Lenkstange schmiernippel nachruesten

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DB Canada
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Lenkstange schmiernippel nachruesten

#1 Beitrag von DB Canada » 2020-05-15 3:31:52

Hallo forum ,
Bei der ueberholung der vorderachse ( 1113 bj 1965) war mir aufgefallen dass die schutzgummies der lenkstange stark beschaedigt waren und schmutz und wasser in die kugelkoepfe eingedrungen war .habe das alles gesaeubert , mit rostloeser alles wieder gaengig bekommen .kann keinen verschleiss feststellen ,die schutzkappen hab ich beim landmaschinenhandel erhalten.
Nun zur frage : um die gereinigten kugelkoepfe wieder erfolgreich mit fett zu ummanteln wuerde ich gern unten ein loch bohren ,eine mutter aufschweissen und einen schmiernippel anbringen.nur so waere gewaehrleistet dass das fett ueberall hinkommt.von oben geht nur dickes oel rein, kein fett , der spalt ist zu gering
Bild

Spricht etwas gegen dieses vorhaben und hat das vielleicht schon jemand so gemacht ?
Danke

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willem
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Re: Lenkstange schmiernippel nachruesten

#2 Beitrag von willem » 2020-05-15 7:36:24

Das geht, es fahrt hier mindest ein Kurzhauber Rum mit genau diese Modifikation (und noch 1000 andere :happy:). Ist wegen das fett was noch drin ist ein riesige Sauerei beim Schweißen und schwierig dicht zu bekommen, aber geht.

Joachim
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Re: Lenkstange schmiernippel nachruesten

#3 Beitrag von Joachim » 2020-05-15 10:21:54

Schweißen an Lenkungsteilen wäre mir zu "heiß"

weil
1. Wenn nicht genug Fett an die Kugel kommt wird das Teil irgenwann mal zu erneuern sein.
Aber wenn der Prüfer bei der Hauptuntersuchung deine Schweißarbeit erkennt, kannst Du die Spurstange gleich wegschmeißen.

2.Es bleibt zu überlegen,ob die Hitze beim Schweißvorgang nicht zu einem leichten Verzug führt ,die die Beweglichkeit des Kugelgelenks beeinträchtigt.
Also ich würde es nicht tun.

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DaPo
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Re: Lenkstange schmiernippel nachruesten

#4 Beitrag von DaPo » 2020-05-15 10:27:14

Hallo,

warum den Aufwand betreiben für ein Teil, was im Grunde schon tot ist und nur noch am Tropf hängt?

Ganz ehrlich, wenn da schon mal Wasser drin war, und du Rostlöser bemühen mußtest, um das Ding wieder gängig zu bekommen, ist das Gelenk praktisch tot. Denn erstens müßtest Du das Ding komplett zerlegen um den Rost komplett heraus zu bekommen (der wirkt nämlich wie Schleifpapier). Und selbst wenn das gelänge, wären zweitens die Oberflächen eh schon im Eimer (eben durch den Rost).

Der Kopf mag noch eine Weile funktionieren, der weitere Verschleiß wird aber radikal größer sein als normal, das Gelenk bald komplett verschlissen sein.

Das sage ich übrigens jedem, der Staubmanschetten vor mir haben möchte...
Grüße
DaPo (Daniel)

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Re: Lenkstange schmiernippel nachruesten

#5 Beitrag von DaPo » 2020-05-15 10:30:53

Hallo Joachim,

das Schweißen selber sehe ich an der Stelle nicht allzu kritisch, denn es geht ja nur um den Blechdeckel. Wenn der sich verzieht, wird er höchstens seitlich etwas undicht. Kritisch könnte die Bauart des Gelenks sein, die sieht man von außen nicht. Wenn da schon Kunststoff-Halbschalen drin sein sollten, kann die Hitze natürlich problematisch werden, das könnte man aber durch Kühlen hin bekommen.

Ich sehe aber auch ein Problem darin, die Bohrspähne sauber wieder zu entfernen...
Grüße
DaPo (Daniel)

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DB Canada
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Re: Lenkstange schmiernippel nachruesten

#6 Beitrag von DB Canada » 2020-05-16 2:23:10

Vielen dank fuer eure anregungen und bedenken.
Den rostloeser hatte ich im grunde nur eingebracht das alte fett auszuschwemmen ,es bewegte sich alles noch , also nicht festgerostet. der langzeitplan war bei "univerzal" eine neue lenkstange anfertigen zu lassen ( die stange welche ich habe ist nicht in deren programm)
In der zwischenzeit bis man wieder normal sachen verschicken kann musste eine loesung her .
Hab also damit angefangen auf den 39 mm bund eine glocke mit pressluftanschluss zu setzen.dann 4,5 mm loch gebohrt ,das letzte stueck von unten gebohrt und oben luft drauf , das hielt alle spaene draussen.
Dann konnte man erkennen dass die kugel wohl herstellungsbedingt ein tiefes loch am ende hat und auch das material am deckel stark genug war um ein 6 mm gewinde ( wieder mit luft als gegendruck) einzuschneiden.
Dann schmiernippel eingesetzt und gepresst bis das alte fett alles raus war
Bild

Das ergebnis ist auf jedennfall besser als der zustand vorher ,es wurde auch nichts heiss oder geschweisst und obwohl wir hier in canada keinen tuev haben sollte das ergebnis auch fuer einen deutschen pruefer ganz unverdaechtig original ausschauen
Bild

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willem
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Re: Lenkstange schmiernippel nachruesten

#7 Beitrag von willem » 2020-05-16 8:21:30

Top! Sieht so wie Original aus. Lenkkügeln sollen Schmiernippel haben.

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Re: Lenkstange schmiernippel nachruesten

#8 Beitrag von sico » 2020-05-16 8:45:32

Der Marcel Kley aus dem KAT-Forum hat da vor Jahren mal einen ausführlichen Bericht zu dem Thema Gelenkköpfe verfaßt. Dabei hat er auch verschiede Köpfe zerschnitten.
Soweit ich die Bilder im Kopf habe, ist das Element, in das du jetzt den Schmiernippel eingebaut hast, nur ein relativ dünner Blechdeckel, der in den Gelenkkopf eingepreßt ist. Der Druck mit einer Handhebelfettpresse kann bis zu 400 bar betragen. Je nach innerem Aufbau des Gelenkes kann es sein, dass das Fett nicht am Gelenkkopf und Gelenkpfanne vorbei fließen kann, weil kein Spalt da ist. Du mußt also damit rechnen, dass beim Reinpressen des Fettes der Blechdeckel aus dem Kopf rausgepresst wird.
Probier mal aus, ob das Nachschmieren mit dem so gesetzten Schmiernippel wirklich gut geht.
mfg
Sico

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