Einspritzdüsen OM352

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Einspritzdüsen OM352

#1 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-28 2:48:33

Hallo, liebe Diesel-Fans,
ich heisse Frank und bin neu im Forum, aber schon seit Jahren eifriger Leser ohne Registrierung. Habe schon einiges Wissen hier aufgesaugt, aber jetzt habe ich ein Problem, weshalb ich jetzt doch den Schritt zur Anmeldung gemacht habe.
Zunächst einmal meine Motordaten:

OM 352; Nr. 353.981-10-718013
Leistung: lt. Zulassung 100 PS, max. Drehzahl bei Vollgas 1850
Baujahr: unbekannt
Gut 4700 Betriebsstunden

Pumpe: Bosch ROV300 1425A8740L
Typen-Nr. Pumpe 0400 846 231; PES6A 90D410RS2293; 92-228930

Einspritzdüse: Bosch 0600 KDAL7483/19; 200 Bar 922

Der Motor verrichtet seinen Dienst in einem Oldtimer Schiff. Nun wollte ich mal die Düsen prüfen, habe auch 2 Düsenstöcke relativ leicht rausbekommen, bei der dritten ist die Düsenspitze abgebrochen und im Zylinderkopf stecken geblieben (leider keinen Wi*er gehabt). Ich habe noch keine Idee, wie ich den rausbekomme, ohne den Kopf abzubauen (vielleicht Gewinde reinschneiden und mit Mutter rausziehen).

Nun aber meine Fragen:
Wer kann mir auf Grund der obigen Daten sagen, welches BJ der Motor hat und viewiel PS?
Gibt es Möglichkeiten, die Leistung an der Pumpe zu erhöhen, weil die ja, wie auch der Motor auf 130 PS ausgelegt ist bzw. wo könnte der Motor auf 100 PS gedrosselt sein, ich wäre über jede weitere PS sehr dankbar?
Kann ich die abgerissene Düse gegen eine beliebige z.B. Monark 4-Loch tauschen, oder müssen alle 6 gleich sein?
Ist die Drehposition der Düse beim Einbau egal, weil die Düsenlocher unterschiedliche Höhenpositionen haben?
Müssen die Überwurfmuttern der Düsen mit Drehmoment festgeschraubt werden?

Bevor ich weitermache, werde ich mir diesen Abzieher besorgen und ein Prüfgerät, die gibts ja schon für 100 Eus, um mal das Spritzbild und den Druck zu prüfen. Die beiden ausgebauten Düsen waren jedenfalls teilweise zugekokt und können nur noch aus 2 bzw. 3 Löchern gespritzt haben.

Kann man die Düsen auch selbst einstellen, oder muss ich dafür zum Bosch-Dienst.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir weiterhelfen könntet.

Schöne Grüße aus Berlin
Frank

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Re: Einspritzdüsen OM352

#2 Beitrag von AL28 » 2018-01-28 9:55:53

Hallo
Entweder alle Vierloch oder alle Sechsloch .
Best mit Drehmoment wen du es nicht so oft gemacht hast .
Ich denke nicht das du es schaffst da ein Gewinde rein zu schneiden .
Aber ein Versuch kann nicht schaden , außer deinen Gewinde Bohrer .
Gruß
Oli

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Re: Einspritzdüsen OM352

#3 Beitrag von unihell » 2018-01-28 11:34:16

Hallo Frank
der Motor hat serienmäßig 130PS, allerdings bei 2800U/min.
Bei Booten wird wegen der Rumpfgeschwindigkeit die Enddrehzahl gekappt oder die Schraube muss angepasst werden. Mehr Drehzahl macht keinen Sinn und verbraucht nur mehr Kraftstoff.
Ich habe in einem Stahlboot einen OM352A durch OM366A ersetzt. Der Motor hatte einen Fresser und der neuere OM366 ist sparsamer. Auch dort war die Drehzahl durch falsche Gestängemontage auf 1800U/min begrenzt. Der neue Motor schafft jetzt zwar die Enddrehzahl, aber logischerweise erhöht sich die Rumpf- und damit Endgeschwindigkeit (beim Verdränger) nicht.
Bosch 0600 KDAL7483/19
das ist der Düsenhalter, richtig KDAL 74 S 3/19, Einspritzdüsen sind DLLA 150 S 187.
Vermutlich sitzt der Düseneinsatz mit dem unteren Teil des Düsenhalters im Kopf. Du müsstest die Nadel ziehen und in das Düsengehäuse ein Gewinde schneiden, evtl M6. Wenn du wirklich das Düsengehäuse rausbringst. Bleibt noch das Unterteil des Düsenstocks, auch da das Selbe nochmal, ca M14. All die Arbeiten sind sehr mühsam und der Erfolg ist nicht vorherzusagen. Wenn dabei Metallspäne in den Zylinder fallen kannst du das nicht kontrollieren und riskierst eine kapitalen Motorschaden. Daher ist es besser den Kopf direkt runter. Dabei ist der Motorzustand auch gut zu beurteilen.
Hier ein Bild von meiner Baustelle

Bild
Gruß Helmut

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Re: Einspritzdüsen OM352

#4 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-28 15:12:54

OM 352 Düsen 1.JPG
Danke für die Antworten. So sehen die Übeltäter aus

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Re: Einspritzdüsen OM352

#5 Beitrag von unihell » 2018-01-28 17:27:02

Oha
zumindest ist der Düsenstock komplett raus. Ob du in des Düsengehäuse einen Gewinde kannst, solltest du an eines ausgebauten Düse zuerst versuchen. Da der mögliche Zuganker auch nicht stärker als das Einschraubgewindesstück sein kann, ist es unwahrscheinlich, den Rest mit einem Schalgauszieher zu ziehen. Versuch macht kluch.
Zunächst einmal meine Motordaten:
OM 352; Nr. 353.981-10-718013
Baujahr: unbekannt
1980 lag die Motorendnummer bei ca 600 000
1986 ca 840 000
Edit: Motor-Nr 353961 10 713066 ist in einem Fahrzeug EZ 8/82. Vor dem 366 wurde der 352 in großen Stückzahlen verbaut, die Zeitspanne ist somit sehr klein, evtl 1 bis 2 Monate. Auf dem Block und auch Ölkühler müsste irgendwo ein Gussdatum als Anhaltspunkt zu finden sein. Damals wurde das Datum noch unverschlüsselt eingegossen.
Zuletzt geändert von unihell am 2018-01-30 19:37:36, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Helmut

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Re: Einspritzdüsen OM352

#6 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-28 17:45:41

Wenn ich ein Gewinde drin habe, werde ich eine Gewindestange reindrehen und mit einer Mutter mit großer Scheibe darunter das Teil rausziehen.
Ich mache mich nach dem Kaffee an die Arbeit, die Gewindestange muß mir erst morgen kaufen.
Ich werde über den Ausgang berichten. Wenn der Kopf ab muss, wird mein Kopf rauchen, da brauche ich bestimmt Ratschläge, habe ich noch nie gemacht.
LG Frank

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Re: Einspritzdüsen OM352

#7 Beitrag von unihell » 2018-01-28 18:40:31

Hallo Frank
Gewindestangen aus dem Baumarkt haben üblicherweise 4.6er Qualität, da kannst du auch nen Kugelschreiber reindrehen, der hält genausowenig. Wenn etwas hilft, dann eine 10.9 oder besser 12,9er Schraube mit durchgehendem Gewinde. Im Fachhandel gibt es Gewindestangen mit 8.8 oder 10.9er Qualität, könnte auch noch ausreichen. Vor allem das Gewinde so tief wie möglich reinschneiden und sämtliche Späme unbedingt vorher raus, mit Magnet und Druckluft. Schraube soweit wie möglich rein, mindestens 6 Gewindegänge reindrehen, sonst ist das Gewinde schneller draußen wie du reinschneiden kannst.
(du hat ne PN)
Gruß Helmut

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Re: Einspritzdüsen OM352

#8 Beitrag von Oelfuss » 2018-01-28 20:43:46

Hallo Frank,
Es ist mit dem richtigen Werkzeug (3465890007 00 Klauenschlüssel)auch möglich das Düsenschutzrohr auszubauen.Dazu muss ein Teil des Kühlwassers abgelassen werden, dann dürfte auch kaum etwas in den Zylinder fallen.
Einfach mal die Motoreninstandsetzer in der Nähe fragen.
Gruß Christian
Haben ist besser als brauchen, aber brauchen und nicht haben ist ganz schlecht

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Re: Einspritzdüsen OM352

#9 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-29 2:30:03

Hallo,
herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten und Tipps.
Also das mit dem Gewindeschneiden hat trotzt langem Gewindebohrer nicht geklappt, weil das Düsenmaterial zu hart war.
Im Laufe der Woche will mir ein Freund von seiner Arbeit mal ein Schneider für Hartmetall mitbringen und dann probieren wir es nochmal.
Die restlichen 3 Düsen baue ich erst aus, wenn der Fliehkarftzieher, den ich bestellt habe, da ist. Ich will mir auch noch ein Druckprüfgerät für 100 Eus bestellen oder ist davon abzuraten. Wenn möglich, will ich mir die Düsen selbst instand setzen.
Wie ich hier schon gelesen habe ist das ja möglich mit Scheiben den Druck einzustellen. Habe es zwar noch nie gemacht, aber es gibt ja immer ein 1. Mal.
Immerhin kostet die Wartung für alle Düsen beim Bosch-Dienst über 500 Eus.
Ich werde weiter berichten.
LG Frank

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Re: Einspritzdüsen OM352

#10 Beitrag von sico » 2018-01-29 10:02:52

Hallo Frank,
die Düsenelemente sind durchgehärtet auf sehr hohen Härtegrad.
Da geht mit spanender Bearbeitung (z.B. bohren und Gewinde schneiden) gar nix mehr.
Die Mühe kannst du dir sparen. Man ruiniert dabei nur das Werkzeug.

Mit großer Wahrscheinlichkeit kommst du um das Demontieren des Zylinderkopfes nicht herum.
Ich sehe da keine andere Möglichkeit, den Stumpen raus zu frickeln, ohne dass er auch noch in den Brennraum fällt.
mfg
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Re: Einspritzdüsen OM352

#11 Beitrag von AL28 » 2018-01-29 12:42:07

Hallo
Habe ich ja schon weiter oben geschrieben , aber ich wusste auch das es nicht gehört wird und deswegen verfolge ich es mit einen gewissen Beobachter Charakter .
Vielleicht schafft er es ja einen Gewindestange so verkantet rein-zu drehen das sie wirklich greift und er kann dann die Reste Ziehen .
Mal sehen .
Gruß
Oli

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Re: Einspritzdüsen OM352

#12 Beitrag von sico » 2018-01-29 12:48:05

Gemeindepastor hat geschrieben:
OM 352 Düsen 1.JPG
Danke für die Antworten. So sehen die Übeltäter aus

Ich denke, da sind nicht die Düsen die Übeltäter, sondern der Fachmann, der die Düsen so vergewaltigt hat.
mfg
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Re: Einspritzdüsen OM352

#13 Beitrag von hugobaer » 2018-01-29 12:49:46

Hast schon versucht sie mit dem Anlasser abzuschießen? Aber sei vorsichtig und leg was drüber, wenn sie kommt dann fliegt sie!
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Re: Einspritzdüsen OM352

#14 Beitrag von unihell » 2018-01-29 14:10:09

Hallo
ob die Elemente durchgehärtet sind weiß ich nicht, könnte aber durchaus sein. Dafür spricht auch der abgebrochene Bund der Düse. Ehrlich gesagt ist mir die Gewindemethode auch nie in den Sinn gekommen.
Die Möglichkeit alles zusammen mit der von Christian angesprochenen Wärmeschutzhülse zu ziehen besteht aber durchaus und war die gängige Methode. Besonders bei abgerissenen Vorkammern, da war waren schon so manche dabei. Dafür ist der Nutmutternschlüssel mit dem Auszieher unbedingt erforderlich, ohne dieses Werkzeug ist diese Arbeitsweise nicht durchführbar.
Daher halte ich den Kopf-Ausbau für die praktikabelste diy-Lösung.
Gruß Helmut

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Re: Einspritzdüsen OM352

#15 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-29 15:23:49

Mein Kumpel, der den Gewindebohrer besorgt, ist Bauschlosser und ein Dickkopf (im positiven Sinne). Er sagt immer geht nicht gibts nicht und er hat es sich in den Kopf gesetzt, das so zu versuchen. Ich hab inzwischen auch meine Zweifel. Er meinte, wenn das auch nicht klappt, könnte man noch 2-K Flüssigmetall reingiessen und eine Gewindestange einbetonieren und wenn es ausgestrocknet ist, rausziehen.
Aber die Idee von Hugobär mit dem Starter, wäre ideal - wenn es klappt. Die hohe Kompression könnte es tatsächlich bringen.
Nochmals vielen Dank an alle - Eure Community ist Klasse
LG Frank

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Re: Einspritzdüsen OM352

#16 Beitrag von meggmann » 2018-01-29 16:04:14

Hallo Frank,

selbst wenn Du die so raus bekommst - wie stellst Du sicher, dass da keine Folgeschäden enstehen? Klar ist Kopf ausbauen doof (najaaaa hab ja einen Deutz, da wäre es nur einer....) aber dann kann man wenigstens ordentlich dran schaffen.
Als ich meine Düsen "gezogen" habe musste ich nur die Mutter der Halteklammer lösen und hab die von Hand rausgezogen (als die Einspritz-/Leckölleitung ab war) - und so eine Düse ist doch recht stabil, warum bricht da was von ab? Ich hätte da keine Ruhe wenn ich die da nur raus frickeln würde......

Gruß, Marcel
- Punkt 1 erreicht, THW Iveco 90-16 ist zu Hause (07.11.2014)
- Punkt 2 erreicht, LAK 2 ist zu Hause (7.12.2014)
- Punkt 3 erreicht, geänderte Fahrzeugart begutachtet (19.01.2015)
- Punkt 4 erreicht, Eisenschwein ist zugelassen (17.03.2015)
- Punkt 5 erreicht, Umbauten am "Trägerfahrzeug" beendet (12.04.2015)
- Punkt 6 erreicht, H Gutachten erteilt (15.12.2015)

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Re: Einspritzdüsen OM352

#17 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-30 1:18:50

Hallo,
meine Frau hat mal mitgelesen, weil ich immer öfter im Forum stöbere und sich die Bilder vom Berlin Treffen 2011 angeschaut. Zitat 'Dufte Typen mit coolen Kisten'. Ich war zeimlich überrascht, diesen Spruch hätte ich eher von einer 20jährigen erwartet.
Ich habe mal einige aktuelle Fotos des Kopfes mit abgebrochener Düse, der Pumpe und des Motors angehängt.
Übrigens, das mit dem Gewindeschneider hat nicht geklappt.
LG Barbara und Frank
Dateianhänge
OM352 Ventile.JPG
OM352 vorne.JPG
OM352 vor Getriebe.JPG
Motorraum.JPG
Düse im Kopf.JPG

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Re: Einspritzdüsen OM352

#18 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-30 2:09:22

und noch die Einspritzpumpe:
Dateianhänge
EP 4.JPG
EP 3.JPG
EP 1.JPG

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Re: Einspritzdüsen OM352

#19 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-30 2:16:11

... so sah das Schiff mal zu besten Zeiten aus. Als wir es gekauft haben, war es reif für den Abwraker.
Dateianhänge
Foto Geestekieker.jpg
flyer Geestekieker2.jpg
flyer Geestekieker1.jpg

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Re: Einspritzdüsen OM352

#20 Beitrag von ingolf » 2018-01-30 9:10:34

Hallo Frank,
ich würden den Kopf demontieren und dann die Düsenreste ausbauen.
Wenn was in den Brennraum fällt (oder bereits gefallen ist) war´s das.
Den Motor ausbauen zu müssen wäre der GAU denke ich aber wenn ich mir die Platzverhältnisse so ansehe würde ich schon jetzt zur Flex greifen und
eine 1 x 1,5 m Wartungsplappe über dem Motor "einbauen".
Als kompetente Werkstatt für Motoren habe ich die Firma Mertens in Velten kennen gelernt.

Grüße, Ingolf
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Re: Einspritzdüsen OM352

#21 Beitrag von unihell » 2018-01-30 17:25:37

Hallo Frank

Die Maschine wurde für das Boot wohl ein wenig modifiziert. Das Drehzahlsignal kommt üblicherweise von der Lichtmaschine (Klemme W). Die ist aber bei dir über die Wasserpumpe indirekt angetrieben, es kann durchaus sein, dass die Drehzahl von der tatsächlichen Drehzahl unterschiedlich ist, wenn das Übersetzungsverhältnis von der Lima zur Kurbelwelle durch die Zwischenübersetzung abweicht.
Andererseits ist in der Zulassung die Enddrehzahl und die Leistung Es lässt sich aber durchaus noch etwas machen. ;) Da musst die die tatsächliche Drehzahl an der Kurbelwelle vorne mal abnehmen.
Gruß Helmut

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Re: Einspritzdüsen OM352

#22 Beitrag von Zentralgestirn » 2018-01-30 17:34:21

Hallo,

Ingolf, ich dachte gerade das da ja viel Platz ist. Zumindest für jemanden der beruflich auf Schiffen schraubt. So unterschiedlich sind die Ansichten :happy:

Der Motor hat eine unten liegende Nockenwelle, da ist es doch recht flott getan den Kopf zu demontieren. Du hast vermutlich nur die eine Hauptmaschine, da würde ich wenig zimperlich sein da großzügig denn sparsam zu reparieren. Die Vorteile sind, das du weniger Restrisiko durch Fremdpartikel im Brennraum hast, alles ordentlich reparieren kannst, die Zylinderwände von innen betrachten kannst und die Ventile gleich mit. ZKD haste dann auch neu und aus dem Kopf. Den Kopf kannste auf Risse prüfen.

Zu den Düsen abdrücken. Ich sammle Werkzeug, die Abdrückvorrichtung habe ich dennoch wieder verkauft. Das Spritzbild will beurteilt sein und die ganzen Shims zum Einstellen wegen 6 Düsen ist teuer. Akustisch will die Düse auch bewertet werden und dann gibt es da noch einiges mehr. Kurz um, wegen ein mal machen würde selbst ich mir das nicht antun.
Das mit dem Boschdienst ist eine teure Idee. Ich würde mal zu einem Motoreninstandsetzer, Lamamech oder LKW Werkstatt damit gehen. die letzen 4 Düsen abdrücken hat mich 15€ gekostet. Dafür mache ich den Aufwand nicht selber. Zumal die dann erheblich mehr Ahnung haben.

Das Boot kommt übrigens aus der Stadt in der ich arbeite, wie klein die Welt ist.

Grüße Sebastian

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Re: Einspritzdüsen OM352

#23 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-01-30 19:20:05

Hallo
der Drehzahlmesser ist an der Lima angeschlossen. Es sind aber 2 Limas verbaut, die Originale, kleine vor der EP und eine 200 A auf der anderen Motorseite für das Verbrauchsnetz (ist auch auf dem Foto erkennbar).
Im Schiff ist nämlich ein 5 KW Inverter 24 auf 230 Volt verbaut, da die Bierkühlung, Zapfanlage, Kühlraum, Kaffeeautomat etc. reichlich Strom zogen (Zapfanlage ist inzwischen außer Betrieb - der Tresen auch kommt irgendwann raus, wir brauchen den Platz zum Wohnen). Für den Notfall ist auch noch ein Generator mit Hatz Diesel da (der soll auch raus und getauscht werden, da er für Drehstrom zu schwach ist und wir elektrisch kochen wollen).

Ich habe die Drehzahl letztes Jahr mit einem Laserdrehzahlmesser nachgeprüft, weil ich die gleiche Vermutung hatte. Die Abweichung ist jedoch marginal.

Ich war überrascht, wieviel Schmodder (fester Schlamm) am Kopf klebt, wo die Düsen drin waren. Den Dreck der unter der Dichtscheibe von der Düse mußte ich auskratzen, so fest war der. Leider ist beim reinigen auch der eine oder andere Kokskrümel durch das Düsenloch in den Brennraum gefallen.

Sollte ich tatsächlich den Kopf demontieren, sind doch bestimmt auch neue Schrauben fällig. Habt ihr Quellen für ZKD und Schrauben und mit welchen Drehmoment müssen die festgezogen werden? Muß die ZKD zusätzlich noch mit Flüssigdichtung befestigt werden?

LG Babsi und Frank

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Re: Einspritzdüsen OM352

#24 Beitrag von benztreiber » 2018-01-30 20:30:19

Gemeindepastor hat geschrieben:Hallo,

Immerhin kostet die Wartung für alle Düsen beim Bosch-Dienst über 500 Eus.
Ich werde weiter berichten.
LG Frank
habe hier http://www.dieselsend.de vor ca.5 jahren für 4 einspritzdüsen vom om 314
105 euro inkl.versand bezahlt.
du schickst deine hin und ein paar tage später kommen sie wie neu zurück
was will man mehr?....

gruss
arne

Marc van Endert
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Re: Einspritzdüsen OM352

#25 Beitrag von Marc van Endert » 2018-01-30 23:03:03

Hallo Frank,

hast Du ein Elektrodenschweißgerät und Erfahrung damit? Wenn ja, würde ich mal folgendes versuchen:

1. Elektrode bei ausgeschaltetem Schweißgerät bis kurz vor Grund in die Düsennadelbohrung einführen
2. Schweißgerät einschalten
3. Elektrode zünden
4. Lichtbogen nur ganz kurz (!) brennen lassen
5. Elektrode nach unten drücken und Schweißgerät dabei sofort wieder ausschalten
6. abkühlen lassen

Dann sollte die Elektrode gut mit dem festsitzenden Rest der Düse verschweißt und dieser nach dem Abkühlen geschrumpft sein. Das Ganze sollte sich dann leicht herausziehen lassen. Wenn nicht: Gripzange an das Ende der Elektrode und mit dem Schonhammer rauskloppen.

In die Brennräume gefallene Kokskrümel sind übrigens kein Problem; sie fliegen entweder über die Auslassventile wieder raus oder verbrennen spurlos.

Viele Grüße

Marc

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Re: Einspritzdüsen OM352

#26 Beitrag von hugobaer » 2018-01-30 23:07:57

Und ich hab extra noch das Maul gehalten weil ich dachte das gibt Diskussionen mit der Wunderkerze. :D
Spreizdübel für Beton (Betonanker) könnten auch funktionieren.
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Re: Einspritzdüsen OM352

#27 Beitrag von unihell » 2018-02-01 15:53:29

Hallo
hast Du ein Elektrodenschweißgerät und Erfahrung damit? Wenn ja, würde ich mal folgendes versuchen:
solltest du damit Erfahrung haben, würdest du das schön sein lassen. Dann kannst du die Schutzhülse gleich vergessen, und sofort zum Sternenhändler gehen. Sobald ein Schweißspritzer an der Wand festbackt, ist die Aktion eh Essig.
Gruß Helmut

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Re: Einspritzdüsen OM352

#28 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-02-01 17:11:00

Hallo liebe Ratschlaggeber,
ich muß ein paar Tage pausieren, weil ich diese Woche mit etlichen anderen Dingen beschäftigt bin. Ich habe jetzt, nachdem ich ein Querschnitt mit der Hülse sah, das Prinzip erst richtig verstanden. Ich ging davon aus, dass die Spitze im Kopf steckt und nicht in einer eingeschraubten 'Fassung'. Bei genauem hinschauen und mit dem jetzigen Wissen, habe ich auch die Einkerbungen zum rausschrauben der Hülse erkannt.
Das dürfte ja gar kein Problem sein, die Hülse einfach rauszudrehen. Neue Dichtuing besorgt und gut is wieder.
Wär ich ohne Euch nie drauf gekommen.
Danke Danke Danke
LG Babsi und Frank

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Einspritzdüsen OM352

#29 Beitrag von felix » 2018-02-01 17:21:23

Obsolet

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Re: Einspritzdüsen OM352

#30 Beitrag von Gemeindepastor » 2018-02-02 20:24:46

Wollte erstmal mitteilen, dass sich die Düse mit Anlasser nicht bewegt hat, trotztdem ich Tage zuvor noch Rostlöser reingesprüht habe. Ich habe mir über einen User ein Werkzeugsatz bestellt und werde die Hülse rausdrehen, wenn er da ist und auch die restlichen Düsen ausbauen und einschicken. Ich habe vergeblich nach einem Ablasshahn für das Kühlwasser gesucht, wie kriege ich das überhaupt raus, oder muß ich alle Schläuche lösen? Die Volvo Maschinen, die im allgemeinen in Schiffen sind haben am Block einen Hahn oder Ablaßschraube.
Viele Grüße aus Berlin
Babsi und Frank

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