An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

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Oelwurm
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An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#1 Beitrag von Oelwurm » 2020-06-13 0:43:13

Hallo zusammen,

wie gut oder weniger gut oder garnicht sind Rahmen für Verschränkungen geeignet?
Auch evtl. unter dem Gesichtspunkt, wieviel Verschränkung kann man ggf. mit einem 4x2 überhaupt sinnig noch umsetzen im Gelände?
Ist Verschränkung für einen 4x2 womöglich ohnehin Kappes, weil man mit nur einer angetriebenen Achse sowieso nicht in die Verlegenheit gerät, extreme Verschränkungen befahren zu können?

Und gibt es evtl. auch sowas wie einen gewissen Mindestradstand, bei dem eine Verschränkung DES RAHMENS überhaupt Sinn machen kann? (ggf. zusätzl. abhängig vom Gesamtgewicht?

Mal ein paar Beispiele aus dem 3 - 5t Segment:
u.a. dabei MB T1N-Sprinter , MB100, Nissan Cabstar, MB T2neu
Zuletzt geändert von Uwe am 2020-06-13 6:23:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Wir hatten es doch grade von fremden Bildern :-(
Grüße Carsten

Magirus-Deutz oder Iveco-Magirus 7,5t 4x4 inkl. Sevo + Diffs mit Deutz R6 Turbo für ein ExMo soll es vermutlich werden.
Mercedes-Benz T1/T1N-Sprinter/Vario xxxD Kasten oder DOKA ist auch noch im Spiel. ;-)

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felix
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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#2 Beitrag von felix » 2020-06-13 7:39:59

Moin,

Viele Straßengräben reichen schon aus, um mehr Geländekontur zu bieten, als ein Rahmen verschränken kann.

Das heißt nicht, man könnte den Straßengraben nicht auch mit weniger Rahmenvetschränkung überwinden, aber je weicher der Rahmen ist, desto besser folgen die Räder dem Gelände, desto gleichmäßiger bleibt die Radlastverteilung und desto mehr Bodenkontakt/Traktion hast du.

Hat ein Rad keine Last mehr, weil es vom Boden Abhebt, dreht es durch und es geht nicht mehr weiter. Zusätzlich wird das gegenüberliegende Rad in dem Maße stärker belastet, sodass es eine entsprechend tiefere Spur gräbt. Bei Autos mit streifem Rahmen drehen die Räder schneller durch und sie bleiben daher schneller hängen. Daher gilt für die Elastizität des Rahmens: Je mehr, desto besser.

Klar kann eine Federung die Radlasten auch ausgleichen, aber die Federung lässt ein Auto auch zur Seite kippen, ein weicher Rahmen gibt nur bei Verschränkung nach. Bei meinen Magirus können die Achsen 1,20m verschränken und haben noch immer Bodenkontakt. Was es bedeuten würde, einen Lkw mit 1,20m Federweg durch einen Kreisverkehr zu steuern, kann sich sicherlich jeder selbst ausmalen.


Aber: nach meiner Erfahrung hat ein 4x2 so wenig Traktion (ohne Sperre müsste man das eigentlich 4x1 nennen) dass ich wenig Augenmerk auf Rahmenverwindug legen würde. Wirklich starke Verschränkungen kann man damit eh nicht fahren. Wichtiger sind 1. Bodenfreiheit, 2. Bodenfreiheit, 3. Bodenfreiheit, 4. angepasster Reifendruck, 5. Weiche Federung , 6. eine Sperre, 7. Sandblech und Schaufel, weil auf Blechen braucht man keinen Allrad. Rahmenverwindug taucht für mich in der Rechnung nicht auf.

MlG,
Felix

Nelson
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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#3 Beitrag von Nelson » 2020-06-13 10:22:45

Moin,


Irgendwo wischen Punkt 3 und 7 würde ich noch die Achslastverteilung berücksichtigen. Damit macht man aus einem Kühllaster keine Kletterziege. Aber mit einem großen Lastanteil auf Antriebsachse(n) kann man deutlich besser aus unvorhergesehenen Problemstellen wieder rausflüchten. Bei 3/4 auf der Lenkachse reicht schon ein kleines Loch für die Vorderräder aus, um die Hinterräder vor unlösbare Aufgaben zu stellen.


Grüße
Nils

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felix
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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#4 Beitrag von felix » 2020-06-13 12:21:58

Moin,

es sei denn, es ist ein Frontlenker mit 3/4 vorne.

Aber du hast natürlich Recht, wir sind mal mit einem Dacia in Marokko Piste gefahren, was problemlos geklappt hat. Der liegt für einen Pkw recht hoch und mit der französischen Federung konnte man leicht sandige Passagen mit Schwung nehmen. Mit dem Motor und mir als Passagier hat er auch das Gewicht gut auf der angetrieben Achse gehabt.

Umgekehrt bin ich mit einem leeren Tatra 4x4 (vollgesperrt aber keine Rahmenverwindug) nur einmal kurz mit der Vorderachse vom Bankett der Bundesstraße abgekommen und habe hilflos festgesteckt, die leere Hinterachse auf nassem Asphalt konnte das Auto nicht mehr zurück auf die Fahrbahn ziehen.

MlG,
Felix

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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#5 Beitrag von Bahnhof » 2020-06-13 17:28:25

In der 3.5t Klasse gelten aber auch andere Regeln als bei LKWs.
Da gibt es auch steife und trotzdem hochgeländegängige Fahrzeuge.

Verschränkung ist gut, aber nicht das einzige worauf es ankommt

Gruß

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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#6 Beitrag von farnham » 2020-06-13 20:50:01

Ein sich verschränkender Rahmen ist ein Konzept, um die Räder am Boden zu halten, aber nicht das einzigste. Krasses Gegenbeispiel ist immer wieder der Landcruiser 70. Sehr steifer (und leider auch schwerer) Leiterrahmen bei 3,18m Radstand und nahezu keine Verwindung. Dafür aber hoch bewegliche Starrachse an Schraubenfedern vorn und nicht ganz so beweglich an Blattfedern hinten. Ich habe damit in 30000 km in Australien ohne Sperren (außer mitten durch nicht vorhandenes Diff) nie ein ernstes Problem gehabt, auch nicht in den extrem verbreiteten und teilweise recht heftigen Washouts auf Buschpisten im fast tropischen Norden. Viele einzelradaufgehängten und ebenfalls nicht verschränkenden Pickups sind dort ebenfalls recht gut klargekommen, aber nur dank zwei/drei Sperren und halt öfters mal im Dreirad-Modus. Viele Wege führen nach Rom.

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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#7 Beitrag von Freddy » 2020-06-13 22:58:41

Moin, also der MB100 hat den den Rundrohrrahmen der ursprünglich vom Tempo stammt. der ist sicher anders zu bewerten, aber grundsätzlich haben 3,5t Vans und 4x4 PKW ungefähr garkeine Rahenverschränkung. Oftmals st die Karosserie ja auch viel zu sehr in den Rahmen hinneingewoben bis selbsttragend. Sciebetürwagen mögen es garnicht wenn man an ihnen herrumbiegt. Das har des öfteren schon zu kapitalen Schäden geführt.

Gruß

Freddy

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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#8 Beitrag von Oelwurm » 2020-06-14 6:30:05

Wollte hier noch die Links zu den mir nicht eigenen Bildern nachliefern:

MB100 (gab es von 2,6-3,5t, letzeren aber nur im Ausland) mit sehr breitem Rahmen und RUNDEN Rahmenrohren:
http://forum.mb100.de/read.php?1,37048
Zwei Radstände, beide unter 3m, glaube 2,6 und 2,9m.
Diese Eule gab es aber leider nur mit 72PS später 75PS OM616, sonst nix und bei uns nur als 2,6t oder sowas. :-(

MB Sprinter T1-neu 412D (1.Generation), mit geschwungenen gepressten (!?) Profilen,
https://m.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzei ... 3-276-1121
Drei Radstände ca. 3,15m, 3,55, 4,05m

MB Vario (Nachfolger vom großen T2), mit gebogenen U-Profilen
Drei Radstände, 3,1, 3,7 und 4,2m.
https://www.wohnmobil-selbstausbau.com/ ... ncybox.jpg

Nissan Cabstar/Renault Maxity mit geraden U-Profilen, eher durchgängig schmalem Rahmen
Drei Radstände, glaube 3,1, 3,5 und 4,1m oder so.
https://www.nissan.de/fahrzeuge/neuwage ... auten.html
https://auto-motor.at/Auto/Neuwagen/Aut ... bstar.html

Auf die Radstände bitte nicht festnageln.
Grüße Carsten

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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#9 Beitrag von DaPo » 2020-06-14 12:01:29

Hallo,

also wenn Du die genannten <=3,5to-Transporter und Rahmenverschränkung in einem Satz nennst, ist da was nicht richtig...
Grüße
DaPo (Daniel)

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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#10 Beitrag von Oelwurm » 2020-06-17 11:57:12

Hier mal der Nissan Cabstar/Renault Maxity im Gelände:
https://www.youtube.com/watch?v=cxxq1QKWC2g
https://www.youtube.com/watch?v=LWqixgZK9So
Der Allrad stammt wohl von einem Nissan Patrol oder so.
Bei der Firma ersten Firma wollte ich schonmal anfragen, ob die auch Gebrauchte umabuen, aber deren Kontaktformular funzte leider irgendwie nicht und für's Telefon reicht mein Französisch nicht wirklich (mehr). :-(
Grüße Carsten

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Re: An die Rahmenspezialisten: wie gut für Verschränkungen geeignet?

#11 Beitrag von Ulf H » 2020-06-17 12:02:06

... für Verwindung taugen die ja offensichtlich kaum ... werden ja sofort zum Dreirad ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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