Getriebefragen zu VW LT 4x4

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Mars
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Getriebefragen zu VW LT 4x4

#1 Beitrag von Mars » 2020-07-04 22:17:36

Hallo zusammen,

ich habe mir am Wochenende einen VW LT 4x4 angesehen, tolles Fahrzeug, guter Zustand, wenig km da ehemaliges Behördenfahrzeug.
Bei der Probefahrt ist mir folgendes aufgefallen:

1.: im Schubbetrieb jault/singt irgendwas (noch) recht leise, ähnlich einem Geradverzahnten Getriebe. Von der Lautstärke her eigentlich noch voll im Rahmen aber es ist definitiv da. Von meinen T3-Bussen kenne ich das als Ankündigung eines Schadens am Doppelkegelrollenlager im Schaltgetriebe. Nun habe ich gelesen dass die HA-Differentiale am LT4x4 nicht so pralle sein sollen. Das hintere Ende am Diff ist feucht, vieleicht weil der Deckel unten war...?
Kann das davon kommen?
Kennt jemand das Geräusch?
Gibt es eine (einfache) Möglichkeit das Zahnflankenspiel zu prüfen?

2.: als ich 2WD mit dem LT unterwegs war klang sonst alles recht normal, zwar recht laut aber normal. In 4H und in 4L gibt es dann ein leichtes "dschd, dschd, dschd..." so ca 3mal pro Radumdrehung. Klingt als ob etwas leicht schleift. Wenn ich wieder auf 2H geschalten habe war es weg. 4H und es war wieder da, vorwärts und rückwärts. Von den Antriebswellen und den Kardanwellen kann das doch nicht kommen, die drehen doch immer mit, oder? Was ist mit dem VTG? Dreht sich die Kette nur mit wenn 4WD an ist oder immer? Hat sonst jemand eine Idee nach was ich schauen/hören sollte/könnte?

*Edit: der hintere Wedi am VTG ist undicht, das VTG ist feucht-nass ohne dass es bis jetzt Flecken am Boden gibt.

Ansonsten passt mir das Fahrzeug und ich würde gerne zusagen, nur wüsste ich gerne vorher ob/was da auf mich zukommt.

Ich wäre sehr Dankbar wenn sich jemand mit Erfahrung dazu äussern könnte.

Grüße
Marcus

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ClausLa
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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#2 Beitrag von ClausLa » 2020-07-05 10:40:31

Mahlzeit,
der LT 4x4 wird nicht umsonst als "das geländegängigste Toastbrot der Welt" bezeichnet :joke:

Allerdings waren die Stückzahlen doch eher gering; beim örtlichen VAG-Partner lobte man mich seinerzeit für den tollen Umbau, bis ich erklärte, das das ein Serienfahrzeug sei :eek:

Teilebeschaffung (falls noch ieferbar) ist immer mit Vorsicht zu geniessen, ich weiss nicht, wie oft mir Teile für den 4x2 geliefert wurden, obwohl ausdrücklich für den 4x4 bestellt.

Das Singen/Jaulen kann auch vom Schalt- oder Verteilergetriebe kommen, eine genaue Ortung des Ursprungs ist bei dem Fahrzeug sehr schwierig, der 4x4, den ich mit "eindeutigen Geräuschen des Hinterachsdifferentials" gekauft hatte, war nach dem Tausch des Hauptgetriebes wieder "leise"

Wenn man das HA-Diff offen hat, dann sollte man auch gleich die Verstemmmutter sichern lassen; da ist wohl (meine Theorie!) das Problem, dass die Fahrzeuge, obwohl damals für max. 80 km/h gebaut, in Privathand abgelastet und deutich schneller bewegt werden/wurden und dann treten Probleme mit den zu schwachen Gewindegängen auf, die Mutter hüpft über.... :eek:

Da gibts eine Werkstatt in Haag/Oberbayern und noch irgendwo anders eine zweite, die sich mit dem Problem auskennen, frag mal bei den LT-Freunden nach, ich hab da leider keine Kontakte mehr.

Was auch ab und zu Probleme macht, ist die vordere Kardanwelle mit dem Doppelgelenk; wenn man diese ausbaut, IMMER im Allrad-Modus fahren, das (Ketten-) Verteilergetriebe wird durch ebendiese Kette geschmiert, wenn der Kardan draussen ist und man mit Heckantrieb fährt,steht der vordere Flansch und man fährt das Getriebe zu Glump!!!

Hier noch ein Link zu ´nem Thread über dan LT4x4:
viewtopic.php?f=17&t=51937&hilit=lt+4x4

Gruß Claus

Mars
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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#3 Beitrag von Mars » 2020-07-06 21:42:02

Hallo Claus,

danke für die Infos. Den Bezug zum Toastbrot finde ich ja lustig, auch wenn ich den Bezug nicht ganz verstehe :huh:
Die Geräusche können also alles oder auch garnichts sein...

Leider ist es garnicht so einfach sich bei den LT-Freunden anzumelden. Habe es versucht aber noch keine Anmeldebestätigung bekommen.
Weist du wie die Verstemmmutter gesichert wird? Gibt es dazu Infos?

Grüße
Marcus

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Ulf H
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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#4 Beitrag von Ulf H » 2020-07-07 18:25:06

... wie der Name schon sagt, wird die Mutter verstummt ... man biegt mit einem Meisel einen Teil des Bundes der Mutter in eine Nut in der Achse ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#5 Beitrag von ClausLa » 2020-07-07 19:00:05

Moin,
ja, im Original.....

Aaaaaaaber das hält anscheinend nicht dauerhaft.

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist es nicht die Verstemmung, die versagt, sondern das Gewinde zu zierlich und zuwenig tragende Gänge, so dass die Mutter sich da drüberwerkelt.
und wie gesagt, mir sind nur Schäden dieser Art bekannt, die nach der Erstnutzung (i.d.R. Behörden; BOS oder z.B. Elekrizitätswerk Salzburg) und der folgenden Ablastung aufgetreten sind, daher meine Vermutung, dass das wohl ein Resonanzproblem sein könnte.

Das kann mir/uns bestimmt jemand erklären, der sich mit der Thematik auskennt.

Also kein langsames Losdrehen mit steigendem Spiel, sondern hups, richtig Spiel :eek:

Ich hatte damals mit dem Typen von der Werkstatt in Haag telefoniert, der hat das wohl irgendwie verstiftet....

Aber wie genau, hab ich nie gesehen

Gruß Claus

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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#6 Beitrag von Mars » 2020-07-07 21:50:25

Da müsste es ja den Triebling aus dem Gehäuse pressen, also die Gewindegänge abziehen... :eek:
Käme dann ja weniger von der Resonanz als von der Kraft die der Triebling auf das Tellerrad bringen muss.

Die Verstemmutter kenne ich, die hat an zwei gegenüberliegenden Stellen, die Ausbuchtung im Gewinde zum verstemmen. Wird nur einmal verstemmt und kann so zweimal verwendet werden.

Ach ist das alles traurig...

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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#7 Beitrag von DaPo » 2020-07-08 10:30:59

Hallo Ulf,
Ulf H hat geschrieben:
2020-07-07 18:25:06
wie der Name schon sagt, wird die Mutter verstummt ... man biegt mit einem Meisel einen Teil des Bundes der Mutter in eine Nut in der Achse ...
kann man die Mutter nicht einfach bitten, mal die Klappe zu halten?
Dann muß man sie nicht so brutal mit dem Meißel verstummen... :eek:
Grüße
DaPo (Daniel)

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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#8 Beitrag von Ulf H » 2020-07-08 12:22:31

... ich kaufe ein e ... u zu verkaufen ...

Gruss Elf
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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#9 Beitrag von ClausLa » 2020-07-09 9:32:53

Moin,
Mars hat geschrieben:
2020-07-07 21:50:25
Da müsste es ja den Triebling aus dem Gehäuse pressen, also die Gewindegänge abziehen... :eek:
Käme dann ja weniger von der Resonanz als von der Kraft die der Triebling auf das Tellerrad bringen muss.
Ach ist das alles traurig...
die genaue Ursache kann wohl ein Maschinenbauer bei vorliegendem Schrott erklären; m.E. brauchts mehr Kraft beim Anfahren, z.B. mit Hänger am Berg als bei höheren Geschwindigkeiten....

Da hält der Krusch ja ewig; hab einen wirklich gut und schwer genutzten von der SAFE gehabt, der hatte kein Problem mit dem Diff.

Aber in Privathand, und da meist auf 3,5t abgelastet oder einfach so schneller geprügelt, zerlegts die Dinger dann reihenweise.

Gruß Claus

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Re: Getriebefragen zu VW LT 4x4

#10 Beitrag von Mars » 2020-07-10 20:08:12

Na dann danke ich mal für die Infos.
Das bedeutet also langsam machen :blume: Ich hab ihn übrigens gekauft, tolles Gerät :spiel:
Jetzt geht es an die Bestandsaufnahme, Getriebeöle tauschen, Kruscht raus schmeißen, Bett einbauen...

Schöne Grüße
Marcus

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