Was verträgt ein Diesel ?

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Bustreter
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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#31 Beitrag von Bustreter » 2018-08-05 8:25:28

Wenn der Emill hier schon die Abregeldrehzahl von Deutz Motoren ins Spiel bringt:
Meine zwei bis jetzt gefahrenen 913 er Motoren hatten alle beide eine vom herrn schramm eingestellte Einspritzpumpe diese regelte bei 3140 Umdrehungen ab.
Ich bin eigentlich immer maximal gefahren also mit mindestens 3000 Umdrehungen das haben beide Motoren klaglos mitgemacht über sie viele viele zehntausend Kilometer.
21 ist auch nur die halbe Wahrheit...

Gogomobil
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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#32 Beitrag von Gogomobil » 2018-08-05 16:59:34

Na ja es ist wohl auch zwischen zwei Zuständen zu unterscheiden.
Hohe Drehzahl in der Ebene, da braucht es trotz der Schrankwand im Wind nicht so viel Leistung also um die 80-90 zu erreichen fährt der Motor zwar Drehzahl aber nur im maximal mittleren Lastbereich. Das sollte eigentlich jeder Motor abkönnen, sonst wäre ja die Abregeldrehzahl zu hoch angesetzt.
Volle Pulle, weil bergauf mit hoher Drehzahl und hoher Leistung. Je nach Motorauslegung ist da eventuell runterschalten und mit weniger Drehmoment bei hoher Drehzahl weiterfahren angesagt u.U. auch wegen der besseren Kühlung.
Normalerweise arbeiten die LKW-Motoren ja im Bereich des maximalen Drehmomentes am wirtschaftlichsten (, es sei denn sie fahren mit Flüssiggaszusatz, dürfte hier niemanden betreffen, dann mehr Drehzahl, weniger Drehmoment da dann mehr preiswertes Gas verbrannt wird statt Diesel.)
Bei den älteren Motoren dürfte das wie heute sein mit der Effizienz - mit dem Unterschied, dass die Gänge eben bei Höchstgeschwindigkeit meist "zu kurz" sind. Da die aber früher ja auch als Fernlaster eingesetzt wurden sollte das bei der Auslegung mit drin sein (also 80 bei Teillast über Stunden) . Ausnahmen bestätigen die Regel, auch früher gabs "Möhren" was die Haltbarkeit anging, darf man aber nicht verallgemeinern. Ich werd mich mal nach nem Nachrüst-Tempomat umsehen, dann ist es ja recht einfach immer etwas unter Volldrehzahl zu bleiben und doch bei Bedarf voll abrufen zu können.

unihell
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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#33 Beitrag von unihell » 2018-08-05 23:04:26

Hallo
das haben beide Motoren klaglos mitgemacht über sie viele viele zehntausend Kilometer.
zehntausende Kilometer sind für einen LKW-Motor kein Maßstab, da wird eine Zehnerpotenz größer gerechnet. D.h. wenn der Motor 100 tsd km hält, ist das für die meisten Womo-Fahrer sicherlich ausreichend, die geforderte Laufleistung für einen LKW wird er aber nicht erreichen.
Leistung über Drehzahl zu holen ist nicht die 1, Wahl, da mit steigender Drehzahl der Kraftstoffverbrauch stärker aöls die Leistung zunimmt, vom Lärm ganz zu schweigen. Auch steigt die Unwucht quadratisch zur Drehzahl, Nach- oder Feinwuchten ist für Dauerbetrieb wärmstens zu empfehlen, was "Die Pumpe" aber nie erwähnt hat.
Gruß Helmut

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Seapilot
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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#34 Beitrag von Seapilot » 2018-08-10 14:53:35

Zum Thema am Berg lieber im kleineren Gang mit hoher Drehzahl als im großen mit viel Last und kleiner Drehzahl fahren. Denke für luftgekühlte mag das gelten. Modernere wassergekühlte auch?
Mein Fahrlehrer maulte mich immer an wenn ich an Steigungen runterschaltete weil ich meinte es geht dann schneller. Da kam dann der Spruch „ Drehmoment fahren und nicht Drehzahl „. Und solange der Motor im grünen Bereich drehte war das am Ende auch nicht langsamer als runterschalten und mit hoher Drehzahl fahren.

Knut

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Ulf H
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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#35 Beitrag von Ulf H » 2018-08-10 17:24:27

... ja, da gabs ne fundamentale Änderung ... mein moderner Dienst-„Diesel“ (fährt tatsächlich mit Alkohol) mit Automatik lässt sich auch nicht gerne über 1800 bringen, sondern schaltet auch bergauf und voll beladen gnadenlos hoch, bis wieder nur 1200 anliegen ... dabei beginnt der rote Bereich erst bei 2400 ...

Gruss Ulf
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Sisu (finnisch) die positivste Umschreibung für Dickschädel.

Da ist man ständig dran die Karren zu verbessern, schlechter werden sie ganz von alleine.

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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#36 Beitrag von Till » 2018-08-11 11:48:38

Hallo zusammen,

In der Fahrereinweisung von 1992 für meinen Volvo F16 heißt es 'es wird nur dann geschalten, wenn der Motor nicht mehr zieht' (die Drehzahl also unter Volllast abfällt). Für mich klingt das logisch: das senkt Verbrauch und Verschleiß (umso weniger Kupplungsvorgänge, umso weniger Verschleiß im Antriebsstrang). Wobei es gut ist die Leistungs- und Drehmomentverlaufskurven seines Motors zu kennen. Da sind aufgeladene Motoren meist sensibler als Sauger, bei denen die Kurven konstanter verlaufen - von modernen Motoren mit mehreren Turbos abgesehen (und einigen Motoren wie div aufgeladene MB SK-Aggregate).

Grüße,

Till

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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#37 Beitrag von Michael » 2018-08-11 12:56:07

Ulf H hat geschrieben:
2018-08-10 17:24:27
... ja, da gabs ne fundamentale Änderung ... mein moderner Dienst-„Diesel“ (fährt tatsächlich mit Alkohol) mit Automatik lässt sich auch nicht gerne über 1800 bringen, sondern schaltet auch bergauf und voll beladen gnadenlos hoch, bis wieder nur 1200 anliegen ... dabei beginnt der rote Bereich erst bei 2400 ...

Gruss Ulf
Letztens bei einem Euro 6 Linienbus gesehen. Der hat schon so früh hochgeschaltet, daß der Motor im Schnitt nur 1000 UpM hatte. War Automatik...
Fand ich recht Niedertourig für die Steigungsstrecke.

Gruß Michael

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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#38 Beitrag von Seapilot » 2018-08-11 14:47:18

Na dann mache ich ja wohl alles richtig. Kann an Steigungen sehr lange im 6. Gang bleiben. Erst wenn er unter 1000 rpm kommt lohnt es sich zu schalten. Dann ist es aber auch schon eine bemerkenswerte Steigung. Die 1000 rpm hält er schon ziemlich lange und hartnäckig. Die Leistungs- und Drehmomentsteigerung hat da sicher ihren Anteil.

Knut

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hanomakker
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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#39 Beitrag von hanomakker » 2018-08-11 16:28:47

Auch steigt die Unwucht quadratisch zur Drehzahl, Nach- oder Feinwuchten ist für Dauerbetrieb wärmstens zu empfehlen, was "Die Pumpe" aber nie erwähnt hat.
aber bei den bewegten massen spürt man ganz deutlich, wann schluss ist. wer die signale ignoriert und trotzdem drauf bleibt, ist selber schuld wenns knallt.

ansonsten hab ich das gefühl, dass dauerlast und dauernd hohe drehzahlen den alten dieseln weniger ausgemacht haben wie neueren. mein hano wurde oft stundenlang auf der autobahn mit abregedrehzahl dahingeschunden (ja mer war jung) als ich den block neu aufbaute, war der kurbeltrieb aber kerngesund und wurde weiterverwendet. büchsen waren fertig, ja.

dem om 364 im düdo merkte man an, wenns zuviel war. konnte aber auch mal ohne grosse last paar stunden vollgas (er war auch nichtmehr ganz so untermotorisiert) mit hänger sah man jeden berg gleich an der temperatur.

der transe sieht man hohe drehzahl und bergauf auch gleich an, da steigt die temperatur

viele grüsse

tino
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Gregorix
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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#40 Beitrag von Gregorix » 2018-08-15 7:53:23

Das Thema lässt sich soundso nicht ohne weiteres verallgemeinern.
Es hängt stark vom motorkonzept ab, was der Motor besser aushält ( Drehzahl oder vollast)
Faustregel: je langhubiger und größerem Zylindervolumen, desto eher weniger Drehzahl.
Grundsätzlich sind moderne Lkw Motoren eher Langhubig und haben große Zylindervolumen, sind daher auf weniger Drehzahl ausgelegt.
Moderne Lkw haben bei 12-14 Liter Hubraum meist 6 Zylinder, früher waren da 8 oder 10 üblich.
Das heißt auch, dass ältere motorkonzepte eher auf Drehzahl ausgelegt sind. Die mögen untertouriges fahren nicht so gerne, auch wenn es vielleicht Sprit spart, belastet es diese Motoren sehr stark.
Besonders luftgekuhlte Motoren reagieren empfindlich bei falscher Belastung, da diese die eventuell dadurch auftretenden lokalen Temperaturspitzen nicht so leicht weg bringen.
Durch den Wassermantel bei den Wasssergekühlten, verteilt sich die Temperatur im Motor besser und es entstehen weniger hot Spots..
Lg

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Gregorix
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Re: Was verträgt ein Diesel ?

#41 Beitrag von Gregorix » 2018-08-15 7:55:05

Fahren bei nenndrehzahl ( nicht abregeldrehzahl) muss aber jeder Motor dauerhaft aushalten.
Ganz besonders, wenn diese nicht unter vollast gefahren wird.

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