Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

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Frank_404s
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Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#1 Beitrag von Frank_404s » 2020-01-10 16:44:09

Hallo Forum,
nachdem ich einen Getriebeölwechsel gemacht habe sind 2 Fragen übrig geblieben.
Soweit ich das sehe habe ich ein G 3/60-5/6,1
Die Aggregate NR ist 714006 10 028473.
Da soll wohl ATF rein. Das Öl das eingefüllt war war aber nicht rot - also kein ATF.
Von Pirx habe ich gelernt, dass der eigentliche Grund für das ATF die Buntmetallverträglichkeit ist.
Um hier kein Risiko einzugehen habe ich also das "falsche" Öl Abgelassen und durch ein "anderes falsches ÖL" ersetzt. :joke:
Ich habe nämlich kein ATF eingefüllt sonder das Shell Spirax, dass erwiesenermaßen das Buntmetall auch in Ruhe lässt.

Nun aber zu den 2 Fragen:
1. Ich denke der "Igel" an der Magnetischen Ablassschraube ist so OK, oder? Leider kann ich nicht sagen wie lange das Öl genau drin war. Ich Schätze ca 15000 KM.
2. Vor dem ÖL ablassen habe ich den LKW über die Grube gefahren. Der LKW lief also kurz und wurde einige Meter bewegt. Das abgelassene Öl war für meine Begriffe seeehr schaumig. Soweit ich das weiß haben LKW Getriebe an der Eingangswelle eine Ölumpe. Das das Öl also etwas schäumt ist denk ich normal. Auch nach dem Ölwechsel habe ich den LKW 2 Minuten laufen gelassen (ohne zu fahren). Nach dem Öffnen der Einfüll-/Kontrollschraube trat wieder reichlich Schaum aus. die Frage ist, ob das so OK ist oder was (wenn nicht) der Grund sein Könnte.was meint Ihr zu den Bildern?

Vorab vielen Dank und Grüße,
Frank
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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#2 Beitrag von Pirx » 2020-01-10 17:01:42

Frank_404s hat geschrieben:
2020-01-10 16:44:09
Nun aber zu den 2 Fragen:
1. Ich denke der "Igel" an der Magnetischen Ablassschraube ist so OK, oder? Leider kann ich nicht sagen wie lange das Öl genau drin war. Ich Schätze ca 15000 KM.
2. Vor dem ÖL ablassen habe ich den LKW über die Grube gefahren. Der LKW lief also kurz und wurde einige Meter bewegt. Das abgelassene Öl war für meine Begriffe seeehr schaumig. Soweit ich das weiß haben LKW Getriebe an der Eingangswelle eine Ölumpe. Das das Öl also etwas schäumt ist denk ich normal. Auch nach dem Ölwechsel habe ich den LKW 2 Minuten laufen gelassen (ohne zu fahren). Nach dem Öffnen der Einfüll-/Kontrollschraube trat wieder reichlich Schaum aus. die Frage ist, ob das so OK ist oder was (wenn nicht) der Grund sein Könnte.was meint Ihr zu den Bildern?
Hallo Frank!

1. Eigentlich ist das schon recht viel Abrieb an der Ablaßschraube. Allerdings hatte ich auch einmal ein gebraucht gekauftes Getriebe, das beim ersten Ölwechsel ähnlich viel Abrieb zeigte. Mit jedem weiteren Wechsel wurde es weniger, schließlich unauffällig. Das Getriebe läuft heute noch problemlos. Also wurde in der Vergangenheit vielleicht einfach zu selten Öl gewechselt? Mein Vorschlag wäre, erstmal nicht in Panik zu verfallen, sondern das Öl etwas häufiger zu wechseln und den Magneten jedesmal gut zu kontrollieren. Wenn's weniger wird, würde ich mir keine Sorgen machen.

2. Das Getriebe G3/60 (und eigentlich alle G3-Getriebe mit 5 Gängen) hat Tauchschmierung. Nur die Getriebe G3/65 mit 8 und 9 Gängen haben eine Ölpumpe.
Der weiße Schaum kommt m.E. von Wasser im Öl. Wenn kein bekannter Wassereintritt (z.B. beim Furten) stattfand, eventuell Kondenswasser?

Pirx
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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#3 Beitrag von Frank_404s » 2020-01-10 17:46:38

Hallo Pirx.
Vielen Dank für die Informationen. Die Ablassschraube und den Magneten werde ich im Auge behalten.

Wieder was gelernt bezüglich des Getriebes und der tauchschmierung. Wenn ich das alles richtig verstanden habe, könnte man meinen LKW ja dann abschleppen ohne Antriebswellen abzuschrauben. Wenn Luft da wäre könnte ich sowieso das Verteilergetriebe in neutral schalten. Aber wenn das schaltgetriebe keine Ölpumpe hat sollte es ja auch eigentlich keinen Grund geben die Kardanwellen abzuschrauben oder?

das mit dem Schaum und dem Wasser macht auf Anhieb wenig Sinn, da auch nach dem Ölwechsel am Tage danach gleich wieder Schaum aus der Kontrolle Öffnung haben. Also das neue ein gefüllte Öl schäumte auch. ;) :(

danke und grüße, Frank

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#4 Beitrag von Pirx » 2020-01-10 18:12:40

Frank_404s hat geschrieben:
2020-01-10 17:46:38
Wieder was gelernt bezüglich des Getriebes und der tauchschmierung. Wenn ich das alles richtig verstanden habe, könnte man meinen LKW ja dann abschleppen ohne Antriebswellen abzuschrauben. Wenn Luft da wäre könnte ich sowieso das Verteilergetriebe in neutral schalten. Aber wenn das schaltgetriebe keine Ölpumpe hat sollte es ja auch eigentlich keinen Grund geben die Kardanwellen abzuschrauben oder?
Das Getriebe wird geschmiert, sobald sich die Vorgelegewelle dreht und dadurch das Öl aus dem Tauchbad im Getriebegehäuse verteilt wird. Bei stehendem Motor und Schaltgetriebe im Leerlauf dreht sich beim Abschleppen die Vorgelegewelle nicht, daher soll für längere Strecken dann die Gelenkwelle zur Antriebsachse ausgebaut werden. Sitzt während des Schleppvorgangs jemand auf dem Fahrersitz, kann während der Fahrt kurz bei gedrücktem Kupplungspedal(!) ein Gang eingelegt werden, um Öl an die Schmierstellen zu bringen, danach wieder Leerlauf einlegen und einkuppeln.

Abschleppen bei laufendem Motor und Schaltgetriebe im Leerlauf kann ohne Demontage der Gelenkwellen über beliebige Entfernungen erfolgen, das Getriebe wird geschmiert (und nebenbei hat man auch Servolenkung und Druckluftbremse zur Verfügung).

Pirx

P.S.: Permanenter Allradantrieb verkompliziert das Ganze etwas ...
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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#5 Beitrag von ufftour » 2020-01-10 19:25:56

Pirx hat geschrieben:
2020-01-10 18:12:40
P.S.: Permanenter Allradantrieb verkompliziert das Ganze etwas ...
Hi,

wenn ich da mal zwischenfragen darf...

Der 1222AF hat ja in der Regel das 5-Gang-Getriebe und als Verteilergetriebe das VG 500-3 W mit permanentem Allrad. Dieses VTG hat außer dem Straßen- und Geländegang eine Neutralstellung. Wenn diese eingelegt ist, sollte ein Abschleppen doch auch mit ausgeschaltetem Motor unproblematisch sein oder übersehe ich da was? Im Getriebe sollte sich dann nichts bewegen und eine Schmierung nicht notwendig sein.

Bleibt das VTG selbst und die Frage wie dieses lgeschmiert wird. Wenn durch Tauchschmierung, dann unkritisch. Falls Ölpumpe, die von der Eingangswelle geschmiert wird, dann Problem.
Weiß da jemand genaues?
Gruß Markus

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#6 Beitrag von TobiasXY » 2020-01-10 20:22:32

Pirx hat geschrieben:
2020-01-10 17:01:42
Frank_404s hat geschrieben:
2020-01-10 16:44:09
Nun aber zu den 2 Fragen

2. Das Getriebe G3/60 (und eigentlich alle G3-Getriebe mit 5 Gängen) hat Tauchschmierung. Nur die Getriebe G3/65 mit 8 und 9 Gängen haben eine Ölpumpe.
Der weiße Schaum kommt m.E. von Wasser im Öl. Wenn kein bekannter Wassereintritt (z.B. beim Furten) stattfand, eventuell Kondenswasser?

Pirx
Danke pirx jetzt verstehe ich auch wie der zusätzliche ölkühler funktioniert. Wieder was gelernt danke

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#7 Beitrag von Pirx » 2020-01-10 21:24:01

ufftour hat geschrieben:
2020-01-10 19:25:56
Pirx hat geschrieben:
2020-01-10 18:12:40
P.S.: Permanenter Allradantrieb verkompliziert das Ganze etwas ...
Hi,

wenn ich da mal zwischenfragen darf...

Der 1222AF hat ja in der Regel das 5-Gang-Getriebe und als Verteilergetriebe das VG 500-3 W mit permanentem Allrad. Dieses VTG hat außer dem Straßen- und Geländegang eine Neutralstellung. Wenn diese eingelegt ist, sollte ein Abschleppen doch auch mit ausgeschaltetem Motor unproblematisch sein oder übersehe ich da was? Im Getriebe sollte sich dann nichts bewegen und eine Schmierung nicht notwendig sein.

Bleibt das VTG selbst und die Frage wie dieses lgeschmiert wird. Wenn durch Tauchschmierung, dann unkritisch. Falls Ölpumpe, die von der Eingangswelle geschmiert wird, dann Problem.
Weiß da jemand genaues?
Das Verteilergetriebe VG500-3W hat Tauchschmierung. Da hier die untenliegenden Wellen beim Abschleppen von Vorder- und Hinterachse angetrieben werden und so für die Ölverteilung sorgen, gibt es hier kein Problem mit der Schmierung.

In der Neutralstellung drehen sich die beiden unteren Wellen und alle Zahnräder, jedoch nicht die Antriebswelle (ist mit dem Schaltgetriebe verbunden). Daher kann so abgeschleppt werden, ohne daß das Schaltgetriebe mitdreht. So gibt es keine Schmierungsprobleme im Schaltgetriebe.

Pirx
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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#8 Beitrag von ufftour » 2020-01-10 22:25:27

Hallo Pirx,

danke für die Bestätigung und Deine Mühe, hier immer kompetent zu antworten.
Gruß Markus

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Frank_404s
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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#9 Beitrag von Frank_404s » 2020-01-11 10:31:50

Wenn wir unseren Pirx nicht hätten...
VIELEN DANK

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burkhard
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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#10 Beitrag von burkhard » 2020-01-12 21:56:12

Die Erklärung vom Pirx ist plausibel und ich wüsste auch nicht, was dann kaputt gehen könnte.

Allerdings steht in den Betriebsanleitungen eine andere Vorgehensweise.

Viele Grüße
Burkhard

Abschleppen_rs.jpg

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#11 Beitrag von unihell » 2020-01-14 14:12:19

Hallo
wie wird die Trennsstelle im VTG geschmiert? Normalerweise liegt dort keine Drehzahldifferenz zu Null an.
Bei einem Kollegen hat das Verteilergetriebe am Unimog auf dem Leistungsprüfstand festgefressen obwohl sich das Getriebe ordnungsmäßig gedreht hat, weil eine Seite stand und die andere mit "Fahrgeschwindigkeit" gedreht hat. Die Lagerung und Schmierung ist für die Drehzahlunterschiede in diesem Betriebszustand nicht ausgelegt.
Gruß Helmut

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#12 Beitrag von soliver » 2020-01-16 19:00:34

Frank_404s hat geschrieben:
2020-01-10 17:46:38
Hallo Pirx.
Vielen Dank für die Informationen. Die Ablassschraube und den Magneten werde ich im Auge behalten.

Wieder was gelernt bezüglich des Getriebes und der tauchschmierung. Wenn ich das alles richtig verstanden habe, könnte man meinen LKW ja dann abschleppen ohne Antriebswellen abzuschrauben. Wenn Luft da wäre könnte ich sowieso das Verteilergetriebe in neutral schalten. Aber wenn das schaltgetriebe keine Ölpumpe hat sollte es ja auch eigentlich keinen Grund geben die Kardanwellen abzuschrauben oder?

das mit dem Schaum und dem Wasser macht auf Anhieb wenig Sinn, da auch nach dem Ölwechsel am Tage danach gleich wieder Schaum aus der Kontrolle Öffnung haben. Also das neue ein gefüllte Öl schäumte auch. ;) :(

danke und grüße, Frank

Hallo Frank,

bei unserem 1222 sah die Schraube fast genau so aus.

download/file.php?id=91949&mode=view

Allerdings war rotes ATF Öl drinne, ganz ohne Schaum.
Jetzt habe ich gerade gelesen das bei ATF Ölen, laut Wikipedia, Entschäumer beigemischt sind, obs daran liegt?
Vielleicht findet sich jemand der vorher ATF gefahren hat, dann umgestiegen ist und bei dem es jetzt auch schäumt.

Gruss
Oliver

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Frank_404s
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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#13 Beitrag von Frank_404s » 2020-01-17 9:21:54

Hallo Oliver,
vielen Dank für Dein Input.

Du sagst, das Öl habe bei Dir nicht geschäumt. Kannst Du noch sagen ob der Motor zuvor lief oder nicht?
Wenn sich im Getriebe längere Zeit nichts dreht ist das Öl bei mir auch klar wie Wasser. Aber nach kurzem Motorlauf ist es schaumig...

Grüße,
Frank

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#14 Beitrag von Frank_404s » 2020-01-17 9:24:48

unihell hat geschrieben:
2020-01-14 14:12:19
Hallo
wie wird die Trennsstelle im VTG geschmiert? Normalerweise liegt dort keine Drehzahldifferenz zu Null an.
Bei einem Kollegen hat das Verteilergetriebe am Unimog auf dem Leistungsprüfstand festgefressen obwohl sich das Getriebe ordnungsmäßig gedreht hat, weil eine Seite stand und die andere mit "Fahrgeschwindigkeit" gedreht hat. Die Lagerung und Schmierung ist für die Drehzahlunterschiede in diesem Betriebszustand nicht ausgelegt.
Hallo Helmut,
dass in diesem Fall (VTG in N beim schleppen) die Drehzahlunterschiede dort viel höher sind als in jedem normalen Betriebszustand leuchtet ein.
Je mehr man über das Abschleppen nachdenkt - um so klarer wird das Ergebnis:
Beim kurzen Abschleppen kann man nicht viel kaputt machen.
Für weitere Strecken: Tieflader oder Antriebswellen ab (LEIDER).

Viele Grüße,
Frank

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#15 Beitrag von DaPo » 2020-01-17 11:07:07

Hallo,

der Schaum kann auch kommen, wenn ATF und Getriebeöl gemischt wurden.
Grüße
DaPo (Daniel)

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#16 Beitrag von soliver » 2020-01-17 11:13:20

Frank_404s hat geschrieben:
2020-01-17 9:21:54
Hallo Oliver,
vielen Dank für Dein Input.

Du sagst, das Öl habe bei Dir nicht geschäumt. Kannst Du noch sagen ob der Motor zuvor lief oder nicht?
Wenn sich im Getriebe längere Zeit nichts dreht ist das Öl bei mir auch klar wie Wasser. Aber nach kurzem Motorlauf ist es schaumig...

Grüße,
Frank
Hallo Frank,

wir haben den LKW zuvor warm gefahren, als ich das Öl abgelassen habe stand er aber schon knapp 30 Minuten.

Gruss
Oliver

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#17 Beitrag von burkhard » 2020-01-17 11:18:29

DaPo hat geschrieben:
2020-01-17 11:07:07
der Schaum kann auch kommen, wenn ATF und Getriebeöl gemischt wurden.
Frank, das könntest du mit einfachen Versuch nachstellen. Beide Öle in ein Gefäß und dann mit einem Mixer aus der Küche rein.

Viele Grüße
Burkhard

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#18 Beitrag von Frank_404s » 2020-01-17 12:47:57

Hallöchen,
das mit dem Mischen kann ich eig. auch eher ausschließen.

Es war ja beim Ablassen kein ATF drin.
Die Ablassschraube war über nacht offen.
Dann habe isch Shell Spirax eingefüllt. Bei der Kontrolle (Nach Motorlauf) war es wieder schaumig.

Ich denk ich mach mich einfach mal nicht verrückt.
Hauptsache ich hab jetzt n Öl drin was die Syncros in Ruhe läßt.

Danke Euch,
Frank

Mark86
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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#19 Beitrag von Mark86 » 2020-01-17 14:49:34

Denk dran, dass früher die originalen ATF Oele / erstbefuellungen nicht rot, sondern Bernsteinfarben waren. Wegen Buntmetallkorosion würde ich mir keine Sorgen machen...
Der Klügere gibt so lange nach bis er der Dümmere ist.

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#20 Beitrag von Frank_404s » 2020-01-17 15:10:05

Hallo Mark,
Auch wenn die Werkstatt die den LKW zu "Feuerwehrzeiten" gewartet hat nicht alles wusste (zB kein ATF im Getriebe), gut gewartet haben sie den LKW.
Es hing zB seeeeehr viel Fett unterm LKW (abgeschleudert von den Antriebswellen). Auch alle Ablass und Einfüllschrauben haben "deutliche Verschließspuren" :blush:

Ich gehe also seeeeeehr Stark davon aus, dass der LKW regelmäßig gewartet wurde.
Auch wenn ich keine "Laborfähigkeiten" zum Öltest zu Hause habe: keines der Öle sah auch nur annähernd nach 30 Jahren aus...

Grüße,
Frank

PS: Wenn es meine Saisonzulassung zuläßt (und das Salz von der Straße ist) werde ich mal schööööön Probefahren :cool: .Sollte dabei nichts auffällig sein und der LKW so gut schaltbar sein als zuvor werde ich das einfach mal dabei belassen....

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#21 Beitrag von burkhard » 2020-01-17 17:44:20

ATF Öl kann rot sein. Es muss aber nicht rot sein. Die Spezifikation verlangt keine Einfärbung. Das Öl auf dem Foto ist ein ATF Öl nach MB Freigabe 236.3.

Bei Kühlmitteln dienen die Einfärbungen dazu, da man die unterschiedlichen Kühlmittel auf gar keinen Fall mischen darf.

Schäumendes Öl ist in jedem Fall schlecht und nicht normal. Das Schäumen soll ja auch durch spezielle Additive verhindert werden. Ich würde es in diesem Fall nicht auf die leichte Schulter nehmen und auf einen Versuch ankommen lassen. Kann teuer werden. Möglicherweise genügen bei der Mischung geringe Rückstände, damit es zur Schaumbildung kommt.

Vielleicht kann ein Chemiker oder Öl-Profi aus dem Forum was dazu sagen.

Viele Grüße
Burkhard

MB Servolenkungsöl 236.3.jpg
Zuletzt geändert von burkhard am 2020-01-18 11:01:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#22 Beitrag von Mag Trac » 2020-01-17 19:31:46

Hallo Zusammen,
bin jetzt zwar kein Ölexperte aber habe bei uns in der Werkstatt an vielen Kippern(Auch Mercedes) schon Getriebe- und Achsöle gewechselt und hab noch nie so schäumendes Öl gesehen.
Ok das sich da mal kleine Schaumnester auf der Oberfläche des Ablaßkübels gebildet hatten war normal oder das das Öl mit Luftblasen durchsetzt war.
Aber das ein frisch eingefülltes Öl nach paar Minuten so schäumt scheint ungewöhnlich.
Ich könnte mir denken das durch den Schaum der Aufbau eines Gleitfilms und die Kompressibilität vermindert wird und sich somit das Reibverhalten verschlechtert. Daher bin ich auch geneigt den Abrieb an der magn. Ablaßschraube als erhöht einzustufen. Aus o.g. genannten Grund.
Des weiteren begünstigt die schaumige Oberfläche die Oxidation des Öls(Alterung).
Wie dieser Schaum sich bilden kann ???? Wenn da jetzt ne Pumpe drin wäre könnte man vermuten das diese einen Defekt hat(zieht z.B. Falschluft).
Den meisten Ölen ist ein Antischaumzusatz beigegeben. Der setzt u.a. die Oberflächenspannung herab und die Luftbläschen können an der Oberfläche schneller zerplatzen.
Könnte hier ne Öldiagnose helfen ??
Gruß
Bernhard

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#23 Beitrag von burkhard » 2020-01-17 19:47:09

Shell (und andere) bieten eine Öldiagnose an.
https://www.shell.de/geschaefts-und-pri ... alyst.html

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Re: Frage nach Getriebeölwechsel MB1222 AF (NG)

#24 Beitrag von Frank_404s » 2020-01-20 10:37:39

burkhard hat geschrieben:
2020-01-17 17:44:20
ATF Öl kann rot sein. Es muss aber nicht rot sein. Die Spezifikation verlangt keine Einfärbung. Das Öl auf dem Foto ist ein ATF Öl nach MB Freigabe 236.3.

Bei Kühlmitteln dienen die Einfärbungen dazu, da man die unterschiedlichen Kühlmittel auf gar keinen Fall mischen darf.

Schäumendes Öl ist in jedem Fall schlecht und nicht normal. Das Schäumen soll ja auch durch spezielle Additive verhindert werden. Ich würde es in diesem Fall nicht auf die leichte Schulter nehmen und auf einen Versuch ankommen lassen. Kann teuer werden. Möglicherweise genügen bei der Mischung geringe Rückstände, damit es zur Schaumbildung kommt.

Vielleicht kann ein Chemiker oder Öl-Profi aus dem Forum was dazu sagen.

Viele Grüße
Burkhard


MB Servolenkungsöl 236.3.jpg

Hmmmm,
also nocheinmal zu den Fakten:
1 Das ABGELASSENE ÖL hatte (nach Motorlauf) schon geschäumt (siehe Bilder). Es war nicht rot gefärbt (was auch immer das heißt) und war zähflüssiger als die ATFs die ich sonst kenne.
2 Das Eingefüllte Öl ist für Schaltgetriebe geeignet, aber kein ATF.
3 Prix hat erklärt, dass der wichtige Grund für das ATF in diesen Getrieben die Buntemetallkorrosion ist. Das Eingefüllte Öl ruft diese erwiesenermaßen NICHT hervor.

Die 3 oben genannten Punkte veranlassen mich vorerst nicht zu "weiterem Aktionismus". Ich denke viele hier im Forum fahren mit sehr altem Getriebeöl herum - UND - hätte ich den LKW vor dem Ablassen nicht zufällig bewegt wäre mir das nie aufgefallen.
Ich will das hier nicht kleinreden - aber eben auch nicht den Elefanten aus der Mücke...
Ich behalte das im Auge - dank Grube kann ich das zum Glück recht einfach tun...

DANKE und Grüße,
Frank

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