, der Schweizer Steyr 680g hat keine (Eu) genormten Druckluftkupplungs- Anschlüsse (Kupplungskopf).
Hat jemand von euch Erfahrung damit, oder die Anschlüsse schon mal umgebaut?
Passt das wenn ich an Stelle der alten einfach neue ran schweiße?

Oder gibt es bestimmte Adapter, mit denen ich mir das Umrüsten sparen kann?

Liebe Grüße :search:
Daß die Kupplungsköpfe nicht passen ist ja auch gut so, weil die schweizer Anhängerbremse genau "verkehrtherum" funktioniert wie im Rest der Welt ...

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Re: Steyr 680g Druckluftkupplung

#3 Beitrag von hugobaer » 2019-01-28 14:30:47

Ist an sich schlau die schweizer Bremsanlage. Anstatt wie hier die Einleitungsbremse durch ein ganz anderes System zu ersetzen haben die Schweizer einfach noch eine Vorratsleitung neben die Einleitung gelegt. Also 0Bar in der Steuerleitung=Vollbremsung anstatt wie bei einer normalen Zweileitungsbremse Kesseldruck in der Steuerleitung = Vollbremsung.
Kann man die Steyer nicht teilweise umschalten?
Was weniger schlau ist ist Luftkupplungen anschweißen zu wollen :wack:
hugobaer
Edit: Und wenn in der Schweiz die Steuerleitung abreißt bremst der Anhänger selbsttätig, bei der normalen Zweileitung bremst der Anhänger einfach garnicht mehr! (Wenn dann die Steuerleitung noch direkt aus dem Bremskraftverstärker kommt verstärkt auch nichts mehr.)
Glück kann man nur haben wenn man faul genug ist!

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SimonB
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Re: Steyr 680g Druckluftkupplung

#4 Beitrag von SimonB » 2019-01-28 20:51:56

Moin,

die Schweizer Zweileiterbremse hat eine Vorratsleitung, die genau so funktioniert wie die EG-Vorratsleitung und eine Signalleitung(/Steuerleitung), die "anders herum" funktioniert als die EG-Signalleitung (*indirekt*: Druck liegt standardmäßig an und fällt beim Bremsen ab). Praktischer Weise ist diese schweizer Version der Signalleitung identisch mit den alten deutschen/europäischen "Einleiterbremsen", die an diversen alten Bau- und Zirkuswagen noch verbaut sind. Du kannst also mit Deiner Schweizer Signalleitung direkt Einleiter-gebremste Anhänger bremsen. (Ja, zulässig sind Einleiter-Bremsen im normalen Betrieb nicht mehr.)

Die A680g-Modelle, die ich kenne, haben hinter dem Drucklufttank am Hauptrahmen Fahrerseite zusätzlich noch einen unauffälligen UMSCHALTHEBEL, um die Funktion der Signalleitung von "indirekt" auf "direkt" umzustellen. Dadurch hast Du - falls das bei Deinem Modell verbaut ist - die Möglichkeit, Deine auf schweizer Version funktionierende Signalleitung zu einer auf EG-Version funktionierende Signalleitung umzustellen (nach Umstellung: kein Druck vorhanden bis gebremst wird, dann langsamer Druckaufbau je nach Bremsdruck). Einige (A680gl)-Modelle haben diesen Umstellhebel allerdings NICHT. In der Druckluft-Anzeige im Amaturenbrett gibt es neben der Bremsdruckanzeige-Nadel des LKWs noch eine zweite (rote) Bremsdruckanzeige-Nadel, die den Druck der Signalleitung des Anhängers anzeigt; auch daran kannst Du sehen, in welcher Funktionsweise deine Signalleitung geschaltet ist (falls Du diese Nadel und die Umschaltmöglichkeit hast); ist die rote Nadel nach Druckaufbau im Kessel bei Null und steigt nur beim Bremsen an ist die Signalleitung auf "direkt"/EG-System; und steht die rote Nadel nach Druckaufbau bei etwa 6 Bar und fällt beim Bremsen langsam ab, ist die Signalleitung auf "indirekt"/Schweizer System/Einleiter-System.

Die ANGESCHRAUBTEN Kupplungsköpfe sind - oder waren zumindest bei mir und den mir bekannten Steyr-Exemplaren - keine sonderlichen Exemplare, sondern schlicht die "alten" Kupplungsköpfe, so wie die hier. Die kannst Du ganz einfach von der Hecktraverse abschrauben und Dir neue EG-Kupplungsköpfe in rot (Vorrat) und gelb (Signal) anschrauben. Hier zum Beispiel ein rotes Exemplar für 4 Euro. M22x1,5 als Gewinde passt bei mir; aber miss besser mal. Für die Köpfe gibt es jeweils ein Stück "Zugmaschine" und ein Gegenstück "Anhänger". Meines Wissens nach gibt es also keine speziellen Schweizer Kupplungskopf-Anfertigungen und die bestehende Verwechslungsgefahr ist nicht baulich gemindert.

Und: Die alten Einleiter-Anhänger, die bei mir hintern Laster gekommen sind, hatten stets auch noch die "alten Kupplungsköpfe" angeschraubt, also genau die, die a(n meine)m Steyr serienmäßig verbaut waren.

Ausserdem gibt es natürlich noch bei modernen Anhängern die Duomatic-Kupplungsköpfe, wo Vorrats- und Signalleitung zusammen in einem Element sind; aber das war hier ja nicht Thema ;-).

Ich hoffe, ich hab jetzt nix verwechselt und Dich hat das nicht noch mehr verwirrt - hier im Forum gibts ein paar 7 Jahre alte Diskussionen zu dem Thema, wo ich versucht hab, das zu verstehen. WEnn Du Fragen hast, frage sehr gern weiter nach! Am besten mit Fotos, dann ist es einfacher, abzuschätzen, worüber wir uns unterhalten :-). (Du kannst natürlich auch durchklingeln.)

Grüße
Simon
"flohzüchtende anarchisch orientierte minderheit, wohnend wie ein krebsgeschwür."

DAX
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Re: Steyr 680g Druckluftkupplung

#5 Beitrag von DAX » 2019-02-04 16:16:41

Danke für die ausführliche Antwort :)
Ich muss mich da mal noch mal genau reinlesen die Tage. :idee:

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