Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

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MacMac
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Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#1 Beitrag von MacMac » 2019-04-01 11:34:21

Hallo,

ich habe jetzt von einer Firma, die auf LKW und Baumaschinen Lackierungen und Aufbereitungen spezialisiert ist folgende Empfehlung für das Aufbereiten des Fahrgestells bekommen:

1. Sandstrahlen
2. Grundieren mit einer strapazierfähigen Grundierung
3. Aufbringen lackierfähiger Unterbodenschutz an allen Fahrzeugrahmenteilen
4. Lackierung in Wunschfarbe mit 2K Lack
5. Einfetten kompletter Rahmen

so würde die Firma auch die Fahrgestelle von Salzstreuern des Straßenbauamtes aufbereiten.

Klingt glaube ich ganz logisch. Mit dem U-Schutz auf alle Rahmenteilen bin ich mir nicht so sicher. Wenn man dann mal eine Schraube lösen muss, ist das schon eine ziemliche "Schweinerei" oder?

Viele Grüße

Macmac

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chabbes
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#2 Beitrag von chabbes » 2019-04-01 11:55:43

Servus,
was mich im Moment noch von all zu viel offenes Fett abschreckt ist mein immer wiederkehrendes Reiseziel "Sand" und "Dreck".
Mit trockenen Fahrgestellen bekommt man diese Verschmutzung (Sand) danach gut weg, wenn das Fahrgestell aber komplett
eingefettet ist dann hast eine Sand-Fett Pampe.
Mit dem Unterbodenschutz bin ich mir derzeit auch nicht sicher, wenn man drunter nicht 100% sauber entrostet hat oder es kommt
an irgend einer Stelle Feuchtigkeit unter den Unterbodenschutz, dann merkt man das erst wenn das Blech abfällt.
Und Wasser ist irgendwie ein Teufelszeug, das hat so nen kleinen Kopf und will überall rein ins trockene :(

LG
chabbes
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pari
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#3 Beitrag von pari » 2019-04-02 11:10:02

Vor allem geht das nur bei Montiertem Fahrgestell.
Mit diesen Schichtdicken von Farbe und UBS besteht das Risiko das sich Schrauben irgendwann lösen.
vg
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Uwe
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#4 Beitrag von Uwe » 2019-04-02 11:24:33

Ob sie tatsächlich Fett meinen? Oder vielleicht doch eher Wachs à la Dinitrol metallic?
Denken ist wie Googeln, nur krasser
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Zum Glück hab ich kein Laster
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Der Wagen verströmt den sanften Ölduft, wie er nur von luftgekühlten Triebwerken ausgeht.

Merlin777
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#5 Beitrag von Merlin777 » 2019-04-06 16:36:48

Hallo Macmac,
Sandstrahlen würde ich ablehnen, der Strahlsand kommt in jede Ritze und du bringst ihn nicht komplett wieder raus. Darüber lackieren sieht erst mal gut aus, aber dann schmirgelt der Strahlsand schön kräftig darunter und irgendwann läuft dir die Rostbrühe raus. Besser Trockeneisstrahlen-dann mit Owatrol behandeln-darüber Brantho-Korrux-3in1 in der Wunschfarbe und gut ists.
schau mal hier: https://www.korrosionsschutz-depot.de/ die sie Spezialisten und beraten dich gut. Nicht verwand oder verschwägert :).
Der Lackaufbau hat sich bei vielen Expeditionsmobilen bewährt.

Gruß Merlin

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Bikerguido
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#6 Beitrag von Bikerguido » 2019-04-06 22:47:27

Steht bei mir auch in Kürze an. Zuerst dachte ich, es sei nicht notwendig,... überall war eine mehrtägige Wachsschicht drauf und kaum schadhafte Stflkdn zu sehen,... als ich dann an der wenigen zugesifften Stellen mal mit dem Dampfstrahler dran war, stellt sich raus,.. die unteren älteren immer gut überwachsten Wachsschichten waren so alt, hart und spröde, dass sich hier und da und dort schon Wasser dadrunter gesammelt hätte,... na gut nach 30 Jahren.... hilft nix, in der meisten Bereichen muss das mal runter und was neues drauf. Ich werde es von Hand mechanisch machen, wo die Farbe rostfrei und intakt ist wird entfettet und angeschliffen, wo was lose, oder rostig ist mit Grobreinigungsscheibe und Nadelentroster.
Ein paar Kleinteile abschrauben und Sandstrahlen.
Ggf, Rostumwandler, dann 2k Rostschutzgrundierung, 2k Pu,-Lack und 2K-Pu-Klarlack von Militärlacke.de.... dann wieder Wachsschutzschicht.
Viel Arbeit, aber kostengünstig
Gruß Guido.
Mein Projekt: Iveco 90-16, gedämmte Doka mit 4 Einzelsitzen und 1 "Notbett"
Einzelbereifung 14,5er Pista Sprengringfelgen
Höherlegung weil Hubdachkoffer ohne Radkästen in Planung. Zulassung LKW offene Pritsche, hoffentlich irgendwann mit H,...alles Eigenbau.

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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#7 Beitrag von bikemaniac » 2019-04-07 0:45:42

In Reihenfolge von gut bis schlecht:

1. Lack/Unterbodenschutz weg, feuerverzinken. Hat man Glück findet man eine Feuerverzinkerei die nur 1 Euro pro kg verlangen. Problem: Die Entfernung des Lackes - entweder chemisch, thermisch ... oder am aufwendigsten: Sandtstrahlen. Absolute Ruhe für 40 Jahre und alles ist trocken und nicht verschmiert.
2. Sandstrahlen und dann spritzverzinken. Obendrauf noch ein Lack. Wird sehr oft in Skandinavien gemacht und zwar bei ganz neue LKWs.
3. Sandstrahlen und dann spritzverzinken, aber ohne Lack.
4. Alle Mittelchen mit Lacke (1K und 2K), Öle, Fette, Wachse usw. Riesenstress um alles zu entrosten, sauber machen für die optimale Haftung. Mehrere Schichten - enorm viele Arbeit. Alle Stellen mit Schraubenverbindungen, Schweissnähte, Blechüberlappungen sind SUPER kritisch - hier fängt es immer an. Wenn Lack, dann am besten was 2K Zinkstaub epoxy damit es noch schützt wenn was abblättert.

PS: Habe enorm schlechte Erfahrungen mit Brantho Korrux.

Lucas

hugobaer
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#8 Beitrag von hugobaer » 2019-04-07 9:16:07

Ich könnt mir vorstellen, daß der Uschutz (Kunststoff kein Bitumen) dünn aufgetragen die Spalten an den Überlappungen schließen soll. Könnte funktionieren. Aber ich wär warscheinlich skeptisch wenn ich so einen Laster kaufen wollte weil es warscheinlich schon irgendwie nach drübergetüncht aussieht. Falls Du das Auto irgendwann wieder verkaufen willst solltest daran denken. Ich persönlich hab gute Erfahrungen mit entrosten (Zopfbürste/strahlen) grundieren, dann Kunstharz Chassislack FG gemacht. Wird im gewerblichen Bereich genauso gemacht. Du hast ja keinen Salzstreuer.
Sei dir aber bewußt daß das ganze mehr eine optische Sache ist. Der böse Rost sitzt in den Überlappungen, den bekommt man sowieso nicht mal eben weg. Ob man in die Überlappungen vorsorglich Wachs oder Fett einbringen darf weiß ich immer noch nicht. Könnte mir vorstellen daß es zw den Blechen dann zu rutschig wird. Oder tragen nur die Nieten ohne Flächenpressung?
So Tipps wie PU/Klarlack, Lack der noch schützt wenn er abgeblättert unterm Auto liegt oder Rahmen tauchverzinken usw, naja man könnte schon was dazu sagen...
hugobaer
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flaming_homer
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#9 Beitrag von flaming_homer » 2019-05-15 13:10:56

Merlin777 hat geschrieben:
2019-04-06 16:36:48
Besser Trockeneisstrahlen-dann mit Owatrol behandeln-darüber Brantho-Korrux-3in1 in der Wunschfarbe und gut ists.
Hallo zusammen,

zu obengenanntem Tipp hätte ich eine Frage:
Reicht Trockeneisstrahlen als Oberflächenbehandlung des Fahrzeugrahmens vor dem Überstreichen mit Brantho-Korrux 3-in-1 aus oder muss man / sollte man trotzdem noch anschleifen?

In diesem Falle würde ich die Ecken und Falze nach dem Trockeneisstahlen erst großzügig mit Owatrol behandeln und danach Brantho Korrux drüberpinseln.

Wenn man zusätzlich noch alles abschleifen müsste, habe ich dazu keine Lust, dann würde ich das Fahrgestell wahrscheinlich eher mit Owatrol und Seilfett konservieren wollen...

Viele Grüße
Daniel

stonedigger
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#10 Beitrag von stonedigger » 2019-05-15 13:42:17

Grundsätzlich erst einmal:
Komplett zerlegen - dann wird wohl die Feuerverzinkung das Sorglos-Paket sein. Das geht aber wohl kaum für den Fahrzeugrahmen, höchstens für den Zwischenrahmen. Und der muss dann entlackt sein! Am Besten für eine Feuerverzinkung ist angerostetes Blech.

Da ich das Zerlegen mir sparen wollte, bin ich wie folgt vorgegangen:

1. Gründlich reinigen, damit man evtl. schadhafte Stellen sieht.
2. Losen Lack, Roststellen etc. mit der CSD-Scheibe. Und nur mit der CSD-Scheibe! Fächerscheibe und Drahtbürste wird zu heiß, verschließt die Poren wodurch der übernächste Schritt nicht mehr funktioniert und trägt Material ab!
3. Wieder reinigen und entfetten!
4. Rostumwandler: Den Rahmen bzw. die Stellen die Rost hatten, oder wo blankes Metall übrig blieb, habe ich mit Fertan behandelt. Fertan wandelt die kaum sichtbaren aber immer noch vorhandenen Restrostbestandteile um in eine nicht rostende Schicht. Nachteil von Fertan: Nach 3 Tagen müssen die Fertanreste mit Wasser abgewaschen werden. Ich habe die Fertanbehandlung 2 oder sogar 3x durchgeführt.
5. An Achsen und steinschlaggefährdeten Teilen, habe ich anstatt mit Fertan mit Owatrol CIP als erste Schicht gearbeitet (Owatrol-Öl braucht eine Rostschicht oder Kapillarwirkung wie Materialdopplungen, sonst hält es nicht), als zweite Schicht kam dann Owagrundol Primer - als letzte Schicht dann mit Chassilack O.H. Das funktioniert super!
6. Zurück zum Rahmen: Nachdem die Fertan-Behandlung abgeschlossen war, kam Brantho-Korrux 3 in 1 in mind. 2 Schichten. Dafür habe ich zuerst in Farbe rot und dann in schwarz endbeschichtet. Dann sieht man die Stellen wo man nicht war.
7. An Falzen oder angeschraubten Teilen (z.B. Achsbock) habe ich dann noch mit Owtrol - Öl die Falze behandelt - da Owatrol wohl eine super Kriechwirkung hat.

Damit fahre ich seit mehren Jahren sehr gut.

SD

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flaming_homer
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#11 Beitrag von flaming_homer » 2019-05-16 15:19:33

Hi Stonedigger,
hast Du denn die Stellen (also den Lack drumherum), die Du mit Brantho Korrux 3-in-1 überpinselt hast, vorher angeschliffen?
Viele Grüße
Daniel

Bahnhof
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#12 Beitrag von Bahnhof » 2019-05-16 15:33:57

Benutzt ihr owatrol in Verbindung mit brantho 3in1 oder mit brantho nitrofest?

Man liest ja immer wieder dass owatrol und 3in1 nicht zusammenpassen?


Gruß

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scribty
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Re: Fahrgestellkonservierung, ist das so richtig ??

#13 Beitrag von scribty » 2019-05-16 16:36:17

Ich mache das so: Brantho 3in1 auf Altlack bzw. an Roststellen auf Owatrol.
Roststellen befreie ich von losem Rost und behandle mit Owatrol, auch alle Falze und Ritzen bekommen Owatrol bevor eine Woche später das 3in1 draufkommt.
Soweit ich recherchiert habe ist das auch eine Empfehlung anderer Anwender und auch von Korrosionsschutzdepot etc.
---

Allrad-Projekt: Selbstbau-GFK-Sandwich-Koffer auf einem Mercedes 1222AF (ehemaliger RW der FFW Nördlingen).
Bin IT'ler, Apple-Freak, handwerklich hoffentlich genug begabt für den Umbau des Allrad-LKW :)

Bilder bald hier: monstatravel.de/blog

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