Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklaufl - welches Material?

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dalaas
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Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklaufl - welches Material?

#1 Beitrag von dalaas » 2016-05-23 22:19:26

Hallo,

nach der ersten kleinen Tour dieses Jahr sifft der Motor in warmem Zustand - je wärmer desto länger und mehr.
Habe so gründlich wie möglich abgewischt und dann den Motor laufen lassen und beobachtet.
Ich denke dass die Gummimuffe des Ölrücklaufs undicht ist, und würde diese tauschen. Siehe Bild.
Durch die Vibrationen spritzt es dann überall hin.
Den großen Deckel über den Zylindern habe ich abgenommen, innendrin ist es nicht versaut, der Zylinder richtung Fahrerhaus sind nur unten "aussen" verölt.

Meine Fragen dazu:
- welches Material für dieses Schläuchle nehme ich? Es solte ja gleichzeitig Hitze- und Ölbeständig sein. Gibt es da ein Fachwort für?
- muss ich zum Austausch das Ölrücklaufrohr vom Zylinderkopf her abbauen, oder gibt es einen Trick, die Muffe anders draufzubekommen?

Hat das schonmal jemand gemacht? Kann mir jemand was dazu sagen?
Oder hat jemand ne andere Idee, was das Problem sein könnte?

Ganz dickes Danke schon mal...

Lars
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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklaufl - welches Materi

#2 Beitrag von Andy » 2016-05-24 7:33:58

Moins lars,

Da ist ja kein druck drauf, nen normaler schlauch reicht, der Ölbständig ist.

Nimm nen stück hydraulikschlauch, der nicht so fest ist, oder ne kraftstoffleitung ohne stahlummantelung.

Zur not geht auch nen stuck gartenschlauch, aber not haste ja nicht.

Zur montage wird wohl leichter sein, das röhrchen abzuschrauben, sind 2 oder eine schraube, glichzeitig kannste oben neue dichtung dran machen.
Wenn du nen hydraulikschlauch nimmst, der stabiler ist, musste das rohr abmachen

Mfg
Andy

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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklaufl - welches Materi

#3 Beitrag von Bernhard G. » 2016-05-24 18:50:41

Bei mir steht das auch an.

In der ET-Liste steht Gummimuffe. Wird wohl NBR gewesen sein - das ist der Standardgummi für Kraftstoff und Öl. Geht so bis gut 100°C. Sollte reichen, denn das Öl wird in Mercur nicht wirklich heiß. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, nimmst Du FPM (Viton), das geht bis 200°C oder so. Für den O-Ring im Zylinderkopf ist das sicher nicht verkehr. Ist ein 12x3 laut Liste.

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dalaas
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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklauf - welches Materia

#4 Beitrag von dalaas » 2016-05-24 21:50:49

Hallo Andy und Bernhard,

danke für die Tipps, habe heute gleich mal Hydraulikschläuche recherchiert.

So weit bin ich bis jetzt:
Die Standardmaße Innendurchmesser für Hydraulikschläuche mineralölverträglich und hitzebeständig sind 13mm und 16mm, 14mm ist nicht Standard.

Ein Schlauch mit 14mm wäre dieser Kühlerschlauch hier: http://www.hydraulikmeister.de/Kuehlers ... Laenge-15m
Laut Beschreibung für "verunreinigtes Kühlmittel mit Öl (ölbeständig)".
Ob dieser Schlauch auch für "nur Öl" geeignet ist, konnte leider weder der (sehr hilfsbereite) Firmeninhaber noch der Schlauchhersteller sagen, bei dem er gleich nachgefragt hat, das käme "auf einen Versuch" an.

Meine Sorge dabei ist weniger, dass der Schlauch kaputt geht, sondern eher dass das Öl durch Auflösung des Schlauches kaputt geht und dadurch der Motor Schaden nimmt.
Bin ich zu ängstlich?

Alternativ hat mir ein Hydraulikhändler bei mir um die Ecke einen Spezialschlauch für einen Abrissbagger aufgetan, der definitiv ölverträglich ist mit 14mm Innendurchmesser.
Allerdings ist der Matellummantelt, und auch sehr dick und sehr steif, Aussendurchmesser ca. 25mm. Druckfest, was ja in unserem Fall garnicht notwendig wäre.

Alle Hydraulikleute mit denen ich heute telefoniert habe, haben mir gesagt, dass ich niemals einen 13mm Schlauch auf das 14mm Rohr bekomme, und dass ein 16mm Schlauch niemals dicht zu bekommen sei auf einem 14mm Rohr.
Scheint wohl was anderes zu sein als ein "Gummischläuchle" wie ich mir das vorgestellt hatte...

Bei Deutz direkt habe ich auch angefragt, leider noch keine Antwort.

Bessere Quellen / Schläuche / Alternativen?
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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklauf - welches Materia

#5 Beitrag von Bernhard G. » 2016-05-24 22:52:15

Den Kühlmittelschlauch kannst Du knicken. Der ist garantiert aus EPDM und ist nicht gegen reines Öl beständig.

Wie wäre es mit einem 13er NBR-Gummischlauch ohne Gewebeeinlage. Der müßte sich problemlos auf 14mm dehnen lassen. Das Öl fließt ja drucklos ab. Hier z.B.:

https://www.sahlberg-bestellcenter.de/c ... sort=&pn=0

Bernhard G.
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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklaufl - welches Materi

#6 Beitrag von Bernhard G. » 2016-05-29 22:37:31

Hallo Lars,

ich habe heute mal bei meinem Mercur geschaut:

1. Das Rohr hat 12mm Außendurchmesser. Bist Du Dir mit den 14mm sicher?

Somit müßte dieser Kraftstoffschlauch passen;

https://www.amazon.de/Kraftstoffschlauc ... B00B25OZ08

2. Bei mir scheint die Gummimuffe ok. Ich habe sie asauber gemacht und ich glaube nicht, daß die undicht ist. Das Öl kommt von oben. Sieht so wie bei Dir aus. Vermutlich ist nur der O-Ring am Zylinderkopf hinüber. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es bei Dir nicht anders ist.

Viele Grüße,
Bernhard

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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklauf - welches Materia

#7 Beitrag von dalaas » 2016-07-10 14:40:29

Hallo,

gestern war ein großer Tag für mich, das erste Mal selber am Motor schrauben.
Zielsetzung: Dichtring und Gummimuffe des undichten Ölrücklaufs tauschen.

Als Lkw-interessierter Bürotäter hatte ich dabei herzrasen und Schweißausbrüche, aber auch ziemlichen Spaß, von dem ich Euch hier gerne berichte:

Bild 1 zeigt den Ausgangszustand, da wo das Ölrücklaufrohr rauskommt sind Hitzeschutzbleche drüber.
Mein Plan - diese einfach wegmachen und dann das Rohr rausziehen.
Nachdem die Bleche weg waren stellte ich fest, dass ich das Rohr niemals heile raus und wieder rein bekomme, weil ich keine Gummifinger habe und keine Ahnung wie ich da rankommen soll.
Also neuer Plan: der Kotflügel muss ab, damit ich da dran komme.

Da trat dann die erste Überraschung auf: die Dichtung zwischen Kotflügel und Seitenteil der Haube verdient die Bezeichnung "Dichtung" eher nicht.
(Bild 2) Das wird dann aber ne zukünftige Aufgabe werden, das zu richten.

Tausend Flüche und gefühlte 300 verrostete Schrauben weiter, ist der Operationsbereich endlich freigelegt und grob vom Schmodder der letzten 45 Jahre befreit (Bild 3).

Das Abmontieren des Ölrücklaufrohres ging - mit leichter Gewalt - ziemlich gut.

Bild 4 zeigt die ausgebauten Teile, rechts die alte Dichtung und die alte Muffe.
Die Muffe scheint tatsächlich i.O. zu sein, habe sie aber trotzdem gegen ein neues Schlauchstück aus NBR ersetzt. Bernhard, hast wohl recht gehabt.
Als Material für den O-Ring habe ich Viton gewählt.

Das reinfummeln des Rohrs war, sozusagen, etwas frickelig. Bild 5 zeigt einen verzweifelnden IT-ler, und meine Partnerin (ein Nordlicht) hat jetzt mal die übelsten badischen Flüche gelernt :D

Aber - es ist drin, 5 Minuten Testlauf bis der Nachbar geschrien hat, nichts rausgesifft. Die nächsten 100 km werden zeigen ob es hält.

Jetzt hab ich folgende Fragen:

Ich möchte gerne die alten verrosteten Schrauben / Muttern / Unterlegscheiben / Sprengringe gegen neue tauschen. Muss ich was beachten? Macht Edelstahl Sinn? Ist von wegen TÜV/Zulässigkeit was zu beachten? Oder einfach gleiche Größe und gut ist?

Damit ich den Kotflügel weg bekommen habe, habe ich das Kabel vom Blinker durchtrennt. Gibt es spezielle Kabelverbinder, die in diesem (feuchten, schmutzigen) Bereich angewendet werden können, welche ich auch wieder trennen und neu verbinden kann, oder lieber löten und Schrumpfschlauch? Ich hätte es gerne "abtrennbar" falls der Kotflügel noch ein paar mal ab muss (Rost, Arbeiten am Motor usw.)

So, ich hoffe ihr hattet soviel Spaß beim Lesen wie ich beim Schrauben. Bin jetzt schon etwas mutiger mit dem Gabelschlüssel :D
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1_vorher.jpg
Ursprungszustand
2_kotfluegel_ab.jpg
Rost zwischen Kotflügel und Seitenteil
3_kotfluegel_ab2.jpg
Kotflügel ab - jetzt kanns losgehen
4_oelruecklauf_teile.jpg
Ölrücklaufrohr
5_oelruecklaufrohr_reinfummeln.jpg
Ein gefummel bis es entlich drin ist...
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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklauf - welches Materia

#8 Beitrag von tonnar » 2016-07-11 9:30:30

dalaas hat geschrieben:Gibt es spezielle Kabelverbinder, die in diesem (feuchten, schmutzigen) Bereich angewendet werden können, welche ich auch wieder trennen und neu verbinden kann
Such mal in der Bucht nach "AMP Superseal". Allerdings benötigt man eine geeignete Crimpzange, die in entsprechender Qualität recht teuer ist.

Gruß

Bernhard G.
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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklaufl - welches Materi

#9 Beitrag von Bernhard G. » 2016-07-11 10:10:21

Ich würde ganz normale Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 und die passenden Muttern nehmen. Die sind für allgemeine Maschinenbauanwendungen genau richtig. Federringe ersetze ich durch normale Beilagscheiben. Am Mercur findet man fast überall Federringe, aber man weiß heutezutage, daß sie als Schraubensicherung nicht taugen. Im Gegenteil: platt sind sie so gut wie immer und oft auch noch gebrochen. Besser an kritischen Stellen eine Tropfen Schraubensicherung drauf.

Die orginale Kederdichtung für den Kotflügel hat JFW - sind leider nicht billig. Keine Ahnung, ob man sie woanders billiger herbekommt. Ich hatte mal das Glück von einem Forumsmitglied die Überbestände aus einer Nachfertigung zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Irgendwann baue ich sie dann auch ein ....

Wenn Du schon am Blinkerkabel zugange bist: mach es neu. Das Bourgierrohr in dem die Kabek geführt werden ist steinhart und brüchig geworden, Ersatz gibt es für wenig Geld. Du kannst anstelle des Bourgierrohrs auch Schrumpfschlauch als Schutz verwenden. Manche sagen, das ist eh besser,

Was war denn nun der wahre Rohrdurchmesser?

Kater
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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklaufl - welches Materi

#10 Beitrag von Kater » 2016-07-11 23:29:28

Schau mal ob das passt: http://www.ebay.de/itm/5m-Keder-Kotflug ... SwBP9UVP-c

Die Ausschnitte für die Schrauben kannst du problemlos selber mit einer Schere raus trennen. Beim Anpassen darauf achten, dass die glatte Seite an der Motorhaube anliegt und die dicke zum Kotflügel zeigt. Sonst rubbelt es den Lack weg.

Übrigens ist Edelstahl und Dreck eine ganz schlechte Kombination. Edelstahlschraube und Mutter verklemmt sich bei Dreck auf dem Gewinde und dann geht gar nichts mehr. Wir haben in Libyen mal eine Stunde die M16 Schraube mit einem Sägeblatt durch getrennt, die die Sandbleche am Ersatzrad festgehalten hat.

Die Einzigen die so etwas wirklich brauchen sind die Bootsfahrer. Ansonsten sollten verzinkte Schrauben reichen.

Bei jedem Autoelektriker solltest du Stecker und Buchsen mit Einzeladerabdichtung bekommen. Gegen ein Pfand evtl. auch das Werkzeug zum Crimpen.
Oder du nimmst Stoßverbinder zum Crimpen mit integriertem Schrumpfschlauch. Ist nicht lösbar, aber einfacher als alte Kabel zu verlöten die mit ein bisschen Oxid auf den Adern gerne rumzicken.
Normalerweise baut man die Lampe auseinander, zieht dort die Stecker ab und den Kabelbaum raus. Alle nachträglichen Fügeaktionen am Kabel sind neue Problemstellen.

Peter

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Re: Magirus Mercur - Gummimuffe Ölrücklaufl - welches Materi

#11 Beitrag von Kami » 2016-07-12 6:22:47

Verzinkte Schrauben.
8.8 wär net shlecht - mehr brauchts aber nicht.
Gruss
Kami
Wer in keinster weise etwas verrückt ist und deshalb denkt er wäre normal, der irrt.

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