Ventilspiel Mercur was gilt?

Moderator: Moderatoren

Antworten
Nachricht
Autor
Gogomobil
Selbstlenker
Beiträge: 165
Registriert: 2018-07-20 13:06:49

Ventilspiel Mercur was gilt?

#1 Beitrag von Gogomobil » 2019-03-03 13:02:40

Ist zwar Faschingszeit und ich werde langsam jeck, nur aus anderem Grund. Ventilspiel vom Mercur einstellen, Werkstattbuch angesehen wie es geht, Vorgehensweise ist klar.
So Betriebsanleitung und Werkstattbuch online und gedruckt mal verglichen und hups - unterschiedliche Werte.

Das eine Buch ( H0199-8)von Juli 1965 schreibt F6L613, und die 6/812 714 alle gleich mit Ein/Aus lass von 0,1 bis 0,2 mm Spiel bei EÖ 16°vOT ES 48° nUT, AÖ 60° vUT und AS 16° nOT
Im anderen Dokument von März 1968 ( H5046-210) steht F6L613 mit 0,3 mm Spiel und Öffnungszeiten EÖ 18,5°, ES 50,5°, AÖ 62,5° und AS 18,5°

Was gilt denn nun, gabs da mal ne Motorüberarbeitung oder wie erklären sich die Differenzen. Bei maximal 0,2 mm Differenz ist das ja schon ne richtige Hausnummer sowohl wenn es zuwenig Spiel ist aber auch 0,2 zuviel könnte je nach Nockenrampe doch verschleißfördernd sein. Komisch finde ich auch , das die ältere Quelle weniger Spiel angibt als die Neuere, die Materialien/Konstruktionen sollten doch eher besser werden sprich Ventilspiel sinngemäß kleiner?
Also mal einen Deckel gelupft und mit Glück war da auch die Stößelstange lose drehbar =>das Ventilspiel dort lag bei 0,25. Also doch 0,3 mm Spiel in meinem Fall oder beim letzten Einstellen den falschen Wert genommen aus dem beim Kauf mitgegebenen Heft mit 0,3mm Angabe ?
Es geht um den F6L613 mit 120 PS, Fahrzeug Bj 1968 und eben was nun gilt 0,3 mm "absolut" oder die doch weite Spanne bei doch engerem Wert von 0,1 bis 0,2 mm beim Ventilspiel.
Wer kann da weiterhelfen was nun tatsächlich Stand der Technik war/ist?
Gruß andi

Benutzeravatar
Andy
abgefahren
Beiträge: 3410
Registriert: 2008-06-14 10:58:36
Wohnort: Im Maifeld nähe Koblenz

Re: Ventilspiel Mercur was gilt?

#2 Beitrag von Andy » 2019-03-03 13:35:19

Moins, die diskussion hatten wir schonnhiermehrfach.

Iegndlich gibt es drei :eek: unterschiedliche angaben.

Ich nehme immer 0,2 bis 0,25mm ein und auslass.

Lieber ein bissel zu viel spiel als einmal zu wenig.

Kannst aber auch gerne die sufu nutzen, dort steht mehr.

Viel erfolg.

Ah so, motordrehen weist du wie?

Vg
Andy
Kein Zaster aber zwei .. äh nee jetzt drei .........ups jetzt vier Laster - bald wieder nur drei-- jetzt sind nur noch zwei -- nu doch wieder drei :) .... und auf einmal sind es zwei;)--arrgh jetzt wieder drei--und es sind jetzt nur noch zwei---

Gogomobil
Selbstlenker
Beiträge: 165
Registriert: 2018-07-20 13:06:49

Re: Ventilspiel Mercur was gilt?

#3 Beitrag von Gogomobil » 2019-03-03 14:13:06

Hallo Andy,
danke für den Hinweis, ja im Forum hatte ich schon gesucht, war aber wie in den Unterlagen von 0,3 bis genau wie bei den 714ern also 0,1 bis 0,2 war alles vertreten daher nich extra noch drauseingegangen. Hätte ja sein können, dass ich genau DEN Teil nicht gesehen hatte der die ursächliche Änderung beschreibt.
Also alte Technik, muss nicht soo genau sein, etwas mehr Spiel auch ok - Hauptsache Spiel :D Wie beim Lanzregler, alles ohne min 0,1 bis 0,2 mm Spiel klemmt eh oder braucht hunderte Einlaufstunden....
Motordrehen über Untersetzung von Lichtmaschine wollte ich probieren, wenns Düsenabdrückgerät noch vorbeikommt selbige ausbauen und abdrücken (soll ja alle 25.000 also jetzt bei 50.000 km mal wieder sein), dann geht das auf jeden Fall. Momentan räuchert warm nix alles OK aber ich habe gern einen "Anfangspunkt" um ab dann eventuelle Änderungen selbst sehen zu können.
Momentan ist der Batteriekasten dran, da hat wohl mal was gekocht und unter der Spritzdämmschicht kommt Eisensulftat hervor, bähh. Alles versuchen zu entfernen, strahlen und säurefest beschichten - bevor da was "raus/runterfällt". Komischerweise sind die Kabel aber neu, ebenso die Akkus. Bodenbleche gut, nun mit Alubutyl gedämmt wie die Türbleche und Rückwand auch, es wird leiser. Wenn nun noch das Ventilspiel stimmt ist er bestimmt schnurrig wie ein E-Mobil :walkman: ohne Mickeymouse fahbar.

Benutzeravatar
Joerg404114
LKW-Fotografierer
Beiträge: 128
Registriert: 2015-07-06 6:53:12
Wohnort: 69250 Schönau

Re: Ventilspiel Mercur was gilt?

#4 Beitrag von Joerg404114 » 2019-03-03 15:32:35

Hallo,

Im Werkstatthandbuch für den F6L714 Ausgabe 1962 steht gleich am Anfang drinnen, das das Ventilspiel sich geändert hat für alle, auch die vor 1962.

Einstellen der Ventile , Ventilspiel F/AL714, Einstellwert mm 0,2-0,3.
Die alten Werte waren: 0,15-0,20 mm

Gruß

Jörg

Allradwilli
süchtig
Beiträge: 714
Registriert: 2007-10-19 19:59:04

Re: Ventilspiel Mercur was gilt?

#5 Beitrag von Allradwilli » 2019-03-03 16:26:04

Hallo,

laut DOKU MD FKS 1.1974 wird für den F 6 L 613 das Ventilspiel für E. u. A. mit 0,3 mm angeben!

MfG.

Gogomobil
Selbstlenker
Beiträge: 165
Registriert: 2018-07-20 13:06:49

Re: Ventilspiel Mercur was gilt?

#6 Beitrag von Gogomobil » 2019-03-03 17:29:31

Also hat es doch eine Veränderung gegeben wohl mit technischem Hintergrund, die Stelle in den Unterlagen gibts bei mir leider nicht. Womöglich war bei luftgekühltem Motor unter Vollast sommers doch das Spiel mal zu klein also rückwirkend größeres Spiel vorgeschrieben auch für ältere Maschinen. Das das dann 0,2 bis 0,3 mm sind ist wohl der Kontrolle geschuldet, sprich gewerblich alle 25.000 km ist nicht lange und soweit es über 0,2 ist reicht es auch (da ja früher noch weniger erlaubt war) nix einstellen. Beim nächsten Mal dann wieder auf 0,3 und es passt wieder längere Zeit. Wüsteneinsatz eher die 0,3 und Sibirien auch oder eben nicht bei ganz ausgekühltem Motor machen, sprich nicht unter 5°C oder so. Dürfte für uns oft abgelastete Hobbyfahrer aber alles nicht so wild sein. Ich möchte jetzt einfach wissen wo und wie groß das Spiel ist und alles vereinheitlichen. Dann kann man sehen ob sich was ändert. Die Veränderung ist bei allen Motoren wichtiger als das absolute Spiel, da man so Tendenzen rechtzeitig erkennen kann. Ich denke da gerade an die Zeit der Bleifreiumstellung und die alten Gussventilsitze....da konnte man je nach Motor und Zylinder und Ansaugverteilung vom Vergaser genau sehen /nachmessen wo das Gemisch dann doch etwas magerer ankam. Bei drehzahlen unter 3000 tat sich kaum was da Ventile nie so heiß wurden aber Vollast und höhere Drehzahl ließ den Gusssitz schwinden, da half auch die dreifache Dosis Bleiersatz aus Kalium- (kattauglich) oder Natrium- (billiger, nicht für Kat) organischer Verbindung nix. Nur der Auspuff rostete schneller von innen durch.... Zu Studienzeiten haben wir dann Bleitetraethyl/methyl als Oktanbooster und verschiedene Nitrite/Nitrate als Cetanbooster halt selbst hergestellt u.a. für Modelldiesel... Heute hätte man da wohl gleich die Ignoranten am Hals, damals wars noch gern gesehen als angewandte Wissenschaft.

Benutzeravatar
ud68
abgefahren
Beiträge: 1983
Registriert: 2006-10-11 9:17:26
Wohnort: Nahe Bremen

Re: Ventilspiel Mercur was gilt?

#7 Beitrag von ud68 » 2019-03-04 17:36:45

Ventilspiel für 614er und 613er/714er wurde dort auch schon mal behandelt.
Udo

Antworten