Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

alles, was nicht in die übrigen Technik-Kategorien passt

Moderator: Moderatoren

Nachricht
Autor
Benutzeravatar
dream
abgefahren
Beiträge: 1255
Registriert: 2013-04-24 15:42:50
Wohnort: Slowenien

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#181 Beitrag von dream » 2016-08-21 10:36:37

Oschi hat geschrieben: PS:
dream hat geschrieben: [...] die Beifahrertür sieht iwie verbeult aus?
Du solltest mal den Rest vom Auto sehen ... :joke:
Danke! :lol: :lol: :lol:
LG
Beni

You weren't born just to pay taxes and die...
One life, live it!

Benutzeravatar
Pirx
Säule des Forums
Beiträge: 10743
Registriert: 2006-10-04 20:03:38
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#182 Beitrag von Pirx » 2016-08-21 11:41:28

Oschi hat geschrieben:Liebe Warmduscher,

chronologisch nicht ganz korrekt (weil zuletzt fertig geworden), nehme ich die Umbaudoku des restlichen Innenausbaus mit dem Bad zuerst wieder auf:

Wie man auch mit kleinem Budget und DIY zu einem vollwertigen Bad kommt (Bilder und ein hastig zusammengeschnittenes Video inklusive).

LG
Oschi
Danke,

ich habe beim Durchlesen schon viele Inspirationen für mich rausgezogen. Das Thema "Dusche im Eingang" steht bei uns ja auch noch an.

Pirx
Der mit der Zweigangachse: 15 Vorwärtsgänge, 3 Rückwärtsgänge, Split, Schnellgang, Differentialsperre
---
"Immer bedenken: Hilfe ist keine Einbahnstrasse, Geholfen-Werden ist kein Recht und es liegt an jedem selbst, inwieweit er sich hier in der Gemeinschaft (die im Extremfall so einiges gemeinsam schafft) involviert und einbringt."
Ein Unimog-Fahrer.

Benutzeravatar
Oschi
Überholer
Beiträge: 233
Registriert: 2012-09-05 15:22:57
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#183 Beitrag von Oschi » 2016-09-07 10:02:41

Erledigt.

Benutzeravatar
Oschi
Überholer
Beiträge: 233
Registriert: 2012-09-05 15:22:57
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#184 Beitrag von Oschi » 2016-11-04 19:38:49

Trotz einiger (leerer) Versprechungen kommt diese Umbaudoku nicht mehr so recht auf Touren. Eigentlich schade für ein so häufig angeklicktes Thema. Aber seit ich all meine Zeit dem Fahrzeugumbau widmen konnte, blieb einfach keine Zeit mehr für die Dokumentation. Schlimmer noch, seit die Fertigstellung absehbar war, lag das Interesse dann mehr auf der nächsten Testreise. Die letzten planmäßigen Arbeiten am Steyr waren: VA-Federpakete überholen (was nichts am FH-Schiefstand änderte), Heckträger neu abstützen (Fahradträger trotzdem noch nicht verwirklicht), Kugelkopf an der Lenkstange neu abgedichtet, beim Trinkwasser Kanisterlösung gegen festinstallierten Tank getauscht.

Und dann war es soweit, Zeit den Schraubenschlüssel einzupacken, Wohnung und Werkstatt aufzulösen und mit dem Hausrat die bürgerliche Existenz einzulagern. Seit zehn Tagen wohnen wir schon im Steyr (der bei Abfahrt die angepeilten 10to voll ausschöpfte). Auf unserer Reise von Düsseldorf nach Afrika sind wir immerhin schon bis in den Enzkreis vorgedrungen :-). Gibt halt überall etwas zu entdecken und 20 Länder in 3 Monaten ist eh nicht unser Ding.

Falls sich unterwegs mal Langeweile einstellen sollte, aktualisiere ich die Doku, ansonsten soll es wieder einen Foto-Reiseblog auf der Homepage geben. Wer einfach nur Bilder gucken will ohne Geschwafel, schaut in das öffentliche Facebook-Profil. Und wer nur schwatzen will, den begrüßen wir unterwegs auch gern persönlich bei uns an Bord.

LG Oschi
_MG_0423.jpg

Saimn
infiziert
Beiträge: 81
Registriert: 2012-02-04 20:48:12
Wohnort: Groß-Umstadt

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#185 Beitrag von Saimn » 2016-11-04 19:55:08

Oschi hat geschrieben:
Und dann war es soweit, Zeit den Schraubenschlüssel einzupacken, Wohnung und Werkstatt aufzulösen und mit dem Hausrat die bürgerliche Existenz einzulagern. Seit zehn Tagen wohnen wir schon im Steyr.....
Hey Oschi,
Danke für all deine Posts.

Ich habe großen Respekt vor eurem Schritt/eurer Entscheidung.

Im Grunde vorfolgst du einfach sehr ehrgeizig das Ziel vieler hier: Reisen. Da darf die online Doku auch für zu kurz kommen.

Ich wünsche euch eine gute und tolle Reise.

Gruß Simon

PS: nette Langzeitbelichtung
Ohne LKW, dafür T3 und Schreitbagger.

Benutzeravatar
Xapathan
Selbstlenker
Beiträge: 196
Registriert: 2016-06-25 14:56:59

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#186 Beitrag von Xapathan » 2016-11-05 9:14:09

Oschi hat geschrieben:Falls sich unterwegs mal Langeweile einstellen sollte, aktualisiere ich die Doku, ansonsten soll es wieder einen Foto-Reiseblog auf der Homepage geben. Wer einfach nur Bilder gucken will ohne Geschwafel, schaut in das öffentliche Facebook-Profil. Und wer nur schwatzen will, den begrüßen wir unterwegs auch gern persönlich bei uns an Bord.
Wenn ihr noch ein wenig weiter Richtung Süden kommt, meldet euch mal. Dann können wir gern mal einen Kaffee zusammen trinken.
Ansonsten viel Spaß auf der Tour und zeigt schöne Bilder!
--

Ein Leben ohne LKW ist möglich, aber sinnlos ;-)

Benutzeravatar
Oschi
Überholer
Beiträge: 233
Registriert: 2012-09-05 15:22:57
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#187 Beitrag von Oschi » 2017-01-08 23:55:09

Man muss auch mal Glück haben!

Die beiden kreativen Köpfe von herman-unterwegs.de haben großherzig über all die kleinen Macken und Fehler unseres laienhaften Fahrzeugumbaus hinweggesehen und ein tolles Video über den Innenausbau gemacht. Weil ich es selbst nie hätte besser dokumentieren können, entlaste ich mich hiermit dann endgültig von zukünftigen Doku-Versuchen:



Achja, wir sind nicht verwandt (schade eigentlich :joke:), wir verkaufen nix und verdienen tun wir zur Zeit auch nix. Aber Spaß, den haben wir! :angel:

LG
Oschi

Benutzeravatar
Oschi
Überholer
Beiträge: 233
Registriert: 2012-09-05 15:22:57
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#188 Beitrag von Oschi » 2017-03-01 21:41:54

Hallo aus Andalusien!

Der Rubel muss wieder rollen, deshalb kehren wir im April planmäßig wieder ins bürgerliche Leben zurück. Dann suche ich natürlich einen Platz für Oschi, bevorzugt auf der Achse Düsseldorf-Bonn oder auch in der Eifel. Wir sind flexibel; falls weiter weg, dann sollte es nur eine günstige Abstellmöglichkeit sein. Ansonsten Hallenbeteiligung, Scheune, Großgarage, Unterstand, was auch immer. Vorübergehend oder auf Dauer. Schraubermöglichkeit wäre cool, ist aber kein Muss. Was muss ist eine Durchfahrtshöhe von mindestens 3.7m. :-)

Vielleicht liest hier jemand mit, der viel Platz hat oder jemanden mit viel Platz kennt. Dann freue ich mich über eine Nachricht.

LG
Oschi

PS: Oschi ist stubenrein und macht keine Ölflecken.

Benutzeravatar
Oschi
Überholer
Beiträge: 233
Registriert: 2012-09-05 15:22:57
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#189 Beitrag von Oschi » 2017-06-12 12:09:16

Hallo zusammen,

die Frage "Was würdet Ihr beim nächsten Fahrzeug anders machen?" wurde ja anderenorts schon gestellt. Unabhängig davon hatte ich mir während unserer Winterreise dazu auch ein paar Gedanken gemacht. Hier sind meine Notizen:


Heizungskonzept

Unsere gasbetriebene Warmwasser-Fußbodenheizung wollten wir nicht missen. Die Heizung läuft nahezu unhörbar und verbreitet ihre Wärme auf sehr angenehme Weise. Unglücklicherweise hat sich die Heizwirkung gegenüber dem ersten Innenausbau trotz der vorgenommenen Optimierungen insgesamt verschlechtert. Das Aufheizen der Kabine, inbesondere das Durchheizen der Wände, dauert deutlich länger als zuvor und kostet mehr Energie.

Eine Ursache ist die Behinderung der Konvektion durch den zubegebauten Innenraum. Die Kabine ist nun mit Stehwänden unterteilt, vollständig möbliert und die Möbel besitzen Fronten. Trotz aufwändiger Durch- und Hinterlüftung durch hunderte Belüftungslöcher und -schlitze funktioniert der Luftaustausch nicht so gut wie im ersten provisorischen Ausbau. Da wir diesmal auch keine wärmeleitende Aluminiumschicht auf dem FBH-Rohr aufbrachten, ist die Wärmeabstrahlung des Bodens spürbar gesunken. Als Nachteil entpuppt sich auch das im Bad unter dem Toilettenpodest eingeschlossene Heizgerät. Die Gasheizung mitsamt Abgasführung stellt einen leistungsstarken Heizkörper dar, der im ersten Ausbau noch frei im Raum stand. Die Wärme kann aus dem Podest nicht in den Wohnraum entweichen.

Außer der schlechteren Konvektion und geringeren Wärmeabstrahlung wirkt auch die Aluminium-Außenverkleidung dem Aufheizen der Kabine entgegen. Zwar bietet sie der Holzdecke den erwarteten Schutz vor Witterungseinflüssen, sie stellt aber auch einen Wärmeleiter dar. Durchdringende Wärme wird außen abgeleitet, Kälte dringt insbesondere an den Dachkanten nach innen durch. Ist die Kabine ausgekühlt, so schlägt sich bei Aufnahme des Wohnbetriebs an den Dachkanten anfänglich Kondenswasser nieder. Sobald die Kabine aber 24h durchgehend beheizt und belüftet wird, verschiebt sich der Taupunkt nach außen. Kondenswasser ist dann auch in den hinteren Kabinenecken kein Thema mehr. Wintercamping ist also ohne Kondenswasserbildung möglich, wenn die Kabine durchgehend beheizt wird.

Unsere baulichen Möglichkeiten, die Heizleistung zu verbessern, sind beschränkt. Die äußere Aluminiumverkleidung wollen wir nicht entfernen. Wärmeleitbleche können wir allenfalls im Flur verlegen, ansonsten müssten wir den Innenausbau komplett abreißen. Wir können aber die Abwärme des Heizgerätes besser nutzen, wenn wir eine aktive Belüftung im Podest einbauen.


Rautenlagerung

Die Rautenlagerung nach unserer Konstruktion tut ihren Dienst. Sie entkoppelt den Wohnaufbau von der Verwindung des Fahrzeugrahmens und ermöglich dem Steyr-Fahrgestell so die unbeschränkte Anpassung an die Geländekontur. Allerdings verlangsamt sie die Fortbewegung. Der Nebeneffekt der Entkoppelung ist, dass bei unruhigen Geländefahrten die beiden Massen des Fahrgestells und der Kabine getrennt voneinander dynamisch beschleunigt werden. Dies führt zu einer höheren Eigendynamik des gesamten Fahrzeugs und einer höheren Belastung der Schraubverbindungen als bei vergleichbaren Fahrzeuge mit einer Federlagerung.

Inzwischen halte ich das Aufsetzen der Lagerungspunkte direkt auf den unversteiften Fahrzeugrahmen bezüglich der Fahrdynamik für nicht ideal. Im Aufbau von Tankfahrzeugen wird beispielsweise zunächst immer der Leiterrahmen des Trägerfahrzeugs durch einen Zusatzrahmen ausgesteift und erst darauf die (Rauten-)Lagerung aufgesetzt. Der Nutzen des Mehrgewichts liegt in einem präziser zu kontrollierenden Fahrzeug.


Inneneinrichtung

Die Möblierung der Kabine funktioniert. Sie zeigt sich im Reisealltag funktionell und gemütlich. Stauraum ist genug vorhanden. Die meisten Ausrüstungsgegenstände des täglichen Bedarfs haben ihren festen Platz und müssen nicht täglich hin- und hergeräumt werden. Bewährt haben sich die vielen Kleiderhaken, das Apothekerschranksystem der Küchenzeile und der Klapptisch der Sitzgruppe. Der klappbare Lattenrost über dem Heckstauraum ist eine echte Empfehlung. Das Bett ist im Wohnbetrieb für den Zugriff auf den Stauraum praktisch dauernd aufgeklappt. Außerdem wird die Matratze gut belüftet und im Heizbetrieb staut sich tagsüber nicht die Wärme darunter. Die Durchlüftung des Mobiliars ist für die Beheizung notwendig, lässt umgekehrt aber Schmutz und Staub freien Lauf. Der Reinigungsaufwand im Innenraum ist hoch.Mit Kühlschrank und Gefriertruhe verfügen wir über gut 100 l Kühlraum (darin enthalten maximal 60 l Gefrierraum). Damit können wir locker für 14 Tage Frischwaren bunkern. Für unsere vielen Akkugeräte haben wir sinnvollerweise viele Steckdosen verbaut, aber es fehlt oft ein geeigneter Ablageplatz für die Geräte während des Ladevorgangs.

Die wasser- und chemiefreie Trenntoilette ist eine empfehlenswerte Lösung für ein Expeditionsmobil. Der Urin wird über eine Geruchsschleuse in den Abwassertank abgeleitet, die Feststoffe nimmt ein Eimer auf. Im Bad ist eine Fahrradtrinkflasche montiert, mit der wir den Urinsammler nachspülen (0,75 l pro Tag). Verbesserungspotential sehen wir bei der Abluftführung der Toilette. Der enge Durchmesser und die Radien erzeugen zuviel Gegendruck. Außerdem haben wir noch keine zufriedenstellende Kombination für Tüte und Eimer gefunden. Naheliegend war, die Entnahme des Eimers durch eine Klapptür zu lösen. Eine Schubladenlösung könnte jedoch einfacher in der Handhabung sein.


Gasanlage

Der innenliegende 100l-Gastank reicht bei andauerndem Heiz-/Back- und Kochbetrieb für rund zwei Monate. Die zusätzliche Einspeisungsmöglichkeit durch einen Gasflaschenanschluss im Heckstauraum ist sehr praktisch, um die Autarkie auf Reisen zu verlängern. Gasflaschen gibt es praktisch in jedem Land und mit ein wenig Improvisation lassen sich alle Flaschen an dem Gasregler anschließen. In strukturschwachen Regionen halten wir den Gastank als Überbrückungsreserve vor und nutzen dort hauptsächlich Gasflaschen am Zusatzanschluss. In Europa lässt sich der Gastank mit den entsprechenden Adaptern "überall" auftanken.


Bewässerungssystem

Das abgetrennte Trinkwassersystem mit eigenem 65 Liter Tank, Tauchpumpe und Wasserhahn in der Küche hat sich bewährt. Die Menge reicht für 14 Tage (Gemüsewaschen, Kochen, Teetrinken, Zähneputzen). Unser Brauchwasservorrat von 230 Litern in zwei Kunststofftanks und zwei Kanistern reicht für 8-10 Tage (Duschen, Spülen). Die Bevorratung in mehreren Tanks hat keine spürbaren Vorteile, bringt aber mehr Aufwand bei der Installation mit sich (mehr Fittinge, mehr Schläuche -> mehr Schwachstellen?). Ohne Füllstandsanzeige können wir den Wasserstand in den Tanks nur durch die Reinigungsöffnungen kontrollieren. Als größter Verbraucher erweist sich das Geschirrspülen (3x am Tag).

Salzhaltiges und gechlortes Brauchwasser greift die Metallfittinge im Bewässerungssystem an. Mit der zweistufigen Filteranlage aus Aktivkohle- und Keramikfilter sind wir sehr zufrieden. Die Marinepumpe von Marco mit Bronzezahnräder und einem Maximaldruck von 4 bar läuft zuverlässig, muss aber unter dem Wasserstand montiert werden, weil sie sonst regelmäßig leer läuft. Die Wasserbevorratung wird aus- und umgebaut. Ein 300 Liter Tank mit zwei Schwallwänden und zwei großen Reinigungsöffnungen soll quer vor dem Bett Platz finden. Eventuell rüsten wir einen Überlauf nach, um die Betankung zu vereinfachen. Die extrem harten Wasserschläuche mit Innendurchmesser 10 mm sollen gegen sehr weiche Schläuche mit Innendurchmesser von 13 mm erweitert werden. Dadurch wird der Gegendruck verringert und dem temperaturabhängigen Wasserdruck mehr Elastizität gegeben.

Wassers dehnt sich beim Aufheizen auf. Der Alde-Boiler entlässt im Überdruckfall Wasser durch ein Ventil nach außen. Das Ventil spricht allerdings so schnell an, dass wir viel Wasser nach außen verlieren. Möglicherweise drücken die Wassersäulen von Dusche und Küche zu stark auf das Ventil. Ein Druckausgleichsbehälter könnte hier Abhilfe schaffen


Tür, Klappen und Fenster

Die Ormocar-Tür ist sehr stabil und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Sie dient problemlos als vierte Duschwand. Die beiden Stauraumklappen von Outbound isolieren gut und sind stabil, allerdings fanden wir in einer Klappe Wasser vor. Ein Schlosskasten ist nicht richtig abgedichtet. Outbound empfiehlt mittlerweile Ablaufbohrungen an der Unterkante der Klappen. Die offenliegenden Zylinderschlösser sind verbesserungswürdig (der Hersteller bietet eine Schlossabdeckung gegen Aufpreis an). Die Echtglas-Fenster von PaBST isolieren gut und sind stabil und kratzfest. Das zusätzliche Fenster am Bett hat sich gelohnt: Mehr Fenster bedeuten mehr Licht und mehr Aussicht. Die Moskitorollos schützen vor Fliegen und Stechmücken. Die Technik des jüngsten Fensters wurde im Detail weiter verfeinert.


Elektrik

Unsere größten Stromverbraucher sind zwei Laptops und die Gefriertruhe. Über Nacht verlieren wir 20-30% unserer Akkukapazität von 300Ah. Die vier Solarmodule produzieren im Sonnenschein ausreichend Strom, um die vier Optima Yellow Top à 75Ah täglich komplett aufzuladen. Problematisch ist die Stromgewinnung an bedeckten Tagen, wenn alle Verbraucher durchlaufen. Bei (längerem) Fahrbetrieb nutzen wir den B2B-Lader von Fraron. Dieser liefert bis zu 40Ah, welche die schwache Steyr-Lichtmaschine nicht vollständig liefern kann. Der B2B-Lader kommt daher nur auf längeren Fahrten zum Einsatz, wenn der Stromverlust in den Starterbatterien wieder ausgeglichen werden kann. Der 230V-Spannungswandler im Fahrerhaus leistet während der Fahrt gute Dienste zum Aufladen diverser Akkus. Außerdem kann er als Ersatz dienen, wenn der Hauptwandler im Wohnaufbau ausfällt.

Um die autarke Standzeit mit mehreren Schlechtwettertagen zu überbrücken, ist mehr nutzbare Akkukapazität oder mehr Solarenergie nötig. Wir werden weitere Solarpaneele verbauen. Die Original-Lichtmaschine ist auf Kurzstrecken zu schwach für unseren potenten B2B-Lader.


Einstiegstreppe

Größe und Stabilität der Anbautreppe haben sich bewährt; einzig die Handhabung ist etwas aufwändiger als bei einer Ausziehtreppe. Die freihängende Konstruktion und die Gitterroststufen sind ein echtes Plus.


Durchstieg

Der Durchstieg ist nach wie vor Gold wert, insbesondere bei Sauwetter oder sub-optimalen Stellplätzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durchreichen von Krimskrams, im Stau oder in der Zivilisation schnell mal auf die Toilette können, schnelle Abreisemöglichkeit ohne angebaute Außentreppe, Sichtkontrolle nach vorn. Der Zwischenraum zwischen den abschließbaren Türen von Fahrerhaus und Kabine dient als Tresor, wenn wir das Auto mit Wertsachen unbeaufsichtigt stehen lassen wollen.


Arbeitsleuchten vorn / hinten

Je mehr Licht beim Rangieren im Dunkeln, umso besser (vor allem bei der nächtlichen Stellplatzsuche im Gelände).


Tankanlage

Je mehr Dieselvorrat, umso mehr Sicherheit auf langen beschwerlichen Geländefahrten. Die Kosten amortisieren sich, wenn man günstig viel Diesel tanken kann. Der rückspülbare, beheizbare Separfilter hat sich bewährt. Um die Kraftstoffversorgung zu vereinfachen, sollen die originalen Filtergehäuse entfallen und der Separfilter an deren Stelle rücken. Die Originalfilter sind durch den Separ ohnehin entfallen (Herstellerempfehlung).


Ausrüstung: Dachträger / Heckstaukästen

Der Dachträger trägt die Sandbleche, die Arbeitsbeleuchtung nach vorn und bringt mit der Dachbox zusätzlichen Stauraum. Die Heckstaukästen waren teuer aber der Nutzen ist das Geld wert. Die relativ kleine Dachbox soll durch eine größere ersetzt werden. Die große Box soll in ferner Zukunft ein 24V-Solarmodul tragen können, um die Fahrzeugbatterien selbständig zu laden.


Fahrzeuggewicht

Trotz einiger Gewichtseinsparungsmaßnahmen legte unser Reisetruck gegenüber der Bauphase I eine Tonne an Gewicht zu (Dachträger, Kabinenumbau, Innenausbau, Wasser-/Gas- und Dieselkapazität). Weiteres Gewicht bringen die zusätzlichen Federlagen an der Hinterachse, weitere Solarmodule für mehr Energieausbeute während andauernder Schlechtwetterphasen und der Ausbau der Brauchwasserkapazität. Unter Ausnutzung aller Wasser- und Dieselkapazitäten nähern wir uns aktuell einem reisefertigen Gesamtgewicht von 10,5 Tonnen. Die Kabine trägt dazu gewichtige 3,5-4 to bei. Obwohl der Steyr 12M18 als 11,5-Tonner ausgelegt ist und unsere Gewichtsverteilung VA:HA etwa 45:55 beträgt, hat sich die Straßen- und Pistenlage durch zwei HA-Zusatzfederlagen extrem verbessert. Das Schaukeln ist fast weg und die Hinterachse liegt auf Schlaglochpisten deutlich ruhiger.

Mit 630 Nm Drehmoment und 180 PS bewegt der Steyrmotor das Gewicht souverän im Gelände, kommt auf kurvenreichen Gebirgsstrecken aber rasch an seine Leistungsgrenze, weil das ausgeprägte Turboloch und der langsame Aufbau des Ladedrucks Schaltvorgänge verhindern. Ein LLK soll das Ansprechverhalten des Turbos zwar etwas verschlechtern, die Motorleistung insgesamt aber spürbar erhöhen. Für die nächste große Reise wird der Einbau eines Ladeluftkühlers geprüft.


LG
Oschi
Zuletzt geändert von Oschi am 2017-06-12 13:12:19, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Pirx
Säule des Forums
Beiträge: 10743
Registriert: 2006-10-04 20:03:38
Wohnort: Raum Stuttgart
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#190 Beitrag von Pirx » 2017-06-12 13:07:58

Oschi hat geschrieben:Um die Kraftstoffversorgung zu vereinfachen, sollen die Originalfiltergehäuse entfallen und der Separfilter an deren Stelle rücken.
Schlechte Idee.

Pirx
Der mit der Zweigangachse: 15 Vorwärtsgänge, 3 Rückwärtsgänge, Split, Schnellgang, Differentialsperre
---
"Immer bedenken: Hilfe ist keine Einbahnstrasse, Geholfen-Werden ist kein Recht und es liegt an jedem selbst, inwieweit er sich hier in der Gemeinschaft (die im Extremfall so einiges gemeinsam schafft) involviert und einbringt."
Ein Unimog-Fahrer.

Kater
infiziert
Beiträge: 40
Registriert: 2013-12-20 15:38:49

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#191 Beitrag von Kater » 2017-06-12 20:08:34

Schöne Zusammenfassung.

Bei meinem KAT habe ich den Vorfilter entfernt und durch einen Separ ersetzt. Das hat die Dieselpest in Tunesien so begrenzt, das die Hauptfilter nicht getauscht werden mussten.
Erscheint mir als sinnige Lösung, weil die Filtrierung auf die Dieseleinspritzung abgestimmt ist und der SEPA wie es scheint größere Partikel durch lässt.

Gruß
Peter

Benutzeravatar
Ulf H
Rauchsäule des Forums
Beiträge: 20048
Registriert: 2006-10-08 13:13:50
Wohnort: Oskarshamn, Småland, Schweden

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#192 Beitrag von Ulf H » 2017-06-13 3:25:27

... ich bin um meinen originalen Vorfilter, Modell Schnapsglas sehr froh ... 99% aller Probleme in der Kraftstoffversorgung liessen sich im Minutenschnelle durch Reinigen des Filtereinsatzes beheben ... erst abbürsten, dann mit Bremsenreiniger durchspülen ... da jedesmal den Separ, der bei mir ein Racor ist, aufmachen und Filter tauschen, sowie sehr lange Entlüften ... nein Danke ...

... ja, der Filtereinsatz vom Separ sollte gröber sein, als der Hauptfilter ...

... dann bekommt man eine wunderbar effektive dreistufige Filterkette hin ... Ersatz eines der originalen Filter durch einen Separ ist meiner Meinung nach keinesfalls besser als das Original ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

Benutzeravatar
Oschi
Überholer
Beiträge: 233
Registriert: 2012-09-05 15:22:57
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#193 Beitrag von Oschi » 2017-06-13 20:27:25

Pirx hat geschrieben:Schlechte Idee.
Die Einbauanleitung des Separs ist eindeutig: Alle anderen Filter müssen entfernt werden. Aber Pirx - eher für sachkundige als kryptische Antworten bekannt - hat mich nachdenklich gemacht und ich habe etwas nachgeforscht.

Der Standardfiltereinsatz des Separs hat eine Porengröße von 30 Mikrometer. Es gibt auch Einsätze mit 10 Mikrometer, aber ich gehe nicht davon aus, dass ich die habe.

Der originale Mann & Hummel Feinfilter des Steyr hat einen Abscheidesatz von 20% bezogen auf eine Partikelgröße von 5-8 Mikrometer.

Ich weiß nicht, inwieweit die Werte direkt vergleichbar sind, aber die Porengröße des Separ scheint mir zu groß, um mit dem Feinfilter konkurrieren zu können.

Zur Sicherheit hakte ich bei einem SWK-Vertriebspartner nach. Seine Antwort: "Ich würde auf keinem Fall den Feinfilter am Motor entfernen, da sonst keine feine Filterung des Diesel mehr stattfindet."

Ich werde die Originalfilter wieder einsetzen. Sollten Pumpe und Düsen nun schon "einen weg haben" ... Grund genug für eine Optimierung. ;)

Achja: Pirx hatte - wie zu erwarten war - recht!

Dankeschön!

steyermeier
Selbstlenker
Beiträge: 175
Registriert: 2015-03-31 22:46:28
Wohnort: Lüchow niedersachsen

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#194 Beitrag von steyermeier » 2017-06-13 22:25:18

Die Einbauanleitung von separ ist eindeutig?
Ja , sehe ich auch so. Allerdings steht da : Alle anderen KraftstoffVORfilter müssen entfernt werden....
Ich habe also das Sieb im Tank entfernt....das schnapsglas geht ja technisch nicht...ausserdem sitzt das hinter dem Separ..die anderen habe ich drinnen gelassen....ist ja eben kein Vorfilter und Steyr hat sich wohl was dabei gedacht.
So habe ich das verstanden. Für mich ist der Separ toll , um schnell Viel Druck zu separieren....und um die eigentlichen Filter zu schonen. Wie die Zyklon Einheit am luftfiltertopf. ..die sitzt auch vor dem eigentlichen Papiereinsatz.
Gruß Markus

Benutzeravatar
Oschi
Überholer
Beiträge: 233
Registriert: 2012-09-05 15:22:57
Kontaktdaten:

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18 / Strøm

#195 Beitrag von Oschi » 2018-12-01 10:20:31

Hallo Leute,

ich habe seit vier Jahren vier 75Ah Yellow Top (AGM) im Aufbau, d.h. insgesamt 300Ah in 12V-Konfiguration.

Die Akkus sind meiner Meinung nach noch sehr gesund: Nach dem IOuO-Vollladen und einer Ruhephase zeigt der (das?) Multimeter an jedem isoliert gemessenen Akku noch 13,1V an. Die Restkapazität laut Batteriemonitor BMS 602 schätze ich auch noch für gut: Nach Entnahme von 100Ah beträgt die Spannung noch 12,2V.

Es gab keine Tiefentladungen und die Ladeschlussspannung von 14,7V wurde fast täglich erreicht. Die Akkus haben nie mehr als drei Tage im angebrochenen Zustand verbracht. Die maximale Entladung betrug 122Ah, über 70Ah sind extrem selten. Meist verlieren wir nur knapp 40Ah über Nacht. Im deutschen Winter hängen wir praktisch ständig am Landstrom.

Der Platz im Batteriefach reicht für eine weitere Optima und ich würde die Kapazität gern auf 375Ah ausbauen, um bei fehlendem Solarertrag mehr Reserven zu haben.

Wie nachteilig kann es sein, einen nagelneuen mit meinen gebrauchten Akkus zusammenzufassen?

Benutzeravatar
A N D R E A S
Überholer
Beiträge: 267
Registriert: 2013-01-10 16:15:16
Wohnort: MA/LU

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#196 Beitrag von A N D R E A S » 2018-12-04 14:50:03

Nachteilig!!!

Laden ist Chemie-Sache. Eine neue Batterie hat anderes chemisches Verhalten als gebrauchte. Damit wird dir immer die Spannung/Belastung wandern. Und bei Batterien trägt immer das schwächste Glied die größte Last systembedingt.

Also laß es, bis neue gebraucht werden und kauf dann 5 Stk.

casparmuc
LKW-Fotografierer
Beiträge: 111
Registriert: 2013-11-29 0:25:50

Re: Umbaudoku Oschi: Steyr 12M18

#197 Beitrag von casparmuc » 2018-12-05 19:44:39

in letzter Zeit waren die Optimas sogar richtig "günstig" zu bekommen.
Teilweise zu 170€. Vor Jahren habe ich noch 250€ bezahlt.

Antworten