Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

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tschwerto
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Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#1 Beitrag von tschwerto » 2020-11-02 21:48:39

Hallo

Kurzfassung:
Ist es korrekt, dass der Abgasthermostat beim Deutz BF6L913 nur ein Schalter ist? Das heisst: Motor läuft, Diesel wird verbrannt, mehrere hundert Grad heisses Abgas strömt durch den Krümmer, Dehnstift dehnt sich aus, Ventil öffnet sich, Öl kommt zum Lüfter und dieser dreht sich. Anders im Schiebebetrieb/gedrückter Staudruckbremse: Da wird kein Diesel verbrannt, Krümmer kühlt sich ab, Ventil schliesst sich, Lüfter dreht nicht mehr. Es gibt somit keine "Mittelstellung", so dass der Lüfter nur wenig mitdreht, korrekt?

Der Thread hier ist mir bekannt, da stehts eigentlich auch so drin:
viewtopic.php?f=31&t=34118&p=340230&hil ... er#p340230

Langfassung:
Ich bin seit Ende April 2020 mit meinem Iveco Magirus 80-16 AW unterwegs. Motorentemperaturen waren im Juli 2020 als es richtig heiss war in Deutschland bei etwa 140° C Zylinderkopftemperatur und ca. 100°C Öltemperatur, auch bei langsamer Fahrt. In den letzten paar Wochen lag dann in Norwegen und Schweden die Aussentemperatur bei 0-12°C. Die Zylinderkpftemperatur war dann so zwischen 120°-140° und das Motorenöl lag bei 90 bis 100°C. Stau gab es da nie :D :rock: .
Nun sind wir seit vorgestern in Polen. Da waren die Temperaturen des Motors bei normaler Fahrt (70-85 km/h) auch immer noch wie bisher, 140° C Kopf,100°C Öl. Nun sind wir gestern mit North-Bert (nochmals vielen Dank dafür!) auf Offroad Tour. Das waren hauptsätzlich rumpelige Waldstrassen, dass heisst 20 km/h und wenig Gas geradeaus. Die Motorentemperaturen sind dann immer mehr gestiegen. Heute nochmals das selbe Spiel. Zylinderkopftemperatur ging bis knapp 170°C hoch und die Motorentemperatur bis knapp 120° C. Die Lampe im Amaturenbrett hat noch nicht geleuchtet, die würde bei 120°C Motorenöltemperatur leuchten (gemäss Iveco Unterlagen für den MK, gemäss anderen Quellen auch erst etwas später) oder bei weniger als 0.5 bar Öldruck. Öldruck war immer gut. Kalt ca. 8 bar (im Leerlauf) und warm 1.5 bar (im Leerlauf) und im grünen Drehzahlereich bei fast 120°C Öltemperatur immer noch zwischen 2 und 4 bar.
Der Lüfter lief zum Teil, zum Teil nicht. Meistens stieg ich aus, schaute rein, Lüfter drehte nicht und began dann im Stand langsam an zu drehen.Wenn er lieft, dann nur langsam und drehte auch nicht schneller, wenn man den Motor hochgedreht hat. Die Temperaturen gingen deshalb im Stand auch nicht mehr zurück. Temperaturen sahen etwa so aus (habs mit dem Laser Thermometer kontrolliert, dürfte etwa stimmen):
P1130421.jpg
P1130422.jpg
P1130415.jpg
Das war dann der Punkt, an dem wir heute angehalten haben und den Motor ausgemacht haben, weils doch schon relativ nahe an den kritischen Temperaturen dran ist und bei den vorherschenden Bedingen definitiv nicht so sein wollte!! :wack: War natürlich mitten im Wald auf einer Matschpiste. Wir haben den Motor abkühlen lassen und sind dann mit voller Heizung an einen schöneren Ort gefahren. Mit voller Heizung war das Öl noch etwas über 100°C und der Zylinderkopf etwas über 140°C.

Nach dem Mittagessen die Kupferscheibe beim Abgasthermostat demontiert und somit den Thermostat überbrückt, dass heisst der Lüfter läuft immer:
P1130424.jpg
P1130423.jpg
P1130427.jpg
Siehe da, bei gleicher Bedingung (langsame Fahrt 20 km/h mit wenig Gas) sind die Temperatur plötzlich unterirdisch tief (Aussentemperatur 15°C):
P1130435.jpg
P1130434.jpg
Es ist bei höheren Drehzahlen auch plötzlich ein Lüftergeräusch zu höhren und unter dem Ölkühler kommt richtig Luft raus :eek: :totlach: .
Wir sind nur kurz etwas Strasse gefahren, da blieb die Temperatur so tief. Ich hoffe die Temperaturen werden bei Strassenfahrten noch etwas höher, also 80°C Motorenöltemperatur wäre schon schön. Der Ölkühler macht so viel ich weiss bei 82°C auf.

Die Frage ist jetzt: Soll ich das so lassen? Der Abgasthermostat funktioniert offensichtlich nicht mehr richtig. Grundsätzlich gab es den Motor ja auch ohne Abgasthermostat. Mir ist bekannt, dass ich bei hoher Motorentemperatur noch dem Berg hoch fahren nicht gleich mit hohen Drehzahlen und Staudruckbremse bergrunter fahren sollte, sonder zuerst den Motor etwas abkühlen lassen sollte.
Wenn der Thermostat aber wirklich nur ein Ein/Aus Schalter ist und es keine geregelte Lüftergeschwindigkeit gibt, sehe ich ansonsten wenig Nachteil. Die Abgastemperatur ist ja auch nur eingeschränkt abhängig von der Öl und Zylinderkopftemperatur. Ein voll aufgewärmter Motor hat sicher eine etwas höhere Abgastemperatur als ein kalter Motor, aber der Unterschied zwischen Verbrennung an und aus ist viel grösser, weshalb ich mir nicht vorstellen kann, dass es Zwischenstufen gibt.
Das Zuschalten des Motorenölkühlers bei 82°C sollte wie bis anhin funktioniert, das heisst das Warmfahren bleibt eigentlich gleich wie bisher.
Die Unterlagen zu dem Abgasthermostat habe ich, aber mit Boardmittel ein Spiel von 0.01 bis 0.02 mm zu kontrollieren, geschweige denn einzustellen (mit unterschiedlichen Plättchen, die ich eh nicht habe) ist nicht möglich. Eventuell ist er nur verschmutzt oder festgehockt? Ich bin eventuell über Weihnachten/Neujahr "Zuhause", da könnte ich es kontrollieren, reinigen und einstellen.
Die Temperaturanzeigen habe ich erst letzten Winter montiert, ich kann also nicht sagen wie die Temperaturen vorher ausgesehen haben und diesen Sommer wars ja auch noch ok. Ich gehe davon aus, dass es schleichend schlimmer geworden ist.
Öl ist übrigens ein 15W40 von Mannol und ist jetzt seit ca. 13000 km drin. Wir wolltens bei 15000 km wechseln, also ca. 3000 Liter Diesel wie im Handbuch steht. LKW hat 44800 km drauf.

Gruss Andre

OliverM
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#2 Beitrag von OliverM » 2020-11-02 22:57:57

Moin Andre,
der Schalter ist nicht digital . Ergo passt deine Theorie nicht . Dazu kommt noch, daß du einige grundlegene Dinge, die den Deutz anbetreffen, nicht beachtest . Das Thermostat "schaltet" mittels der Abgastemperatur . Wenn du ständig mit minimalem Gas durch die Gegend schaukelst , bleibt die Abgastemperatur so niedrig, daß es keinen Impuls gibt den Lüfter zuzuschalten . Dazu kommt noch durch die niedrige Drehzahl dass der Lüfter, sollte er trotz allem zugeschaltet sein , nicht die nötige Drehzahl zum Kühlen erreicht . Dadurch steigt Öl-so wie die Kopftemperatur.
Du hast diesen Effekt durch öffnen des Bypasses zwar erledigt, hast aber nun das Problem dass der Motor nun ständig zu kalt läuft . Die Folge ist ein exorbitant höherer Verschleiß an den Aggregaten .

Die Motoren mit statischem Lüfter werden i.d.R. bei Arbeitsmaschinen mit fix definierter Drehzahl und Last eingesetzt. Deshalb lässt sich das nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichen .

Merke: Der luftgekühlte möchte immer ein wenig Drehzahl haben, ansonsten wird er zickig .

Gruß

Oliver
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#3 Beitrag von tschwerto » 2020-11-02 23:29:28

Hallo Oliver

Vielen Dank für deine Antwort!
OliverM hat geschrieben:
2020-11-02 22:57:57
der Schalter ist nicht digital .
Heisst das, dass es Mittelstufen gibt? Funktioniert der Abgasthermostat als Öldurckminderer und steuert so die Visco Kupplung beim Gebläse?

Gemäss Felix aus dem alten Thread ist es nur ein Ein/Aus Schalter:
viewtopic.php?f=31&t=34118&p=340230&hil ... er#p340230
OliverM hat geschrieben:
2020-11-02 22:57:57
Wenn du ständig mit minimalem Gas durch die Gegend schaukelst , bleibt die Abgastemperatur so niedrig, daß es keinen Impuls gibt den Lüfter zuzuschalten . Dazu kommt noch durch die niedrige Drehzahl dass der Lüfter, sollte er trotz allem zugeschaltet sein , nicht die nötige Drehzahl zum Kühlen erreicht . Dadurch steigt Öl-so wie die Kopftemperatur.
Du hast diesen Effekt durch öffnen des Bypasses zwar erledigt, hast aber nun das Problem dass der Motor nun ständig zu kalt läuft . Die Folge ist ein exorbitant höherer Verschleiß an den Aggregaten .
Nur weil ich langsam fahre, heisst das ja nicht, dass die Drehzahlen tief sind. Wir waren in der Untersetzung unterwegs und haben den Motor auch mit normalen Drehzahlen im grünen Bereich (1400 bis 2000) nicht mehr runterkühlen können. Es war sogar so, dass er bei tieferen Drehzahlen eher weniger heiss wurde als bei höheren Drehzahlen. Das macht deshalb Sinn, weil der Lüfter gar nicht mehr gelaufen ist. Wenn, dann nur ganz langsam und konstant, also Motorendrehzahlunabhängig. Der Motor läuft bei tieferen Drehzahlen effizienter und somit hat man bei konstanter Leistung bei tieferen Drehzahlen insgesamt weniger Abwärme und eine tiefere Öl und Zylinderkopftemperatur. Wie gesagt, nur unter der Voraussetzung, dass der Lüfter gar nicht mehr läuft!

Jetzt läuft ja der Lüfter immer und auch bei tiefen Drehzahlen wird der Motor nicht "warm", zumindest nicht bei dem aktuellen Fahrzustand (langsam geradeausfahren mit 20-30 km/h).

Was wären denn die optimalen Zylinderkopf- und Öltemperaturen in welchen ein Deutz BF6L913 betrieben werden sollte?

Gruss Andre

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Ulf H
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#4 Beitrag von Ulf H » 2020-11-02 23:50:49

... schreib mal an Lew aka elCapitan eine PN ... er hatte unterwegs ähnliche Probleme aber schlussendlich eine Lösung gefunden ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#5 Beitrag von tschwerto » 2020-11-02 23:59:05

Danke Ulf, werd ich machen!

In Deutschland sind wir bei über 30°C Aussentemperatur auch im Kolonnenverkehr gefahren. Das heisst wenig Last, tiefe Geschwindigkeit und sehr tiefe Drehzahlen, trotzdem gab es keinerlei thermische Probleme.
Ich bin deshalb immer noch der Meinung, dass die Temperaturen beim aktuellen Fahrzustand nicht so hoch hätten sein sollen und deshalb wohl der Abgasthermostat nicht richtig funktioniert.

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#6 Beitrag von wuestendiesel » 2020-11-03 7:47:30

Ich habe den gleichen Motor und meine Öl Temperatur steht bei 90 Grad, auch im Sommer. Die Kopftemperatur bei 100-120 bei Vollgas am Berg. Im Winter muss ich allerdings den Kühlergrill komplett zuhängen, sonst kommt der Motor nicht auf Temperatur.
Gruß Steffen

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#7 Beitrag von OliverM » 2020-11-03 7:55:09

tschwerto hat geschrieben:
2020-11-02 23:29:28

Was wären denn die optimalen Zylinderkopf- und Öltemperaturen in welchen ein Deutz BF6L913 betrieben werden sollte?

Gruss Andre
Moin andre,
optimal wären Öltemperatur 90-100 grad und Kopftemperatur um die 120 Grad .

Gruß

Oliver
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#8 Beitrag von tschwerto » 2020-11-03 9:20:08

Danke für die beiden Antworten.
Das deckt sich mit meinem Wissensstand und stärkt mich in meiner Absicht, mit dem überbrückten Abgasthermostat weiterzufahren. Ich versuche lieber mit überbrücktem Abgasthermostat (evtl. mit einer Abdeckung die Temperatur noch leicht anheben und vorsicht Pässe zu fahren) weiter zu fahren, als dass ich mit einem defekten Abgasthermostat den Motor überhitze. Einfach Anhalten geht nicht in jeder Situation so gut wie mitten im Wald :cool: .
Es gab mal einen Thread über die Reparatur eines Deutz Abgasthermostaten:
viewtopic.php?f=31&t=27489&hilit=Deutz+ ... t&start=60

Dieser hat leicht andere Einstellwerte, ist aber wahrscheinlich vom Prinzip gleich aufgebaut wie der für den 913er. Leider funktioniert der Link nicht mehr (ist schon etwas älter) und ich kann die Lösung nicht anschauen. Ich versuch mal Felix zu kontaktieren.

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#9 Beitrag von franz_appa » 2020-11-03 10:08:28

Hi
Gibt's das Thermostat nicht mehr als Ersatzteil oder warum reparieren?

Dann könntest du das zumindest ausschliessen.

Hast du bestimmt kotrolliert, aber blöde Idee: Keilriemenspannung?
Bei höheren Drehzahlen rutscht der Keilriemen permanent (oder immer wieder) durch - und du hörst nix davon, also kriegst es nicht mit?
Würde zu schleichend steigendem Effekt passen :dry:
Der würde dann aber eh nicht mehr lange halten.

Viel Erfolg
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#10 Beitrag von willem » 2020-11-03 10:13:09

Also technisch ist so ein Abgasthermostat Analog, aber praktisch eher Digital. Ich habe ein Dreistufige Thermostat, mit ein 0.8mm Düse aus Motorrad Vergaser als "halbe" Kühlung, und das reicht meist aus mein Motor auf 120 Grad Kopftemperatur zu Halten. Ein 1mm Düse macht schon richtig kalt in Normalbetrieb. Wann dein Abgasthermostat den kugel weggedrückt, ist eigentlich sofort mehr als 0.8mm Durchfluss wegen den Durchmesser von der Kugel, also Digital. Der Rest macht Öltemperatur.

Aus meine Erfahrung lassen die Motoren sich überhitzen bei langsame aber schwierige Geländefahrt, zb in der Wüste. Kurz Vollgas ein Sanddüne hoch, dann in Standgas runter rollen, dann wieder Vollgas hoch, usw. Der Motor wird heiß aber es gibt nicht lange genug heiße Abgase um den Thermostat zu öffnen. Deswegen habe ich jetzt ein Überbrückungsschalter der den Thermostat umgeht.

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#11 Beitrag von tschwerto » 2020-11-03 11:32:42

franz_appa hat geschrieben:
2020-11-03 10:08:28
Gibt's das Thermostat nicht mehr als Ersatzteil oder warum reparieren?
Doch, kostet bei Ebay Deutschland zwischen 300 und 450 Euro. Gibts sicher auch hier ib Polen zu kaufen, aber ist halt wenn man unterwegs am Reisen ist immer etwas doof.
franz_appa hat geschrieben:
2020-11-03 10:08:28
Hast du bestimmt kotrolliert, aber blöde Idee: Keilriemenspannung?
Bei höheren Drehzahlen rutscht der Keilriemen permanent (oder immer wieder) durch - und du hörst nix davon, also kriegst es nicht mit?
Würde zu schleichend steigendem Effekt passen :dry:
Der würde dann aber eh nicht mehr lange halten.
Die beiden Keilriemen werden über eine Rolle gespannt und sind verhältnismässig neu. Bei überbrücktem Abgasthermometer funktioniert der Lüfter einwandfrei, eigentlich viel zu gut :blush: . Am Riemen liegts definitv nicht.
willem hat geschrieben:
2020-11-03 10:13:09
Also technisch ist so ein Abgasthermostat Analog, aber praktisch eher Digital. Ich habe ein Dreistufige Thermostat, mit ein 0.8mm Düse aus Motorrad Vergaser als "halbe" Kühlung, und das reicht meist aus mein Motor auf 120 Grad Kopftemperatur zu Halten. Ein 1mm Düse macht schon richtig kalt in Normalbetrieb. Wann dein Abgasthermostat den kugel weggedrückt, ist eigentlich sofort mehr als 0.8mm Durchfluss wegen den Durchmesser von der Kugel, also Digital. Der Rest macht Öltemperatur.
Danke, das klingt plausibel. Ich könnte ja mit verschieden dicken Kupferscheiben so lange probieren, bis die Temperatur bei den aktuellen Bedingen passt. Sprich die Kugel so weit wegdrücken, dass der Ölfluss oder Öldruck stimmt und der Lüfter mehr oder weniger die richtige Drehzahl hat. Ist natürlich nicht perfekt und beim Bergrunterfahren stellt der Lüfter auch nicht ab, aber besser als mit zu kaltem Motor zu fahren.

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#12 Beitrag von Mister Catdriver » 2020-11-03 14:14:06

Wie/wo hast Du die Temperaturen gemessen?
Passen Instrumente und Geber zusammen?
Sorry, aber da sind bei Dir unterschiedlichste Teile verbaut, da wäre ich bei den Ergebnissen etwas skeptisch.

Ich fahr den gleichen Motor und war am Anfang auch misstrauisch. Irgendwann habe ich es dann doch akzeptiert, dass ein luftgekühlter Motor auch mal wärmer werden darf! Bei mir beträgt die Kopftemperatur bei normalem Fahrbetrieb zwischen 90 und 130 Grad, kann auch mal auf 170 hochgehen, dann bleibt sie aber stehen. Wichtig wie schon erwähnt: was der Deutz nicht mag ist untertourige Fahrweise bei Vollgas, z. B. leichte Autobahnsteigung ohne Schalten mit 2000 upm oder weniger.

Grüße Jörg
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#13 Beitrag von willem » 2020-11-03 17:08:16

tschwerto hat geschrieben:
2020-11-03 11:32:42
Danke, das klingt plausibel. Ich könnte ja mit verschieden dicken Kupferscheiben so lange probieren, bis die Temperatur bei den aktuellen Bedingen passt. Sprich die Kugel so weit wegdrücken, dass der Ölfluss oder Öldruck stimmt und der Lüfter mehr oder weniger die richtige Drehzahl hat. Ist natürlich nicht perfekt und beim Bergrunterfahren stellt der Lüfter auch nicht ab, aber besser als mit zu kaltem Motor zu fahren.
Je nachdem was du genau vor hast, funktioniert das nicht so wirklich. Die Kupferscheibe unter der kleine Bolzen, und der Bolzen selber haben nichts mit den Thermostat zu tun. Sie sitzt nur da um abzudichten, die Schraube ist kein Bimetall. Nur, ohne der Scheibe druckt sie permanent den Kugel weg, funktioniert also als Bypass. Um mit Unterlegscheiben die richtige dicke zu finden das der Lüfter nur "halb" lauft halte ich für nahezu unmöglich.

Den Thermostat zu beeinflussen, braucht es Anpassung von das Bimetall Teil, der soll in deiner Fall langer worden also eine Scheibe drunter. Dafür muss sie aber komplett zerlegt werden, nicht ganz ohne. Und dann wieder einbauen, probieren, adaptieren usw.

Das ganze sieht ungefähr so aus:
abgasthermostat.jpg
Schraube besser den Ölleitung ab und verbinde sie direkt durch. Bastel von ein passendes Stück Rundstahl ein Pfropfen, bohr sie mit dein gewünschte Durchmesser durch (meiner fühlt sich wohl bei 0.8mm) oder geh zum lokalen Motorrad/Motorroller Werkstatt und kaufe ein paar Vergaserdüsen in unterschiedliche großen. Gewinde in dein Pfropfen schneiden und Düse einschrauben, fertig. Lasst sich einfach wechseln bis die richtige gefunden ist.

Als nächste (optionale) Schritt kommt dann ein Elektroventil in Einsatz um das ganze zu überbrücken, und danach braucht es gar kein teure Abgasthermostat mehr, nur noch ein manuelle Schalter, oder kleine Elektrische Schaltung die bei "Wunschtemperatur" das Bypassventil öffnet.

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#14 Beitrag von ud68 » 2020-11-03 19:14:18

Ich hab da mal ne blöde Frage...

Beim 613/614/714 gibt es nur das Abluft-Thermostat im Heizkasten.
Bei Nachfolgemotoren wurde parallel dazu ein Abgasthermostat im Auspuff zusätzlich eingebaut, weil bei plötzlichem Lastanstieg die Regelung über die Abluft zu träge war.

hat der 913er nur Abgasthermostat, oder auch ein Ablufttermostat?

Weil: kaputtes Abluft-Thermostat würde o.g. Fehler genau erzeugen (Schleichfahrt macht kein extra heißes Abgas, aber heiße Köpfe)

Udo

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#15 Beitrag von OliverM » 2020-11-03 20:47:50

ud68 hat geschrieben:
2020-11-03 19:14:18
Ich hab da mal ne blöde Frage...

Beim 613/614/714 gibt es nur das Abluft-Thermostat im Heizkasten.
Bei Nachfolgemotoren wurde parallel dazu ein Abgasthermostat im Auspuff zusätzlich eingebaut, weil bei plötzlichem Lastanstieg die Regelung über die Abluft zu träge war.

hat der 913er nur Abgasthermostat, oder auch ein Ablufttermostat?

Weil: kaputtes Abluft-Thermostat würde o.g. Fehler genau erzeugen (Schleichfahrt macht kein extra heißes Abgas, aber heiße Köpfe)

Udo
Moin Udo,
der 913 hat nur ein Abgasthermostat .

Da die Riemen des Lüfters mit federgespannter Umlenkrolle funktionieren , kann man das getrost vergessen. Wenn die Riemen zu lang wären oder gar runter laufen , hört man das ganz deutlich durch einen Dauerhupton.

Gruß

Oliver
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#16 Beitrag von lura » 2020-11-03 20:55:32

Ein luftgekühlter Motor darf schon wärmer werden als ein Wassergekühlter. Wenn dem Luftgekühlten zu warm wird merkst Du das. Dann lahmt er, wie ein zu stark gehetztes Pferd und nimmt kein Gas mehr an. Das habe ich in der Wüste im Weichsand bei 45°C aussentemperaturerlebt. Gut erkennbar. Bei 130°C Kopftemperatur ist alles m.E. i.O. Den Motor lasse ich immer im Leerlauf abkühlen, damit Öl uns Wasser/Luft Temperatur abführen können.
Bin mal gespannt, wie du übe denAbgasthermostat andere Temperaturwerte erreichen kannst. :D
Gruß
Bernd

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#17 Beitrag von tschwerto » 2020-11-03 21:36:41

So, habe mir mal die ganzen Dokumente in Ruhe angeschaut.
OliverM hat geschrieben:
2020-11-02 22:57:57
Die Motoren mit statischem Lüfter werden i.d.R. bei Arbeitsmaschinen mit fix definierter Drehzahl und Last eingesetzt. Deshalb lässt sich das nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichen .
Die ersten Versionen des LKW 5t tmil der Bundeswehr (Magirus 168M 11 FL 4x2 und später Iveco 110-17) hatten noch keinen Abgasthermostaten. In dem TDv 2320/074-40(F) wird kein Thermostat erwähnt und auf den Bilder ist ersichtlich, dass es keinen Abgasthermostaten gab und auch der Lüfter keine Ölanschlüsse hat. Es geht also durchaus auch ohne Abgasthermostat in einem LKW, vielleicht hatten die aber eine andere Lüftergeometrie oder eine andere Lüfterübersetzung. Selbstverständlich ist ein funktionierender Thermostat eine gute Sache, nur scheint meiner nicht mehr zu funktionieren :angry: . Ab Motor-Nr. 667 2493 oder Fahrgestell Nr. 490.0151.940 hatte dann der 5t tmil der BW auch einen Abgasthermostaten bekommen.
Mister Catdriver hat geschrieben:
2020-11-03 14:14:06
Wie/wo hast Du die Temperaturen gemessen?
Passen Instrumente und Geber zusammen?
Sorry, aber da sind bei Dir unterschiedlichste Teile verbaut, da wäre ich bei den Ergebnissen etwas skeptisch.

Ich fahr den gleichen Motor und war am Anfang auch misstrauisch. Irgendwann habe ich es dann doch akzeptiert, dass ein luftgekühlter Motor auch mal wärmer werden darf! Bei mir beträgt die Kopftemperatur bei normalem Fahrbetrieb zwischen 90 und 130 Grad, kann auch mal auf 170 hochgehen, dann bleibt sie aber stehen. Wichtig wie schon erwähnt: was der Deutz nicht mag ist untertourige Fahrweise bei Vollgas, z. B. leichte Autobahnsteigung ohne Schalten mit 2000 upm oder weniger.
Die Öltemperatur wird über den original Geber beim Regulierventil für die Heizung gemessen, also gleich über dem Ölfilter. Der Geber war schon drin, ich habe da nur noch die VDO Anzeige montiert (OT: Die Feurwehr oder Iveco hat die Kombiwarnleuchte (eine Leuchte für Öldruck bei 0.5 bar und 120°C ÖL zusammen) an dem Pin für die Ölanzeige und nicht am Öltemperaturwarnschalter angeschlossen, dass heisst die Lampe hätte früher bzgl. Öltemperatur gar nicht funktioniert. Hab ich auch erst gemerkt, als ich die Anzeige am freien Pin angeschlossen habe und nichts angezeigt wurde...). Die Öltemperatur habe ich mit dem Laser Thermometer verifiziert. Am Ölkühler konnte ich eine um 3°C tiefere Temperatur messen wie die Öltemperaturanzeige angezeigt hat. Bei der Ölwanne wars selbstverständlich nochmals etwas weniger.
Die Zylinderkopftemepratur wird über ein rein mechanisches Kapilarrohr gemessen und zwar am zweithintersten Zylinder an den dafür vorgesehenen Gewindebohrungen. Die Zylinderkopftemperatur ist von aussen schwieriger nachzumessen.
Wie gesagt, ich hatte noch gar nie so hohe Temperaturen angezeigt bekommen, auch nicht im Hochsommer in Deutschland bei Stau und zumindest die Öltemperatur konnt eich verifizieren.
Wir sind (als der Thermostat wohl noch funktioniert hat) auch schon kilometerlang mit 1400 U/min vollgas im 5 Gang den Berg hochgefahren und das war temperaturtechnisch überhaupt kein Problem. Die Temperaturen waren da 140° C am Kopft und 100° beim Öl.
willem hat geschrieben:
2020-11-03 17:08:16
tschwerto hat geschrieben:
2020-11-03 11:32:42
Danke, das klingt plausibel. Ich könnte ja mit verschieden dicken Kupferscheiben so lange probieren, bis die Temperatur bei den aktuellen Bedingen passt. Sprich die Kugel so weit wegdrücken, dass der Ölfluss oder Öldruck stimmt und der Lüfter mehr oder weniger die richtige Drehzahl hat. Ist natürlich nicht perfekt und beim Bergrunterfahren stellt der Lüfter auch nicht ab, aber besser als mit zu kaltem Motor zu fahren.
Schraube besser den Ölleitung ab und verbinde sie direkt durch. Bastel von ein passendes Stück Rundstahl ein Pfropfen, bohr sie mit dein gewünschte Durchmesser durch (meiner fühlt sich wohl bei 0.8mm) oder geh zum lokalen Motorrad/Motorroller Werkstatt und kaufe ein paar Vergaserdüsen in unterschiedliche großen. Gewinde in dein Pfropfen schneiden und Düse einschrauben, fertig. Lasst sich einfach wechseln bis die richtige gefunden ist.
Vielen Dank für deine Anleitung und das Bild! Das ist jetzt mit Boardwerkzeug schwierig zu bewerkstelligen. Ich denke da ist es einfacher in eine Werkstatt zu gehen, den Abgasthermostaten auseinander zu nehmen, zu reinigen, schmieren, messen und nochmals testen. Falls das nicht funktioniert, könnte man sicher auch hier in Polen einen Abgasthermostaten kaufen. Für Zuhause ist dein beshriebener Umbau sicher eine Option!
Was ich nicht möchte, ist hier im niergendwo im Wald den Abgasthermostaten ausbauen und dann reisst es die Ölanschlüsse ab und ich habe gar keinen Lüfter mehr :angel: .
OliverM hat geschrieben:
2020-11-03 20:47:50
der 913 hat nur ein Abgasthermostat .
Gemäss TDv 2320/074-12 hatten zumindest die Fahrzeuge der BW noch einen Thermostaten der bei 82°C Öltemperatur den Ölkühler dazugeschalten hat. Ich gehe davon aus, dass mein 913 das auch hat. Es nützt aber nichts, wenn bei 82° C der Ölkühler dazugeschalten wird, aber der Lüfter gar nicht läuft und somit kein Luftstrom durch den Ölkühler geht.
2020-11-03 20_18_10-TDV 2320,074-12 Teil 1 Beschreibung Teil 2 Bedienung und Pflege.pdf - Adobe Acro.jpg


Ich habe festgestellt, dass der Thermostat eine Leerlaufbohrung hat (im Bild mit b bezeichnet). Das heisst auch wenn der Abgaskrümmer kalt (im Leerlauf oder bei gedrückter Staudruckbremse) ist oder der Abgasthermostat defekt ist, kommt trotzdem ein kleiner Teil des Öls an der Kugel vorbei und lässt den Lüfter leicht drehen. Das ist wohl genau das, was ich zum Teil festgestellt und hier beschrieben habe! :eek: Zum Kühlen während der Fahrt reicht das natürlich nicht, erklärt aber, warum sich der Lüfter zum teil (langsam und motorendrehzahlunabhängig) gedreht hat.
2020-11-03 20_24_08-Werkstatthandbuch MOTEURS DEUTZ FL912 FL913.pdf - Adobe Acrobat Reader DC.jpg

Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass ich durch unterschiedliche Kupferscheiben den Ölfluss so steuer kann, dass bei den aktuellen Temperaturen und Einsatzbedingungen die Motorentemperaturen in einem akzeptablen Bereich enden.
2020-11-03 20_29_20-Werkstatthandbuch MOTEURS DEUTZ FL912 FL913.pdf - Adobe Acrobat Reader DC.jpg

Gruss Andre

P.S.: Das Spiel sollte wohl zwischen 0.02 und 0.03 mm sein, das hatte ich wohl mal falsch geschrieben.

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#18 Beitrag von tschwerto » 2020-11-03 21:46:30

lura hat geschrieben:
2020-11-03 20:55:32
Ein luftgekühlter Motor darf schon wärmer werden als ein Wassergekühlter. Wenn dem Luftgekühlten zu warm wird merkst Du das. Dann lahmt er, wie ein zu stark gehetztes Pferd und nimmt kein Gas mehr an. Das habe ich in der Wüste im Weichsand bei 45°C aussentemperaturerlebt. Gut erkennbar. Bei 130°C Kopftemperatur ist alles m.E. i.O.
Das ist korrekt. Aber bei 15°C Aussentemperatur und geschätzten 35 PS Leistungsabgabe sollte meiner Meinung nach ein Deutz BF6L913 Motor keine knapp 170 °C Zylinderkopftemperatur haben. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen :wack: .
lura hat geschrieben:
2020-11-03 20:55:32
Bin mal gespannt, wie du übe denAbgasthermostat andere Temperaturwerte erreichen kannst. :D
War ganz einfach: Kupferscheibe beim Abgasthermostat ausgebaut und die Zylinderkopftemperatur ist sofort von knapp 170°C auf etwa 80°C gesunken und die Öltemperatur von knapp 120°C auf 70°C.

Entschuldigung, aber ich glaube du solltest den Thread nochmals genau durchlesen :hug:

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#19 Beitrag von tschwerto » 2020-11-03 21:59:27

Nicht dass es wieder heisst ich sei beratungsresistent :) . Meine Frage war hauptsächlich, ob der Abgasthermostat eher ein Schalter ist und somit einfach den Lüfter ein und aus schalter oder ob der tatsächlich den Lüfter in verschiedenen Stufen "regeln" kann.

Vorallem die Beiträge von willem haben mich weiter gebracht. Ich bin aktuell der Meinung, dass der Abgasthermostat keinesfalls nur ein Ein/Aus Schalter ist. Einerseits gibt es die Leerlaufbohrung und andererseits ist die Abgastemperatur bei einem Diesel doch relativ unterschiedlich. Bei Vollgas etwa 800°C, im Leerlauf etwa 200°C und bei gedrückter Staudruckbremse beträgt die Temperatur im Abgaskrümmer nach einer Weile vielleicht noch ca. 100°. Das sind natürlich alles Schätzungen, das habe ich nicht gemessen, es geht nur um die Grössenordnung! Das sind aber doch grosse Unterschiede und somit kann im Abgaskrümmer eigentlich jede Temperatur zwischen etwa 100°C und 800°C vorkommen, was dazu führt, dass die Kugel im Abgasthermostat mehr oder angehoben wird und somit der Ölfluss mehr oder weniger behindert wird.
So habe ich das interpretiert.

Gruss Andre

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#20 Beitrag von Luftkuehlerscheune » 2020-11-03 22:19:45

Moin Andre,
Hast du alle Abschirmungen drin, die die Kühlluft von der heißen Abluft trennen? Ein Luftgekühlter reagiert empfindlich auf sich selbst ansaugende heiße Abluft und kann selbst im Leerlauf im Stand zur Überhitzung führen (Schon erlebt beim Merkur, Stopp Lampe war schon an)!
Unser 192D11 hat einen elendig langen Luftkanal zum Kühlgebläse, gibts den beim M auch? Die „Selbsterhitzung“ macht sich bei langsamer Fahrt natürlich bemerkbar, da der kühlende Fahrtwindstrom fehlt.
Vielleicht auch ein Ansatz.
Gruß Christian
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#21 Beitrag von tschwerto » 2020-11-03 22:34:48

Luftkuehlerscheune hat geschrieben:
2020-11-03 22:19:45
Moin Andre,
Hast du alle Abschirmungen drin, die die Kühlluft von der heißen Abluft trennen? Ein Luftgekühlter reagiert empfindlich auf sich selbst ansaugende heiße Abluft und kann selbst im Leerlauf im Stand zur Überhitzung führen (Schon erlebt beim Merkur, Stopp Lampe war schon an)!
Unser 192D11 hat einen elendig langen Luftkanal zum Kühlgebläse, gibts den beim M auch? Die „Selbsterhitzung“ macht sich bei langsamer Fahrt natürlich bemerkbar, da der kühlende Fahrtwindstrom fehlt.
Vielleicht auch ein Ansatz.
Gruß Christian
Ja es sind alle Abschirmungen drin. Sogar die Schaumstoffteile ganze vorne über dem Lüfter habe ich "nachgebaut". Die dichten das Motorgebläse gegen die Fahrerhauskabine ab und zerbröseln nach 30 Jahre gerne und fehlen dann. Das führt dann genau dazu, dass von hinten warme Luft angesogen werden kann.

Aktuell mit gebrücktem Abgasthermostat habe ich aber genau das gegenteilige Probem, der Motor läuft viel zu kühl! Zumindest ist das bei den aktuellen Temperaturen (15°C) und langsamen Fahrten auf Waldstrassen der Fall. Wir haben ca. 80°C am Zylinderkopf und 70°C Öltemperatur.

Der Luftkanal beim 913 ist seitlich von den 6 Zylinder und das Lüfterrad ist vorne etwa auf Höhe des Kompressors und der Lichtmaschine.

Gruss Andre

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#22 Beitrag von sico » 2020-11-03 22:49:02

Hallo tschwerto,
Die Mimik hat eine Regelfunktion für den Ölstrom, nicht nur eine Schaltfunkion ein/aus.
Der Dehnstift besteht aus Beryllium und hat einen höheren Wärmedehnungskoeffizienten als das umgebende Stahlgehäuse. Mit steigender Temperatur dehnt sich also der Dehnstift stärker als das Gehäuse und der Stift öffnet die Kugel , die den Ölstrom zum Gebläse drosselt.
Das alles spielt sich im Bereich von Hunderstelmillimetern ab und erfordert eine genaue Grundeinstellung.
Mfg
Sico

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#23 Beitrag von hugepanic » 2020-11-03 23:12:15

Im Reparatur Handbuch gibt's doch eine Prüfanleitung für den Thermostate. Hast du das schon gemacht?

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#24 Beitrag von tschwerto » 2020-11-03 23:26:59

sico hat geschrieben:
2020-11-03 22:49:02
Hallo tschwerto,
Die Mimik hat eine Regelfunktion für den Ölstrom, nicht nur eine Schaltfunkion ein/aus.
So sehe ich das unterdessen auch.
hugepanic hat geschrieben:
2020-11-03 23:12:15
Im Reparatur Handbuch gibt's doch eine Prüfanleitung für den Thermostate. Hast du das schon gemacht?
Eine Funktionsprüfung ist mir nicht bekannt. Es gibt eine Anleitung, wie man das Spiel im Abgasthermostat kontrolliert und gegebenenfalls einstellt.
Beides, das Kontrollieren und das Einstellen, kann ich mit Boardwerkzeug wie beschrieben nicht bewerkstelligen.
Selbstverständlich könnte ich in eine Werkstatt fahren, das geht auch mit einem leicht unterkühlten Motor. Dort könnte man den Abgasthermostaten ausmessen und gegebenenfalls einstellen.

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#25 Beitrag von lura » 2020-11-03 23:36:58

tschwerto hat geschrieben:
2020-11-03 21:46:30

lura hat geschrieben:
2020-11-03 20:55:32
Bin mal gespannt, wie du übe denAbgasthermostat andere Temperaturwerte erreichen kannst. :D
War ganz einfach: Kupferscheibe beim Abgasthermostat ausgebaut und die Zylinderkopftemperatur ist sofort von knapp 170°C auf etwa 80°C gesunken und die Öltemperatur von knapp 120°C auf 70°C.

Entschuldigung, aber ich glaube du solltest den Thread nochmals genau durchlesen :hug:
Danke für die Zusammenfassung, das habe ich da nicht rausgelesen :unwuerdig:
Gruß
Bernd

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#26 Beitrag von Enzo » 2020-11-04 1:44:22

Moin,
fahre den gleichen Motor, kann leider nicht mit Temperaturangaben dienen, verlasse mich auf die rote Kontrollleuchte. Und diese sprang bei dir ja noch nicht an.
An deiner Stelle würde ich den Thermostaten reinigen und wieder in Betrieb nehmen. Dann untertourige Fahrweise vermeiden und schauen was deine Anzeige anzeigt.
Vor gar nicht sooo langer Zeit, letztes Jahr ? , war hier ein Beitrag zur Reparatur des Thermostaten. Die KupferScheibe wurde gefühlvoll mit feinem Schleifpapier geschliffen und damit das gewünschte Ergebnis erzielt. Finde den Beitrag im Moment nicht.
Gruß aus Ecuador
Jens

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#27 Beitrag von OliverM » 2020-11-04 8:24:06

tschwerto hat geschrieben:
2020-11-03 21:36:41
So, habe mir mal die ganzen Dokumente in Ruhe angeschaut.
OliverM hat geschrieben:
2020-11-02 22:57:57
Die Motoren mit statischem Lüfter werden i.d.R. bei Arbeitsmaschinen mit fix definierter Drehzahl und Last eingesetzt. Deshalb lässt sich das nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichen .
Die ersten Versionen des LKW 5t tmil der Bundeswehr (Magirus 168M 11 FL 4x2 und später Iveco 110-17) hatten noch keinen Abgasthermostaten. In dem TDv 2320/074-40(F) wird kein Thermostat erwähnt und auf den Bilder ist ersichtlich, dass es keinen Abgasthermostaten gab und auch der Lüfter keine Ölanschlüsse hat. Es geht also durchaus auch ohne Abgasthermostat in einem LKW, vielleicht hatten die aber eine andere Lüftergeometrie oder eine andere Lüfterübersetzung. Selbstverständlich ist ein funktionierender Thermostat eine gute Sache, nur scheint meiner nicht mehr zu funktionieren :angry: . Ab Motor-Nr. 667 2493 oder Fahrgestell Nr. 490.0151.940 hatte dann der 5t tmil der BW auch einen Abgasthermostaten bekommen.


Gruss Andre

P.S.: Das Spiel sollte wohl zwischen 0.02 und 0.03 mm sein, das hatte ich wohl mal falsch geschrieben.
Eben deshalb habe ich i.d.R. geschrieben . Dort werkelt deshalb aber auch ein anderer Lüfter im Motor ........ und im Gegensatz zu Willems Trümmer regelt das Thermostat sehr wohl den Ölstrom zum Lüfter .

Ein neues Abgasthermostat für 913er liegt übrigens bei rund 250,- Euro und sind , im Gegensatz zu den für 413er , lieferbar.

Gruß

Oliver
Zuletzt geändert von OliverM am 2020-11-04 9:04:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#28 Beitrag von MACK » 2020-11-04 8:45:01

Hallo,
Ich hab den F10L413 und mein Thermosat war auch defekt. Wahrscheinlich schon länger.
Es hat jemand vorher die Kupfer scheibe entfernt, also war er imemr auf.
Temperatur lag bei 90-100 C wenn ich gerfahren bin.

Mit dem neuen liege ich bei 105 C und ich hab auch schon mal kurz 120 C gesehen.
Da wird der Thermostat dann nach geregelt haben.
Ok auf meinem riesigen Motor hab ich ja eigentlich nie wirklich Last. Kasslerberge mit 57 km/h im 7. bei 1750u/min, mit leichtem Gasfuss.
Und der Turbo macht mit Sicherheit einen Unterschied.

Ja die Termostate sind Teuer und wenn ich mich richtig erinnere und gibt es verschiedene. 350€ passen
Wolfgang Münker auf Ebay Kleinanzeigen weis aber welcher es sein muss.

Ich hab den alten auseinader gebaut. Die Hülse im Stahlrohr/käfig war fest. Ist da auch immer noch drin.
Kann mir vorstellen das hier das Problem ist, wenn sie beim Ausdehnen die Kugel nicht mehr nach ober schiebt.
Ich würde aber beim Reinigen keine Öl oder Fett auf die Hülse schmieren, das kann bei 800C eigentlich nur einbrennen.

Gruß
MACK

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#29 Beitrag von tschwerto » 2020-11-04 9:35:09

sico hat geschrieben:
2020-11-03 22:49:02
Der Dehnstift besteht aus Beryllium und hat einen höheren Wärmedehnungskoeffizienten als das umgebende Stahlgehäuse.
Hallo Sico
Reines Beryllium hat bei Raumtemperatur einen Wärmeausdehnungskoeffizienten von etwa 11-12.3 *10^-6/K. Das ist etwas gleich viel wie herkömmlicher Stahl. Dann müsste das Gehäuse aus Invar sein, also einer Eisen-Nickel Legierung wie Pernifer. Kenn ich aus dem CFK Formenbau, die Lösung macht hier aber wenig Sinn. Es könnte natürlich sein, dass sich Beryllium bei höheren Temperaturen plötzlich viel stärker ausdehnt als Stahl...
Der Dehnstift wird eher aus Kupfer oder einer speziellen Edelstahllegierung sein. Alu fällt weg, das würde den Temperaturen im Abgaskrümmer nicht standhalten.

Gruss Andre

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Re: Abgasthermostat Deutz BF6L913 Funktion

#30 Beitrag von el Capitán » 2020-11-04 15:42:27

Hallo Andre,

ich hatte unterwegs exakt das gleiche Fehlerbild mit der Kühlung des BF6L913 in Kasachstan und musste das Problem verstehen und reparieren. Es hat gut geklappt. Ich schreibe hier eine Zusammenfassung meiner Erkenntnisse. Bitte entschuldigt Redundanzen zu bisherigen Beiträgen in diesem Thread.


Mein Fehlerbild: Überhitzung bei niedriger Motorlast, gute Kühlung bei hoher Motorlast.

- Wenn alles richtig funktioniert, hast Du im Normalbetrieb eine Kopftemperatur zwischen 100° und 120°. 140° kann der Motor zwar vertragen, das sollte aber nur im Extremfall (längere Zeit Vollgas im Hochsommer) auftreten. 100°-120° wird in allen üblichen Betriebszuständen gehalten. Du darfst langsam oder schnell mit hoher oder niedriger Drehzahl fahren. Das System regelt sofort nach.

- Der Ventilator muss immer laufen. Bleibt er stehen, dann ist etwas kaputt.

- Das Thermostat regelt die Kühlung (Ventilatordrehzahl) durch die Öldurchflussmenge. Mehr Öl, mehr Kühlung. Es muss immer so viel Öl durchkommen, dass der Ventilator dreht.

Die durchfliessende Ölmenge wird reguliert über zwei unterschiedliche Mechanismen:

1. Der Dehnstab öffnet das Ventil erst ab mittlerer Motorlast. Bei meinem Fahrzeug reicht es noch nicht, wenn ich auf ebener Landstraße eine Geschwindigkeit von 20 km/h halte. Ich muss vielleicht 40 km/h halten, damit der Stab die Ventilkugel berührt. Zwischen Stab und Kugel ist ein kleiner Spalt, der durch die Dehnung erst überwunden werden muss.
2. Die Bypassbohrung lässt immer eine gewisse Ölmenge durch. Diese sorgt für die Kühlung bei niedriger Motorlast.

(Mit Bypassbohrung meine ich nicht das dauerhafte Öffnen des Thermostats durch Wegnahme der Unterlegscheibe.)

Bei Punkt 2 liegt das Problem, wenn eine Überhitzung bei niedriger Last stattfindet. Die Bypass-Ölmenge ist zu niedrig. Mit dem Dehnstab ist alles ok. Die Regelungskonstruktion ist an sich sehr schlau, da sie sehr genau und insbesondere blitzschnell regelt. Das Grundproblem dabei ist, dass sie im Niedriglastbereich mit winzigen Ölmengen arbeitet. Eine kleine Störung im System hat große Auswirkungen.

Wenn die Bypassbohrung sich nicht gerade mit Dreck zugesetzt hat (ist unwahrscheinlich und Du hast sie sowieso bestimmt schon gereinigt), dann liegt das Problem außerhalb des Abgasthermostats.
Der Querschnitt der Leitung zwischen Thermostat und Kühler könnte sich verengt haben (durch Ablagerungen oder Aufquellen eines Schlauches), es könnten Ablagerungen in der Ölkupplung sein, oder die Reibung in den Lagern des Ventilators hat sich durch Verschleiß ein wenig erhöht. Bei mir war es ziemlich naheliegend, dass die Haftreibung des Ventilators sich minimal erhöht hatte, so dass die Bypassbohrungs-Ölmenge (meistens) so gerade eben nicht ausreichte, um den Ventilator anzudrehen.

Zur Reparatur:
- Eine Reparatur des Ventilators und der Ölkupplung ist nicht möglich (man kann das ganze Teil nicht zerstörungsfrei öffnen).
- Man könnte die Ölleitung vom Thermostat zum Ventilator ersetzen. Das würde ich wohl das nächste Mal testmeise als erstes machen – habe ich damals aber nicht.
- Man kann die Bypass-Ölmenge erhöhen. Das habe ich getan.

Die Ölmenge habe ich so erhöht, wie Du das vorgeschlagen hast, Andre. In der Kasachischen Steppe ging das nicht anders, und es hat sehr gut funktioniert. Mit mehr Ressourcen würde ich das anders machen – also z.B. die Bypassbohrung schrittweise um wenige hunderstel Millimenter vergrößern oder einen zusätzlichen Bypass mit einem sehr feinen Nadelventil bauen.

Was habe ich also getan? Mein Werkzeug für diese Reparatur war feines Schleifpapier und viel Sorgfalt und mehrere Tage Experimente. Ich habe mit der Schraube gearbeitet, deren Unterlegscheibe man im Notfall entfernt, um volle Kühlung zu haben. Ich habe diese Schraube zuerst stärker angespitzt und dann von ihrer Unterlegscheibe etwas entfernt. So lange, bis die Schraube die Ventilkugel minimal anlupfte, um einen zusätzlichen kleinen Bypass zu erzeugen. Seitdem wird mein Motor schnell warm und hält dann eine Kopftemperatur etwas über 100°, sommers wie winters. ABER: Es geht beim Runterschleifen der Scheibe um Hunderstel! Wenn ich die Schraube um vielleicht 2° weiter festdrehe, dann sinkt sich die Kopftemparatur im Betrieb um vielleicht 10°. Einmal mit dem Schleifpapier über die Unterlegscheibe wischen macht einen erkennbaren Unterschied in der Motortemperatur nachher!

Drei Tage lang habe ich immer wieder von der Scheibe (und manchmal dann auch wieder von der Schraube) einen Hauch weggeschliffen und bin dann gefahren, habe wieder geschliffen, wieder gefahren, etc., bis ich zufrieden war mit der Temperaturregelung bei niedriger Last. Zum Testen muss man ja auch sehr langsam fahren, damit der Dehnstab nicht eingreift.

Beste Grüße,
Lew
Letzte Ausfahrt: von 10/2016 bis 06/2018 unterwegs in Europa und Asien.

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