Trinkwasser im LKW

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Hatzlibutzli
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Trinkwasser im LKW

#1 Beitrag von Hatzlibutzli » 2013-12-07 11:45:59

Da in letzter Zeit immer wieder komische Dinge hier herum geistern, fühle ich mich berufen, ein paar grundlegende Dinge nochmal zusammen zu fassen. Vor allem möchte ich mit der Vorstellung aufräumen, dass Wasser, das einmal sauber und trinkbar war, das nach langer Lagerung auch noch sein muss.

Dazu muss man zuallererst etwas über potentielle Keime im Trinkwasser wissen.

1. Zum einen gibt es Viren, das sind eigentlich keine Lebewesen, sondern ein Stück Erbmaterial mit oder ohne Hülle. Viren können sich nur in „Wirtszellen“ vermehren, behüllte Viren sind manchmal recht schwierig „umzubringen“ und manche sind so klein, dass sie auch durch recht feine Filter flutschen können. Über das Trinkwasser können sich z.B. Noroviren (Brechdurchfall), Enteroviren (Durchfall) aber auch Hepatitis A übertragen. Virusdurchfälle machen im Schnitt 30% der Reisediarrhoen aus, sind im Verlauf aber eher milde.
2. Dann sind da die Bakterien, unsere Hauptfeinde: das sind kleine Zellen mit einer einfachen Zellwand und unterschiedlicher Form, von denen sich die meisten ohne eine Wirtszelle, zum Teil rasend schnell durch Zellteilung vermehren können. Wie schnell sich Bakterien vermehren hängt von verschiedenen Bedingungen und der entsprechenden Art ab. Generell ist zu sagen: je wärmer, umso schneller geht’s, bis ab einer gewissen Temperatur dann die Bakterien sterben. Bakterien kann man durch gewisse Hemmstoffe (z.B. Silber oder Antibiotika) an der Vermehrung hindern, ja sogar umbringen. Unter den Bakterien gibt es harmlose Mitbewohner, wie die berühmten Escherichia coli in unserem Darm, aber manche Stämme von eben diesen E. coli sind klassischer Erreger der Reisediarrhoe, ja sogar vom HUS mit Nierenversagen. Choleravibrionen und Ruhrshigellen sind richtig bösartige Vertreter. Bakterien sind überall auf dieser Welt, manche gedeihen in 90°C heissen vulkanischen Quellen, andere gedeihen in unserem Dieseltank.
3. Einzeller sind deutlich grösser als die bisher genannten (man bekommt sie quasi durch einen Kaffeefilter schon herausgefiltert), von Relevanz sind Lamblien und Amöben, von den letzteren gibt es viele gutartige, aber auch einen bösen Ruhrerreger.

Damit man sich alles besser vorstellen kann, nehmen wir jetzt statt Wasser Milch.
Die Fragestellung lautet: wie verhindere ich, dass mir die sauer wird (das wird sie nämlich durch harmlose Milchsäurebakterien)

Möglichkeit 1: H-Milch d.h. Sterilisiert durch Erhitzen und dann dafür gesorgt, dass von aussen nichts mehr dran kommt. Wird mit Trinkwasser in Rettungsinseln in der Seefahrt gemacht oder mit Dosenbier. Wenn ich die H-Milch aufgemacht habe, kommen aber immer auch Keime daran und dann muss ich was anderes machen:

Möglichkeit 2: Kühlen. Bei 4°C hält mir die offene H-Milch 3-4 Tage, wenn ich Glück habe sogar eine Woche, bei 35°C wenige Stunden. Nun ist sie mir aber eben umgekippt und plötzlich hält sie mir als Sauermilch auch bei normalen Temperaturen einige Tage. Warum?

Möglichkeit 3: Die entstandene Milchsäure sorgt dafür, dass sich andere Bakterien nicht wohl fühlen, da es ihnen zu sauer ist. Nach diesem Prinzip funktioniert der Welterfolg von Coca Cola: Phosphorsäure und hohe Zuckerkonzentrationen erlauben kein Bakterienwachstum. Trinkwasser kann man mit Silbernitrat oder Chlor haltbar machen.

Mit diesem Wissen zurück zum Wasser im LKW:
Im Gegensatz zur christlichen Seefahrt haben wir, vor allem wenn wir in den Tropen und Subtropen unterwegs sind, das Problem geradezu idealer Temperaturen für das Bakterienwachstum, durch das ständige Geschüttel auch noch eine ideale Durchmischung/Belüftung. In Labors werden zur Anzucht von Bakterien sogenannte Schüttelinkubatoren verwendet, darin wird die Bakterienlösung bei 37°C dauerhaft geschüttelt. Unser Tank ist eben nicht im Kiel einer Yacht und hat „Meertemperatur“.

Grundsätzlich ist es gut erst mal sauberes Wasser einzufüllen. Also ein grober Filter vor dem Tank macht Sinn. Das Wasser vor dem Tank allerdings steril machen bringt nicht viel, warum? Weil es nachverkeimt! H-Milch aus Tetrapacks in den sauberen Tank geschüttet, kippt bei 35°C, Pisten geschüttelt sehr schnell um. Wasser braucht zwar etwas länger aber es kippt eben doch irgendwann auch um. Es müssen ja nicht gleich böse Legionellen sein, aber das Wasser schmeckt wie aus einem Rucksacktrinksystem, das man nach der Bergtour im letzten Herbst nicht richtig trocken bekommen hat. Die Wände bewachsen mit einem Biofilm (den kann man auch in vergessenen Kindertrinkflaschen nach einer Woche schon beobachten ;-))), darin oft harmlose Amöben.

Wie kann man es verhindern?
1. eine UV-Lampe im Tank
2. Silberionen (z.B. Certisil ohne Chlor)
3. wiederholtes erhitzen, z.B. indem man den (Blech-)Tank ohne Hitzeschutzschild über dem Auspuffschalldämpfer anordnet. Temperaturen über 60° über einen längeren Zeitraum reichen aus.

Um das Wasser direkt aus dem Hahn zu trinken, kann man dann am Ende filtern, optimal zuerst ein Aktivkohlefilter (der holt nicht nur das Silber z.T. wieder raus, sondern auch Schwermetalle, organische Substanzen wie Hormone und „schlechten Geschmack“), dann ein Keramikfilter mit Silberbeschichtung (die verhindert, dass die Bakterien durch den Filter durchwachsen). Ein Kohlefilter muss regelmässig erneuert werden, die Keramikfilter halten recht lange.

Alle Methoden, Keime loszuwerden, haben Vor- und Nachteile:

UV-Licht:
Hauptproblem ist die fehlende Wirksamkeit bei Trübung oder zu hohen Keimlasten
Strom notwendig
Lampe evtl. nicht Pistenfest
Kontrolle ob es funktioniert?
Teuer
extrem harte UV-Strahlung/weiche Röntgenstrahlung kann auch komplexere organische Moleküle zerstören wie Hormone oder Antibiotika

Filter:
vernachlässigte Kohlefilter können zu echten Keimschleudern werden
Verstopfen
Können brechen
Niedrige Durchflussraten bei „engen“ und damit den effektivsten Keramikfiltern
teuer
Kohlefilter können diverse andere Stoffe wie Schwermetalle, Hormone usw. teilweise entfernen

Wärme:
entsteht nur beim Fahrbetrieb
Stahltank notwendig
Wärme beim Verbrauch evtl. störend
Ausfallen von Salzen („Verkalken“)

Silbernitrat:
bei 10-15 Jahren Reisedauer evtl. gewisse Anhäufung im Körper
Dosierung manchmal schwierig („wieviel Liter sind jetzt da neu rein?“)
Desinfizierende Wirkung erst nach Stunden


Zu guter Letzt ein ganz wichtiger Punkt:
Ein fest installiertes System muss zu 100% ohne Siphons sein, sprich es muss völlig restzuentleeren sein. Das ist Grundvoraussetzung, um es - wenn es doch mal „versifft“ - wieder halbwegs zu desinfizieren und um bei längerer Standzeit das System trocken zu bekommen. Der Tank sollte eine Revisionsöffnung haben, um mechanisch die Wand sauber zu bekommen, wenn man die Rohrleitungen mit einem Kabel und daran hängender Reinigungsbürste (gibt es im Jagdbedarf für Flinten) durchputzen kann wäre es ideal. Den Biofilm auf unseren Zähnen bekommt man auch am besten durch mechanisches Putzen ab.
Im Zweifel ist es von Vorteil, wenn man das System komplett erneuern kann, ohne die ganze Inneneinrichtung zu zerkloppen.

Die sicherste und beste Lösung würde also so aussehen:
vor dem Tank ein einfacher Filter, leicht zu wechseln/billig
Tank mit Revisionsöffnung, wenn das Wasser in der Wärme nicht binnen 1 Woche verbraucht wird kommt Silbernitrat dazu, oder man installiert eine UV-Lampe im Tank. Eine UV-Lampe erfordert einen UV-stabilen Tank (schwarzes PET oder Metall). Das weisse PET verträgt das UV-Licht nicht. (Danke Urologe!)
Vor den „Trinkwasserhahn“ ein (regelmässig gewarteter) Aktivkohlefilter und ein silberbeschichteter Keramikfilter (Ersatz, bruchsicher gelagert nicht vergessen), vor die Dusche muss bei dieser Vorgehensweise nichts.
Rohrleitungen zu Tank und Pumpe hin fallend, kurz, wenige Kurven, durchbürsten möglich

Die Wahl der richtigen Wasserquelle ist manchmal nicht ganz einfach:
weltweit ist Grossstadtleitungswasser in der Regel recht sicher und als Basis für o.g. Anordnung geeignet, jedoch oft arg gechlort → Aktivkohle
Fluss- und Quellwasser ist geeignet, je höher und kälter die Quelle, um so besser. Wenn sich oberhalb der Entnahmestelle keine Möglichkeit menschlichen oder tierischen Keimeintrags (Sprich: da hat sich wahrscheinlich keiner drin gewaschen, reingepullert, die Nachbarwiese gedüngt o.äh.) findet, umso besser.
Reines Schmelzwasser ist mineralarm und kann „Luftverschmutzung“ (Leeseite von Schwerindustrie???) enthalten
Quellwasser ist mineralisiert und durch das Sickern durch den Boden „gefiltert“
Manche Quellen, gerade in Wüsten und Wüstenrandgebieten, können so viel Mineralien enthalten, dass das Wasser beim nicht daran gewohnten zu Durchfall z.B. durch zu hohen Magnesiumgehalt führen kann.

So, das war jetzt ein ganzer Haufen kluggeschissen ...

Grüsse ... Simon
Zuletzt geändert von Hatzlibutzli am 2013-12-07 17:44:05, insgesamt 1-mal geändert.

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atreyou
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Re: Trinkwasser im LKW

#2 Beitrag von atreyou » 2013-12-07 12:25:44

Hatzlibutzli hat geschrieben: So, das war jetzt ein ganzer Haufen kluggeschissen ...

Grüsse ... Simon
für mich allemal brauchbar ... thanks Simon

und direkt mal ein paar Frage dazu:
Situation:
verbaut habe ich einen 140 Liter Tank und bis dato nur mit heimischem Leitungswasser
per Gartenschlauch befüllt .... Filter habe derzeit keine verbaut
nach einer Tour stehen bspw. 50 Liter Restwasser 8 Wochen, neues kommt dann hinzu usw.

weiter möchte ich vorerst nur europaweit reisen und
Wasser würde von Tankstellen Strandduschen oder auch mal vom CP etc beziehen
dieses Wasser soll kein Trinkwasser sein (das würde ich in Kanistern unterwegs kaufen)
sondern soll lediglich zum duschen und abwaschen genutzt werden

sollte ich dieses Wasser vor den Entnahmestellen filtern, wenn ja welche Filter reichen
für meine Zwecke
und sollte ich Zusätze im Tank verwenden ?? zb Silber, Chlor, UV ???

wie gesagt kein Trinkwasser

danke für die Infos
Gruss Jörg

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Re: Trinkwasser im LKW

#3 Beitrag von Hatzlibutzli » 2013-12-07 13:02:13

Hallo Jörg,

Legionellen, das sind Deine grösste Bedrohung. Sie brauchen Zeit, wachsen gern in Biofilmen. Sie werden eingeatmet und machen dann Lungenentzündungen und schlimmeres.
Sie sind ein Problem in Ferienwohnungen, waren im Buckinghampalace und in Kühlanlagen von Großbrauereien ....

Vorbeugung: komplette Restentleerung und Trockenpusten (Druckluft/ evtl. ein Trocknungssackerl in den Tank) oder einfach reichlich Certisil o.Äh. in den Tank ... Erhitzen über 70°C macht sie auch tot ... die Temperatur sollte aber im gesamten Rohrleitungssystem erreicht werden ....
Lektüre: http://de.wikipedia.org/wiki/Legionellen

Grüsse ... Simon

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Jofri
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Re: Trinkwasser im LKW

#4 Beitrag von Jofri » 2013-12-07 13:12:39

Hallo Simon,
danke für die ausführliche Erklärung!

Bei meinen Aktivkohlefilter steht glaube ich als spätester Wechseltermin, alle halbe Jahre oder einer "großen nicht erreichbaren" Durchflußmenge.
Reicht das oder sollte ich öfters wechseln?

Im Moment bin ich in Marokko unterwegs und sehe die PET-Flaschenlösung für den direkten Verbrauch, bei vielen Einheimischen und auch Dauercampern sehr häufig. Durch den Kopf ging mir dann eine nicht komplett durchdachte Lösung:
An den Trinkwassertank wird mit einer Zirkulationspumpe ein auf dem Dach angebrachter klarsichtiger Schlauch durchspült. Könnte das einen ähnlichen Effekt bringen?

Gruß
Jochen

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advi
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Re: Trinkwasser im LKW

#5 Beitrag von advi » 2013-12-07 13:29:43

Danke Simon,

für die sehr ausführliche Zusammenfassung.

Persönlich bestärkt es mich darin, das mitgeführte Wasser in der Hauptsache für Waschen Dusche etc zu nehmen und das Trinkwasser einfach zu kaufen. Weil Wasser bekommt man fast überall ;) und dann muss man weniger Angst vor Verkeimung haben.
Frank

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Ausbau siehe http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/p ... 35&t=55758

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Puffi
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Re: Trinkwasser im LKW

#6 Beitrag von Puffi » 2013-12-07 14:06:45

Hallo Simon,

super Beitrag, voll auf den Punkt :) gebracht. Sicher bleibt in Leitungen, Pumpen, Bögen immer etwas Wasser stehen. Deshalb dürfte eine richtige Reinigung fast unmöglich sein. Tanks kann man auch gut mit Coregatabs :D ( 3. Zähne ) reinigen. Minimum zweimal im Jahr Silberionen in den Tank und durch das System jagen. Wir hatten vor Jahren genau im Death Valley ( Tal des Todes ) :mad: das Problem, daß unser Wasser umgekippt ist und gestunken hatte wie faule Eier. Seit diesem Erlebnis verwenden wir nur noch Wasser aus PET bzw. diese Balone mit 15 ltr. wie man sie aus den USA kennt. Diese gibt es z.B. in Nord- Mittel- und Südamerika überall, einmal angeschafft, alten leeren gegen neuen vollen tauschen.

Gruß Puffi
"Freiheit beginnt wo Wege enden"

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Re: Trinkwasser im LKW

#7 Beitrag von Bernhard_h » 2013-12-07 14:11:16

Danke Simon,

so eine kompetente Zusammenfassung war wohl mal notwendig. Leider ist es mir nicht gelungen die wasserführenden Leitungen stetig fallend zum Tank zu verlegen. Aber mittlerweile leben wir ja im Laster und haben immer aussreichen Durchfluss und maximal 3-4 Wochen unbenutzte Standzeit.

Ein Frage hätte ich noch, durch die lange Wärmeperiode in diesem Sommer mit hohen Innentemperaturen hat unser Wasser irgendwan mal zu stinken angefangen. Zu welcher Kontaminationskategorie gehört sowas und wie schädlich ist es. (wir trinken nicht unabgekocht aus dem Tank). Wir haben momentan nur Grobfilter vor der Tankbefüllung und Aktivkohlefilter nach der Druckwasserpumpe. Seitdem benutzen wir bei höheren Temperaturen Silberionen, vorher nicht.

dasnke, Bernhard

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Re: Trinkwasser im LKW

#8 Beitrag von urologe » 2013-12-07 14:42:02

Merci Simon,
eine sehr kompakte Wissenssammlung zum Thema Wassertanks.

Für Neubauer noch ein Hinweis zum UV-Strahler.
Wenn Ihr freie UV-Stahler im Tank plant , denkt daran einen UV-stabilen Tank zu kaufen - sprich die milchig transparenten Tanks sind
dafür völlig ungeeignet - es müssen schwarze Tanks sein ( ich spreche aus eigener Dummheit :D ).
Durchfluß-UV-Geräte gehen natürlich.
LG
Ralf
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Re: Trinkwasser im LKW

#9 Beitrag von Bluekat » 2013-12-07 16:44:32

Hallo Simon,
vielen Dank für Deine Abhandlung!!!

Wasserleitungen:

Ich habe vor dem Ausbau unseres Koffers lange über eine feste Leitungsinstallation nachgedacht.
Schlussendlich habe ich meine ganzen Wasser(schlauch)Leitungen so verlegt, dass ich diese nach einer gewissen Zeit problemlos austauschen kann und zwar Alle!
Insbesondere auch deshalb, weil sich "Siphons" bei der Verlegung eben nicht vermeiden lassen.

Frischwasser:

Bei uns im Tank befindet sich nur Frischwasser.
Aus Wasserleitungen ungefiltert, aus Brunnen, Bächen o.Ä. über eine Tauchpumpe mit Grobfilter.
Dem Frischwasser werden nach den Befüllen in den Tank Silberionen in entsprechender Menge beigemischt.
Hinter der Wasserpumpe ist ein Aktivkohlefilter installiert, welcher 1/2 jährlich gewechselt wird.

Trinkwasser:

Trinkwasser haben wir in 8x5 Liter Kanistern an Bord.
Diese werden nur mit "Trinkwasser" gefüllt.
Zugesetzt wird diesem Trinkwasser nichts.
Alle acht werden aber nur bei knapper Verfügbarkeit von Trinkwasser gefüllt. In der Regel sind 2-3 Kanister immer voll und reichen 2-3 Tage.
Sofern kein Trinkwasser verfügbar ist, wird der Trinkwasserbedarf über "gekauftes" Wasser in Flaschen gedeckt.
Für den Fall, dass der Trinkwasservorrat komplett aufgebraucht sein sollte muss Frischwasser abgekocht werden.

Frischwassertank:

Diese (750L) hat zwei große Inspektionsluken. Nach den Reisen wird der Tank über die Pumpe entleert, Restentleerung dann über Handtücher. Durch die beiden Luken, welche bis zur nächsten Reise geöffnet bleiben, trocknet der Tank innerhalb von 2 Tagen völlig aus.

So praktiziere ich es seit 30 Jahren, egal ob zu Land oder zu Wasser. Wobei ich eingestehen muss, dass ich bisher noch nie "problematische" Wasserquellen hatte!!!

Dies wird sich ja nun in Zukunft ein wenig ändern...mal sehen.
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Re: Trinkwasser im LKW

#10 Beitrag von burkhard » 2013-12-07 17:24:44

Hallo Simon, hallo Forum,

danke Simon für den kompetenten Beitrag! Zu den Viren wäre vielleicht noch anzumerken, dass Viren wie Du es geschrieben hast aufgrund ihrer Größe theoretisch durch die Poren eines Keramikfilters flutschen könnten, dies in des Praxis aber doch keine allzu große Gefahr darstellt, da es in der Regel keine frei schwebenden Viren gibt. Viren haften an einem größeren Partikel, der dann eben doch nicht durch einen Keramikfilter passt. Die Viren werden zusammen mit dem Partikel an dem sie anhaften herausgefiltert.

Wir haben hier schon viel über Wasserfilter und Gefahren geschrieben. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ich kann mich an keinen einzigen Beitrag erinnern in dem jemand geschrieben hat, dass er eine vernünftige Wasserfilteranlage verbaut hat und dennoch erkrankt ist, weil sein Wasser „faul“ war.
Mit vernünftiger Wasserfilteranlage meine ich einen Seagull, Katadyn, Biolit oder die Kombination aus einem Aktivkohle- / Keramikfilter in einem Standard 10“ Gehäuse.

Vielleicht melden sich mal die tatsächlich Erkrankten zu Wort und berichten von ihren Erfahrungen.

Gruß
Burkhard

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Re: Trinkwasser im LKW

#11 Beitrag von Hatzlibutzli » 2013-12-07 17:36:44

@Jofri: mit Durchfluss-UV-Bestrahlung (sei es Sonne oder Lampe) und umwälzen des Wassers hast Du das Problem, dass Dir im Tank trotzdem was wachsen kann und Du immer nur Keime wieder reduzierst. Anders ausgedrückt: nur mit einem Filter und einer Pumpe kann man manchmal nicht verhindern dass ein Pool grün wird.
Kohlefilter alle halbe Jahr ist gut, wenn er lange nicht benutzt wird trockenlegen

@advi: Legionellen (s.o.) kann man gut Trinken, sollte sie aber nicht einatmen. Darum würde ich auch beim Duschwasser vorsichtig sein.

@Puffi: Ich hatte schon mal Probleme mit gekauftem Wasser (Oasis Farmquellwasser in 5 Liter PET-Kanister in Windhoek gekauft, Original versiegelt) nach 3 Wochen im Kaokoveld, seither bekommt es von mir auch Silber ... und ich kaufe immer eine Palette Coladosen für den Notfall ...

@Bernhard: Stinkewasser abgekocht (3 min sprudelnd bei Meereshöhe, in der Höhe werden die Temperaturen nicht erreicht und man muss deutlich länger kochen) ist sicher harmlos. Die ritualisierten Teezeremonien z.B. der Touareg dienen übrigens dazu, dass diese Zeiten eingehalten werden!

@Ralf: Danke, ich arbeite es oben noch ein.

@Bluekat: das klingt nach State of the Art.

Grüsse ... Simon

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Re: Trinkwasser im LKW

#12 Beitrag von advi » 2013-12-07 17:47:21

Hatzlibutzli hat geschrieben: @advi: Legionellen (s.o.) kann man gut Trinken, sollte sie aber nicht einatmen. Darum würde ich auch beim Duschwasser vorsichtig sein.
Grüsse ... Simon
Danke,

wir lassen unser Wasser immer ab nach den Reisen, reinigen 1 mal im Jahr mit Gebissreiniger den Tank, reicht das?
Frank

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Re: Trinkwasser im LKW

#13 Beitrag von Bluekat » 2013-12-07 18:35:07

@Bluekat: das klingt nach State of the Art.
...und dazu simpel und einfach...

Auch sollte man das Thema Wasser nicht überbewerten:
Wenn ich in einem Land bin, in welchem die Trinkwasserqualität vielleicht nicht unserem (teilweise überzogenen) Standard entspricht, nutzt es mir wenig, wenn ich aus meinem Wasserhahn im WOMO 1000%tiges Trinkwasser entnehme und danach in ein Restaurant gehe, in welchem die Suppe und /oder der gewaschene Salat mit dem landestypischen Trinkwasser zubereitet / gereinigt wurde.

Auch eine indische CocaCola wird mit "schlechtem" indischen Trinkwasser hergestellt. Da muss das Trinkwasser in meinem WOMO nicht besser sein.
H-Milch aus Tetrapacks in den sauberen Tank geschüttet, kippt bei 35°C, Pisten geschüttelt sehr schnell um.
Falsch, Simon...die Milch kippt nicht um...es gibt Butter!!! :lol:
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Re: Trinkwasser im LKW

#14 Beitrag von Hatzlibutzli » 2013-12-07 18:57:57

@burkhard:
Fassen wir mal zusammen:
Puffi im Death Valley mit Wasser, das es nicht mehr trinken wollte
Bernhard das selbe im Mitteleuropäischen Sommer
Simon mit umgekipptem abgepacktem Trinkwasser im Kaokoveld, danach 4 Tage nur noch Bier und Rooibostee getrunken, vorletzter Tag in ein Erdferkelloch gefahren, beim 4 Stunden Schaufeln zuviel Sonne erwischt, 1 Nacht durchgekotzt ...

Es ist immer eine Frage, wo es Dir passiert. Wenn im Death Valley nach 30 Meilen ein Motel mit Diner zu finden ist - kein Problem.

Legionellosen sehe ich etwa 1-2 pro Jahr, die beeindruckendste ein Mitreisender auf dem Weg zurück nach 3 Wochen Libyen, auf der Fähre Genua-Tunis richtig schlecht geworden, Gott-sei-Dank blind das richtige Antibiotikum begonnen ... Quelle wohl ein Höhlenhotel in Matmata/Tunesien

Die meisten Reisediarrhoen werden sicher über das Essen geholt, das ist richtig.
Mein Ziel war eigentlich, Leute davon abzuhalten, viel Geld in Dinge wie eine Durchfluss-UV-Bestrahlung zu investieren. Ein grosser Tank voller Wasser, der genauso stinkt wie die einzige Tiertränke in der Nähe und dann noch ein Problem wie eine Panne oder eine komplizierte Bergung ... da kann mal ein Problem draus werden.

Grüsse ... Simon

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Re: Trinkwasser im LKW

#15 Beitrag von burkhard » 2013-12-07 19:40:23

Hallo Simon,

ja, aber wie wurde das Wasser von Puffi und Bernhard und den Legionellenpatienten aus Libyen gefiltert? Die Frage war Krank trotz Seagull, Katadyn, Biolit oder die Kombination aus Aktivkohle- / Keramikfilter. Also, hat dieses System versagt?

Im deinem Fall war es wohl einheimisches Tafelwasser aus Flaschen, fällt also aus der Wertung raus.
Ich persönlich hätte sogar mehr vertrauen in mit einen Aktivkohle- und Keramikfilter gefiltertem Wasser als einheimisches Tafelwasser aus dem Supermarkt, das keinesfalls immer Keimfrei ist und meiner Erfahrung nach relativ schnell umkippt.

Selbst der Biofilm VOR dem Filter interessiert mich nicht.

Ansonsten sehe ich es genauso wie du. Ein Standardsystem aus Seagull, Katadyn usw. reicht völlig aus, gegebenenfalls dem Wasser noch Mircopur zusetzen. Regelmäßiges wechseln der Filter ist natürlich Pflicht! Eine teure UV-Anlage ist überflüssig und bringt nicht mehr als die bewährten Filter.

Viele Grüße
Burkhard

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Re: Trinkwasser im LKW

#16 Beitrag von Bernhard_h » 2013-12-07 19:55:29

danke für die interessante diskussion, also ich habe zwei Katadyn Filterbehälter für jeweils Aktivkohle und keramischen Filter hinter der Druckwasserpunpe. Den Keramikfilter habe ich aber nicht bestückt da ich dachte in Mitteleuropa braucht man das nicht und Frischwasser habe ich immer aus Leitungen am Campingplatz gebunkert. Auch dachte ich das Silberionen nicht notwendig sind wenn man regelmässig in kurzen Abständen Wasser verbraucht und nachtankt. Die Umstände unter denen es passierte warren ca. 5-6 Tage Innenteperaturen jenseits 30°C (auch nachts) in Kroatien (August). Den Tank haben wir mechanisch gereinigt, war ein wenig brauner Schleim drin. Sorgen machen mir noch etwas die Leitungen, die haben wir mehrfach mit Chlorhaltigen Mitteln gespült.

Nun ja, seit dem benutze ich wieder Silberionen wenn es warm ist, aber wir kochen das Wasser immer ab wenn wir es trinken. Nächsten Sommer werde ich so eine Silberflies in den Tank einbringen.

danke und schöne Grüsse aus Griechenland, Bernhard

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Re: Trinkwasser im LKW

#17 Beitrag von Pirx » 2013-12-07 19:58:32

Eine Frage zu Trinkwasserfiltern:

Katadyn und andere Hersteller bieten sogenannte Kombifilter an, die außen aus einem Keramikfilter bestehen, der innen noch einen Aktivkohlefilter enthält.
http://www.katadyn.com/dede/katadyn-pro ... ltsfilter/

Mit solchen Kombifiltern habe ich bisher keine eigene Erfahrung. Von meinen Katadynfiltern (reine Keramikfilter ohne Aktivkohle) weiß ich aber, daß diese - wenn sie nicht durch Unachtsamkeit zerbrechen :( - sehr lange halten und auch immer wieder gereinigt (abgeschmirgelt) werden können.

Bei einer Kombination eines teuren und eigentlich lange haltbaren Keramikfilters mit einem Aktivkohlefilter, der (laut Katadyn-Homepage) nach spätestens 6 Monaten gewechselt werden soll stellt sich mir die Frage: ist das sinnvoll? Oder sollte man lieber auf separate Keramik- und Aktivkohlefilter setzen, die unabhängig voneinander getauscht werden können? Oder kann gar bei den Kombifiltern der Kohlefilter alleine getauscht werden und der Keramikfilter wird weiterverwendet?

Pirx
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Re: Trinkwasser im LKW

#18 Beitrag von Der Bootsbauer » 2013-12-07 20:02:29

Pirx hat geschrieben:Bei einer Kombination eines teuren und eigentlich lange haltbaren Keramikfilters mit einem Aktivkohlefilter, der (laut Katadyn-Homepage) nach spätestens 6 Monaten gewechselt werden soll stellt sich mir die Frage: ist das sinnvoll?
In meinen Augen nicht.
Pirx hat geschrieben:Oder sollte man lieber auf separate Keramik- und Aktivkohlefilter setzen, die unabhängig voneinander getauscht werden können?
Ja
Pirx hat geschrieben:Oder kann gar bei den Kombifiltern der Kohlefilter alleine getauscht werden und der Keramikfilter wird weiterverwendet?
Soweit ich weiß nicht möglich.
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Re: Trinkwasser im LKW

#19 Beitrag von burkhard » 2013-12-07 20:14:10

Pirx hat geschrieben:Bei einer Kombination eines teuren und eigentlich lange haltbaren Keramikfilters mit einem Aktivkohlefilter, der (laut Katadyn-Homepage) nach spätestens 6 Monaten gewechselt werden soll stellt sich mir die Frage: ist das sinnvoll?
Nach 6 Monaten ist die Aktivkohle verbraucht, absorbiert also nichts mehr und nur noch der Keramikanteil "arbeitet". Daher ist es sinnvoll, einen Kombifilter zu tauschen, auch wenn der Keramikanteil noch in Ordnung ist. Ökonomischerer ist ein getrenntes System, also zwei Filtergehäuse in Reihe. Eines für den Aktivkohlefilter und eines für den Keramikfilter. Dann brauchst du nur den Aktivkohlefilter tauschen und kannst den Keramikfilter sehr lange nutzen, wenn du ihm regelmäßig reinigst.

Gruß
Burkhard

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Re: Trinkwasser im LKW

#20 Beitrag von burkhard » 2013-12-07 20:17:40

Pirx hat geschrieben:Oder kann gar bei den Kombifiltern der Kohlefilter alleine getauscht werden und der Keramikfilter wird weiterverwendet?
Die Kohle ist innen eingekapselt, da kommst Du nicht ran. Geht also nicht.

Gruß
Burkhard

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Re: Trinkwasser im LKW

#21 Beitrag von Hatzlibutzli » 2013-12-07 21:28:23

@Burkhard: ich denke wir werden keinen finden, der von einem ordentlich gefilterten Wasser krank geworden ist, haben aber ein paar, die das Wasser nicht mehr trinken wollten, auch nach Filterung. So brackige Brühe schmeckt selbst als Tee nicht richtig und man dehydriert dann fast freiwillig ...

Ich warte gerade noch auf die Helden, die sich melden, dass sie immer problemlos das Nil-, Kongo-, Ganges- oder Sambeziwasser - mit einem Schuss Gin versehen - ungefiltert geniessen ... kann gut gehen, muss aber nicht ;-)))

Ob es mir damals nicht passiert wäre, wenn ich San Pellegrino, Adelholzner oder Selters eingepackt hätte ... weiss es nicht ... ich setze wie gesagt inzwischen auf Coca Cola und Bier, die sind durch Zucker/Phosphorsäure bzw. Alkohol stabilisiert ;-)))


@Pirx: die auf lange Zeit billigste Lösung sind sicher getrennte Filter, die Kombifilter können sich lohnen, wenn es auf jedes Gramm im Rucksack ankommt. Bei mindestens 5 t Lebendgewicht unserer Laster eher nicht ...

Grüsse ... Simon

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Re: Trinkwasser im LKW

#22 Beitrag von Crossi » 2013-12-07 21:37:51

ich bin ein Weichei wenn es um das Thema geht

Trinkwasser immer nur aus gekauften Wasserflaschen

in der Leitung die den Tank befüllt ist ein einfacher Filter

in den Tank kommt Micropur das Es Trinkwasser Desinfiziert und konserviert laut Beschreibung

und nach der Druckpumpe ist noch mal ein Dreifach filter der je nach belieben bestückt werden kann

mein Wasser ist aber auch den ganzen Sommer im Tank wenn ich nicht weg komm wie die letzten 2 Jahre :-( :wack:

aber den Sommer schaff ich das bin mir ganz sicher :rock: :rock: :rock:

LG

Crossi
ich bin kaputt aber du bist nen Totalschaden !!!

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Re: Trinkwasser im LKW

#23 Beitrag von Puffi » 2013-12-07 23:16:38

Hi zusammen,

zum beschriebenen Zeitpunkt hatten wir Seagull + Aktivkohle, trotzdem kam es im Wassersystem ( Boiler ) zum Problem. Nach wie vor würde ich nur Wasser trauen, daß versiegelt in PET Flaschen bzw. Balonen zu kaufen ist oder das System trennen mit z.B. Kanister und zwei verschiedenen Hahnen.

Legionellen :mad: sind tatsächlich eine extrem große Gefahr, unterwegs meistens beim duschen ( Campingplätze ). Hierzu die Info aus Wikipedia:http://de.wikipedia.org/wiki/Legionellen

( Ich hoffe ich darf auf Wikipedia verweisen...........)

Gruß Puffi
"Freiheit beginnt wo Wege enden"

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Re: Trinkwasser im LKW

#24 Beitrag von dare2go » 2013-12-08 10:10:40

Nach Erfahrungen von unserer letzten langen Reise (3+ Jahre) haben wir unsere derzeitige Wasserversorgung auch mit 2 getrennten Systemen geplant.

1. Mittelgrosser Tank (200 Liter), der entweder direkt aus Stadtwasserversorgung betankt wird, oder mit Vorfilter aus Quellen oder Brunnen (letzteres versuche ich zu vermeiden!). Dies ist ungefiltert zum Duschen und Kochen. U.U. behandeln wir das Wasser mit Silberionen oder Chlor, aber nicht immer...

2. Kanister mit extra Tauchpumpe und Wasserhahn für Trinkwasser-Versorgung, Kaffeewasser (chloriertes Stadtwasser schmeckt einfach nicht im Kaffee), und Zähneputzen (wichtig: z.B. auf Bali habe ich Magenprobleme erst vermieden, als ich anfing mir die Zähne mit Flaschenwasser zu putzen), usw.
Diese Weithalskanister (3x 13 Liter) werden wir entweder aus dem eigenen Tank durch 2 Filter (10" Keramik und Aktivkohle) füllen, oder, wenn wir dem Tankwasser zu wenig trauen, mit 5-Galonen-Behältern "Purified Water" nachfüllen. Diese grossen Behälter, welche normalerweise in Wassersäulen oben drauf sitzen, gibt's in fast jedem Land sehr billig zu kaufen - nur das Pfand ist teuer, dafür der anfallende Müll sehr gering. (Um's Pfand zu vermeiden füllen wir direkt beim Kauf in unsere eigenen Kanister.) In Lateinamerika haben wir fast überall nur zwischen $2 und $3 für 5 Galonen bezahlt; einzig in Argentinen waren die nicht immer schnell und einfach aufzutreiben.

Dies hat letzte Reise gut funktioniiert = wir hatten kein einziges Mal Magen- oder Darmprobleme!
:spiel:
Mit bestem Gruss

Jürgen

------------------------------
Wenn Ihr mehr über uns wissen wollt unsere "Vorstellung": http://bit.ly/Ai6EQR

2006-2009 von Alaska bis Ushaia/Südamerika, jetzt zurück mit MB1019AF.
Camping-Logs + Blog: http://dare2go.com/

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Re: Trinkwasser im LKW

#25 Beitrag von Geishardt » 2013-12-08 20:48:29

Hallo

Simon mein Kompliment zu der Zusammenfassung.

Eine kleine Anmerkung am Rande, für UVC Durchlaufgeräte gibt es eine sensorische Überwachung, die bei Verschmutzung oder Defekt/Alterung der Röhre den Schaden anzeigt.
Zur Trübung -Zitat-.....und einer Transmission (oder auch Trübung) des Wassers von mindestens 90% pro cm......

Gruß
Bertnd
Unsere Kopf ist rund, damit wir beim denken die Richtung wechseln können. Francis Picabia

carpe Diem

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Re: Trinkwasser im LKW

#26 Beitrag von Team-Wildsau » 2013-12-09 11:53:43

Vielen Dank für die Erfahrungen!
Das hilft enorm bei der Umsetzung einer vernünftigen Wasserversorgung!

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Joerg
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Re: Trinkwasser im LKW

#27 Beitrag von Joerg » 2013-12-09 19:38:10

Hallo

Ich hätte noch zwei Anmerkungen:
1. bitte tauscht den Aktivkohlefilter rechtzeitig, d.h. spätestens 6 Monten! Selbst wenn er nur 300 L statt den maximal möglichen 30.000 L gefiltert hat, fängt er an zu verkeimen. Ich war mal so schlau ihn über 1 Jahr zu betrieben - er sollte ja für zig zehntausend Liter ausreichen... saublöde Idee :sick: (besonders, wenn danach kein weiterer Filter kommt...)
2. es macht wohl bei den Katadyn-Filterkerzen durchaus Sinn auf die pistenfesten Version der Keramikfilter (z.B. #4) zurückzugreifen, die mit einem Mittelsteg verschraubt und nicht nur verklebt sind. Der Aktivkohlefilter (Carbodyn) ist mir bei der letzen Reise an der Verklebung zum Kopf aufgegangen. Eventuell sind ja auch Kartuschen (die mit dem Filtergehäuse oben und unten geklemmt werden) die bessere Alternative für den Einbau im Fahrzeug...

Gruß Jörg
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Re: Trinkwasser im LKW

#28 Beitrag von Odin0815 » 2013-12-09 20:00:28

Mal vll ne dumme Frage: Aber warum baut man den das System so auf bzw warum will man es so aufbauen, das Trinkwasser rauskommen soll? Ich mein dann kann man ja gleich ne Umkehrosmose reinbauen :D Trinkwasser kostet doch echt nicht die Welt. Und Unterwegs noch weniger. Bissl gefiltert is ja ok, wegen duschen und so. Aber fürs Kochen, da wird das Wasser ja auch erhitzt und "gesäubert".
In Dland kostet 1,5 Liter 19Cent beim Lidl. Ich denke bei größeren Mengen gehts auch noch wesentlich billiger. In Indien zahle ich gerade für 5 Liter 60 Cent und das am Kiosk vor der Tür... d.h. da geht noch was.
Ist das schlussendlich nicht gleich teuer? Als wenn man sich alle Filter anschafft und noch ne UV Lampe. Die Filter müssen ja auch gewartet werden und die Lampe auch... usw.....

Carlo

PS: Und wegen der CO2 Sache, es gibts auch Mineralwasser ohne Kohlensäure :joke: (warn Witz)
http://www.aroundtheworld-blog.de <---- Tour durch Indien, Myanmar, Thailand, Kambotscha, Sri Lanka, Malaysia und Australien

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Re: Trinkwasser im LKW

#29 Beitrag von Lassie » 2013-12-09 20:40:31

Hi Carlo,

dein Einwand ist gar nicht mal so daneben: man sollte sich wirklich die Frage stellen, warum man unter Einsatz von viel Technik und Euronen Brauchwasser in Trinkwasserqualität schafft, um hinterher damit das Klo zu spülen, die Hände mit Seife zu waschen oder maximal Nudeln in Salzwasser zu kochen. Trinkwasser gibt es idT weltweit in Flaschen / Kanistern zum schmalen Kurs zu kaufen, so dass die eigene Herstellung im grossen Stil eigentlich nicht lohnt.
Und für den absoluten Notfall kann man einen kleinen Katadyn-Campingfilter nehmen und aus der so gefilterten Brühe einen Tee kochen.
Wir halten es auch so wie Jürgen (Dare2go) weiter oben: Brauchwasser mit Micropur einigermassen haltbar gemacht, ansonsten viel Tee kochen, gekauftes Mineralwasser / Bier / Wein etc trinken und gut ist. Bisher hatten wir - mit nun fast 19 Jahren Leben, Reisen und Arbeiten quer durch Asien nur 2 mal ordenlich Flitzk*** - da hatte ich es aber auch darauf angelegt und in Indien bzw Indonesien mich kreuz und quer durch die Strassenstände gefuttert....

Viele Grüsse
Jürgen
... was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest ?

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
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Re: Trinkwasser im LKW

#30 Beitrag von Geishardt » 2013-12-09 20:47:36

Odin0815 hat geschrieben:Mal vll ne dumme Frage: Aber warum baut man den das System so auf bzw warum will man es so aufbauen, das Trinkwasser rauskommen soll? Ich mein dann kann man ja gleich ne Umkehrosmose reinbauen
Umkehrosmose: bei der Gewinnung von Trinkwasser aus Salzwasser, wird 1/3 Rohwasser dem Fertigprodukt wieder zugeführt, da das Osmosewasser frei von allen Mineralien usw. ist und relativ Energieintensiv - s. Anlagen für Segelyachten-.
Odin0815 hat geschrieben:"... Bissl gefiltert is ja ok, wegen duschen und so.
Genau darüber freuen sich die Legionellen - Einzelheiten s. Beiträge von Hatzlibutzli

Odin0815 hat geschrieben:In Indien zahle ich gerade für 5 Liter 60 Cent und das am Kiosk vor der Tür... d.h.
Auch industrielles Trinkwasser hat nur eine begrenzte Zeitdauer eine geringe Keimzahl. Es kommt immer zu einer Reverkeimung. In warmen Regionen schneller,deshalb ein Lösungsansatz, aber nicht optimal. - s. die entsprechenden Beiträge hierzu.

Eine Aufbetreitung des Trinkwassers mit Filter und oder UV ist deshalb eine gute Alternative. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion über das Wasser wird dadurch stark reduziert. In Indien verzichte ich auf den Kaffee und behandele das Tankwasser zusätzlich mit Silberionen.


Gruß
Bernd
Zuletzt geändert von Geishardt am 2013-12-10 20:32:05, insgesamt 2-mal geändert.
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