Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

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mountain
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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#121 Beitrag von mountain » 2014-01-27 9:25:14

Hallo,

@Oschi: Hut ab vor deiner Leistung und deinen Berichten. Du machst Mut, am eigenen Projekt weiterzuarbeiten, denn auch da läuft nicht immer alles so rund, wie man es gerne hätte.

@Wombi: Die Ladespannung ist laut Hersteller noch im grünen Bereich.
http://www.optima-batterien.eu/de/optim ... specs.html

Viele Grüße
Raimund

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holger.ihle
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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#122 Beitrag von holger.ihle » 2014-01-27 22:56:44

Hallo Oschi,

Respekt - was Du da baust und dokumentierst ist toll!

Bei den Kabeln der Batterien würde ich nicht unter 35² gehen, ich habe meine Optimas mit 50² angeschlossen. Ich habe die Batts auf Kupferschienen geführt und von da aus verkabelt. Und so eine Installation sollte "eigensicher" sein. D.h. die Verkabelung muss den Kurzschlußstrom aushalten, der da fließen kann. Wenn Du 16² Kabel nimmst, solltest Du dann bei jeder Batterie eine entsprechende Sicherung einsetzen.

LG, Holger
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Oschi
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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#123 Beitrag von Oschi » 2014-02-03 22:39:29

holger.ihle hat geschrieben:...so eine Installation sollte "eigensicher" sein. D.h. die Verkabelung muss den Kurzschlußstrom aushalten, der da fließen kann. Wenn Du 16² Kabel nimmst, solltest Du dann bei jeder Batterie eine entsprechende Sicherung einsetzen....
Hallo Holger, check, jeder Akku wird extra abgesichert! Es könnten ja mal Akkus ausfallen. Wenn ich das nicht merke oder ändern kann, dann liefern die verbleibenden Akkus höhere Ströme und überlasten eventuell meine Kabel.

Da wir gerade dabei sind, das Elektrikexperiment wurde letzte Woche fortgesetzt. Wir versuchten, aus Kupferrohmaterial kostengünstig eigene Stromsammelschienen zu basteln. Der Geist war willig, doch das Werkzeug zu schwach. Wenn man die Kosten abgebrochener Bohrer und Gewindeschneider einbezieht, war das mal wieder einer der teuersten Versuche etwas möglichst günstig zu erreichen:
Verteiler und Sammler.jpg
Als Backup griff ich auf Verteiler aus dem CarHifi-Bereich zurück und verkabelte die Akkus etwas unorthodox aber immerhin parallel. Ich setzte den Shunt ein und konnte damit erstmals den Batteriecomputer aktivieren. Während meine Bedienungsanleitungen gegenüber aufgeschlossenere Hälfte vorlas, schwelgte ich bewegt in der blauen Hintergrundbeleuchtung.

Dann jedoch kam es zu meinem persönlichen "Lightgate", ein Skandal von dem die Öffentlichkeit niemals erfahren darf. Natürlich war nach offizieller Sprachregelung ich es, der die LED-Lichtleiste richtig herum verkabelte. Niemals wird durchsickern, dass ich nach der ganzen Strippenzieherei am Ende Plus und Minus missachtete und die Lampe deshalb nicht leuchtete (LeuchtDIODE!) und meine schlauere Hälfte salopp* die Lösung vorschlug und ich sie natürlich in aller gebotenen Unsachlichkeit ablehnte und sie aber trotzdem der Gnade halber aus didaktischen Gründen ausprobierte und es dann völlig überraschend leuchtete und ... nein, die Wahrheit darf niemals ans Licht(!) kommen! :joke:
Fiat Lux.jpg
Im Fahrerhaus bekam die Sitzbank ihren Deckel verbaut (neue Multiplexplatte, Kaltschaummatratze, Kunstleder). Original ist der Deckel mit Senkkopfschrauben - von unten nach oben - am Scharnier befestigt. Die Holzschrauben waren teilweise ausgenudelt, also verschlimmbesserte ich die Befestigung mit Schlossschrauben - von oben nach unten - befestigt mit Muttern unter dem Scharnier. Leider stießen jetzt die Muttern beim Schließen des Deckels am Kistenrand an, so dass ich hier noch zur Flex greifen musste. Die ausgeflexten Ecken waren dann ein willkommener Anlass, zur grünen Farbe zu greifen. :D

Ein Geduldsspiel der Extraklasse war es, den Dachhimmel zu beziehen, denn der ist in jeder Dimension krumm. Unser Himmel ist vorn ausgeschnitten; das ermöglicht, den Himmel zur Fahrerhaustür rein/raus zu bekommen (ansonsten müsste definitiv die Frontscheibe wieder raus). Den Ausschnitt soll später eine Eigenbau-Dachkonsole verdecken. Wir be-sprühklebten den Himmel mit Kunstleder und schraubten in den Ecken die Falten fest. Wenn man von der Mitte nach außen arbeitet, entstehen in der Fläche keine Wellen ... theoretisch ... bei uns praktisch natürlich schon, weil das krumme Teil auch ordentlich wabbelt. Ich denke, auch ein Sattler müsste hier alle Register ziehen. Nach dem Einbau werden noch einige Dachanbauten wie Griffe und Lukenrahmen mithelfen, dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt.
Himmel beziehen.jpg
Bei der Lagerung nahmen der Meister und ich die beiden Oberteile der Längslagerwippen in Angriff. Ausgebrannt aus der Stahltafel waren die oberen vier Teile schon. Der Meister heftete die Lagen aufeinander und schliff den so entstandenen Block in Form. Dann bohrte er in den Block das große Loch für die einzuschweissende Lagerbuchse (48mm!) und fräste es auf 65mm mit einem eigens dafür gebauten Werkzeug auf. Das war die grösste Hürde.

Als nächstes waren meine Befestigungswinkel darauf auszurichten. Dafür trennte der Meister den einen Block in zwei einzelne auf. Wie immer, wenn ich eine Reihe gleichartiger Bauteile einzeln anfertige, entsteht eine Serie Unikate. Die acht Befestigungswinkel hatte ich schon vor langem aus einem großen U-Profil gesägt und in 12.5 gebohrt. Nun sollen die Winkel gegenüberliegend die Wippe gerade im Hilfsrahmen halten, mit den Unikaten ein echtes Problem. Ein weiteres Problem, nämlich dass ich die Befestigungsschrauben in M14 anstatt in M12 besorgte, entpuppte sich jedoch als Teil der Lösung. Um die Wippenteile und die Befestigungswinkel zueinander kongruent und an der Oberseite plan zu bekommen, richtete ich sie auf dem Schweisstisch aus, bohrte die am besten zur Anzeichnung passenden Stellen an, schraubte sie provisorisch zusammen, und ging dann mit dem 15mm Bohrer Loch für Loch drüber. Das damit entstandene Spiel zur M14 Schraube reicht aus, um am Rahmen alles in eine Flucht zu bringen.

Wir legten zwei Fensterausschnitte fest. Die Fenster (mit 25mm Bohrungen eingegrenzt, insgesamt bohrte ich mir stundenlang einen Wolf) schnitt ich teils mit der großen Flex aus, teils brannte sie der Meister mit dem Schweißbrenner aus. Aus 50mm Flachmaterial schnitt ich außerdem die Querstege, welche die Wippenteile zu einem Hohlkörper aufbauen. Zusammengeschweisst schaut das fertige Ergebnis so aus:
Längslagerwippe 2.jpg
Oberteile Längslagerwippen.jpg
Der vordere Wippenkörper dürfte so nicht in den Hilfsrahmen passen, da das untere Ende mit der Kardanwelle kollidieren wird. Da werden wir die Buchse wieder ein Stück freilegen.

Zu den passenden unteren Gegenstücken der Lagerwippen sind auch schon Einzelteile vorbereitet:
Unterteil Längslagerwippe.jpg
Aufgrund meiner obligatorischen Teilnahme an der aktuellen Erkältungswelle musste ich zwei Tage opfern, um an der Mutation des diesjährigen Viren-/Bakterienstammes mitzuarbeiten. Mehr war vergangene Woche deshalb leider nicht zu schaffen.

Oschi

* Sie möchte noch anmerken, dass der Lösungsvorschlag nicht salopp daher gesagt sondern auf einer wohl durchdachten Fehleranalyse begründet war. :wub:

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#124 Beitrag von Oschi » 2014-02-09 20:53:53

Wetter mäßig, Gesundheit mäßig, Motivation mäßig => Es begann als Woche des Kleinkrams:

Montag:
  • --Schwarz lackierten Verschluss an die Sitzkiste geschraubt.
    --Handbremsverkleidung montiert (sechs M6 Löcher und eins in M8 ... was das nur wieder soll?). Muss ich es noch erwähnen? Durch den dicken Teppich auf dem Mitteltunnel passte die Handbremsverkleidung nicht mehr auf alle Nietmuttern ... ich fräste Langlöcher.
    --Gurtpeitsche Fahrersitz angeschraubt.
    --Drittes Blech für Wippenunterteil geschliffen; keine Lust auf Schleifstaub-Fressen (und die große Makita nicht gefunden), daher das vierte Blech nicht herausgetrennt. Macht der Meister.
    --Frustriert das Türöffnerexperiment mit den Vielzahnadaptern aufgegeben, da sich die Materialen nicht verbinden lassen... *Bing* (Einbuchung Lehrgeldkasse) Oschi bekommt dann wohl vier Fensterkurbeln?
    --Türpinne schwarz lackiert.
    --Rohrkabelschuhe auf 50mm2 Leitung verpresst, mangels Crimp-Werkzeug durch Auftrennen und Verpressen mit dem Schraubstock (man darf ruhig doof sein, man muss sich nur zu helfen wissen :) ).
    --Batterietrennschalter in Elektrikexperiment eingesetzt: Batterie -> Minus-Sammler -> Trennschalter -> Shunt -> Minus-Verteiler.
Dienstag:
  • --Deckel der Sitzbank erneut eingebaut (die Ecken...), Gegenstück Verschluss und Gumminupsis angeschraubt.
    --Ganz schön lange mit den Türpinnen gespielt (die dicke Verkleidung, Ihr wisst schon). Am Ende mit einer abgesägten M4 Schraube und einem Stück Gewindehülse (IKEA!) eine Verlängerung gebaut. Geklebt. Hält. Hält? Mal sehen, was nach der ersten Rüttelpiste noch an seinem angestammten Platz ist...
    --Experiment mit den Vielzahnadaptern wieder aufgenommen und ganz schön lange mit den Türöffnern gespielt (dito). Am Ende einen Formschluss hingefrickelt, um die Materialen zu verbinden. *Bing* (Storno Lehrgeldkasse).
    Vielzahngefrickel Türöffner.jpg
    --Verkleidungen Türöffner schwarz lackiert.
    --Pappschablone für Mittelkonsole ausgeschnitten.
    --Ausbrennspuren vom vierten Blech (Gegenstück Längslagerwippe) weggeschliffen und alle vier Bleche für den 24mm Lagerbolzen gebohrt.
Mittwoch:
  • --Oschi BMW Fensterkurbeln spendiert, Vielzahn passt, aber - frei nach Pairospam - the IDIOT ordered two different types ... *Bing* (Einbuchung Lehrgeldkasse). Alle Fensterkurbeln in schwarz matt lackiert, schaun mer mal.
    --Zusätzliche Befestigungslöcher in die obere Rückwand eingemessen und gebohrt. Den unteren Rand der Rückwand bekomme ich niemals hinter die Scharniere der Sitzbank eingefädelt, da ist jetzt schon kein Platz mehr (Stichworte: Fäustel, Schlagholz) -> Auslassungen für Scharniere bemessen - leider nur die Breite, denn - the IDIOT forgot to measure the height.
    --Rechnungen verbucht: Bis zum Armutsgelöbnis ist es zwar noch ein Stück, aber die Richtung stimmt. :happy:
Donnerstag:
  • --Auswahl unter den Fensterkurbeln getroffen: Es bleiben die originalen, jedoch ohne Plastikabdeckung (eine verloren, eine kaputt). Die vom BMW wandern in die Ersatzteilkiste. Kurbeln montiert.
    --Verkleidungen Türöffner aufgesteckt.
    --Höhe der Scharniere vermesen. Die obere Rückwand entsprechend ausgesägt und mit Schaumstoff beklebt. Sprühkleber + Zeitungspapier = lästige Kombination für die Socken.
Freitag:
  • --Rückwand mit Kunstleder beklebt. Geflucht, weil die Rückwand so dünn ist, dass sich der umgeschlagene Rand des Leders nicht gut tackern lässt. Den Rand - wie schon beim Himmel - mit Panzerband ... naja ... fixiert wäre jetzt das falsche Wort ... sagen wir ... abgedeckt.
Samstag:
  • --Toyo 30A Solar-Laderegeler an die Stromsammler angeklemmt. Die Einstellung für AGM habe ich der Toyo-Bedienungsanleitung nicht entnehmen können, aber derjenigen des baugleichen Victron Energy Blue solar.
    Elektrik mit Laderegler.jpg
    --150WP-Solarmodul im Wohnzimmer ausgepackt. Um mal zu sehen, was Solarzellen so machen, wenn sie nix machen, den Multimeter bemüht: Spannung war da (12,8V) aber von Strom bei Raumhelligkeit keine Spur. Auch bei Beleuchtung des PV Moduls mit der Hängelampe zeigte der Batteriecomputer keine signifikante Regung. Lässt sich eine Solarzelle nicht mit Kunstlicht animieren?
    --nochmalige Abdichtungsorgie des Durchstiegs von innen, diesmal den Hausmannstip mit dem Spüli probiert: Finger mit Spüli benetzen und damit die Klebewurst verstreichen. Wurst wird schön glatt geformt und am Finger bleibt nichts haften. Klappt!
    --Rückwand, Himmel, Griffe und Lukenrahmen eingebaut: Oschis Fahrerhaus ist jetzt ein Darkroom. Sogar daran gedacht, das Kabel für die Fernanzeige des Ladegerätes dahinter zu verlegen.
  • Und außerdem war Samstag noch dem Oschi seine Lagerung ihr großer Tag! Der Meister hat die Wippen fertig geschweisst, obwohl ich bei der Zuarbeit wie immer zu ungeduldig war und ihm ein paar zusätzliche Aufgaben gestellt hatte.

    Eine ganze vormontierte Längslagerwippe in den Hilfsrahmen eingesetzt, ...
    ...einmal hinten:
    hintere Wippe Konsolen.jpg
    ... und einmal vorn, wo - wie erwartet - die Kardanwelle im Weg war. Daher den oberen Wippenkörper nachbearbeitet, d.h. die Buchse unten rum freigelegt ... ein Schelm, wer Böses dabei denkt :joke: .
    vordere Wippe.jpg
    vordere Wippe und Kardanwelle.jpg
    Die Wippen fluchten an der Auflage der Bodenplatte ordentlich, nur der ein oder andere meiner Befestigungswinkel-Unikate muss oben etwas beigeschliffen werden.

    Unten sieht es an der Kardanwelle wie erwartet recht knapp aus, wir haben so um die 15mm Luft:
    Nahaufnahme Wippe Kardanwelle.jpg
    Theoretisch sollte dort keine Bewegung aus der Verschränkung auftreten.*
  • --Konsolen für vorn angefertigt. Vorn sind keine zusätzlichen Löcher in Oschis heiligen Rahmen zu bohren, da nutzen wir Bohrlöcher einer Quertraverse (mit längeren Schrauben).
    --Querlagerschalen wieder zusammen geschraubt.
Sonntag:
  • --Mittelkonsole begonnen. Zur Verschraubung der Mittelkonsole nutzen wir die drei originalen M8 Gewinde des urspünglichen Feuerlöschhalters.
    Mittelkonsole.jpg
    --Multiplexplatten für die Batteriehalterung vorbereitet
    --erste Multiplexstreifen für die Dachkonsole abgesägt.
Hoffe, dass ich bald die Wippen mit dem Hilfs-/Rahmen verschrauben und auf die Böcke zum Austesten der Verschränkung fahren kann.


:positiv: Euer Oschi


* Den praktischen Test konnten wir noch nicht ausführen. Zum einen regnete es stark, zum anderen scheiterte mein Versuch, mit Oschi auch nur einen Meter zu fahren, kläglich im Ansatz: im Getriebe ließen sich weder Rückwärtsgang noch Crawler einlegen. Warum, das weiß ich noch nicht. Vielleicht stand Oschi nur etwas verspannt da, vielleicht stand er auch einfach etwas zu lange rum. Angesprungen ist er dafür wie eine Eins.

Ich hatte schon mal ein anderes Problem im Steyrforum beschrieben, damals war aber fehlender Luftdruck der Grund für die Blockade im Getriebe. Diesmal aber lief der Motor bis zum Abblasen, dann ratschte es beim Versuch, zu schalten, so, als ob die Kupplung ohne Funktion wäre. Soweit ich das nach zwei Monaten Stillstand sagen kann, fühlt sich das Pedal aber normal an. Ich werde mal die anderen Gänge versuchen (bei stehendem Motor sind die anderen Gänge auch kein Problem, nur R und C). Der Boden unter dem Auto war immer trocken, Hydraulikflüssigkeit habe ich noch nicht kontrolliert.

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#125 Beitrag von Kater » 2014-02-16 20:03:37

Oschi hat geschrieben:Diesmal aber lief der Motor bis zum Abblasen, dann ratschte es beim Versuch, zu schalten, so, als ob die Kupplung ohne Funktion wäre. Soweit ich das nach zwei Monaten Stillstand sagen kann, fühlt sich das Pedal aber normal an. Ich werde mal die anderen Gänge versuchen (bei stehendem Motor sind die anderen Gänge auch kein Problem, nur R und C). Der Boden unter dem Auto war immer trocken, Hydraulikflüssigkeit habe ich noch nicht kontrolliert.
Eine Kupplung kann verkleben, daher ist das Anlassen ohne Gang immer sinnvoll, unabhängig ob der Anlasser neutral braucht (wie beim KAT) oder nicht.
Mach mal folgenden Test: bei eingelegtem Gang nur kurz anlassen, Kupplung dabei treten. Im Notfall neutral vorgauckeln indem der Schalter gebrückt oder abgezogen wird. Falls die Fuhre loshoppeln will ist das die Ursache. Dann würde ich bei eingelegtem Gang den Wagen anziehen, z.B. einem Stapler. Dabei löst sich meist die Kupplung.
Natürlich kann dabei auch was an der Kupplung kaputt gehen. Aber das ist es jetzt schon und einmal Getriebe abflanschen zum Nachsehen ist auch nicht billig.

Die Verschränkung kannst du mit dem gleichen Stapler prüfen.

Weiterhin viel Erfolg.

Peter

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#126 Beitrag von Oschi » 2014-02-16 22:21:51

Die vergangene Woche ließ ich ein paar Federn beim Schrauben. Kleine Schnitte und Quetschungen sind ja normal (nein, ich bin kein Tollpatsch, ich habe nur außergewöhnlich viel Pech :angel: ). Letzte Woche kam noch eine Blutblase, ein Metallsplitter im Auge, ein Riss im Daumen, der nicht heilen will und eine nennenswerte Prellung am Unterarm durch Abrutschen mit der großen Ratsche hinzu. Es wird Zeit, dass Oschi flügge wird, ich will das Ende noch erleben :-) ... jaja, ich bin leidenschaftlicher Hypochonder. :D

Zum Thema:

Kupplung:

Davon gelesen hatte ich schon öfter, dass es mich selbst mal erwischt, hätte ich nicht erwartet - es trifft ja nur die anderen. Meine Kupplung "klebte" also als Folge der längeren Standzeit bei nasskalter Witterung auch. Zur Lösung verklemmte ich mit einer Holzlatte das Kupplungspedal, nach zwei Tagen war der Spuk vorbei. Trotzdem Danke für Deinen Tipp, Kater Peter. Oschi hat dafür jetzt Probleme mit der Luftversorgung an Verteilergetriebe und HA-Sperre... Irgendwie scheint er vernachlässigt zu sein und um Aufmerksamkeit zu betteln.
Kupplung fixieren.jpg
Lagerung:

Die Lagerung wurde mit den Wippen verschraubt. Dazu waren 32 Löcher in 14mm zu bohren, was drei Leute viel Kraft und Geschick kostete (meins ist ja mehr die Kraft). Die per Schraubzwingen fixierten Wippen führten dabei den Bohrer. Die mittigen Löcher der Querlager werden noch aufgebohrt und bekommen Abstandsbuchsen eingeschweisst.

Die hintere Wippe ruht auf nach außen bauenden Konsolen, die mit je zwei 16mm Passschrauben neben die Hinterachsfederböcke an Oschis Rahmen geschraubt werden. Je ein gut passendes vorhandenes 10mm Loch bohrten wir dazu auf. Das zweite Loch war neu zu setzen. Nach Konsultation der AufbauRiLi setzte der Meister dafür ohne mit der Wimper zu zucken die Bohrmaschine an. Für die gesamte Befestigung der Rautenlagerung waren damit nur zwei neue Löcher in das Fahrgestell zu bohren.

Vorn verwenden wir zur Befestigung die beiden obersten Bohrungen der u-förmigen Quertraverse zwischen Haupt- und Verteilergetriebe. Dort war die Befestigung per Konsolen aufgrund des Batteriekastens ungleich aufwändiger. Wir entschieden uns für zwei 15mm starke 190x120mm Flacheisen, die wir außen über die beiden Bohrungen legten. Die 16mm Passschrauben mit 17mm Schaft in 50mm Länge tauschten wir gegen entsprechend längere, die alten werden hinten recycelt. Während die Beifahrerseite offen zugänglich war, ist an der Fahrerseite außen besagtes Batteriefach im Weg. Und weil es auch innen sackeng zugeht, musste zum Lösen der Quertraversenschrauben orientalisches Improvisationstalent her (Danke Mohammed, ich hätte ja geschworen, das geht so nicht). Murphy gab auch noch mal alles, denn beim Einmessen der vorderen Konsolen stellten wir fest, dass der Hilfsrahmen plötzlich um 10mm verschoben auf dem Fahrgestell lag. Nach viel Fummelei mit Spanngurten und Hebeln, mehrfachem Ein- und Ausbau der vorderen Wippe und unter Zuhilfenahme meines umfangreichen Fäkalvokabulars war die Lagerung trotz Regen und Einbruch der Dunkelheit irgendwann dann doch mal vollständig montiert.

Die vordere Wippe hat zwar nur wenig Luft bis zur Kardanwelle, aber die blieb auch beim ultimativen Verschränkungstest auf den Auffahrböcken erhalten. Ein "Mehr" an Abstand wäre zwar ein Sicherheitspuffer, aber wir scheinen nicht mehr zu brauchen. Auf zwei vorn und hinten versetzten Böcken hob das vierte Rad in die Luft ab. Daraus schließe ich, dass wir die maximale Verschränkung erreichten. Den Test bestand die Lagerung mit Bravour: alles freigängig, die Bolzenlager leichtgängig, die Auflagefläche verwindungsfrei, der Heckträger stabil - alles wie erhofft.
Oschi verschränkt sich 2.jpg
Mein persönliches Ziel, alle Achsen/Lagerpunkte in einer Flucht zu haben, ist erreicht. Das heißt, die Rautenlagerung steht! :spiel:


Fahrerhaus:

In das verbliebene Loch im Himmel stopfte ich die spülmaschinengereinigte Innenbeleuchtung - jetzt mit LEDs. Auf dem Mitteltunnel nahm das fertig bezogene zusätzliche Ablagefach Platz. Da Alu-Applikationen hipp sind, bekam die Mittelkonsole noch eine umlaufendes Alu-U-Profil spendiert. Ein Bild dazu gibts, wenn auch die Ecken noch verkleidet sind. Ich machte mir lange Gedanken um PET-Flaschen-Halter. Erst sollten sie integriert sein, z.B. mittels quer eingebauten und entsprechend ausgenommenem Brett. Dann dachte ich an eine Befestigung dahinter, z.B. mittels Fahrradflaschenhalter aus Alu oder einem Stück Abflussrohr (in schwarz matt lackiert, eh klar) oder einem Rohrstück. Mittlerweile sind wir ganz davon abgekommen, die Flaschen passen liegend in das Fach.

Die Sitze fehlten noch, und wie ich die vom Smart auf die ISRI-Konsolen bringe, darüber dachte ich eine ganze Weile erfolglos nach. Die Sitzverstellung vom Smart hatte ich bereits vollständig zerlegt. Wie immer hatte der Meister dann die zündende Idee: Auflagebleche. Also schnitt ich fünf Millimeter starke Auflagebleche zurecht und er verschweißte die Auflagen mit den Konsolen. Die Laufschienen schraubte ich mittels selbst angefertigter Gewindeklötze auf die Auflagen. Auf die Schienen schob ich den Sitz, zog die Gewindeklötze fest und verbohrte und verschraubte die Sitzschienen mit den Laufschienen. Das, was von den Auflagen überstand, schnitt ich noch geschmeidig zurecht. Die originale Konsolenverkleidung konnte ich wiederverwenden. Der Beifahrersitz fand inzwischen an seinen Platz im Fahrerhaus wieder zurück. Anbei ein paar Bilder vom Umbau:
Sitzschienen.jpg
Datei falsch bezeichnet, das hier sind die Laufschienen, die Sitzschienen sind am Sitz...
ganz fertige Sitzkonsole.jpg
Probesitzung.jpg
Elektrik:

Irgendwo im Netz hatte ich das mal gesehen, also brauche ich das auch - so einen schick ausgefrästen Batteriehalter aus Multiplex für die Optimas. Nur noch ein paar Stunden sägen und fräsen:
Wölkchen aussägen.jpg
Die bei Ebay billig geschossenen Polklemmen tauschte ich gegen günstige von Herth+Buss aus, da mir eine Polklemme bei der Demontage zerbröselt war. Sie war nicht einmal besonders fest angezogen gewesen. Man stelle sich ein während der Fahrt herumwedelndes Batteriekabel und die Kurzschlussgefahr vor... Nein Danke! Bei H+B habe ich ein besseres Gefühl.
neuer und alter Batteriepol.jpg
links neu, rechts alt
Eine weitere Schrauberwoche überlebt...Shaka! :rock:

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#127 Beitrag von JRHeld » 2014-02-17 17:45:12

Moin,
respekt vor dem projekt,
gefällt wie er es angeht, und umsetzt.
Gruß
Jakob
Ich bin krank,
ich hab die Schrauberitis...
Endet mit 24 Vorwärts- und 4 Rückwärtsgängen ;+)

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#128 Beitrag von Oschi » 2014-02-24 23:39:42

Aaaaaargh ... grrr ....ngngngn .... MIST!!!

Montag wurde die Rautenlagerung demontiert, Oschi ist wieder oben ohne. Der Meister schweißte hier und da noch ein paar Befestigungslaschen auf Verdacht an und brachte die kleineren Teile zum Verzinken:
Kleinteile verzinken.jpg
Mittwoch kam ein Kranlaster und nahm meine Hauptrahmen-Konstruktion planmäßig zum Verzinken mit. Freitag meldete die Verzinkerei nach dem Säurebad überraschend nicht lösbare Rückstände und verweigerte unplanmäßig die Verzinkung. :Weiney: (=Weinsmiley)
:frust:

Was ist da los? Das Ding lag über den Winter monatelang im Freien und ich wollte tropfendes Rostwasser auf dem Fahrgestell verhindern - es regnete ja in einem fort. Ich hatte die Kontaktstellen des blanken Hilfsrahmens mit dem Fahrgestell mit Owatrol übersprüht, denn der Meister meinte, Öl wäre kein Problem. Naja, Owatrol ist dann wohl doch ein Problem. Noch haben wir den Rahmen nicht zurück (sinnlose Transportkosten) und wissen nicht, wie er aussieht (zusätzliche Zeitverzögerung). Ach mann... ich könnte echt... :sick:

* eins * zwei * drei * ... * zehn * ... Ommmmmmm

OK, es ist ja nicht so, als hätten wir sonst nichts zu tun.

Kabinenbau

Bei der Bodenplatte war noch etwas Vorbereitung nötig. Ich hörte leider zu spät auf die Idee, die einzelnen Siebdruckplatten überlappen zu lassen. Also fräste ich mit einem Kegelfräser die Stöße auf, um sie ordentlich mit Farbe und Kleber zu versiegeln. Praktischerweise liegen zwei von drei Stößen auch auf den Hilfsrahmentraversen.

Die Heckwand bekam eine zusätzliche Querverstrebung und in die linke Seitenwand fügten wir Rahmenhölzer für ein Fenster und die Unterkonstruktion für die Stöße der Außenverschalung ein. "Wie lang kann man denn schon für ein paar Unterkonstruktionshölzer brauchen?" "Wir haben erstmal zwei Stunden lang die Einbaulage des Fensters simuliert und gerechnet und gemessen bevor wir zum Werkzeug griffen. Erst nach insgesamt sieben Stunden (inkl. dauerendem Hin- und Herschichten der Wände) war Feierabend!" Die Unterkonstruktion fügt sich allerdings fein in das Ständerwerk ein, wenn ich das mal so behaupten darf. Die Beifahrerseite ist auch bald soweit:
Unterkonstruktion Beifahrerseite.jpg
Vor der endgültigen Festlegung von Tür- und Fensterposition brauche ich aber noch das OK der Projektleitung.

Fahrerhaus

Im Fahrerhaus gibt es wieder zwei Sitze. Die Sitzverstellung tut sich mit den dicken Fussmatten etwas schwer, aber "so what". Dafür ist Oschi innen echt leise. Hier doch schon mal Fotos vom - leider noch unfertigen - Innenraum, denn nichts hält länger als ein Provisorium:
Fahrerhaus Totale.jpg
Fahrerhaus Himmel.jpg
Fahrerhaus Fußraum.jpg
Fahrgestell

Wenn ich gewusst hätte, dass ich mal an einen Schlosser gerate, der bei meinem Auto keinen Stein auf dem anderen lässt, hätte ich mir gewisse Vorarbeiten beim Kauf gespart. Nun, den Meister störte, dass das Auspuffendrohr so knapp an der Hinterachsfeder anliegt, es sollte verdreht werden. Also lösten wir den Topf (da ist nur einer), schleppten ihn in die Werkstatt und er brannte das festgerostete Endrohr mit dem Schweißbrenner frei. Dabei stellte sich heraus, dass das Endrohr rechtwinklig bis auf den inneren Mantel im Topf geschoben war. Das verwunderte uns sehr, denn der zur Verfügung stehende Endrohrquerschnitt von geschätzt 10cm war damit bis auf die Randbereiche der Rundung abgedeckt und es dürfte kaum Durchgang vorhanden gewesen sein. Ich habe da mal was von nötigem Staudruck und schwingender Luftsäule aufgeschnappt, aber ich weiß nicht, ob das bei einem Turbomotor abgasseitig gilt. Meiner Meinung nach sollte das Endrohr nicht auf Anschlag im Topf stecken. Hat da wer eine Meinung zu?

Inneneinrichtung

Da wir nicht alles im teilweise offenen Unterstand lagern können und wollen, ist unsere kleine Wohnung mit den Gerätschaften für den Innenausbau nun bis zum Bersten vollgestopft. Wir lagern quasi eine komplette Zweitwohnung ein. Ich muss dringend mal das gelieferte Zeug auf Funktion testen, da habe ich besonders bei den Gasgeräten eine offene Frage. Alle Geräte haben als Anschluss nur ein kleines blankes silbernes Röhrchen ohne Gewinde hervorstehen. Wird da was darauf gelötet oder muss da ein Schneidring drauf oder was?

Nach dem Lesen vieler augenzwinkernder Beiträge zum Entsorgungsthema hier im Forum waren wir willens, uns mit dem Trenn-Prinzip anzufreunden. Also hatten wir kürzlich eine Separett Villa zu Besuch. Alles drin, alles dran, rundum sorglos entsorgen. Doch über fünfhundert Tacken für einen Joghurtbecher verleiteten mich zu der Ansage, dass ich eine bessere Haptik für weniger realisieren könnte. Mal sehen... Bau ich halt auch noch die Toilette selber.

Sonstiges

Noch einiges anderes angefangen oder weiterbearbeitet aber nicht fertiggestellt, wie z.B. ( :wub: ) Batteriehalter, Dachkonsole, Anhängerkupplung, Staukasten. Besonders der Staukasten hat es in sich. Der soll möglichst viele große Gasflaschen aufnehmen (jaja, ich weiß, nur zwei volle, aber ich weiß gerade nicht wohin mit einem großen Gastank), sowie eine klappbare Einstiegsleiter, außerdem zwischen Lufi und Tank passen und dabei nicht über den Tank hinausragen. Das Teil wird eine Maßanfertigung mit teilintegrierten Tragekonsolen ... Schweißers Alptraum:
Staukasten.jpg
Immer noch leicht geknickt
Oschi

PS: Das Badwaschbecken auf Dichtheit geprüft ;-)
Bad Waschbecken.jpg
PPS: Danke schön Jakob. Weisst Du was? Ich habe ganz schön lange über Deine Ladebordwand und Reserveradhalterung gegrübelt. :cool:
Zuletzt geändert von Oschi am 2014-02-25 10:09:24, insgesamt 2-mal geändert.

Kater
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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#129 Beitrag von Kater » 2014-02-25 0:07:00

Oschi hat geschrieben:Alle Geräte haben als Anschluss nur ein kleines blankes silbernes Röhrchen ohne Gewinde hervorstehen. Wird da was darauf gelötet oder muss da ein Schneidring drauf oder was?
ja, da kommt ein Schneidring mit Ermetoverschraubung drüber. Die kennst du in anderen Größen von deinen Sprit- und Druckluftleitungen. Achte bitte auf die Leitungsquerschnitte und Druckniveaus.
Heute üblich: 30 mbar, früher 50mbar.
Bis zum Verteilerblock mit 10mm Rohr fahren, dort die einzelnen Verbraucher mit 8mm anschliessen.
Falls du die Anlage mit 50mbar betreibst reichen überall 8mm Rohre.
Bei Kupferrohr muss noch eine Einschlaghülse rein, sonst bricht das Rohr am Schneidring.
Es gibt übrigens Flaschen mit Füllventil für Autogastankstellen, damit entfällt der lästige Flaschentausch und die Leergutorgien. Evtl. wirst du hier fündig.

Owatrol ist dünnflüssiges, aushärtendes Öl. Ich habe es in die Hohlräume meines Toyo gespritzt weil es überall hinläuft, komplett durchtrocknet und sich daher der Saharasand nicht fest setzt.
Es ist eher wie Lack und muss nach ein paar Jahren erneuert werden.
Für mich beruhigend, das es sich von Säure nicht so einfach beeindrucken lässt. Wahrscheinlich hilft nur Strahlen um es wieder runter zu bekommen.

Trotzdem weiterhin viel Erfolg und Salatvitamine.

Peter

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#130 Beitrag von Oschi » 2014-03-03 22:08:12

Kater hat geschrieben:ja, da kommt ein Schneidring mit Ermetoverschraubung drüber.
Besten Dank für Deine Tipps, Peter!

Happy Birthday Oschi!

Oschi ist jetzt ein Jahr bei uns, elf Monate davon schrauben wir an unserem Mittel zum lang ersehnten Zweck. Ein Jahr Schrauberei war das Ziel, und wir werden es wohl knapp verfehlen. Das Fahrgestell ist saniert, die Rautenlagerung fertig und Teile davon verzinkt, die Kabinenwände warten auf den Zusammenbau und unsere Butze platzt vor WoMo-Inventar. Endspurt...


Hilfsrahmen/Lagerung:

Während die Kleinteile bei einer anderen Verzinkerei problemlos verzinkt wurden - obwohl ebenfalls mit Owatrol in Berührung gekommen - kam der Rahmen unverzinkt in einem satten rostbraun zurück. Grmpf. Der Rahmen ist bereits sandgestrahlt und erneut in einer Verzinkerei. Die Kleinteile bearbeitete ich fast vier Tage lang nach: Grate, Pickel u.a. Zinkreste wegschleifen, Bohrungen säubern, Gewinde nachschneiden.


Fahrgestell:

Einige gesäuberte Kleinteile wollte ich unbedingt schon am Rahmen sehen:
bling bling.jpg
Mit den mittleren Lagerplatten wird innen jeweils ein Adapter-U-Profil verschraubt. Links hatte der Aigner schon eines als Auspuffhalterung vorgesehen, rechts bearbeitete ich selber eines zur Aufnahme der drei Magnetventile, da die Originalbohrungen ja durch die Lagerplatten besetzt sind. Dabei kam mir auch eine Idee, warum hinten nicht mehr viel zu schalten war. Die Magnetventile haben alle nur eine Leitungsader, vermutlich Plus, und der Massekontakt fehlte wohl mangels Kontakt zum Chassis, weil die Baugruppe nur an einem Kabelbinder baumelte.
Magnetventilträger.jpg
Das Ansaugrohr zwischen LuFi und Turbo verläuft jetzt ein Stück weiter unten. Ein zusätzliches Bohrloch im Halter macht's möglich. Das Ansaugrohr wird schon im Originalzustand von der Pritsche berührt, ähnlich machte es die Raute. Jetzt bleibt das Rohr unbehelligt.

Der Auspufftopf ist wieder dran , das Endrohr etwas gekürzt und in den freien Raum gedreht so gut es ging. Es ragt auch nicht mehr ganz so weit in den Topf hinein.

Der Staukasten hat etwas an Kontur gewonnen, die beiden Eigenbaukonsolen sind eingemessen, gebohrt und schon teilweise mit Flachmaterial zum Hutprofil verschweißt. Wie üblich, verwende ich zur Befestigung am Rahmen vorhandene Bohrlöcher bzw. Schrauben. Die hintere Konsole hängt mit an der Befestigung des Verteilergetriebes. Als ich zwei der vier M16 Schrauben löste, tat sich überraschend ein Spalt zwischen Halterung und Rahmenlängsträger auf. Ich hab mich dann erstmal nicht getraut, die Schrauben zu entfernen, aber dafür Owatrol in den Spalt gepumpt :-).


Kabinenbau:

Die Unterkonstruktion der Seitenwände ist fortgeschritten (das Wort 'fertig' vermeide ich zukünftig). Wir haben für die Fenster, die Tür und die Klappen sowie die Stöße der Außenverschalung Rahmenhölzer zur Befestigung in das Ständerwerk der Seitenwände eingefügt; teils im Vertrauen darauf, dass uns vorab Ausschnittsmaße richtig mitgeteilt wurden. Aus der Not zweier kapitaler Messfehler machten wir eine Tugend und die Unterkonstruktion einiges komplexer als beabsichtigt.
vorher.jpg
Mikado.jpg
nachher 1.jpg
Besonders spannend am Ausklinken der schon montierten Rahmenhölzer ist, dass man auf der einen Seite nicht genau weiß, wo von der anderen Seite bereits eine Schraube gesetzt wurde. Die Handkreissäge quittiert die Treffer jedenfalls immer mit heftigem Funkenregen. Dann heißt es, die Wand aufstellen und die Schrauben suchen und herausdrehen. Dieses stark zufallsabhängige Verfahren ist der Tatsache geschuldet, dass das ständige Umschichten der immer schwerer werdenden Wände von Hand auf engem Raum kein Spaß mehr ist.


Akkuhalter:

Bei meiner Lösung verzichte ich auf einen Spanngurt, um die obere Abdeckung als Montagefläche für die Elektrik zu nutzen. Der 21mm-Deckel wird von zehn Stück M10 Schlossschrauben gehalten, die im unteren 63mm Multiplexteil eingesetzt sind. Die Gesamtkonstruktion wird mit 8-10 Schlüsselschrauben in der Bodenplatte verschraubt. Sofern die Akkus auf der Wellblechpiste nicht anfangen zu tanzen (und genau das gilt es zu verhindern), sollte meine Konstruktion halten.
Batteriehalter fertig.jpg
Batteriehalter Unterseite.jpg
Batteriehalter Anprobe.jpg

Fahrerhaus:

Noch zwei L-Winkel an die Mittelkonsole geklebt/geschraubt. Beim Lenkrad gab es einen winzigen Fortschritt, den ich dort noch beschreiben werde.


Innenausbau:

Da wir noch nie eine Wohnkabine innen ausgebaut habe, fehlen uns auf viele Detailfragen die Antworten. Auf der Suche nach der rationellsten Vorgehensweise kam ich auf diesen Plan:

Im Grundriss ist neben der Eingangstür (vorne rechts) ein Eckschrank für die zentrale Elektrik reserviert: Akkus, Ladegeräte, Wandler, Verteilerkasten, Anzeigen, etc. (u.a. Kühlschrank). Weiter ist im Bad (vorne links) ein Unterschrank für die zentrale Warmwasserversorgung reserviert: Heizung, (Ab-)Wasserpumpen, Ausgleichsgefäß, Heizkreisverteiler, Wärmetauscher, Boiler, usw. Viele zentrale Dinge wären damit vorne konzentriert. Für die Gewichtsverteilung ist das nicht mal nachteilig, denn hinten ziehen Heckträger und Ersatzrad am Hilfsrahmen und ich brauche vorne noch gut 300Kg Gewicht, um den Rahmen auszutarieren.

Wir werden wohl zuerst die FBH verlegen und dann schauen, wo wir welche zusätzliche Installation (Wassertanks) unterbekommen und die Möbelgrundrisse danach planen und bauen. Zuviel voraus plane ich nicht, weil bei der Umsetzung doch ständig neue Probleme auftauchen (Erfahrungsmangel halt).

Das größte Problem ist die Unterbringung eines großen Gastanks. Da ich außen bislang keinen Platz finde, bleibt eigentlich nur der Einbau in die Kabine, entweder im Stauraum oder im längeren Schenkel der L-förmigen Sitzgruppe. Am Inneneinbau stört mich, dass ich für die Zwangsentlüftung ein großes Loch vorsehen muss und damit eine wärmebrücke in die Kabine hole (gasdichter/isolierter Kasten hin oder her). Andererseits stellt jede Zwangsentlüftung (Toilette, Abgas-/Ansaugrohr für Heizung, Kamin für Backofen, ...) eine solche Problemzone dar.


Nebensächliches:

Ich habe es tatsächlich geschafft, mir an einer drei Meter hohen Hallendecke den Kopf anzuhauen...


Düsseldorf - Helau!
Oschi

PS: Murphy ist ein A...loch! Neulich abends den Wetterbericht geprüft: es ist trocken und es bleibt für paar Tage trocken. Also den streng gehüteten Rest an Owatrol/FluidFilm aufs Fahrgestell gesprüht. Am nächsten Morgen sind die Straßen nass wegen nächtlichen Regens (rettet den Genitiv!). Hmpf, ich habe ein déjà-vu, genau so lief es im vergangenen Herbst auch...

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#131 Beitrag von Oschi » 2014-03-09 23:26:56

Ooooooooh! Aaaaaaaah! Welch erhabener Anblick! Mein Herz jauchzet wie ich IHN da stehen sehe, in silbrigem Glanze, stolz und aufrecht der Sonne entgegengereckt. Hä, wen? Na IHN, den Hauptrahmen! Ah so...

Zwar war sowohl beim Strahlen als auch beim Verzinken etwas Schwund an der ein oder anderen Befestigungslasche (2x verbogen, 1x abgerissen, 1x angebrochen), aber bei insgesamt paar und vierzig Stück Laschen wolle mer mal net kleinlich sein. Der Ärger darüber steht hinter der Freude zurück, dass wir nun bald eine Kabine haben werden. Nach zwei Stunden schleifen und bohren in der Frühlingssonne war der Rahmen schnell um die Zinkgrate bereinigt. Dann hoben wir ihn auf die Bodenplatte, richteten ihn aus, zeichneten ihn ab, bohrten die Befestigungslöcher, hoben ihn wieder ab, sauten alles mit Polymerkleber ein und matschten dann bis in die Abendstunden darin rum. Dank Bitadapter für die Bohrmaschine konnten wir die 38 Stück M10 VA-Schrauben mit VA-Stoppmuttern recht bequem anziehen.
Vroooooom.jpg
Roaaaaaar.jpg
Quiiiiiiiiitsch.jpg
Befestigungslöcher bohren.jpg
Der Meister schwang die verbale Peitsche und trieb uns an, hätte am liebsten gleich die Kabine zusammengebaut, aber ich war dank der zweiten fiebrigen Erkältung in diesem Jahr platt.


Und sonst wurde auch diese Woche wieder geschraubt...

...am Fahrgestell:

Oschis Elektrik führt ja ein gewisses Eigenleben. Da sich nach einigen Monaten des Abwartens nichts mehr zum Besseren änderte, ging ich mal das fehlende Bremslicht links an: defekte Glühbirne, easy. Leuchtenkörper vom Strahlsand gereinigt, "Glas" gespült, zusammengeschraubt, Blinker links geht nicht mehr ... ??? ... den Schraubenzieher am Lampenglas angesetzt, Blinker geht wieder ... !!! ... hmmm ...

Auf die Nato-AHK wollte ich ursprünglich zugunsten einer Maulkupplung verzichten, doch der Meister überzeugte mich von "sowohl-als auch" anstelle "entweder-oder".
AHK.jpg
Da es die kleine 2-polige AHK-Steckdose beim Strahlen zerissen hatte, baute ich sie inkl. Verkabelung komplett zurück. Passenden Ersatz hatte ich nie gefunden und scheint mir auch nicht nötig, Oschi hat ja noch eine mehrpolige AHK-Steckdose.

Aufgrund meiner Vorliebe für Gas bauen wir einen Staukasten, der den zur Verfügung stehenden Platz maximal ausnutzt. Den Aufwand und das Gewicht maximieren wir gleich mit. Jede Strebe wird einzeln in komplexer Form ausgeschnitten. An Material wird verarbeitet was gerade herumliegt. Vermutlich werden wir einen Stapler brauchen, um den Staukasten zu montieren. Und vermutlich wird man das Auto unterm Staukasten aufbocken können. :-) Hier ein Zwischendurchbild:
Staukasten entsteht.jpg
Bei den ganzen neuen Anbauten haben wir die Schrauben mit den richtigen Anzugsmomenten nachgezogen.


...am Kabinenbau:

Vielleicht sind wir spielsüchtig? Jedenfalls können wir mit dem Tetris nicht mehr aufhören. Stirnwand und Rückwand bekamen noch Balken für den Plattenstoß und die Stirnwand die Vorbereitung für den Durchstieg:
Tetris for ever.jpg
Seit langem liegt hier schon so eine CEE-Landstromsteckdose aus billigem Plastik herum. Und obwohl ich immer noch nicht weiss, wohin damit, musste ich sie optisch aufwerten:
Pimp my Landstromeinspeisung.jpg
...am Fahrerhaus:

Das sind meine bescheidenen Anfänge einer Dachkonsole:
aller Anfang ist schwer.jpg
Das Einmessen der Dachrundungen ging ganz gut mit Pappzuschnitten. Die 14 Bohrungen (u.a. für Sonnenblenden) im oberen Frontscheibenholm übertrug ich mittels Kreppklebeband. Den Streifen klebte ich auf den Holm, markierte die Bohrungen, und klebte den Streifen dann aufs Holz und übernahm die Markierungen zur Befestigung der Konsole. Ausgehend von der Mitte kontrollierte ich die Maße und bohrte die Löcher im Zweifelsfall etwas großzügiger.

In der Dachkonsole sollen Platz finden: Spannungswandler 24V->12V, Radio (evtl. Verstärker), Boxen, zweiter DIN-Schacht für was auch immer (Funk evtl.), einige 12V Steckdosen, 2 Ablagefächer, 2 Leselampen.

Damit es mir die Dachkonsole auf Pistenfahrten nicht zerlegt, ist sie in sich verleimt und mit knapp 50 Schrauben verschraubt. Zur Befestigung am Dach nutzen wir vorhandene Löcher (knapp 30 weitere). Als kontrastierender Bezug ist grünes Kunstleder avisiert.


Oschi

PS: Für die figurbewussten unter Euch - laut Verzinkung wiegt der Hauptrahmen der Rautenlagerung 249 Kg, der Rest (Heckträger, Lagerwippen, Adapterplatten, usw.) zusammen 268 Kg (davon der Heckträger 76Kg).

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#132 Beitrag von Oschi » 2014-03-17 23:34:06

Hallo alle!

Diese Woche war eine Gratwanderung zwischen Auskurieren der Erkältung einerseits und die Arbeiten an Oschi nicht völlig einstellen andererseits. Da ich es bis ins Büro schaffte, konnte ich auch schrauben. Und beim Schrauben bekam ich sogar etwas Sonne und frische Luft ab, während zu Hause nur die Nase und der Kopp zuging.


Am Montag war ich außer Gefecht, da ging gar nix.


Dienstag schnitt ich einige verzinkte "Schutz"bleche für den Unterboden der Kabine aus. Zwei 70x70xm Bleche als Radabdeckung, und drei längere 10cm breite Blechstreifen als Abdeckung für den einen freiliegenden Plattenstoß hinten. Die Bleche klebte ich flächig auf und verfugte die Ränder.
Bodenbleche 2.jpg
Lange orakelte ich über den Sinn oder Unsinn einer zusätzlichen Verschraubung. Pro Schraube spricht die zusätzliche Sicherung, auch, weil die Trockung des Klebers im abgeschlossenen Raum zwischen Siebdruck und Blech sich säääääääääähr lange hinziehen dürfte. Gegen die Schraube sprach, dass die leicht gewölbten Bleche schon allein durch Unterdruck hielten und es ja gilt, jedes Loch im Holz außen zu vermeiden. Am Ende hörte ich auf den Rat des Meisters und setzte ein paar wenige Spenglerschrauben (in ein Bett aus Kleber).

Anmerkung: Der ganze Unterboden ist aufgrund aller gesetzten Schrauben mit drei Schichten dauerelastischem Holzschutz (Gori55) versehen. Da der Anstrich eigentlich für das Wandinnere vorgesehen war, hatten wir mehr auf den Preis geachtet als auf die Farbe, nun ist der Kabinenboden taubenblau.

Für die Durchstiegtür sind inzwischen schwächere Gasdruckfedern eingetroffen. Die alten Kugelköpfe dafür musste ich noch streichen; sie sind aus blankem Stahl, der im Freien inzwischen zu rosten begann.


Mittwoch drehten wir die Bodengruppe um. Das dauerte doch sage und schreibe zwei Stunden, wer hätte es gedacht:
--Verzurren ("Anschlagen")
--knapp 500 kg anheben
--Böcke und Auflagen wegräumen, Karre drunter fahren, ausrichten, absenken
--Bodengruppe aus der Halle raus und unter den Außenkran fahren
--Anheben, Karre weg, Hölzer unterlegen (wegen der Laschen), absenken
--einseitig anschlagen, anheben, Kran ganz zur anderen Seite fahren, Hölzer unterlegen, ablassen, überkippen, absenken
--beidseitig anschlagen, anheben, Hölzer weg, Karre drunter, absenken
--Bodengruppe in die Halle rangieren
--Anheben, Karre weg, Hölzer unterlegen, absenken
Vom interessantesten Part unter dem Außenkran gibt es leider kein Bild :-(.
fliegender Teppich.jpg
gelandet.jpg
Um die Wände aufzubauen, legten wir die Bodengruppe vorerst auf Hölzer und nicht auf unsere angefertigten Rollbretter, da der Meister bei diesen Standplatten erwartet. Da der Rahmen fahrerseitig beim Verzinken einen leichten Bogen warf, zogen wir ihn mit einem verschraubten Winkel so auf den Boden, dass er zur Montage eben liegt.

Danach sah ich zum ersten Mal bei Tageslicht, was ich so an Verschraubung über Kopf verbrochen hatte. Da gab es einiges zu korrigieren bzw. zu ergänzen. Dann schliff ich die Innenfläche mit dem Excenterschleifer an und rollte sie mit Lasur (Gori33). Das dünnschichte Auftragen erledigte sich spätestens dann, als mir der Eimer mit der Lasur auf der Platte umkippte und komplett auslief. Zum Glück gelang es, 3/4 der Soße wieder einzufangen.

Ich schaffte noch eine weitere Lackschicht auf die Kugelköpfe der Gasfedern, dann hieß es ab ins warme Bett.


Donnerstag fräste ich die stumpfen Stöße der inneren Bodenfläche mit dem Kegelfräser auf und verfugte sie sauber. Dann rollte ich die Fläche mit Gori55.

Um das angesammelte Material abzubauen, baute ich die neuen Gasfedern mit den lackierten Kugelköpfen an die Durchstiegtür. Die Tür ist jetzt auch fürs schwächere Geschlecht besser zu schließen.


Freitag forderte der Job seinen Tribut - und es blieb nur Zeit, um die Bodenfläche ein zweites Mal zu streichen.


Samstag waren wir shoppen, d.h. das Badfenster von Outbound (RA-10) in NL abholen. Herr van H. nahm sich außergewöhnlich viel Zeit für uns und unsere Fragen. Als ich ihm erzählte, das Fenster in die 45 Grad Frontschräge einbauen zu wollen, waren wir sofort mitten in einer spannenden Diskussion um mögliche Probleme: Regenwasser würde sich im Fensterrahmen sammeln, könnte nach innen überschwappen oder in die Dichtung eindringen und beim Gefrieren den Rahmen aufsprengen. So gewannen wir von ihm und seiner Arbeitsweise einen hervorragenden Eindruck. Schade, dass wir nicht mehr bei ihm bestellt haben.

Die ebenfalls für Samstag geplante Abholung der Türen und Klappen ... klappte ... leider nicht. Der unverbindliche Liefertermin ist bereits überzogen. Schlimm. Noch schlimmer, der Lieferant kann wohl keine Informationen über den aktuellen Stand der Bestellung erhalten. Am schlimmsten finde ich aber, wenn ich von Lieferproblemen erst auf meine Nachfrage erfahre und nicht aktiv auf dem laufenden gehalten werde...

Nachmittags fand ich einen Grund, alle Kabinenwände nochmals umzuschichten: die letzte Nachbearbeitung vor dem Aufstellen und Verschrauben. Alle Klebekanten wurden mit dem Bandschleifer geglättet und mit Holzschutzfarbe gestrichen. Da wir schon "am Streichen dran" waren, bekamen alle Wände ringsherum weitere Lasur- und Farbschichten.


Sonntags sind eher die leisen Arbeiten gefragt, also schnappte sie sich das Lenkrad, während ich mich erfolgreich mit dem Sortieren von Unterlagen vor dem Löcher nageln drückte. Und wäre das Takelgarn nicht gerissen, das Lenkrad wäre fertig geworden.
Naht 2.jpg
Naht 2.jpg (30.65 KiB) 15857 mal betrachtet
Mittags stellten wir die Seitenwände auf, verklebten und verschraubten sie. Die Verschraubungsaktion gestaltete (s)ich ob der schweren, sperrigen Wände etwas hektisch, da wir alle Löcher gleichzeitig treffen mussten. Insgesamt passen die unabhängig voneinander angefertigten Bauteile aber überraschend gut. Die verschraubten Wände stehen ohne weitere Abstützung richtig schön steif und gerade auf der Bodenplatte.
Wände 1.jpg
Wände 3.jpg
Verschraubung Wand Boden.jpg
Euer Oschi
Zuletzt geändert von Oschi am 2014-03-23 22:50:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#133 Beitrag von yoeddy2 » 2014-03-18 10:10:10

Gerade mal d. letzte Stunde hier gelesen und Bildääär geschaut ....WAU !!!!
Hut ab, vor der Leistung und dem Tempo :unwuerdig: :unwuerdig: :unwuerdig:

Klasse Ralf :smoking:
Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist´s: Reise, reise!
Wilhelm Busch (1832-1908)

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#134 Beitrag von pari » 2014-03-18 15:08:10

wieder einmal möchte ich mich meinem Vorredner anschließen

:eek: :unwuerdig:

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#135 Beitrag von tonnar » 2014-03-18 15:47:09

Respekt für dein Arbeitstempo (trotz Krankheit)! :unwuerdig:
Ich bin mal gespannt, wie schwer dein Koffer und später der Laster wird. Bisher hast du ja bei der Bodengruppe konsequent auf Massivbau gesetzt. Mit den relativ leichten Wänden sollte das zumindest für eine gute Schwerpunktlage sorgen.

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#136 Beitrag von Oschi » 2014-03-23 22:22:10

Hey, wenn Ihr mich weiter so über den grünen Klee lobt, bilde ich mir nachher nur noch was ein :joke: . Wir tun, was wir können. Und wo wir als Nichtfachleute etwas weniger können, gleichen wir das mit etwas mehr tun wieder aus. Es macht ja auch Spass.


KW12 oder "Maaaaaaaaaaaaaaaaan ... wieso dauert das denn alles so lange?"*


Die Stirnwand hatten wir am vergangenen Sonntag schon mal "anprobiert" und dabei die Löcher für die Schlossschrauben eingezeichnet und angebohrt. Es ist gar nicht so einfach, noch freien Raum für neue Schrauben zu finden :eek: . Und für einen ausreichend langen Bohrer für 130mm Material muss der Meister erst zusammenschweißen.

Die Wand ist noch nicht komplett, oben fehlt noch ein Streifen Multiplexverkleidung und der gefürchtete Gehrungsschnitt. Beides ungeliebte Arbeitsschritte, die ich ewig aufgeschoben hatte. An beidem führt kein Weg mehr vorbei, Montag muss ich also da ran. Die Holzverkleidung gestalte ich überlappend - inzwischen weiß ich ja, wie es geht. Den Gehrungsschnitt versetze ich um fünf Millimeter in der Höhe, weil ich sonst an der Verschraubung der Holzverkleidung nicht vorbeikomme ... Das ist das wahre Drama, dass mich seit Beginn des Kabinenbaus verfolgt: dass alle Maße voneinander abhängen, und kaum lege ich einen Punkt fest, passt es an irgendeiner anderen Stelle nicht mehr.

Ich konvertiere wohl doch noch zu Torx. Mittlerweile musste ich einige Verschraubungen vornehmen, bei denen es aufgrund der Objektposition nicht möglich war, Druck auf die Schraube auszuüben. Mit Torx überhaupt kein Problem. Auch ist der Bit inzwischen hinreichend abgenudelt, so dass er nicht mehr im Schraubenkopf stecken bleibt.
Torx...viel hilft viel.jpg
Trotz begrenztem Arbeitsplatz - die Kabine ist etwas sperrig :D - ist das Ergebnis halbwegs brauchbar. Den Rest gleichen Schleifmaschinen und Kleber aus.


Nach wieder mal doch mehr Arbeit als gedacht, klebt die Stirnwand Dienstag aber am dafür vorgesehenen Ort:
Stirnwand dran.jpg
Damit sind vier von acht Flächen montiert. Halbzeit ... aber keine Zeit für ein Bergfest. Ist Euch aufgefallen, dass ich die Frontschräge bisher nie erwähnt habe? Der Grund ist einfach: es gibt noch keine bzw. nur Einzelteile. Ich habe es immer aufgeschoben. Ich mag keine Schrägen, ich kann das nicht, ich will das nicht. Winkel sind doof, immer geht was schief. Ich beginne trotzdem damit. Die innere Verkleidungsplatte säge ich zu, eine Längsseite mit 17 Grad und die andere mit 22.5 Grad angefast. Das kann man zwar so genau an der Handkreissäge einstellen, aber das Ergebnis hat natürlich nichts mit der vorgenommenen Einstellung zu tun... Dann arbeite ich die Längsträger der Stützkonstruktion ein. Nachdem sie fertig verklebt und verschraubt sind, stelle ich fest, dass ich sie auf die falsche Seite der Verkleidung und zur Außenkante bündig, also ohne Platz für die Gehrung, montiert habe. Ich bekomme einen Nervenzusammenbruch. Ver-*piep*-te *Piep*-Schräge, zwei Stunden für die Tonne gearbeitet und die Verkleidungsplatte sieht am Ende aus wie ein Sieb :wack: ! Frustriert reiße ich alles wieder auseinander und beginne von vorn. Sowas passiert mir wirklich ständig, das schreibe ich nicht nur, um Euch zu unterhalten :joke: .


Mittwoch sind genügend helfende Hände da, um die Dachplatte auf die Kabine zu schieben. Vorher muss ich unter den kritischen Augen des Meisters vorne noch den Gehrungsschnitt (bzw. zwei, da von beiden Seiten ... zu kleines Sägeblatt und so) machen. Er sagt ja nie was, und da rätsel ich immer, ob er meine Arbeitsweise so kritisch beäugt oder ob ihm der Umgang mit Holz so suspekt ist...

Mit zwei vor der Kabine aufgebauten Gerüsten wird die Dachplatte auf das Niveau der Kabinenoberkante gebracht und dann langsam über die Kabine geschoben. Ein Rundrohr dient dabei als Lager. Die genaue Ausrichtung auf jeder Seitenwand erledigt der dicke Hammer.
Anlauf...Los.jpg
ganz rechts im Bild der verzinkte Gas-Staukasten
Dach drupp.jpg
Noch kommt es nicht darauf an, dass beide Seiten gleichzeitig passen, da ich zuerst seitenweise die Schlossverschraubung vorbereiten muss. Eine Seite schaffe ich heute noch: Platte so festzwingen, dass die Außenkanten bündig ist. Bohrlöcher einmessen - wo ist noch Platz? Mit 6mm vorbohren und 10mm aufbohren, mit dem 30mm Topfbohrer ausfräsen, zur Hälfte mit 12mm nachbohren. Dach einseitig anheben, Kleber auftragen, Dach ablassen. Schlossschrauben stecken, U-Scheiben und Muttern aufsetzen, mit der Bohrmaschine anziehen. Herausquellenden kleber verspachteln. Und am Ende darüber ärgern, dass die Dachplatte auf dem Kleber drei Millimeter weggeschwommen ist. Das Ganze findet in 2.4m Höhe statt, was bedeutet: rauf auf die Leiter, runter von der Leiter, Leiter weiterschieben, rauf auf die Leiter, runter von der Leiter, ...

Durchhängen tut es zwar nicht (Kreuzüberblattung sei Dank), aber zum ersten Mal mache ich mir Gedanken, ob und wenn ja, wie stark das Dach wohl bei der Fahrt schwingen wird. Im vorderen Viertel kommt noch eine (stützende) Trennwand für das Bad rein, das ist sicher kein Fehler. Im hinteren Drittel könnte es noch eine Abstützung zwischen Bett und Wohnküche geben... Des Statikers Dilemma: mehr Material -> mehr Festigkeit, aber auch mehr Gewicht -> mehr Belastung.


Donnerstag klebe und schraube ich das Dach auf der anderen Seite fest. Obwohl die Rückwand noch fehlt, lässt sich der Kabinenkörper von Hand kaum mehr verbiegen. Die Box wird schön stabil. Etwas verbiegen muss ich sie aber noch, denn mir laufen die freien Ecken an der hinteren Schräge auf knapp 40cm ca. 15mm zusammen (=Untermaß, also für die Montage der Rückwand aufzustemmen). Davon mal abgesehen schwankt der Abstand beider Wände nur um fünf Millimeter über die gesamte Länge.


Freitag passe ich die Querträger der Frontschräge ein. Die Stützkonstruktion ist asymmetrisch ausgeführt, um den Einbau eines Fensters zu ermöglichen. Tage zuvor hatte ich die linke und rechte Seite bestimmt (wg. unterschiedlichen Gehrungswinkeln), doch heute kann ich mich natürlich nicht mehr daran erinnern und baue die Querträger falsch ein. Schnell, schnell ... ists passiert :motz: . Resigniert mache ich mich an die Gehrungsschnitte und widme die Seiten einfach um. Bis die Frontschräge endlich in das verbliebene Loch im Dach passt, braucht es eine so lange Schleiforgie, dass von den ursprünglichen Gehrungswinkeln ohnehin nichts übrig bleibt. Endlich erziele ich eine brauchbare Passung, dafür scheint das Loch aber nicht exakt im Winkel zu sein.

Spät abends deutet mir der Klappen-Lieferant am Telefon ein kleines Wunder an.


Samstagvormittag klebe ich zuerst die Frontschräge ein. Nur zwei von sechs Schlossschrauben bohre ich durch, um den Ausschnitt danach noch etwas besser in einen rechten Winkel ziehen zu können. Dann geht eine Kartusche Kleber drauf und es wird hektisch: Schräge rein und mit zwei Schlossschrauben fixieren, mit brachialer Gewalt zweier Schraubzwingen den Ausschnitt winklig ziehen, und dann bohren bohren bohren und schrauben schrauben schrauben. Am Ende noch die Fugen abdichten - fertig.
Frontschräge drin.jpg
Derweil baut der Meister den Gas-Staukasten ans Fahrgestell. Die Baustelle hat er letzlich alleine bearbeitet, denn immer, wenn ich helfen wollte, schickte er mich zum Kabinenbauen weg. Gut, man muss auch "jönne könne". 46Kg sagt die Verzinkerei... Bisserl Arbeit hat er noch, der Meister: Bodenbleche kanten, Lamellen pressen, Halbschalenhalterung für die Flaschen biegen, und für die Klappe fehlt noch das Motorhaubenband.
Gaskasten 2.jpg
die kleine Wohnkabine :-)
Nachmittags steht der Lieferant mit den Klappen und Türen vor der Tür! Obwohl Abholung vereinbart war, erspart er mir den Weg (160km) und die Kosten eines Leihwagens (hab ich schon erwähnt, dass wir gar keinen PKW besitzen?). Damit nimmt er mir allen Grund unzufrieden zu sein. Meine Aussage oben lasse ich für den Kontrast stehen, aber erwähne ausdrücklich, dass ich nun sehr glücklich bin! Unsere Unzufriedenheit war eine Folge des Zeitdrucks, unter den wir uns selbst gesetzt haben.

Mit dem gelieferten Material bin ich sehr zufrieden. Es handelt sich - wie schon erwähnt - um Material für Pferdeanhänger, das im Rohzustand nicht unbedingt für ein WoMo geeignet ist. Als Grundlage erfüllt es meine Erwartungen. Entsprechender Zusatzaufwand, um die Bauteile an meine Ansprüche anzupassen, ist einkalkuliert. Wer es probieren will, die Firma (Name gibt es vielleicht besser nur per PN) sitzt im Bergischen und vermittelt Fertigung nach Maß. Die Schlösser seien wohl von Southco.
Wohnkabine mit Löchern und Klappen.jpg
Da ich Türen und Klappen jetzt vor mir liegen habe, säge ich die Ausschnitte für das zweite Fenster, die Durchstiegtür und die Außentür aus. War es durch das Dach etwas dunkel im Inneren geworden, kommt nun wieder mehr Licht herein.

Zu guter letzt hilft mir Mohammed, die Rückwand versuchsweise ans Dach zu hängen. Nach längerer Diskussion bleibt es dabei, sie ist wegen seinerzeit vergurktem Gehrungsschnitt um 15mm zu kurz.
Anprobe Rückwand.jpg
Sonntag morgen bringe ich meine Buchhaltung in Ordnung. Mittags arbeite ich etwas an der Dachkonsole. Dann drehe ich eine Runde ... nein, leider noch nicht. Aber man wird ja mal träumen dürfen... :spiel:

Stattdessen vermesse ich die Fachung für die Iso und tausche Oschis linken Scheinwerfereinsatz aus (war teilweise blind vom Sandstrahlen). Vielen Dank an alle, die mir Ihre ausgemusterten Scheinwerfer andienten. Ich bin angenehm günstig bei Ebay an ein neues Originalteil gekommen.

Ich bereite noch die nächste Schrauberwoche vor, dann gehts heim zur letzten Amtshandlung: die Woche im Forum dokumentieren.


Mittlerweile denke ich verstärkt über die Außenverschalung mit Siebdruck nach. Klar ist, dass ich die Platten von außen festschrauben muss, so ungern ich die Oberfläche verletzen mag. An der Innenseite könnte ich auch die Schleifmaschine ansetzen, und zwar dort, wo ich auf der Unterkonstruktion zu liegen komme. Aber was mache ich an den ganzen Außenkanten? Ob stumpf gestoßen, ob Gehrung, ob Stufenprofil, seien wir mal ehrlich, die Platten werden doch niemals vollständig bündig stoßen! Ich habe schon Aluwinkel angefragt, die könnte ich mit dauerelastischer Dichtmasse auf die mit Epoxidharz versiegelten Kanten schrauben. Taugt das für paar Jahre? Alternativ könnte ich die Box vor der Verschalung wie Christo in Dampfsperrfolie einpacken. Dann hat sich das Aufkleben der Außenverschalung zwar erledigt, aber ich verschraube ja sowieso.

Euer ungeduldiger Oschi


*Ok, das passt jetzt nicht so mit Eurer Einschätzung zusammen :blush: . Wir kommen wahrscheinlich wirklich gut voran. Laut überschlägiger Rechnung konnten wir bisher rund 2.000 Arbeitsstunden investieren.

PS: Danke für Euer Feedback. Ich lese im Forum ja stetig mit. Aber an der Diskussion beteilige ich mich umgekehrt eher wenig. Bis ich eine Antwort formuliert bekomme, ist meist schon alles gesagt (nur noch nicht von jedem :) ).

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#137 Beitrag von A N D R E A S » 2014-03-24 13:32:35

Ich bin gerad auch in der Planung meiner Wohndose aus Siebdruckplatten.
Für meinen Kat will ich 5,4m x 2m x 9mm oder 12 mm nehmen. Leider habe ich noch keinen Lieferanten gefunden der die Platten einzeln verkauft. Alle wollen nur ganze Pakete (18 Stück verkaufen) :wack:

Vielleicht schaffen wir ja eine Sammelbestellung und bekommen so ein Paket zusammen!

Kater
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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#138 Beitrag von Kater » 2014-03-24 20:30:41

A N D R E A S hat geschrieben:Ich bin gerad auch in der Planung meiner Wohndose aus Siebdruckplatten.
Für meinen Kat will ich 5,4m x 2m x 9mm oder 12 mm nehmen. Leider habe ich noch keinen Lieferanten gefunden der die Platten einzeln verkauft. Alle wollen nur ganze Pakete (18 Stück verkaufen) :wack:

Vielleicht schaffen wir ja eine Sammelbestellung und bekommen so ein Paket zusammen!
Probier es mal bei Holz Hauff in Leingarten.
die haben ein ziemlich großes Sortiment und mir eine Platte 18er Pappel verkauft, für die sie einen ganzen Stapel ans Lager legen mussten. Von Ma etwa 80km.

Für die Gehrungen würde ich einen Elektrohobel empfehlen.
Damit kann ziemlich genau arbeiten und auch die Schrägen in einander überführen. Eine (Alu-)Latte als Führung und es klappt recht gut. Üben an einem Reststück kann nicht schaden.

Gruß
Peter

Beule

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#139 Beitrag von Beule » 2014-03-24 20:54:35

hey,
du baust dir einen schönen Gaskasten,
aber wäre es nicht sinnvoller ein Gastank zu verbauen,
LPG gibt´s an fast jeder Tanke und das auch im Ausland,
unsere Gasflaschen grau oder alu nur in D
also wieder Adapter zurecht legen und schaun welcher paßt oder umfüllen aber auch nur mit dem passenden Anschluß,

ist nur so nee Idee halt,

hab bei meinen auch ein Gastank verbaut der paßt genau in den vorgesehenen Platz der alten 2x 11kg Flaschen und hat 40kg Gas an Bord

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#140 Beitrag von Oschi » 2014-03-30 23:24:52

KW 13 oder "Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus..."


T-40

Mit einem Streifen 15mm Siebdruck verlängere ich die Rückwand auf das benötigte Maß.

Die hinten fehlerhaft zusammenlaufenden Seitenwände (15mm Untermaß) stemme ich mit einem Balken auf. Mohammed, der stärkste Mann der Welt :D , hilft mir wieder und wieder, die Rückwand ans Dach zu hängen. Mit ein paar Zwingen und einem Spanngurt zwinge ich Box und Rückwand in den rechten Winkel und lege die Verschraubung fest. Dann hängen wir die Rückwand wieder ab und ich bringe schwarze Klebepampe auf. Mohammed, der stärkste Mann der Welt :D , hilft mir wieder, ... (siehe oben). Wieder die Zwingen, schrauben, ... dran.


T-39

Bei der Heckschräge treffen drei unterschiedlich dicke Wände zusammen, die Planung dazu war fehlerträchtig und man muss viel um die Ecke denken - das ist eigentlich nix für mich. Für die Innenwand fehlt noch ein genügend großer Streifen 21mm Multiplex.

Zunächst arbeite ich die Gehrung an der Bodenplatte nach. Seinerzeit hatten wir nur von einer Seite aus gesägt, daher steht noch eine kleine Ecke ab. Dann verzweifle ich stundenlang an der Passung der Heckschräge. Ich schleife, säge und schimpfe ... aber sie will einfach nicht. Eine Schlacht ist verloren, aber der Krieg noch nicht.


T-38

Nach weiteren fünf Stunden an der Heckschräge habe ich den Kampf gewonnen! Es war die zweite angefertigte Wand, aber ich habe sie praktisch nochmal neu gebaut:
Rückwand dran.jpg
Von den vier geplanten Fremdfedern an den Schrägen realisiere ich am Ende keine, zu individuell musste die Passung ausgearbeitet werden. Die Details spotten jeder Beschreibung, daher versuche ich erst gar nicht, sie zu dokumentieren. Nur ein gut gemeinter Rat: Lasst solche Schrägen bleiben.


T-37

Die Stauraumklappen wollen noch ausgesägt werden. Erst baue ich mühsam eine Box zusammen, dann schneide ich wieder überall Löcher rein. Irgendwie seltsam...

Alle Ausschnitte für die Fenster / Türen / Klappen sind nachzufräsen. Das war tatsächlich so beabsichtigt. In der Planung erschien es mir sinnvoll. Nachdem ich stundenlang die Oberfräse zum Glühen brachte, dann nicht mehr so... Mit gebastelten Anschlagleisten, die ich mit je drei Schräubchen in Position brachte, liess sich ganz gut in der Vertikalen fräsen.


T-36

Heute schaffe ich nur ein Paket Styrodur von zu Hause in die Werkstatt, dann feiern wir unseren Tag.


T-35

Morgens näht Sie das Lenkrad fertig. Ich meine, bisher das schönste Teil an Oschi. Und jedesmal wenn Mann es in die Hand nimmt, freut Mann sich.

Ein bißchen muss noch gefräst werden, das meiste von außen, die Durchstiegtür aber von innen.
Klappe Durchstieg innen.jpg
Klappe Durchstieg außen.jpg
Die Box ist im Rohbau soweit komplett und ich fange an, Styrodur zu schneiden. Und schneide. Und schneide.
Styrodur schneiden.jpg
T-34

Und schneide... Währendessen klebt Sie. Und klebt. Und klebt...
Rückwand isoliert.jpg
Sonnige Tage
Oschi


PS: Weil ich Zweifel an der Verklebung der Außenverschalung verspürte, machte ich einen Klebetest mit meinem Lieblingskleber und Siebdruck:
Klebetest Siebdruck.jpg
Ergebnis: Der MS Polymerkleber hält ohne besondere Vorbereitung an der rauhen Seite der Siebdruckplatte wie Sau, die beiden Teile sind von Hand nicht zu trennen.

@Beule: siehe ältere Beiträge. Die Preise für Gastanks schwanken - relativ unbeeindruckt von der Größe - um 500 EUR. Ich hätte gerne möglichst viel Tank fürs Geld. Der Staukasten lässt sich auch anderweitig nutzen...

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#141 Beitrag von Matti » 2014-03-31 8:42:56

Hi Oschi,

für den Boden meines kleinen Daily habe ich eine Mobilplex-Platte gekauft. Kam per Spedition. Lieferant war Westag/Getalit: http://www.westag-getalit.de/sperrholzs ... mobilplex/

Grüße
Matti
TurboDaily 40.10 WC 4x4 171.000 km
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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#142 Beitrag von Oschi » 2014-04-06 22:46:52

KW 14 oder wenn ich doch nur für jedes Mal beim Gedanken "Dass das so lange dauert, hätte ich vorher ja nicht gedacht" einen Euro bekäme ... wäre Oschi längst refinanziert. Beispiele gefällig?


T-33: Das Montagbeispiel

Geplant war, die Isolierung abzuschließen und die Außenverschalung zu beginnen, doch der Kleber reicht nicht.

Wir vervollständigen die Isolierung der Box. Als Flächenkleber leeren wir einen 17Kg Eimer Bostik Nibofloor Parkettkleber (MS Polymer-Basis). Die Ritzen und Spalten in Iso und Holz werden mit PU- und MSP-Kartuschenkleber verfugt.
Seitenwand mit verfugten Ritzen 2.jpg
Wie gut hält das Bostikzeug wohl die Siebdruckplatte auf der Iso? Ich mache einen Klebetest und verklebe Styrodur mit der rauhen seite der Siebdruckplatte. Ohne irgendwelche Vorbereitung ist die Klebewirkung so stark, dass ich die Teile von Hand nicht auseinander reißen kann. Auf Siebdruck hält nix? Das gilt nur für die glatte Seite!
Klebetest 2.jpg
Wir ordern für außen einen zweiten Eimer Nibofloor und nochmals 24 Kartuschen MS Polymer.

Mit der Oberfräse erhalten die 15mm Dachplatten ein Stufenprofil für die überlappende Montage. Die Auflageflächen der Außenverschalung auf der Box ebnen Bandschleifer und Elektrohobel ein. Anschließend kommt dick Farbe drauf. Dieses Spiel wiederholt sich noch einige Male...


T-32: Das Dienstagbeispiel

Geplant war, die Außenverschalung zu komplettieren, doch wir brauchen pro Verkleidungsplatte zwei Stunden in tutti.

Der Eimer Kleber wird geliefert, ebenso Nachschub an Torxschrauben :angel: . Die damals günstig geschossenen 6000 Edelstahlschrauben kommen außen doch nicht zum Einsatz, da mir die Gefahr abreißender Schraubenköpfe zu groß ist.

Ich probiere Brunnenschaum aus, um die Ritzen im Styrodur zu stopfen. GANZ GROSSER FEHLER! Bei den kleineren Ritzen quillt das Material sofort heraus und tropft überall herunter. Ich kann es nur mühsamst wieder von den Wänden entfernen. Die Ritzen werden zukünftig wieder aus der Kartusche gestopft.
Stirnwand mit Brunnenschaum.jpg
Die Heckschräge wird zuerst verschalt. Das hatten wir zwar schon mal, aber für die Montage musste ich die Heckschräge wieder zerlegen. Die Siebdruckplatte wird diesmal mit der glatten Seite nach außen montiert. Da wir die Gehrungschnitte umdrehen, wird die Platte um einen Zentimeter zu schmal. Den Spalt kleben wir dicht. Die Torx-Schrauben lassen sich wunderbar plan in der Oberfläche versenken.

Schalungsplatte für Schalungsplatte wird gefräst und nach Maß abgelängt, Ausschnitte herausgetrennt.

Bei der Verschalung der Box besteht der Nervenkitzel darin, beim Anschrauben der Außenverschalung keine andere Schraube zu treffen. Schraube auf Schraube kommt nicht gut. Die Lage der Schlossschrauben lässt sich oft noch einschätzen, aber für die anderen Schrauben sondiere ich mit einem 3mm Metallbohrer mit kurzer Spirale die Lage.
3mm mit kurzer Spirale.jpg
T-31: Das Mittwochbeispiel

Geplant war, alle Kanten zu verkleiden und das Badfenster einzubauen, doch die Außenverschalung ist noch nicht fertig.

24 Kartuschen Kleber trudeln ein, die Box kann weiter verschalt werden: messen, sägen, fräsen, kleben, bohren, schrauben, versiegeln. Wir setzen außen vergleichsweise wenig Schrauben, um das Risiko eindringender Feuchtigkeit zu begrenzen. Alle Bohrlöcher werden mit Kleber aufgefüllt, die Schrauben bündig in die Platte gedreht und anschließend mit dem herausquellenden Kleber versiegelt. Die Sägekanten der Siebdruckplatten werden mit Gori55 gestrichen. Mein Epoxidharz, das ich eigentlich nehmen wollte, stellte sich als Epoxispachtel heraus...
Polymer auf Siebdruck.jpg
Es dauert eine Weile, bis wir die schnellste Vorgehensweise herausfinden. Solange ich aufgeregt zwischen all den verschiedenen Baustellen herumlaufe und das Werkzeug überall in der Gegend verteile, ist der Fortschritt eher gering. Erst als die weibliche Projektleitung die Zügel anzieht und Fließbandarbeit befiehlt, fluppt es. Die Stirnwand und die Fahrerseite werden fertig.


T-30: Das Donnerstagbeispiel

Geplant war, Klappen, Türen und Fenster zu montieren, doch der Teufel steckt im Detail.

Wir arbeiten rings um die Kabine die verbleibenden Seiten ab. Die Überlappungstechnik funktioniert zwar, aber selten gelingt ein perfekter Stoß ... Holz halt. Perfekt wäre ein Stoß, wenn die Stoßflächen eben liegen und gleichmäßig der Kleber herausquillt. Aufgrund der leicht unebenen Unterkonstruktion in Verbindung mit dem etwas dickeren Styrodur werfen die Stöße leichte Wellen (+/- 1 Millimeter).

Die ersten Meter Kanten werden bündig gefräst und z.T. zwecks Kantenverkleidung abgerundet.


T-29: Das Freitagbeispiel

Geplant war, die Box aufs Auto zu heben, doch es sind noch zu viele Löcher drin.

Der Parkettkleber reicht noch für das letzte fehlende Seitenteil, dann ist der Eimer wieder leer. Der dritte Eimer ist bestellt.
letzte Seitenverkleidung.jpg
Heute ist Fräs-, Schleif- und Streichtag. Wir haben alle Siebdruckplatten mit etwas Überstand montiert und dieser wird nun weggefräst. Abends stehen wir knöcheltief im Sägemehl. Viele Meter Fräskanten (bis auf Fenster und Dach) werden abgerundet und gestrichen. Die beiden Stauraumklappen probieren wir an - bisserl Nacharbeit, dann passen sie stramm in die vorbereiteten Ausschnitte.

Dann kommt die Stunde der Wahrheit - mit dem Meister probiere ich den Heckträger an die Rückseite an ... passt leidlich gut. Außerdem probieren wir unsere Rollbretter aus, denn die Tage der Kabine in der Halle sind gezählt. Der 500Kg Deckenkran schafft es nicht die Kabine einseitig anzuheben. Ob es das Gewicht ist oder der übersehene Winkel, mit dem wir damals den Zwischenrahmen an den Hallenboden schraubten, wir werden es vielleicht nie erfahren. Jedenfalls kurbeln wir das hintere Kabinenende erfolgreich mit zwei Stockwinden hoch, nachdem der Winkel gelöst ist.
Anprobe Heckträger.jpg

T-28: Das Samstagbeispiel

Geplant war, mit dem Innenausbau zu beginnen, doch innen steht noch die Abstützung für die Montage der Dachverkleidung.

Wir setzen die beiden Stauraumklappen ein. Für die Abdichtung gegen Feuchtigkeit von außen setze ich auf folgende Maßnahmen:
  • --Der umlaufende (ausgefräste) Holzrahmen ist mehrfach lasiert und gestrichen.
    --Die Zargen ruhen in einem millimeterdicken Bett aus Kleber.
    --Die Auflagefläche der Zarge an der Siebdruckverschalung ist mit reichlich dauerelastischer Fensterdichtmasse versehen.
    --Das Türblatt soll noch mindestens ein weiteres Dichtprofil außen erhalten.
Um witterungsbedingten Problemen vorzubeugen, decken wir die Außenkanten der Box mit abgekanteten verzinkten Blechen (1,5mm) ab. Die Winkelbleche werden in der Ecke mit Polymer geklebt und erhalten an jedem Schenkel außen eine Wurst dauerelastischer Dichtmasse. Mit vereinzelt gesetzten Spenglerschrauben fixieren wir die Schutzbleche an der Kabine. Wenn überall an der Kante Kleber/Dichtmasse austritt, ist sie dicht.


T-27: Das Sonntagbeispiel

Geplant war, vormittags die Dachkonsole fertigzubauen und mittags den Faltenbalg. Um 18h sollte es zum Grillen gehen.

Die Dachkonsole nimmt Gestalt an. Den Farbton der Karosse trifft das hellgrüne Kunstleder leider nicht richtig, aber wenn man weiter mit schmutzigen Griffeln dran rum grabscht, wird es sicher noch etwas nachdunkeln. Bis zur Verkabelung sieht alles recht sauber und ordentlich aus, dann beginnt das Chaos. Elektriker, das wär nix für mich, wie man am fertig verkabelten Objekt sehen kann.
Dachkonsole überkopf.jpg
verkabelte Dachkonsole.jpg
Um halb zehn gabs die erste Grillwurst :) .


Ach ja, der Steyr hat eine Scheibenantenne. Selbige hatten wir zur Restaurierung der Hütte ab- und jetzt wieder angebaut. Nur, wie bekommt man das Nupsi dazu, am Kontaktpunkt der Scheibe zu haften? Ich meine, da muss bestimmt Metall auf Metall liegen, also kann ich ja schlecht meinen Lieblingskleber draufschmieren. Wer mag mir Nachhilfe erteilen, bevor ich meine Flatrate aufgoogle?

Freundlichen Gruß
Oschi

PS: Die Erkenntnisse der Woche:
  • --Wenn man zu zweit in Vollzeit schraubt, geht mal richtig was.
    --An die 100Kg Kleber stecken in der Box. Mit dem teuren Sikazeugs fingen wir vorausschauenderweise daher gar nicht erst an.
    --Schrauben: Weniger ist mehr... (und: Kreuzschlitz sucks! :joke: )

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#143 Beitrag von richis » 2014-04-08 6:26:38

Hallo Oschi,

beeindruckende Dachkonsole.

Ich bin auch gerade dabei die Konsole zu planen.

Hast Du da eine Endstufe für Radio eingebaut?
Wenn ja welche?

Welches Vorschaltgerät hast Du verwendet damit Du von 24V auf 12V kommst?

Vielen Dank für die Tipps.

Grüße!

Richi der gerade das Fahrerhaus vom 12M18 entkernt.

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#144 Beitrag von Oschi » 2014-04-14 0:02:49

richis hat geschrieben: Hast Du da eine Endstufe für Radio eingebaut?
[...]
Welches Vorschaltgerät hast Du verwendet damit Du von 24V auf 12V kommst?
@Richi: Aus früheren schwarz-breit-tief Zeiten habe ich noch einen kleinen Fundus, in diesem Fall eine Noname 2-Kanal-Endstufe. Der DC/DC Wandler stammt von Fraron, bietet am meisten Ampère fürs Geld :ninja: .


KW 15 oder "Es gibt für jede Lösung ein Problem"

Da wir beide zusammen in Vollzeit schrauben, gibt es kein ich mehr ... nur noch ein wir, zumindest linguistisch :D


Mo (T-26)

Mit neuem Kleber verkleiden wir das Dach. Drei Platten, fünf Stunden. Auf die Außenkanten der Box passen wir in den nächsten Tagen 30 Meter 60x60mm Winkelbleche an: Messen, Zuschneiden, Bohren, Kleben, Schrauben. Die Ecken werden gut geplant aber diletantisch realisert: an den Anschlussstellen entstehen z.T. superbreite Fugen. Trotz der Sauerei mit Kleber und dauerelastischer Dichtmasse geht die Optik des Koffers klar in Richtung Flightcase. Hm... der Flightcase-Koffer-Thread?


Di (T-25)

Ambitioniert holen wir zwei Multiplexplatten und ein paar Latten für den Innenausbau. Zuhause finden sich noch drei Quadratmeter 18mm Multiplex hinter einem Schrank. Zurück bei Oschi wissen wir nicht, wohin mit dem ganzen Holz.

Unsere täglichen Kantenwinkel geben wir uns heute...

Die Frontschräge macht wieder Höllenärger, die Verschalung treibt uns in den Wahnsinn. Endlich passt sie und die Dachkanten können nachgefräst und gestrichen werden.

Der Heckträger wird endmontiert (zu wenig Platz, fetter Zurrgurt, Vorschlaghammer, falsche M10 Schraube eingeschraubt, gefreut, böses Funkeln vom Meister, richtige M12 Schraube passt nicht, Feile, Gewindeschneider, Ratsche mit fünf Verlängerungen, viel Gewalt, irgendwann ... dran).


Mi (T-24)

Außen sind es doch wieder über 500 Schrauben geworden. Die Köpfe der frei auf der Fläche platzierten Schrauben versiegle ich mit Kleber, d.h. ich schmiere überall aufs braune Holz schwarze Pampe. Der Überschuss wird schon abwittern. Auf die Plattenstöße klebe ich 60mm breite Bleche, das deckt auch die Schrauben entlang der Stöße mit ab. Noch mehr Geschmiere auf der Box.

Auf meine Verantwortung platzieren wir das Outboundfenster doch in die Frontschräge. Der Warnung des Herstellers vor Wasseransammlungen will ich mit Drainagen begegnen. Der Montageausschnitt für das Fenster erfordert eine Stufe in Holz und Styrodur und damit stundenlange Detailarbeit.

Mit zwei Pabst-Fenstern stopfen wir die Löcher in den Seitenwänden. Aufgrund unserer Wandstärke und Bauweise kann ich sie bündig in die Wand einsetzen. Die inneren Ausfräsungen passen, die beiden Fenster sind ruckzuck eingeklebt. Da wir Holzwände haben, schrauben wir zum Anpressen einfach Latten von innen an die Wand. Auch außen sind die Fenster bündig, so dass wir auf das Einklipsen der Zierleisten verzichten. Der umlaufende Spalt wird von außen ausgeschäumt. Da drauf soll noch eine Klebefuge. Wollten wir ursprünglich bis zu sechs Fenster im Wohn-/Ess-/Schlafraum haben, finden wir zwei Stück nun vollkommen ausreichend. Sonst hätte man ja gar keine Privatsphäre mehr, wenn man nackelig durch die Kabine rennt... :joke:

Die Außentür wird eingeklebt und sporadisch geschraubt. Ich weiss von der Anprobe, dass die Zarge verzogen montiert werden muss, damit das Spaltmaß stimmt. Doch mit dem Kleber geht das plötzlich nicht mehr und im Ergebnis klemmt die Tür. Ich verklemme Leisten in der Zarge um den Abstand zu wahren. Am nächsten Tag liegt die Tür am unteren Ende nicht mehr an der Dichtung an. Sch...


Do (T-23)

Heute sollte die Box schon mal unter den Kran, doch ich kann beim Meister noch einen Tag raushandeln. Er stellt die Box derweil auf eigens zusammengebratene Transportrollen. Der Deckenkran spielt mit (500Kg...). Unsere Rollbretter kommen nicht zum Einsatz, ich traue der Multiplexplatte nicht.
Transportrollen von der Ameise.jpg
Transportwagen.jpg
Wir kämpfen unterdessen gegen die Zeit und versuchen die Box abzudichten: meterweise Kantenwinkel und Stoßverkleidungen, das Badfenster, alle halbe Stunde fliegen ein-zwei entleerte Klebekartuschen durch die Montagehalle.

Der zweite Hilti-Winkelschleifer stirbt in meinen Armen, ich besorge in der Dorfapotheke Ersatz. Milwaukee heißt der Hersteller, nie gehört, utopischer Preis, aber leise und mit Regelelektronik. Völlig überzogen, aber die Zeit drängt massiv.

Beinahe wäre die Box schon mal ohne uns losgefahren. Um Anpressdruck bei den Stossverkleidungen zu nutzen, klemme ich Holzabfälle zwischen Kabine und Hallenwände. Doch die Box steht ja jetzt auf Rollen...


Fr (T-22)

Freitag stehen wir früh auf, das ist hart, nachdem wir gestern bis Mitternacht schufteten. Selten kommen wir in diesen Tagen vor 22h aus der Werkstatt.

Die mit Farbe und Kleber völlig verschmierte Außenseite der Box wird sauber geschrubbt, das dauert zwar, geht aber dank der glatten Seite von Siebdruck leidlich gut. Während ich noch die letzten Meter Kanten auf dem (übrigens zu zweit begehbaren) Dach verfuge, wird die Box ins Freie geschoben.
Brautschau.jpg
Der Außenkran hebt die Box auf Böcke, wir müssen die Lagerwippen unter den Hilfsrahmen schrauben. Wie es der Teufel so will, scheint sich mit dem Verzinken etwas an den Maßen getan zu haben. Die eindeutig markierten Bauteile wollen nicht mehr zusammenpassen. Großes Fragezeichen beim Meister. Während vier Leute noch hektisch nachbessern, fährt schon eine alte MAN Pausbacke mit Kran auf den Hof. Es wird ernst:
Trauung.jpg
verheiratet.JPG
Im nachhinein: Über 100 Bilder geknipst ... einer der spannendsten Momente überhaupt ... unsere gesamte Investition an Zeit und Geld am drahtseidenen Faden ... Adrenalin pur und viele Zaungäste ... ein Kranfahrer mit chirurgischem Feingefühl, der die Box millimetergenau manövrierte ... und ein Kran, den das Systemgewicht an seine Grenze brachte.

Die Pflicht ist absolviert, jetzt kommt die Kür.


Sa (T-21)

Kotflügel, Seilwinde, Ersatzrad, Staukausten rechts, die Anbauteile außen finden nach und nach zurück ans Auto. Der Innenausbau beginnt mit Zuschnitt von Multiplexstreifen.

So (T-20)

Ich fange vormittags acht Sachen an, wovon nichts klappt. Für mittags mache ich mir eine zweite ToDo-Liste, auch davon schaffe ich nur einen Punkt: Parkwarntafel ankleben :( . Sie schafft dafür alle Ziele, verklebt die ganze Fussbodeniso; also die Schicht, in die wir die Kanäle für die FBH fräsen werden.


Lange Tage, kurze Nächte
Oschi

PS: Wenn man nicht weiss, ob man einen Splitter in der Hand hat, und dazu auch nicht weiß ob Holz oder Metall ... dann - schätze ich - wird Holz verrotten und vom Körper abgebaut und Metall wegrosten?

Nachtrag zum Gewicht: Schätzung des Kranführers: 1600-1700Kg Systemgewicht, davon Traverse /Stahlseile 200Kg, verbleiben 1400-1500Kg, davon Hilfsrahmen 500Kg, verbleiben 900-1000Kg für die Box inkl Fenster, Kantenwinkel, 150Kg Kleber, 4000 Schrauben...

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#145 Beitrag von Oschi » 2014-04-21 0:08:33

KW16 oder "es fehlen nur noch Kleinigkeiten"

Allerdings sind es 1001 Kleinigkeiten, und die laufen nicht alle reibungslos ab. So kann man an einer Dichtung schon mal mehrere Stunden tüfteln...

Da die Box jetzt auf dem Auto steht, ist der Fahrzeugumbau eigentlich Geschichte. Nun ist der Innenausbau dran. Luigi hat mit seinem wunderbar dokumentierten Ausbau in acht Monaten Vollzeitschrauberei Maßstäbe gesetzt. Uns bleiben nur noch wenige Tage, bis wir Oschi mal die Sporen geben wollen. Klar, dass der Innenausbau bis dahin nicht sehenswert wird. Entsprechend erspare ich Euch Bilder vom kleber-, dreck- und farbverschmierten Holzrohbau.

Die Fortschritte der Woche:


Mo, T-19

Wir bauen die FBH-Schicht. Aus Multiplexstreifen und Hobelware integrieren wir eine Unterkonstruktion für die Befestigung von Möbeln und Innenwänden. Zwischen die Streifen wird Styrodur verlegt und dann für das 14x2mm FBH-Rohr ausgefräst. Wir bringen in der Breite 16 parallele Bahnen unter. Von der 100m Rolle bleibt jede Menge übrig.

Da wir beim unweigerlichen späteren Anbohren des Bodens nicht in Konflikt mit der Bodenplattenverschraubung und der FBH kommen wollen, geht sehr viel Zeit für Maßzeichnungen drauf.

Ich finde die Seitenmarkierungsleuchten wieder und schraube sie an den Kabinenboden. Nur die Kabel werde ich erstmal nicht los. Die Funzeln waren mit Klemmscheiben an stark verrosteten Winkeln befestigt. Die Klemmscheiben hatte ich mal abgepopelt und auf die Plastiknupsis Gewinde geschnitten. So kann ich dem Rostgott neue Winkel opfern.
Plastikgewinde.jpg
Die Dachkonsole wird getestet, einige Kabel umgesteckt :) und angeschraubt. Goil! Die Sonennblenden stören etwas den Klang.

Den ungeliebten Tankumschalter verlege ich schon zum dritten Mal, schraube ihn nun unter den LuFi. Da sieht er gut aus und geht nicht mehr im Weg rum.


Di, T-18

Das Outboundfenster ist wie erwartet für die Dachschräge nicht ausreichend dicht. Im Schrägeinbau kann Regenwasser nicht wie vorgesehen abfließen. Ich tüftele...

Den Stauraum kleiden wir mit Siebdruckresten aus. Bei der Verschraubung arbeiten wir bereits nach dem selbsterstellten FBH-Verlegeplan... *Daumen drück*

Auch der kabinenseitige Durchstiegrahmen (frisch geschweißt und gestrichen) kann auf der ToDo-Liste abgehakt werden.


Mi, T-17

Neben zwei kleinen, wird eine große 3x1.5m-Bodenplatte als Träger für Kork, PVC, Linoleum oder was weiss ich was zugesägt und in Oschi eingeschraubt. Dafür zeichnen wir die Unterkonstruktion auf den Bodenplatten ab, drehen die Schrauben aus den Multiplexstreifen wieder raus und verschrauben punktgenau durchs gleiche Loch. Die Rechnerei - wo war noch mal eine Schraube? - potenziert sich sonst.

Manch einer nutzt für die FBH zusätzliche Hitzeleitbleche, oder legt eine Blechtafel unter den Innenboden. Wir probieren es mal mit ganz banaler Haushaltsalufolie:
Ecke im Bad mit FBH Alufolie und Innenbodenträger.jpg
Ich verklebe Kabelhalter für die Seitenmarkierungsleuchten, verteile wahllos Kabelbinder, und baue die zweite (frisch gestrahlt und gestrichene) Staukiste an.

Bei den Pabstfenstern habe ich die Außenfugen optisch verhunzt, ich versuche zu retten, was nicht zu retten ist. Mittlerweile gibt es Gerüchte, ich hätte einen Polymer-Spleen. Geschichte wiederholt sich...

Bei der Montage der Gaskastenklappe bin ich nur Hilfsarbeiter, dafür mit dem Ergebnis hochzufrieden! Für die Verriegelung fand der Meister was im Regal...ein weiterer Schlüssel am Schlüsselbund.

War da nicht was mit Innenausbau? Jaaaa doch, die Einzelteile fürs Bett enstehen. Wegen der FBH mit Hinterlüftung, und mal wieder extra-aufwändig.
Hinterlüftung Bett.jpg
Do, T-16

Vormittags machen wir das Fahrzeug verkehrssicher und fahren zum Wiegen ... :eek: ... Überraschung, 500Kg schwerer als eingebildet, die siebeneinhalb Tonnen sind Geschichte.

Am Abend steht das Bett, poofen können wir schon mal. Bei der Bettfront werden wir zum ersten Mal damit konfrontiert, in der Kabine eine Wand gerade stellen zu müssen. Dank unserer beiden Schrägen finden sich leider selten zwei vergleichbare Meßstellen... Ich hasse Schrägen! :sick:


Fr, T-15

Mit vorbereiteten Multiplexstreifen bauen wir die Teil-Grundgerüste von Küche, Badwand und Elektroschrank. Der E-Schrank kommt in die ... *seufz* ... Schräge ... direkt neben der angeschrägten Badwand. :mad:

Wir tüfteln am Faltenbalg herum. Wir haben die richtig gute EPDM-Teichfolie gekauft, aber leider hält der Pattex da im Gegensatz zur Testfolie vom Baumarkt mal gar nichts. Wir bereiten zwei Falten mit Polymer vor, doch der härtet - abgeschottet von der Folie - nicht richtig aus. Oh oh, ich hör die Lehrgeldkasse schon bimmeln. Entweder wir legen jetzt einen einfachen Schlauch um die beiden Durchstiegrahmen oder investieren weiter in Folie/Kleber.
billige und teure Teichfolie.jpg

Sa, T-14

Nach dem gestrigen österlichen Schontag für die Nachbarn können wir heute wieder die Kreissäge anschmeißen. Es enstehen Teile des E-Schranks, der Küchenzeile, des Bades, der Sitzbank und vom kleinen Podest. Die Bauweise ist, die Grundkörper zunächst aus 20er oder 40er Leisten zu bilden und dann flächig zu beplanken.


So, T-13

Die Wohnung wird leerer, Oschi schwerer: Nach einem ausgiebigen Osterfrühstück in geselliger Runde gehen wir die Elektrik an. Der E-Schrank wird gestrichen, mit Batterien und Geräten ausgestattet. Den Platz bemessen wir großzügig, von der Dachkonsole wissen wir, wie schnell da massenhaft Kabel zusammenkommen.

Für unsere drei Solarmodule bereiten wir Alu-Winkel vor. Die Module sind ~150cm lang und werden an jeder Längsseite von je zwei 30cm Winkeln getragen. Zur produktseitigen Hinterlüftung von 30mm addieren wir weitere 10mm.
Halter Solarzellen.jpg
Unsere Gesamthöhe mit Solarzellen liegt knapp unter 3.70m. Oschi hat sich hinten bislang 9cm in die Federn gesetzt. vorne 3cm weniger. Die Hälfte mit der Box allein, die Hälfte mit Anbauten, Ersatzrad und dem bißchen Innenausbau.


CU
Oschi

PS: Bilder folgen nach und nach.
Zuletzt geändert von Oschi am 2014-04-28 1:00:47, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#146 Beitrag von rocknroll » 2014-04-21 9:32:46

Oschi hat geschrieben:der Kabine.
Geplant war, vormittags die Dachkonsole fertigzubauen und mittags den Faltenbalg. Um 18h sollte es zum Grillen gehen.

Die Dachkonsole nimmt Gestalt an. Den Farbton der Karosse trifft das hellgrüne Kunstleder leider nicht richtig, aber wenn man weiter mit schmutzigen Griffeln dran rum grabscht, wird es sicher noch etwas nachdunkeln. Bis zur Verkabelung sieht alles recht sauber und ordentlich aus, dann beginnt das Chaos. Elektriker, das wär nix für mich, wie man am fertig verkabelten Objekt sehen kann.
Dachkonsole überkopf.jpg
verkabelte Dachkonsole.jpg
Um halb zehn gabs die erste Grillwurst :) .

Freundlichen Gruß
Oschi

Hi Oschi, Mit Interesse verfolge ich deinen Bauthread.

Frage: Bleibt die Verkabelung der Dachkonsole so? Also ich bin auch kein Elektriker, aber mein alter Capri 3 Bergrenner wurde vom Vorgänger auch so verkabelt und ist fast abgeraucht deswegen.

Warum: Die Kabel hauts- wenn sie so bleiben oder geblieben wären bei schneller fahrt über Plattenautobahnen oder Gelände- rauf und runter-.
Irgendwann...reißt dir ein Kabel, oder auch mehrer, ab.
Folge: Solltest du pech haben dann hauts dir die Sicherung nicht raus und du hast (bei Pech) eine netten Stromkreislauf ( der nicht so nett ist)
Idee: Kürze die langen Kabel etwas, mache wenig Spiel und lege lange Kabel in so Plastikkanäle rein (1,5cmx1cm). Gibts im Baumarkt für gaaaaaanz kleines Geld. Schon mit Klebeband an der Unterseite, und mit Deckel das man mal was nachlegen kann.
- Das Kabel kann nicht mehr hin und her schwingen, somit wird die Schwungmasse massiv vermindert, und das Kabel reist dir nicht raus. hilft auch beim Einbau da kein Kabel mehr sich verhaken kann.

Beste Grüße und berichte uns weiter von deinen Eigenbau

Carsten
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Lassie
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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#147 Beitrag von Lassie » 2014-04-21 10:30:20

Die Doku ist echt nett, gefällt mir gut und liest sich sehr unterhaltsam. Danke auch für die vielen Bilder!
Überraschung, 500Kg schwerer als eingebildet, die siebeneinhalb Tonnen sind Geschichte.
Das wundert mich nun nicht wirklich :cold:
Du beweist halt, dass man mit Holz zwar leichter bauen könnte, aber es nicht muss :ninja:

Weiterhin viel Spass beim Klebschrauben
Jürgen
... was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest ?

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#148 Beitrag von al28berich » 2014-04-21 21:07:09

Allradler_Nico hat geschrieben:Moin!

Zum Thema Torx hier ein Auszug aus Wikipedia :
Das Torx-Profil sorgt für eine optimale Kraftübertragung. Wegen der senkrecht verlaufenden Antriebsflächen ist keine erhöhte Andrückkraft beim Festziehen erforderlich, und es treten keine Rückschubkräfte auf (cam-out, siehe auch Axialkraft). Dadurch können Akkuschrauber mit hohen Drehmomenten für ein rasches Befestigen ohne Beschädigung des Innenprofils verwendet werden. Ein weiterer Vorteil des Torx-Profils besteht darin, dass Drehkräfte nicht (wie z.B beim Inbus-System) punktuell an den Ecken angreifen, sondern mittig und flächig an den Flanken der einzelnen Zacken. Das macht das System deutlich verschleißärmer.
Bei uns kommt bei Montage von Holzschrauben nichts anderes in frage. Die schrauben können nicht wegknicken beim ansetzen, es muss nicht nachgedrückt werden damit sich der Bit rausdreht (wie oben beschrieben der Cam-Out Effekt), dadurch kaum verschleiß an den Bit´s und Schrauben ( was sehr ärgerlich sein kann wenn man eine Schraube mal wieder rausschrauben muss, aber die Flanken beim einschrauben schon verschlissen sind) und und und.

Sollte mal der Notfall eintreten das dringend und schnell schrauben benötigt werden nutzen wir auch mal die Asi schrauben aus der Würth´schen Apotheke (die nächste Niederlassung ist nur 500 Meter weg) , aber das nur sehr ungern. Meiner Meinung nach hat dieses System was dem Torx eigentlich sehr ähnlich ist alle Vorteile des Torx eben nicht . Es ist ja leicht Konisch und somit treten wieder die Axialkräfte auf. Des weiteren passen nur Assy Bits. Würth ist aber leider so vom eigenen System überzeugt das sie Torx Schrauben nicht mal anbieten....


Zu deinem Aufbau :
Sehr sehr geil :unwuerdig: !! Auch wenn es das komplette Gegenteil zu dem ist, was wir machen (ultraleichte Kabine) , finde ich die Handwerkliche Leistung extrem gut und Ordentlich ausgeführt! Und die Baugeschwindigkeit erst!! Weiter so! Wir warten ständig auf neue Bilder.
MfG
Nico

Hallo Nico,
hast Du zu dem leidigen Thema Torx vs. Assy schon mal einen Tischler gefragt?
Sieh Dir mal ein Torx Bit an - sogar mit 7 Dioptrien sieht der Maulwurf, daß das konisch ist. Das von Würth ist es nicht.
Ohne Axialdruck kommt das Torx-Bit besonders bei längeren Schrauben soweit aus dem Schraubenkopf, daß es durchrutscht - und da die Schrauben ziemlich weich sind, brauchst Du dann ein Assy-Bit, um die Schraube noch reindrehen zu können. Raus geht sie jedenfall nicht mehr. Halt wie Pattex - einmal fixiert, bekommst Du es nur noch auf eine Art und Weise auseinander, die jedem Handwerker peinlich ist.... Assys kannst Du ohne Weiteres mehrfach verwenden - sogar 6 x 300 Sparrenschrauben!
Für mich - und alle Berufskollegen, die ich kenne - gibt es zu Assy keine ernstzunehmende Alternative, zumal bei den Mengen, die ich gewöhnlich abnehme, zu Torx kein Preisunterschied besteht.

Gruß, Andreas
Einen Hanomag hat man, weil man ihn liebt - wenn man ihn nicht liebt, haßt man ihn und hat dann auch keinen. Und wenn man einen hat, hassen einen auf der Straße bald fast alle anderen... - ist Dualismus nicht toll?

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Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#149 Beitrag von Oschi » 2014-04-28 0:53:25

rocknroll hat geschrieben:Frage: Bleibt die Verkabelung der Dachkonsole so? Also ich bin auch kein Elektriker, aber mein alter Capri 3 Bergrenner wurde vom Vorgänger auch so verkabelt und ist fast abgeraucht deswegen.
Hi Carsten, meine ordnungsliebendere Hälfte hat vor dem Einbau noch einige Kabelbinder untergebracht, um den Bewegungsdrang loser Kabel zu begrenzen. Da wir gerade dabei sind, für einen Nichtelektriker habe ich eine ganze Menge Kabel verlegt:
Elektrik.jpg
"Stromquelle"
Die mir schon bekannten Mängel an der "Erzeugerseite" sind:
  • --die Farben stimmen nicht immer, hatte kein fettes rotes Kabel mehr für den Wechselrichter
    --die PV-Anlage ist nicht abtrennbar, die Anlage ist so nicht komplett spannungsfrei zu schalten
    --für den B2B-Lader fehlt noch die Absicherung
    --...?
Die Stromquelle ist unten im E-Schrank, die Verbraucher mit Sicherungsblöcken werden oben im E-Schrank angebunden (auf dem Bild nicht sichtbar).

Vielleicht hast Du noch mehr gute Tipps für mich?

***

Liebe Forumisten,

wie im Rausch ist diese Woche vergangen, aufstehen, schuften, dazwischen kurz Essen herunterschlingen, weiterschuften, auf die Toilette müssen aber nicht gehen wollen, in der Nacht nach Hause schleppen, den Wecker stellen, kurz schlafen, aufstehen und weiterschuften, kein Gefühl mehr für Zeit oder Datum, schmerzende Finger, Hunger, Durst, hier bezahlen, da bezahlen, ständig fehlen Kleinteile, Schrauben, viel zu viel Material wartet noch auf den Einbau, Probleme, nicht passende Maße, Fehler beim Einbau, alles wieder rausreißen, Einbau wiederholen, nochmal, und nochmal, Auto leihen, Teile besorgen fahren, im Internet Teile bestellen, Lieferprobleme, Storno, woanders bestellen, Porto hier und Porto da, Materialmangel, nachbestellen, Werkzeug suchen, planlos hin- und her laufen, aufräumen, Werkzeug nicht finden, Werkzeug kaufen, verlorenes Werkzeug wiederfinden, bestellte Teile passen nicht, Zeit verinnt, Tag, Nacht, ich weiß es nicht mehr...

So viele Teile warten noch auf den Einbau, so viele Ideen würde ich gerne noch realisieren, um schon auf der ersten Reise davon zu profitieren. Andererseits, wozu der Stress, das ganze dient doch dem Ziel entspannt zu reisen. Also gibt es nur einen spartanischen Ausbau - und im Minimalismus steckt viel Positives.

So war das dann die letzte volle Schrauberwoche und das Highlight dieser Woche war ganz klar der TÜV-Termin am Donnerstag: bestanden ohne Mängel. Trotzdem wäre die HU fast gescheitert, da ich keine Tachoprüfung vorweisen konnte. Hatte ich schlicht nicht bedacht, dass ich die über 7.5to brauchen würde. Mit Unterstützung des Prüfers konnten wir das noch schnell dazwischen schieben. Oschi ist nun ein So.Kfz Begleitfahrzeug blablabla mit zGm 9,9to.
Oschis Schokoladenseite.jpg
Oschis knackiger Po.jpg
Der Tiefpunkt der Woche war die Montage des Durchstiegtunnels aus EPDM-Teichfolie. Da muss er dran:
Rahmen Durchstieg.jpg
Das war eine Long&Dirty-Aktion, dreimal montiert, es wurde nicht besser, und das schlimmste, unten, im durchhängenden Teil, bildet sich bei Regen ein kleiner See. Jaja, dicht ist's, "wenn Wasser einen Weg hinein, aber nicht mehr hinaus findet"... Allerdings haben wir gute Erfahrung mit Dampfsperrklebeband gemacht, das hält ganz gut auf der Folie.
Teichfolie und Dampfsperrklebeband.jpg
Ein spannendes Jahr ist vergangen und wer hier mitgelesen hat, weiß um die Umstände der Enstehung unserer Mobilie. Meine bessere Hälfte und ich, wir sind denke ich ein gutes Beispiel dafür, was man auf die Räder stellen kann, auch wenn man rein gar nichts hat, was man dafür braucht:

--Zur Beginn konnten wir auf nichts zurückgreifen, was man zum Aufbau eines Allrad-WoMo benötigt, keine handwerkliche Ausbildung, kein Know-How, keine Erfahrung, kein Werkzeug, kein Netzwerk an Kontakten, keinen Platz ... aber den Ehrgeiz, alles selbst auszuprobieren (wobei auch viel schief ging). Wir starteten mit ein paar Schraubenziehern und -schlüsseln, einer Supermarktbohrmaschine und einer 20-Euro-Stichsäge.

--Wir haben weder eine Halle noch eine Garage, nicht einmal einen Keller zur Wohnung. Eine lange Suche und Klinkenputzen blieben ohne Erfolg. Wir schraubten im Freien am Auto, zwei Winter bei Minusgraden und Nieselregen und im Sommer in der prallen Sonne. Erst im zweiten Winter durften wir für den Kabinenbau einen Unterstand unseres absolut großartigen Schlossermeisters mitbenutzen.

--Trotz regulärer Berufstätigkeit und vieler beruflicher Reisen schraubten wir ein ganzes Jahr lang gemeinsam bis zu 50h pro Woche am Auto. Obwohl wir fortwährend zwischen Panik und Zuversicht schwankten, und manche Nacht bange wach lagen, versuchten wir, uns nicht auf die Risiken sondern auf die Chancen zu konzentrieren. Auch wenn es pathetisch klingt, ohne den anderen hätten wir das Projekt niemals angefangen, durchgestanden und bis hierhin gebracht.

Diese Umbaudoku wird nun eine Pause machen. Oschi ist zwar nicht fertig ... als wenn man mit einem Hobby jemals fertig werden wollte ... aber nutzbar und die erste Probefahrt steht an. Ich danke allen, die vor mir da waren und ihre Umbauten hier und anderswo dokumentiert haben, so daß ich von ihnen lernen konnte.* Für alle, die nach mir kommen, habe ich hier hoffentlich auch etwas wissenswertes beigetragen ... oder diese wenigstens gut unterhalten. :joke:

Danke fürs Mitfiebern
Oschi

PS: Ich danke auch allen, die uns während des Umbaus mit warmen Worten und konstruktiver Kritik unterstützt haben!

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pari
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Wohnort: Schleswig-Holstein "Viel zu kalt"

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#150 Beitrag von pari » 2014-04-28 8:58:47

Hallo Christian,

dir und deiner besseren Hälfte...
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!! :rock: :rock: :rock:
Mir wird er zwar fehlen, der wöchentliche Fortschrittsbericht, aber das ist ein Einzelschicksal. :lol:
Euch wünsche ich ein entspanntes Reisen, das habt ihr euch verdient!

VG
pari
vg
pari


Let’s be realistic. Try the impossible! (CHE)

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