Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

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Jac0b
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Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#1 Beitrag von Jac0b » 2020-02-08 23:06:32

Moin allerseits,

Ich spiele mit dem Gedanken mir in 2-3 Jahren nen neuen Koffer zu bauen. Der "Alte" selbstgebaute Siebdruckkoffer ist zwar erst 2 Jahre alt, aber das Fahrgestell hat sich gewechselt, würde jetzt gerne etwas schmaler sein, und ich hab einfach Bock nochmal einen Absetzkoffer zu bauen :blush:

Das Material ist klar, Holz muss es wieder sein. Ich habe vollen Zugriff auf ne gut ausgestattete Schreinerei und dazu befindet die sich noch direkt neben meiner Haustüre. Maschinenmäßig bleibt also kaum ein Wunsch offen.

Beim überlegen wie der nächste Koffer aufgebaut sein könnte, kam mir unter anderem die Idee das Ding in Vollholz zu bauen. Die Verbindungen der Seitenwände per Ausklinkung/ Überplattung. Die einzelnen Holzstangen werden nochmal auf den zehntel Millimeter durch den Dickenhobel geschoben damit auch alle wirklich Maßhaltig sind und bekommen dann oben und unten eine 20mm breite Nut eingefräßt in die dann eine massive Feder gesteckt wird und dann wird das Gesamtpacket Wasserfest verleimt. Auf diese Art Lage für Lage, bis die Wunschhöhe erreicht ist.
Damit das Ding nicht nach Waldhütte aussieht kann es außen mit Holzlasur oder Holzfassadenfarbe in Wunschfarbe gestrichen werden, oder eben "richtig" mit 2K Lack chick lackiert werden und innen ebenfalls gestrichen oder tapeziert. Das Dach wird dann als leichtes Tonnendach ausgeführt und mit Blech beschlagen, einige mm über die Seitenwände überstehend und nach unten abgekantet. Über die recht anfälligen Hirnhölzer an den Ecken kommen breite Eckwinkel aus GFK/Blech/Edelstahl eingeklebt bevor lackiert wird.

Vorteile:
-Das leidige Thema des Taupunktes/ kondensierendem Wasser in der Konstruktion existiert nicht
-günstig (nochmal einiges günstiger als das Material für den Siebdruckkoffer)
-sehr robust
-fast an jeder beliebeigen Stelle können Ausschnitte reingesägt/ gesetzt werden
-Überall kann Zeugs ordentlich befestigt werden (das finde ich sau gut)
-keine Kältebrücken
-gutes Raumklima
-kann ich komplett ohne Fremdleistungen machen
-kein Gewichtsnachteil

Nachteile:
-Leitungen in der Wand verlegen. Entweder darauf verzichten und schöne Kabelkanäle verbauen (habe ich jetzt auch und stört mich nicht) oder eben in die Wand schlitzen/fräsen und dann den Innenraum nochmals mit ner dünnen Sperrholzplatte auskleiden.
- was noch?

Das Gewicht: Ausgegangen von den angedachten Maßen l/b/h 450cm/235cm/220cm käme ich, wenn ich der Einfachheit halber, davon ausgehe dass auch Boden und Decke so aufgebaut sind, auf 3,05 Kubikmeter Konstruktionsvollholz. Fichte/Tanne wiegt 470kg pro Kubikmeter KVH, also würde der leere Koffer unter 1,5Tonnen wiegen. Also auch nicht schwerer als vergleichbare Shelter und leichter als mein Siebdruckkoffer mit Naturfaserdämmung.

Als Material bietet sich KVH an, kommt in der 5 Meter Stange daher und hat wenig große Äste drin. Ausgegangen von einer 6cm Wandstärke sind Querschnitte Standartmäßig bis 6x16 cm zu bekommen, ginge also flott in die Höhe.

Sicher, die Dämmwerte sind schlechter als wenn ich nen Sandwichkoffer aus Multiplexplatten und XPS baue, aber Vollholz ist auch kein besonders guter Wärmeleiter und mit dem Holzofen ist die Bude sowieso sofort warm.

Nun Ihr, was denkt ihr dazu? Ich freue mich über eine rege Diskussion :positiv:

Liebe Grüße, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#2 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-09 2:44:47

Ich denke dass das Holz beim quellen und schwinden reißen wird, hast du dir mal brettsperrholz angeschaut? Hat alle deine Vorteile und ist gesperrt also bewegungsärmer.
Die Ecken wenn dann nach dem lackieren auf kleben!

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#3 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-09 2:44:59

Ich denke dass das Holz beim quellen und schwinden reißen wird, hast du dir mal brettsperrholz angeschaut? Hat alle deine Vorteile und ist gesperrt also bewegungsärmer.
Die Ecken wenn dann nach dem lackieren auf kleben!

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Ulf H
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#4 Beitrag von Ulf H » 2020-02-09 2:59:50

... also Blockbohlenbau? ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#5 Beitrag von Konstrukteur » 2020-02-09 3:29:11

Hallo Jacob,
na ja, ich weiß nicht so recht.
Dafür spricht, dass du alles selber machen kannst, dass ist ein enormer Vorteil. :)
Dagegen spricht für mich das enorme Gewicht. Deine Kabine ist 140cm kürzer als meine Kabine,
trotzdem wiegt meine Kabine 20% weniger als Deine geplante Kabine. :(
Noch kritischer sehe ich den Einsatz von Massivhölzern! Ich bin zwar kein Holzfachmann, aber alle Massivhölzer die ich bisher gesehen habe,
reißen in Längsrichtung. Zwar nie durch, aber entweder bist Du dann nur noch am spachteln um die Risse zu schließen,
vom lackieren ganz zu schweigen.
Und die von Dir angedachten Konstruktionshölzer Fichte und Tanne, sind für den Ausseneinsatz nicht wirklich gedacht.
Wenn Du da nicht permanent guckst, dass da nirgendwo Feuchtigkeit reinkommt sind die nach 2-3 Jahren hinüber, wenn es irgendwo doch feucht wurde.
(da gibt es schöne Tabellen im Internet, wo man die Haltbarkeit diverser Hölzer im Freien angegeben findet)
Und soweit ich mich erinnern kann haben da Fichte und Tanne die kürzeste Lebenserwartung. :(
Gruß Uwe
Ich will reisen und nicht rasen, wozu brauche ich also Höchstgeschwindigkeit?

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#6 Beitrag von Jac0b » 2020-02-09 7:39:48

Ulf H hat geschrieben:
2020-02-09 2:59:50
... also Blockbohlenbau? ...

Gruss Ulf
genau Ulf, Blockbohlenbau.
Jabob der Baumeister hat geschrieben:
2020-02-09 2:44:59
Ich denke dass das Holz beim quellen und schwinden reißen wird, hast du dir mal brettsperrholz angeschaut? Hat alle deine Vorteile und ist gesperrt also bewegungsärmer.
Die Ecken wenn dann nach dem lackieren auf kleben!
Hi Jakob, Brettsperrholz kenne ich, aber dann kann ich auch fast wieder nen Multiplexkoffer bauen.Oder Meintest du wirklich ne 60mm Starke Brettsperrholzplatte? Da muss ich mal die Gewichte checken.
Bezüglich schwinden und quellen... Das Holz wird das nicht tun :smoking: Holz "arbeitet" nicht (nur minimalst) bei Temperaturunterschieden, sondern bei Feuchteschwankungen. Verält sich also gegenläufig zu Metall/Kunststoff. Also, wenns keine Feuchtigkeit zieht, bewegt sich das Holz weder in der Wüste noch im Eis.
Konstrukteur hat geschrieben:
2020-02-09 3:29:11
Hallo Jacob,
na ja, ich weiß nicht so recht.
Dafür spricht, dass du alles selber machen kannst, dass ist ein enormer Vorteil. :)
Dagegen spricht für mich das enorme Gewicht. Deine Kabine ist 140cm kürzer als meine Kabine,
trotzdem wiegt meine Kabine 20% weniger als Deine geplante Kabine. :(
Noch kritischer sehe ich den Einsatz von Massivhölzern! Ich bin zwar kein Holzfachmann, aber alle Massivhölzer die ich bisher gesehen habe,
reißen in Längsrichtung. Zwar nie durch, aber entweder bist Du dann nur noch am spachteln um die Risse zu schließen,
vom lackieren ganz zu schweigen.
Und die von Dir angedachten Konstruktionshölzer Fichte und Tanne, sind für den Ausseneinsatz nicht wirklich gedacht.
Wenn Du da nicht permanent guckst, dass da nirgendwo Feuchtigkeit reinkommt sind die nach 2-3 Jahren hinüber, wenn es irgendwo doch feucht wurde.
(da gibt es schöne Tabellen im Internet, wo man die Haltbarkeit diverser Hölzer im Freien angegeben findet)
Und soweit ich mich erinnern kann haben da Fichte und Tanne die kürzeste Lebenserwartung. :(
Gruß Uwe
Moin Uwe,
wie schon gesagt, das Gewicht schreckt mich nicht, finde 1,5t für nen robusten Leerkoffer nicht zu viel. Der jetzige hat mehr und die Karre fährt sich gut (hab viel Zuladung weil nur 4x2), wird also eh schon nen Upgrade von der Perfomance her :D spürbar leichter geht nur mit GFK/ Hallenpaneele(oder ähnlichem)- Sandwichbau. Das kommt für mich nicht in Frage. Bezüglich der Risse kann ich da nicht von den gleichen Erfahrungen sprechen. Das KVH ist genormt, getrocknet, vorsortiert, hat keine großen Harzblasen oder durchgehende Äste, auch keine Kerne entlang denen Holz gerne reisst. Dann leg ich mir nen Kubikmeter mehr hin, so kann ich die "schlechtesten" aussortieren.
Für den Ausseneinsatz ist Fichte/Tanne nicht unbedingt gedacht, aber es soll ja auch nicht dem Regen ausgesetzt werden. Sparrenenden und Köpfe halten ja auch über Jahrhunderte, nur vom Ziegel überdacht. Auch da bin ich unbesorgt und hab gute Erfahrungen gemacht.
Sicher, beim eindringen von Wasser gammelt das Holz mit der Zeit. Aber das tut ja jeder Koffer der nicht Außschließlich aus Kunststoffen besteht. Und der Vorteil beim Blockbohlenbau ist dass ich nirgdends nochmal ne Blende drüber habe wo das ganze Dahinrotten verdeckt statt finden könnte. Warum ich an Fichte Tanne denke hat Gründe. Leichter als die Hölzer die für draussen freigegeben werden. Leichter heißt weniger Dichte, heisst besserer Dämmwert. Dazu wäre alles andere in den Dimensionen unglaublich schwer und unglaublich unbezahlbar.

schönen Sonntag euch allen,
liebe Grüße, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#7 Beitrag von RandyHandy » 2020-02-09 9:03:40

Hi,
nur mal so zur Gewichtsorientierung, unser Koffer (gewogen):
6 x 2,46 x 2,3 m Sandwichkoffer, Wandstärke 60mm, keine 900kg :angel:

600 kg unterschied :eek:
Viele Grüße

Henry



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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#8 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-09 9:22:01

Hallo,
Da du dein Holz nicht komplett versiegeln wolltest wird es sehr wohl quellen und schwinden, vor allem im Innenbereich ist der Unterschied zwischen winter und sommereinsatz und der damit verbundenen Luftfeuchtigkeit enorm! (Mein Schlafzimmer zeigt mir das jedes Jahr deutlich).
Ich denke nicht das beim Blockbohlenbau die Balken untereinander verleimt werden.
Brettsperrholz wiegt ziemlich genau das gleiche wie die Vollholz.

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Jac0b
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#9 Beitrag von Jac0b » 2020-02-09 10:05:52

RandyHandy hat geschrieben:
2020-02-09 9:03:40
Hi,
nur mal so zur Gewichtsorientierung, unser Koffer (gewogen):
6 x 2,46 x 2,3 m Sandwichkoffer, Wandstärke 60mm, keine 900kg :angel:

600 kg unterschied :eek:
Moin, das freut mich und ist interessant zu wissen, aber ist für mich trotzdem keine Option. Die im Eingangspost erwähnten Vorteile überwiegen den Gewichtsvorteil (für mich). Mir gefällt die Idee überall was rein spaxen zu können und auf meinem Koffer rum springen wie auf nem Militärshelter. Die wiegen nicht weniger. Natürlich werden das viele nicht nachvollziehen können, deswegen hab ich schon in der Überschrift an die Holzbaufraktion adressiert, da ist ultraleichtbau schwierig :) Auch erfordert das Absetzen eine gewisse Robustheit, damit der Koffer ohne Fahrzeug drunter weiter genutzt werden kann.
Unser G90 9.150 wiegt knapp über 4 Tonnen, bis zu der zGG sind es fast 3,5t, das Fahrgestell ist für 9,3t ausgelegt, unmengen an Diesel und Wasser bunkern wir nicht.
Jabob der Baumeister hat geschrieben:
2020-02-09 9:22:01
Hallo,
Da du dein Holz nicht komplett versiegeln wolltest wird es sehr wohl quellen und schwinden, vor allem im Innenbereich ist der Unterschied zwischen winter und sommereinsatz und der damit verbundenen Luftfeuchtigkeit enorm! (Mein Schlafzimmer zeigt mir das jedes Jahr deutlich).
Ich denke nicht das beim Blockbohlenbau die Balken untereinander verleimt werden.
Brettsperrholz wiegt ziemlich genau das gleiche wie die Vollholz.
Hi Jakob (heißt du so?),
Danke für deine Erfahrungsberichte. Ich hab im Eingangspost geschrieben dass alles Wasserfest verleimt würde, mit dicken eingelassenen Federn, denke aus Multiplex. So zumindest die Idee. Auch dass die Option besteht die Hütte "richtig" mit 2K lack zu lackieren. Zum Gewicht vom Brettsperrholz hast du recht, hab da auch die Angabe von 500kg auf den Kubikmeter in Fichte gefunden. Gibts als 3-Schicht Variante (natürlich kreuzverleimt) Serienmäßig ab 60mm, also passend. Vorteil wäre natürlich dass der Bau abartig schnell gehen würde und keine Stöße nötig sind. Nachteil dass unschöne Stellen nicht aussortiert werden können, auch die Varianten mit einer Sichtseite haben Harzblasen von 5/50mm und dickere Äste erlaubt. Da müsste ich mal die Anbieter abklappern was da "im schönsten Fall" zu bekommen ist.

Liebe Grüße, Jacob

Edit: kleine Ergänzung

bikemaniac
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#10 Beitrag von bikemaniac » 2020-02-09 12:32:46

Ich finde die Idee genial und habe mir auch überlegt ob ich mir sowas bauen will.

Du schreibst Blockbohlenbau. Wie wärs mit "Massivholzwänden"? Schreib mal Holz100 oder Erwin Thoma im Internet. Da baut man sich 4 Wände, 1 Dach und 1 Boden in Ruhe auf und dürfte noch stabiler und verwindungssteifer als der Blockbohlenbau sein. Ist ja eigentlich eine riesige 60mm Multiplexplatte.

Zitat: "Das leidige Thema des Taupunktes/ kondensierendem Wasser in der Konstruktion existiert nicht": Das verstehe ich jetzt nicht. Nehmen wir an dass dein Koffer 100% dicht ist. Dann werden deine Wände kälter als bei einer Sandwichkabine sein. Also ist die Gefahr für Kondenswasser grösser, aber das Holz nimmt das Wasser auf und gibt es wieder ab wenn die rel Feuchte im Innenraum wieder abnimmt zB durch Heizen. Aber ich denke, irgendwann ist das Holz auch mit Feuchte voll, und dann werden sich Wassertropfen auf der Oberfläche bilden. Es stellt sich die Frage, wie vieles muss schief gehen bis man dort ist? Es gibt ja auch eine Phasenverschiebung wenn das Holz wieder trocknen muss, das geht ja nicht ratzfatz. Kann man das Holz nicht 100% vom Wasser entlehren bevor man wieder mehr reinstopft, dann muss es sich ja häufen.

Wenn man im Winter 24/7 drin heizt wird es natürlich nie ein Problem sein, aber sobald man den Ofen abstellt ...

Vielleicht kann man den Holzkoffer mit Absicht undicht machen :-)

Lucas

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#11 Beitrag von Jac0b » 2020-02-09 14:06:32

Hoi Lucas!

Ich finde im Thoma seine Produkte aus Baubiologischer Sicht im Hausbau zwar interessant, aber denke sie sind für den fahrzeugbau nicht geeignet. Die schichtholzplatten sind nicht verleimt sondern werden mit durchgehenden Holzdübeln zusammen gehalten. Da hab ich zu viel schiss/zu wenig vertrauen, nen Kräftiger Leim darfs für meinen Geschmack schon sein.

Naja, also man muss schon verhindern dass das massivholz größere Mengen Wasser zieht, die Ausdehnung würde sonst vermutlich Türen und Fenster zum klemmen bringen. Daher mach ich mich mal schlau wie es mit ner „sperrenden“ Lackierung z.b. Mit Fensterlack aus sieht.

Liebe Grüße, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#12 Beitrag von bikemaniac » 2020-02-09 14:26:55

Ich finde es nur schade wenn man das Holz durch Lack wieder absperrt. Mein Traum ist ein unbehandelter Zirben-koffer :-).

Vielleicht sollte man über Zwangslüftung mal nachdenken.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#13 Beitrag von Ulf H » 2020-02-09 14:41:56

... na dann mal los ... nur das mit der Eckverbinding ohne blockbautypisch überstehende Enden der kreuzenden Wand habe ich noch nicht verstanden ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#14 Beitrag von Mark86 » 2020-02-09 14:46:52

Also n Haus bekommt das meiste Wasser von oben und da ist n Dach drauf und dass ist selten aus Holz, aber eher nie aus unbehandelten Holz...
Die waende werden in der Regel durch Dachueberstand geschützt...

N LKW mit Dachueberstand wird schwierig in der Umsetzung, bekommt daher viel Wasser von den Seiten und von vorne. Das Wasser auf den Straßen ist dazu sehr dreckig, sprich, man muss ihn waschen und dazu ist es manchmal salzhaltig. Das ganze bewegt sich im Fahrbetrieb und dann haben wir noch ne Temperatur und Feuchtigkeitsdifferenzen... OK...
Der Klügere gibt so lange nach bis er der Dümmere ist.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#15 Beitrag von Jac0b » 2020-02-09 14:49:35

Ulf H hat geschrieben:
2020-02-09 14:41:56
... na dann mal los ... nur das mit der Eckverbinding ohne blockbautypisch überstehende Enden der kreuzenden Wand habe ich noch nicht verstanden ...

Gruss Ulf
Würde auch am liebsten direkt loslegen, aber erst mal bekommt noch der Hof nen neuen Dachstuhl im Frühjahr und... Ähm... dann gibts da noch so einiges anderes was vorher zu tun wäre :angel:

Die eckverbindungen habe ich mit ner einfachen halb/halb überblattung angedacht. Überstände gibts keine, wird nen klassischer Schuhkarton. Riechst du was ich denk? Sonst mach ich ne Skizze heute Abend.

Liebe Grüße, Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#16 Beitrag von Ulf H » 2020-02-09 14:59:44

... Hallen und Silos für die Lagerung von Salz werden gerne aus Holz gebaut, da es in diesem Falle wesentlich beständiger ist als bezahlbare Metalle ...

... wenn Holz wieder abtrocknen kann, so hält es auch als Dach ... gerade heute an einer hundertjährigen Kirche bewundert ... mit Falunröd gestrichen sehen die Schindeln aus wie neu ...

... lass das Holz doch aussen vergrauen und abwittern, bis das lebenswichtige Schichten erreicht dauert es lange ... Milionen Blockbauten beweisen das täglich und fast weltweit ... es muss nur dringend dafür gesorgt werden, dass sich nirgends Feuchtenester bilden können, denn von denen geht die Zerstörung aus ... das ist aber bei anderen Materialien auch so ...

... nur weil man Holz nicht kennt, heißt das noch lange nicht, dass man nicht herrliche Sachen draus bauen könnte ... muss halt wie jeder Werkstoff mit Verstand verwendet werden ...

Gruss Ulf
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#17 Beitrag von 1ten » 2020-02-09 15:08:51

Hallo Jacob,

kennst Du den Link auf die Bildergalerie, der hier gepostet wurde? Ich kann den Beitrag leider nicht auf Anhieb finden.
Edit: gefunden … viewtopic.php?f=35&t=90387

hier hat auch jemand eine massive Holzbox mit zimmermännischen Hoilzverbindungen gebaut: sehr beeindruckend. Es gibt ja auch nahmhafte Hersteller, die massiv bauen.

Als Shelter Ausbauer mit tatsächlichen 6,2to Leergewicht blicke ich da etwas skeptisch, aber auch etwas neidisch auf die schöne Holzkonstruktion.

Gruss, 1ten
MB 914 AK

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#18 Beitrag von Mark86 » 2020-02-09 15:32:21

1ten hat geschrieben:
2020-02-09 15:08:51
Es gibt ja auch nahmhafte Hersteller, die massiv bauen.
N Name hat jeder, das ist nicht schwer...

@Ulf: Das womit so Schindeln, oder noch Esser Bahnachwellen getränkt sind, da magst du dich aber nicht in der Nähe aufhalten...
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#19 Beitrag von Ulf H » 2020-02-09 15:51:15

... jein ...

... Bahnschwellen sind traditionell und sehr wirkungsvoll mit Steinkohlenteeröl imprägniert, das will man wirklich nicht in der Nähe haben ... hält aber auch wesentlich besser als alles was später aus Umweltgründen entwickelt wurde ... einmalige Behandlung genügt ... selbst Buche, die sonst in wenigen Jahren zerstört wäre hält so viele Jahrzehnte ... Schwellen, also in dauerndem Erdkontakt und damit immer feucht ist auch eine der heftigsten Anwendungen, die man Holz antun kann ...

... norwegische Stabkirchen sind mit Holzteer behandelt und halten bei Behandlung alle paar Jahzehnte seit 800 Jahren ... Holzteer wird sogar medizinisch angewendet ...

... in diesem Fall ging es um Faluröd / Schlammfarbe mit der in Schweden seeehr viele Holzteile in Aussenanwendung behandelt sind ... hier ist bei der klassischen Variante eher alle zehn Jahre etwas abbürsten und nachstreichen angesagt ...

... konstruktiver Holzschutz, also z.B. Dachüberstand ist beim Fahrzeug nur eingeschränkt möglich, aber wenn das „nur“ 50 Jahre hält, statt im Bauwerk 500 so sollte das in den allallermeisten Fällen dicke reichen ...

Gruss Ulf
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#20 Beitrag von bachmarc » 2020-02-09 16:57:32

Der timeout hat meinen Text gefressen :(
Kurz: Tolles Projekt zum werkeln aber 1/10 mm Aushobeln klingt verdächtig.

Bei Möbeln füllt man die Rahmen mit schwimmenden Kassetten...

Klingt nach Spaß beim bauen aber ob ein rollender Bauernschrank dir dauerhaft Freude macht?
MAN G90 8.150 Bj 1994

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#21 Beitrag von steyermeier » 2020-02-09 17:01:12

Moin!
Super Idee!
Sage ich jetzt als Zimmermeister..
.Also: Blockbohlenbaum gibt es ja als Häuser reichlich und funktioniert. Konstruktiver Holzschutz geht halt beschränkt,ja aus der Spritzwasser Zone sind wir unten reichlich raus,das wird immer wieder abtrocknen. Von oben wird halt schwierig,so viel Dachüberstand willst du nicht bauen,bzw. teilweise kommt das Wasser beim fahren halt waagerecht von vorne. Grundsätzlich ist halt Holz mit waagerecht verlaufender Faserrichtung wesentlich schlechter in der Wasserableitung..ist halt so .senkrechter Blockbohlenbau hat wieder andere Problem ..als selbstragende Wand brauchst du halt Schwelle und rähm..und vorbei ist das mit dem sauberen Wasserablauf..Mal abgesehen von 5m Breitenausdehnung beim Koffer in der Länge und Breite.
Brettsperrholz könnte gehen,kannst du fertig als platte kaufen..ist selten im Angebot.
ich würde KVH aus Lärche/Douglasie nehme..ja,wesentlich teurer, aber nie 550€/m3 sind das auch nur 2000€..das wäre mir die wesentlich bessere Beständigkeit wert.
ja..dir Ecken sind ein Thema.. vielleicht halb Überblätter in der Höhe und dann bei 6cm Wandstärke eine Gewindestange durch..dir geht dann komplett in der Höhe durch,also auch durch die Bodenplatte und kann gleich kranöse sein. vorne wu5ich Alu Blech drauf machen..das wäre mir zuviel Wasser..und vielleicht eine dünne Wagon platte...fertig. dir Gewindestange von den Ecken kannst du gleich als Halterung für absetz Vorrichtung nutzen. ich würde mir wohl eine Feder dran fräsen...verleimt würde ich nicht trauen und dann läuft bei Fremdfeder das Wasser eventuell in die nut für fremdfeder.beim nur anfräsen vielleicht aussen eine schräge bis an die nut..dann läuft das Wasser RDA auch wieder raus. ja,Blechdach nach unten gekantet...ich denke immer drüber nach, ob das als eine geschweißte Tafel Riffelblech Alu funtioniert..wo mache ich das fest und wo nicht.
bei den Waldwagen die wir bauen haben die bei 11,6m Dachlänge stehfalzdeckung aus Alu 0,5, schaarbreite so 70cm,eigentlich toll...ob das auf die Dauer stehfalz bleibt...die ersten Äste werden es zeigen.
mein 19s32 soll ja noch eine 5,5m Kabine bekommen...da komm ich e hat ins Grübeln...
Danke für den Input!
Eine komplette Zimmerei mit Hallenkran usw hätte ich ja zur Verfügung...
fragen:
Anbindung Bodenplatte? untergeschraubt?innen? die Wand muss ja dann als Längsträger für die Bodenplatte dienen..zumindest beim Absetzen
Dach würde ich aus gebogenen bindern mit Dämmung machen.

Gruß Markus

bachmarc
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#22 Beitrag von bachmarc » 2020-02-09 18:24:33

Für mich klingt sowas immer nach „ weil ich Bäcker bin und ne Profi-Bäckerei nutzen kann wird mein Aufbau ein Lebkuchenhaus!“
Und dann findet sich immer einer der gute Erfahrung mit Schokoglasur gemacht hat ;)
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Jabob der Baumeister
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#23 Beitrag von Jabob der Baumeister » 2020-02-09 18:27:16

Servus Jakob,
Wasserfester leim ist nicht das problem, die bretter mit der eingeleimten Fremdfeder reißen sicherlich nicht an der klebefläche sondern direkt im Holz.
Du willst eine Leimholzplatte herstellen und die gibts aus guten gründen nur sehr selten im Innenausbau bei schreinern, im aussenbereich im Bootsbau zu 100% nicht und im zimmerei handwerk hab ichs auch noch nicht gesehen! Wenn die schichten nicht durch Querlagen gesperrt aind werden die immer reißen.
Brettsperrholz gibts in Qualitäten für die du bei gleicher güte bei kvh nur mit 300% verschnitt raus bekommst (kein belegter fakt!). Das ist dann halt teuer. Gibts übrigens auch mit lärche Deckschicht (mein absolutes lieblingsholz). Auch brettsperrholz mit selbst geschnittenen starkfunier als Deckschicht wird dich billiger kommen als aus kvh die bretter mit stehenden jahrringen und ohne kern rauszusortieren.
Konstruktiver holzschutz wird bei jedem Boot mit auch mit unter 20mm Dachüberstand praktiziert, sollte nur nicht mit dem Hausbau verglichen werden.
Sorry für die Rechtschreibung
Gruß Jakob

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Jac0b
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#24 Beitrag von Jac0b » 2020-02-09 22:44:51

Yeah, hier ging ja richtig was seit heute Mittag :blume:
Ulf H hat geschrieben:
2020-02-09 14:59:44
... lass das Holz doch aussen vergrauen und abwittern, bis das lebenswichtige Schichten erreicht dauert es lange ... Milionen Blockbauten beweisen das täglich und fast weltweit ... es muss nur dringend dafür gesorgt werden, dass sich nirgends Feuchtenester bilden können, denn von denen geht die Zerstörung aus ... das ist aber bei anderen Materialien auch so ...

Gruss Ulf
Ja, darüber denke ich auch nach, die Optik von verwittertem Holz stört mich nicht. Was mich mehr umtreibt ist die Bewegung die ins Holz kommt durch die schwankenden Feuchte. Länger wird das Holz ja nicht (minimalst), aber "breiter". Würde heissen er wird höher je feuchter das Holz ist. Das könnte bei Türen und Fenstern zum klemmen oder im dümmsten Fall verdrücken der Rahmen führen. Fenster wären wohl eher betroffen, da da mehr Material drüber und drunter ist, bei der Türe ist da ja nicht viel.
1ten hat geschrieben:
2020-02-09 15:08:51
...kennst Du den Link auf die Bildergalerie, der hier gepostet wurde? Ich kann den Beitrag leider nicht auf Anhieb finden.
Edit: gefunden … viewtopic.php?f=35&t=90387

Gruss, 1ten
Danke, schaue ich mir mal an wenn ich Ruhe hab, ist ja doch recht ausführlich :idee:
bachmarc hat geschrieben:
2020-02-09 16:57:32
...Kurz: Tolles Projekt zum werkeln aber 1/10 mm Aushobeln klingt verdächtig.
Wieso meinste? wollte nur sagen dass ich nochmal alle mit der selben Einstellung durch den Dickenhobel jagen würde, damit sie wirklich alle die selbe Höhe haben. nicht das eine Maßhaltigkeit von 1/10mm beim Kofferbau nötig wäre (Das wäre dann nix für mich :angel: )
steyermeier hat geschrieben:
2020-02-09 17:01:12
1.... Von oben wird halt schwierig,so viel Dachüberstand willst du nicht bauen,bzw. teilweise kommt das Wasser beim fahren halt waagerecht von vorne...
2....als selbstragende Wand brauchst du halt Schwelle und rähm..und vorbei ist das mit dem sauberen Wasserablauf...
3....ich würde KVH aus Lärche/Douglasie nehme..ja,wesentlich teurer...
4....ja..dir Ecken sind ein Thema.. vielleicht halb Überblätter in der Höhe und dann bei 6cm Wandstärke eine Gewindestange durch..dir geht dann komplett in der Höhe durch,also auch durch die Bodenplatte und kann gleich kranöse sein...
5....vorne wu5ich Alu Blech drauf machen..das wäre mir zuviel Wasser..und vielleicht eine dünne Wagon platte...fertig.
6....ja,Blechdach nach unten gekantet...ich denke immer drüber nach, ob das als eine geschweißte Tafel Riffelblech Alu funtioniert..wo mache ich das fest und wo nicht...
7....mein 19s32 soll ja noch eine 5,5m Kabine bekommen...da komm ich e hat ins Grübeln...
8....Anbindung Bodenplatte? untergeschraubt?innen?...
9....Dach würde ich aus gebogenen bindern mit Dämmung machen....

Gruß Markus
Oh das gefällt mir wie du gleich mittdenkst :wub: Hab aus deinem Text mal einige Punkte rausgezogen und Nummeriert, der Übersichtlichkeit wegen :joke:
Zu 1: Dachüberstand hab ich an 1cm gedacht, nicht viel mehr. Der Überstand darf ruhig 10cm nach unten gekantet sein. Zum einen entsteht eine kleine Tropfkante (die nicht allzu viel bringt) und zum anderen hilft der cm Überstand die Ausdehnung vom Blech zu schlucken.
Zu 2: Ich dachte ich nehm als Unterstes ne Siebdruckplatte. So ist die Grunstruktur vom Koffer vorgegeben und hilft auch dass ich kein Paralellogramm baue :ninja: . Die ist zudem Robust wenn ich die Kiste mit dem Stapler anhebe. Die unterste Lage der Bohlen täte ich von unten Schrauben, wird ja nachher vom geklebten Eckwinkel überdeckt.
Zu 3: Lärche oder Duglas sind halt aber auch nochmal schwerer... und preislich dürfte vor allem Lärche ordentlich scheppern, oder? bist du dir mit 550Eur auf den Kubik sicher?
Zu 4: Interessante Idee mit der Gewindestange. Aber ich würde sie nicht gerne bis aufs Dach laufen lassen, das fühlt sich wieder wie ne programmierte Wassereinbruchstelle an. Bin am überlegen gar kein Loch ins Dach zu machen, irgendwie ist das doch immer ein Geschiss mit den Dachfenstern...
Zu 5: Was sind Wagonplatten? Das Alublech dann mit ca 15mm Hinterlüftung, oder?
Zu 6: Das haben die zwei sehr sauber arbeitenden Schweizer(cruise-the-planet) auf ihren Selbstbaukoffer so gemacht. Hab sie auch gefragt ob es hält, bisher ist der koffer erst nen Jahr alt, aber bisher wohl alles gut.
Zu 7: Ooooh, geil wärs! Baust du auf jedenfall in irgend einer Art in Holz? Du musst ja fast :smoking:
Zu 8: Siehe Punkt 2
Zu 9: gute Idee. Aber das Zeug zum Binder biegen hab ich nicht. Vielleicht würde ich die Biegung aus dem vollen sägen?
bachmarc hat geschrieben:
2020-02-09 18:24:33
Für mich klingt sowas immer nach „ weil ich Bäcker bin und ne Profi-Bäckerei nutzen kann wird mein Aufbau ein Lebkuchenhaus!“
Und dann findet sich immer einer der gute Erfahrung mit Schokoglasur gemacht hat ;)
Haja, ist doch klar. Blöd ist es eben wenn man ITler oder Versicherungsvertreter ist :p (ich würde mir als Bäcker aber nen Kastenbrot zu lange Backen und dann aushöhlen und laaange trocknen lassen bevor ichs mir auf die Pritsche spanne :happy: )
Jabob der Baumeister hat geschrieben:
2020-02-09 18:27:16
Servus Jakob,
Wasserfester leim ist nicht das problem, die bretter mit der eingeleimten Fremdfeder reißen sicherlich nicht an der klebefläche sondern direkt im Holz.
Du willst eine Leimholzplatte herstellen und die gibts aus guten gründen nur sehr selten im Innenausbau bei schreinern, im aussenbereich im Bootsbau zu 100% nicht und im zimmerei handwerk hab ichs auch noch nicht gesehen! Wenn die schichten nicht durch Querlagen gesperrt aind werden die immer reißen.
Brettsperrholz gibts in Qualitäten für die du bei gleicher güte bei kvh nur mit 300% verschnitt raus bekommst (kein belegter fakt!). Das ist dann halt teuer. Gibts übrigens auch mit lärche Deckschicht (mein absolutes lieblingsholz). Auch brettsperrholz mit selbst geschnittenen starkfunier als Deckschicht wird dich billiger kommen als aus kvh die bretter mit stehenden jahrringen und ohne kern rauszusortieren.
Konstruktiver holzschutz wird bei jedem Boot mit auch mit unter 20mm Dachüberstand praktiziert, sollte nur nicht mit dem Hausbau verglichen werden.
Sorry für die Rechtschreibung
Gruß Jakob
300%Verschnitt halte ich jetzt für etwas viel, würde mir aber schon nen 4. Kubikmeter zusätzlich dazulegen um aussortieren zu können. Verschenkt ist es nicht, denn KVH findet auf nem Hof mit vieeeel Baustelle und Projekten immer Verwendung. Warum meinst du dass die Wände aufreissen würden? meinst du kleine Risschen oder amtliche? Brettsperrholz ist tatsächlich auch ne Option, da habe ich aber noch keinen Überblick über die Preise. Die Bauzeit wäre phänomenal kurz :angel: Hast du Erfahrungen mit Holzbootbau? Da hätte ich dann eventuell wenn es soweit ist einige Fragen bezüglich Holzbehandlung.


Allen einen Dank fürs Teilhaben und einen schönen Sonntag Abend,
Jacob

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#25 Beitrag von Schnecke » 2020-02-09 23:59:14

Hallo, konstruktiver Holzschutz ist Dein Freund. Dann hält das länger als alles andere. Fräse die Nut nur unten in die Bohlen, oben Feder anfräsen und die Brüstungen, zumindest außen, abschrägen. Ich würde Tanne nehmen. Sägewerk Echtle im Schwarzwald ist hier mein Lieferant. Alles Rift/Halbrift geschnitten. Top Qualität. Recht günstig.

Wenn Oberfläche gewünscht wird, nimm etwas natürliches, dass das Holz atmen lässt. Die Eckverbindung ist spannend. Vielleicht wie im Blockhausbau eine Dichtschnur mit einlegen? Ich würde die einzelnen Bohlen auch mit einer Gewindestange einschl. Feder zum Ausgleich des Schwund/Quellen des Holzes. Schau Dir hierzu einmal Blockbohlen-Saunen an.

Auch die Anschlüsse der Fenster/Türen/Klappen sollten in der Konstruktion sauber ausgeführt werden. Dann hält das Jahrzehnte. Machen!

Zu den Dachschindeln. Lärche Dachschindeln haben eine Lebenserwartung von ca. 40-50 Jahren. Schindeln an den Wänden halten leicht 100 Jahre. Selbstverständlich unbehandelt und korrekt verlegt. Manchmal frage ich mich schon, warum es noch so viele alte Holzhäuser gibt, wenn man so liest wie schlecht das Material geeignet ist ohne eine Haufen Chemie drauf. Nach den Höhlen waren unsere ersten, gebauten „Behausungen“ aus Holz. Die letzten Häuser die Menschen auf diesem Planet bauen, werden auch aus Holz sein.

Ciao Ralf

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#26 Beitrag von steyermeier » 2020-02-10 0:37:06

Moin!
Wagon platte ist siebdruck...oder halt glatt...Birke Multiplex Phenolharz getränkt.
dein Beitrag hat mich da noch Mal ins Grübeln gebracht .. eigentlich dachte ich Mal schnell und einfach...ich nehme den 6m Alu koffer vom Ersatz Teil Steyr,Rückwand rein ,ISO fertig..hat sogar rechts schon eine Schiebetür...sonst mein Zirkus Wagen,in dem ich hauptberuflich wohne, hat HRB aus 6x8 KVH,6mm Birke Multiplex innen,18mm HWF aussen,konterlattung,20mm Lärche, Binder dach gebogen. da sind die Binder buche Segmente mit gebogenen Flachstahl daneben...das ist bis auf das Fahrgestell das einzig alte von dem Wagen.
sonst bei den Waldwagen haben wir Binder aus 66mm kerto gefräst..für den EK verleimten wir nicht mehr...die Schablone zum verleimten und Druckluft verpressen ist über...
Das Wohnklima im Zirkuswagen ist Klasse...insofern würde ich das wieder machen..aber massiv ist auch spannend..und dem Steyr sind 500kg mehr sowieso komplett egal....
ach ja..auf dem Zirkuswagen haben wir ein ich Schutz Öl drauf..das hält sich bis jetzt ganz gut.
Gruß markus

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#27 Beitrag von Enzo » 2020-02-10 1:29:52

Moin,
weder der angedachte Baustoff ( KVH von Stange ) noch die Verarbeitung ( Verleimung zu einer vollflächigen Wandscheibe) werden dich glücklich machen.
Gruß vom Zimmereister aus Ecuador
Jens

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#28 Beitrag von MassivesAlteisen » 2020-02-10 2:50:10

aus welchen Gründen wird das 'nicht glücklich machen'?

Ein interessierter Marco
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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#29 Beitrag von magmog » 2020-02-10 7:59:53

Guuden,

je nach Wandstärke, 3 oder 5-Schichtplatte.

Standard 5000x2050mm, da sind die Wände gleich fertig, keine Fugen.
Wasserfest verleimt, bauaufsichtlich zugelassen, etliche Anwendungen, auch Außen im Hausbau.
Innen Lackieren oder ölen, außen diffusionsoffene Lasur.
Auch für Leichtbaumöbel!

Hier mal kurz die Technik eines Herstellers, in 5-S auch stärker:

Maximale Länge: 6,0m
Maximale Breite: 2,5m
Qualitäten: B/B, B/C+, B/C, C+/C, C/C
Stärken: 16mm,19mm,22mm,27mm,32mm,42mm (Sonderstärken auf Anfrage)
Holzfeuchte: 8 +/- 2% bei Auslieferung
Toleranz in der Formatierung:
Standardformat 5x2,05m: +/-1mm
Platten mit Sonderbreite 2,50m oder Länge 6,0m: +/-2mm
Rohdichte: ca. 450 kg/m3
Emissionsklasse: E1
Oberfläche: naturbelassen, beidseitig geschliffen (K60)

Quelle: http://www.avr-rettenmeier.de/mywood/fi ... latten.pdf

oder ein anderer Hersteller:

Holzarten: Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie.
Stärken: 16, 19, 22, 27, 32, 42, 50, 60, 80 mm; Dicken bis 150 mm möglich!
Längen: 4150, 5050,6000 mm
Breiten: 1025, 1250, 1500, 2050, 2100, 2500,3020 mm
in 12 mm Stärke 4150, 5050 mm X 2050 mm
Qualitäten: A/A, A/B, AB/B, B/B, B/C+, C+/C+, C+/C-, D/D

Quelle: https://www.holzwerke-gmach.de/10_NHPlatten_drei.php

Gut Holz! Justus.

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Re: Vollholzkoffer- Diskussion für die hölzerne Selbstbaufraktion

#30 Beitrag von bikemaniac » 2020-02-10 8:47:56


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