MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

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dudelduke
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MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#1 Beitrag von dudelduke » 2017-08-31 12:40:06

Hallo.

Ich wollte immer mal einen Niesmann-Clou-Aufbau mit einem Allradfahrgestell verheiraten. Jetzt bestünde die Möglichkeit, andersherum vorzugehen: Ich kann einen der wenigen Clou-Aufbauten auf MAN 8.150 zu erwerben und im Internet steht ja immer noch der eine oder andere MAN FAE 4x4 zu Verkauf, der als Spenderfahrzeug für Achsen und VTG herhalten könnte.

Nun weiß ich wohl, dass man mit einer klassischen "Weißwarenlagerung" nicht ins echte Gelände fahren sollte und um die Diskussion um Kofferlagerung gar nicht erst entstehen zu lassen, sage ich mal gleich: Ich hab auch nicht vor, ins Gelände zu fahren. Nasse Wiesen, Strände, Feldwege, Schotterpisten... das wird abseits der Strasse das maximale Terrain sein, auf dem ich das Fahrzeug zu bewegen gedenke. Warum dann Allrad? Für´s Gefühl ;-)

Nun also zu meinen Fragen:

1. Kann man überhaupt die Teile von den Militär-G90 beim zivilen G90 verwenden und falls ja, was werde ich wohl alles tauschen müssen?

2. Das Fahrzeug hat jetzt einen Radstand von 3,65m, die Allradler haben üblicherweise 3,10m oder manchmal 3,50m (deshalb kommen sie bei dem von mir gewünschten Koffer von 5,10m ohnehin nicht als FGS in Betracht). Kann ich die Kardanwelle aus dem zivilen FGS weiterverwenden?

3. Mit der üblichen militärischen Einzelbereifung wird die Fuhre zu hoch. Das Fahrzeug ist jetzt schon 3,60m, nach meinen Unterlagen (ich hatte mal einen G90 4x4 vermessen) würde ich jenseits der 4m landen, wenn ich Fahrwerk UND Reifen verwende. Die derzeitige Bodenfreiheit reicht mir für meine Anwendungen auch locker aus. Ist es möglich, die LKW-Reifengrößen beizubehalten? Und weitergehend: Kann ich mit diesen kleineren Reifen trotzdem Einzelbereifung fahren?

Viele Grüße und vielen Dank für Eure Gedanken zu meinem Ansinnen
Markus
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Donnerlaster
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Re: MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#2 Beitrag von Donnerlaster » 2017-08-31 13:03:19

Ob ein Umbau möglich ist, weiss ich nicht. Ich vermute aber mal ja. Wie hoch der Aufwand ist und ob es sich lohnt, wirst du dann selber beantwortet müssen.

Aufgrund meiner Erfahrung mit meinem 8.150 FAE (und ich bin nicht der Einzige, der das sagt) ist der Allrad auf Reisen überbewertet. Wenn es möglich sein sollte, würde ich nur versuchen, eine Hinterachssperre nachzurüsten.

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Ulf H
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Re: MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#3 Beitrag von Ulf H » 2017-08-31 13:46:00

... wie lang sind welche Achsen übersetzt ...

... ich vermute mal, dass die Kombination aus mutmasslich langsam übersetzten Allradachsen und kleinen Strassenreifen zu einer geringeren Geschwindigkeit führt ... wenn das so ist, geht der Effekt voll nach hinten los ...

... auch ich würde in Deinem Falle raten, Sperre nachrüsten und grobe Baustellenteifen aufziehen ...

... für das gesparte Geld ist jährlich mindestens eine kostenpflichtige Schlepperbergung drin ... klar gegrn Habenwollen helfen die Argumente nix ...

Gruss Ulf
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Re: MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#4 Beitrag von laforcetranquille » 2017-08-31 16:18:39

Ich hatte ähnliche Überlegungen für einen RMB, habe es damals aber sehr schnell wieder aufgegeben als ich gesehen habe das mit höherlegen, entsprechenden Reifen, Sperre und einer Allison schon fast alles möglich ist was man mit so einem Auto überhaupt machen /können sollte ( und das ist schon ne ganze Menge).
Klar, in die Dünen wirst du damit kaum gehen, aber ein gutes Pisten-Reisefahrzeug wird es allemal wenn du es nicht übertreibst. Dazu eine gute Ausrüstung mit Sandblechen, Ketten und Schaufeln sowie etwas Hirn und du kommst recht weit ohne dir das Ding zu zerlegen.
Der Aufwand lohnt sich m.E. nicht für die paar Löcher wo sich auch ein Allradfahrer gut überlegen sollte ob das wirklich notwendig ist.

Auch für die berühmte nasse Wiese ( die gleiche Matschwiese im Regen ) habe ich selber den Vergleich mit zwei Autos. Mit nem 4x4 und 10 tons und allen Sperren drin blöderweise versucht im Kreis rauszufahren und 50 cm tiefe Furchen gezogen und dann fast eingegraben, zwei Jahre später mit nem 4x2 und 9 tons , weicher Allison und HA-Sperre vorsichtig rückwärts und ohne lenken versucht und ohne Hilfe und Hilfsmittel selber rausgekommen.
Aber ich glaube diese Diskussion ist so alt wie das Forum.

Gruss Wim
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Re: MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#5 Beitrag von dudelduke » 2017-09-01 0:52:41

Ich geb Euch recht. Notwendig ist Allrad vermutlich nicht. Aber geil isser scho! Und da muss man halt schauen, ob Kopf oder Bauch gewinnen... :D

Der Einwand mit den Achsübersetzungen zieht allerdings. Wenn ich hinterher ein spritfressendes Monster geschaffen hab, das gerade mal 80km/h läuft, bin ich alles andere als glücklich, Allrad hin oder her.
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Re: MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#6 Beitrag von Unimuck » 2017-09-03 14:19:58

Hallo Markus;
das dürfte ziemlich viel Arbeit werden, aber nichts ist unmöglich.

Der zivile dürfte wahrscheinlich Parabelfedern haben. Die Blattfederaufnahme an der Hinterachse ist zum militärischen komplett unterschiedlich. Hier müsstest Du die vernieteten Aufnahmelagerungen inkl. Blattfedern tauschen.
Alternativ bis auf die zu tauschende Achse die (Feder-) Situation beibehalten. Genauso an der Vorderachse. Für den Freiraum zu den Radausschnitten evtl. noch Distanzblöcke verbauen.

Du müsstest also das Verteilergetriebe inkl. Kardanwellen und dem einzubauenden Querträger vom der Allradvariante hinzufügen. Die hintere mil. Kardanwelle musst Du wahrscheinlich verlängern lassen. Hier kann man evtl. die zivile kürzen. Ansteuerung der Sperren und Verteilergetriebe müsste pneumatisch neu hinzugefügt werden.
Der Kühler ist in der mil. Variante Kleiner. Dies kann möglicherweise von der voluminöseren Vorderachse herrühren. Ist dann evtl. auch zu tauschen.

Für das beibehalten der Geschwindigkeit müsstest Du ein anderes Getriebe verbauen.

Grundsätzlich würde ich das Ganze vorher mit einem Dir wohlgesonnen Prüfer abstimmen.
Gruß Hartmut

Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden. (Sokrates)

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Re: MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#7 Beitrag von dudelduke » 2017-09-03 21:25:03

Danke Hartmut, das sind doch schon mal eine Menge konkreter Aussagen. Klingt machbar, wenngleich auch nur mit Hilfe. Und dass ich einen Prüfer von Anfang an mit ins Boot hole, erscheint mir schon allein im Hinblick auf das H-Kennzeichen, das ich trotz Umbau haben möchte, sinnvoll. Baujahr ist Mai 1988, also nächstes Jahr wäre es grundsätzlich möglich...

Was die Bereifung/Übersetzung angeht, bin ich am Wochenende auf dem Fernreisemobiltreffen ein Stück weiter gekommen. Ich hab nochmal ein paar Autos vermessen und dabei ist mir aufgefallen, dass die Angabe des Verkäufers zur Höhe des zivilen MAN mit Wohnaufbau mit 3,60m defintiv nicht stimmen kann. Auch wenn es so im Fahrzeugschein stehen mag. Ich hatte vor Ort die Alkovenunterkante mit 2,32m (Oberkante FHS 2,18m, der Rest ist Verblendung) gemessen. Der G90 Mil ist ca 2,60 OK FHS, also ca 0,42m höher (was ich überraschend viel finde!). Ein Niesmann-Alkoven stand beim Treffen auch zum Messen zur Verfügung, der hat so 0,85m - max 0,90m. Packe ich die auf die 2,32m drauf, liege ich bei max 3,22m. Das heißt, ich könnte die übliche Mil. Einzelbereifung beibehalten und liege dann bei max 3,64m, eher etwas drunter - aber ok: mit Dachluke und Solarplatten dann wieder eher etwas drüber :-). Damit fällt dann das Problem mit der kurzen HA-Übersetzung bei gleichzeitiger Verwendung von kleinen Reifen raus. Das Fahrwerk wird komplett getauscht und fertig. Eine denkbare Alternative wäre dann, das zivile Getriebe beizubehalten. Ich vermute, dass es länger übersetzt ist, was dann insgesamt etwas mehr Tempo und moderateren Verbrauch erhoffen ließe.
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Re: MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#8 Beitrag von Mikewichner » 2020-06-10 6:33:59

laforcetranquille hat geschrieben:
2017-08-31 16:18:39
Ich hatte ähnliche Überlegungen für einen RMB, habe es damals aber sehr schnell wieder aufgegeben als ich gesehen habe das mit höherlegen, entsprechenden Reifen, Sperre und einer Allison schon fast alles möglich ist was man mit so einem Auto überhaupt machen /können sollte ( und das ist schon ne ganze Menge).
Klar, in die Dünen wirst du damit kaum gehen, aber ein gutes Pisten-Reisefahrzeug wird es allemal wenn du es nicht übertreibst. Dazu eine gute Ausrüstung mit Sandblechen, Ketten und Schaufeln sowie etwas Hirn und du kommst recht weit ohne dir das Ding zu zerlegen.
Der Aufwand lohnt sich m.E. nicht für die paar Löcher wo sich auch ein Allradfahrer gut überlegen sollte ob das wirklich notwendig ist.

Auch für die berühmte nasse Wiese ( die gleiche Matschwiese im Regen ) habe ich selber den Vergleich mit zwei Autos. Mit nem 4x4 und 10 tons und allen Sperren drin blöderweise versucht im Kreis rauszufahren und 50 cm tiefe Furchen gezogen und dann fast eingegraben, zwei Jahre später mit nem 4x2 und 9 tons , weicher Allison und HA-Sperre vorsichtig rückwärts und ohne lenken versucht und ohne Hilfe und Hilfsmittel selber rausgekommen.
Aber ich glaube diese Diskussion ist so alt wie das Forum.

Gruss Wim
:angel:
laforcetranquille hat geschrieben:
2017-08-31 16:18:39
Ich hatte ähnliche Überlegungen für einen RMB, habe es damals aber sehr schnell wieder aufgegeben als ich gesehen habe das mit höherlegen, entsprechenden Reifen, Sperre und einer Allison schon fast alles möglich ist was man mit so einem Auto überhaupt machen /können sollte ( und das ist schon ne ganze Menge).
Klar, in die Dünen wirst du damit kaum gehen, aber ein gutes Pisten-Reisefahrzeug wird es allemal wenn du es nicht übertreibst. Dazu eine gute Ausrüstung mit Sandblechen, Ketten und Schaufeln sowie etwas Hirn und du kommst recht weit ohne dir das Ding zu zerlegen.
Der Aufwand lohnt sich m.E. nicht für die paar Löcher wo sich auch ein Allradfahrer gut überlegen sollte ob das wirklich notwendig ist.

Auch für die berühmte nasse Wiese ( die gleiche Matschwiese im Regen ) habe ich selber den Vergleich mit zwei Autos. Mit nem 4x4 und 10 tons und allen Sperren drin blöderweise versucht im Kreis rauszufahren und 50 cm tiefe Furchen gezogen und dann fast eingegraben, zwei Jahre später mit nem 4x2 und 9 tons , weicher Allison und HA-Sperre vorsichtig rückwärts und ohne lenken versucht und ohne Hilfe und Hilfsmittel selber rausgekommen.
Aber ich glaube diese Diskussion ist so alt wie das Forum.

Gruss Wim
Hallo Wim, ich überlege einen 4x2 man8.136 zukaufe , leider ist der Kühler defekt und ich benötige einen kupplungsnjemrrzylinder... desertieren bin ich auf der Suche nach höherlegung für das Fahrzeug, kannst du mir irgendwie weiterhelfen?

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rotertrecker
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Re: MAN G90 8.150 auf Allrad umbauen

#9 Beitrag von rotertrecker » 2020-06-10 9:41:06

Hallo Mike (?)

Ich empfehle Dir, diese Frage nicht in einem uralten Thread zu stellen,
sondern:
Am Lagerfeuer Vorstellen, und dort in die große Runde fragen.
Da bekommst Du sicher mehr Resonanz.
Teile werden Dir sicher Tipps gegeben.
Höherlegung: TÜV-Prüfer mit ins Boot, Klötze anfertigen lassen, neue Federbügel, einbauen, eintragen lassen, fertig.
Mach ihn nicht zu hoch, sonst werden umfassende Anpassungsarbeiten nötig!
Bremsleitungen, Lenkung. Winkel der Kardanwelle?

Gruß Sven
Alles wird gut!! (Irgendwann irgendwo)

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