Bohrmaschine für Rahmenbohrungen

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Bernhard G.
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Re: Bohrmaschine für Rahmenbohrungen

#31 Beitrag von Bernhard G. » 2018-01-27 10:02:38

Ich hab eine Fein BOP 13-2 - tolles Maschinchen, klein, handlich und unglaublich viel Kraft, Drehzahl sehr schön zu dosieren. Die kann offiziell nur bis 13mm, aber 14mm hab ich damit auch schon problemlos gebohrt: vorgebohrt mit einem Boher, der etwas größer als die Querschneide des 14er war (sowas im Bereich von 5mm) und dann mit dem 14er durch. Ging problemlos - scharfer HS-G-Bohrer, hat schöne spiralförmige Späne produziert. Kurz vor dem Durchbruch die Kraft wegnehmen, damit sich der Bohrer am Ende nicht frißt. Und schön mit Schneidöl schmieren. Drehzahl sollte bei großen Bohrern klein sein. Die Fein dreht im 1. Gang unter Belastung langsam genug (0 bis 440 U/min).

Blos nicht stufenweise aufbohren wie im Internet oft empfohlen. Da frißt sich der Bohrer sofort. Selbst mit speziellen, dreischneidigen Aufbohren ist das kein Spaß (mußte ich bei meiner Reparatur des Federbocks machen: Nietloch im Rahmen von 13mm auf 14mm aufbohren).

sico
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Re: Bohrmaschine für Rahmenbohrungen

#32 Beitrag von sico » 2018-01-27 11:20:08

Mit der von Bernhard erwähnten Fein BOP geht sehr gut.

Ich habe hier noch eine schwere Bosch Typ 1174 mit 625 Watt.
Die geht im ersten Gang mit 400 1/min bis 16 mm.
Auch sehr zu empfehlen für diese Zweck.
mfg
Sico

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Re: Bohrmaschine für Rahmenbohrungen

#33 Beitrag von kawahans » 2018-01-27 14:36:24

Ich habe für solche Zwecke eine Metabo wie diese hier:

https://www.ebay.de/itm/metabo-schlagbo ... Swe6ZaWE~Y

Der Vorteil liegt darin, dass sie bis unter 120 U/min mit vollem Drehmoment arbeiten kann (Drehzahl und Drehmoment einstellbar), damit kann man später auch sehr gut Niro bohren. Bei geringer Drehzahl muss man Kühlpausen einplanen !

Gleich vom Anfang weg ein größeres Loch zu bohren lässt sich vermeiden, wenn man eine Bohrschablone macht (z.B. 8mm dick, Bohrer mit 5 mm DM), dann habe ich an Rahmen und Anbauteil passende Bohrungen. Wenn ich mit 5 mm anfange, kann ich sicher noch 3 x nachbessern auf etwas größeren DM, wenn ich die Schablone vernudelt habe. ;) Die Bohrungen aufs exakte Maß aufreiben hat jedenfalls den Vorteil, dass sich (bei Verwendung von Passschrauben) die Bohrlöcher nicht leicht weiter ausschlagen, wenn die Schrauben einmal nicht so 100%ig angezogen sind.

Es geht aber sicher auch einfacher :unwuerdig:

Liebe Grüße aus Graz!
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Bohrmaschine für Rahmenbohrungen

#34 Beitrag von Weickenm » 2018-02-07 22:43:03

Wertes Forum,

Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Ich hatte mich schon auf ne BOS 16-2 eingestellt, da ist mir doch tatsächlich dieses Schmuckstück von meinem Opa zugelaufen.

Es handelt sich hierbei um eine Duax DN 23. Von Duss gab es sogar noch Gebrauchsanweisungen und Ersatzteillisten o.O

In einer Woche sind endlich Semesterferien, dann werde ich mal sehen ob das Ding noch läuft. Laut Typschild kann sie 13mm Bohrer aufnehmen.

Ich bin zuversichtlich!

Beste Grüße
Florian

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Re: Bohrmaschine für Rahmenbohrungen

#35 Beitrag von wohnmog » 2018-02-07 23:45:48

@ Kawahans,

sagen wir mal, sie versucht die Drehzahl konstant zu halten- ob das nun Vollwellenelektronik oder Constantelektronik genannt wird- es hat seine Grenzen- es ist und bleibt ein Kohlenbürstenmotor... Nix geht über ein Getriebe..
Grüße
Markus

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Re: Bohrmaschine für Rahmenbohrungen

#36 Beitrag von Weickenm » 2018-03-21 19:14:37

Servus Max,
maxd hat geschrieben:
2017-12-31 11:12:49
Hat jemand mal ne Erklärung [...] zum Thema aufreiben: warum und wie?
—max
bitte entschuldige, dass ich darauf nicht eher geantwortet habe.
Gemäß diesem Buch
dient das Aufreiben der Qualitätsverbesserung einer Bohrung.

Durch die geringere Rautiefe der Oberfläche werden Kerbwirkungen und die Gefahr der Rissbildung gemindert.

Zum Aufreiben an sich ist folgendes zu sagen:
-Linksdrall erzeugt bessere Oberflächengüte, erfordert jedoch freien Spanabfluss & ist deshalb nur begrenzt für Grundbohrungen einsetzbar
-für die Endbearbeitung ist wegen der Qualität der ohrung eine geradgenutete Reibahle besser geeignet
-Spiralbohrer aus HSS mit 2 Schneiden führen sich nur mangelhaft selbst. Durch Symmetriefehler der Schneiden folgen Formfehler & Übermaß der Bohrungen
-durch die höhere Schneidenanzahl & die Anwendung geringerer Schnitttiefen wird die Führung der Reibahlen stark verbessert. (--> Kräfte, die das Werkzeug aus der Mittellage drängen werden stark reduziert)
-während sich die Oberflächengüte verbessert, können Richtung & Lage durch Reiben nicht korrigiert werden, da die Reibahle von der Vorbohrung zentriert wird

Explizit fordert das nur die Scania ARL, dass die M14 Löcher aufgerieben werden müssen, Mercedes Benz fordert nur ein sorgfältiges entgraten der Bohrungen.

Ich hoffe, dass hilft soweit weiter...

Beste Grüße
Florian
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