Schwemmzinnersatz - Taugt das?

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FrankyT
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Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#1 Beitrag von FrankyT » 2019-12-20 18:58:46

Sers Zusammen..

Bei Karosserie-arbeiten wäre die Ausgleichsmasse der Wahl natürlich immer Zinn.. Sofern man die Technik beherrscht und die Stelle geeignet ist..
Allerdings muss dazu noch das Flussmittel gut abgewaschen werden und bei Überlappungen ist das schwierig, von den handwerklichen Fähigkeiten mal ganz ab..

Plan B ist natürlich verspachteln und plan schleifen.. Entweder Metallspachtel oder Normal, könnte sich aber bei den Fahrzeugverwindungen aber lösen und abbröckeln..

Jetzt hab ich was von Schwemmzinnersatz gelesen.. Taugt das? Gibts Vor-/Nachteile? Weil günstig ist das auch nicht..

Würd meine Kabine gern mal im Januar zum lackieren fertig machen :)

Grüße
Franky
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Sirjan
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#2 Beitrag von Sirjan » 2019-12-20 20:38:51

Ich hab bei meiner MaKa mit der säurefreien Verzinnungspaste und 25% Karosseriezinn, beides aus dem Korrosionsschutzdepot, gearbeitet.

Diese wasserverdünnbare Paste muss man teilweise mehrfach auftragen und aufschmelzen, geht aber bei gut aufgerautem Blech ganz gut. Zinn funktionier meiner Meinung nach nur das mit 25% Blei, alles andere ist nicht zu verarbeiten.

Viele Grüße
Jan

unihell
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#3 Beitrag von unihell » 2019-12-20 21:56:46

Hallo
Jetzt hab ich was von Schwemmzinnersatz gelesen.. Taugt das? Gibts Vor-/Nachteile? Weil günstig ist das auch nicht..
der Zinn aus der Dose ist vom Grundsatz her eine Epoxydharz-Spachtelmasse. Die gewöhnliche Spachtelmasse ist auf Polyester-Harz-Basis. Vorteil soll sein, dass die Masse nach dem Aushärten kein Lösungsmittel mehr ausgast.
Das echte Schwemmzinn ist eine bleihaltige Legierung (25%SN), die heute nur noch (wenn überhaupt) mit entsprechender Schutzmaßnahme verarbeitet werden darf. Das "neue" Schwemmzinn kommt an die Eigenschaften des Originals nur annähernd ran. Früher war halt alles besser :cool:
Gruß Helmut

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Wat wellste maache
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#4 Beitrag von visual » 2019-12-21 2:14:03

erfahrungsgemäß kan ich zumindest bei meinem LT sagen - 20-50mm Dick nur gespachtelt hält über mindestens ein Jahrzehnt :angel: (und ich Idiot hab immer nur ganz dünn gespachtelt, weil ich dachte es hält sonst nicht )

je nach stelle und tiefe würde ich nur noch mit 2k Ep Spachtel arbeiten.

Wenn es gut zugänglich ist und keine Pfalze oder ähnliches auch gerne mit Zinn und danach dünn beispachteln.


Worum geht es denn genau? dann kann man da eher Tipps geben...

bachmarc
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#5 Beitrag von bachmarc » 2019-12-21 3:25:18

visual hat geschrieben:
2019-12-21 2:14:03
erfahrungsgemäß kan ich zumindest bei meinem LT sagen - 20-50mm Dick nur gespachtelt
50 mm? Setzt du da armierungsgitter ein? Ich betoniere heute mein Schiebedach...
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CharlieOnTour
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#6 Beitrag von CharlieOnTour » 2019-12-21 8:46:29

Hallo Franky,
ich habe zuletzt mipa e80 Kaltzinn samt Härter verarbeitet.
Die Verarbeitung ist wirklich top.
Ob es auf die Dauer gut ist, kann ich erst in ein paar Jahren sagen.

Gruß
Chris

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FrankyT
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#7 Beitrag von FrankyT » 2019-12-21 8:51:48

CharlieOnTour hat geschrieben:
2019-12-21 8:46:29
ich habe zuletzt mipa e80 Kaltzinn samt Härter verarbeitet
Sers Chris..

Klingt ja schonmal gut :)
Wird das ohne Temperaturzugabe wie Nutella mit dem Spachtel aufgeschmiert&verteilt?
visual hat geschrieben:
2019-12-21 2:14:03
Worum geht es denn genau? dann kann man da eher Tipps geben...
In dem Fall noch um die "Ringsrum-Verbindung" bei meiner Kabine viewtopic.php?p=837979#p837979

Ich konnte endlich ne Halle auftreiben und dann wirds hoffentlich im Januar endlich weiter gehen mit Kabine, lacken, Zwischenrahmen und Box..

Grüße Franky
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#8 Beitrag von Bernhard G. » 2019-12-21 10:28:26

Besagtes Mipa E80 habe ich auch. Es wird wie Polyesterspachtel verarbeitet. Verarbeiten sollte man das Zeug aber möglichst um die 20°C. EP-Spachtel braucht lange zum härten (6 Stunden bei 20°C bis man schleifen kann) und bei Kälte dauert es endlos oder härtet gar nicht mehr richtig aus. Temperaturzugabe braucht es zwar nicht, man kann aber die Trocknungszeit dadurch verkürzen (20min bei 60°C).
M.E. läßt es sich nicht ganz so leicht wie Polyesterspachtel schleifen, geht aber. Dafür hast Du genügend Zeit, den Spachtel glattzuziehen (ca. 1/2 Stunde Topfzeit).

Verzinnen ist so eine Sache: wenn ich mir auf youtube die Anleitungen anschaue, wird mir schlecht. Viele schleifen das dann mit dem Winkelschleifer runter. Siehe hier:
https://youtu.be/7uFJ-8Px97E?t=945
Atemmaske hin oder her, den Bleistaub hat man hinterher überall verteilt.

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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#9 Beitrag von Unimuck » 2019-12-21 10:39:53

Dieses "Zinn" ist nicht anderes wie ein anders gefüllter Epoxidspachtel.
Grundsätzlich nur Epoxy auf blanken Blech benutzen. Polyester taugt dort nicht da es Wasser zieht.
Gruß Hartmut

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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#10 Beitrag von visual » 2019-12-21 12:03:03

bachmarc hat geschrieben:
2019-12-21 3:25:18
visual hat geschrieben:
2019-12-21 2:14:03
erfahrungsgemäß kan ich zumindest bei meinem LT sagen - 20-50mm Dick nur gespachtelt
50 mm? Setzt du da armierungsgitter ein? Ich betoniere heute mein Schiebedach...
Na das musst du den Vorbesitzer fragen, ich mach son schmuh nicht :angel:
Aber schon komisch wenn du die Flex ansetzt und die sich erstmal gute 3cm unter einer dicken Staubwolke durch den Spachtel zieht bis man endlich am Blech angekommen ist :joke:

Zum Thema:
Wie tief ist denn der Spalt?
Ggf. Wäre dann Glasfaserspachtel da die bessere Wahl

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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#11 Beitrag von FrankyT » 2019-12-21 13:17:36

visual hat geschrieben:
2019-12-21 12:03:03
Wie tief ist denn der Spalt?
Ggf. Wäre dann Glasfaserspachtel da die bessere Wahl
Sers..

Na die Bleche haben ganz gut gepasst, dann und wann hab ich halt einen Streifen oder dünnen Stab zur Überbrückung einschweissen müssen..
Jetzt will ich eigentlich nur kleinere Unebenheiten mit 1-2mm auffüllen und einfach nochmal die Fläche dünn glatt ziehen und verschleifen.

100% wirds nicht, wars aber vorher schon nicht. Und vom nächsten Baum kommen eh wieder Dellen rein :lol:

Grüße Franky
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#12 Beitrag von visual » 2019-12-21 13:49:46

Bei 1 oder 2mm brauchst du da keinen Aufriss machen, das deckt jeder vernünftige 2k EP Spachtel ab.


Bei so geringer Tiefe wirst du mit allem anderen nicht glücklich und ist nicht notwendig.

Gruß
Daniel

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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#13 Beitrag von FrankyT » 2019-12-21 15:09:31

Hmm.. Na vielleicht habe ich da auch untertrieben..
Muss das nächste mal eine Wasserwaage/Alulatte drüber legen :blush:

Ab wann wirds denn für normalen Spachtel bzw Metall-Spachtel "zu dick"?

Den Schwemmzinn-Ersatz fand ich aus der Spritzkartusche nur einfach zu verarbeiten.. Klang jedenfalls so..

Grüße Franky
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#14 Beitrag von visual » 2019-12-21 15:55:18

Also feinspachtel bzw normalen EP Spachtel würde ich nicht über 3mm machen.
Bei Glasfaserverstärktem kannste auch gut 5-7mm machen.
Mehr geht da vermutlich auch aber dann würde ich wohl vorher Zinnen.

Ich würde da an der Stelle wohl nicht so einen großen Aufriss machen:
EP Grundierung drüber (damit die letzten kleinen Löcher und Unebenheiten schonmal zu sind) und dann einfach mit EP Spachtel zu machen.

Sonst mach mal eins zwei Fotos von den Stellen. Dann erkennt man das besser

Bernhard G.
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#15 Beitrag von Bernhard G. » 2019-12-21 16:18:46

FrankyT hat geschrieben:
2019-12-21 15:09:31
Ab wann wirds denn für normalen Spachtel bzw Metall-Spachtel "zu dick"?
Kann man so pauschal nicht sagen. Im Bereich von starken Vibrationen gibts eher Probleme. So an die 6mm empfehlen manche Spachtelhersteller als Obergrenze. Das sollte man wohl ernst nehmen, wenn die ihrem Zeug schon ab dann nicht mehr trauen.

Sirjan
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#16 Beitrag von Sirjan » 2019-12-22 21:07:06

Also nochmal zurück zum Zinn, wenn man das ordentlich macht und nur mit dem Zinnhobel arbeitet ist alles i.o. flexen sollte man halt nicht!

Und wenn, dann nur mit Atemschutz und Absaugung.

Für mich noch immer die beste Art v.a. An Kanten und Ecken eine saubere, absolut vibrationsfeste „Spachtelmasse“ aufzutragen, alles andere ist nicht langlebig genug und Murks. Wer pfuschen möchte nimmt lieber Glasfaserspachtel.

Aber jeder wie er will ;-)

Hauptse
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Re: Schwemmzinnersatz - Taugt das?

#17 Beitrag von Hauptse » 2019-12-23 10:13:23

Guten Morgen,

ich werde nun auch meinen Senf dazu geben.

Als erstes muss ich sagen, dass verzinnen und spachteln zwei verschiedene Arbeitsweisen sind.
Dass Verzinnen deckt größere Unebebheiten ab und Spachtelmasse ist der Letzte Auftrag vor dem Lackaufbau.

Aber....

Alles über 3mm Dick und breiter als 2-4 cm verzinnen ist Murks.
Es geht, hat aber mit einer fachgerechten Instandsetzung nichts an Hut. Das Ganze sollte vorab einigermaßen bearbeitet werden damit es eben ist. Verzinnen, weil Zinn Vibrationen besser verkraftet und dann dünn die Spachtelmasse drüber.
Dann bleibt das auch noch nach Jahren da wo es sein soll.

Gruß Andreas

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