Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

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Joerg404114
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Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#1 Beitrag von Joerg404114 » 2019-05-02 23:09:48

Guten Abend,

Nach dem Einstellen der Ventile und dem Abnehmen der Lüftungsdeckel zeigte sich, das die Kühlrippen vom Zylinderkopf und Zylinder sehr stark verschmutzt sind. Zweites waren um 3 Einspritzdüsen herum erhebliche Ölverkrustungen und Verklebungen. Also den ganzen Luftkühlbereich mit Kaltreiniger behandelt und mit dem Hochdruckreiniger abgedampft.
Siehe da, es kam Farbe zu Vorschein. Der Motorblockbereich und die Wanne um die Einspritzpumpe herum ist original Hellgrün!
Außerdem ist der Bereich der Düsen, Glühkerzen nicht mehr so verklebt und man kann gut daran arbeiten.
DSC02027.JPG
Dann die Düsen demontiert und wie es immer so ist ging es nicht bei allen so einfach. 5 Düsen ließen sich gut demontieren, eine nicht. Zum Lösen der Haltemuttern der Düsenstöcke im Kopf habe in mir einen 30er Gabelschlüssel zurecht gebogen. Wenn die Mutter lose war konnte ich sie dann mit dem Hahnenfußschlüssel herausdrehen. Achtung: Die Stößelrohre nicht mit dem Schlüssel verbiegen, also nicht zu weit drehen.
DSC02069.JPG
Die Stabfilter habe ich vorher abgeschraubt. Bei der Festgebrannten Düse half das im Werkstatthandbuch beschriebene Rohrstück um den Düsenstock mit leichten Schlägen zu lockern. Das ganze Gewinde war voll mit Ölkohle, da diese Düse im Sitz undicht war. Ach ja, bei 5 Düsen gingen die Kupferringe mit heraus, bei der sechsten natürlich nicht. Dieser war total in Ölkohle eingebacken. Hier half auch das Kupferringauziehwerkzeug (Werkstatthandbuch Nr. 4611) nicht, welches in mir nachgebaut habe. Ich musste den Kupferring vorsichtig zerteilen, ohne Beschädigung der Dichtfläche. Hat zum Glück gut geklappt.

Dann erst mal eine Düse abgedrückt, siehe da hatte noch 120 bar Öffnungsdruck aber nicht mehr geschnarrt. Ich dachte mir, kein Problem bei 35000 km muss ich die nur sauber machen.
Habe mir voll die Arbeit mit dem Düseneinsatz gemacht und was war der Erfolg. Düse hat nicht geschnarrt und das Strahlbild war auch bescheiden. Also alle Düseneinsätze neu. Hätte ich gleich machen sollen, bei den Preisen für neuen Einsätze lohnt sich die Aufarbeitung nicht.
Verbaut ist ja original ein DN O SD 211. Dies Einsätze gibt es im WWW, auch mit erheblichen Preisunterschieden. Dann habe ich mal geschaut in welche Motoren diese Einsätze verbaut wurden. Das ist interessant. Dieser Einsatz ist in Vorkammer und Wirbelkammer-Motoren verbaut worden. Beispiel: Mercedes Ponton, Unimog (OM 363) Büssing, Deutz Traktoren, Eicher, etc.
Habe auch eine Bericht gelesen, das in den 60er Jahren auch Umrüstungen auf den Düsentyp DN O SD 2110 um das Nageln bei Vorkommermotoren und das Verkoken bei schlechtem Kraftstoff zu vermeiden.
Anscheinend wurden erste später bei den Düseneinsätzen für Vor und Wirbeklammermotoren unterschieden. Diese Baureihe an Düseneinsätzen DN O SD wurde bis Ende der 90er Jahre bei VW und Mercedes PKW eingebaut.
Bei Wirbelkammer-Motoren war die höchste Ausbaustufe DN O SD 297. In den 90er Jahren wurden viele VW Wirbelkammermotoren mit diesem Düsentyp umgerüstet um die Schadstoffarmut zu verbessern.
Nach reiflicher Überlegung hat der Magirus jetzt auch diesem Düsentyp bekommen. (Fahre seit Jahrzehnten in 6 verschiedenen Fahrzeugen problemlos mit diesem Düsentyp).

Anzugsdrehmoment Düsenstock Düsenmutter 60 - 80 Nm
Anzugsdrehmoment Überwurfmutter Düsenstock im Zylinderkopf 30er Schlüsselweite 30 - 35 NM
Anzugsdrehmoment Überwurfmuttern der Einspritzleitungen 25 - 30 NM
Anzugsdrehmoment Glühkerze 50 Nm
Diese Werte habe ich verwendet.

Zerlegen der Düsenstöcke:
DSC02046.JPG
Montage der neuen Düseneinsätze und Einstellen des Öffnungsdurcks. Sollwert ist 125 bar beim F6L714. Habe sie auf 135 bar eingestellt, da neuen Düsen die ersten Zeit schon ein paar bar nachgeben. Somit bin ich immer noch im Toleranzbereich.
Altes modifiziertes Düseneinstellgerät mit neuem Manometer.
DSC02057.JPG
6 Düsenstöcke mit neuen Einsätzen
DSC02059.JPG
Alles wieder montiert
DSC02062.JPG
Gruß

Jörg

Bernhard G.
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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#2 Beitrag von Bernhard G. » 2019-05-03 13:22:27

Hallo Jörg,

vielen Dank für den Bericht. Die Umstellung auf modernere Düseneinsätze hört sich interessant an. Geht das wirklich so problemlos?


Viele Grüße,
Bernhard

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Joerg404114
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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#3 Beitrag von Joerg404114 » 2019-05-03 21:19:22

Hallo Bernhard,
das Umstellen hab bis jetzt bei vielen Fahrzeugen problemlos funktioniert. Mit dem Magirus bin ich noch nicht gefahren, da er nicht angemeldet ist. Habe ihn nur im Hof laufen lassen und ein bischen vor und zurück ohne Probleme, keine unnormalen Geräusche der Verbrennung. Ich werde berichten wenn ich gefahren bin.


Gruß

Jörg

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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#4 Beitrag von Joerg404114 » 2019-05-31 8:54:54

Guten Morgen,

will mal eine Rückmeldung geben nach den ersten kleineren Fahrstrecken ( bis 100km Fahrstrecke)
- Vorglühen ist bei Temperaturen von 10-15°C nicht nötig. Motor springt nach der ersten Anlasserumdrehung sofort an . Kein Rauch aus dem Auspuff. :D
Mit den alten Einsätzen hat er immer kurze Zeit blau gequalmt. Welchen Einfluss das Einstellen der Ventil hat kann ich nicht sagen. 4 Ventile hatten ja 0 Ventilspiel (zwei Einlass und zwei Auslass).
Verbrauchsmessung kommt noch.

Gruß

Jörg

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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#5 Beitrag von Joerg404114 » 2019-06-29 9:24:58

Guten Morgen,
Also die ersten Verbrauchsmessungen liegen vor. Wir sind von HD nach M gefahren.
Also auf der Hinfahrt auf einmal bemerkt, das der Kraftstofffilter undicht ist, Diesel aus der Motorhaube kommt und über den Kotflügel läuft.
Durch nachziehen etwas Besserung aber immer noch Undicht.
Trotzdem hier die Verbrauschmessungen.
Beim ersten Tanken Verbrauch 20,5 l/100 km
Beim zweiten Tanken Verbrauch 18,8 l/100 km
Beim dritten Tanken Verbrauch 19,5 l/100 km.

Habe zur Zeit nur den 90l Feuerwehrtank und die Tankuhr geht noch nicht. Deshalb habe ich öfters nachgetankt.
Gewicht Fahrzeug 6200 kg, 12er Räder, 5,86er Achsen, 0,695 Fünfter Gang, VTG 1,128.
Gruß

Jörg

Bernhard G.
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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#6 Beitrag von Bernhard G. » 2019-06-29 11:56:38

Hallo Jörg,

hast Du einen Vergleich mit vorher? Verbrauch, Durchzug, etc.?

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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#7 Beitrag von Joerg404114 » 2019-06-30 20:39:33

Hallo Bernhard,

habe leider keinen genauen Vergleich. Als ich den Wagen damals abgeholt hatte waren es 250 km Überführungsfahrt. Damals noch mit den 8,25er Reifen und ein VTG mit 1,289. Vom Gefühl her geht er jetzt vergleichbar, vielleicht ein tick schlechter. (Es sind 3 Jahre dazwischen) Aber ohne genaue Messung sind solche Aussagen Kaffeesatzlesen. Verbrauchsmessung hatte ich damals nicht durchgeführt.

Gruß

Jörg

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Andy
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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#8 Beitrag von Andy » 2019-06-30 21:53:20

Moin,

normaler Verbrauchs Ansatz beim Mercur f6l714 so um die 23 ltr.

Damals 2013 Überführung Koffer.
Leer hin, ca. 5,5 to. 19,5 ltr.
Mit Koffer zurück , geschätzt 6,3 to,ca. 21 ltr.
Reise fertig ausgebaut 7,4 to 23 ltr.

Im Moment gnadenlose 27 ltr. Im letzten Urlaub. Ich muss also was machen.
Auch letzte fahrt fast leer, 7to. Hab ich 26 ltr. Gebraucht.

Nu denn mal schauen
Vorm Urlaub muss noch was passieren.
Heute ist er endlich mit der Hinterachse fertig geworden. Morgen die Vorderachse, dann der Motor
VG
Andy
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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#9 Beitrag von Andy » 2019-07-07 16:25:25

Moins zusammen,

Nun habe ich auch wie der Jörg die Einspritzdüsen erneuert. Und die Ventile kontrolliert, ggf. Eingestellt auf 0,25mm.

Grund war unter anderem der hohe Verbrauch und der schlechte durchzug.

Juli 2013.

Begonnen hatte der Verbrauch mit 19,6 liter, nur das fahrgestell.
Mit leerem koffer 21,5 ltr
Mit ausgebautem koffer 23ltr.
Urlaub, voll ausgeladen, mit boot auf dem dach 7,5to. 24 ltr
Diverse fahrten dazwischen.....
Urlaub voll ausgeladen , mit boot auf dach27,6 ltr :eek:
Bostalsee dieses jahr, ohne boot auf dem dach, ca. 7to, 26,6 ltr. :eek:

Juli 2019


Also denn mal ran.

Jetzt am wochenende probefahrt mit ca. 7to. 200km , verbrauch 26ltr., schwach bei steigungen.
Geschraubt 2 tage lang
Gleiche strecke und gewicht probefahrt, verbrauch 21 ltr., , steigungen dynamischer, gefühlt leiser :walkman: :dry:

:rock: also geht doch.
Am dienstag wird er wohl dann urlaubsfertig,rbz vorne aber das ist eine andere geschichte, dann kann ich auch den verbrauch besser messen. Bin mal gespannt ob sich das bestätigt.

Schönen sonntag noch.
Ich bin happy mit dem schrauberwochenende, anstrangend aber schön.

Schönen rest sonntag noch.
Andy

Edit,
Der wechsel liest sich leichter als gemacht :D ohne spezialwerkzeuch und verbeultem stößelrohr, nur eines, autogenbrenner, schlagschrauber, spezial kupferringabzieher, abdrückgerät für düsen...etc.
Also nicht mal eben gemacht ;)
Ich präsentiere euch nur das vorlöufige ergebnis
Zuletzt geändert von Andy am 2019-07-07 20:08:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#10 Beitrag von Gogomobil » 2019-07-07 18:56:06

Tach zusammen,
wie sieht das denn mit den Einstellplättchen aus, welche Größe/Durchmesser sollte man da vorrätig haben? Ideal wären 11,5 Durchmesser, die hab ich noch vom Agria da :) . Verbrauch noch OK 21-23 l (bei etwas Geländeuntersetzung über Feldwege) also kein dringender Wechselbedarf, aber da haben möchte ich es falls doch mal was hängt. Eben nachgefüllt, 3l Möl auf etwas über 1000 km nachdem ich da auchmal ans "km-messen" gedacht habe.
Anderes Thema aber fast gleiche Stelle, schon wieder ein Wespennest an der ESP entfernt, das dritte nach 2 x Ansaugstutzen. Gibts da ein wirksames Gegenmittel ähnlich Schwefelblüte gegen Marder und Hund/Katze?
Gruß andi

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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#11 Beitrag von Ulf H » 2019-07-07 20:01:40

... angeblich hält eine Hornissennestattrappe Wespen fern ...

Gruss Ulf
Ein Problem, welches mit Bordmitteln zu beheben ist, ist keines !!!

Hanomag, der mit dem vollnussigen Kaltlaufsound !!

Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

Magirus-Deutz 170D11FA ... Bild in Cinemascope extrabreit, Sound in 6-kanal Dolby 8.5 ...

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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#12 Beitrag von Andy » 2019-07-07 20:07:26

Moin,

Es gibt in der Düse keine einstellplättchen.

Schau dir das erste foto vom jörg genau an, mehr ist das nicht.


Der druck wird mit einer schraube eingestellt, die die federvorspannubg in der düse ändert.

Ziemlich geniales system :D so kann man perfekt im druckprüfgerät den druck einstellen, mit kontermutter sichern fertig ist das.

Vg
Andy
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Re: Einspritzdüsen tauschen F6L714, Mercur

#13 Beitrag von Gogomobil » 2019-07-07 23:16:18

Stimmt, wer genau sehen kann ist im Vorteil! Frisch die Augen poliert und erkannt, das System kenn ich und damit ein Problem weniger, danke für den Hinweis

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