Kann Getriebeöl verfaulen?

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Kann Getriebeöl verfaulen?

#1 Beitrag von Dieselsäufer » 2017-03-18 9:59:07

Hallo!
Ich war vergangenes Jahr mit meinem Schätzchen vier Monate in Europe unterwegs und hatte kurz vor der Rückfahrt das Getriebeöl gewechselt. Was da rasukam war für Nase und Augen ein Zumutung. Die Plörre stank wie verwest und hatte eine grünlich braune Farbe angenommen. Zudem hatte sich an der Oberfläche der Ölablaufschale ein schaumiger Teppich gebildet. :ohmy: Das Ersatzöl war von Agip Getriebeöl 85W/90. Jetzt hat der Laster nach meiner langen Reise etwa ein viertel Jahr gestanden und ich dachte ich schaue mal wieder nach dem Getriebeöl. ich habe fast das gleiche Öl wieder herausgeholt. Vielleicht war die Farbe nicht ganz so ins bräunliche tendierend... Kann Öl verfaulen oder verwesen? Auf dem Hof, auf dem ich schraube ist ein altgedienter Motorradschrauben für BMW Bikes. Der hat so etwas auch noch nicht gesehen. :eek:

Vielleicht rühren daher auch meine Schaltschwierigkeiten, die ich habe? Kann man die Getriebeölwanne reinigen ohne das ganze Ding auseinanderzulegen? Fragen über Fragen.

Über einen Rat wäre ich sehr dankbar (können auch mehrere - heißt es dann Räte? - sein) :D

Liebe Grüße aus Mainz Holger
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Andy
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#2 Beitrag von Andy » 2017-03-18 10:02:19

Moins,

Bei dir war mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit wasser drin.
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#3 Beitrag von OliverM » 2017-03-18 11:33:32

Ich würde mir an deiner Stelle eher sorgen um dein empfindliches Riechorgan machen. Die Farbe ist für gebrauchtes Getriebeöl völlig normal und der Geruch nach faulen Eiern passt auch .

Gruß

Oliver
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#4 Beitrag von micha der kontrabass » 2017-03-18 15:51:19

Bißchen heftig scheint mir das schon zu sein,

Bei mir hat da absolut nichts gestunken, außer halt der normale Ölgeruch, und ich hatte weder komische Farbe oder Schaum.

Aber vielleicht fahr ich einfach zu wenig.

Mein Tip, Wasser im Öl und Wachstum irgendwelcher Organismen...

Gruß
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#5 Beitrag von Pirx » 2017-03-18 17:25:00

Hallo Holger!

Hat Dein Mercur ein synchronisiertes Schaltgetriebe? Das gibt es eigentlich nur bei manchen zivilen Mercur, nicht bei den Katastrophenschutz-Mercur, aber aus Deinem Avatar-Bild kann ich es nicht herauslesen.

Bei einem synchronisierten Getriebe könnte ich mir durch falsche Ölwahl noch Buntmetallkorrosion vorstellen. Die grünliche Farbe würde dazu passen.

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#6 Beitrag von lura » 2017-03-18 19:23:20

Für so ein altes Getriebe empfiehlt sich wahrscheinlich eher ein GL 5, das ist etwas dickflüssiger. Schaum auf dem Öl steht für Wasser-Öl-Emulsion im Getriebe, da war der Tausch fällig.
Gruß
Bernd

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#7 Beitrag von Dieselsäufer » 2017-03-18 20:54:28

Besten Dank für die vielen Tips. Das mit dem GL 5 probiere ich mal. Habe ja gestern den Ölwechsel erst durchgeführt. Ich fahre mal so 100 Kilometer und dann wechsele ich nochmal und werde dann das GL5 versuchen. Ich hatte auch an irgendwelche kleinen Tierchen im Öl gedacht, denn der Gestank war schon übel. Und ich bin nicht empfindlich: Wenn jemand bei uns das Klo leert, ist das zumindest nie mene Frau... :D
Übrigens ist mein Getriebe meines Wissens ein Allklauen Bergganggetriebe AK 5-35 und soll das erste synchrone Getriebe sein. Wenn ich das Öl gewechselt habe, kann ich ja nochmal rückmelden.

Besten Dank nochmal Holger
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#8 Beitrag von Lenker » 2017-03-18 21:39:32

Hallo Holger,

ich kenne zwar den Merkur und sein Getriebe nicht, aber ein Gl5-Öl gehört in hypoidverzahnte Getriebe. Auf Grund der anderen Schmierung kann es zu Beeinträchtigungen der Synchroneinheiten kommen. Das bedeutet, dass die Wellen beim Gangwechsel nicht schnell genug abgebremst werden und so die Gänge schlechter reingehen.

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#9 Beitrag von Andy » 2017-03-18 22:33:28

Moins,

Kein GL5 , da gehört 80w90 oder 85w90 oder ähnliches an Viskosität rein, und das GL 4 mineralisch, kein Synthetik.

Sogar im 10 jahre altem lada kommt gl4 in die schaltung, alle anderen wie vtg und diffs soll gl5 rein.
Angeblichgreift gl5 die buntmetalle im sycr. Getriebe an :hu
In dem mercur mache ich überall gl 4 rein. In allen getrieben das gleiche

Bis denne

Andy
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#10 Beitrag von lura » 2017-03-18 22:43:48

Hier mal ein Link mit einer Bedienungsanleitung für Magiren. Seite 44 geht auf Ölqualitäten ein.
Gruß
Bernd

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#11 Beitrag von Pirx » 2017-03-18 23:20:44

lura hat geschrieben:Hier mal ein Link mit einer Bedienungsanleitung für Magiren. Seite 44 geht auf Ölqualitäten ein.
Lura, Danke für den Link. Dort steht auf Seite 21:
Bei Feuerwehrfahrzeugen mit Wechselgetriebe S 5-35 darf nur ein mildwirkendes Marken-Hochdruckgetriebeöl SAE 80 eingefüllt werden.
@Holger:
Die Mercur sind normalerweise mit dem unsynchronisierten ZF-Getriebe AK 5-35 ausgerüstet. Zivile Feuerwehrfahrzeuge konnten auch das synchronisierte S 5-35 bekommen. Wenn Dein Getriebe synchronisiert ist (das mußt Du doch wissen?), ist es auf jeden Fall das Getriebe S 5-35.

Das Wort "mildwirkend" im zitierten Text bestärkt meinen Verdacht, daß es durch falsches Öl zu Buntmetallkorrosion in den Bauteilen der Synchronisierung kam. Das erklärt auch die von Dir genannten Schaltprobleme. Da aber offensichtlich schon sehr lange falsches Öl eingefüllt wurde und die Buntmetallkorrosion schon sehr stark fortgeschritten ist, wird es wohl mit einem einfachen Wechsel auf das richtige Öl nicht getan sein. Mein Beileid. Du kannst nun die Synchronisierung komplett erneuern oder lernen, das Getriebe wie ein Unsynchronisiertes zu schalten.

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#12 Beitrag von lura » 2017-03-19 2:59:10

Also kein GL5.
Hier noch mal ein Link zu einem SAE80 Öl ( das "Oldtimer"-Öl unten auf der Seite), das wohl das richtige sein kann. Viel Erfolg beim ausprobieren.
Gruß
Bernd

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#13 Beitrag von Uwe » 2017-03-19 10:51:43

Hallo,

die alten Magirus-Vorschriften sprechen von einem Hypoid-Getriebeöl gem Ford-Norm. Die hat mit den API-Spezifikationen, nach denen heute Getriebeöl verkauft wird, wenig bis nichts zu tun.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schmier%C ... sifikation

Für ein 60er-Jahre-Synchrongetriebe wäre m.E. ein GL3 passend. Das Wagner-Öl fällt da vermutlich rein, auch wenn es nicht explizit draufsteht. Passende Produkte gibt's aber auch von anderen Anbietern, z.B. Rowe, Oest, ...

Grüße
Uwe
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#14 Beitrag von Diesel-Only » 2017-03-19 11:18:15

Hallo zusammen,
wir haben Getiebeöl SAE90 API GL 1/2/3 von Rowe aufgefüllt. Nachdem wir reichlich Wasser drin hatten.
Beim öffnen der Ablassschraube kam erstmal ca. 300ml Wasser, dann das was mal Öl war :huh:

Grüße Thomas
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#15 Beitrag von Pitmaster » 2017-03-19 15:16:54

Hallo Holger,

ich kenne das auch wie schon beschrieben, GL5 nur für hypoidverzahnte Achsantriebe, die hohen Flankendrücken ausgesetzt sind. Im GL5 sind Metallsalze zugesetzt, um den Schmierfilm auf den Flanken aufrecht zu erhalten.
Im PKW Bereich gibt es ja viele Frontriebler wo der Achsantrieb ins Schaltgetriebe integriert ist. Da ist mir mal in den 90er ein Ford Escort untergekommen wo jemand GL5 eingefüllt hatte. Das Auto ließ sich kaum noch schalten. Nach Zerlegen des Getriebes war klar warum, die Synchronringe (Messinglegierung) waren extrem stark aufgeblüht, eine Reibwirkung auf der Welle nicht mehr möglich. Habe damals die Ringe erneuert das Getriebe sauber gemacht und gespült. Danach ging wieder alles.
Ich denke, das ein GL3 das Maximum der Gefühle sein sollte.
Die GL Stufen sagen was über die Additivierung aus. Ein modernes synth. GL5 wir wohl keinen Verschleiß am Getriebe mehr zulassen, ist aber auch nicht für alle Typen geeignet, da aufgrund der Zumischungen aggressiv.
Den Geruch den Du beschreibst passt auch dazu das es ein GL5 war welches eingefüllt wurde. Stinkt in Verbindung mit Wasser erbärmlich und farblich ist es braun mit grünlichem Schimmer.

Klar ist das "gerade mal rausnehmen" des Getriebes aufwändig und das öffnen und zerlegen so wie so, aber ich denke nach Austausch der Ringe sollte es wieder "Butterweich" schalten.

Guido
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#16 Beitrag von sico » 2017-03-20 20:46:06

Pitmaster hat geschrieben:Hallo Holger,


Klar ist das "gerade mal rausnehmen" des Getriebes aufwändig und das öffnen und zerlegen so wie so, aber ich denke nach Austausch der Ringe sollte es wieder "Butterweich" schalten.

Guido
Leider ist immer noch nicht geklärt, ob es sich um ein synchronisiertes oder unsynchronisiertes Getriebe handelt.

Der Austausch der Synchronringe ist zwar ein gut gemeinter Rat. Allerdings ist das Getriebe mindestens 50 Jahre alt.
Bei ZF gibt es für so alte Getriebe jedenfalls keine neuen Synchronringe mehr.
mfg
Sico

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#17 Beitrag von JoSuPa » 2017-03-20 20:49:26

Hallo Holger
Es ist wirklich so, ein GL5 ist bestimmt nicht geeignet für deine getriebe. "Lenker" hat es treffend beschrieben: GL5 ist die bessere öl als GL4 aber nicht geeignet für deines getriebe wegen den abreissgeschwindikeiten des Ölfilm welche dem synchron Körper die arbeit schwerer machen.
Aber ich denke eher unwarscheinlich wird sein das diese synchron -ringe, oder auch andere buntmetal-teile nun angegriffen sollen sein. Nach meiner Erfahrung braucht es sehr lange bis diese aditive etwas zerstören , also bestimmt mehrer jahre, wir sprechen ja nicht von einem Laugenbad. ich würde bestimmt zuerst machen das test mit die richtige öl-qualitaet ,ist gute chance das erfolgreich. Viskositaet ist eine andere kapitel,aber für die test machen nicht wirklich relevant bei den jetzigen warme temperaturen
Bonne chance
John

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#18 Beitrag von outsch » 2017-03-21 11:55:05

Es ist immer wieder beeindruckend, welch Halbwissen vermittelt wird.
Da ich beruflich mit Schmierstoffen zu tun habe ( nein ich stehe nicht in einer Werkstatt und fülle es ein), ist es wirklich sinnvoller das Betriebshandbuch zu fragen.
Was nicht geht ist ein GL-5 und zu sagen das wäre das bessere Produkt ist schlicht Falsch!
Wie ROWE ein GL1-3 formuliert ist mir zwar fraglich, aber das gehört an eine andere Stelle.
Kaufe ein solides GL-4 80/90 und erfreue dich am guten tieftemperaturverhalten.
Gruß
Marcus

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#19 Beitrag von Uwe » 2017-03-21 13:20:51

Und was spricht nun konkret gegen ein GL3 für den benannten Einsatzzweck?
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#20 Beitrag von outsch » 2017-03-21 16:31:09

Uwe hat geschrieben:Und was spricht nun konkret gegen ein GL3 für den benannten Einsatzzweck?
Nichts. Der Sprung von GL-3 zu GL-4 ist nun nicht mehr so riesig. Bei GL-3 spricht von Geradverzahnten Anwendungen oder einfache Schneckengetreiebe.
Ich würde dort, bis auf wenige Ausnahmen, ein GL_4 nehmen.
gruß
Outsch

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#21 Beitrag von Pirx » 2017-03-21 17:07:26

Wenn sich dann vielleicht mal irgendwann bestätigt, daß es sich um ein synchronisiertes Getriebe handelt, würde ich ein GL-4 ohne Buntmetallkorrosion (laut Datenblatt des Ölherstellers) verwenden. Da wird die Auswahl schon dünn, gibt es aber.

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#22 Beitrag von JoSuPa » 2017-03-21 21:38:50

@Marcus
Halbwissen ?????
Verstehe ich dich falsch oder verstehst du mich nicht richtig?
Das in diesem konkreten fall ein GL5 nicht geeignet ist ,hab ich ja geschrieben . Du bist offenbar meiner Meinung, freut mich.
Das ein öl der klasse GL5 einem z.b. GL3 überlegen ist ergibt sich ja schon auf grund der einsatzbedingungen für welche diese vorgesehen sind.
Tatsache ist auch das ein GL5 eine Weiterentwicklung des GL4 ist.Gemaess deiner aussage ist also die schmierstoff-Entwicklung nicht vorwaerts sondern leider rückwaerts gegangen und bringt nun sogar das qualitatif sehr schlechte GL6 auf den Markt?
Das du beruflich mit Schmierstoffen zu tun hast ist ja noch kein hinweis welche Ausbildung resp. ob du eine aubildung in diesem Bereich hast.
Ich möchte dich keinesfalls angreifen oder verletzen ,finde aber deine art mich als "halbwisser" abzustempeln auch nicht respektvoll.
Weisst du übrigens etwas über MEINE ausbidung? Mal abgesehen davon das ich nicht fehlerfrei D schreiben kann,aber es geht ja hier um ein technisches Thema.
Geschmierte grüsse aus der CH
John

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#23 Beitrag von fennets » 2017-03-21 23:56:02

Ich hab mich letztens auch mal damit beschäftigt, hab mal nach entsprechenden threads hier gesucht, und für mich las sich das damals so, als ginge es bei den verschiedenen GL Spezifikationen nicht um besser oder schlechter sondern um andere Einsatzzwecke, oder lieg ich damit falsch ?
Das Herz schlägt Deutz

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#24 Beitrag von Pitmaster » 2017-03-22 0:23:03

Exakt fennets,
andere Anforderungen, andere Einsatzzwecke.
@outschen Marcus,
niemand hat was davon geschrieben das ein GL5 das bessere wäre. Jeder sagt das ein GL5 höher "legiert" ist und nur für spezielle Anwendungen zu gebrauchen, und für die vom TS, ungeeignet ist.
Halbwissen???
Ich bin mir sicher, dass, wenn wir beruflich aufeinandertreffen, Du mir einen Schmierstoff empfehlen, verkaufen oder gar einfüllen wolltest, ich nein sagen würde. Ach, gerade gesehen, einfüllen machst Du ja gar nicht, Glück gehabt!

Guido
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#25 Beitrag von outsch » 2017-03-22 9:28:34

JoSuPa hat geschrieben:@Marcus
Halbwissen ?????
Verstehe ich dich falsch oder verstehst du mich nicht richtig?
Das in diesem konkreten fall ein GL5 nicht geeignet ist ,hab ich ja geschrieben . Du bist offenbar meiner Meinung, freut mich.
Das ein öl der klasse GL5 einem z.b. GL3 überlegen ist ergibt sich ja schon auf grund der einsatzbedingungen für welche diese vorgesehen sind.
Tatsache ist auch das ein GL5 eine Weiterentwicklung des GL4 ist.Gemaess deiner aussage ist also die schmierstoff-Entwicklung nicht vorwaerts sondern leider rückwaerts gegangen und bringt nun sogar das qualitatif sehr schlechte GL6 auf den Markt?
Das du beruflich mit Schmierstoffen zu tun hast ist ja noch kein hinweis welche Ausbildung resp. ob du eine aubildung in diesem Bereich hast.
Ich möchte dich keinesfalls angreifen oder verletzen ,finde aber deine art mich als "halbwisser" abzustempeln auch nicht respektvoll.
Weisst du übrigens etwas über MEINE ausbidung? Mal abgesehen davon das ich nicht fehlerfrei D schreiben kann,aber es geht ja hier um ein technisches Thema.
Geschmierte grüsse aus der CH
John
Laut meiner Ausbildung darf ich mich nun "Zertifizierte Fachkraft für Schmierstofftechnik" und "Technischer Mineralölkaufmann" nennen. Beides sind Weiterbildungen die in der Branche anerkannt sind und vom VSI http://www.vsi-schmierstoffe.de/ und der Uniti http://www.uniti.de/ getragen werden.
Das nun ein GL-6 auf den MArkt kommt ist mir ganz neu, denn dies gab es schon und diese API ist schon lange ausgelaufen, das sich herausstellte das ein GL-5 oft ausreicht. An dieser Stelle empehle ich die Dekra Betriebstoffliste ( Jahrgang ist fast egal muss keine ganz neue Ausgabe sein) das Kapitel über Getriebeöle.
Die Entwicklung schreitet nicht Rückwärts nur wird aktuell der Weg gegangen, hochwertigere Grundöle zu wählen statt mehr im Bereich Additive zu machen.
@ Guido Hier mal bezug auf besser schlechter:
Es ist wirklich so, ein GL5 ist bestimmt nicht geeignet für deine getriebe. "Lenker" hat es treffend beschrieben: GL5 ist die bessere öl als GL4 aber nicht geeignet für deines getriebe wegen den abreissgeschwindikeiten des Ölfilm welche dem synchron Körper die arbeit schwerer machen.
Primär ist ein deutlich höherer Anteil von Schwefel im GL-5 aber wenn Du magst, können wir gerne mal telefonieren. ich kann Dir gerne meine Nummer per PN schicken.
Gruß
Marcus

JoSuPa
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#26 Beitrag von JoSuPa » 2017-03-22 10:23:52

Die ausdruck "andere Anforderungen-andere einsatzzwecke" ist genau treffend. Das GL5 ist doch einem alten GL3 überlegen aber für den Einsatz eines getriebe welches zu den Zeiten der GL3 konstruiert wurde nicht unbedingt besser. Die flankendrücke, die verwendeten Materialien,die thermische Belastung, die Geschwindigkeit der rotierenden teile usw. hat sich doch in den jahren welche ein GL3 noch modern war und heute stark veraendert. Die Konstrukteure passen ja ihre Technik den schmierfaehikeiten an und umgekehrt. Bei einem motor ist das nicht anders: in den 20er jahren lief ein motor ohne oeldruckleitung zu den kipphebeln und auch ohne Leitung oder Bohrung zu der Nockenwelle.Das war auch kein problem da der Hersteller mit den oeldämpfen rechnen konnte,in der heutigen zeit ist sowas undenkbar.Der oelhersteller gibt sich mühe das sein oel nicht "verdampft" schon nur abgastechnisch gesehen.Mit einem modernen motorenoel in einem motor welcher nicht vollumfaenglich druckgeschmiert ist tut man nichts gutes auch wenn das oel rein theoretisch das "bessere" wäre.
Und zu der ursprungsfrage zurück betr. ob getriebe oel verfaulen kann: definitif nicht,aber besser wird es mit den jahren auch nicht da sich zusaetze auf die dauer gegenseitig zerstoeren, die Luftfeuchtigkeit ,temperaturscwankungen usw auch nicht positif auswirken. Optisch sind diese veraenderungen allerdings kaum sichtbar, abgesehen davon das die Schaumbildung früher auftritt.
By the Way, ich kenne leute welche "nur" oel einfüllen aber trotzdem genau wissen was Sie tun und auch was Sie nicht tun sollten. Im overall arbeiten ist kein Indikator für schlechte Ausbildung oder mangelndes Fachwissen.
Gruss
John

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#27 Beitrag von JoSuPa » 2017-03-22 10:44:40

Hallo Markus
Da haben sich unsere beiträge innert wenigen Minuten getauscht. Scheint mir das wir uns doch einig sind,oder verstehe ich irgend was nicht?
Somit wäre deine Behauptung mit den "halbwissenden" doch etwas zu spontan gewesen, oder?
Muss ich allerdings jedes wort auf die Waagschale legen um nicht als halbwissender abgestempelt zu werden, würde das natürlich bedeuten das ich als fremsprachiger Mitglied in diesem forum mich besser nicht mehr äussern sollte.
Deine Meinung warte ich nun mal ab.
Gruss
John

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#28 Beitrag von outsch » 2017-03-22 10:53:03

JoSuPa hat geschrieben:Die ausdruck "andere Anforderungen-andere einsatzzwecke" ist genau treffend. Das GL5 ist doch einem alten GL3 überlegen aber für den Einsatz eines getriebe welches zu den Zeiten der GL3 konstruiert wurde nicht unbedingt besser. Die flankendrücke, die verwendeten Materialien,die thermische Belastung, die Geschwindigkeit der rotierenden teile usw. hat sich doch in den jahren welche ein GL3 noch modern war und heute stark veraendert. Die Konstrukteure passen ja ihre Technik den schmierfaehikeiten an und umgekehrt. Bei einem motor ist das nicht anders: in den 20er jahren lief ein motor ohne oeldruckleitung zu den kipphebeln und auch ohne Leitung oder Bohrung zu der Nockenwelle.Das war auch kein problem da der Hersteller mit den oeldämpfen rechnen konnte,in der heutigen zeit ist sowas undenkbar.Der oelhersteller gibt sich mühe das sein oel nicht "verdampft" schon nur abgastechnisch gesehen.Mit einem modernen motorenoel in einem motor welcher nicht vollumfaenglich druckgeschmiert ist tut man nichts gutes auch wenn das oel rein theoretisch das "bessere" wäre.
Und zu der ursprungsfrage zurück betr. ob getriebe oel verfaulen kann: definitif nicht,aber besser wird es mit den jahren auch nicht da sich zusaetze auf die dauer gegenseitig zerstoeren, die Luftfeuchtigkeit ,temperaturscwankungen usw auch nicht positif auswirken. Optisch sind diese veraenderungen allerdings kaum sichtbar, abgesehen davon das die Schaumbildung früher auftritt.
By the Way, ich kenne leute welche "nur" oel einfüllen aber trotzdem genau wissen was Sie tun und auch was Sie nicht tun sollten. Im overall arbeiten ist kein Indikator für schlechte Ausbildung oder mangelndes Fachwissen.
Gruss
John
Das sehe ich auch so. Da gibt es auch nichts dran zu rütteln. Das Du nicht aus D kommst, ist mir nicht aufgefallen, bis Du es geschrieben hast.Das tut mir leid, sollte ich etwas in den falschen Hals bekommen haben. :ring:
Was Schmierstoffe angeht, wird aber zu schnell gesagt: kipp rein oder "ich nehme nur etwas mit Freigabe xyz. Daher auch mein verbaler Ausfall.
Zum Ursprung: Öl verfault nicht aber die Schwefeladdtitivierung sorgt für den Geruch. Unsere Additiv Lieferanten erwähnen extra, das Produkte nicht über 120°C erwärmt werden dürfen, da es sonst zur Bildung von Schwefelwasserstoff kommt, was zusätzlich den geruch verstärkt. Aber wurde das Getriebe so heiß? Der Schlamm würde für ein Wassereintrag sprechen.
Gruß
Marcus

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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#29 Beitrag von roter brummer » 2017-03-22 11:49:43

Hallo,
Unsere Additiv Lieferanten erwähnen extra, das Produkte nicht über 120°C erwärmt werden dürfen
Sind 120 Grad Celsius nicht etwas wenig, wenn man mal einen Blick auf die hier http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/p ... be#p541845
diskutierten Temperaturen wirft?

Gruß
Daniel

outsch
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Re: Kann Getriebeöl verfaulen?

#30 Beitrag von outsch » 2017-03-22 12:03:07

Ich finde 120°C schon recht viel, mein VTG wird knapp 100°C warm und mir ist das persönlich schon zu viel.
Das bedeuted aber nur, dass dies erklären könnte, warum es etwas mehr gerochen hat.
Gruß
Marcus

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