Längere Strecke in Untersetzung fahren

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cruise-the-planet
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Längere Strecke in Untersetzung fahren

#1 Beitrag von cruise-the-planet » 2019-09-18 22:01:31

Hallo allwissendes Forum,

Es geht um meinen MB 1120 AF. Spricht etwas dagegen, längere Passfahrten in Untersetzung zu fahren? Bin grad im Balkan und die steilen Pässe sind in der Untersetzung einfach viel angenehmer zu fahren.

Ich komme von einem HZJ78 her und dort hat mir mal ein „Experte“ erklärt, dass die Untersetzung zu schwach sei und nur im Notfall verwendet werden sollte. Zugegeben, das Getriebe vom HZJ78 scheint sowieso eher anfällig zu sein.

Bin gespannt auf Eure Meinungen.

Lg
lukas

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Enzo
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Re: Längere Strecke in Untersetzung fahren

#2 Beitrag von Enzo » 2019-09-19 0:18:29

Moin,
wenn bei Untersetzung das Verteilergetriebe nicht gesperrt ist spricht nichts dagegen die Pässe in der Untersetzung zu fahren. Mache ich auch, wenn es besser passt mit meinem 110 17 .
Und früher mit dem Landy bin ich viele Km nur in der Untersetzung gefahren.
Viel Spaß im Balkan
Gruß aus Ecuador
Jens

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stef@n
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Re: Längere Strecke in Untersetzung fahren

#3 Beitrag von stef@n » 2019-09-19 6:12:43

cruise-the-planet hat geschrieben:
2019-09-18 22:01:31
dass die Untersetzung zu schwach sei und nur im Notfall verwendet werden sollte. Zugegeben, das Getriebe vom HZJ78 scheint sowieso eher anfällig zu sein.
Also für mich gibts die Untersetzung u.a. dafür, wenns die Karre ohne Untersetzung nimmer zieht. Wenn dafür das Getriebe zu schwach ausgelegt ist, dann ist doch was schief gelaufen?
Über den restlichen Antriebsstrang lässt sich sicher diskutieren, nicht umsonst ist teils die Untersetzung ans Zuschaltallrad oder die Längssperre gekoppelt, um zu hohe Drehmomente für einzelne Aggregate zu verteilen.
Ich für meinen Teil fahre in den Bergen auch viel mit Untersetzung, die Gänge schließen einfach besser an...
Gruß

Stefan

Bahnhof
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Re: Längere Strecke in Untersetzung fahren

#4 Beitrag von Bahnhof » 2019-09-19 6:52:58

Mit dem Landy bin ich im Winter auch öfters in der Untersetzung rumgefahren.

Bei -15 Grad ist er im verstopften Stadtverkehr einfach nicht mehr warm genug im Führerhaus geworden


Gruß

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Andy
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Re: Längere Strecke in Untersetzung fahren

#5 Beitrag von Andy » 2019-09-19 7:28:05

Moin,

Wurde ja alles geschrieben.

Den Mercur fahre ich auch in der untersetzung durch die Alpen.

Wurzenpass und die Russen Straße zum Soca Tal hoch bzw runter.

Vg
Andy
Kein Zaster aber zwei .. äh nee jetzt drei .........ups jetzt vier Laster - bald wieder nur drei-- jetzt sind nur noch zwei -- nu doch wieder drei :) .... und auf einmal sind es zwei;)--arrgh jetzt wieder drei--und es sind jetzt nur noch zwei---

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Re: Längere Strecke in Untersetzung fahren

#6 Beitrag von Mark86 » 2019-09-19 8:04:08

Dagegen spricht nix, wenn du die Untersetzung ohne Sperre schalten kannst.
Was hälst n du davon, uns zu veraten was für n 1120 du hast?
Der Klügere gibt so lange nach bis er der Dümmere ist.

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Re: Längere Strecke in Untersetzung fahren

#7 Beitrag von cruise-the-planet » 2019-09-19 8:43:43

stef@n hat geschrieben:
2019-09-19 6:12:43
cruise-the-planet hat geschrieben:
2019-09-18 22:01:31
dass die Untersetzung zu schwach sei und nur im Notfall verwendet werden sollte. Zugegeben, das Getriebe vom HZJ78 scheint sowieso eher anfällig zu sein.
Also für mich gibts die Untersetzung u.a. dafür, wenns die Karre ohne Untersetzung nimmer zieht. Wenn dafür das Getriebe zu schwach ausgelegt ist, dann ist doch was schief gelaufen?
Ist beim HZJ78 glaub tatsächlich schief gelaufen. Durchschnittlicher Getriebetod laut Buschtaxi-Forum bei ca 150k bis 200k KM...

Bin aber beruhigt, dass es beim LKW anders ist...

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Re: Längere Strecke in Untersetzung fahren

#8 Beitrag von sico » 2019-09-19 9:30:14

cruise-the-planet hat geschrieben:
2019-09-19 8:43:43
stef@n hat geschrieben:
2019-09-19 6:12:43
cruise-the-planet hat geschrieben:
2019-09-18 22:01:31
dass die Untersetzung zu schwach sei und nur im Notfall verwendet werden sollte. Zugegeben, das Getriebe vom HZJ78 scheint sowieso eher anfällig zu sein.
Also für mich gibts die Untersetzung u.a. dafür, wenns die Karre ohne Untersetzung nimmer zieht. Wenn dafür das Getriebe zu schwach ausgelegt ist, dann ist doch was schief gelaufen?
Ist beim HZJ78 glaub tatsächlich schief gelaufen. Durchschnittlicher Getriebetod laut Buschtaxi-Forum bei ca 150k bis 200k KM...

Bin aber beruhigt, dass es beim LKW anders ist...
Die Frage lautet: Permanenter Allradantrieb mit Ausgleichsdifferenzial oder Zuschalt-Allrad mit starrem Durchtrieb?
Der HZJ 78 hat ja bekannterweise Zuschalt-Allrad. Die Vorderachse wird zugeschaltet, wenn im Verteilergetriebe die Geländeübersetzung eingelegt wird. Zuschalt-Allrad bedeutet aber starren Durchtrieb zwischen Vorder- und Hinterachse. Kein Ausgleich. Mit starrem Durchtrieb kann/sollte man nur auf rutschigem Terrain über längere Strecken fahren. Auf hartem Terrain gibt's unweigerlich mächtige Verspannungen im gesamten Antriebsstrang mit entsprechenden Folgeschäden. Diese Belastungen hält kein Fahrzeug länger aus. So stark können die Bauteile nicht dimensioniert werden. Das gilt für alle Hersteller, egal ob Toyota, Landrover, Mercedes, IVECO-Magirus, MAN etc.
Die Schäden am HZJ 78 betreffen das Schaltgetriebe, nicht das Verteilergetriebe. Da bricht an der Lagerung der Hauptwelle im Getriebegehäuse ein Stück raus und der Lageraußenring verliert damit seinen Sitz mit einsprechenden gravierenden Folgen.
Das muß allerdings nicht unbedingt passieren. Ein Freund fährt seinen HZJ jetzt schon fast 500 tkm ohne jegliche Probleme.

Fazit:
Bei permanentem Allradantrieb kann man mit offenem Ausgleichsdifferenzial über weite Strecken (tagelang) in der Untersetzung fahren.
mfg
Sico

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